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	<title>bewegliche lettern &#187; Libroid &#8211; Jürgen Neffe präsentiert seine &#8220;Zukunft des Lesens&#8221; &#8211; bewegliche lettern</title>
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	<description>medienwandel in gutenbergs welt</description>
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		<title>Libroid &#8211; Jürgen Neffe präsentiert seine &#8220;Zukunft des Lesens&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 18:46:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jürgen Neffe stellte heute Nachmittag im Roten Salon der Berliner Volksbühne sein &#8220;Libroid&#8221; der Öffentlichkeit vor. &#8220;Libroid&#8221; nennt er seine Version eines multimedialen, interaktiven digitalen Buches, das vor allem mit einer Offenheit für Beiträge, Kommentare und Ergänzungen durch die Leser punkten kann. Es musste dann doch etwas statischer bleiben, als ursprünglich gedacht. Jürgen Neffe, Sachbuchautor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jürgen Neffe stellte heute Nachmittag im Roten Salon der Berliner Volksbühne sein &#8220;Libroid&#8221; der Öffentlichkeit vor. &#8220;Libroid&#8221; nennt er seine Version eines multimedialen, interaktiven digitalen Buches, das vor allem mit einer Offenheit für Beiträge, Kommentare und Ergänzungen durch die Leser punkten kann. <span id="more-878"></span></p>
<p>Es musste dann doch etwas statischer bleiben, als ursprünglich gedacht. Jürgen Neffe, <a href="http://www.perlentaucher.de/autoren/22530/Juergen_Neffe.html" target="_blank">Sachbuchautor</a> von Rang und nun auch Leiter des &#8220;<a href="http://libroid.com/die-idee/" target="_blank">Verlags der ungedruckten Bücher</a>&#8220;, hatte sein Jackett wohl vor Aufregung einmal zuviel aus- und wieder angezogen und dabei das drahtlose Mikrofon an seinem Revers beschädigt. So konnte er sich bei der Präsentation des Libroids nicht frei auf der Bühne bewegen, sondern musste am Standmikrofon seines Rednerpults bleiben.</p>
<p>Beides, eine gewisse Distanz dem technischen Substrat gegenüber und eine herabgedämpfte Dynamik sind auch bei seinem Libroid Programm. Neffe hatte vor rund eineinhalb Jahren in der Zeit einen aufregenden, enthusiastischen und inspirierten <a href="http://www.zeit.de/2009/18/L-Buch" target="_blank">Artikel</a> über die digitalen Möglichkeiten des Buches geschrieben, den man noch heute jedem Buchmenschen zur wöchentlichen Wiederlektüre ans Herz legen will – ein großartiger, von Aufbruchstimmung getragener Text. Für den Neffe sich damals einige Kritik gefallen lassen musste.</p>
<p>Wer diesen Geist im Libroid wiederzufinden hofft, muss sich vorerst mit Pragmatischerem zufrieden geben. So weit, wie Neffe in der Theorie vorausgedacht hat, hat er sich selbst in der Praxis nicht einholen können. Neffe präsentierte eine elegante, wenn auch im Prototyp noch etwas hakelige, iPad-Version seines eigenen <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/30643.html" target="_blank">Darwin-Buches</a>, mit dem er die Grundstruktur und den Proof of Concept seines Libroids vorlegte. Je nach Ausrichtung des Geräts bekommt der Leser entweder den unangereicherten Text oder, in dreispaltiger Darstellung, den Text flankiert von einer Bildleiste zur Linken und einer Linkleiste zur Rechten zu sehen.</p>
<p>Der Text ist dabei stets ruhig in der Mitte, im Zentrum des Blickfelds. Er wird gescrollt, nicht geblättert. Die rechten und linken Spalten vergleicht Neffe mit den Instrumenten im Armaturenbrett eines Autos, die der Fahrer aus dem Augenwinkel wahrnehmen kann, ohne vom Blick durch die Frontscheibe abgelenkt zu werden. Denen er aber auch – wenn die Situation es zulässt – mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen kann. Eine einleuchtende Mechanik hinter den Kulissen dieser dreispaltigen Darstellung sorgt dafür, dass die Bildleiste und die Link-Leiste (die etwa auf Quellentexte und Metatexte verweist) stets auf der Höhe des Textes sind.</p>
