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	<title>bewegliche lettern&#187; Neue Front gegen Google Books: Fotografenverbände reichen Klage ein &#8211; bewegliche lettern</title>
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	<description>medienwandel in gutenbergs welt</description>
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		<title>Neue Front gegen Google Books: Fotografenverb&#228;nde reichen Klage ein</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2010/04/neue-front-gegen-google-books-fotografenverbaende-reichen-klage-ein/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 10:08:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
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		<description><![CDATA[Googles gro&#223;angelegtes Buchscan-Projekt Google Books sieht sich mit einer neuen Klage konfrontiert. Drei Jahre nach US-amerikanischen Verleger- und Autorenverb&#228;nden hat nun, wie Mashable berichtet auch ein amerikanischer Fotografenverband eine Sammelklage gegen den Internetkonzern angek&#252;ndigt. Die American Society of Media Photographers (ASMP) teilte gestern in einer Presseerkl&#228;rung mit, dass sie gemeinsam mit weiteren Fotografenverb&#228;nden eine Class [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Googles gro&#223;angelegtes Buchscan-Projekt <a href="http://books.google.com/googlebooks/library.html">Google Books</a> sieht sich mit einer neuen Klage konfrontiert. Drei Jahre nach US-amerikanischen Verleger- und Autorenverb&#228;nden hat nun, wie <a href="http://mashable.com/2010/04/07/google-books-photographers/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Mashable+%28Mashable%29" target="_blank">Mashable</a> berichtet auch ein amerikanischer Fotografenverband eine Sammelklage gegen den Internetkonzern angek&#252;ndigt. <span id="more-802"></span></p>
<p>Die American Society of Media Photographers (<a href="http://asmp.org/links/24" target="_blank">ASMP</a>) teilte gestern in einer <a href="http://asmp.org/articles/press-release-10-04-07.html" target="_blank">Presseerkl&#228;rung</a> mit, dass sie gemeinsam mit weiteren Fotografenverb&#228;nden eine Class Action Lawsuit gegen Google eingereicht hat. Ihrer Auffassung nach &#252;bergeht Google beim Abscannen und Online-Ver&#246;ffentlichen von B&#252;chern die Rechte professioneller Fotografen.</p>
<p>Der Erkl&#228;rung der ASMP zufolge reagieren die Verb&#228;nde mit ihrer Klage darauf, dass ihnen gerichtlich verweigert worden sei, sich der bestehenden Sammelklage von Autoren und Verlagen anzuschlie&#223;en (die zu den seit geraumer Zeit andauernden Verhandlungen &#252;ber das <a href="http://bewegliche-lettern.de/tag/google-book-settlement/" target="_blank">Google Book Settlement</a> f&#252;hrte). Im Kern geht es um urheberrechtlich gesch&#252;tzte fotografische Werke, die Teil der von Google eingescannten B&#252;cher sind. Die Klage der Fotografen geht jedoch &#252;ber Googles Bibliotheksprojekt hinaus und bezieht sich auch auf weitere Bilderdienste des Unternehmens aus Mountainview (vermutlich ist die <a href="http://images.google.de/" target="_blank">Google Bildsuche</a> gemeint).</p>
<blockquote><p>&#8220;ASMP and the other trade associations, representing thousands of members, decided to file the class action after the Court denied their request to join the currently pending $125 million class action that had previously been filed primarily on behalf of text authors in connection with the Google Library Project. The new class action goes beyond Google’s Library Project, and includes Google’s other systematic and pervasive infringements of the rights of photographers, illustrators and other visual artists.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wenn die Klage vor Gericht akzeptiert wird, ist damit zu rechnen, dass der weiterhin andauernden unendlichen Geschichte &#252;ber das mit Verlagen und Autoren ausgehandelte Book Search Settlement ein Sequel folgen wird.</p>
<p>(via <a href="http://mashable.com/2010/04/07/google-books-photographers/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Mashable+%28Mashable%29" target="_blank">Mashable</a>)</p>
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		<title>Nachgerechnet: Das &#8220;Jahrhundertprojekt&#8221; Deutsche Digitale Bibliothek</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 00:05:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Bernd Neumann]]></category>
