<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>bewegliche lettern &#187; Neue Front gegen Google Books: Fotografenverbände reichen Klage ein &#8211; bewegliche lettern</title>
	<atom:link href="http://bewegliche-lettern.de/tag/google-book-settlement/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://bewegliche-lettern.de</link>
	<description>medienwandel in gutenbergs welt</description>
	<lastBuildDate>Sun, 14 Nov 2010 18:51:06 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
<xhtml:meta xmlns:xhtml="http://www.w3.org/1999/xhtml" name="robots" content="noindex" />
<cloud domain='bewegliche-lettern.de' port='80' path='/?rsscloud=notify' registerProcedure='' protocol='http-post' />
		<item>
		<title>Neue Front gegen Google Books: Fotografenverbände reichen Klage ein</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2010/04/neue-front-gegen-google-books-fotografenverbaende-reichen-klage-ein/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2010/04/neue-front-gegen-google-books-fotografenverbaende-reichen-klage-ein/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 10:08:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Book Settlement]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bewegliche-lettern.de/?p=802</guid>
		<description><![CDATA[Googles großangelegtes Buchscan-Projekt Google Books sieht sich mit einer neuen Klage konfrontiert. Drei Jahre nach US-amerikanischen Verleger- und Autorenverbänden hat nun, wie Mashable berichtet auch ein amerikanischer Fotografenverband eine Sammelklage gegen den Internetkonzern angekündigt. Die American Society of Media Photographers (ASMP) teilte gestern in einer Presseerklärung mit, dass sie gemeinsam mit weiteren Fotografenverbänden eine Class [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Googles großangelegtes Buchscan-Projekt <a href="http://books.google.com/googlebooks/library.html">Google Books</a> sieht sich mit einer neuen Klage konfrontiert. Drei Jahre nach US-amerikanischen Verleger- und Autorenverbänden hat nun, wie <a href="http://mashable.com/2010/04/07/google-books-photographers/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Mashable+%28Mashable%29" target="_blank">Mashable</a> berichtet auch ein amerikanischer Fotografenverband eine Sammelklage gegen den Internetkonzern angekündigt. <span id="more-802"></span></p>
<p>Die American Society of Media Photographers (<a href="http://asmp.org/links/24" target="_blank">ASMP</a>) teilte gestern in einer <a href="http://asmp.org/articles/press-release-10-04-07.html" target="_blank">Presseerklärung</a> mit, dass sie gemeinsam mit weiteren Fotografenverbänden eine Class Action Lawsuit gegen Google eingereicht hat. Ihrer Auffassung nach übergeht Google beim Abscannen und Online-Veröffentlichen von Büchern die Rechte professioneller Fotografen.</p>
<p>Der Erklärung der ASMP zufolge reagieren die Verbände mit ihrer Klage darauf, dass ihnen gerichtlich verweigert worden sei, sich der bestehenden Sammelklage von Autoren und Verlagen anzuschließen (die zu den seit geraumer Zeit andauernden Verhandlungen über das <a href="http://bewegliche-lettern.de/tag/google-book-settlement/" target="_blank">Google Book Settlement</a> führte). Im Kern geht es um urheberrechtlich geschützte fotografische Werke, die Teil der von Google eingescannten Bücher sind. Die Klage der Fotografen geht jedoch über Googles Bibliotheksprojekt hinaus und bezieht sich auch auf weitere Bilderdienste des Unternehmens aus Mountainview (vermutlich ist die <a href="http://images.google.de/" target="_blank">Google Bildsuche</a> gemeint).</p>
<blockquote><p>&#8220;ASMP and the other trade associations, representing thousands of members, decided to file the class action after the Court denied their request to join the currently pending $125 million class action that had previously been filed primarily on behalf of text authors in connection with the Google Library Project. The new class action goes beyond Google’s Library Project, and includes Google’s other systematic and pervasive infringements of the rights of photographers, illustrators and other visual artists.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wenn die Klage vor Gericht akzeptiert wird, ist damit zu rechnen, dass der weiterhin andauernden unendlichen Geschichte über das mit Verlagen und Autoren ausgehandelte Book Search Settlement ein Sequel folgen wird.</p>
<p>(via <a href="http://mashable.com/2010/04/07/google-books-photographers/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Mashable+%28Mashable%29" target="_blank">Mashable</a>)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bewegliche-lettern.de/2010/04/neue-front-gegen-google-books-fotografenverbaende-reichen-klage-ein/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Nachgerechnet: Das &#8220;Jahrhundertprojekt&#8221; Deutsche Digitale Bibliothek</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/12/nachgerechnet-das-jahrhundertprojekt-deutsche-digitale-bibliothek/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2009/12/nachgerechnet-das-jahrhundertprojekt-deutsche-digitale-bibliothek/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 00:05:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Bernd Neumann]]></category>