<p>Die Trennung dieser Anreicherungselemente vom eigentlichen Text gewährleistet auch, dass diese Elemente ohne Eingriffe in den Text vermehrt oder vermindert werden können. Interessant wird dies durch die Möglichkeit, dass Leser weitere Elemente in diese Leisten einklinken können. Das Lesen wird dadurch sozial: Der einzelne Leser kann seine Ergänzungen und Kommentare mit allen anderen Lesern des gleichen Libroids teilen. Die anderen Leser können sich von Fall zu Fall entscheiden, ob sie die jeweiligen Elemente in ihr Libroid aufnehmen wollen oder nicht. Diese soziale Dimension des Libroids, Neffe spricht von &#8220;globalen virtuellen Leseclubs&#8221;, ist zweifellos der stärkste innovative Gedanke seines digitalen Buches. Leider wurde dieser Aspekt nicht demonstriert, sondern nur erläutert – das weckt die Neugier auf mehr.</p>
<p>Die ganz große Revolution des digitalen Buches bleibt mit dem Libroid aus. Es macht, anders als Neffes Zeit-Artikel, eher einen konservativen, ja defensiven Eindruck. Unumwunden gibt Neffe zu, dass sein Libroid &#8220;aus Sorge um die Zukunft des Buches&#8221; entstanden sei. In seiner Presseerklärung herrscht dann auch ein eher nicht fortschrittsoptimistischer Ton: Da ist die Rede von der &#8220;Würde und Klarheit des Buches&#8221; die vom &#8220;multimedialen Geflacker&#8221; bedroht sei. Er formuliert dort, dass das &#8220;Libroid als […] Reaktion auf die digitale Revolution zu verstehen&#8221; sei. Wer den Zeit-Artikel gelesen hat, wird Neffe nun nicht verdächtigen, dass er den Metternich dieser Reaktion geben will. Dennoch, man hätte mehr Offenheit und Optimismus erhoffen können. Auch in Hinblick auf die Frage des Geistigen Eigentums, die im Zeit-Artikel eine bedeutende Rolle spielt, bei der Präsentation des Libroids aber kaum thematisiert wurde.</p>
<p>Das auf Neffes Darwin-Buch basierte Prototyp-Libroid macht durchaus Lust zu lesen. Es wird – sofern Apple mitspielt – in Kürze als iPad-App für EUR 7,99 zu haben sein, später auch als Android-App. Neffe kalkuliert, dass bei einem herkömmlichen Autoren-Honorarsatz von ca. 12% die Kosten selbst des entwicklungsintensiven Prototypen nach 25.000 Verkäufen eingespielt sein werden. Da das Libroid seinen Text in mehreren Sprachversionen enthalten wird (der Prototyp in Deutsch, Englisch, Spanisch und Italienisch), erscheint diese Verkaufserwartung zwar hochgegriffen, aber bei weltweitem Verkauf nicht grundsätzlich unerreichbar. Spätere Libroide, für die die Entwicklungskosten geringer ausfallen werden als für den Prototyp, sollen nach Neffes Rechnung bereits bei 12.000 bis 15.000 verkauften Exemplaren lukrativ sein – was allein angesichts der hohen Übersetzungskosten für die verschiedenen Sprachversionen optimistisch zu sein scheint.</p>
<p>Der vorgestellte Prototyp des Libroids ist eine Adaption eines vorliegenden Textes, zudem eines Sachtextes, der sich – anders als die meisten belletristischen Texte – in besonderem Maße für multimediale Anreicherungen eignet. In Zukunft kann man aber auf geborene Libroide hoffen. – Gut möglich, dass diese mit der technischen Grundstruktur des Libroids mehr anfangen können und werden, als eine doch etwas statische Anreicherung mit Bildmaterial und Links zu liefern. Man würde es sich wünschen, vor allem nach einer Re-Lektüre des Zeit-Artikels. Vielleicht liefert Neffe solch ein geborenes Libroid ja selbst mit seinem in jenem Artikel angekündigten und in der Präsentation wieder aufgegriffenen Gedanken eines &#8220;runden Buches&#8221; ohne Anfang und Ende. &#8211; Gespannt bleiben darf man nach dieser Präsentation alle Male, und neugierig darauf, die Libroid-App ausführlich testen zu können auch.</p>
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		<title>Lesenswert: Güntner über Wylies &#8220;Odyssey Editions&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Aug 2010 22:16:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Andrew Wylie]]></category>