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		<description><![CDATA[Als &#8220;Jahrhundertprojekt&#8221; hat der Staatsminister f&#252;r Kultur und Medien Bernd Neumann die vor wenigen Tagen avisierte &#8220;Deutsche Digitale Bibliothek&#8221; (DDB) bezeichnet. Wer nachrechnet, stellt fest: Der Mann hat Recht. Schade, dass wir in hundert Jahren nicht mehr leben werden, um die DDB in Vollendung zu sehen. Die Proteste von B&#246;rsenverein, Justizministerium und Kanzlerin gegen das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als &#8220;<a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1272/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2009/12/2009-12-02-bkm-deutsche-digitale-bibliothek.html">Jahrhundertprojekt</a>&#8221; hat der Staatsminister f&#252;r Kultur und Medien Bernd Neumann die vor wenigen Tagen avisierte &#8220;<a href="http://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/index.htm">Deutsche Digitale Bibliothek</a>&#8221; (DDB) bezeichnet. Wer nachrechnet, stellt fest: Der Mann hat Recht. Schade, dass wir in hundert Jahren nicht mehr leben werden, um die DDB in Vollendung zu sehen. <span id="more-586"></span></p>
<p>Die Proteste von <a href="http://www.golem.de/0909/69496.html">B&#246;rsenverein</a>, <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundesregierung-lehnt-google-vergleich-ab;2451876">Justizministerium</a> und <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,654455,00.html">Kanzlerin</a> gegen das Google Book Settlement sind erh&#246;rt worden. In seiner &#252;berarbeiteten Version sieht der Einigungsvertrag zwischen US-amerikanischen Verleger- und Autorenverb&#228;nden auf der einen und Google auf der anderen Seite vor, dass nur noch B&#252;cher, die in den USA urheberrechtlich registriert oder in Kanada, Australien oder Gro&#223;britannien erschienen sind, in Googles digitale Bibliothek aufgenommen werden d&#252;rfen. Deutschsprachige B&#252;cher bleiben also im gro&#223;en und ganzen au&#223;en vor. Dem bestehenden Urheberrecht ist Gen&#252;ge getan, und man darf hierzulande noch ein wenig im 20. Jahrhundert leben: Wer lesen will, m&#246;ge sich in den Lesesaal bequemen, wer Texte suchen will, m&#246;ge den OPAC-Terminal benutzen, und wer Texte durchsuchen will, m&#246;ge, nun ja, Seiten umbl&#228;ttern.</p>
<p>Doch die nun annoncierte &#246;ffentliche Digitaloffensive DDB weckt die Hoffnung, dass das Wissen des Papierzeitalters doch noch f&#252;r unsere digitale Gegenwart und Zukunft zug&#228;nglich wird. Die Regierung will sich nicht l&#228;nger von einem Internetkonzern vormachen lassen, wie&#8217;s geht. Von Mitte 2011 an wird nun selbst digitalisiert: Die DDB <a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1272/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2009/12/2009-12-02-bkm-deutsche-digitale-bibliothek.html">soll</a> &#252;ber ein zentrales Portal die Best&#228;nde von &#252;ber 30.000 &#246;ffentlichen Einrichtungen online verf&#252;gbar machen. Damit will die Bundesregierung ihren Teil zum EU-Bibliotheksprojekt <a href="http://www.europeana.eu/portal/">Europeana</a> leisten. In vielleicht gar nicht allzu ferner Zukunft wird man dort also vielleicht sogar Texte von so entlegenen Autoren wie <a href="http://europeana.eu/portal/brief-doc.html?query=Franz%20kafka&amp;qf=TYPE:TEXT&amp;tab=text&amp;view=table">Franz Kafka</a> finden.</p>
<p>Eine weitere Nachricht, mit der der BKM erfreut, ist, dass die DDB im Gegensatz zum privatwirtschaftlichen US-Vorbild die Autoren und Verleger der zu digitalisierenden Werke konsultieren will, bevor digitalisiert wird. Die bemerkenswerte Effektivit&#228;t von Googles Buchprojekt – im Oktober dieses Jahres lag die Zahl der bei Google Books verf&#252;gbaren B&#252;cher Sergey Brin <a href="http://www.nytimes.com/2009/10/09/opinion/09brin.html?_r=1">zufolge</a> bereits bei 10 Millionen – liegt zum Teil auch daran, dass Google sich den &#228;u&#223;erst zeit- und kostenintensiven Arbeitsschritt der Suche nach und Abstimmung mit den Rechteinhabern spart. Die &#246;ffentliche Hand kann sich einen so gro&#223;z&#252;gigen Umgang mit urheberrechtlichen Bestimmungen nat&#252;rlich nicht erlauben. &#8220;Im Unterschied zu Google werden bei der DDB die Rechte-Inhaber zuerst gefragt und dann wird gehandelt – dokumentiert und jederzeit nachvollziehbar&#8221;, betont Neumann.</p>
<p>Google &#228;u&#223;ert sich nicht konkret &#252;ber den Umfang seines Investments in das Projekt, dem die DDB Konkurrenz machen will. <a href="http://news.cnet.com/8301-30684_3-10321371-265.html">Sch&#228;tzungen</a> gehen aber davon aus, dass der Internetkonzern bislang allein f&#252;r das Einscannen um die $300 Millionen in das Projekt gesteckt haben muss. &#8220;Niemand au&#223;er Google ist reich genug, um in diesem massiven Umfang in Digitalisierung zu investieren&#8221;, hat der Direktor der Universit&#228;tsbibliothek von Harvard, Robert Darnton, mit Bedauern <a href="http://www.nybooks.com/articles/22281">festgestellt</a>. Obwohl der Aufwand, den die DDB betreiben will, also sehr viel gr&#246;&#223;er ist, ist ihre Investitionssumme sehr viel &#252;berschaubarer: F&#252;r die zentrale Infrastruktur sollen <a href="http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/BeauftragterfuerKulturundMedien/Medienpolitik/DeutscheDigitaleBibliothek/deutsche-digitale-bibliothek.html">Regierungsangaben</a> zufolge nach einer Anschubfinanzierung in H&#246;he von 5 Mio. Euro jedes Jahr insgesamt 2,6 Mio. Euro zur Verf&#252;gung gestellt werden. Weitere Mittel zur Digitalisierung will man auch von &#8220;privaten Geldgebern&#8221; einwerben.</p>
