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	<title>bewegliche lettern&#187; Konflikt um eBook-Preise: Amazon nimmt Macmillan aus dem Programm [Update: Amazon macht Rückzieher] &#8211; bewegliche lettern</title>
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	<description>medienwandel in gutenbergs welt</description>
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		<title>Konflikt um eBook-Preise: Amazon nimmt Macmillan aus dem Programm [Update: Amazon macht R&#252;ckzieher]</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2010/02/konflikt-um-ebook-preise-amazon-nimmt-macmillan-aus-dem-programm/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 06:40:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Noch vor wenigen Tagen nannte der Chef des zur Holtzbrinck-Gruppe geh&#246;renden US-amerikanischen Verlagsriesen Macmillan eBook-Piraterie als gr&#246;&#223;te Herausforderung f&#252;r Verleger elektronischer B&#252;cher. Seit vergangenem Freitag m&#252;sste er wohl eine andere Antwort geben. Die Umsatzeinbu&#223;en, die sein Konzern, zu dem Verlagslabels wie Farrar, Straus &#38; Giroux, Picador und Henry Holt geh&#246;ren, seitdem zu erleiden hat, d&#252;rften [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch vor wenigen Tagen <a href="http://www.teleread.org/2010/01/26/brian-napack-president-of-macmillan-digital-book-piracy/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+teleread%2FKHnj+%28TeleRead%3A+Bring+the+E-Books+Home%29">nannte</a> der Chef des zur Holtzbrinck-Gruppe geh&#246;renden US-amerikanischen Verlagsriesen Macmillan eBook-Piraterie als gr&#246;&#223;te Herausforderung f&#252;r Verleger elektronischer B&#252;cher. Seit vergangenem Freitag m&#252;sste er wohl eine andere Antwort geben. Die Umsatzeinbu&#223;en, die sein Konzern, zu dem Verlagslabels wie Farrar, Straus &amp; Giroux, Picador und Henry Holt geh&#246;ren, seitdem zu erleiden hat, d&#252;rften die Verluste durch die illegale Verbreitung von eBooks um einiges &#252;bertreffen. Denn am sp&#228;ten Freitagabend verschwanden auf einen Schlag alle Publikationen aus dem Hause Macmillan aus dem Angebot des Online-Handelsriesen Amazon.com. Zwar k&#246;nnen diese Titel &#252;ber Amazon noch bei Drittanbietern bestellt werden. Amazon selbst verkauft jedoch derzeit keine Macmillan-B&#252;cher mehr. <span id="more-698"></span></p>
<p>Eine offizielle Stellungnahme dazu gab es bislang von Amazon nicht. Ein <a href="http://www.publishersweekly.com/article/CA6717133.html?rssid=192">offener Brief</a> von Macmillan-CEO John Sargent best&#228;tigt im wesentlichen die <a href="http://bits.blogs.nytimes.com/2010/01/29/amazon-pulls-macmillan-books-over-e-book-price-disagreement/">Vermutungen</a> der <em>New York Times</em>,<em> </em>dass es sich dabei um eine Art Strafaktion von Amazon.com gegen den Verlagskonzern handelt. Seit einiger Zeit liefert sich der Online-H&#228;ndler Amazon eine Auseinandersetzung &#252;ber die Preisgestaltung und den Erscheinungstermin von eBooks. Amazon hat mit seinem eBook-Leseger&#228;t Kindle den US-Markt f&#252;r digitale B&#252;cher fest im Griff und bietet eBooks zum Preis von $9,99 an. Macmillan dr&#228;ngt, wie andere Verlage auch, auf h&#246;here Preise und will ansonsten die Ver&#246;ffentlichung elektronischer Ausgaben seiner B&#252;cher systematisch verz&#246;gern, um das Gesch&#228;ft mit den h&#246;herpreisigen gebundenen Ausgaben zu sch&#252;tzen.</p>
<p>Anlass f&#252;r die Eskalation des schwelenden Konflikts ist offensichtlich das Auftreten eines neuen gro&#223;en Players auf der B&#252;hne des digitalen Buchhandels. Apple hat angek&#252;ndigt, in seinen Mitte letzter Woche vorgestellten tragbaren Kleincomputer iPad auch einen digitalen B&#252;cherladen integrieren. Damit wird Apple zum direkten Konkurrenten von Amazon und dessen Leseger&#228;t Kindle. Macmillan geh&#246;rt – wie weitere vier der insgesamt sechs Riesen der Verlagsbranche – von Anfang an zu den Kooperationspartnern des Computerherstellers aus Cupertino. Der Preis f&#252;r eBooks soll bei der iBooks genannten Buchhandelssoftware des iPad mit ungef&#228;hr $15 deutlich &#252;ber dem Amazon-Preis liegen.</p>
