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	<title>bewegliche lettern&#187; Amazons Leserbewertungen als Waffe im Konflikt mit Verlagen &#8211; bewegliche lettern</title>
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	<description>medienwandel in gutenbergs welt</description>
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		<title>Amazons Leserbewertungen als Waffe im Konflikt mit Verlagen</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 11:11:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
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		<description><![CDATA[Paul Carr ruft in einem Artikel auf TechCrunch den Internet-Buchh&#228;ndler Amazon dazu auf, sein Leserbewertungssystem zu ver&#228;ndern. Er beklagt, dass sich dort Laienrezensionen h&#228;ufen, die nichts mit den besprochenen B&#252;chern, sondern mit der eBook-Politik der Verlage zu tun haben. Anlass f&#252;r Carrs Unzufriedenheit ist ein Schwall negativer Leserbewertungen von Michael Lewis&#8217; Sachbuch &#8220;The Big Short&#8221;, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Paul Carr ruft in einem <a href="http://techcrunch.com/2010/03/22/im-not-kidding-do-it-now/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Techcrunch+%28TechCrunch%29" target="_blank">Artikel</a> auf TechCrunch den Internet-Buchh&#228;ndler Amazon dazu auf, sein Leserbewertungssystem zu ver&#228;ndern. Er beklagt, dass sich dort Laienrezensionen h&#228;ufen, die nichts mit den besprochenen B&#252;chern, sondern mit der eBook-Politik der Verlage zu tun haben. <span id="more-792"></span></p>
<p>Anlass f&#252;r Carrs Unzufriedenheit ist ein Schwall negativer <a href="http://www.amazon.com/Big-Short-Inside-Doomsday-Machine/product-reviews/0393072231/ref=dp_top_cm_cr_acr_txt?ie=UTF8&amp;showViewpoints=1" target="_blank">Leserbewertungen</a> von Michael Lewis&#8217; Sachbuch &#8220;The Big Short&#8221;, die sich nicht mit dem Inhalt des Buches auseinandersetzen, sondern die negative Bewertung benutzen, um gegen die Entscheidung des Verlages zu protestieren, der diesen Titel bisher nicht in einer eBook-Version f&#252;r den Kindle herausgebracht hat:</p>
<blockquote><p>&#8220;At the time of writing there are 64 one star reviews – more than the total number of 2-5 star review combined – sending a clear message to potential purchasers: this book might be popular but it’s also a total sack of crap. Don’t waste your money.  There’s just one problem with that message: less than half of those one star reviews are actually reviewing the book. Instead, most of the reviewers’ ire relates to the fact that publishers WW Norton have decided not to release a Kindle version of the book at the same time as its hardback release.&#8221;</p></blockquote>
<p>In diesem Fall d&#252;rfte Amazons Interesse, den Eifer zu z&#252;geln, mit dem die Laienrezensenten ihr Missfallen &#252;ber die eBook-Politik des Verlags zu &#228;u&#223;ern, eher schwach ausgepr&#228;gt sein. Denn  wenn Amazon auch daran gelegen sein d&#252;rfte, dass  Leserrezensionen generell eher positiv sind und damit zum Kauf anregen, d&#252;rfte sein Interesse an der Vergr&#246;&#223;erung des Kindle-eBook-Marktanteils noch gr&#246;&#223;er sein. Die Unmuts&#228;u&#223;erungen der Leser &#252;ber das Ausbleiben der Kindle-eBook-Version m&#252;ssen Amazon deshalb h&#246;chst willkommen sein.</p>
<p>Schon in der Vergangenheit hat der Online-H&#228;ndler deutlich gemacht, dass er in Auseinandersetzungen mit Verlagen die Macht seiner Kunden nutzen will. Als Amazon im Februar im <a href="http://bewegliche-lettern.de/2010/02/konflikt-um-ebook-preise-amazon-nimmt-macmillan-aus-dem-programm/" target="_blank">Konflikt</a> mit Macmillan &#252;ber die Preisgestaltung von eBooks einen R&#252;ckzieher machte und die zuvor aus dem Angebot genommenen B&#252;cher dieses Verlages wieder zum Kauf anbot, <a href="http://bewegliche-lettern.de/2010/02/konflikt-um-ebook-preise-amazon-nimmt-macmillan-aus-dem-programm/" target="_blank">wandte</a> sich der Online-H&#228;ndler in seiner Kindle Community an seine Kunden und forderte sie auf, mit dem Geldbeutel abzustimmen:</p>
<blockquote><p>“We want you to know that ultimately, however, we will have to  capitulate and accept Macmillan’s terms because Macmillan has a monopoly  over their own titles, and we will want to offer them to you even at  prices we believe are needlessly high for e-books. Amazon customers will  at that point decide for themselves whether they believe it’s  reasonable to pay $14.99 for a bestselling e-book.”</p></blockquote>
<p>Amazon versteht es, sich zum Anwalt und zum Sprachrohr seiner Kunden zu machen &#8211; insbesondere wenn diese Positionen vertreten, die in Amazons Politik passen. Damals hat Amazon seine Kunden aufgefordert, sich mit ihren Mitteln am Konflikt mit den Verlagen zu beteiligen. Und bietet nun &#8211; wie Paul Carrs Beispiel zeigt &#8211; mit seinen Leserbewertungen eine &#246;ffentliche Plattform, auf dem die Endkunden sich in die Diskussion einbringen k&#246;nnen.</p>
<p>Um Rezensionen, die sich nicht mit dem vorgeblich rezensierten Buch, sondern mit Fragen der Verlagspolitik besch&#228;ftigen, zu vermeiden, schl&#228;gt Carr vor, dass Amazon nur noch K&#228;ufern des jeweiligen Buches erlaubt, Leserrezensionen einzustellen. Diese Idee ist interessant und w&#228;re vermutlich tats&#228;chlich ein wirksamer Schritt gegen Leserrezensions-Spam. Doch glaube ich nicht, dass Amazon ihn umsetzen wird: Gerade wenn es um Fragen der Verlagspolitik geht, d&#252;rfte Amazon eher daran interessiert sein, sich den Lesern gegen&#252;ber als Sprachrohr ihrer Interessen zu gerieren und den Verlagen gegen&#252;ber sein Verhandlungsgewicht durch seine Kundenbasis zu verst&#228;rken.</p>
<p>Verlage sind Amazon gegen&#252;ber schon l&#228;nger argw&#246;hnisch, weil der Online-H&#228;ndler eine allzu gro&#223;e Marktmacht darstellt, mit der Verhandlungen auf Augenh&#246;he zusehends schwerer werden. Die Verlage d&#252;rfen aber nicht vergessen, dass sich die Marktmacht Amazons nicht allein in Verkaufszahlen messen l&#228;sst, sondern vor allem auch in dem guten Ansehen, das Amazon bei den Endkunden genie&#223;t. Im Gegensatz zu Amazon, die schon immer dicht am Verbraucher agiert haben, haben bisher die wenigsten Verlage verstanden und umgesetzt, dass den Verbrauchern im Zuge des Medienwandels gr&#246;&#223;ere Bedeutung und gr&#246;&#223;erer Einfluss zukommen.</p>
<p>Denn Verbraucher haben in der digitalen Welt andere M&#246;glichkeiten, ihre Differenzen mit Verlagen auszutragen, als es in der analogen Welt m&#246;glich war: Sei es, indem sie sich durch Web2.0-Funktionen (wie etwas Amazons Leserbewertungen) vernehmbar machen, sei es, indem sie sich vom Marktplatz verabschieden und ihre eBooks stattdessen bei Rapidshare etc. suchen.</p>
<p>Verlage d&#252;rfen den Verbrauchern nicht so unsympathisch werden wie die gro&#223;en Player der Musikindustrie. Sonst werden sie auf dieselbe Weise scheitern wie diese. Das Verst&#228;ndnis und die Zustimmung der Endkunden ist ein Faktor, der bei allen digitalen Strategieentscheidungen mit ber&#252;cksichtigt werden muss. Amazon hat verstanden, wie schwach die Verlage im Umgang mit den Endkunden sind und wei&#223; diese Schw&#228;che und die eigene St&#228;rke zu nutzen. Verlage sollten dem m&#228;chtigen Online-H&#228;ndler nicht das Monopol auf die Sympathie der Verbraucher im digitalen Buchhandel &#252;berlassen.</p>
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		<item>
		<title>Lesenswert: &#8220;Was kauft man, wenn man ein eBook kauft?&#8221;</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2010/03/lesenswert-was-kauft-man-wenn-man-ein-ebook-kauft/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 10:49:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf iRights.info setzt sich der Urheberrechts-Journalist Ilja Braun kundig und umfassend mit der Frage auseinander, was man eigentlich kauft, wenn man ein eBook kauft. Darf der Verk&#228;ufer es nach dem Kauf zur&#252;ckziehen (wie dies Amazon ausgerechnet mit einigen eBooks von George Orwell getan hat)? Darf man eBooks f&#252;r den privaten Gebrauch kopieren? Darf man sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <a href="http://www.irights.info/index.php?id=870" target="_blank">iRights.info</a> setzt sich der Urheberrechts-Journalist <a href="http://twitter.com/iljabraun" target="_blank">Ilja Braun</a> kundig und umfassend mit der Frage auseinander, was man eigentlich kauft, wenn man ein eBook kauft. Darf der Verk&#228;ufer es nach dem Kauf zur&#252;ckziehen (wie dies Amazon ausgerechnet mit einigen eBooks von George Orwell <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">getan</a> hat)? Darf man eBooks f&#252;r den privaten Gebrauch kopieren? Darf man sie weiterverkaufen? Was, wenn die AGBs des eBook-Anbieters nicht im Einklang mit der Gesetzeslage sind? <span id="more-742"></span></p>
<p>Einfache Antworten kann man in Ilja Brauns Artikel nicht finden. Daf&#252;r gelingt es ihm, klar zu machen, dass die Rechtslage in vielen Aspekten unklar ist. So sei noch nicht einmal ausgemacht, ob eBooks im Sinne des Gesetzes eigentlich &#8220;B&#252;cher&#8221; oder &#8220;Sprachwerke in digitaler Form&#8221; seien. Auch die Schl&#252;sselfrage, ob man eBooks besitzt oder lediglich ein Nutzungsrecht an ihnen erwirbt, l&#228;sst sich, wie Braun darlegt, rechtlich noch nicht eindeutig beantworten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Was passiert, wenn man ein E-Book  herunterl&#228;dt? Kauft man da ein »unk&#246;rperliches Gut«? Oder erwirbt man »Nutzungsrechte« an geistigem Eigentum, schlie&#223;t also einen  urheberrechtlichen Vertrag? Geht man davon aus, dass ein E-Book ein »unk&#246;rperliches Werkexemplar« ist, an dem man Eigentum erwirbt, quasi  ein Buch in Dateiform, so handelt es sich in erster Linie um einen  Kaufvertrag. Das Urheberrecht ist dann allenfalls am Rande tangiert –  und Klauseln, die dem K&#228;ufer die rechtm&#228;&#223;ige Benutzung seines Eigentums  untersagen, w&#228;ren im Zweifel unwirksam. Zur rechtm&#228;&#223;igen Benutzung w&#252;rde  aus dieser Sicht auch das private Kopieren z&#228;hlen – allerdings nur  auszugsweise. Geht man hingegen davon aus, dass der Download prim&#228;r ein»Nutzungsvertrag« ist, mit dem man bestimmte Rechte an fremdem geistigem  Eigentum erwirbt, so w&#252;rde man sagen: Der Kunde hat nicht etwas  gekauft, sondern es ist ihm erlaubt worden, das geistige Eigentum eines  anderen (des Buchautors) zu nutzen, indem er den Text auf seinem  Leseger&#228;t anzeigen l&#228;sst.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wer sich &#252;ber die komplexen juristischen Fragen, die eBooks aufwerfen, informieren will, sollte diesen Text nicht nur lesen, sondern auch f&#252;r die Zukunft bookmarken: Dies ist ein <a href="http://www.irights.info/index.php?id=870" target="_blank">Referenztext</a> f&#252;r die kommenden Jahre &#8211; bis sich eine verbindlichere Gesetzeslage oder Rechsprechungspraxis entwickelt hat.</p>