<p>Die genannten Summen sind nachgerade anr&#252;hrend klein. Der Bundeskulturminister will die digitale Universalbibliothek am Pappenstiel. Gemessen an Googles Investition k&#246;nnte es also durchaus sein, dass – wie Neumann r&#252;hmt – ein &#8220;Jahrhundertprojekt&#8221; aus der DDB wird: In 100 Jahren w&#228;re man in etwa in der Gr&#246;&#223;enordnung dessen, was Google bisher investiert hat. Dabei d&#252;rfte ein L&#246;wenanteil dieser Summe allein f&#252;r die anfallenden Recherche- und Verwaltungsarbeiten bei der Suche nach den Rechteinhabern draufgehen. Die Anzahl zug&#228;nglich gemachter Werke m&#252;sste dementsprechend weit hinter dem zur&#252;ckbleiben, was Google bisher bereits erm&#246;glicht hat.</p>
<p>So l&#246;blich der Ansatz der Bundesregierung ist, das &#8220;kulturelle Erbe in &#246;ffentlicher Verantwortung&#8221; zu behalten, w&#228;re nachzurechnen, ob dem Allgemeinwohl nicht besser durch eine Urheberrechtsreform gedient w&#228;re, die etwa festlegt, dass vergriffene Werke von &#246;ffentlichen Bibliotheken auch online verf&#252;gbar oder zumindest durchsuchbar gemacht werden d&#252;rfen – bei entsprechender Entsch&#228;digung f&#252;r die Rechteinhaber &#252;ber die Verwertungsgesellschaften.</p>
<p>W&#252;nscht man sich eine &#246;ffentliche Bibliothek im Netz, so ist der Staat eben nicht nur als Investor gefragt. Vor allem w&#228;re eine &#220;berarbeitung des Urheberrechts vonn&#246;ten, die das Ziel des &#246;ffentlichen Bibliothekssystems, die Zug&#228;nglichmachung und Bewahrung von Wissen, nicht dort begrenzt, wo die analogen M&#246;glichkeiten bisher praktische Grenzen gezogen haben. Eine &#246;ffentliche digitale Bibliothek muss auf rechtlichen Grundlagen beruhen, mit denen sie ihre Aufgaben gegen&#252;ber der Allgemeinheit auch im Netz erf&#252;llen kann. Wenn die Berliner Politologin und Netzforscherin Jeanette Hofmann ein &#8220;Googlegesetz&#8221; <a href="http://www.golem.de/0911/71233.html">fordert</a>, kann man ihr deshalb nur zustimmen.</p>
<p>Einstweilen bleibt aber noch etwas Bedenkzeit: Der Bund nimmt noch anderthalb J&#228;hrchen Anlauf, bevor er zum &#8220;Quantensprung in der Welt der digitalen Information&#8221; (Neumann) ansetzt: Erst ab 2011 soll die DDB in den &#8220;<a href="http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/BeauftragterfuerKulturundMedien/Medienpolitik/DeutscheDigitaleBibliothek/deutsche-digitale-bibliothek.html">Pilotbetrieb</a>&#8221; gehen. Nach anderen Angaben aus derselben amtlichen Quelle soll im gleichen Jahr gar der &#8220;<a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1272/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2009/12/2009-12-02-bkm-deutsche-digitale-bibliothek.html">Dauerbetrieb</a>&#8221; starten. Der Pilotbetrieb als Dauerbetrieb: Soviel Beta-Mentalit&#228;t h&#228;tte den Beh&#246;rden wohl bisher niemand zugetraut.</p>
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		<title>Google wird Buchh&#228;ndler</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 04:55:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Google wird ab Mitte 2010 in den USA und Europa B&#252;cher aus den Best&#228;nden des Google-Editions-Projekts zum Kauf anbieten. Dies k&#252;ndigte eine hochrangige Sprecherin des Unternehmens auf der Tools of Change Konferenz am vergangenen Dienstag in Frankfurt an und konkretisierte damit die Vision, die Google-Book-Search-Chef Dan Clancy bereits im Juli pr&#228;sentiert hatte. Google Editions ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Google wird ab Mitte 2010 in den USA und Europa B&#252;cher aus den Best&#228;nden des Google-Editions-Projekts zum Kauf anbieten. Dies k&#252;ndigte eine hochrangige Sprecherin des Unternehmens auf der <a href="http://www.tocfrankfurt.com/" target="_blank">Tools of Change</a> Konferenz am vergangenen Dienstag in Frankfurt an und konkretisierte damit die Vision, die Google-Book-Search-Chef Dan Clancy bereits im Juli <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/googles_vision_for_the_future_of_google_books_eboo.php" target="_blank">pr&#228;sentiert</a> hatte.<span id="more-534"></span></p>
<p>Google Editions ist eine Erweiterung des Partnerprogramms, mit dem Google Verlagen und Autoren erm&#246;glicht, ihre Publikationen durchsuchbar zu machen und Nutzern in begrenztem Umfang anzuzeigen. Es handelt sich bei den in Google Editions enthaltenen Publikationen also zun&#228;chst nicht um die im umstrittenen Google Book Settlement thematisierten vergriffenen und verwaisten Werke.</p>