<p>Vor allem sollen die eBook-Gesch&#228;fte mit Apple aber nach einem grundlegend anderen Muster stattfinden als die Gesch&#228;fte mit Amazon: W&#228;hrend Amazon den Verlagen gegen&#252;ber als Gro&#223;h&#228;ndler auftritt, der die Verbraucherpreise selbst bestimmt, soll Apple eher als eine Art Verkaufsagentur auftreten, die die B&#252;cher gegen eine Kommission an den Endverbraucher bringt. Bei diesem Modell bleibt die Preisgestaltung ganz in der Hand der Verlage. Dabei will Macmillan die digitalen Ausgaben &#252;ber das Agenturmodell ausdr&#252;cklich zeitgleich mit der gedruckten Ausgabe anbieten. Amazon hingegen w&#252;rde die B&#252;cher unter dem Gro&#223;handelsmodell erst mit wesentlicher Verz&#246;gerung verkaufen d&#252;rfen – sofern es sich nicht ebenfalls dem Agenturmodell anschlie&#223;t und damit die Hoheit &#252;ber die Preise den Verlagen &#252;berl&#228;sst.</p>
<p>Um es kurz zu fassen: Macmillan hat f&#252;r Amazons Geschmack offenbar etwas zu heftig mit Apple geflirtet. Und wird daf&#252;r eisern abgestraft. Der Konflikt findet also nur vordergr&#252;ndig zwischen Macmillan und Amazon statt, im Hintergrund steht die Rivalit&#228;t von Amazon und Apple. In der ersten Runde dieser Auseinandersetzung sieht es so aus, als wollten die Kontrahenten ihren Kampf ohne wattierte Handschuhe austragen. Auch wenn Amazon derzeit noch nicht sein ganzes Gewicht in die Schl&#228;ge legt (auf der kanadischen, britischen und deutschen Seite von Amazon kann man Macmillan-B&#252;cher nach wie vor kaufen), wei&#223; der Handelsriese doch, welche Treffer am meisten schmerzen: So boykottiert er nicht nur eBooks, sondern auch s&#228;mtliche Printausgaben von Macmillan. Die Botschaft an die Verlagsbranche ist eindeutig: Auch wenn es jetzt einen Handelspartner f&#252;r eBooks gibt, der euch besser gef&#228;llt, vergesst nicht, dass wir gute Freunde bleiben sollten, wenn ihr eure Druckwerke weiterhin bei uns verkaufen wollt.</p>
<p>Apple hat sich bisher nicht sichtbar in diesen Konflikt eingemischt. Ein nat&#252;rlicher Verb&#252;ndeter f&#252;r Verlagsh&#228;user ist auch der Hardwaregigant aus dem Silicon Valley aber keineswegs. Apple hat seinerseits letzte Woche gegen&#252;ber einem Gro&#223;verlag schon einmal die Muskeln spielen lassen. Der gewichtige US-Lehrmittelverlag McGraw-Hill, <a href="http://venturebeat.com/2010/01/27/mcgraw-ipad/">fiel</a> offenbar in letzter Minute aus der Reihe der Verlage heraus, die Steve Jobs bei der Produktpr&#228;sentation des iPad als Kooperationspartner nannte. McGraw-Hill Verleger Harold McGraw III hatte einen Tag vor dem mit gro&#223;em Bohei vorbereiteten iPad-Launch Details &#252;ber das bis dahin hoch geheime Ger&#228;t ausgeplaudert und dadurch offenbar den Zorn von Apple auf sich gezogen. Ob der Verlag lediglich in der Pr&#228;sentation aussetzen musste oder gar ganz von der Kooperation mit Apple ausgeschlossen wird, ist noch unklar.</p>
<p>Auch wenn sich die Verlagsh&#228;user dar&#252;ber freuen m&#246;gen, dass der beargw&#246;hnten Marktgro&#223;macht Amazon zumindest im eBook-Gesch&#228;ft mit Apple eine marktkorrigierende Konkurrenz erw&#228;chst, wird man sehen, ob selbst die gr&#246;&#223;ten Konzerne der Verlagsbranche mit Apple oder Amazon auf Augenh&#246;he verhandeln k&#246;nnen. Zumindest k&#246;nnen sie sich jetzt aussuchen, von welcher Seite sie Kn&#252;ffe beziehen wollen. Man wird sich in Verlagskreisen wohl bald nostalgisch an die Zeiten erinnern, da eBook-Piraten noch als gr&#246;&#223;te Gefahr galten. Die ersten Leidtragenden sind jedoch Leser und Autoren – den einen wird es schwer gemacht, die gew&#252;nschten B&#252;cher zu kaufen, die anderen &#228;rgern sich dar&#252;ber, dass ausbleibende Buchverk&#228;ufe auch ausbleibende Honorareinnahmen bedeuten. Wie Macmillan-Autorin Cherie Priest <a href="http://digitalbookworld.com/2010/more-reactions-to-the-amazonmacmillan-battle/">zusammenfasst</a>: &#8220;My reaction to this is pretty straightforward: I think it’s dumb and it sucks.&#8221;</p>
<p><strong>Update</strong> 01.02., 07:45h: Amazon hat mit einer in einer offiziellen <a href="http://www.amazon.com/tag/kindle/forum/ref=cm_cd_fp_ef_tft_tp?_encoding=UTF8&amp;cdForum=Fx1D7SY3BVSESG&amp;cdThread=Tx2MEGQWTNGIMHV" target="_blank">Mitteilung </a>an seine Kunden einen R&#252;ckzieher gemacht und k&#252;ndigt an, auf Macmillans Forderung einzugehen:</p>
<blockquote><p>&#8220;We want you to know that ultimately, however, we will have to capitulate and accept Macmillan&#8217;s terms because Macmillan has a monopoly over their own titles, and we will want to offer them to you even at prices we believe are needlessly high for e-books. Amazon customers will at that point decide for themselves whether they believe it&#8217;s reasonable to pay $14.99 for a bestselling e-book.&#8221;</p></blockquote>