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		<description><![CDATA[In der NZZ vom Wochenende schreibt Joachim Güntner über Andrew Wylies wundersame Wandlung vom Literaturagenten zum Verleger. Unter dem Namen &#8220;Odyssey Editions&#8221; bietet Wylie bekanntlich Backlist-Titel von namhaften Autoren, die er unter Vertrag hat, selbst als E-Books an. Güntner streicht dabei einen Punkt hervor, der in der Diskussion über Wylies Verlagsambitionen bisher nicht recht zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der NZZ vom Wochenende schreibt Joachim Güntner über Andrew Wylies wundersame Wandlung vom Literaturagenten zum Verleger. Unter dem Namen &#8220;Odyssey Editions&#8221; bietet Wylie bekanntlich Backlist-Titel von namhaften Autoren, die er unter Vertrag hat, selbst als E-Books an. <span id="more-870"></span></p>
<p>Güntner streicht dabei einen Punkt hervor, der in der Diskussion über Wylies Verlagsambitionen bisher nicht recht zur Geltung kam: Dass sich Wylie für die Publikationen von &#8220;Odyssey Editions&#8221; wie selbstverständlich bei den Leistungen Printverlagen bedient, die diese Werke ursprünglich veröffentlicht hatten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die E-Books, die dort erscheinen, bieten den Text ja nicht in der ursprünglichen Manuskript-Fassung, sondern gemäss der gedruckten Ausgabe. Lektoren haben ihn bearbeitet, Verlagsvertreter haben ihn im Buchhandel beworben, Marketing- und Presseabteilung suchten seinen Erfolg zu mehren. Wylie, der stets nur gut eingeführte Schriftsteller vertritt und noch nie einen Newcomer aufgebaut hat, profitiert von jenen Vorleistungen, erwähnt sie aber nicht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Güntners Artikel ist in Gänze lesenswert (steht aber leider nicht online).</p>
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		<title>Amazons Leserbewertungen als Waffe im Konflikt mit Verlagen</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 11:11:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
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		<description><![CDATA[Paul Carr ruft in einem Artikel auf TechCrunch den Internet-Buchhändler Amazon dazu auf, sein Leserbewertungssystem zu verändern. Er beklagt, dass sich dort Laienrezensionen häufen, die nichts mit den besprochenen Büchern, sondern mit der eBook-Politik der Verlage zu tun haben. Anlass für Carrs Unzufriedenheit ist ein Schwall negativer Leserbewertungen von Michael Lewis&#8217; Sachbuch &#8220;The Big Short&#8221;, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Paul Carr ruft in einem <a href="http://techcrunch.com/2010/03/22/im-not-kidding-do-it-now/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Techcrunch+%28TechCrunch%29" target="_blank">Artikel</a> auf TechCrunch den Internet-Buchhändler Amazon dazu auf, sein Leserbewertungssystem zu verändern. Er beklagt, dass sich dort Laienrezensionen häufen, die nichts mit den besprochenen Büchern, sondern mit der eBook-Politik der Verlage zu tun haben. <span id="more-792"></span></p>
<p>Anlass für Carrs Unzufriedenheit ist ein Schwall negativer <a href="http://www.amazon.com/Big-Short-Inside-Doomsday-Machine/product-reviews/0393072231/ref=dp_top_cm_cr_acr_txt?ie=UTF8&amp;showViewpoints=1" target="_blank">Leserbewertungen</a> von Michael Lewis&#8217; Sachbuch &#8220;The Big Short&#8221;, die sich nicht mit dem Inhalt des Buches auseinandersetzen, sondern die negative Bewertung benutzen, um gegen die Entscheidung des Verlages zu protestieren, der diesen Titel bisher nicht in einer eBook-Version für den Kindle herausgebracht hat:</p>
<blockquote><p>&#8220;At the time of writing there are 64 one star reviews – more than the total number of 2-5 star review combined – sending a clear message to potential purchasers: this book might be popular but it’s also a total sack of crap. Don’t waste your money.  There’s just one problem with that message: less than half of those one star reviews are actually reviewing the book. Instead, most of the reviewers’ ire relates to the fact that publishers WW Norton have decided not to release a Kindle version of the book at the same time as its hardback release.&#8221;</p></blockquote>