<p>Zus&#228;tzlich zur Durchsuchbarkeit und ausschnittsweisen Anzeige sollen die in Google Editions angebotenen digitalen Texte ab Mitte n&#228;chsten Jahres auch verk&#228;uflich werden. Nutzer sollen auf Texte, die sie erworben haben, &#8216;in the cloud&#8217;, also durch Onlinezugriff von einem beliebigen PC oder eReader aus zugreifen k&#246;nnen. Gleichzeitig werde eine Kopie des Textes lokal abgespeichert, so dass auch ohne bestehende Onlineverbindung weitergelesen werden kann. Wie dies technisch im Detail aussehen wird, ist noch kl&#228;rungsbed&#252;rftig. Wahrscheinlich wird die skizzierte lokale Speicherung auf Google <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Google_Gears" target="_blank">Gears</a> beruhen.</p>
<p>Googles Director of Strategic Partnerships, Amanda Edmonds, betonte einem <a href="http://www.thebookseller.com/news/99964-google-plans-buy-anywhere-read-anywhere-offer.html" target="_blank">Bericht</a> des britischen Branchenmagazins &#8220;The Bookseller&#8221; zufolge, dass Google Editions die Nutzer nicht auf bestimmte Ger&#228;te, Software oder H&#228;ndler festlegen wolle. Stattdessen setzt der Suchmaschinenkonzern darauf, sein Buchangebot auf verschiedenen Endger&#228;ten und &#252;ber verschiedene Handelskan&#228;le zug&#228;nglich zu machen.</p>
<p>So sollen die digitalen Texte aus Google Editions nicht nur direkt &#252;ber Google Books, sondern auch &#252;ber kooperierende Onlineh&#228;ndler oder direkt &#252;ber die Websites der teilnehmenden Verlage bezogen werden k&#246;nnen. Dabei unterschiedet sich die Aufteilung der Erl&#246;se: Beim Kauf &#252;ber Google Books gibt Google 63% der Einnahmen an den Rechteinhaber weiter und beh&#228;lt 37% ein. Dieser Split ist bereits aus dem Book Settlement bekannt, wo er f&#252;r die Verwertung vergriffener und verwaister Werke ins Spiel gebracht worden war. Beim Kauf &#252;ber einen Online-H&#228;ndler erh&#228;lt der Rechteinhaber dagegen 45%, die &#252;brigen 55% teilen sich der H&#228;ndler und Google. Auch hier sind nach Edmonds Aussage noch Details zu kl&#228;ren.</p>
<p>Interessant ist die Ank&#252;ndigung, dass sich Google vorbehalte, die B&#252;cher gegen&#252;ber dem Listenpreis zu reduzieren, soweit dem nicht lokale Bestimmungen entgegenst&#252;nden (wie die Buchpreisbindung in Deutschland). Allerdings wolle Google die Mindereinnahmen durch die Preisreduktion auf die eigene Kappe nehmen und den Rechteinhaber verg&#252;ten, als w&#228;re das Buch zum Listenpreis verkauft worden. &#8211; Man darf gespannt sein, wie lange sich solche gro&#223;z&#252;gigen Zusagen angesichts der zu erwartenden bedeutenden Marktmacht Googles halten werden.</p>
<p>Google plant nach Edmonds Aussage auch, mit Hardwareherstellern zusammenzuarbeiten. Dabei d&#252;rfte Sony, das sich in der Auseinandersetzung um das Book Settlement an die Seite Googles <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/08/sony-schaltet-sich-in-book-settlement-streit-ein-will-mitverdienen/" target="_blank">geschlagen</a> hatte, deutlich bessere Chancen haben als Amazon mit seinem Kindle. Nicht nur, weil der Kindle als geschlossenes, an ein bestimmtes Format und einen spezifischen Shop angebundenes System im Widerspruch zur von Google skizzierten Plattformunabh&#228;ngigkeit steht. Auch die Auseinandersetzung mit Amazon im Book Settlement-Streit mag Googles Lust auf eine Zusammenarbeit mit dem Onlinehandelsgiganten geschm&#228;lert haben. Amanda Edmonds bezweifelte vernehmlich, dass Amazons Kindle f&#252;r Google Editions das Ger&#228;t der Wahl sei.</p>
<p>Auf Fragen zum Book Settlement ging Edmonds bei ihrem Vortrag nach dem Bericht des Bookseller nicht ein. Klar d&#252;rfte aber sein, dass auch die vom Settlement betroffenen vergriffenen und verwaisten Publikationen mit in den Warenkatalog des entstehenden neuen Buchhandelsgiganten Google aufgenommen werden, sobald eine juristisch tragf&#228;hige Grundlage daf&#252;r besteht. Damit best&#228;tigt sich auch Lawrence Lessigs Einwand gegen das Google Book Settlement, der in einem Vortrag im Juli kritisiert hatte, dass Google Books nicht auf der Logik einer Bibliothek, sondern auf der eines Buchh&#228;ndlers basiere:</p>
<blockquote><p>&#8220;We’re building into this not so much a digital library but a digital bookstore.&#8221;</p></blockquote>
<p>Infotopia, so scheint es, wird allenfalls in Googles weltumspannender Shopping Mall stattfinden.</p>
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		<title>Das Wissen des Papierzeitalters</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Oct 2009 08:16:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Lesehinweis in eigener Sache: In The European erscheint heute ein Gastbeitrag von mir, in dem ich vorschlage, &#252;ber eine Schrankenreglung im Urheberrecht nachzudenken, die es generell erm&#246;glicht, vergriffene literarische Werke zu digitalisieren, um sie von Suchmaschinen erfassen zu lassen. Dahinter stecken zwei Thesen. Einerseits, dass sich die Bedeutung von &#214;ffentlichkeit ge&#228;ndert hat: Das Netz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Lesehinweis in eigener Sache: In <em>The European </em>erscheint heute ein <a href="http://www.theeuropean.de/rohde-thomas/digitalisierung-und-das-urheberrecht" target="_blank">Gastbeitrag</a> von mir, in dem ich vorschlage, &#252;ber eine Schrankenreglung im Urheberrecht nachzudenken, die es generell erm&#246;glicht, vergriffene literarische Werke zu digitalisieren, um sie von Suchmaschinen erfassen zu lassen. <span id="more-525"></span></p>