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		<item>
		<title>Konflikt um eBook-Preise: Amazon nimmt Macmillan aus dem Programm [Update: Amazon macht R&#252;ckzieher]</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2010/02/konflikt-um-ebook-preise-amazon-nimmt-macmillan-aus-dem-programm/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 06:40:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
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		<category><![CDATA[Apple]]></category>
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		<category><![CDATA[Pricing]]></category>
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		<description><![CDATA[Noch vor wenigen Tagen nannte der Chef des zur Holtzbrinck-Gruppe geh&#246;renden US-amerikanischen Verlagsriesen Macmillan eBook-Piraterie als gr&#246;&#223;te Herausforderung f&#252;r Verleger elektronischer B&#252;cher. Seit vergangenem Freitag m&#252;sste er wohl eine andere Antwort geben. Die Umsatzeinbu&#223;en, die sein Konzern, zu dem Verlagslabels wie Farrar, Straus &#38; Giroux, Picador und Henry Holt geh&#246;ren, seitdem zu erleiden hat, d&#252;rften [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch vor wenigen Tagen <a href="http://www.teleread.org/2010/01/26/brian-napack-president-of-macmillan-digital-book-piracy/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+teleread%2FKHnj+%28TeleRead%3A+Bring+the+E-Books+Home%29">nannte</a> der Chef des zur Holtzbrinck-Gruppe geh&#246;renden US-amerikanischen Verlagsriesen Macmillan eBook-Piraterie als gr&#246;&#223;te Herausforderung f&#252;r Verleger elektronischer B&#252;cher. Seit vergangenem Freitag m&#252;sste er wohl eine andere Antwort geben. Die Umsatzeinbu&#223;en, die sein Konzern, zu dem Verlagslabels wie Farrar, Straus &amp; Giroux, Picador und Henry Holt geh&#246;ren, seitdem zu erleiden hat, d&#252;rften die Verluste durch die illegale Verbreitung von eBooks um einiges &#252;bertreffen. Denn am sp&#228;ten Freitagabend verschwanden auf einen Schlag alle Publikationen aus dem Hause Macmillan aus dem Angebot des Online-Handelsriesen Amazon.com. Zwar k&#246;nnen diese Titel &#252;ber Amazon noch bei Drittanbietern bestellt werden. Amazon selbst verkauft jedoch derzeit keine Macmillan-B&#252;cher mehr. <span id="more-698"></span></p>
<p>Eine offizielle Stellungnahme dazu gab es bislang von Amazon nicht. Ein <a href="http://www.publishersweekly.com/article/CA6717133.html?rssid=192">offener Brief</a> von Macmillan-CEO John Sargent best&#228;tigt im wesentlichen die <a href="http://bits.blogs.nytimes.com/2010/01/29/amazon-pulls-macmillan-books-over-e-book-price-disagreement/">Vermutungen</a> der <em>New York Times</em>,<em> </em>dass es sich dabei um eine Art Strafaktion von Amazon.com gegen den Verlagskonzern handelt. Seit einiger Zeit liefert sich der Online-H&#228;ndler Amazon eine Auseinandersetzung &#252;ber die Preisgestaltung und den Erscheinungstermin von eBooks. Amazon hat mit seinem eBook-Leseger&#228;t Kindle den US-Markt f&#252;r digitale B&#252;cher fest im Griff und bietet eBooks zum Preis von $9,99 an. Macmillan dr&#228;ngt, wie andere Verlage auch, auf h&#246;here Preise und will ansonsten die Ver&#246;ffentlichung elektronischer Ausgaben seiner B&#252;cher systematisch verz&#246;gern, um das Gesch&#228;ft mit den h&#246;herpreisigen gebundenen Ausgaben zu sch&#252;tzen.</p>
<p>Anlass f&#252;r die Eskalation des schwelenden Konflikts ist offensichtlich das Auftreten eines neuen gro&#223;en Players auf der B&#252;hne des digitalen Buchhandels. Apple hat angek&#252;ndigt, in seinen Mitte letzter Woche vorgestellten tragbaren Kleincomputer iPad auch einen digitalen B&#252;cherladen integrieren. Damit wird Apple zum direkten Konkurrenten von Amazon und dessen Leseger&#228;t Kindle. Macmillan geh&#246;rt – wie weitere vier der insgesamt sechs Riesen der Verlagsbranche – von Anfang an zu den Kooperationspartnern des Computerherstellers aus Cupertino. Der Preis f&#252;r eBooks soll bei der iBooks genannten Buchhandelssoftware des iPad mit ungef&#228;hr $15 deutlich &#252;ber dem Amazon-Preis liegen.</p>
<p>Vor allem sollen die eBook-Gesch&#228;fte mit Apple aber nach einem grundlegend anderen Muster stattfinden als die Gesch&#228;fte mit Amazon: W&#228;hrend Amazon den Verlagen gegen&#252;ber als Gro&#223;h&#228;ndler auftritt, der die Verbraucherpreise selbst bestimmt, soll Apple eher als eine Art Verkaufsagentur auftreten, die die B&#252;cher gegen eine Kommission an den Endverbraucher bringt. Bei diesem Modell bleibt die Preisgestaltung ganz in der Hand der Verlage. Dabei will Macmillan die digitalen Ausgaben &#252;ber das Agenturmodell ausdr&#252;cklich zeitgleich mit der gedruckten Ausgabe anbieten. Amazon hingegen w&#252;rde die B&#252;cher unter dem Gro&#223;handelsmodell erst mit wesentlicher Verz&#246;gerung verkaufen d&#252;rfen – sofern es sich nicht ebenfalls dem Agenturmodell anschlie&#223;t und damit die Hoheit &#252;ber die Preise den Verlagen &#252;berl&#228;sst.</p>
<p>Um es kurz zu fassen: Macmillan hat f&#252;r Amazons Geschmack offenbar etwas zu heftig mit Apple geflirtet. Und wird daf&#252;r eisern abgestraft. Der Konflikt findet also nur vordergr&#252;ndig zwischen Macmillan und Amazon statt, im Hintergrund steht die Rivalit&#228;t von Amazon und Apple. In der ersten Runde dieser Auseinandersetzung sieht es so aus, als wollten die Kontrahenten ihren Kampf ohne wattierte Handschuhe austragen. Auch wenn Amazon derzeit noch nicht sein ganzes Gewicht in die Schl&#228;ge legt (auf der kanadischen, britischen und deutschen Seite von Amazon kann man Macmillan-B&#252;cher nach wie vor kaufen), wei&#223; der Handelsriese doch, welche Treffer am meisten schmerzen: So boykottiert er nicht nur eBooks, sondern auch s&#228;mtliche Printausgaben von Macmillan. Die Botschaft an die Verlagsbranche ist eindeutig: Auch wenn es jetzt einen Handelspartner f&#252;r eBooks gibt, der euch besser gef&#228;llt, vergesst nicht, dass wir gute Freunde bleiben sollten, wenn ihr eure Druckwerke weiterhin bei uns verkaufen wollt.</p>
<p>Apple hat sich bisher nicht sichtbar in diesen Konflikt eingemischt. Ein nat&#252;rlicher Verb&#252;ndeter f&#252;r Verlagsh&#228;user ist auch der Hardwaregigant aus dem Silicon Valley aber keineswegs. Apple hat seinerseits letzte Woche gegen&#252;ber einem Gro&#223;verlag schon einmal die Muskeln spielen lassen. Der gewichtige US-Lehrmittelverlag McGraw-Hill, <a href="http://venturebeat.com/2010/01/27/mcgraw-ipad/">fiel</a> offenbar in letzter Minute aus der Reihe der Verlage heraus, die Steve Jobs bei der Produktpr&#228;sentation des iPad als Kooperationspartner nannte. McGraw-Hill Verleger Harold McGraw III hatte einen Tag vor dem mit gro&#223;em Bohei vorbereiteten iPad-Launch Details &#252;ber das bis dahin hoch geheime Ger&#228;t ausgeplaudert und dadurch offenbar den Zorn von Apple auf sich gezogen. Ob der Verlag lediglich in der Pr&#228;sentation aussetzen musste oder gar ganz von der Kooperation mit Apple ausgeschlossen wird, ist noch unklar.</p>
<p>Auch wenn sich die Verlagsh&#228;user dar&#252;ber freuen m&#246;gen, dass der beargw&#246;hnten Marktgro&#223;macht Amazon zumindest im eBook-Gesch&#228;ft mit Apple eine marktkorrigierende Konkurrenz erw&#228;chst, wird man sehen, ob selbst die gr&#246;&#223;ten Konzerne der Verlagsbranche mit Apple oder Amazon auf Augenh&#246;he verhandeln k&#246;nnen. Zumindest k&#246;nnen sie sich jetzt aussuchen, von welcher Seite sie Kn&#252;ffe beziehen wollen. Man wird sich in Verlagskreisen wohl bald nostalgisch an die Zeiten erinnern, da eBook-Piraten noch als gr&#246;&#223;te Gefahr galten. Die ersten Leidtragenden sind jedoch Leser und Autoren – den einen wird es schwer gemacht, die gew&#252;nschten B&#252;cher zu kaufen, die anderen &#228;rgern sich dar&#252;ber, dass ausbleibende Buchverk&#228;ufe auch ausbleibende Honorareinnahmen bedeuten. Wie Macmillan-Autorin Cherie Priest <a href="http://digitalbookworld.com/2010/more-reactions-to-the-amazonmacmillan-battle/">zusammenfasst</a>: &#8220;My reaction to this is pretty straightforward: I think it’s dumb and it sucks.&#8221;</p>
<p><strong>Update</strong> 01.02., 07:45h: Amazon hat mit einer in einer offiziellen <a href="http://www.amazon.com/tag/kindle/forum/ref=cm_cd_fp_ef_tft_tp?_encoding=UTF8&amp;cdForum=Fx1D7SY3BVSESG&amp;cdThread=Tx2MEGQWTNGIMHV" target="_blank">Mitteilung </a>an seine Kunden einen R&#252;ckzieher gemacht und k&#252;ndigt an, auf Macmillans Forderung einzugehen:</p>
<blockquote><p>&#8220;We want you to know that ultimately, however, we will have to capitulate and accept Macmillan&#8217;s terms because Macmillan has a monopoly over their own titles, and we will want to offer them to you even at prices we believe are needlessly high for e-books. Amazon customers will at that point decide for themselves whether they believe it&#8217;s reasonable to pay $14.99 for a bestselling e-book.&#8221;</p></blockquote>
<p>F&#252;r Macmillan und andere Verlage ist es nicht ungef&#228;hrlich, dass Amazon den Ball an die Verbraucher weitergibt. Unter diesen gibt es, wie GalleyCat am Sonnabend <a href="http://www.mediabistro.com/galleycat/bookselling/amazon_customers_continue_to_boycott_kindle_books_priced_higher_than_999_150530.asp" target="_blank">berichtete</a>, bereits eine Front gegen die Preisw&#252;nsche der Verlage.</p>
<p>Mit seiner Stellungnahme ruft Amazon die Verbraucher nicht explizit zum Boykott auf (was unter US-Recht strafbar w&#228;re). Die Tendenz ist aber unmissverst&#228;ndlich. Es wird spannend, ob sich der Konflikt zwischen Amazon und den Verlagen nun als Konflikt zwischen eBook-K&#228;ufern und Verlagen fortsetzen wird. Die Bef&#252;rchtung, dass Piraterie die gr&#246;&#223;te Bedrohung f&#252;r Verleger digitaler B&#252;cher darstellt, k&#246;nnte sich doch noch als hochaktuell erweisen: Dann n&#228;mlich, wenn sich die Buchk&#228;ufer in Scharen der Piraterie zuwenden, um die Verlage f&#252;r eine in ihren Augen ungerechte Preisgestaltung zu strafen.</p>
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		<item>
		<title>Verlage verz&#246;gern Ebooks, verzichten auf Kunden</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/12/verlage-verzoegern-ebooks-verzichten-auf-kunden/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Dec 2009 06:59:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
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		<description><![CDATA[Nach Simon &#38; Schuster und Hachette hat mit Harper Collins eine dritte Verlagsgruppe angek&#252;ndigt, Ebook-Ausgaben erst mit einigen Monaten Verz&#246;gerung nach der Hardcover-Ausgabe auf den Markt zu bringen. Ziel dieser Strategie ist, die hohen Preise f&#252;r Hardcover-Ausgaben (im Schnitt $27) vor der Konkurrenz durch die von Amazon f&#252;r $9,99 angebotenen digitalen Ausgaben zu sch&#252;tzen. Den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach Simon &amp; Schuster und Hachette hat mit Harper Collins eine dritte Verlagsgruppe <a href="http://www.engadget.com/2009/12/11/harpercollins-now-also-thumbing-nose-at-e-book-industry-with-dig/" target="_blank">angek&#252;ndigt</a>, Ebook-Ausgaben erst mit einigen Monaten Verz&#246;gerung nach der Hardcover-Ausgabe auf den Markt zu bringen. Ziel dieser Strategie ist, die hohen Preise f&#252;r Hardcover-Ausgaben (im <a href="http://www.boersenblatt.net/350134/" target="_blank">Schnitt</a> $27) vor der Konkurrenz durch die von Amazon f&#252;r $9,99 angebotenen digitalen Ausgaben zu sch&#252;tzen. Den Erwartungen der Leser schl&#228;gt das ins Gesicht. Keine gute Idee auf einem Markt, in dem die Verbraucher zusehends st&#228;rker werden.<span id="more-603"></span></p>