<p>In diesem Fall dürfte Amazons Interesse, den Eifer zu zügeln, mit dem die Laienrezensenten ihr Missfallen über die eBook-Politik des Verlags zu äußern, eher schwach ausgeprägt sein. Denn  wenn Amazon auch daran gelegen sein dürfte, dass  Leserrezensionen generell eher positiv sind und damit zum Kauf anregen, dürfte sein Interesse an der Vergrößerung des Kindle-eBook-Marktanteils noch größer sein. Die Unmutsäußerungen der Leser über das Ausbleiben der Kindle-eBook-Version müssen Amazon deshalb höchst willkommen sein.</p>
<p>Schon in der Vergangenheit hat der Online-Händler deutlich gemacht, dass er in Auseinandersetzungen mit Verlagen die Macht seiner Kunden nutzen will. Als Amazon im Februar im <a href="http://bewegliche-lettern.de/2010/02/konflikt-um-ebook-preise-amazon-nimmt-macmillan-aus-dem-programm/" target="_blank">Konflikt</a> mit Macmillan über die Preisgestaltung von eBooks einen Rückzieher machte und die zuvor aus dem Angebot genommenen Bücher dieses Verlages wieder zum Kauf anbot, <a href="http://bewegliche-lettern.de/2010/02/konflikt-um-ebook-preise-amazon-nimmt-macmillan-aus-dem-programm/" target="_blank">wandte</a> sich der Online-Händler in seiner Kindle Community an seine Kunden und forderte sie auf, mit dem Geldbeutel abzustimmen:</p>
<blockquote><p>“We want you to know that ultimately, however, we will have to  capitulate and accept Macmillan’s terms because Macmillan has a monopoly  over their own titles, and we will want to offer them to you even at  prices we believe are needlessly high for e-books. Amazon customers will  at that point decide for themselves whether they believe it’s  reasonable to pay $14.99 for a bestselling e-book.”</p></blockquote>
<p>Amazon versteht es, sich zum Anwalt und zum Sprachrohr seiner Kunden zu machen &#8211; insbesondere wenn diese Positionen vertreten, die in Amazons Politik passen. Damals hat Amazon seine Kunden aufgefordert, sich mit ihren Mitteln am Konflikt mit den Verlagen zu beteiligen. Und bietet nun &#8211; wie Paul Carrs Beispiel zeigt &#8211; mit seinen Leserbewertungen eine öffentliche Plattform, auf dem die Endkunden sich in die Diskussion einbringen können.</p>
<p>Um Rezensionen, die sich nicht mit dem vorgeblich rezensierten Buch, sondern mit Fragen der Verlagspolitik beschäftigen, zu vermeiden, schlägt Carr vor, dass Amazon nur noch Käufern des jeweiligen Buches erlaubt, Leserrezensionen einzustellen. Diese Idee ist interessant und wäre vermutlich tatsächlich ein wirksamer Schritt gegen Leserrezensions-Spam. Doch glaube ich nicht, dass Amazon ihn umsetzen wird: Gerade wenn es um Fragen der Verlagspolitik geht, dürfte Amazon eher daran interessiert sein, sich den Lesern gegenüber als Sprachrohr ihrer Interessen zu gerieren und den Verlagen gegenüber sein Verhandlungsgewicht durch seine Kundenbasis zu verstärken.</p>
<p>Verlage sind Amazon gegenüber schon länger argwöhnisch, weil der Online-Händler eine allzu große Marktmacht darstellt, mit der Verhandlungen auf Augenhöhe zusehends schwerer werden. Die Verlage dürfen aber nicht vergessen, dass sich die Marktmacht Amazons nicht allein in Verkaufszahlen messen lässt, sondern vor allem auch in dem guten Ansehen, das Amazon bei den Endkunden genießt. Im Gegensatz zu Amazon, die schon immer dicht am Verbraucher agiert haben, haben bisher die wenigsten Verlage verstanden und umgesetzt, dass den Verbrauchern im Zuge des Medienwandels größere Bedeutung und größerer Einfluss zukommen.</p>
<p>Denn Verbraucher haben in der digitalen Welt andere Möglichkeiten, ihre Differenzen mit Verlagen auszutragen, als es in der analogen Welt möglich war: Sei es, indem sie sich durch Web2.0-Funktionen (wie etwas Amazons Leserbewertungen) vernehmbar machen, sei es, indem sie sich vom Marktplatz verabschieden und ihre eBooks stattdessen bei Rapidshare etc. suchen.</p>