		<category><![CDATA[Bibliotheken]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Digitale Bibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Google Book Settlement]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bewegliche-lettern.de/?p=586</guid>
		<description><![CDATA[Als &#8220;Jahrhundertprojekt&#8221; hat der Staatsminister für Kultur und Medien Bernd Neumann die vor wenigen Tagen avisierte &#8220;Deutsche Digitale Bibliothek&#8221; (DDB) bezeichnet. Wer nachrechnet, stellt fest: Der Mann hat Recht. Schade, dass wir in hundert Jahren nicht mehr leben werden, um die DDB in Vollendung zu sehen. Die Proteste von Börsenverein, Justizministerium und Kanzlerin gegen das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als &#8220;<a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1272/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2009/12/2009-12-02-bkm-deutsche-digitale-bibliothek.html">Jahrhundertprojekt</a>&#8221; hat der Staatsminister für Kultur und Medien Bernd Neumann die vor wenigen Tagen avisierte &#8220;<a href="http://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/index.htm">Deutsche Digitale Bibliothek</a>&#8221; (DDB) bezeichnet. Wer nachrechnet, stellt fest: Der Mann hat Recht. Schade, dass wir in hundert Jahren nicht mehr leben werden, um die DDB in Vollendung zu sehen. <span id="more-586"></span></p>
<p>Die Proteste von <a href="http://www.golem.de/0909/69496.html">Börsenverein</a>, <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundesregierung-lehnt-google-vergleich-ab;2451876">Justizministerium</a> und <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,654455,00.html">Kanzlerin</a> gegen das Google Book Settlement sind erhört worden. In seiner überarbeiteten Version sieht der Einigungsvertrag zwischen US-amerikanischen Verleger- und Autorenverbänden auf der einen und Google auf der anderen Seite vor, dass nur noch Bücher, die in den USA urheberrechtlich registriert oder in Kanada, Australien oder Großbritannien erschienen sind, in Googles digitale Bibliothek aufgenommen werden dürfen. Deutschsprachige Bücher bleiben also im großen und ganzen außen vor. Dem bestehenden Urheberrecht ist Genüge getan, und man darf hierzulande noch ein wenig im 20. Jahrhundert leben: Wer lesen will, möge sich in den Lesesaal bequemen, wer Texte suchen will, möge den OPAC-Terminal benutzen, und wer Texte durchsuchen will, möge, nun ja, Seiten umblättern.</p>
<p>Doch die nun annoncierte öffentliche Digitaloffensive DDB weckt die Hoffnung, dass das Wissen des Papierzeitalters doch noch für unsere digitale Gegenwart und Zukunft zugänglich wird. Die Regierung will sich nicht länger von einem Internetkonzern vormachen lassen, wie&#8217;s geht. Von Mitte 2011 an wird nun selbst digitalisiert: Die DDB <a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1272/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2009/12/2009-12-02-bkm-deutsche-digitale-bibliothek.html">soll</a> über ein zentrales Portal die Bestände von über 30.000 öffentlichen Einrichtungen online verfügbar machen. Damit will die Bundesregierung ihren Teil zum EU-Bibliotheksprojekt <a href="http://www.europeana.eu/portal/">Europeana</a> leisten. In vielleicht gar nicht allzu ferner Zukunft wird man dort also vielleicht sogar Texte von so entlegenen Autoren wie <a href="http://europeana.eu/portal/brief-doc.html?query=Franz%20kafka&amp;qf=TYPE:TEXT&amp;tab=text&amp;view=table">Franz Kafka</a> finden.</p>
<p>Eine weitere Nachricht, mit der der BKM erfreut, ist, dass die DDB im Gegensatz zum privatwirtschaftlichen US-Vorbild die Autoren und Verleger der zu digitalisierenden Werke konsultieren will, bevor digitalisiert wird. Die bemerkenswerte Effektivität von Googles Buchprojekt – im Oktober dieses Jahres lag die Zahl der bei Google Books verfügbaren Bücher Sergey Brin <a href="http://www.nytimes.com/2009/10/09/opinion/09brin.html?_r=1">zufolge</a> bereits bei 10 Millionen – liegt zum Teil auch daran, dass Google sich den äußerst zeit- und kostenintensiven Arbeitsschritt der Suche nach und Abstimmung mit den Rechteinhabern spart. Die öffentliche Hand kann sich einen so großzügigen Umgang mit urheberrechtlichen Bestimmungen natürlich nicht erlauben. &#8220;Im Unterschied zu Google werden bei der DDB die Rechte-Inhaber zuerst gefragt und dann wird gehandelt – dokumentiert und jederzeit nachvollziehbar&#8221;, betont Neumann.</p>
<p>Google äußert sich nicht konkret über den Umfang seines Investments in das Projekt, dem die DDB Konkurrenz machen will. <a href="http://news.cnet.com/8301-30684_3-10321371-265.html">Schätzungen</a> gehen aber davon aus, dass der Internetkonzern bislang allein für das Einscannen um die $300 Millionen in das Projekt gesteckt haben muss. &#8220;Niemand außer Google ist reich genug, um in diesem massiven Umfang in Digitalisierung zu investieren&#8221;, hat der Direktor der Universitätsbibliothek von Harvard, Robert Darnton, mit Bedauern <a href="http://www.nybooks.com/articles/22281">festgestellt</a>. Obwohl der Aufwand, den die DDB betreiben will, also sehr viel größer ist, ist ihre Investitionssumme sehr viel überschaubarer: Für die zentrale Infrastruktur sollen <a href="http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/BeauftragterfuerKulturundMedien/Medienpolitik/DeutscheDigitaleBibliothek/deutsche-digitale-bibliothek.html">Regierungsangaben</a> zufolge nach einer Anschubfinanzierung in Höhe von 5 Mio. Euro jedes Jahr insgesamt 2,6 Mio. Euro zur Verfügung gestellt werden. Weitere Mittel zur Digitalisierung will man auch von &#8220;privaten Geldgebern&#8221; einwerben.</p>