<p>Dahinter stecken zwei Thesen. Einerseits, dass sich die Bedeutung von &#214;ffentlichkeit ge&#228;ndert hat: Das Netz ist ein wesentlicher Teil der &#214;ffentlichkeit. Kann man eigentlich noch mit Recht davon sprechen, ein Werk sei ver&#246;ffentlicht, wenn es im Netz keine Spuren hinterl&#228;sst? Andererseits: Der Begriff von Wissen hat sich ver&#228;ndert. Wissen hei&#223;t zunehmend weniger, etwas auswendig im Kopf zu haben, sondern Recherchewege zu beherrschen, die das jeweils Erforderte zutage f&#246;rdern. Das im Papierzeitalter ver&#246;ffentlichte Wissen &#246;ffentlich zu halten, bedeutet deswegen, es im Netz auffindbar zu machen.</p>
<p>&#220;berrascht hat mich die Position von Matthias Ulmer, der daran zweifelt, dass das in Bibliotheken gesammelte Wissen grunds&#228;tzlich bewahrenswert ist: In seinem <a href="http://www.theeuropean.de/ulmer-matthias/aenderung-des-urheberrechtes" target="_blank">Beitrag</a> argumentiert er, dass das Wissen des Papierzeitalters zu einem guten Teil &#252;berfl&#252;ssig sei:</p>
<blockquote><p>&#8220;Der gr&#246;&#223;te Teil der  B&#252;cher in Bibliotheken wird nie mehr ausgeliehen. Weil die einfach niemand braucht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Dann k&#246;nnte man ja gleich hingehen und alle B&#252;cher, die in den letzten f&#252;nf Jahren nicht entliehen wurden, aus den Bibliotheken entfernen. Endlich wieder Platz im Regal! Soweit geht Ulmer freilich nicht. Aber spricht es f&#252;r eine hohe Meinung von den Leistungen der Autoren, wenn er behauptet, dass es unwichtig ist, ob ihre Werke jetzt oder erst zwei Tage vor St. Nimmerlein (um fair zu sein: er sagt &#8220;in zwanzig Jahren&#8221;) digital zug&#228;nglich werden?</p>
<p>Da Kommentieren bei <em>The European</em> etwas beschwerlich ist, schlage ich vor, Kommentare zu meinem Gastbeitrag hier zu hinterlassen.</p>
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		<title>Sony schaltet sich in Book Settlement Streit ein, will mitverdienen</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Aug 2009 00:59:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
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		<description><![CDATA[Sony hat sich in die Auseinandersetzung &#252;ber das Google Book Settlement eingeschaltet. Nachdem sich vor kurzem Microsoft, Yahoo und Sony-Konkurrent Amazon im Rechtsstreit um das Book Search Settlement gegen Google gestellt hatten, hat nun Sony an der Seite des Suchmaschinen-Konzerns Position bezogen. Wie Wired soeben berichtet, hat Sony beim zust&#228;ndigen Richter einen Amicus Curiae-Brief angek&#252;ndigt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sony hat sich in die Auseinandersetzung &#252;ber das Google Book Settlement eingeschaltet. Nachdem sich vor kurzem Microsoft, Yahoo und Sony-Konkurrent Amazon im Rechtsstreit um das Book Search Settlement gegen Google <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/8200624.stm" target="_blank">gestellt</a> hatten, hat nun Sony an der Seite des Suchmaschinen-Konzerns Position bezogen. <span id="more-403"></span></p>
<p>Wie Wired soeben <a href="http://www.wired.com/epicenter/2009/08/sony-google-book/" target="_blank">berichtet</a>, hat Sony beim zust&#228;ndigen Richter einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amicus_curiae" target="_blank">Amicus Curiae</a>-Brief angek&#252;ndigt, mit dem der Elektronik-Konzern als unbeteiligte, aber interessierte Partei seine Sicht der Dinge ins Verfahren einbringen will. In dem von Wired ver&#246;ffentlichten Brief an den Richter (<a href="http://www.wired.com/images_blogs/epicenter/2009/08/sony-amicus-request-letter-2.pdf" target="_blank">pdf</a>) hebt Sony hervor, dass das Book Settlement einen positiven Effekt auf den E-Reader-Markt haben werde:</p>
<blockquote><p>&#8220;In Sony Electronics’ view, the cooperative and mutually beneficial relationship the Settlement forges between Google and the copyright holders in the proposed class may have a profoundly positive impact on the market for e-book readers and related devices.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gemeint d&#252;rfte damit in erster Linie wohl ein positiver Effekt auf das von Sony selbst angebotene E-Book-Leseger&#228;t sein. Dessen neueste Version namens <a href="http://www.lesen.net/ereader/sony-reader-daily-edition-sonys-kindle-945/" target="_blank">Daily Edition</a> n&#228;mlich hat eine Funktion eingebaut, &#252;ber die der Reader (vorerst nur in den USA) &#252;ber eine drahtlose Netzanbindung auf die E-Book-Best&#228;nde &#246;ffentlicher Bibliotheken zugreifen kann. Damit verf&#252;gt die neueste E-Reader-Generation von Sony &#252;ber ein Merkmal, das sie von den Ger&#228;ten der Mitbewerber abhebt – insbesondere vom US-Marktf&#252;hrer, Amazons Kindle.</p>