<p>Verlage dürfen den Verbrauchern nicht so unsympathisch werden wie die großen Player der Musikindustrie. Sonst werden sie auf dieselbe Weise scheitern wie diese. Das Verständnis und die Zustimmung der Endkunden ist ein Faktor, der bei allen digitalen Strategieentscheidungen mit berücksichtigt werden muss. Amazon hat verstanden, wie schwach die Verlage im Umgang mit den Endkunden sind und weiß diese Schwäche und die eigene Stärke zu nutzen. Verlage sollten dem mächtigen Online-Händler nicht das Monopol auf die Sympathie der Verbraucher im digitalen Buchhandel überlassen.</p>
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		<title>Lesenswert: &#8220;Was kauft man, wenn man ein eBook kauft?&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 10:49:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf iRights.info setzt sich der Urheberrechts-Journalist Ilja Braun kundig und umfassend mit der Frage auseinander, was man eigentlich kauft, wenn man ein eBook kauft. Darf der Verkäufer es nach dem Kauf zurückziehen (wie dies Amazon ausgerechnet mit einigen eBooks von George Orwell getan hat)? Darf man eBooks für den privaten Gebrauch kopieren? Darf man sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <a href="http://www.irights.info/index.php?id=870" target="_blank">iRights.info</a> setzt sich der Urheberrechts-Journalist <a href="http://twitter.com/iljabraun" target="_blank">Ilja Braun</a> kundig und umfassend mit der Frage auseinander, was man eigentlich kauft, wenn man ein eBook kauft. Darf der Verkäufer es nach dem Kauf zurückziehen (wie dies Amazon ausgerechnet mit einigen eBooks von George Orwell <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">getan</a> hat)? Darf man eBooks für den privaten Gebrauch kopieren? Darf man sie weiterverkaufen? Was, wenn die AGBs des eBook-Anbieters nicht im Einklang mit der Gesetzeslage sind? <span id="more-742"></span></p>
<p>Einfache Antworten kann man in Ilja Brauns Artikel nicht finden. Dafür gelingt es ihm, klar zu machen, dass die Rechtslage in vielen Aspekten unklar ist. So sei noch nicht einmal ausgemacht, ob eBooks im Sinne des Gesetzes eigentlich &#8220;Bücher&#8221; oder &#8220;Sprachwerke in digitaler Form&#8221; seien. Auch die Schlüsselfrage, ob man eBooks besitzt oder lediglich ein Nutzungsrecht an ihnen erwirbt, lässt sich, wie Braun darlegt, rechtlich noch nicht eindeutig beantworten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Was passiert, wenn man ein E-Book  herunterlädt? Kauft man da ein »unkörperliches Gut«? Oder erwirbt man »Nutzungsrechte« an geistigem Eigentum, schließt also einen  urheberrechtlichen Vertrag? Geht man davon aus, dass ein E-Book ein »unkörperliches Werkexemplar« ist, an dem man Eigentum erwirbt, quasi  ein Buch in Dateiform, so handelt es sich in erster Linie um einen  Kaufvertrag. Das Urheberrecht ist dann allenfalls am Rande tangiert –  und Klauseln, die dem Käufer die rechtmäßige Benutzung seines Eigentums  untersagen, wären im Zweifel unwirksam. Zur rechtmäßigen Benutzung würde  aus dieser Sicht auch das private Kopieren zählen – allerdings nur  auszugsweise. Geht man hingegen davon aus, dass der Download primär ein»Nutzungsvertrag« ist, mit dem man bestimmte Rechte an fremdem geistigem  Eigentum erwirbt, so würde man sagen: Der Kunde hat nicht etwas  gekauft, sondern es ist ihm erlaubt worden, das geistige Eigentum eines  anderen (des Buchautors) zu nutzen, indem er den Text auf seinem  Lesegerät anzeigen lässt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wer sich über die komplexen juristischen Fragen, die eBooks aufwerfen, informieren will, sollte diesen Text nicht nur lesen, sondern auch für die Zukunft bookmarken: Dies ist ein <a href="http://www.irights.info/index.php?id=870" target="_blank">Referenztext</a> für die kommenden Jahre &#8211; bis sich eine verbindlichere Gesetzeslage oder Rechsprechungspraxis entwickelt hat.</p>
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		<title>Konflikt um eBook-Preise: Amazon nimmt Macmillan aus dem Programm [Update: Amazon macht Rückzieher]</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 06:40:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
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		<category><![CDATA[Pricing]]></category>