<p>Die genannten Summen sind nachgerade anrührend klein. Der Bundeskulturminister will die digitale Universalbibliothek am Pappenstiel. Gemessen an Googles Investition könnte es also durchaus sein, dass – wie Neumann rühmt – ein &#8220;Jahrhundertprojekt&#8221; aus der DDB wird: In 100 Jahren wäre man in etwa in der Größenordnung dessen, was Google bisher investiert hat. Dabei dürfte ein Löwenanteil dieser Summe allein für die anfallenden Recherche- und Verwaltungsarbeiten bei der Suche nach den Rechteinhabern draufgehen. Die Anzahl zugänglich gemachter Werke müsste dementsprechend weit hinter dem zurückbleiben, was Google bisher bereits ermöglicht hat.</p>
<p>So löblich der Ansatz der Bundesregierung ist, das &#8220;kulturelle Erbe in öffentlicher Verantwortung&#8221; zu behalten, wäre nachzurechnen, ob dem Allgemeinwohl nicht besser durch eine Urheberrechtsreform gedient wäre, die etwa festlegt, dass vergriffene Werke von öffentlichen Bibliotheken auch online verfügbar oder zumindest durchsuchbar gemacht werden dürfen – bei entsprechender Entschädigung für die Rechteinhaber über die Verwertungsgesellschaften.</p>
<p>Wünscht man sich eine öffentliche Bibliothek im Netz, so ist der Staat eben nicht nur als Investor gefragt. Vor allem wäre eine Überarbeitung des Urheberrechts vonnöten, die das Ziel des öffentlichen Bibliothekssystems, die Zugänglichmachung und Bewahrung von Wissen, nicht dort begrenzt, wo die analogen Möglichkeiten bisher praktische Grenzen gezogen haben. Eine öffentliche digitale Bibliothek muss auf rechtlichen Grundlagen beruhen, mit denen sie ihre Aufgaben gegenüber der Allgemeinheit auch im Netz erfüllen kann. Wenn die Berliner Politologin und Netzforscherin Jeanette Hofmann ein &#8220;Googlegesetz&#8221; <a href="http://www.golem.de/0911/71233.html">fordert</a>, kann man ihr deshalb nur zustimmen.</p>
<p>Einstweilen bleibt aber noch etwas Bedenkzeit: Der Bund nimmt noch anderthalb Jährchen Anlauf, bevor er zum &#8220;Quantensprung in der Welt der digitalen Information&#8221; (Neumann) ansetzt: Erst ab 2011 soll die DDB in den &#8220;<a href="http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/BeauftragterfuerKulturundMedien/Medienpolitik/DeutscheDigitaleBibliothek/deutsche-digitale-bibliothek.html">Pilotbetrieb</a>&#8221; gehen. Nach anderen Angaben aus derselben amtlichen Quelle soll im gleichen Jahr gar der &#8220;<a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1272/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2009/12/2009-12-02-bkm-deutsche-digitale-bibliothek.html">Dauerbetrieb</a>&#8221; starten. Der Pilotbetrieb als Dauerbetrieb: Soviel Beta-Mentalität hätte den Behörden wohl bisher niemand zugetraut.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bewegliche-lettern.de/2009/12/nachgerechnet-das-jahrhundertprojekt-deutsche-digitale-bibliothek/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Google wird Buchhändler</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/10/google-wird-buchhaendler/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2009/10/google-wird-buchhaendler/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 04:55:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Book Settlement]]></category>
		<category><![CDATA[Google Editions]]></category>
		<category><![CDATA[Kindle]]></category>
		<category><![CDATA[Sony]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bewegliche-lettern.de/?p=534</guid>
		<description><![CDATA[Google wird ab Mitte 2010 in den USA und Europa Bücher aus den Beständen des Google-Editions-Projekts zum Kauf anbieten. Dies kündigte eine hochrangige Sprecherin des Unternehmens auf der Tools of Change Konferenz am vergangenen Dienstag in Frankfurt an und konkretisierte damit die Vision, die Google-Book-Search-Chef Dan Clancy bereits im Juli präsentiert hatte. Google Editions ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Google wird ab Mitte 2010 in den USA und Europa Bücher aus den Beständen des Google-Editions-Projekts zum Kauf anbieten. Dies kündigte eine hochrangige Sprecherin des Unternehmens auf der <a href="http://www.tocfrankfurt.com/" target="_blank">Tools of Change</a> Konferenz am vergangenen Dienstag in Frankfurt an und konkretisierte damit die Vision, die Google-Book-Search-Chef Dan Clancy bereits im Juli <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/googles_vision_for_the_future_of_google_books_eboo.php" target="_blank">präsentiert</a> hatte.<span id="more-534"></span></p>
<p>Google Editions ist eine Erweiterung des Partnerprogramms, mit dem Google Verlagen und Autoren ermöglicht, ihre Publikationen durchsuchbar zu machen und Nutzern in begrenztem Umfang anzuzeigen. Es handelt sich bei den in Google Editions enthaltenen Publikationen also zunächst nicht um die im umstrittenen Google Book Settlement thematisierten vergriffenen und verwaisten Werke.</p>
