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	<title>bewegliche lettern &#187; CoverSpy deckt Leseverhalten von Großstadtmenschen auf &#8211; bewegliche lettern</title>
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		<title>CoverSpy deckt Leseverhalten von Großstadtmenschen auf</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Feb 2010 16:30:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[eReader]]></category>
		<category><![CDATA[Trivialliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Allenthalben wird in der Digitalisierung eine Gefahr für die Privatsphäre gesehen. Doch eine Initative des New Yorker Literaturmagazins Slice macht nun deutlich: Die zunehmende Ausbreitung von eReadern bedroht nicht die Intimsphäre der Leser, sondern den Voyeurismus des gemeinen U-Bahnpassagiers. Auf der Website CoverSpy und dem angeschlossenen Twitter-Account spähen Slice-Mitarbeiter systematisch die Lesegewohnheiten argloser New Yorker [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Allenthalben wird in der Digitalisierung eine Gefahr für die Privatsphäre gesehen. Doch eine Initative des New Yorker Literaturmagazins <a href="http://www.slicemagazine.org/" target="_blank"><em>Slice</em></a> macht nun deutlich: Die zunehmende Ausbreitung von eReadern bedroht nicht die Intimsphäre der Leser, sondern den Voyeurismus des gemeinen U-Bahnpassagiers. Auf der Website <a href="http://coverspy.tumblr.com/" target="_blank">CoverSpy</a> und dem angeschlossenen <a href="http://twitter.com/coverspy" target="_blank">Twitter-Account</a> spähen Slice-Mitarbeiter systematisch die Lesegewohnheiten argloser New Yorker in der U-Bahn aus. <span id="more-710"></span></p>
<p>Wenig ist verräterischer als das Cover des Buches, das ein Mensch in der Öffentlichkeit liest. Der Steppenwolf: &#8220;Pubertät hält an&#8221;, Molloy: &#8220;interessant mit Hang zum Poser&#8221;, Die Säulen der Erde: &#8220;nennt sich selbst Leseratte, stolz, keine Angst vor dicken Büchern zu haben&#8221;,  Warum Männer nicht zuhören und Frauen&#8230;: &#8220;zu lange in einer Beziehung, unleidlich&#8221;, Scarlett: &#8220;Eieiei&#8221;. Die Botschaft, die der Lesestoff über den öffentlichen Leser mitteilt, schwankt zwischen bewusstem Statement und naiv zugelassenem Einblick mit Tiefenwirkung. Das Cover des in der Öffentlichkeit aufgeschlagenen Buches ist halb Statussymbol, halb entschlüpftes Bekenntnis. Die Reaktion der Umwelt liegt entsprechend den eigenen Vorlieben zwischen Fremdscham und Annäherungsversuch.</p>
<p>Mit dem Aufkommen von eReadern fürchten die Cover Spies um diese indiskreten und reizvollen Einblicke ins Wesen ihrer Mitmenschen: Die einförmige, opake Rückseite der digitalen Lesegeräte lässt nicht mehr ahnen, in welche Leselandschaften die Augen des Passagiers gegenüber versunken sind. Um auf diese Gefahr aufmerksam zu machen, twittern die urbanen Agenten nun, was die Passagiere und Passanten lesen, und fügen noch einige Details über Kleidung und Habitus der Zielperson hinzu. Das sieht dann etwa so aus:</p>
<blockquote><p>East of Eden, John Steinbeck (M, 20s, curly hair/Dave Eggers look alike, Q train at 55th St.) <a rel="http://bit.ly/plugins/iframe?hashUrl=http%3A%2F%2Fbit.ly%2F9MfIZr" href="http://bit.ly/9MfIZr" target="_blank">http://bit.ly/9MfIZr</a> <a title="#coverspy" href="http://twitter.com/search?q=%23coverspy">#coverspy</a></p>
<p>Extremely Loud and Incredibly Close, Jonathan Safran Foer (F, 20s, shiny black headband, F train) <a rel="http://bit.ly/plugins/iframe?hashUrl=http%3A%2F%2Fbit.ly%2FcygAhH" href="http://bit.ly/cygAhH" target="_blank">http://bit.ly/cygAhH</a> <a title="#coverspy" href="http://twitter.com/search?q=%23coverspy">#coverspy</a></p></blockquote>