<p>Carolyn Reidy von Simon &amp; Schuster <a href="http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704825504574584372263227740.html?mod=googlenews_wsj" target="_blank">r&#228;umte</a> dem Wall Street Journal gegen&#252;ber ein, dass die Verz&#246;gerungstaktik bei den Verbrauchern vermutlich auf wenig Gegenliebe sto&#223;en wird. Aber man m&#252;sse jetzt handeln, um schlechte Gewohnheiten gar nicht erst einrei&#223;en zu lassen:</p>
<blockquote><p>&#8220;We believe some people will be disappointed. But with new [electronic] readers coming and sales booming, we need to do this now, before the installed base of e-book reading devices gets to a size where doing it would be impossible.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wer die Erwartungen seiner Kunden nicht erf&#252;llen, sondern sie ihnen abgew&#246;hnen will, muss sich nicht wundern, wenn sich diese nach Alternativen umsehen. Etwa indem sie ganz auf die Lekt&#252;re der verz&#246;gerten Titel verzichten oder sich auf andere Weise Zugang zu dem verschaffen, was ihnen willk&#252;rlich vorenthalten wird. <a href="http://ebooktest.wordpress.com/2009/12/09/how-book-publishing-will-lose-ebooks-vs-smart-digital-books/ " target="_blank">Mike Cane</a> verdeutlicht, dass die digitale Verweigerungshaltung schon in der Vergangenheit nach hinten losgegangen ist:</p>
<blockquote><p>&#8220;Let’s see … not a single Harry Potter book has been released in electronic format. Yet is every Harry Potter book available in every electronic format? Yes.  All you’re doing with this delay is saying: &#8216;Hey, kids! Rev up your scanners and bleed our writers to death!&#8217;&#8221;</p></blockquote>
<p>In einem differenzierten Beitrag verdeutlicht <a href="http://bookseller-association.blogspot.com/2009/12/so-whats-wrong-with-999.html" target="_blank">Martyn Daniels</a>, dass die Verlage noch nicht begriffen haben, dass ihre Position gegen&#252;ber den Verbrauchern durch den Medienwandel geschw&#228;cht ist:</p>
<blockquote><p>&#8220;The reality is that the power in the digital channel is clearly shifting away from the publisher and moving upstream to the author and downstream to the consumer.&#8221;</p></blockquote>
<p>Daniels erinnert zurecht daran, wie die Musikindustrie mit dem Aufkommen der CD &#252;berh&#246;hte Preise durchgesetzt hat. Und damit den Boden f&#252;r das P2P-Sharing legte, in dem die Verbraucher einander gegenseitig mit dem digitalen Gut versorgten und die Verwerterindustrien ausblendeten.</p>
<p>Weil die digitale Ware keinen Unterschied zwischen Original und Kopie kennt, ver&#228;ndert sich auch das Machtgef&#252;ge zwischen Verwerterindustrie und Verbrauchern: Denn die Verwerterindustrien k&#246;nnen nicht mehr von der Knappheit ihres Gutes profitieren. Was digital ist, kann nicht knapp sein: Es ist virtuell immer unendlich oft in gleicher Qualit&#228;t vorhanden. Wer sich da als Gatekeeper aufspielt, wirkt ein bisschen anachronistisch.</p>
<p>Wenn sich die Verwerterindustrien also nicht abschaffen wollen, sollten sie die Verbraucher als Verb&#252;ndete sehen. Wer verkaufen will, muss freundlich sein. Die Piraterie im Film- und Musikgesch&#228;ft verdankt sich nicht zuletzt auch dem schlechten Ruf, den sich diese Branchen &#252;ber Jahre erarbeitet haben.</p>
<p>Wie aber ist das Preisproblem zu l&#246;sen? Man wird den Verbrauchern nicht verst&#228;ndlich machen k&#246;nnen, dass eine digitale Ausgabe auch nur ann&#228;hernd so viel kosten soll wie ein gedrucktes Buch: Nicht nur, weil der Herstellungs-, Lagerungs- und Verteilungsaufwand so sichtbar geringer ist als bei einem physischen Produkt. Sondern auch, weil der Verbraucher weniger bekommt: Nichts was er antiquarisch weiterverkaufen k&#246;nnte, nichts was er ausleihen k&#246;nnte, nichts was er ohne erhebliche Vorab-Investition in die Hardware nutzen k&#246;nnte.</p>
<p>Wenn sich Ebooks f&#252;r $9,99 tats&#228;chlich nicht rechnen, m&#252;ssen die Verlage eben Ebooks anbieten, die einen h&#246;heren Preis rechtfertigen. Etwa, indem sie die M&#246;glichkeiten ihres digitalen Mediums ausnutzen und dadurch &#8211; sei&#8217;s multimedial, sei&#8217;s interaktiv &#8211; Mehrwert herstellen, der den Verbrauchern einleuchtet. In Martyn Daniels Worten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Assuming ebooks sold cheap are going to kill off more expensive physical renditions isn’t a reason not to release them, but a reason to make them different.&#8221;</p></blockquote>
<p>Eine andere M&#246;glichkeit w&#228;re, dass sich die Verlage zus&#228;tzlich zum Verkauf ihrer Produkte Einnahmen verschaffen. &#8211; Etwa durch Veranstaltungen oder durch das Einwerben von Sponsoring. Andere Kultureinrichtungen, etwa Museen, Orchester und Theater, haben ja gut funktionierende und finanzstarke &#8216;Freundeskreise&#8217;. Warum nicht auch Verlage? Auch dazu m&#252;ssen sie zu ihren Lesern allerdings freundlich sein.</p>
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		<title>Google wird Buchh&#228;ndler</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 04:55:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Book Settlement]]></category>
		<category><![CDATA[Google Editions]]></category>
		<category><![CDATA[Kindle]]></category>
		<category><![CDATA[Sony]]></category>

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		<description><![CDATA[Google wird ab Mitte 2010 in den USA und Europa B&#252;cher aus den Best&#228;nden des Google-Editions-Projekts zum Kauf anbieten. Dies k&#252;ndigte eine hochrangige Sprecherin des Unternehmens auf der Tools of Change Konferenz am vergangenen Dienstag in Frankfurt an und konkretisierte damit die Vision, die Google-Book-Search-Chef Dan Clancy bereits im Juli pr&#228;sentiert hatte. Google Editions ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Google wird ab Mitte 2010 in den USA und Europa B&#252;cher aus den Best&#228;nden des Google-Editions-Projekts zum Kauf anbieten. Dies k&#252;ndigte eine hochrangige Sprecherin des Unternehmens auf der <a href="http://www.tocfrankfurt.com/" target="_blank">Tools of Change</a> Konferenz am vergangenen Dienstag in Frankfurt an und konkretisierte damit die Vision, die Google-Book-Search-Chef Dan Clancy bereits im Juli <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/googles_vision_for_the_future_of_google_books_eboo.php" target="_blank">pr&#228;sentiert</a> hatte.<span id="more-534"></span></p>
<p>Google Editions ist eine Erweiterung des Partnerprogramms, mit dem Google Verlagen und Autoren erm&#246;glicht, ihre Publikationen durchsuchbar zu machen und Nutzern in begrenztem Umfang anzuzeigen. Es handelt sich bei den in Google Editions enthaltenen Publikationen also zun&#228;chst nicht um die im umstrittenen Google Book Settlement thematisierten vergriffenen und verwaisten Werke.</p>
<p>Zus&#228;tzlich zur Durchsuchbarkeit und ausschnittsweisen Anzeige sollen die in Google Editions angebotenen digitalen Texte ab Mitte n&#228;chsten Jahres auch verk&#228;uflich werden. Nutzer sollen auf Texte, die sie erworben haben, &#8216;in the cloud&#8217;, also durch Onlinezugriff von einem beliebigen PC oder eReader aus zugreifen k&#246;nnen. Gleichzeitig werde eine Kopie des Textes lokal abgespeichert, so dass auch ohne bestehende Onlineverbindung weitergelesen werden kann. Wie dies technisch im Detail aussehen wird, ist noch kl&#228;rungsbed&#252;rftig. Wahrscheinlich wird die skizzierte lokale Speicherung auf Google <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Google_Gears" target="_blank">Gears</a> beruhen.</p>
<p>Googles Director of Strategic Partnerships, Amanda Edmonds, betonte einem <a href="http://www.thebookseller.com/news/99964-google-plans-buy-anywhere-read-anywhere-offer.html" target="_blank">Bericht</a> des britischen Branchenmagazins &#8220;The Bookseller&#8221; zufolge, dass Google Editions die Nutzer nicht auf bestimmte Ger&#228;te, Software oder H&#228;ndler festlegen wolle. Stattdessen setzt der Suchmaschinenkonzern darauf, sein Buchangebot auf verschiedenen Endger&#228;ten und &#252;ber verschiedene Handelskan&#228;le zug&#228;nglich zu machen.</p>
<p>So sollen die digitalen Texte aus Google Editions nicht nur direkt &#252;ber Google Books, sondern auch &#252;ber kooperierende Onlineh&#228;ndler oder direkt &#252;ber die Websites der teilnehmenden Verlage bezogen werden k&#246;nnen. Dabei unterschiedet sich die Aufteilung der Erl&#246;se: Beim Kauf &#252;ber Google Books gibt Google 63% der Einnahmen an den Rechteinhaber weiter und beh&#228;lt 37% ein. Dieser Split ist bereits aus dem Book Settlement bekannt, wo er f&#252;r die Verwertung vergriffener und verwaister Werke ins Spiel gebracht worden war. Beim Kauf &#252;ber einen Online-H&#228;ndler erh&#228;lt der Rechteinhaber dagegen 45%, die &#252;brigen 55% teilen sich der H&#228;ndler und Google. Auch hier sind nach Edmonds Aussage noch Details zu kl&#228;ren.</p>
<p>Interessant ist die Ank&#252;ndigung, dass sich Google vorbehalte, die B&#252;cher gegen&#252;ber dem Listenpreis zu reduzieren, soweit dem nicht lokale Bestimmungen entgegenst&#252;nden (wie die Buchpreisbindung in Deutschland). Allerdings wolle Google die Mindereinnahmen durch die Preisreduktion auf die eigene Kappe nehmen und den Rechteinhaber verg&#252;ten, als w&#228;re das Buch zum Listenpreis verkauft worden. &#8211; Man darf gespannt sein, wie lange sich solche gro&#223;z&#252;gigen Zusagen angesichts der zu erwartenden bedeutenden Marktmacht Googles halten werden.</p>
<p>Google plant nach Edmonds Aussage auch, mit Hardwareherstellern zusammenzuarbeiten. Dabei d&#252;rfte Sony, das sich in der Auseinandersetzung um das Book Settlement an die Seite Googles <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/08/sony-schaltet-sich-in-book-settlement-streit-ein-will-mitverdienen/" target="_blank">geschlagen</a> hatte, deutlich bessere Chancen haben als Amazon mit seinem Kindle. Nicht nur, weil der Kindle als geschlossenes, an ein bestimmtes Format und einen spezifischen Shop angebundenes System im Widerspruch zur von Google skizzierten Plattformunabh&#228;ngigkeit steht. Auch die Auseinandersetzung mit Amazon im Book Settlement-Streit mag Googles Lust auf eine Zusammenarbeit mit dem Onlinehandelsgiganten geschm&#228;lert haben. Amanda Edmonds bezweifelte vernehmlich, dass Amazons Kindle f&#252;r Google Editions das Ger&#228;t der Wahl sei.</p>