<p>F&#252;r Macmillan und andere Verlage ist es nicht ungef&#228;hrlich, dass Amazon den Ball an die Verbraucher weitergibt. Unter diesen gibt es, wie GalleyCat am Sonnabend <a href="http://www.mediabistro.com/galleycat/bookselling/amazon_customers_continue_to_boycott_kindle_books_priced_higher_than_999_150530.asp" target="_blank">berichtete</a>, bereits eine Front gegen die Preisw&#252;nsche der Verlage.</p>
<p>Mit seiner Stellungnahme ruft Amazon die Verbraucher nicht explizit zum Boykott auf (was unter US-Recht strafbar w&#228;re). Die Tendenz ist aber unmissverst&#228;ndlich. Es wird spannend, ob sich der Konflikt zwischen Amazon und den Verlagen nun als Konflikt zwischen eBook-K&#228;ufern und Verlagen fortsetzen wird. Die Bef&#252;rchtung, dass Piraterie die gr&#246;&#223;te Bedrohung f&#252;r Verleger digitaler B&#252;cher darstellt, k&#246;nnte sich doch noch als hochaktuell erweisen: Dann n&#228;mlich, wenn sich die Buchk&#228;ufer in Scharen der Piraterie zuwenden, um die Verlage f&#252;r eine in ihren Augen ungerechte Preisgestaltung zu strafen.</p>
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		<title>Google Editions: Erste offizielle Informationen</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Dec 2009 15:25:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Google hat die ersten detaillierten Informationen &#252;ber sein geplantes Programm Google Editions bereitgestellt. Mit Google Editions will der Internetkonzern vom kommenden Jahr an in Zusammenarbeit mit Verlagen digitale B&#252;cher zum Kauf anbieten.  In einem &#8220;Getting Started With Google Editions&#8221; betitelten Artikel auf den offiziellen Hilfeseiten zu Google Booksearch werden den kooperierenden Verlagen nun die Einstellm&#246;glichkeiten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Google hat die ersten detaillierten <a href="http://books.google.com/support/partner/bin/answer.py?answer=167975" target="_blank">Informationen</a> &#252;ber sein geplantes Programm Google Editions bereitgestellt. Mit Google Editions will der Internetkonzern vom kommenden Jahr an in Zusammenarbeit mit Verlagen digitale B&#252;cher zum Kauf anbieten.  In einem &#8220;<a href="http://books.google.com/support/partner/bin/answer.py?answer=167975" target="_blank">Getting Started With Google Editions</a>&#8221; betitelten Artikel auf den offiziellen Hilfeseiten zu Google Booksearch werden den kooperierenden Verlagen nun die Einstellm&#246;glichkeiten vorgestellt, mit denen sie festlegen k&#246;nnen, welche Titel sie zu welchen Konditionen als &#8216;Google Edition&#8217; anbieten m&#246;chten.<span id="more-642"></span></p>
<p>Im Juli dieses Jahres hatte Google das Projekt <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/googles_vision_for_the_future_of_google_books_eboo.php" target="_blank">skizziert</a>, auf der Tools of Change-Konferenz im Frankfurt im Oktober dann etwas genauer <a href="../../2009/10/google-wird-buchhaendler/" target="_blank">ausgemalt</a>. Wie bei beiden Anl&#228;ssen beschrieben, sollen die Nutzer von Google Editions wie bei Google Booksearch die M&#246;glichkeit haben, ins angebotene Buch hinein zu schauen. Zus&#228;tzlich k&#246;nnen sie den Titel jedoch als digitales Buch erwerben. Dabei wird allerdings nicht ein Dokument gekauft, sondern lediglich ein Zugang zum digitalen Buch. Ein Download findet also nicht statt, das Buch bleibt &#8216;in the cloud&#8217; und wird lokal nur im Cache gespeichert. Google beschreibt dies wie folgt:</p>
<blockquote><p>&#8220;After purchase, the book will live in the consumer&#8217;s online bookshelf, available to be accessed and read on most devices with internet access and a web browser; as well as on supported partner devices (to be announced during our public launch).&#8221;</p></blockquote>
<p>Ohne Internetzugang und einen lauff&#228;higen Browser ist die Benutzung von Google Editions also nicht m&#246;glich. Angesichts der Tatsache, dass nicht alle auf dem Markt verf&#252;gbaren eReader diesen bieten oder nur &#8216;experimentelle&#8217; Browser besitzen, ist dies eine Information von einiger Tragweite. Hinsichtlich der Hardware macht neugierig, was Google in Klammern ank&#252;ndigt: Welche Ger&#228;te werden die &#8220;supported partner devices&#8221; sein? (Ich w&#252;rde einiges wetten, dass das Google Handy dazugeh&#246;ren wird. Auf Amazons Kindle w&#252;rde ich angesichts der Auseinandersetzung, die sich beide Konzerne bei der Diskussion &#252;ber das Book Settlement geleistet haben, dagegen nicht setzen).</p>