<p>Zusätzlich zur Durchsuchbarkeit und ausschnittsweisen Anzeige sollen die in Google Editions angebotenen digitalen Texte ab Mitte nächsten Jahres auch verkäuflich werden. Nutzer sollen auf Texte, die sie erworben haben, &#8216;in the cloud&#8217;, also durch Onlinezugriff von einem beliebigen PC oder eReader aus zugreifen können. Gleichzeitig werde eine Kopie des Textes lokal abgespeichert, so dass auch ohne bestehende Onlineverbindung weitergelesen werden kann. Wie dies technisch im Detail aussehen wird, ist noch klärungsbedürftig. Wahrscheinlich wird die skizzierte lokale Speicherung auf Google <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Google_Gears" target="_blank">Gears</a> beruhen.</p>
<p>Googles Director of Strategic Partnerships, Amanda Edmonds, betonte einem <a href="http://www.thebookseller.com/news/99964-google-plans-buy-anywhere-read-anywhere-offer.html" target="_blank">Bericht</a> des britischen Branchenmagazins &#8220;The Bookseller&#8221; zufolge, dass Google Editions die Nutzer nicht auf bestimmte Geräte, Software oder Händler festlegen wolle. Stattdessen setzt der Suchmaschinenkonzern darauf, sein Buchangebot auf verschiedenen Endgeräten und über verschiedene Handelskanäle zugänglich zu machen.</p>
<p>So sollen die digitalen Texte aus Google Editions nicht nur direkt über Google Books, sondern auch über kooperierende Onlinehändler oder direkt über die Websites der teilnehmenden Verlage bezogen werden können. Dabei unterschiedet sich die Aufteilung der Erlöse: Beim Kauf über Google Books gibt Google 63% der Einnahmen an den Rechteinhaber weiter und behält 37% ein. Dieser Split ist bereits aus dem Book Settlement bekannt, wo er für die Verwertung vergriffener und verwaister Werke ins Spiel gebracht worden war. Beim Kauf über einen Online-Händler erhält der Rechteinhaber dagegen 45%, die übrigen 55% teilen sich der Händler und Google. Auch hier sind nach Edmonds Aussage noch Details zu klären.</p>
<p>Interessant ist die Ankündigung, dass sich Google vorbehalte, die Bücher gegenüber dem Listenpreis zu reduzieren, soweit dem nicht lokale Bestimmungen entgegenstünden (wie die Buchpreisbindung in Deutschland). Allerdings wolle Google die Mindereinnahmen durch die Preisreduktion auf die eigene Kappe nehmen und den Rechteinhaber vergüten, als wäre das Buch zum Listenpreis verkauft worden. &#8211; Man darf gespannt sein, wie lange sich solche großzügigen Zusagen angesichts der zu erwartenden bedeutenden Marktmacht Googles halten werden.</p>
<p>Google plant nach Edmonds Aussage auch, mit Hardwareherstellern zusammenzuarbeiten. Dabei dürfte Sony, das sich in der Auseinandersetzung um das Book Settlement an die Seite Googles <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/08/sony-schaltet-sich-in-book-settlement-streit-ein-will-mitverdienen/" target="_blank">geschlagen</a> hatte, deutlich bessere Chancen haben als Amazon mit seinem Kindle. Nicht nur, weil der Kindle als geschlossenes, an ein bestimmtes Format und einen spezifischen Shop angebundenes System im Widerspruch zur von Google skizzierten Plattformunabhängigkeit steht. Auch die Auseinandersetzung mit Amazon im Book Settlement-Streit mag Googles Lust auf eine Zusammenarbeit mit dem Onlinehandelsgiganten geschmälert haben. Amanda Edmonds bezweifelte vernehmlich, dass Amazons Kindle für Google Editions das Gerät der Wahl sei.</p>
<p>Auf Fragen zum Book Settlement ging Edmonds bei ihrem Vortrag nach dem Bericht des Bookseller nicht ein. Klar dürfte aber sein, dass auch die vom Settlement betroffenen vergriffenen und verwaisten Publikationen mit in den Warenkatalog des entstehenden neuen Buchhandelsgiganten Google aufgenommen werden, sobald eine juristisch tragfähige Grundlage dafür besteht. Damit bestätigt sich auch Lawrence Lessigs Einwand gegen das Google Book Settlement, der in einem Vortrag im Juli kritisiert hatte, dass Google Books nicht auf der Logik einer Bibliothek, sondern auf der eines Buchhändlers basiere:</p>
<blockquote><p>&#8220;We’re building into this not so much a digital library but a digital bookstore.&#8221;</p></blockquote>
<p>Infotopia, so scheint es, wird allenfalls in Googles weltumspannender Shopping Mall stattfinden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bewegliche-lettern.de/2009/10/google-wird-buchhaendler/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Wissen des Papierzeitalters</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/10/das-wissen-das-papierzeitalters/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2009/10/das-wissen-das-papierzeitalters/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 13 Oct 2009 08:16:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Book Settlement]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bewegliche-lettern.de/?p=525</guid>