<p>Auf Fragen zum Book Settlement ging Edmonds bei ihrem Vortrag nach dem Bericht des Bookseller nicht ein. Klar d&#252;rfte aber sein, dass auch die vom Settlement betroffenen vergriffenen und verwaisten Publikationen mit in den Warenkatalog des entstehenden neuen Buchhandelsgiganten Google aufgenommen werden, sobald eine juristisch tragf&#228;hige Grundlage daf&#252;r besteht. Damit best&#228;tigt sich auch Lawrence Lessigs Einwand gegen das Google Book Settlement, der in einem Vortrag im Juli kritisiert hatte, dass Google Books nicht auf der Logik einer Bibliothek, sondern auf der eines Buchh&#228;ndlers basiere:</p>
<blockquote><p>&#8220;We’re building into this not so much a digital library but a digital bookstore.&#8221;</p></blockquote>
<p>Infotopia, so scheint es, wird allenfalls in Googles weltumspannender Shopping Mall stattfinden.</p>
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		<title>Kindle 1984: Amazon einigt sich mit Kl&#228;gern, will brav sein</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Oct 2009 21:30:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[DRM]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[eReader]]></category>
		<category><![CDATA[Kindle]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit einer au&#223;ergerichtlichen Einigung geht Amazon nach einer umstrittenen eBook-L&#246;schaktion einer drohenden Sammelklage aus dem Weg, wie der Technologieblog Techflash berichtet. Im Juli hatte Amazon ohne vorherige Warnung per Mobilfunkzugang eBooks von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Readern gel&#246;scht. Dagegen hatten Kindle-Nutzer Klage eingereicht, die den Status einer Sammelklage anstrebte. In der nun vorgelegten Einigung, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit einer au&#223;ergerichtlichen Einigung geht Amazon nach einer umstrittenen eBook-L&#246;schaktion einer drohenden Sammelklage aus dem Weg, wie der Technologieblog Techflash <a href="http://techflash.com/seattle/2009/09/amazon_settles_lawsuit_over_deleted_1984.html" target="_blank">berichtet</a>. Im Juli hatte Amazon ohne vorherige Warnung per Mobilfunkzugang eBooks von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Readern <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">gel&#246;scht</a>. Dagegen hatten Kindle-Nutzer Klage <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-update-amazon-steht-vor-sammelklage/" target="_blank">eingereicht</a>, die den Status einer Sammelklage anstrebte. In der nun vorgelegten Einigung, der das Gericht noch zustimmen muss, verpflichtet sich Amazon juristisch, zuk&#252;nftig auf &#228;hnliche L&#246;schaktionen zu verzichten. <span id="more-491"></span></p>
<p>Einer der Kl&#228;ger, Justin Gawronski, war nach eigener Darstellung von der L&#246;schaktion in besonderem Ma&#223;e betroffen gewesen, da zusammen mit dem von Amazon zur&#252;ckgezogenen und gel&#246;schten eBook, George Orwells &#8220;Nineteen Eighty-Four&#8221;, auch seine pers&#246;nlichen Notizen und Randbemerkungen gel&#246;scht worden waren, die er zu diesem Text auf seinem Kindle angelegt hatte.</p>
<p>Der von Techflash dokumentierte Text der Einigung (<a href="http://assets.bizjournals.com/cms_media/pdf/KindleCase1.pdf?site=techflash.com" target="_blank">pdf</a>), l&#228;sst Amazon k&#252;nftig nur wenig Spielraum f&#252;r heimliche L&#246;schzugriffe:</p>
<blockquote><p>&#8220;Amazon will not remotely delete or modify such Works from Devices purchased and being used in the United States unless (a) the user consents to such deletion or modification; (b) the user requests a refund for the Work or otherwise fails to pay for the Work (e.g., if a credit or debit card issuer declines to remit payment); (c) a judicial or regulatory order requires such deletion or modification; or (d) deletion or modification is reasonably necessary to protect the consumer or the operation of a Device or network through which the Device communicates (e.g., to remove harmful code embedded within a copy of a Work downloaded to a Device).&#8221;</p></blockquote>
<p>Zus&#228;tzlich verpflichtet sich Amazon, 150 000 US-Dollar an die Anw&#228;lte des Kl&#228;gers zu zahlen, die diese zumindest teilweise einer wohlt&#228;tigen Organisation spenden. Angaben &#252;ber eine eventuelle Zahlung an Gawronski und den zweiten Kl&#228;ger sind aus dem Text der Einigung nicht zu entnehmen.</p>
<p>Angesichts eines <a href="http://www.thebookseller.com/news/98286-kindle-prepared-for-pre-frankfurt-uk-launch.html.rss" target="_blank">ger&#252;chteweise</a> bevorstehenden Launchs des Kindle in Europa f&#228;llt ins Auge, dass die G&#252;ltigkeit dieser Erkl&#228;rung ausdr&#252;cklich auf das US-Territorium beschr&#228;nkt ist. Dennoch m&#252;ssen sich Kindle-Nutzer au&#223;erhalb der USA wohl kaum Sorgen um einen R&#252;ckfall des Online-Buchh&#228;ndlers machen:  Zu tief d&#252;rfte bei Amazon der Stachel stecken.</p>
<p>Nachdem sich Amazon-CEO Jeff Bezos pers&#246;nlich f&#252;r die L&#246;schaktion <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-jeff-bezos-sagt-sorry-laesst-alle-fragen-offen/" target="_blank">entschuldigt</a> hatte und Amazon den gesch&#228;digten Kindle-Nutzern die Wiederherstellung der gel&#246;schten Daten oder eine Gutschrift in H&#246;he von 30 US-Dollar <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/09/amazon-bietet-kindle-1984-geschaedigten-daten-oder-geld/" target="_blank">angeboten</a> hatte, zieht diese au&#223;ergerichtliche Einigung einen Schlussstrich unter die f&#252;r Amazon peinliche Panne.</p>
<p>Der Skandal um Amazons heimliche L&#246;schaktion hat  das Verdienst, klargemacht zu haben, wie prek&#228;r die Privatsph&#228;re und die Besitz- oder Nutzungsrechte sind, die die Nutzer von &#8220;<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,637388,00.html" target="_blank">tethered devices</a>&#8221; wie dem Kindle-Reader, an den von ihnen erworbenen Inhalten haben.</p>
<p>(via <a href="http://www.teleread.org/2009/10/01/1984-lawsuit-settled-by-amazon-enough-protection-now-from-orwellian-zaps-of-kindle-books/" target="_blank">teleread</a>)</p>
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		<title>Content kann man nicht verkaufen: Paul Graham &#252;ber &#8220;Post-Medium Publishing&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Sep 2009 12:43:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Graham]]></category>
		<category><![CDATA[Pricing]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir haben nie f&#252;r Content bezahlt, sondern immer nur f&#252;rs Medium, ist sich der Programmierer, Essayist und Risikokapitalgeber Paul Graham sicher. Damit greift er eine der Grundbehauptungen – aus seiner Sicht wohl eher: Lebensl&#252;gen – der Verwerterindustrien an. Die Belege, die er daf&#252;r in seinem neuesten Essay &#8220;Post-Medium Publishing&#8221; vorbringt, sind griffig.  So fragt er: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben nie f&#252;r Content bezahlt, sondern immer nur f&#252;rs Medium, ist sich der Programmierer, Essayist und Risikokapitalgeber <a href="http://www.paulgraham.com/bio.html" target="_blank">Paul Graham</a> sicher. Damit greift er eine der Grundbehauptungen – aus seiner Sicht wohl eher: Lebensl&#252;gen – der Verwerterindustrien an. Die Belege, die er daf&#252;r in seinem neuesten Essay &#8220;<a href="http://www.paulgraham.com/publishing.html" target="_blank">Post-Medium Publishing</a>&#8221; vorbringt, sind griffig. <span id="more-456"></span></p>
<p>So fragt er: &#8220;Wenn es den Verwertern darum ging, Content zu verkaufen, warum war der Preis von B&#252;chern, Musik oder Filmen dann zumeist vor allem vom Format abh&#228;ngig? Warum hat dann besserer Content nicht mehr gekostet?&#8221; Gerade mit Blick auf die Preisgestaltung der Buchindustrie, die denselben Inhalt als Hardcover und als Paperback zu verschiedenen Preisen anbietet, hat Grahams Einwand einige &#220;berzeugungskraft:</p>
<blockquote><p>&#8220;Almost every form of publishing has been organized as if the medium was what they were selling, and the content was irrelevant. Book publishers, for example, set prices based on the cost of producing and distributing books. They treat the words printed in the book the same way a textile manufacturer treats the patterns printed on its fabrics.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Digitalisierung f&#252;hrt dazu, dass der physische Datentr&#228;ger verzichtbar wird. Damit verlieren die Verwerterindustrien ihr Produkt, glaubt Graham. Ihr Mantra, wie zuvor den Datentr&#228;ger nun den Content verkaufen zu k&#246;nnen, h&#228;lt er f&#252;r unglaubw&#252;rdig. Selbst iTunes verkaufe nicht eigentlich Content, sondern erhebe lediglich eine Art Geb&#252;hr f&#252;r den unkomplizierten Zugang zu ihm.</p>
<p>Die Interessen eines Distributors wie iTunes sind von denen der Verwerterindustrie deutlich unterschieden – etwa dadurch, dass er die Preise stets &#8220;unterhalb der Wahrnehmbarkeitsschwelle&#8221; halten m&#252;sse. – Dasselbe Modell zeichnet sich nach Paul Grahams Ansicht f&#252;r eBooks ab:</p>
<blockquote><p>&#8220;The situation is much the same with digital books. Whoever controls the device sets the terms. It&#8217;s in their interest for content to be as cheap as possible, and since they own the channel, there&#8217;s a lot they can do to drive prices down. Prices will fall even further once writers realize they don&#8217;t need publishers. Getting a book printed and distributed is a daunting prospect for a writer, but most can upload a file.&#8221;</p></blockquote>
<p>Was bedeutet das f&#252;r die Zukunft der Verwerter? Graham bietet keine umfassende Vision, sondern spricht Nischenl&#246;sungen an: Da, wo man mit Informationen Geld verdienen kann, wird f&#252;r sie auch weiterhin bezahlt werden – etwa f&#252;r B&#246;rsentipps. Und da, wo das physische Medium eine hohe Attraktivit&#228;t hat, wird auch weiterhin f&#252;r dieses bezahlt werden: Zum Beispiel f&#252;r aufwendig hergestellte gedruckte B&#252;cher und f&#252;r Hochglanzzeitschriften.</p>
<p>F&#252;r den gro&#223;en Restbereich – diejenigen B&#252;cher, die man nicht gedruckt im Regal stehen haben will, die Musik, auf deren physischen Datentr&#228;ger man leicht verzichten kann, hat er keinen Masterplan. Seine Ideen dazu erinnern an Kevin Kellys Thesen aus &#8220;<a href="../../2009/08/kevin-kelly-besser-als-kostenlos-better-than-free/" target="_blank">Besser als kostenlos</a>&#8220;. &#8211; Ob man darauf ein &#8220;content business&#8221; aufbauen kann, ist f&#252;r Graham aber unklar.</p>
<p>Wie auch Tim Renner, der seinem wichtigen Buch &#252;ber die Zukunft der Medienindustrie den Titel &#8220;<a href="http://www.rogner-bernhard.de/titles/show/425" target="_blank">Kinder, der Tod ist gar nicht so schlimm</a>&#8220;   gegeben hat, betont Paul Graham allerdings vor allem die Chancen dieser Situation:</p>
<blockquote><p>&#8220;I don&#8217;t know exactly what the future will look like, but I&#8217;m not too worried about it. This sort of change tends to create as many good things as it kills. Indeed, the really interesting question is not what will happen to existing forms, but what new forms will appear.&#8221;</p></blockquote>