<p>Verlage und Rechteinhaber, die bereits am Partner Programm von Google Books teilnehmen, k&#246;nnen nun in ihrem Partner Program Account festlegen, ob sie ihre bei Google Books eingestellten B&#252;cher &#252;ber Google Editions verkaufen wollen. Dazu m&#252;ssen sie allerdings einem Vertragszusatz (&#8220;<a href="https://books.google.com/partner/online-ge-terms" target="_blank">Google Editions Addendum</a>&#8220;) zustimmen.</p>
<p>Auch die Konditionen, wie etwa die Preisgestaltung der &#252;ber Google Editions angebotenen B&#252;cher, k&#246;nnen dort eingestellt werden. Als Grundeinstellung schl&#228;gt Google einen Preis in H&#246;he von 80% der g&#252;nstigsten Printausgabe des betreffenden Titels vor. Abweichungen davon sind m&#246;glich. Preisen, die &#252;ber denen der gedruckten Ausgabe liegen, schiebt Google allerdings einen Riegel vor:</p>
<blockquote><p>&#8220;Unless you specify otherwise, the default price is set at 80% of the lowest list price of the print book upon which the Google Edition is based. [...] Please note that we do not allow partners to set a list price higher than 100% of the lowest print price.&#8221;</p></blockquote>
<p>Bez&#252;glich der Preisgestaltung &#252;bt Google schon in diesen ersten offiziellen Informationen einen sanften argumentatorischen Druck auf die kooperierenden Verlage aus: Man m&#246;ge doch bedenken, dass ein als &#8216;Google Edition&#8217; verkauftes Buch vom Endkunden als weniger werthaltig empfunden werden w&#252;rde als Printausgaben (&#8220;We encourage you to consider the perceived value of the Google Editions of your titles for users and set prices accordingly.&#8221;). Dieser Aufruf, die Preise vom Kunden her zu denken, ist angesichts der anhaltenden <a href="http://bewegliche-lettern.de/tag/pricing/" target="_blank">Debatten</a> &#252;ber die Preisgestaltung von Ebooks bestimmt nicht &#252;berfl&#252;ssig.</p>
<p>Google beh&#228;lt sich das Recht vor, die bei Google Editions angeboteten B&#252;cher ohne R&#252;cksprache mit den Kooperationspartnern zu rabattieren. Auch bei einem Preisnachlass werden die Kooperationspartner allerdings verg&#252;tet, als w&#228;re das Buch zum Listenpreis verkauft worden. Dar&#252;ber hinaus beh&#228;lt sich Google vor, selbst dar&#252;ber zu entscheiden, ob es die von den Kooperationspartnern zum Verkauf freigegebenen B&#252;cher tats&#228;chlich verkauft.</p>
<p>Interessant, und meiner Ansicht nach wegweisend, ist die M&#246;glichkeit, die &#8216;Google Edition&#8217; eines Titels mit einer Druckausgabe zu koppeln und beides im &#8220;B&#252;ndel&#8221; zu verkaufen. F&#252;r solche B&#252;ndelangebote k&#246;nnen die Partnerverlage abweichende Preise angeben:</p>
<blockquote><p>&#8220;Retailers may choose to sell your Google Editions book in a bundle with the print copy. This setting allows you to specify the percentage of the Google Editions list price that you would like to charge when the print and digital editions are sold together. For example, if you are selling a Google Edition for $15, you may decide that a customer making a print edition purchase from an online retailer will be willing to pay an additional $4.50 on top of the print edition purchase price to receive the digital edition as well. If so, you will want to enter &#8220;30%&#8221; into this field.&#8221;</p></blockquote>
<p>Google stellt den kooperierenden Verlagen frei, ob sie die auf Google Editions eingestellen B&#252;cher mit einen Digitalen Rechtemanagement (DRM) sch&#252;tzen wollen oder nicht. Google Editions plane, das DRM-System ACS4 von Adobe zu unterst&#252;tzen. Auch der Umfang, in dem die Endkunden in den als Google Edition gekauften B&#252;chern mit Copy &amp; Paste arbeiten oder das Buch ausdrucken k&#246;nnen, kann von den Partnerverlagen festgelegt werden.</p>
<p>(via <a href="http://www.mobileread.com/forums/showthread.php?t=66004&amp;utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+mr%2Ffront+%28MobileRead+Frontpage%29" target="_blank">mobileread</a>)</p>
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		<title>Verlage verz&#246;gern Ebooks, verzichten auf Kunden</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Dec 2009 06:59:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