		<description><![CDATA[Ein Lesehinweis in eigener Sache: In The European erscheint heute ein Gastbeitrag von mir, in dem ich vorschlage, über eine Schrankenreglung im Urheberrecht nachzudenken, die es generell ermöglicht, vergriffene literarische Werke zu digitalisieren, um sie von Suchmaschinen erfassen zu lassen. Dahinter stecken zwei Thesen. Einerseits, dass sich die Bedeutung von Öffentlichkeit geändert hat: Das Netz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Lesehinweis in eigener Sache: In <em>The European </em>erscheint heute ein <a href="http://www.theeuropean.de/rohde-thomas/digitalisierung-und-das-urheberrecht" target="_blank">Gastbeitrag</a> von mir, in dem ich vorschlage, über eine Schrankenreglung im Urheberrecht nachzudenken, die es generell ermöglicht, vergriffene literarische Werke zu digitalisieren, um sie von Suchmaschinen erfassen zu lassen. <span id="more-525"></span></p>
<p>Dahinter stecken zwei Thesen. Einerseits, dass sich die Bedeutung von Öffentlichkeit geändert hat: Das Netz ist ein wesentlicher Teil der Öffentlichkeit. Kann man eigentlich noch mit Recht davon sprechen, ein Werk sei veröffentlicht, wenn es im Netz keine Spuren hinterlässt? Andererseits: Der Begriff von Wissen hat sich verändert. Wissen heißt zunehmend weniger, etwas auswendig im Kopf zu haben, sondern Recherchewege zu beherrschen, die das jeweils Erforderte zutage fördern. Das im Papierzeitalter veröffentlichte Wissen öffentlich zu halten, bedeutet deswegen, es im Netz auffindbar zu machen.</p>
<p>Überrascht hat mich die Position von Matthias Ulmer, der daran zweifelt, dass das in Bibliotheken gesammelte Wissen grundsätzlich bewahrenswert ist: In seinem <a href="http://www.theeuropean.de/ulmer-matthias/aenderung-des-urheberrechtes" target="_blank">Beitrag</a> argumentiert er, dass das Wissen des Papierzeitalters zu einem guten Teil überflüssig sei:</p>
<blockquote><p>&#8220;Der größte Teil der  Bücher in Bibliotheken wird nie mehr ausgeliehen. Weil die einfach niemand braucht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Dann könnte man ja gleich hingehen und alle Bücher, die in den letzten fünf Jahren nicht entliehen wurden, aus den Bibliotheken entfernen. Endlich wieder Platz im Regal! Soweit geht Ulmer freilich nicht. Aber spricht es für eine hohe Meinung von den Leistungen der Autoren, wenn er behauptet, dass es unwichtig ist, ob ihre Werke jetzt oder erst zwei Tage vor St. Nimmerlein (um fair zu sein: er sagt &#8220;in zwanzig Jahren&#8221;) digital zugänglich werden?</p>
<p>Da Kommentieren bei <em>The European</em> etwas beschwerlich ist, schlage ich vor, Kommentare zu meinem Gastbeitrag hier zu hinterlassen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bewegliche-lettern.de/2009/10/das-wissen-das-papierzeitalters/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Sony schaltet sich in Book Settlement Streit ein, will mitverdienen</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/08/sony-schaltet-sich-in-book-settlement-streit-ein-will-mitverdienen/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2009/08/sony-schaltet-sich-in-book-settlement-streit-ein-will-mitverdienen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 29 Aug 2009 00:59:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Bibliotheken]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[eReader]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Book Settlement]]></category>
		<category><![CDATA[Sony]]></category>
		<category><![CDATA[Sony Daily Edition]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bewegliche-lettern.de/?p=403</guid>
		<description><![CDATA[Sony hat sich in die Auseinandersetzung über das Google Book Settlement eingeschaltet. Nachdem sich vor kurzem Microsoft, Yahoo und Sony-Konkurrent Amazon im Rechtsstreit um das Book Search Settlement gegen Google gestellt hatten, hat nun Sony an der Seite des Suchmaschinen-Konzerns Position bezogen. Wie Wired soeben berichtet, hat Sony beim zuständigen Richter einen Amicus Curiae-Brief angekündigt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sony hat sich in die Auseinandersetzung über das Google Book Settlement eingeschaltet. Nachdem sich vor kurzem Microsoft, Yahoo und Sony-Konkurrent Amazon im Rechtsstreit um das Book Search Settlement gegen Google <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/8200624.stm" target="_blank">gestellt</a> hatten, hat nun Sony an der Seite des Suchmaschinen-Konzerns Position bezogen. <span id="more-403"></span></p>
<p>Wie Wired soeben <a href="http://www.wired.com/epicenter/2009/08/sony-google-book/" target="_blank">berichtet</a>, hat Sony beim zuständigen Richter einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amicus_curiae" target="_blank">Amicus Curiae</a>-Brief angekündigt, mit dem der Elektronik-Konzern als unbeteiligte, aber interessierte Partei seine Sicht der Dinge ins Verfahren einbringen will. In dem von Wired veröffentlichten Brief an den Richter (<a href="http://www.wired.com/images_blogs/epicenter/2009/08/sony-amicus-request-letter-2.pdf" target="_blank">pdf</a>) hebt Sony hervor, dass das Book Settlement einen positiven Effekt auf den E-Reader-Markt haben werde:</p>