<p>Dieses Alleinstellungsmerkmal begr&#252;ndet ein besonderes Interesse des Konzerns an den E-Book-Best&#228;nden der Bibliotheken. Je leichter der Zugriff auf (m&#246;glichst kostenlosen) Content, desto attraktiver die Hardware. Nach dieser Regel ist der Marktvorteil von Sonys E-Reader umso gr&#246;&#223;er, je mehr B&#252;cher in einer Bibliothek als E-Book vorliegen. Durch eine Zusammenarbeit mit Google konnte Sony bereits in der Vergangenheit vom Book Search-Programm <a href="http://paidcontent.org/article/419-sony-google-team-up-against-amazon/" target="_blank">profitieren</a>: Google stellt seit vergangenem M&#228;rz 500.000 nicht mehr dem Copyright unterliegende Werke auf den Sony Readern zur Verf&#252;gung.</p>
<p>Das Book Settlement w&#252;rde erm&#246;glichen, diese Zusammenarbeit auch auf copyrightgesch&#252;tzte B&#252;cher auszuweiten. B&#252;cher, die im Druck sind und unter Copyright stehen, sollen nach der im Settlement ausgehandelten Abmachung &#252;ber Online-Buchh&#228;ndler zu kaufen oder Bibliotheken ausleihbar sein. – Den Nutzern des neuesten Sony Readers also via Bibliothekszugang gratis zur Verf&#252;gung stehen. Ebenso wie die umstrittenen verwaisten, also nicht mehr im Handel befindlichen, aber noch durch Copyright gesch&#252;tzten Werke, die Google auf Grundlage des Settlements digitalisieren und anbieten wird.</p>
<p>Googles digitale &#8216;Bibliothek&#8217; d&#252;rfte auf lange Sicht eher einem Buchladen gleichen. Darauf hat unl&#228;ngst Lawrence Lessig in einem <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/08/lawrence-lessig-ueber-das-google-book-settlement/" target="_blank">Vortrag</a> &#252;ber das Google Book Settlement hingewiesen:</p>
<blockquote><p>&#8220;We’re building into this not so much a digital library but a digital bookstore.&#8221;</p></blockquote>
<p>Den Zugriff auf die digitalisierten B&#252;cher will Google nach eigenem <a href="http://books.google.com/googlebooks/agreement/" target="_blank">Bekunden</a> an Bibliotheken verkaufen. Die Monopolposition, die Googles digitale Megabibliothek einnehmen k&#246;nnte, z&#228;hlt deshalb zu den gr&#246;&#223;ten Sorgen von Gegnern des Book Settlements au&#223;erhalb der Konzernwelt. So <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/8200624.stm" target="_blank">zitiert</a> BBC News den Gr&#252;nder der Non-Profit-Organisation <a href="http://www.archive.org/" target="_blank">Internet Archive</a> Brewster Kahle mit den Worten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Google is trying to monopolise the library system. […] If this deal goes ahead, they&#8217;re making a real shot at being &#8216;the&#8217; library and the only library.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Bibliotheken w&#252;rden sich einem Angebot gegen&#252;bersehen, das sie, wie die Library Copyright Alliance <a href="http://www.library.utoronto.ca/library/blogs/ereader/?p=379" target="_blank">bef&#252;rchtet</a>, selbst unter einem Preisdiktat kaum w&#252;rden ablehnen k&#246;nnen. Die Kosten f&#252;r den Content w&#252;rden dann die Bibliotheken tragen. Nutzer eines Leseger&#228;ts mit Bibliotheksanschluss dagegen h&#228;tten den gesamten elektronischen Bibliotheksbestand kostenlos zur Verf&#252;gung. Finanziell w&#228;ren sie lediglich &#252;ber ihre Bibliotheksgeb&#252;hr (und, nat&#252;rlich, die allgemeinen Steuern) beteiligt. (Als ein Ansatz zu einem Kulturflatrate-Modell ist das &#252;brigens einen Gedanken wert.)</p>
<p>Ein Leseger&#228;t, das jederzeit kostenlos auf so ziemlich die gesamte digitalisierte Weltbibliothek zugreifen k&#246;nnte, h&#228;tte einen beeindruckenden Produktvorteil gegen&#252;ber Ger&#228;ten, deren Nutzer jedes einzelne E-Book kaufen m&#252;ssen. Zumal die Grenzen zwischen Besitz und Ausleihe in der Welt der immateriellen B&#252;cher immer mehr verschwimmen (vermeintlich gekaufte B&#252;cher k&#246;nnen jederzeit <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">zur&#252;ckgeholt</a>, nicht jedoch antiquarisch <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/verbrauchertipp/1018697/" target="_blank">weiterverkauft</a> oder -verschenkt werden). F&#252;r Sony ist es also durchaus sinnvoll, auf Tuchf&#252;hlung mit dem Monopolisten in spe zu gehen.</p>
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		<title>Lawrence Lessig &#252;ber das Google Book Settlement</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Aug 2009 09:55:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Book Settlement]]></category>