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		<description><![CDATA[Noch vor wenigen Tagen nannte der Chef des zur Holtzbrinck-Gruppe gehörenden US-amerikanischen Verlagsriesen Macmillan eBook-Piraterie als größte Herausforderung für Verleger elektronischer Bücher. Seit vergangenem Freitag müsste er wohl eine andere Antwort geben. Die Umsatzeinbußen, die sein Konzern, zu dem Verlagslabels wie Farrar, Straus &#38; Giroux, Picador und Henry Holt gehören, seitdem zu erleiden hat, dürften [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch vor wenigen Tagen <a href="http://www.teleread.org/2010/01/26/brian-napack-president-of-macmillan-digital-book-piracy/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+teleread%2FKHnj+%28TeleRead%3A+Bring+the+E-Books+Home%29">nannte</a> der Chef des zur Holtzbrinck-Gruppe gehörenden US-amerikanischen Verlagsriesen Macmillan eBook-Piraterie als größte Herausforderung für Verleger elektronischer Bücher. Seit vergangenem Freitag müsste er wohl eine andere Antwort geben. Die Umsatzeinbußen, die sein Konzern, zu dem Verlagslabels wie Farrar, Straus &amp; Giroux, Picador und Henry Holt gehören, seitdem zu erleiden hat, dürften die Verluste durch die illegale Verbreitung von eBooks um einiges übertreffen. Denn am späten Freitagabend verschwanden auf einen Schlag alle Publikationen aus dem Hause Macmillan aus dem Angebot des Online-Handelsriesen Amazon.com. Zwar können diese Titel über Amazon noch bei Drittanbietern bestellt werden. Amazon selbst verkauft jedoch derzeit keine Macmillan-Bücher mehr. <span id="more-698"></span></p>
<p>Eine offizielle Stellungnahme dazu gab es bislang von Amazon nicht. Ein <a href="http://www.publishersweekly.com/article/CA6717133.html?rssid=192">offener Brief</a> von Macmillan-CEO John Sargent bestätigt im wesentlichen die <a href="http://bits.blogs.nytimes.com/2010/01/29/amazon-pulls-macmillan-books-over-e-book-price-disagreement/">Vermutungen</a> der <em>New York Times</em>,<em> </em>dass es sich dabei um eine Art Strafaktion von Amazon.com gegen den Verlagskonzern handelt. Seit einiger Zeit liefert sich der Online-Händler Amazon eine Auseinandersetzung über die Preisgestaltung und den Erscheinungstermin von eBooks. Amazon hat mit seinem eBook-Lesegerät Kindle den US-Markt für digitale Bücher fest im Griff und bietet eBooks zum Preis von $9,99 an. Macmillan drängt, wie andere Verlage auch, auf höhere Preise und will ansonsten die Veröffentlichung elektronischer Ausgaben seiner Bücher systematisch verzögern, um das Geschäft mit den höherpreisigen gebundenen Ausgaben zu schützen.</p>
<p>Anlass für die Eskalation des schwelenden Konflikts ist offensichtlich das Auftreten eines neuen großen Players auf der Bühne des digitalen Buchhandels. Apple hat angekündigt, in seinen Mitte letzter Woche vorgestellten tragbaren Kleincomputer iPad auch einen digitalen Bücherladen integrieren. Damit wird Apple zum direkten Konkurrenten von Amazon und dessen Lesegerät Kindle. Macmillan gehört – wie weitere vier der insgesamt sechs Riesen der Verlagsbranche – von Anfang an zu den Kooperationspartnern des Computerherstellers aus Cupertino. Der Preis für eBooks soll bei der iBooks genannten Buchhandelssoftware des iPad mit ungefähr $15 deutlich über dem Amazon-Preis liegen.</p>
<p>Vor allem sollen die eBook-Geschäfte mit Apple aber nach einem grundlegend anderen Muster stattfinden als die Geschäfte mit Amazon: Während Amazon den Verlagen gegenüber als Großhändler auftritt, der die Verbraucherpreise selbst bestimmt, soll Apple eher als eine Art Verkaufsagentur auftreten, die die Bücher gegen eine Kommission an den Endverbraucher bringt. Bei diesem Modell bleibt die Preisgestaltung ganz in der Hand der Verlage. Dabei will Macmillan die digitalen Ausgaben über das Agenturmodell ausdrücklich zeitgleich mit der gedruckten Ausgabe anbieten. Amazon hingegen würde die Bücher unter dem Großhandelsmodell erst mit wesentlicher Verzögerung verkaufen dürfen – sofern es sich nicht ebenfalls dem Agenturmodell anschließt und damit die Hoheit über die Preise den Verlagen überlässt.</p>