<blockquote><p>&#8220;In Sony Electronics’ view, the cooperative and mutually beneficial relationship the Settlement forges between Google and the copyright holders in the proposed class may have a profoundly positive impact on the market for e-book readers and related devices.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gemeint dürfte damit in erster Linie wohl ein positiver Effekt auf das von Sony selbst angebotene E-Book-Lesegerät sein. Dessen neueste Version namens <a href="http://www.lesen.net/ereader/sony-reader-daily-edition-sonys-kindle-945/" target="_blank">Daily Edition</a> nämlich hat eine Funktion eingebaut, über die der Reader (vorerst nur in den USA) über eine drahtlose Netzanbindung auf die E-Book-Bestände öffentlicher Bibliotheken zugreifen kann. Damit verfügt die neueste E-Reader-Generation von Sony über ein Merkmal, das sie von den Geräten der Mitbewerber abhebt – insbesondere vom US-Marktführer, Amazons Kindle.</p>
<p>Dieses Alleinstellungsmerkmal begründet ein besonderes Interesse des Konzerns an den E-Book-Beständen der Bibliotheken. Je leichter der Zugriff auf (möglichst kostenlosen) Content, desto attraktiver die Hardware. Nach dieser Regel ist der Marktvorteil von Sonys E-Reader umso größer, je mehr Bücher in einer Bibliothek als E-Book vorliegen. Durch eine Zusammenarbeit mit Google konnte Sony bereits in der Vergangenheit vom Book Search-Programm <a href="http://paidcontent.org/article/419-sony-google-team-up-against-amazon/" target="_blank">profitieren</a>: Google stellt seit vergangenem März 500.000 nicht mehr dem Copyright unterliegende Werke auf den Sony Readern zur Verfügung.</p>
<p>Das Book Settlement würde ermöglichen, diese Zusammenarbeit auch auf copyrightgeschützte Bücher auszuweiten. Bücher, die im Druck sind und unter Copyright stehen, sollen nach der im Settlement ausgehandelten Abmachung über Online-Buchhändler zu kaufen oder Bibliotheken ausleihbar sein. – Den Nutzern des neuesten Sony Readers also via Bibliothekszugang gratis zur Verfügung stehen. Ebenso wie die umstrittenen verwaisten, also nicht mehr im Handel befindlichen, aber noch durch Copyright geschützten Werke, die Google auf Grundlage des Settlements digitalisieren und anbieten wird.</p>
<p>Googles digitale &#8216;Bibliothek&#8217; dürfte auf lange Sicht eher einem Buchladen gleichen. Darauf hat unlängst Lawrence Lessig in einem <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/08/lawrence-lessig-ueber-das-google-book-settlement/" target="_blank">Vortrag</a> über das Google Book Settlement hingewiesen:</p>
<blockquote><p>&#8220;We’re building into this not so much a digital library but a digital bookstore.&#8221;</p></blockquote>
<p>Den Zugriff auf die digitalisierten Bücher will Google nach eigenem <a href="http://books.google.com/googlebooks/agreement/" target="_blank">Bekunden</a> an Bibliotheken verkaufen. Die Monopolposition, die Googles digitale Megabibliothek einnehmen könnte, zählt deshalb zu den größten Sorgen von Gegnern des Book Settlements außerhalb der Konzernwelt. So <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/8200624.stm" target="_blank">zitiert</a> BBC News den Gründer der Non-Profit-Organisation <a href="http://www.archive.org/" target="_blank">Internet Archive</a> Brewster Kahle mit den Worten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Google is trying to monopolise the library system. […] If this deal goes ahead, they&#8217;re making a real shot at being &#8216;the&#8217; library and the only library.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Bibliotheken würden sich einem Angebot gegenübersehen, das sie, wie die Library Copyright Alliance <a href="http://www.library.utoronto.ca/library/blogs/ereader/?p=379" target="_blank">befürchtet</a>, selbst unter einem Preisdiktat kaum würden ablehnen können. Die Kosten für den Content würden dann die Bibliotheken tragen. Nutzer eines Lesegeräts mit Bibliotheksanschluss dagegen hätten den gesamten elektronischen Bibliotheksbestand kostenlos zur Verfügung. Finanziell wären sie lediglich über ihre Bibliotheksgebühr (und, natürlich, die allgemeinen Steuern) beteiligt. (Als ein Ansatz zu einem Kulturflatrate-Modell ist das übrigens einen Gedanken wert.)</p>
<p>Ein Lesegerät, das jederzeit kostenlos auf so ziemlich die gesamte digitalisierte Weltbibliothek zugreifen könnte, hätte einen beeindruckenden Produktvorteil gegenüber Geräten, deren Nutzer jedes einzelne E-Book kaufen müssen. Zumal die Grenzen zwischen Besitz und Ausleihe in der Welt der immateriellen Bücher immer mehr verschwimmen (vermeintlich gekaufte Bücher können jederzeit <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">zurückgeholt</a>, nicht jedoch antiquarisch <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/verbrauchertipp/1018697/" target="_blank">weiterverkauft</a> oder -verschenkt werden). Für Sony ist es also durchaus sinnvoll, auf Tuchfühlung mit dem Monopolisten in spe zu gehen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bewegliche-lettern.de/2009/08/sony-schaltet-sich-in-book-settlement-streit-ein-will-mitverdienen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Lawrence Lessig über das Google Book Settlement</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/08/lawrence-lessig-ueber-das-google-book-settlement/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2009/08/lawrence-lessig-ueber-das-google-book-settlement/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 12 Aug 2009 09:55:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Book Settlement]]></category>