		<category><![CDATA[Lawrence Lessig]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem Vortrag f&#252;r das Berkman Center for Internet &#38; Society der Harvard University hat Lawrence Lessig davor gewarnt, dass das Google Book Settlement den Zugang zu Literatur kurzfristig zwar erleichtern, langfristig jedoch erschweren wird. Lessig sprach davon, dass sich die &#8220;&#214;kologie des Werkzugangs&#8221; (&#8220;ecology of access&#8221;) durch die Regelung grunds&#228;tzlich zu verschieben droht. W&#228;hrend [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem Vortrag f&#252;r das <a href="http://cyber.law.harvard.edu/" target="_blank">Berkman Center for Internet &amp; Society</a> der Harvard University hat <a href="http://lessig.org/blog/" target="_blank">Lawrence Lessig</a> davor gewarnt, dass das Google Book Settlement den Zugang zu Literatur kurzfristig zwar erleichtern, langfristig jedoch erschweren wird. Lessig sprach davon, dass sich die &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Digital_ecology" target="_blank">&#214;kologie</a> des Werkzugangs&#8221; (&#8220;ecology of access&#8221;) durch die Regelung grunds&#228;tzlich zu verschieben droht. <span id="more-337"></span></p>
<p>W&#228;hrend im traditionellen System die Bibliotheken gew&#228;hrleisten, dass man zu jedem literarischen Werk freien Zugang hat, wird das Google Book Settlement seiner Ansicht nach dazu f&#252;hren, dass der Zugang zu jenen Werken, die weder in gedruckter Ausgabe verf&#252;gbar noch gemeinfrei sind, durch &#252;berkomplexe Bestimmungen letztlich der Nutzung entzogen werden.</p>
<p>Lessig verglich die Situation, die durch das Settlement entsteht, mit der komplizierten Rechtslage bei Dokumentarfilmen: Die einzelne Bestandteile, aus denen diese sich zusammensetzen, etwa Ausschnitte aus Nachrichtensendungen oder anderen Quellen, werden jeweils einzeln durch unterschiedliche Lizenzabkommen mit unterschiedlichen Laufzeiten gesch&#252;tzt, so dass nach Ablauf der urspr&#252;nglich ausgehandelten Lizenzlaufzeit ein immenser Aufwand zur Neulizenzierung ansteht, wenn man den Dokumentarfilm auch weiterhin verf&#252;gbar halten will. Durch das <a href="http://www.googlebooksettlement.com/r/view_settlement_agreement" target="_blank">Book Settlement</a> wird nach Lawrence Lessigs  Ansicht eine vergleichbar komplizierte Lizenzierungssituation f&#252;r verwaiste Werke geschaffen, die einen unverh&#228;ltnism&#228;&#223;igen Verwaltungsaufwand erfordert:</p>
<blockquote><p>&#8220;The problem here is that the settlement pushes us towards a radically different kind of ecology. […] Here is my fear: That this agreement with the largest and most important information technology company we&#8217;ve got and the two presumptive rights players here, publishers and authors, moves us down a path where books become documentary films. Where the ecology of access we have to books in the future is like the ecology of access we have to documentary films today. Which means that we don&#8217;t have access in the traditional sense of guaranteeing [that] we&#8217;ve got access. [Instead] we&#8217;ve got access that&#8217;s encumbered by a bunch of agreements that don&#8217;t ever build into their architecture the theme that we must guarantee at some point free access to this culture. We&#8217;re building into this not so much a digital library but a digital bookstore.&#8221;</p></blockquote>
<p>Auch wenn Lessigs Sorge der Zug&#228;nglichkeit durch Nutzer gilt, deren Rechte er in der Konstellation des Settlements nicht repr&#228;sentiert findet, redet er nicht einer copyrightfreien Situation das Wort. Lessig betont, dass die Balance zwischen den Interessen der Wirtschaft (Limitierung des Zugangs) und den Interessen der Nutzer (Zugangsm&#246;glichkeit) sich in der digitalen Welt verschoben hat, so dass ein neues Gleichgewicht gefunden und dazu auch das Urheberrecht reformiert werden muss:</p>
<blockquote><p>&#8220;Think about how we are going to restrike a balance in the digital world that gives us something like the value of the balance that was struck in the physical world, a balance between what I think of as the commercial life of published works and the beyond-the-commercial life of published works. […] The problem in the digital world is that free space disappears because every single thing you do with copyrighted work in a digital environment triggers copyright law in theory because it produces a copy. […] What do we do to recreate this balance how do we structure a legal regime to give us both the commercial opportunity where that’s necessary and the free access where that commercial opportunity is no longer necessary.