<p>Um es kurz zu fassen: Macmillan hat für Amazons Geschmack offenbar etwas zu heftig mit Apple geflirtet. Und wird dafür eisern abgestraft. Der Konflikt findet also nur vordergründig zwischen Macmillan und Amazon statt, im Hintergrund steht die Rivalität von Amazon und Apple. In der ersten Runde dieser Auseinandersetzung sieht es so aus, als wollten die Kontrahenten ihren Kampf ohne wattierte Handschuhe austragen. Auch wenn Amazon derzeit noch nicht sein ganzes Gewicht in die Schläge legt (auf der kanadischen, britischen und deutschen Seite von Amazon kann man Macmillan-Bücher nach wie vor kaufen), weiß der Handelsriese doch, welche Treffer am meisten schmerzen: So boykottiert er nicht nur eBooks, sondern auch sämtliche Printausgaben von Macmillan. Die Botschaft an die Verlagsbranche ist eindeutig: Auch wenn es jetzt einen Handelspartner für eBooks gibt, der euch besser gefällt, vergesst nicht, dass wir gute Freunde bleiben sollten, wenn ihr eure Druckwerke weiterhin bei uns verkaufen wollt.</p>
<p>Apple hat sich bisher nicht sichtbar in diesen Konflikt eingemischt. Ein natürlicher Verbündeter für Verlagshäuser ist auch der Hardwaregigant aus dem Silicon Valley aber keineswegs. Apple hat seinerseits letzte Woche gegenüber einem Großverlag schon einmal die Muskeln spielen lassen. Der gewichtige US-Lehrmittelverlag McGraw-Hill, <a href="http://venturebeat.com/2010/01/27/mcgraw-ipad/">fiel</a> offenbar in letzter Minute aus der Reihe der Verlage heraus, die Steve Jobs bei der Produktpräsentation des iPad als Kooperationspartner nannte. McGraw-Hill Verleger Harold McGraw III hatte einen Tag vor dem mit großem Bohei vorbereiteten iPad-Launch Details über das bis dahin hoch geheime Gerät ausgeplaudert und dadurch offenbar den Zorn von Apple auf sich gezogen. Ob der Verlag lediglich in der Präsentation aussetzen musste oder gar ganz von der Kooperation mit Apple ausgeschlossen wird, ist noch unklar.</p>
<p>Auch wenn sich die Verlagshäuser darüber freuen mögen, dass der beargwöhnten Marktgroßmacht Amazon zumindest im eBook-Geschäft mit Apple eine marktkorrigierende Konkurrenz erwächst, wird man sehen, ob selbst die größten Konzerne der Verlagsbranche mit Apple oder Amazon auf Augenhöhe verhandeln können. Zumindest können sie sich jetzt aussuchen, von welcher Seite sie Knüffe beziehen wollen. Man wird sich in Verlagskreisen wohl bald nostalgisch an die Zeiten erinnern, da eBook-Piraten noch als größte Gefahr galten. Die ersten Leidtragenden sind jedoch Leser und Autoren – den einen wird es schwer gemacht, die gewünschten Bücher zu kaufen, die anderen ärgern sich darüber, dass ausbleibende Buchverkäufe auch ausbleibende Honorareinnahmen bedeuten. Wie Macmillan-Autorin Cherie Priest <a href="http://digitalbookworld.com/2010/more-reactions-to-the-amazonmacmillan-battle/">zusammenfasst</a>: &#8220;My reaction to this is pretty straightforward: I think it’s dumb and it sucks.&#8221;</p>
<p><strong>Update</strong> 01.02., 07:45h: Amazon hat mit einer in einer offiziellen <a href="http://www.amazon.com/tag/kindle/forum/ref=cm_cd_fp_ef_tft_tp?_encoding=UTF8&amp;cdForum=Fx1D7SY3BVSESG&amp;cdThread=Tx2MEGQWTNGIMHV" target="_blank">Mitteilung </a>an seine Kunden einen Rückzieher gemacht und kündigt an, auf Macmillans Forderung einzugehen:</p>
<blockquote><p>&#8220;We want you to know that ultimately, however, we will have to capitulate and accept Macmillan&#8217;s terms because Macmillan has a monopoly over their own titles, and we will want to offer them to you even at prices we believe are needlessly high for e-books. Amazon customers will at that point decide for themselves whether they believe it&#8217;s reasonable to pay $14.99 for a bestselling e-book.&#8221;</p></blockquote>
<p>Für Macmillan und andere Verlage ist es nicht ungefährlich, dass Amazon den Ball an die Verbraucher weitergibt. Unter diesen gibt es, wie GalleyCat am Sonnabend <a href="http://www.mediabistro.com/galleycat/bookselling/amazon_customers_continue_to_boycott_kindle_books_priced_higher_than_999_150530.asp" target="_blank">berichtete</a>, bereits eine Front gegen die Preiswünsche der Verlage.</p>