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		<description><![CDATA[Nach Simon &#38; Schuster und Hachette hat mit Harper Collins eine dritte Verlagsgruppe angek&#252;ndigt, Ebook-Ausgaben erst mit einigen Monaten Verz&#246;gerung nach der Hardcover-Ausgabe auf den Markt zu bringen. Ziel dieser Strategie ist, die hohen Preise f&#252;r Hardcover-Ausgaben (im Schnitt $27) vor der Konkurrenz durch die von Amazon f&#252;r $9,99 angebotenen digitalen Ausgaben zu sch&#252;tzen. Den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach Simon &amp; Schuster und Hachette hat mit Harper Collins eine dritte Verlagsgruppe <a href="http://www.engadget.com/2009/12/11/harpercollins-now-also-thumbing-nose-at-e-book-industry-with-dig/" target="_blank">angek&#252;ndigt</a>, Ebook-Ausgaben erst mit einigen Monaten Verz&#246;gerung nach der Hardcover-Ausgabe auf den Markt zu bringen. Ziel dieser Strategie ist, die hohen Preise f&#252;r Hardcover-Ausgaben (im <a href="http://www.boersenblatt.net/350134/" target="_blank">Schnitt</a> $27) vor der Konkurrenz durch die von Amazon f&#252;r $9,99 angebotenen digitalen Ausgaben zu sch&#252;tzen. Den Erwartungen der Leser schl&#228;gt das ins Gesicht. Keine gute Idee auf einem Markt, in dem die Verbraucher zusehends st&#228;rker werden.<span id="more-603"></span></p>
<p>Carolyn Reidy von Simon &amp; Schuster <a href="http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704825504574584372263227740.html?mod=googlenews_wsj" target="_blank">r&#228;umte</a> dem Wall Street Journal gegen&#252;ber ein, dass die Verz&#246;gerungstaktik bei den Verbrauchern vermutlich auf wenig Gegenliebe sto&#223;en wird. Aber man m&#252;sse jetzt handeln, um schlechte Gewohnheiten gar nicht erst einrei&#223;en zu lassen:</p>
<blockquote><p>&#8220;We believe some people will be disappointed. But with new [electronic] readers coming and sales booming, we need to do this now, before the installed base of e-book reading devices gets to a size where doing it would be impossible.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wer die Erwartungen seiner Kunden nicht erf&#252;llen, sondern sie ihnen abgew&#246;hnen will, muss sich nicht wundern, wenn sich diese nach Alternativen umsehen. Etwa indem sie ganz auf die Lekt&#252;re der verz&#246;gerten Titel verzichten oder sich auf andere Weise Zugang zu dem verschaffen, was ihnen willk&#252;rlich vorenthalten wird. <a href="http://ebooktest.wordpress.com/2009/12/09/how-book-publishing-will-lose-ebooks-vs-smart-digital-books/ " target="_blank">Mike Cane</a> verdeutlicht, dass die digitale Verweigerungshaltung schon in der Vergangenheit nach hinten losgegangen ist:</p>
<blockquote><p>&#8220;Let’s see … not a single Harry Potter book has been released in electronic format. Yet is every Harry Potter book available in every electronic format? Yes.  All you’re doing with this delay is saying: &#8216;Hey, kids! Rev up your scanners and bleed our writers to death!&#8217;&#8221;</p></blockquote>
<p>In einem differenzierten Beitrag verdeutlicht <a href="http://bookseller-association.blogspot.com/2009/12/so-whats-wrong-with-999.html" target="_blank">Martyn Daniels</a>, dass die Verlage noch nicht begriffen haben, dass ihre Position gegen&#252;ber den Verbrauchern durch den Medienwandel geschw&#228;cht ist:</p>
<blockquote><p>&#8220;The reality is that the power in the digital channel is clearly shifting away from the publisher and moving upstream to the author and downstream to the consumer.&#8221;</p></blockquote>
<p>Daniels erinnert zurecht daran, wie die Musikindustrie mit dem Aufkommen der CD &#252;berh&#246;hte Preise durchgesetzt hat. Und damit den Boden f&#252;r das P2P-Sharing legte, in dem die Verbraucher einander gegenseitig mit dem digitalen Gut versorgten und die Verwerterindustrien ausblendeten.</p>
<p>Weil die digitale Ware keinen Unterschied zwischen Original und Kopie kennt, ver&#228;ndert sich auch das Machtgef&#252;ge zwischen Verwerterindustrie und Verbrauchern: Denn die Verwerterindustrien k&#246;nnen nicht mehr von der Knappheit ihres Gutes profitieren. Was digital ist, kann nicht knapp sein: Es ist virtuell immer unendlich oft in gleicher Qualit&#228;t vorhanden. Wer sich da als Gatekeeper aufspielt, wirkt ein bisschen anachronistisch.</p>
<p>Wenn sich die Verwerterindustrien also nicht abschaffen wollen, sollten sie die Verbraucher als Verb&#252;ndete sehen. Wer verkaufen will, muss freundlich sein. Die Piraterie im Film- und Musikgesch&#228;ft verdankt sich nicht zuletzt auch dem schlechten Ruf, den sich diese Branchen &#252;ber Jahre erarbeitet haben.</p>
<p>Wie aber ist das Preisproblem zu l&#246;sen? Man wird den Verbrauchern nicht verst&#228;ndlich machen k&#246;nnen, dass eine digitale Ausgabe auch nur ann&#228;hernd so viel kosten soll wie ein gedrucktes Buch: Nicht nur, weil der Herstellungs-, Lagerungs- und Verteilungsaufwand so sichtbar geringer ist als bei einem physischen Produkt. Sondern auch, weil der Verbraucher weniger bekommt: Nichts was er antiquarisch weiterverkaufen k&#246;nnte, nichts was er ausleihen k&#246;nnte, nichts was er ohne erhebliche Vorab-Investition in die Hardware nutzen k&#246;nnte.</p>