<p>Auf diese Weise wollen die Betreiber von CoverSpy ein wenig der flüchtigen Intimität unter anonymen Passanten bewahren. In der Ausbreitung der eReader liegt für sie kein Fortschritt, sondern soziale Kälte. Cnet <a href="http://news.cnet.com/8301-13577_3-10449950-36.html" target="_blank">zitiert</a> die CoverSpy-Gründerin Amy Sly wie folgt:</p>
<blockquote><p>&#8220;We were lamenting the prevalence of e-readers spotted on our train rides and what a bleak commute it would be if all of the book covers were replaced with blank e-reader covers,&#8221; Sly said of the project&#8217;s beginnings last October. &#8220;For one thing, it&#8217;s always been fun to see what everyone&#8217;s reading around you&#8211;and it&#8217;s especially interesting how they&#8217;re not always the books that are making headlines at the moment. And also because we each had a story about a time a conversation started with someone we didn&#8217;t know because of the books we were holding in our hands.&#8221;</p></blockquote>
<p>CoverSpy will seinen Dienst zukünftig auf weitere Städte ausdehnen. Sind wir dann hier noch sicher? Wir raten zu Desinformation: So ein Molloy-Umschlag passt auch trefflich auf manche mindere Ware. Die Dinger heißen nicht umsonst Schutzumschlag.</p>
<p>(via <a href="http://www.teleread.org/2010/02/09/coverspy-tweets-what-new-yorkers-read-on-the-train/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+teleread%2FKHnj+%28TeleRead%3A+Bring+the+E-Books+Home%29" target="_blank">Teleread</a>, <a href="http://news.cnet.com/8301-13577_3-10449950-36.html" target="_blank">cnet</a>)</p>
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		<title>Lesenswert: Alex Rühle über E-Publishing in China</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/08/lesenswert-alex-ruehle-ueber-e-publishing-in-china/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Aug 2009 08:35:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[china]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[micropayment]]></category>
		<category><![CDATA[shanda]]></category>
		<category><![CDATA[Trivialliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Süddeutschen Zeitung wirft Alex Rühle heute einen eindringlichen Blick auf den E-Book-Markt in China. Der große Player dort ist der Verlag Shanda, der laut Rühle 80% der chinesischen Internetliteratur veröffentlicht. Shanda verdient an seinen E-Books über ein Micropaymentsystem Geld. Der Verlag bietet seine E-Books scheibchenweise an: Die Leser werden mit kostenlosen Anfangskapiteln angelockt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Süddeutschen Zeitung wirft Alex Rühle heute einen eindringlichen <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/482864" target="_blank">Blick</a> auf den E-Book-Markt in China. Der große Player dort ist der Verlag Shanda, der laut Rühle 80% der chinesischen Internetliteratur veröffentlicht.<span id="more-327"></span> Shanda verdient an seinen E-Books über ein Micropaymentsystem Geld. Der Verlag bietet seine E-Books scheibchenweise an: Die Leser werden mit kostenlosen Anfangskapiteln angelockt, danach zahlen sie per Micropayment Bagatellsummen für weitere Teile.</p>
<p>Interessant ist auch, dass Shanda bislang vor allem mit <a href="http://bewegliche-lettern.de/tag/trivialliteratur/" target="_blank">Trivialliteratur</a> Geld verdient: Mit Geschichten, die formal und inhaltlich an Videospiele angelehnt sind, erreicht der Konzern vor allem eine junge Leserschaft und hält sich alle Türen zur crossmedialen Vermarktung von Erfolgstiteln offen.</p>