<p>(via <a href="http://twitter.com/dvg" target="_blank">@dvg</a>)</p>
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		<title>Amazon bietet Kindle 1984-Gesch&#228;digten Datenwiederherstellung oder Geld</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Sep 2009 06:29:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kindle]]></category>

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		<description><![CDATA[Die gel&#246;schten Daten zur&#252;ck oder eine Entsch&#228;digung in H&#246;he von 30 US-Dollar hat Amazon offenbar all jenen Kindle-Nutzern angeboten, die von der umstrittenen unautorisierten L&#246;schung von eBooks &#252;ber die Mobilfunkanbindung des Kindle-Leseger&#228;tes betroffen waren. Der gew&#246;hnlich gut informierte Twitter-Nutzer e_reading berichtet soeben, er habe eine eMail mit dem entsprechenden Inhalt von Amazon erhalten. Die von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die gel&#246;schten Daten zur&#252;ck oder eine Entsch&#228;digung in H&#246;he von 30 US-Dollar hat Amazon offenbar all jenen Kindle-Nutzern angeboten, die von der umstrittenen unautorisierten <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">L&#246;schung</a> von eBooks &#252;ber die Mobilfunkanbindung des Kindle-Leseger&#228;tes betroffen waren. <span id="more-422"></span></p>
<p>Der gew&#246;hnlich gut informierte Twitter-Nutzer <a href="http://twitter.com/e_reading" target="_blank">e_reading</a> <a href="http://twitter.com/e_reading/status/3750443372" target="_blank">berichtet</a> soeben, er habe eine eMail mit dem entsprechenden Inhalt von Amazon erhalten. Die von e_reading <a href="http://twitter.com/e_reading/status/3750584290" target="_blank">dokumentierte</a> eMail ist mit &#8220;Kindle Team&#8221; unterschrieben. Sie zitiert ausf&#252;hrlich aus der <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-jeff-bezos-sagt-sorry-laesst-alle-fragen-offen/" target="_blank">Entschuldigung</a> von Amazon-CEO Jeff Bezos und bietet dem Nutzer die Wiederherstellung des gel&#246;schten eBooks und der gegebenenfalls ebenfalls gel&#246;schten eigenen Anmerkungen zum Buch oder einen Warengutschein:</p>
<blockquote><p>&#8220;As you were one of the customers impacted by the removal of &#8216;Nineteen Eighty-Four&#8217; from your Kindle device in July of this year, we would like to offer you the option to have us re-deliver this book to your Kindle along with any annotations you made.  You will not be charged for the book.  If you do not wish to have us re-deliver the book to your Kindle, you can instead choose to receive an Amazon.com electronic gift certificate or check for $30.&#8221;</p></blockquote>
<p>Au&#223;er den beiden Meldungen dieses einzelnen Twitterers gibt es bislang keine Best&#228;tigung f&#252;r diese &#252;berraschende Wendung im Kindle 1984-Skandal.</p>
<p>Falls sich diese Meldung best&#228;tigt, w&#252;rde Amazon mit seinem Angebot, die gel&#246;schten Nutzerdaten wiederherzustellen einer Sammelklage, die gegen das Unternehmen wegen der L&#246;schaktion <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-update-amazon-steht-vor-sammelklage/" target="_blank">angestrengt</a> wurde, die Grundlage nehmen. Unklar ist, ob Amazon bei der angeboteten Wiederherstellung des gel&#246;schten 1984-Textes die von Amazon selbst beanstandete Ausgabe wiederherstellen wird (der eBook-Publisher war nicht Inhaber der entsprechenden Verwertungsrechte an dem copyrightgesch&#252;tzten Text) oder eine legale Version des eBooks an dessen Stelle treten wird.</p>
<p>Eine interessante Implikation von Amazons Angebot w&#228;re, dass die gel&#246;schten Nutzerdaten nicht im digitalen Orkus verschwunden, sondern noch irgendwo in Amazons System gespeichert sind &#8211; ein Aspekt, der die Verunsicherung &#252;ber den Datenschutz der von Kindle-Nutzern auf ihren Ger&#228;ten angelegten eigenen Daten eher noch verst&#228;rken d&#252;rfte.</p>
<p><strong>Update </strong>4.9., 20:05h: Die PR-Abteilung von Amazon.de hat auf R&#252;ckfrage von bewegliche <em>lettern</em> per eMail best&#228;tigt, dass die Meldung von e_reading zutreffend ist.</p>
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		<title>Sony schaltet sich in Book Settlement Streit ein, will mitverdienen</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Aug 2009 00:59:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
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		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
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		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Book Settlement]]></category>
		<category><![CDATA[Sony]]></category>
		<category><![CDATA[Sony Daily Edition]]></category>

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		<description><![CDATA[Sony hat sich in die Auseinandersetzung &#252;ber das Google Book Settlement eingeschaltet. Nachdem sich vor kurzem Microsoft, Yahoo und Sony-Konkurrent Amazon im Rechtsstreit um das Book Search Settlement gegen Google gestellt hatten, hat nun Sony an der Seite des Suchmaschinen-Konzerns Position bezogen. Wie Wired soeben berichtet, hat Sony beim zust&#228;ndigen Richter einen Amicus Curiae-Brief angek&#252;ndigt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sony hat sich in die Auseinandersetzung &#252;ber das Google Book Settlement eingeschaltet. Nachdem sich vor kurzem Microsoft, Yahoo und Sony-Konkurrent Amazon im Rechtsstreit um das Book Search Settlement gegen Google <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/8200624.stm" target="_blank">gestellt</a> hatten, hat nun Sony an der Seite des Suchmaschinen-Konzerns Position bezogen. <span id="more-403"></span></p>
<p>Wie Wired soeben <a href="http://www.wired.com/epicenter/2009/08/sony-google-book/" target="_blank">berichtet</a>, hat Sony beim zust&#228;ndigen Richter einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amicus_curiae" target="_blank">Amicus Curiae</a>-Brief angek&#252;ndigt, mit dem der Elektronik-Konzern als unbeteiligte, aber interessierte Partei seine Sicht der Dinge ins Verfahren einbringen will. In dem von Wired ver&#246;ffentlichten Brief an den Richter (<a href="http://www.wired.com/images_blogs/epicenter/2009/08/sony-amicus-request-letter-2.pdf" target="_blank">pdf</a>) hebt Sony hervor, dass das Book Settlement einen positiven Effekt auf den E-Reader-Markt haben werde:</p>
<blockquote><p>&#8220;In Sony Electronics’ view, the cooperative and mutually beneficial relationship the Settlement forges between Google and the copyright holders in the proposed class may have a profoundly positive impact on the market for e-book readers and related devices.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gemeint d&#252;rfte damit in erster Linie wohl ein positiver Effekt auf das von Sony selbst angebotene E-Book-Leseger&#228;t sein. Dessen neueste Version namens <a href="http://www.lesen.net/ereader/sony-reader-daily-edition-sonys-kindle-945/" target="_blank">Daily Edition</a> n&#228;mlich hat eine Funktion eingebaut, &#252;ber die der Reader (vorerst nur in den USA) &#252;ber eine drahtlose Netzanbindung auf die E-Book-Best&#228;nde &#246;ffentlicher Bibliotheken zugreifen kann. Damit verf&#252;gt die neueste E-Reader-Generation von Sony &#252;ber ein Merkmal, das sie von den Ger&#228;ten der Mitbewerber abhebt – insbesondere vom US-Marktf&#252;hrer, Amazons Kindle.</p>
<p>Dieses Alleinstellungsmerkmal begr&#252;ndet ein besonderes Interesse des Konzerns an den E-Book-Best&#228;nden der Bibliotheken. Je leichter der Zugriff auf (m&#246;glichst kostenlosen) Content, desto attraktiver die Hardware. Nach dieser Regel ist der Marktvorteil von Sonys E-Reader umso gr&#246;&#223;er, je mehr B&#252;cher in einer Bibliothek als E-Book vorliegen. Durch eine Zusammenarbeit mit Google konnte Sony bereits in der Vergangenheit vom Book Search-Programm <a href="http://paidcontent.org/article/419-sony-google-team-up-against-amazon/" target="_blank">profitieren</a>: Google stellt seit vergangenem M&#228;rz 500.000 nicht mehr dem Copyright unterliegende Werke auf den Sony Readern zur Verf&#252;gung.</p>
<p>Das Book Settlement w&#252;rde erm&#246;glichen, diese Zusammenarbeit auch auf copyrightgesch&#252;tzte B&#252;cher auszuweiten. B&#252;cher, die im Druck sind und unter Copyright stehen, sollen nach der im Settlement ausgehandelten Abmachung &#252;ber Online-Buchh&#228;ndler zu kaufen oder Bibliotheken ausleihbar sein. – Den Nutzern des neuesten Sony Readers also via Bibliothekszugang gratis zur Verf&#252;gung stehen. Ebenso wie die umstrittenen verwaisten, also nicht mehr im Handel befindlichen, aber noch durch Copyright gesch&#252;tzten Werke, die Google auf Grundlage des Settlements digitalisieren und anbieten wird.</p>
<p>Googles digitale &#8216;Bibliothek&#8217; d&#252;rfte auf lange Sicht eher einem Buchladen gleichen. Darauf hat unl&#228;ngst Lawrence Lessig in einem <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/08/lawrence-lessig-ueber-das-google-book-settlement/" target="_blank">Vortrag</a> &#252;ber das Google Book Settlement hingewiesen:</p>
<blockquote><p>&#8220;We’re building into this not so much a digital library but a digital bookstore.&#8221;</p></blockquote>
<p>Den Zugriff auf die digitalisierten B&#252;cher will Google nach eigenem <a href="http://books.google.com/googlebooks/agreement/" target="_blank">Bekunden</a> an Bibliotheken verkaufen. Die Monopolposition, die Googles digitale Megabibliothek einnehmen k&#246;nnte, z&#228;hlt deshalb zu den gr&#246;&#223;ten Sorgen von Gegnern des Book Settlements au&#223;erhalb der Konzernwelt. So <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/8200624.stm" target="_blank">zitiert</a> BBC News den Gr&#252;nder der Non-Profit-Organisation <a href="http://www.archive.org/" target="_blank">Internet Archive</a> Brewster Kahle mit den Worten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Google is trying to monopolise the library system. […] If this deal goes ahead, they&#8217;re making a real shot at being &#8216;the&#8217; library and the only library.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Bibliotheken w&#252;rden sich einem Angebot gegen&#252;bersehen, das sie, wie die Library Copyright Alliance <a href="http://www.library.utoronto.ca/library/blogs/ereader/?p=379" target="_blank">bef&#252;rchtet</a>, selbst unter einem Preisdiktat kaum w&#252;rden ablehnen k&#246;nnen. Die Kosten f&#252;r den Content w&#252;rden dann die Bibliotheken tragen. Nutzer eines Leseger&#228;ts mit Bibliotheksanschluss dagegen h&#228;tten den gesamten elektronischen Bibliotheksbestand kostenlos zur Verf&#252;gung. Finanziell w&#228;ren sie lediglich &#252;ber ihre Bibliotheksgeb&#252;hr (und, nat&#252;rlich, die allgemeinen Steuern) beteiligt. (Als ein Ansatz zu einem Kulturflatrate-Modell ist das &#252;brigens einen Gedanken wert.)</p>