<p>Wenn sich Ebooks f&#252;r $9,99 tats&#228;chlich nicht rechnen, m&#252;ssen die Verlage eben Ebooks anbieten, die einen h&#246;heren Preis rechtfertigen. Etwa, indem sie die M&#246;glichkeiten ihres digitalen Mediums ausnutzen und dadurch &#8211; sei&#8217;s multimedial, sei&#8217;s interaktiv &#8211; Mehrwert herstellen, der den Verbrauchern einleuchtet. In Martyn Daniels Worten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Assuming ebooks sold cheap are going to kill off more expensive physical renditions isn’t a reason not to release them, but a reason to make them different.&#8221;</p></blockquote>
<p>Eine andere M&#246;glichkeit w&#228;re, dass sich die Verlage zus&#228;tzlich zum Verkauf ihrer Produkte Einnahmen verschaffen. &#8211; Etwa durch Veranstaltungen oder durch das Einwerben von Sponsoring. Andere Kultureinrichtungen, etwa Museen, Orchester und Theater, haben ja gut funktionierende und finanzstarke &#8216;Freundeskreise&#8217;. Warum nicht auch Verlage? Auch dazu m&#252;ssen sie zu ihren Lesern allerdings freundlich sein.</p>
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		<title>Content kann man nicht verkaufen: Paul Graham &#252;ber &#8220;Post-Medium Publishing&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Sep 2009 12:43:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Graham]]></category>
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		<description><![CDATA[Wir haben nie f&#252;r Content bezahlt, sondern immer nur f&#252;rs Medium, ist sich der Programmierer, Essayist und Risikokapitalgeber Paul Graham sicher. Damit greift er eine der Grundbehauptungen – aus seiner Sicht wohl eher: Lebensl&#252;gen – der Verwerterindustrien an. Die Belege, die er daf&#252;r in seinem neuesten Essay &#8220;Post-Medium Publishing&#8221; vorbringt, sind griffig.  So fragt er: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben nie f&#252;r Content bezahlt, sondern immer nur f&#252;rs Medium, ist sich der Programmierer, Essayist und Risikokapitalgeber <a href="http://www.paulgraham.com/bio.html" target="_blank">Paul Graham</a> sicher. Damit greift er eine der Grundbehauptungen – aus seiner Sicht wohl eher: Lebensl&#252;gen – der Verwerterindustrien an. Die Belege, die er daf&#252;r in seinem neuesten Essay &#8220;<a href="http://www.paulgraham.com/publishing.html" target="_blank">Post-Medium Publishing</a>&#8221; vorbringt, sind griffig. <span id="more-456"></span></p>
<p>So fragt er: &#8220;Wenn es den Verwertern darum ging, Content zu verkaufen, warum war der Preis von B&#252;chern, Musik oder Filmen dann zumeist vor allem vom Format abh&#228;ngig? Warum hat dann besserer Content nicht mehr gekostet?&#8221; Gerade mit Blick auf die Preisgestaltung der Buchindustrie, die denselben Inhalt als Hardcover und als Paperback zu verschiedenen Preisen anbietet, hat Grahams Einwand einige &#220;berzeugungskraft:</p>
<blockquote><p>&#8220;Almost every form of publishing has been organized as if the medium was what they were selling, and the content was irrelevant. Book publishers, for example, set prices based on the cost of producing and distributing books. They treat the words printed in the book the same way a textile manufacturer treats the patterns printed on its fabrics.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Digitalisierung f&#252;hrt dazu, dass der physische Datentr&#228;ger verzichtbar wird. Damit verlieren die Verwerterindustrien ihr Produkt, glaubt Graham. Ihr Mantra, wie zuvor den Datentr&#228;ger nun den Content verkaufen zu k&#246;nnen, h&#228;lt er f&#252;r unglaubw&#252;rdig. Selbst iTunes verkaufe nicht eigentlich Content, sondern erhebe lediglich eine Art Geb&#252;hr f&#252;r den unkomplizierten Zugang zu ihm.</p>
<p>Die Interessen eines Distributors wie iTunes sind von denen der Verwerterindustrie deutlich unterschieden – etwa dadurch, dass er die Preise stets &#8220;unterhalb der Wahrnehmbarkeitsschwelle&#8221; halten m&#252;sse. – Dasselbe Modell zeichnet sich nach Paul Grahams Ansicht f&#252;r eBooks ab:</p>
<blockquote><p>&#8220;The situation is much the same with digital books. Whoever controls the device sets the terms. It&#8217;s in their interest for content to be as cheap as possible, and since they own the channel, there&#8217;s a lot they can do to drive prices down. Prices will fall even further once writers realize they don&#8217;t need publishers. Getting a book printed and distributed is a daunting prospect for a writer, but most can upload a file.&#8221;</p></blockquote>