<p>Auch für ernste Literatur sei E-Publishing jedoch attraktiv, berichtet Rühle, da es den Autoren ermöglicht, die Print-Zensur zu umgehen: &#8220;Im Netz dagegen kann man bislang vieles relativ unkontrolliert veröffentlichen&#8221; (ja ist das Internet denn ausgerechnet in China ein rechtsfreier Raum?)</p>
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		<title>Groschen-E-Books</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Jun 2009 09:16:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[Mills&Boon]]></category>
		<category><![CDATA[Trivialliteratur]]></category>

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		<description><![CDATA[Der britische Groschenheftverlag Mills &#38; Boon stellt ab sofort sein gesamtes Programm als E-Books zum Download auf Mobiltelefone bereit. Neue Titel erscheinen zukünftig zeitgleich auf Papier und als E-Book. Dies meldet heute The Bookseller. Da das Groschenheft seit jeher durch seine billigere physische Erscheinung eine geringe Bindung ans Trägermedium Papierbuch hatte (zur repräsentativen Aufbewahrung im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der britische Groschenheftverlag <a href="http://www.millsandboon.co.uk/" target="_blank">Mills &amp; Boon</a> stellt ab sofort sein gesamtes Programm als E-Books zum Download auf Mobiltelefone bereit. Neue Titel erscheinen zukünftig zeitgleich auf Papier und als E-Book. Dies <a href="http://www.thebookseller.com/news/88337-mills--boon-makes-books-available-on-mobile-phones.html" target="_blank">meldet</a> heute The Bookseller.<span id="more-64"></span></p>
<p>Da das Groschenheft seit jeher durch seine billigere physische Erscheinung eine geringe Bindung ans Trägermedium Papierbuch hatte (zur repräsentativen Aufbewahrung im Bücherregal ist es nie geschaffen gewesen), erscheinen mir die Perspektiven des digitalen Vertriebs für diesen Marktsektor besonders attraktiv. Zumal Groschenheften ja auch ein gewisses soziales Stigma anhaftet, das möglicherweise Leser zögern lässt, öffentlich (etwa in der U-Bahn) ihre Lektüre zu pflegen. Auf dem Handydisplay wird diese Lektüre diskreter und damit möglicherweise auch attraktiver.</p>
<p>Vielleicht wird sich das neue Medium E-Book ja zuerst und am schnellsten in dem Bereich durchsetzen, auf den viele Bildungsmenschen herabblicken. Es wäre nicht das erste Mal, dass Penny Dreadfuls zu Medien- und Leserevolutionen führten. Die Penny Dreadfuls des Viktorianismus wurden durch neue, kostensparende Entwicklungen auf dem Gebiet der Drucktechnik und Papierherstellung erst möglich und verdankten ihre Popularität der damals stark angestiegenen Lesefähigkeit der Bevölkerung (die sie ihrerseits wiederum beförderten). Parallel dazu mag die Verbreitung von Groschen-E-Books auf der (potentiell) billigeren nonphysischen Verbreitungsform und der sich ausbreitenden digital literacy aufsetzen und diese ihrerseits fördern.</p>
<p>Die Penny Dreadfuls des Viktorianismus trugen zur Entwicklung eines Massenmarktes für Literatur und kulturelle Produkte insgesamt bei. Ob Groschen-E-Books die heutige Kultur ähnlich transformieren werden?</p>
<p>Verweise: Über Penny Dreadfuls schreibt Bruce Rosen in seinem <a href="http://vichist.blogspot.com/2008/11/penny-dreadfuls.html" target="_blank">Victorian History Blog</a>. Als Kapitel in der Geschichte der Massenmedien haben sie in Irving Fangs <em>History of Mass Communication</em> (Boston: Focal Press, 1997, auch bei Google <a href="http://books.google.de/books?id=QaVfg_vdyxsC&amp;pg=PT1&amp;lpg=PT1&amp;dq=irving+fang+mass+history&amp;source=bl&amp;ots=lvlItKlhBR&amp;sig=cg4Y2gyofYtnjCjJ3p4AuVJxrd4&amp;hl=de&amp;ei=ytMwSp7xC4KUjAeg_eXCBw&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=3#PPP1,M1" target="_blank">Booksearch</a>) Eingang gefunden.</p>
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