<p>Ein Leseger&#228;t, das jederzeit kostenlos auf so ziemlich die gesamte digitalisierte Weltbibliothek zugreifen k&#246;nnte, h&#228;tte einen beeindruckenden Produktvorteil gegen&#252;ber Ger&#228;ten, deren Nutzer jedes einzelne E-Book kaufen m&#252;ssen. Zumal die Grenzen zwischen Besitz und Ausleihe in der Welt der immateriellen B&#252;cher immer mehr verschwimmen (vermeintlich gekaufte B&#252;cher k&#246;nnen jederzeit <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">zur&#252;ckgeholt</a>, nicht jedoch antiquarisch <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/verbrauchertipp/1018697/" target="_blank">weiterverkauft</a> oder -verschenkt werden). F&#252;r Sony ist es also durchaus sinnvoll, auf Tuchf&#252;hlung mit dem Monopolisten in spe zu gehen.</p>
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		<title>Lesenswert: Cory Doctorow &#252;ber kostenlose E-Books als Marketing Tool</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 10:34:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Cory Doctorow]]></category>
		<category><![CDATA[DRM]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
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		<category><![CDATA[Free]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Guardian schreibt der Sci-Fi-Autor und Blogger Cory Doctorow &#252;ber kostenlose E-Books als Marketing Tool. Doctorow ist &#252;berzeugt: &#8220;Free ebooks generate more sales than they displace.&#8221; Doctorow stellt heraus, dass ein Kampf gegen das Kopieren nicht nur von Anfang an ein verlorener Kampf w&#228;re, sondern zudem einer, der sich gegen das Interesse des Autors an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Guardian <a href="http://www.guardian.co.uk/technology/2009/aug/18/free-ebooks-cory-doctorow" target="_blank">schreibt</a> der Sci-Fi-Autor und Blogger <a href="http://craphound.com/" target="_blank">Cory Doctorow</a> &#252;ber kostenlose E-Books als Marketing Tool. Doctorow ist &#252;berzeugt: &#8220;Free ebooks generate more sales than they displace.&#8221; <span id="more-364"></span></p>
<p>Doctorow stellt heraus, dass ein Kampf gegen das Kopieren nicht nur von Anfang an ein verlorener Kampf w&#228;re, sondern zudem einer, der sich gegen das Interesse des Autors an &#214;ffentlichkeit und Aufmerksamkeit richtet. Nicht wahrgenommen zu werden ist f&#252;r ihn bedrohlicher als illegal kopiert zu werden:</p>
<blockquote><p>&#8220;I don&#8217;t think we can stop others from copying – it&#8217;s a lost cause. Copying is actually wonderful, and I have copied my head off since I first snuck into the photocopy room at my dad&#8217;s office in 1980. My problem isn&#8217;t piracy, it&#8217;s obscurity&#8221;</p></blockquote>
<p>Kostenlose E-Books garantieren per se nicht (mehr) unmittelbar &#214;ffentlichkeit: Anders als noch vor ein paar Jahren hat ein kostenloser E-Book-Release heute, wie Doctorow schreibt, kaum noch Nachrichtenwert. Kostenlose E-Books k&#246;nnen aber die Bem&#252;hungen des Autors und seines Verlags um Aufmerksamkeit (und um verkaufte B&#252;cher) unterst&#252;tzen. Denn mit den kostenlosen E-Books wird Lesern etwas in die Hand gegeben, womit sie ihrem sozialen Umfeld leichter als bisher eine Leseempfehlung geben k&#246;nnen.</p>
<p>Eine private Buchempfehlung war schon immer dann besonders eindr&#252;cklich, wenn sie davon unterst&#252;tzt wurde, dass der begeisterte Leser seinen Freunden sein eigenes durchgelesenes Exemplar des Buches ausleiht oder weitergibt: So konnten B&#252;cher &#252;ber die sozialen Netzwerke der offline-Welt gro&#223;e Aufmerksamkeit generieren (etwas altert&#252;mlich nennt man das wohl immer noch Mundpropaganda).</p>
<p>Kostenlos und virtuell in unendlicher Anzahl verf&#252;gbare E-Books &#252;bertragen dieses Modell nicht nur in die online-Welt, sondern erm&#246;glichen es in einem sehr viel gr&#246;&#223;eren Grad als es mit gedruckte B&#252;chern m&#246;glich war: Der Leser hat schlie&#223;lich nicht nur ein Exemplar, mit dem er seine Empfehlung untermauern kann, sondern potenziell unendlich viele, so dass er das Buch nicht nur einem Leser aus seinem Bekanntenkreis, sondern gleich seiner ganzen Mailing List weitergeben kann: Wie Doctorow schreibt, machen es kostenlose E-Books &#8220;Lesern, denen das Buch gefallen hat, leicht, es anderen aus ihrem sozialen Umfeld unter die Nase zu halten.&#8221;</p>
<blockquote><p>&#8220;Booksellers – I&#8217;m a former one myself – know that personal recommendations from friends are the best way to sell books – better than reviews, better than covers, better than store-placement. A publisher&#8217;s publicity and marketing for a book is an excellent way to get it into some readers&#8217; hands, and the word of mouth enabled by freely copyable ebooks then acts as a force-multiplier to expand the publisher&#8217;s efforts.&#8221;</p></blockquote>
<p>&#220;berfl&#252;ssig zu sagen: DRM, zumindest in seiner harten Form, w&#252;rde diese Social Marketing-Perspektive von E-Books verhindern. Doctorows Gedanken implizieren allerdings, dass E-Books gegen&#252;ber (kostenpflichtigen) gedruckten B&#252;chern unterlegen w&#228;ren: Wer ein kostenloses E-Book bekommt, eilt im Idealfall in die Buchhandlung und kauft sich die gedruckte Version. F&#252;r einen Buchmarkt, der g&#228;nzlich mit E-Books arbeitet oder in dem das E-Book nicht mehr ein irgendwie unvollkommener Aspekt eines gedruckten Buches w&#228;re, eignet sich das von Doctorow skizzierte Modell nur eingeschr&#228;nkt.</p>
<p>Dort m&#252;sste gelten, dass die Verlage die kostenpflichtigen E-Books mit weiteren Qualit&#228;ten ausstatten, die die kostenlosen nicht aufweisen. Welche Qualit&#228;ten k&#246;nnten das sein? &#8211; Etwa jene, die Kevin Kelly in seinem wegweisenden Aufsatz &#8220;<a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/08/kevin-kelly-besser-als-kostenlos-better-than-free/" target="_blank">Better Than Free</a>&#8221; aufgezeigt hat.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Lesenswert: Alex R&#252;hle &#252;ber E-Publishing in China</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Aug 2009 08:35:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
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		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
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		<category><![CDATA[shanda]]></category>
		<category><![CDATA[Trivialliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>

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		<description><![CDATA[In der S&#252;ddeutschen Zeitung wirft Alex R&#252;hle heute einen eindringlichen Blick auf den E-Book-Markt in China. Der gro&#223;e Player dort ist der Verlag Shanda, der laut R&#252;hle 80% der chinesischen Internetliteratur ver&#246;ffentlicht. Shanda verdient an seinen E-Books &#252;ber ein Micropaymentsystem Geld. Der Verlag bietet seine E-Books scheibchenweise an: Die Leser werden mit kostenlosen Anfangskapiteln angelockt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der S&#252;ddeutschen Zeitung wirft Alex R&#252;hle heute einen eindringlichen <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/482864" target="_blank">Blick</a> auf den E-Book-Markt in China. Der gro&#223;e Player dort ist der Verlag Shanda, der laut R&#252;hle 80% der chinesischen Internetliteratur ver&#246;ffentlicht.<span id="more-327"></span> Shanda verdient an seinen E-Books &#252;ber ein Micropaymentsystem Geld. Der Verlag bietet seine E-Books scheibchenweise an: Die Leser werden mit kostenlosen Anfangskapiteln angelockt, danach zahlen sie per Micropayment Bagatellsummen f&#252;r weitere Teile.</p>
<p>Interessant ist auch, dass Shanda bislang vor allem mit <a href="http://bewegliche-lettern.de/tag/trivialliteratur/" target="_blank">Trivialliteratur</a> Geld verdient: Mit Geschichten, die formal und inhaltlich an Videospiele angelehnt sind, erreicht der Konzern vor allem eine junge Leserschaft und h&#228;lt sich alle T&#252;ren zur crossmedialen Vermarktung von Erfolgstiteln offen.</p>
<p>Auch f&#252;r ernste Literatur sei E-Publishing jedoch attraktiv, berichtet R&#252;hle, da es den Autoren erm&#246;glicht, die Print-Zensur zu umgehen: &#8220;Im Netz dagegen kann man bislang vieles relativ unkontrolliert ver&#246;ffentlichen&#8221; (ja ist das Internet denn ausgerechnet in China ein rechtsfreier Raum?)</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Open Source statt Memory Hole? Txtr gelobt Transparenz, Vodafone ziert sich</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/07/open-source-statt-memory-hole-txtr-gelobt-transparenz-vodafone-ziert-sich/</link>
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		<pubDate>Fri, 31 Jul 2009 09:44:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[DRM]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
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		<category><![CDATA[Kindle]]></category>
		<category><![CDATA[txtr]]></category>
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		<category><![CDATA[wizpac]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Aufsehen um Amazons eigenm&#228;chtige L&#246;schung mehrerer E-Books von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Leseger&#228;ten konnte man von Deutschland aus bisher mit einer gewissen Gelassenheit betrachten: Der Kindle wird hierzulande bisher nicht angeboten, so dass hier niemand unmittelbar betroffen war. In Deutschland bereits verf&#252;gbare E-Reader wie der Sony Reader PRS 505 verf&#252;gen im Unterschied zum Kindle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Aufsehen um Amazons eigenm&#228;chtige <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">L&#246;schung</a> mehrerer E-Books von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Leseger&#228;ten konnte man von Deutschland aus bisher mit einer gewissen Gelassenheit betrachten: Der Kindle wird hierzulande bisher nicht angeboten, so dass hier niemand unmittelbar betroffen war. In Deutschland bereits verf&#252;gbare E-Reader wie der <a href="http://www.sony.de/hub/reader-ebook" target="_blank">Sony Reader</a> PRS 505 verf&#252;gen im Unterschied zum Kindle nicht &#252;ber Zugang zu einem Drahtlosnetzwerk, &#252;ber das entsprechende L&#246;schaktionen durchgef&#252;hrt werden k&#246;nnten. Mit <a href="http://txtr.com/" target="_blank">Txtr</a> (vormals Wizpac) und <a href="http://www.vodafone.de/" target="_blank">Vodafone</a> stehen allerdings zwei Unternehmen in den Startl&#246;chern, die noch diesen Herbst E-Reader mit Drahtlosfunktion anbieten wollen. Wir haben bei ihnen nachgefragt, ob auch auf diesen Ger&#228;ten ein L&#246;schszenario wie bei Amazon m&#246;glich sein wird. W&#228;hrend Vodafone sich in seiner Antwort sp&#252;rbar zur&#252;ckhielt, sichert txtr seinen Nutzern Transparenz, den Schutz der eigenen Daten und Besitzrechte an erworbenen E-Books zu.<span id="more-302"></span></p>
<p>Konkret hatten wir den beiden Unternehmen u.a. die folgenden Fragen gestellt:</p>
<ul>