		<category><![CDATA[Lawrence Lessig]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bewegliche-lettern.de/?p=337</guid>
		<description><![CDATA[In einem Vortrag für das Berkman Center for Internet &#38; Society der Harvard University hat Lawrence Lessig davor gewarnt, dass das Google Book Settlement den Zugang zu Literatur kurzfristig zwar erleichtern, langfristig jedoch erschweren wird. Lessig sprach davon, dass sich die &#8220;Ökologie des Werkzugangs&#8221; (&#8220;ecology of access&#8221;) durch die Regelung grundsätzlich zu verschieben droht. Während [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem Vortrag für das <a href="http://cyber.law.harvard.edu/" target="_blank">Berkman Center for Internet &amp; Society</a> der Harvard University hat <a href="http://lessig.org/blog/" target="_blank">Lawrence Lessig</a> davor gewarnt, dass das Google Book Settlement den Zugang zu Literatur kurzfristig zwar erleichtern, langfristig jedoch erschweren wird. Lessig sprach davon, dass sich die &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Digital_ecology" target="_blank">Ökologie</a> des Werkzugangs&#8221; (&#8220;ecology of access&#8221;) durch die Regelung grundsätzlich zu verschieben droht. <span id="more-337"></span></p>
<p>Während im traditionellen System die Bibliotheken gewährleisten, dass man zu jedem literarischen Werk freien Zugang hat, wird das Google Book Settlement seiner Ansicht nach dazu führen, dass der Zugang zu jenen Werken, die weder in gedruckter Ausgabe verfügbar noch gemeinfrei sind, durch überkomplexe Bestimmungen letztlich der Nutzung entzogen werden.</p>
<p>Lessig verglich die Situation, die durch das Settlement entsteht, mit der komplizierten Rechtslage bei Dokumentarfilmen: Die einzelne Bestandteile, aus denen diese sich zusammensetzen, etwa Ausschnitte aus Nachrichtensendungen oder anderen Quellen, werden jeweils einzeln durch unterschiedliche Lizenzabkommen mit unterschiedlichen Laufzeiten geschützt, so dass nach Ablauf der ursprünglich ausgehandelten Lizenzlaufzeit ein immenser Aufwand zur Neulizenzierung ansteht, wenn man den Dokumentarfilm auch weiterhin verfügbar halten will. Durch das <a href="http://www.googlebooksettlement.com/r/view_settlement_agreement" target="_blank">Book Settlement</a> wird nach Lawrence Lessigs  Ansicht eine vergleichbar komplizierte Lizenzierungssituation für verwaiste Werke geschaffen, die einen unverhältnismäßigen Verwaltungsaufwand erfordert:</p>
<blockquote><p>&#8220;The problem here is that the settlement pushes us towards a radically different kind of ecology. […] Here is my fear: That this agreement with the largest and most important information technology company we&#8217;ve got and the two presumptive rights players here, publishers and authors, moves us down a path where books become documentary films. Where the ecology of access we have to books in the future is like the ecology of access we have to documentary films today. Which means that we don&#8217;t have access in the traditional sense of guaranteeing [that] we&#8217;ve got access. [Instead] we&#8217;ve got access that&#8217;s encumbered by a bunch of agreements that don&#8217;t ever build into their architecture the theme that we must guarantee at some point free access to this culture. We&#8217;re building into this not so much a digital library but a digital bookstore.&#8221;</p></blockquote>
<p>Auch wenn Lessigs Sorge der Zugänglichkeit durch Nutzer gilt, deren Rechte er in der Konstellation des Settlements nicht repräsentiert findet, redet er nicht einer copyrightfreien Situation das Wort. Lessig betont, dass die Balance zwischen den Interessen der Wirtschaft (Limitierung des Zugangs) und den Interessen der Nutzer (Zugangsmöglichkeit) sich in der digitalen Welt verschoben hat, so dass ein neues Gleichgewicht gefunden und dazu auch das Urheberrecht reformiert werden muss:</p>
<blockquote><p>&#8220;Think about how we are going to restrike a balance in the digital world that gives us something like the value of the balance that was struck in the physical world, a balance between what I think of as the commercial life of published works and the beyond-the-commercial life of published works. […] The problem in the digital world is that free space disappears because every single thing you do with copyrighted work in a digital environment triggers copyright law in theory because it produces a copy. […] What do we do to recreate this balance how do we structure a legal regime to give us both the commercial opportunity where that’s necessary and the free access where that commercial opportunity is no longer necessary.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der gesamte Vortrag kann auf der Website des <a href="http://blogs.law.harvard.edu/mediaberkman/2009/08/03/lawrence-lessig-on-the-google-book-search-settlement-settlements-static-goods-dynamic-bads-audi/" target="_blank">Berkman Center</a> als Audiofile (<a href="http://wilkins.law.harvard.edu/events/conferences/2009-07-31_googlebooks/2009-07-31_googlelessig/2009-07-31_googlelessig.mp3" target="_blank">MP3</a> oder <a href="http://wilkins.law.harvard.edu/events/conferences/2009-07-31_googlebooks/2009-07-31_googlelessig/2009-07-31_googlelessig.ogg" target="_blank">OGG</a>) heruntergeladen werden. (Wer einmal Lessigs Präsentationen gesehen hat, wie etwa seinen Berliner Vortrag &#8220;<a href="http://blip.tv/file/2121395" target="_blank">The Search for a Moose</a>&#8220;, wird bedauern, dass die Bilder zu Lessigs Vortrag nicht mitgeliefert werden. Das Gelächter des Publikums zeigt, dass sie es wert gewesen wären. Vielleicht stellt Lessig seine Berkman-Center-Präsentation ja auch noch auch seinem <a href="http://lessig.blip.tv/" target="_blank">Kanal</a> bei blip.tv ein)</p>