<p>Was bedeutet das f&#252;r die Zukunft der Verwerter? Graham bietet keine umfassende Vision, sondern spricht Nischenl&#246;sungen an: Da, wo man mit Informationen Geld verdienen kann, wird f&#252;r sie auch weiterhin bezahlt werden – etwa f&#252;r B&#246;rsentipps. Und da, wo das physische Medium eine hohe Attraktivit&#228;t hat, wird auch weiterhin f&#252;r dieses bezahlt werden: Zum Beispiel f&#252;r aufwendig hergestellte gedruckte B&#252;cher und f&#252;r Hochglanzzeitschriften.</p>
<p>F&#252;r den gro&#223;en Restbereich – diejenigen B&#252;cher, die man nicht gedruckt im Regal stehen haben will, die Musik, auf deren physischen Datentr&#228;ger man leicht verzichten kann, hat er keinen Masterplan. Seine Ideen dazu erinnern an Kevin Kellys Thesen aus &#8220;<a href="../../2009/08/kevin-kelly-besser-als-kostenlos-better-than-free/" target="_blank">Besser als kostenlos</a>&#8220;. &#8211; Ob man darauf ein &#8220;content business&#8221; aufbauen kann, ist f&#252;r Graham aber unklar.</p>
<p>Wie auch Tim Renner, der seinem wichtigen Buch &#252;ber die Zukunft der Medienindustrie den Titel &#8220;<a href="http://www.rogner-bernhard.de/titles/show/425" target="_blank">Kinder, der Tod ist gar nicht so schlimm</a>&#8220;   gegeben hat, betont Paul Graham allerdings vor allem die Chancen dieser Situation:</p>
<blockquote><p>&#8220;I don&#8217;t know exactly what the future will look like, but I&#8217;m not too worried about it. This sort of change tends to create as many good things as it kills. Indeed, the really interesting question is not what will happen to existing forms, but what new forms will appear.&#8221;</p></blockquote>
<p>(via <a href="http://twitter.com/dvg" target="_blank">@dvg</a>)</p>
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		<title>Lesenswert: J&#246;rg Gerschlauer fordert Enthusiasmus f&#252;r E-Books</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2009 10:18:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[DRM]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Gerschlauer]]></category>
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		<category><![CDATA[MVB]]></category>
		<category><![CDATA[Pricing]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Diskussionen &#252;ber DRM und die Preisgestaltung von E-Books sind notwendig und wichtig, meint J&#246;rg Gerschlauer, Vertriebsleiter des MVB (zu dem auf die E-Book-Plattform libreka geh&#246;rt), in einem Diskussionsbeitrag auf der Website des B&#246;rsenblatts. Wichtiger w&#228;re aber f&#252;r die Branche, die Besch&#228;ftigung mit E-Books nicht als Pflicht&#252;bung zu verstehen, sondern ein wenig Enthusiasmus f&#252;r die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Diskussionen &#252;ber DRM und die Preisgestaltung von E-Books sind notwendig und wichtig, meint J&#246;rg Gerschlauer, Vertriebsleiter des <a href="http://www.mvb-online.de/" target="_blank">MVB</a> (zu dem auf die E-Book-Plattform <a href="http://www.libreka.de/" target="_blank">libreka</a> geh&#246;rt), in einem <a href="http://www.boersenblatt.net/332394/" target="_blank">Diskussionsbeitrag</a> auf der Website des B&#246;rsenblatts. Wichtiger w&#228;re aber f&#252;r die Branche, die Besch&#228;ftigung mit E-Books nicht als Pflicht&#252;bung zu verstehen, sondern ein wenig Enthusiasmus f&#252;r die neue Technologie und die mit ihr verbundenen Chancen (und Fragen) aufzubringen:<span id="more-308"></span></p>
<blockquote><p>&#8220;Der entscheidende Punkt ist doch, dass wir – und damit meine ich die gesamte Branche – eine gr&#246;&#223;ere Lust aufs E-Book erzeugen m&#252;ssen. Und dazu brauchen wir sie in allererster Linie bei uns selbst. Damit meine ich kein Abspulen eines Pflichtprogramms […], sondern die Art von Enthusiasmus und Entdeckerfreude, die sich auch davon nicht entmutigen l&#228;sst, dass auf absehbare Zeit wohl (noch) niemand mit E-Books allein reich und ber&#252;hmt wird.&#8221;</p></blockquote>
<p>Tats&#228;chlich: Wenn die Branche gegen&#252;ber den Konsumenten vor allem als Spa&#223;bremse auftritt, wird das ihrem Ansehen nicht gut tun. Der m&#228;chtige Verband der amerikanischen Musikindustrie <a href="http://www.riaa.org/ " target="_blank">RIAA</a> macht vor, wie man sich als Branche unbeliebt macht, wenn man neuen Technologien, denen die Verbraucher offener gegen&#252;berstehen als man selbst, vor allem mit &#196;ngsten und Restriktionen begegnet. <a href="http://arstechnica.com/tech-policy/news/2009/07/big-content-ridiculous-to-expect-drmed-music-to-work-forever.ars" target="_blank">Arrogante &#196;u&#223;erungen</a> von Branchenvertretern k&#246;nnen ja geradezu Lust auf Piraterie machen.</p>