<li> Welche Rechte werden Ihre Kunden an den &#252;ber den Mobilfunkservice erworbenen E-Books haben: Besitzrechte oder lediglich Nutzungsrechte?</li>
</ul>
<ul>
<li>Werden Sie sich in den Nutzungsbedingungen des Mobilfunkservices Ihres E-Readers das Recht vorbehalten, ohne Nutzerzustimmung auf E-Books, die auf dem Leseger&#228;t gespeichert sind, zuzugreifen und diese unter bestimmten Umst&#228;nden auch zu l&#246;schen?</li>
</ul>
<ul>
<li>Werden Sie die M&#246;glichkeit haben, auch auf weitere (nicht E-Book) Dokumente zuzugreifen, die auf den Leseger&#228;ten gespeichert sind?</li>
</ul>
<ul>
<li>Werden Sie den Nutzern Ihrer E-Reader eine M&#246;glichkeit einr&#228;umen, Mobilfunkzugriffe auf die auf den E-Readern gespeicherten Daten (E-Books und andere Daten), abzublocken oder generell zu verweigern? Wird f&#252;r Nutzer, die sich zum Blocken solcher Zugriffe entscheiden, trotzdem weiterhin die M&#246;glichkeit gegeben sein, den Mobilfunkservice ihres E-Readers zum Erwerb von E-Books zu nutzen?</li>
</ul>
<p>Vodafone-Sprecher Thorsten H&#246;pken antwortete mit allgemeinem PR-Sprech à la &#8220;bester Service und Sicherheit f&#252;r unsere Kunden sind uns enorm wichtig.&#8221; Konkret ging er nicht auf die gestellten Fragen ein und wollte auch &#8220;zum jetzigen Zeitpunkt lediglich best&#228;tigen, dass Vodafone die Absicht hat, einen ePaper Service zu starten.&#8221; In welcher Form das Angebot realisiert werde, sei &#8220;aktuell noch v&#246;llig offen.&#8221; – Womit auch die Fragen nach der Sicherheit der Nutzer des geplanten E-Readers vor &#220;berwachung und L&#246;schung eigener Daten oder heruntergeladener E-Books durch Vodafone vorerst &#8220;v&#246;llig offen&#8221; bleiben. Es ist zu hoffen, dass Vodafone hier in der Zukunft noch spezifischer wird.</p>
<p>Txtr gab sich kommunikativer. Txtr-Sprecher Fabian Heinrich teilte uns auf unsere Fragen hin mit, dass txtr &#8220;auf keine F&#228;lle […] ohne Nutzerzustimmung auf gespeicherte Ebooks&#8221; oder weitere auf dem Leseger&#228;t gespeicherte Dokumente zugreifen wird. Er verwies dazu auf die &#8220;klare Produkt-Strategie&#8221; des Unternehmens:</p>
<blockquote><p>&#8220;APIs, Schnittstellen und Ger&#228;te-Sourcecodes sind bei uns offen. Nur so ist Transparenz m&#246;glich und so schaffen wir das Vertrauen, dass dergleichen [wie Amazons L&#246;schaktion] bei uns nicht passiert. Der einzige, der bei uns im &#8216;privaten Bereich&#8217; eines users was l&#246;schen kann, ist der user selbst.&#8221;</p></blockquote>
<p>Interessant an dieser Formulierung ist, dass es offenbar neben einem f&#252;r txtr zug&#228;nglichen Bereich einen dem Nutzer vorbehaltenen Bereich auf den txtr-Readern geben wird. Eine M&#246;glichkeit f&#252;r die Nutzer, Zugriffe des Providers abzublocken, wird es jedoch nicht geben, da dies nach Auffassung von txtr &#8220;bei unserem Modell schlicht nicht notwendig&#8221; sei.</p>
<p>Die spannendste Antwort hat txtr allerdings auf die Frage nach Besitz- oder Nutzungsrechten erworbener E-Books parat. Die txtr-Nutzer werden &#8220;nat&#252;rlich die Besitzrechte&#8221; an diesen haben, beteuert Fabian Heinrich.</p>
<p>Txtr wird sich an diesen recht weitreichenden Statements messen lassen m&#252;ssen, wenn sein E-Reader demn&#228;chst auf den Markt kommt.</p>
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		<title>Kindle 1984: Amazon l&#246;scht Orwell</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Jul 2009 04:39:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[DRM]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[eReader]]></category>
		<category><![CDATA[Kindle]]></category>

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		<description><![CDATA[Einer der gr&#246;&#223;ten Vorteile von Amazons E-Reader Kindle ist die M&#246;glichkeit, &#252;ber ein kostenlos zur Verf&#252;gung gestelltes Mobilfunknetz elektronische B&#252;cher von der Onlineplattform des Buchh&#228;ndlers herunterladen zu k&#246;nnen. Mit dem Dr&#252;cken einer Taste (gefolgt von der entsprechenden Belastung der Kreditkarte) ist jedes verf&#252;gbare E-Book binnen 60 Sekunden auf dem Leseger&#228;t. Damit es wieder verschwindet, muss [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einer der gr&#246;&#223;ten Vorteile von Amazons E-Reader Kindle ist die M&#246;glichkeit, &#252;ber ein kostenlos zur Verf&#252;gung gestelltes Mobilfunknetz elektronische B&#252;cher von der Onlineplattform des Buchh&#228;ndlers herunterladen zu k&#246;nnen. Mit dem Dr&#252;cken einer Taste (gefolgt von der entsprechenden Belastung der Kreditkarte) ist jedes verf&#252;gbare E-Book binnen 60 Sekunden auf dem Leseger&#228;t. Damit es wieder verschwindet, muss man dagegen keine Taste dr&#252;cken.<span id="more-177"></span></p>
<p>Ohne vorherige Nachfrage oder Warnung hat der weltgr&#246;&#223;te Onlinebuchh&#228;ndler am vergangenen Donnerstag &#252;ber die &#8220;Whispernet&#8221; genannte Mobilfunkanbindung zwei E-Books von s&#228;mtlichen im Umlauf befindlichen Kindle-Ger&#228;ten gel&#246;scht. Dabei handelt es sich um digitale Ausgaben von George Orwells &#8220;Animal Farm&#8221; und &#8220;Nineteen Eighty-Four&#8221;, die regul&#228;r &#252;ber Amazons Plattform verkauft worden waren. Im nachhinein hatte sich herausgestellt, dass der Anbieter dieser digitalen Ausgaben nicht im Besitz der entsprechenden Rechte war. Die betroffenen Kindle-Besitzer erfuhren erst im Nachhinein davon, dass die B&#252;cher von ihren Ger&#228;ten gel&#246;scht worden waren.</p>
<p>Zwar erstattete Amazon den betroffenen Kunden den Kaufpreis der E-Books zur&#252;ck. Das Vorgehen des Unternehmens f&#252;hrte jedoch zu erregten Diskussionen in <a href="http://www.amazon.com/tag/kindle/forum/ref=cm_cd_pg_newest?_encoding=UTF8&amp;cdForum=Fx1D7SY3BVSESG&amp;cdPage=1&amp;cdSort=oldest&amp;cdThread=Tx1QUP1NLUY4Q5M&amp;displayType=tagsDetail" target="_blank">Nutzerforen</a> und Weblogs. Auf <a href="http://www.techcrunch.com/2009/07/17/amazon-why-dont-you-come-in-our-houses-and-burn-our-books-too/" target="_blank">Techcrunch</a> vergleicht MG Siegler Amazons Fernzugriff auf die Leseger&#228;te mit einem Einbruch: &#8220;Seriously, why doesn’t Amazon just come into our houses and burn the print copies as well while they’re at it?&#8221; Die abgr&#252;ndige Ironie, die darin besteht, dass ausgerechnet Orwells &#8220;Nineteen Eighty-Four&#8221; zu den betroffenen Titeln geh&#246;rte, goutiert <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1619426/" target="_blank">unter</a> <a href="http://gizmodo.com/5317180/amazon-remotely-deletes-legitimately-purchased-books-from-thousands-of-kindles" target="_blank">vielen</a> <a href="http://www.middleragedpunk.com/2009/07/17/amazon-tosses-kindle-orwell-books-down-the-memory-hole/ " target="_blank">anderen</a> David Pogue in seinem New York Times-<a href="http://pogue.blogs.nytimes.com/2009/07/17/some-e-books-are-more-equal-than-others/" target="_blank">Blog</a>.</p>
<p>Die rechtliche Grundlage von Amazons Vorgehen scheint unklar, da in den <a href="http://www.amazon.com/gp/help/customer/display.html?nodeId=200144530&amp;#content" target="_blank">Nutzungsbedingungen</a> des Kindle-Readers den Kunden das Recht auf &#8220;eine dauerhafte Kopie des betreffenden digitalen Inhalts&#8221; einger&#228;umt wird. Die m&#246;gliche nachtr&#228;gliche Entfernung von Inhalten durch Amazon wird in den Nutzungsbedingungen dagegen nicht thematisiert. Im Gegenteil streicht Amazon in der <a href="http://www.amazon.com/Kindle-Amazons-Wireless-Reading-Generation/dp/B00154JDAI/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=electronics&amp;qid=1247943077&amp;sr=8-1" target="_blank">Produktbeschreibung</a> des Kindle heraus, dass alle gekauften E-Books zus&#228;tzlich bei Amazon gesichert und dadurch zukunftssicher verf&#252;gbar seien:</p>
<blockquote><p>&#8220;A copy of every book you purchased from the Kindle Store is backed up online at Amazon.com in case you ever need to download it again. You can wirelessly re-download books for free any time. […] Think of it as a bookshelf in your attic &#8211; even though you don&#8217;t see it, you know your books are there.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://www.informationweek.com/news/personal_tech/drm/showArticle.jhtml?articleID=218501227" target="_blank">Informationweek</a> zufolge d&#252;rfte sich auch die amerikanische Handelsaufsicht <a href="http://www.ftc.gov/" target="_blank">FTC</a> f&#252;r die L&#246;schaktion interessieren. Nach den heftigen Reaktionen der Netz&#246;ffentlichkeit und der Kindle-Nutzer ist Amazon nun hektisch dabei, zur&#252;ckzurudern. <a href="http://news.cnet.com/8301-13860_3-10290047-56.html?tag=newsEditorsPicksArea.0" target="_blank">Cnet</a> zitiert einen Amazon-Sprecher mit den Worten: &#8220;We are changing our systems so that in the future we will not remove books from customers&#8217; devices in these circumstances.&#8221; – Damit l&#228;sst sich Amazon freilich weiten Raum f&#252;r andere &#8220;circumstances&#8221;, die in Zukunft zu L&#246;schaktionen f&#252;hren k&#246;nnten.</p>
<p>Wie leicht es Amazon gefallen ist, die betreffenden B&#252;cher zu l&#246;schen, verdeutlicht den gravierenden Nachteil, den E-Books gegen&#252;ber physischen B&#252;chern hinsichtlich ihrer Haltbarkeit, Archivierbarkeit und Manipulationssicherheit besitzen. Dar&#252;ber hinaus stellt sich die Frage, wie weit die Rechte von Verbrauchern an den heruntergeladenen E-Books eigentlich gehen: Sind sie Besitzer von Kopien der E-Books oder haben sie lediglich ein beschr&#228;nktes Nutzungsrecht?</p>
<p>Der Fall macht klar, dass sich das &#8220;Whispernet&#8221; nicht nur f&#252;r eine bequeme Art des Buchshoppings, sondern auch f&#252;r eine besonders ruppige Form des Digital Rights Management eignet. Wenn es hier um den Schutz geistigen Eigentums geht, muss sich Amazon-Chef Jeff Bezos die Frage gefallen lassen, wie wichtig ihm der Schutz des geistigen Eigentums der Kindle-Nutzer ist. Zwar ist unklar, ob und in welchem Umfang Notizen, Anmerkungen und Lesezeichen, die Kindle-Nutzer in ihren nun gel&#246;schten E-Books angelegt hatten, direkt von der L&#246;schung betroffen sind. Selbst wenn diese intellektuellen Leistungen der Leser nicht direkt mitgel&#246;scht worden sind, w&#252;rden sie durch den Verlust des Textes, auf den sie sich beziehen, ihren Sinn einb&#252;&#223;en: Eine Randbemerkung ist ja nur im Zusammenhang mit dem daneben stehenden Text sinnvoll. Insofern w&#228;re den betroffenen Nutzern ein Schaden entstanden.</p>
<p>Mit dieser Aktion hat Amazon den gr&#246;&#223;ten technologischen Vorzug seines Ger&#228;ts in einen gravierenden Nachteil verwandelt: Von nun an wird jedem Nutzer eines Kindle klar sein, dass stets eine Thought Police seine digitale Bibliothek im Blick haben und mit ihr unbeobachtet nach Belieben schalten und walten kann. Dies sollte vor allem im Auge behalten, wer einen weiteren Vorzug des neuesten Kindle-Modells DX nutzen will: Dessen eingebaute pdf-Software &#8220;erm&#246;glicht es Ihnen&#8221;, wie Amazon verspricht, &#8220;all Ihre pers&#246;nlichen und beruflichen Dokumente unterwegs zu lesen&#8221; &#8211; M&#246;glicherweise nicht nur Ihnen.</p>