<p>(via <a href="http://www.teleread.org/2009/08/10/larry-lessig-on-digital-libraries/" target="_blank">teleread</a>)</p>
<p><strong>Update</strong> 13.08. 22:19h: Lawrence Lessig hat seinen Vortrag über das Google Book Search Settlement nun auch als <a href="http://blip.tv/file/2471815" target="_blank">Video</a> zugänglich gemacht.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bewegliche-lettern.de/2009/08/lawrence-lessig-ueber-das-google-book-settlement/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
<enclosure url="http://wilkins.law.harvard.edu/events/conferences/2009-07-31_googlebooks/2009-07-31_googlelessig/2009-07-31_googlelessig.mp3" length="31387338" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Lesenswert: Ilja Braun über das Google Book Settlement</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/07/lesenswert-ilja-braun-ueber-google-books-settlement/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2009/07/lesenswert-ilja-braun-ueber-google-books-settlement/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 30 Jul 2009 08:42:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Book Settlement]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bewegliche-lettern.de/?p=281</guid>
		<description><![CDATA[Das Google Book Settlement privilegiert Nutzer und Verlage in den USA, schreibt Ilja Braun heute im Perlentaucher. Durch IP-Blocking wird Google sicherstellen, dass nur von amerikanischen IP-Adressen aus auf die vom Book Settlement betroffenen Bücher zugegriffen werden kann. Wer außerhalb der USA vor dem Computer sitzt, wird auf die von Google eingescannten Bücher nicht zugreifen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Google Book Settlement privilegiert Nutzer und Verlage in den USA, <a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/5627.html" target="_blank">schreibt</a> Ilja Braun heute im Perlentaucher. Durch IP-Blocking wird Google sicherstellen, dass nur von amerikanischen IP-Adressen aus auf die vom <a href="http://www.googlebooksettlement.com/" target="_blank">Book Settlement</a> betroffenen Bücher zugegriffen werden kann. Wer außerhalb der USA vor dem Computer sitzt, wird auf die von Google eingescannten Bücher nicht zugreifen können.<span id="more-281"></span></p>
<p>Wie Braun darstellt, will Google so Vorwürfen entgehen, außerhalb der USA, wo es sich durch das Book Settlement juristisch absichert, gegen lokale Urheberrechts- oder Copyrightbestimmungen zu verstoßen. Dadurch werden die Nutzer von Googles Büchersuche in den USA allerdings weit mehr haben als anderswo:</p>
<blockquote><p>&#8220;Nach der Genehmigung des Vergleichs werden die Leser in den USA Zugriff auf mehr als zehn Millionen digitalisierte Bücher haben. Bibliotheken werden ihren Besuchern über institutionelle Abonnements ermöglichen, diese Texte im Volltext zu lesen. Von dem abgelegensten kleinen Ort aus wird man so auf die Bestände der New York Public Library zugreifen können. Bücher, die im Handel längst nicht mehr erhältlich sind, werden als E-Book oder Print-on-Demand Ausgabe wieder lieferbar sein. In Europa und im Rest der Welt werden hingegen nur solche Titel verfügbar sein, die entweder gemeinfrei sind oder die die Rechteinhaber selbst bei Google angemeldet haben.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nicht nur Nutzer, sondern auch amerikanische Autoren und Verlage seien durch das Book Settlement gegenüber ihren Kollegen außerhalb der USA privilegiert, schildert Ilja Braun. Daher regt er an, eine deutsche Version des Book Settlement auf den Weg zu bringen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Eine deutsche Ausgabe des viel geschmähten Google Settlements wäre also womöglich gar keine so schlechte Lösung &#8211; nicht zuletzt für die an einem Zugang zu zehn Millionen digitalisierten Büchern interessierte Öffentlichkeit.&#8221;</p></blockquote>
<p>Eine Frage, die sich mir nach Brauns lesenswertem Essay allerdings weiter stellt: Würde Google nicht doch gegen Bestimmungen des deutschen Urheberrechts verstoßen, wenn es für US-amerikanische IP-Adressen Bücher nutzbar machen würde, die nach deutschem Recht geschützt sind? Selbst wenn der Verstoß nur anderswo stattfindet &#8211; mir scheint: ein Verstoß bliebe er doch.</p>
<p>Google hat, wie Ilja Braun berichtet, eingestanden, dass es beim Book Settlement &#8220;in Sachen Informationspolitik noch einiges nachholen&#8221; müsse. Dem kann man nicht recht widersprechen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bewegliche-lettern.de/2009/07/lesenswert-ilja-braun-ueber-google-books-settlement/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