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der gesamte Vortrag kann auf der Website des <a href="http://blogs.law.harvard.edu/mediaberkman/2009/08/03/lawrence-lessig-on-the-google-book-search-settlement-settlements-static-goods-dynamic-bads-audi/" target="_blank">Berkman Center</a> als Audiofile (<a href="http://wilkins.law.harvard.edu/events/conferences/2009-07-31_googlebooks/2009-07-31_googlelessig/2009-07-31_googlelessig.mp3" target="_blank">MP3</a> oder <a href="http://wilkins.law.harvard.edu/events/conferences/2009-07-31_googlebooks/2009-07-31_googlelessig/2009-07-31_googlelessig.ogg" target="_blank">OGG</a>) heruntergeladen werden. (Wer einmal Lessigs Pr&#228;sentationen gesehen hat, wie etwa seinen Berliner Vortrag &#8220;<a href="http://blip.tv/file/2121395" target="_blank">The Search for a Moose</a>&#8220;, wird bedauern, dass die Bilder zu Lessigs Vortrag nicht mitgeliefert werden. Das Gel&#228;chter des Publikums zeigt, dass sie es wert gewesen w&#228;ren. Vielleicht stellt Lessig seine Berkman-Center-Pr&#228;sentation ja auch noch auch seinem <a href="http://lessig.blip.tv/" target="_blank">Kanal</a> bei blip.tv ein)</p>
<p>(via <a href="http://www.teleread.org/2009/08/10/larry-lessig-on-digital-libraries/" target="_blank">teleread</a>)</p>
<p><strong>Update</strong> 13.08. 22:19h: Lawrence Lessig hat seinen Vortrag &#252;ber das Google Book Search Settlement nun auch als <a href="http://blip.tv/file/2471815" target="_blank">Video</a> zug&#228;nglich gemacht.</p>
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		<title>Lesenswert: Ilja Braun &#252;ber das Google Book Settlement</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/07/lesenswert-ilja-braun-ueber-google-books-settlement/</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Jul 2009 08:42:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Google Book Settlement privilegiert Nutzer und Verlage in den USA, schreibt Ilja Braun heute im Perlentaucher. Durch IP-Blocking wird Google sicherstellen, dass nur von amerikanischen IP-Adressen aus auf die vom Book Settlement betroffenen B&#252;cher zugegriffen werden kann. Wer au&#223;erhalb der USA vor dem Computer sitzt, wird auf die von Google eingescannten B&#252;cher nicht zugreifen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Google Book Settlement privilegiert Nutzer und Verlage in den USA, <a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/5627.html" target="_blank">schreibt</a> Ilja Braun heute im Perlentaucher. Durch IP-Blocking wird Google sicherstellen, dass nur von amerikanischen IP-Adressen aus auf die vom <a href="http://www.googlebooksettlement.com/" target="_blank">Book Settlement</a> betroffenen B&#252;cher zugegriffen werden kann. Wer au&#223;erhalb der USA vor dem Computer sitzt, wird auf die von Google eingescannten B&#252;cher nicht zugreifen k&#246;nnen.<span id="more-281"></span></p>
<p>Wie Braun darstellt, will Google so Vorw&#252;rfen entgehen, au&#223;erhalb der USA, wo es sich durch das Book Settlement juristisch absichert, gegen lokale Urheberrechts- oder Copyrightbestimmungen zu versto&#223;en. Dadurch werden die Nutzer von Googles B&#252;chersuche in den USA allerdings weit mehr haben als anderswo:</p>
<blockquote><p>&#8220;Nach der Genehmigung des Vergleichs werden die Leser in den USA Zugriff auf mehr als zehn Millionen digitalisierte B&#252;cher haben. Bibliotheken werden ihren Besuchern &#252;ber institutionelle Abonnements erm&#246;glichen, diese Texte im Volltext zu lesen. Von dem abgelegensten kleinen Ort aus wird man so auf die Best&#228;nde der New York Public Library zugreifen k&#246;nnen. B&#252;cher, die im Handel l&#228;ngst nicht mehr erh&#228;ltlich sind, werden als E-Book oder Print-on-Demand Ausgabe wieder lieferbar sein. In Europa und im Rest der Welt werden hingegen nur solche Titel verf&#252;gbar sein, die entweder gemeinfrei sind oder die die Rechteinhaber selbst bei Google angemeldet haben.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nicht nur Nutzer, sondern auch amerikanische Autoren und Verlage seien durch das Book Settlement gegen&#252;ber ihren Kollegen au&#223;erhalb der USA privilegiert, schildert Ilja Braun. Daher regt er an, eine deutsche Version des Book Settlement auf den Weg zu bringen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Eine deutsche Ausgabe des viel geschm&#228;hten Google Settlements w&#228;re also wom&#246;glich gar keine so schlechte L&#246;sung &#8211; nicht zuletzt f&#252;r die an einem Zugang zu zehn Millionen digitalisierten B&#252;chern interessierte &#214;ffentlichkeit.&#8221;</p></blockquote>
<p>Eine Frage, die sich mir nach Brauns lesenswertem Essay allerdings weiter stellt: W&#252;rde Google nicht doch gegen Bestimmungen des deutschen Urheberrechts versto&#223;en, wenn es f&#252;r US-amerikanische IP-Adressen B&#252;cher nutzbar machen w&#252;rde, die nach deutschem Recht gesch&#252;tzt sind? Selbst wenn der Versto&#223; nur anderswo stattfindet &#8211; mir scheint: ein Versto&#223; bliebe er doch.</p>
<p>Google hat, wie Ilja Braun berichtet, eingestanden, dass es beim Book Settlement &#8220;in Sachen Informationspolitik noch einiges nachholen&#8221; m&#252;sse. Dem kann man nicht recht widersprechen.</p>
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