<p>(via <a href="http://www.boingboing.net/2009/07/17/amazon-zaps-purchase.html" target="_blank">BoingBoing</a><a href="http://www.boingboing.net/2009/07/17/amazon-zaps-purchase.html"></a>, <a href="http://www.heise.de/newsticker/Amazon-loescht-gekaufte-Kindle-eBooks--/meldung/142186" target="_blank">Heise</a>, <a href="http://www.informationweek.com/news/personal_tech/drm/showArticle.jhtml?articleID=218501227" target="_blank">Informationweek</a><a href="http://www.informationweek.com/news/personal_tech/drm/showArticle.jhtml?articleID=218501227"></a>, <a href="http://netzwertig.com/2009/07/18/amazons-kindle-orwellscher-drm-suendenfall/" target="_blank">Netzwertig</a><a href="http://news.cnet.com/8301-13860_3-10290047-56.html?tag=newsEditorsPicksArea.0"></a>)</p>
<p><strong>Update </strong>19.7., 22:18h: Wie das britische Branchenmagazin The Bookseller soeben <a href="http://www.thebookseller.com/news/91946-amazon-likened-to-big-brother-after-deleting-1984-from-kindles.html.rss" target="_blank">berichtet</a>, sollen in mindestens einem Fall tats&#228;chlich umfangreiche Annotationen, die ein Leser zu einem der beanstandeten E-Books auf seinem Kindle angelegt hatte, durch die L&#246;schaktion vernichtet worden sein:</p>
<blockquote><p>&#8220;One Kindle user even had his notes on the book removed: Justin Gawronski, a 17-year-old from the Detroit area, was reading 1984 on his Kindle for a summer assignment and lost all his notes and annotations when the file vanished. »They didn&#8217;t just take a book back, they stole my work,« he is reported to have said.&#8221;</p></blockquote>
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		<title>Vodafone bringt E-Reader. Sascha Lobo verz&#252;ckt.</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Jul 2009 22:38:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[eReader]]></category>
		<category><![CDATA[Flatrate]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
		<category><![CDATA[Vodafone]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit Vodafone steigt ein erster Mobilfunkprovider ins E-Book-Gesch&#228;ft ein. Zeitgleich mit der Ank&#252;ndigung, ab Herbst einen eigenen E-Reader anzubieten, startet Vodafone eine Werbekampagne, in der einige Protagonisten der Blogosphere im Mittelpunkt stehen. Ein Anzeichen, dass man sich auch um Content-Produzenten bem&#252;hen wird? Es ist ein wenig untergegangen. Dabei stehen die Chancen gut, dass sich diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Vodafone steigt ein erster Mobilfunkprovider ins E-Book-Gesch&#228;ft ein. Zeitgleich mit der Ank&#252;ndigung, ab Herbst einen eigenen E-Reader anzubieten, startet Vodafone eine Werbekampagne, in der einige Protagonisten der Blogosphere im Mittelpunkt stehen. Ein Anzeichen, dass man sich auch um Content-Produzenten bem&#252;hen wird?<span id="more-96"></span></p>
<p>Es ist ein wenig untergegangen. Dabei stehen die Chancen gut, dass sich diese Nachricht als &#252;beraus folgenreich f&#252;r den E-Book/E-Reader-Markt und die Buchindustrie insgesamt erweisen wird: Vodafone wird, wie <span style="text-decoration: line-through;">die Handelsblatt</span> die Wirtschaftswoche schon vor etwas &#252;ber einer Woche <a href="http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/vodafone-will-im-herbst-mit-lesegeraet-fuer-e-books-punkten-401952/" target="_blank">berichtete</a>, einen eigens f&#252;r das Unternehmen produzierten E-Reader anbieten – und zwar bereits ab Herbst.</p>
<p>Nicht vollkommen &#252;berraschend folgt dies auf die Meldung, dass Amazons Kindle in Deutschland vorerst nicht an den Start gehen wird: Nachdem die Suche nach einem Mobilfunkpartner <a href="http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/amazon-lesegeraet-kindle-vorerst-nicht-auf-deutschen-markt-401167/" target="_blank">ergebnislos</a> geblieben war, hatten Beobachter bereits <a href="http://www.engadget.com/2009/07/01/kindles-german-launch-stalled-by-t-mobile-and-vodafone" target="_blank">vermutet</a>, dass hinter der ablehnenden Haltung der Mobilfunkprovider auch Pl&#228;ne stecken k&#246;nnten, mit einem eigenen Leseger&#228;t auf den Markt zu kommen. Vodafones Ank&#252;ndigung best&#228;tigt dies nun. Und es ist damit zu rechnen, dass andere Mobilfunkprovider nachziehen werden.</p>
<p>Mit den Mobilfunkprovidern tritt ein neues Schwergewicht in die Runde derer, die sich mit dem Medienwandel in der Buchindustrie auseinandersetzen. Es ist zu erwarten, dass die Mobilfunkbetreiber als neue Player neben Hardwareanbietern wie <a href="http://www.sony.de/hub/reader-ebook" target="_blank">Sony</a> und <a href="http://reader.txtr.com/" target="_blank">Wizpac</a>, Online Services wie <a href="http://www.textunes.de" target="_blank">textunes</a> und <a href="http://www.scribd.com/" target="_blank">Scribd</a>, dem Buchhandel und den Verlagen ganz eigene Impulse in die Entwicklung und Durchsetzung von E-Readern und E-Books einbringen werden:</p>
<ul>
<li>Die      Mobilfunker haben gro&#223;e Erfahrung darin, ihre Dienste und Ger&#228;te zu      verbreiten – und eine entsprechende Marktmacht. Dies d&#252;rfte die Verbreitung      von E-Readern und E-Books insgesamt beschleunigen.</li>
<li>In      der Mobilfunkbranche hat sich, vor allem bei der Daten&#252;bermittlung, das      pauschale Abrechnungssystem &#252;ber Flatrates durchsetzen k&#246;nnen – in letzter      Zeit auch im Zusammenhang mit dem Angebot von Contents: Etwa die <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2009/04/24/kostenlose-musik-flatrate-von-nokia-alles-larifari/" target="_blank">Nokia      Musik-Flatrate</a>.      Dass nun ein einflussreicher Agent mit einem Hang zur Flatrate auf dem      E-Book/ E-Reader-Markt mitmischt, d&#252;rfte das Gleichgewicht zugunsten von      Flatrate-Bezahlmodellen auch f&#252;r literarische Contents verschieben.</li>
<li>Der      Sony-Reader wird &#252;ber den Buchhandel vertrieben. Dass auch      Vodafone diesen Vertriebskanal nutzen wird, statt seinen Reader in den eigenen L&#228;den und      in Elektrom&#228;rkten zu verkaufen, erscheint mir unwahrscheinlich. Dies      d&#252;rfte den Einfluss des Buchhandels und der traditionellen      Buchvertriebsstrukturen insgesamt auf den Vertrieb von E-Readern und E-Books schw&#228;chen.</li>
<li>Da      das Angebot eines E-Readers f&#252;r Mobilfunkbetreiber nur dann sinnvoll ist,      wenn die Kunden das Mobilfunknetz tats&#228;chlich nutzen, um Inhalte auf      ihren Reader zu laden, werden Mobilfunkbetreiber Kooperationen mit      Inhaltsanbietern suchen oder selbst ihr Gesch&#228;ftsfeld in Richtung auf das      Anbieten von Inhalten erweitern.</li>
</ul>
<p>Deutlich sichtbar streckt Vodafone derzeit die F&#252;hler nach der  Kreativszene der Blogosphere aus &#8211; und damit nach potenziellen Produzenten f&#252;r E-Book-Content. In einer j&#252;ngst gestarteten Werbekampagne, die auf den ersten Blick gar nichts mit den E-Reader-Pl&#228;nen des Unternehmens zu tun hat, l&#228;sst Vodafone den Alpha-Blogger Sascha <a href="http://saschalobo.com/" target="_blank">Lobo</a> auftreten. Lobo spricht da in genretypischer Ja-die-Yogurette-Spontaneit&#228;t verz&#252;ckt von einer &#8220;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=0x62rFxQvTU" target="_blank">Generation Upload</a>&#8220;, wof&#252;r er von einigen Bloggerkollegen <a href="http://blogbar.de/archiv/2009/07/10/das-angeblich-originale-vodafail-blogposting" target="_blank">&#252;belst</a> <a href="http://blogbar.de/archiv/2009/07/09/es-ist-beine-breit/" target="_blank">aufs</a> <a href="http://www.emptysignifier.de/2009/07/08/twittersphaere-distanziert-sich-von-aeusserungen-eines-einzelnen-mitglieds/" target="_blank">Korn</a> <a href="http://www.turi2.de/2009/07/08/heute2-vodafone-wirbt-zweinullig-sascha-lobo-co-6471940/" target="_blank">genommen</a> wurde.</p>
<p>Man kann in dieser Ann&#228;herung Vodafones an die Bloggerszene mehr sehen als nur Imagewerbung: Mit dieser Werbekampagne stellt Vodafone immerhin einen <a href="http://www.amazon.de/Wir-nennen-Arbeit-Intelligentes-Festanstellung/dp/3453600568/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1247518063&amp;sr=1-1 " target="_blank">Bestsellerautor</a> in den Mittelpunkt und demonstriert so N&#228;he zum Literaturbetrieb: Schlie&#223;lich hat man mit Lobo schon einen Autor unter Vertrag (wenn auch nicht als Autor, dann doch immerhin als Werbespotstar).</p>
<p>Man darf gespannt sein, ob sich das Mobilfunkunternehmen in der kommenden Zeit weiter dem Literaturbetrieb ann&#228;hern wird: Vielleicht kauft man ja schon bald nicht nur Autoren f&#252;r Werbekampagnen, sondern als Autoren? Oder greift gleich zu ganzen Verlagen, um den eigenen Reader mit deren B&#252;chern zu bef&#252;llen?</p>
<p>Eine Ausweitung des Gesch&#228;ftsfeldes in Richtung auf die zum E-Reader passende Software w&#228;re jedenfalls nur folgerichtig. Und Verlage aufzukaufen, um ihnen dann vorgeben zu k&#246;nnen, zu welchen Konditionen sie ihre B&#252;cher als E-Books anbieten, w&#228;re aus Mobilfunkprovider-Sicht jedenfalls eine pragmatische Methode, dem E-Reader-Angebot zu einem attraktiven Softwarekatalog zu verhelfen. Es w&#228;re bestimmt nicht schwierig, Verlage zu finden, die sich gern von so finanzkr&#228;ftiger Seite beistehen lie&#223;en.</p>
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		<title>Wie viele E-Books pro Regalmeter?</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 09:56:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Frankfurter Rundschau bringt heute einen Artikel von mir &#252;ber E-Books, in dem ich mich mit der statusdienlichen Sekund&#228;rfunktion von B&#252;chern auseinandersetzte und &#252;ber M&#246;glichkeiten nachdenke, wie diese bei E-Books aussehen kann: &#8220;Wer Literatur liebt, kauft B&#252;cher nicht, um sie sich ins Regal zu stellen. Aber kauft er auch B&#252;cher, die er sich nicht ins [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frankfurter Rundschau bringt heute einen Artikel von mir &#252;ber E-Books, in dem ich mich mit der statusdienlichen Sekund&#228;rfunktion von B&#252;chern auseinandersetzte und &#252;ber M&#246;glichkeiten nachdenke, wie diese bei E-Books aussehen kann:<span id="more-22"></span></p>
<blockquote><p>&#8220;Wer Literatur liebt, kauft B&#252;cher nicht, um sie sich ins Regal zu stellen. Aber kauft er auch B&#252;cher, die er sich nicht ins Regal stellen kann? Und kauft er davon genauso viele? F&#252;r den K&#228;ufer scheint der Wert des Buches vor allem an seiner physischen Form und deren statusdienlicher Sekund&#228;rfunktion zu haften. Daran sind im &#252;brigen die Verlage durch die markanten Preisunterschiede zwischen Hardcover- und Taschenbuchausgaben historisch nicht ganz unschuldig.&#8221;</p></blockquote>
<p>Den ganzen Artikel gibt&#8217;s <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1816042&amp;em_cnt_page=1" target="_blank">hier</a>.</p>
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