<p>Sauert&#246;pfisches Auftreten und bremsende Bedenkentr&#228;gerei, wie sie in der deutschen Buchindustrie bei E-Book-Themen leider verbreitet sind, ebenso. Insofern t&#228;te sich die deutsche Buchbranche mit einer offeneren, positiveren Haltung zur technologischen Innovation tats&#228;chlich selbst einen Gefallen: Wer will, dass die Verbraucher Kunden bleiben, muss freundlich und offen auftreten.</p>
<p>Wie sehr Gerschlauer da allerdings pro domo argumentieren muss, zeigt die doch recht missgelaunte &#220;berschrift, unter die die B&#246;rsenblattredaktion (eh nicht die Vorhut des Technologieoptimismus) seinen wichtigen Beitrag gestellt hat: &#8220;Operation gelungen, Patient tot&#8221; – Klingt nicht nur positiv, sondern ist zudem originell.</p>
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		<title>Lesenswert: E-Book-Preise &#8220;eine Beleidigung&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 09:36:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[Pricing]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt sie, die innovationsfreudigen, experimentoffenen Ans&#228;tze zum Medienwandel in Gutenbergs Welt. Nur gibt es sie leider bisher vor allem au&#223;erhalb der deutschsprachigen Verlagslandschaft. W&#228;hrend hier alle so ziemlich denselben Kanon singen, hat auf der Insel einer den Mut zum Solo: Wer f&#252;r E-Books die gleichen Preise wie f&#252;r gedruckte B&#252;cher verlangt, beleidigt seine K&#228;ufer, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt sie, die innovationsfreudigen, experimentoffenen Ans&#228;tze zum Medienwandel in Gutenbergs Welt. Nur gibt es sie leider bisher vor allem au&#223;erhalb der deutschsprachigen Verlagslandschaft. W&#228;hrend hier alle so ziemlich denselben Kanon singen, hat auf der Insel einer den Mut zum Solo:<span id="more-28"></span></p>
<p>Wer f&#252;r E-Books die gleichen Preise wie f&#252;r gedruckte B&#252;cher verlangt, beleidigt seine K&#228;ufer, findet <a href="http://www.harpercollins.co.uk/about-harpercollins/Imprints/the-friday-project/Pages/The-Friday-Project.aspx" target="_blank">The Friday Project</a>-Verleger Scott Pack. Das berichtet Catherine Neilan in einem kurzen <a href="http://www.thebookseller.com/news/89945-publishers-insulting-readers-over-e-book-prices.html.rss" target="_blank">Artikel</a> f&#252;r The Bookseller:</p>
<blockquote><p>&#8216;We are kidding ourselves if we think we can charge the same for an e-book as we do for a print copy,&#8217; he said. &#8216;Most ridiculous of all is charging the same as a hardback &#8211; we are insulting our audience to do that. If, and they will, e-books start to encroach on print sales, we have to find another way of dealing with that.&#8217;</p></blockquote>
<p>Gleichzeitig experimientiert The Friday Project offenbar recht erfolgreich mit alternativen Urheberrechtsmodellen. Ein k&#252;rzlich ver&#246;ffentlichter Band (mit dem ansprechenden Titel <a href="http://www.harpercollins.co.uk/Our_Titles/Pages/Home.aspx?objID=47501" target="_blank">Blood, Sweat and Tea</a>) erschien auf Betreiben seines Autors <a href="http://randomreality.blogware.com/blog/_archives/2006/8/20/2249367.html" target="_blank">Tom Reynolds</a> unter Creative Commons Lizenz. Das habe eine gro&#223;e Mundpropaganda ausgel&#246;st, die k&#252;nftigen Ver&#246;ffentlichungen zugute kommen werde, hofft Scott Pack. Generell sieht Pack in der Gratisver&#246;ffentlichung von E-Books eine M&#246;glichkeit, Aufmerksamkeit zu erzeugen &#8211; vor allem f&#252;r deb&#252;tierende Autoren. In nachfolgenden Publikationen, die unter den traditionellen Copyright-Regeln ver&#246;ffentlicht werden, soll diese Aufmerksamkeit dann in Geld umgem&#252;nzt werden.</p>
<p>&#220;brigens scheint die <a href="http://www.thefridayproject.co.uk/books/bst/cc.php" target="_blank">Downloadseite</a> f&#252;r das unter CC-Lizenz stehende Buch nicht mehr zu funktionieren. Daf&#252;r werben sowohl der Autor auf seinem <a href="http://randomreality.blogware.com/blog" target="_self">Blog</a> als auch der Verlag auf seiner Website f&#252;r die gedruckte Ausgabe zum Preis von £7,99. Aber bestimmt gibt&#8217;s die CC-Version noch auf irgendwelchen Torrents in Nachbarschaft mit streng illegalen Angeboten. Schade, dass der Leser so weiter daran gew&#246;hnt wird, seine Ware in der Grauzone zu beziehen, anstatt dass ihm der Verlag eine eigene propere Downloadm&#246;glichkeit gibt.</p>
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