<p>Mit seiner Stellungnahme ruft Amazon die Verbraucher nicht explizit zum Boykott auf (was unter US-Recht strafbar wäre). Die Tendenz ist aber unmissverständlich. Es wird spannend, ob sich der Konflikt zwischen Amazon und den Verlagen nun als Konflikt zwischen eBook-Käufern und Verlagen fortsetzen wird. Die Befürchtung, dass Piraterie die größte Bedrohung für Verleger digitaler Bücher darstellt, könnte sich doch noch als hochaktuell erweisen: Dann nämlich, wenn sich die Buchkäufer in Scharen der Piraterie zuwenden, um die Verlage für eine in ihren Augen ungerechte Preisgestaltung zu strafen.</p>
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		<title>Verlage verzögern Ebooks, verzichten auf Kunden</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Dec 2009 06:59:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
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		<description><![CDATA[Nach Simon &#38; Schuster und Hachette hat mit Harper Collins eine dritte Verlagsgruppe angekündigt, Ebook-Ausgaben erst mit einigen Monaten Verzögerung nach der Hardcover-Ausgabe auf den Markt zu bringen. Ziel dieser Strategie ist, die hohen Preise für Hardcover-Ausgaben (im Schnitt $27) vor der Konkurrenz durch die von Amazon für $9,99 angebotenen digitalen Ausgaben zu schützen. Den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach Simon &amp; Schuster und Hachette hat mit Harper Collins eine dritte Verlagsgruppe <a href="http://www.engadget.com/2009/12/11/harpercollins-now-also-thumbing-nose-at-e-book-industry-with-dig/" target="_blank">angekündigt</a>, Ebook-Ausgaben erst mit einigen Monaten Verzögerung nach der Hardcover-Ausgabe auf den Markt zu bringen. Ziel dieser Strategie ist, die hohen Preise für Hardcover-Ausgaben (im <a href="http://www.boersenblatt.net/350134/" target="_blank">Schnitt</a> $27) vor der Konkurrenz durch die von Amazon für $9,99 angebotenen digitalen Ausgaben zu schützen. Den Erwartungen der Leser schlägt das ins Gesicht. Keine gute Idee auf einem Markt, in dem die Verbraucher zusehends stärker werden.<span id="more-603"></span></p>
<p>Carolyn Reidy von Simon &amp; Schuster <a href="http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704825504574584372263227740.html?mod=googlenews_wsj" target="_blank">räumte</a> dem Wall Street Journal gegenüber ein, dass die Verzögerungstaktik bei den Verbrauchern vermutlich auf wenig Gegenliebe stoßen wird. Aber man müsse jetzt handeln, um schlechte Gewohnheiten gar nicht erst einreißen zu lassen:</p>
<blockquote><p>&#8220;We believe some people will be disappointed. But with new [electronic] readers coming and sales booming, we need to do this now, before the installed base of e-book reading devices gets to a size where doing it would be impossible.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wer die Erwartungen seiner Kunden nicht erfüllen, sondern sie ihnen abgewöhnen will, muss sich nicht wundern, wenn sich diese nach Alternativen umsehen. Etwa indem sie ganz auf die Lektüre der verzögerten Titel verzichten oder sich auf andere Weise Zugang zu dem verschaffen, was ihnen willkürlich vorenthalten wird. <a href="http://ebooktest.wordpress.com/2009/12/09/how-book-publishing-will-lose-ebooks-vs-smart-digital-books/ " target="_blank">Mike Cane</a> verdeutlicht, dass die digitale Verweigerungshaltung schon in der Vergangenheit nach hinten losgegangen ist:</p>
<blockquote><p>&#8220;Let’s see … not a single Harry Potter book has been released in electronic format. Yet is every Harry Potter book available in every electronic format? Yes.  All you’re doing with this delay is saying: &#8216;Hey, kids! Rev up your scanners and bleed our writers to death!&#8217;&#8221;</p></blockquote>
<p>In einem differenzierten Beitrag verdeutlicht <a href="http://bookseller-association.blogspot.com/2009/12/so-whats-wrong-with-999.html" target="_blank">Martyn Daniels</a>, dass die Verlage noch nicht begriffen haben, dass ihre Position gegenüber den Verbrauchern durch den Medienwandel geschwächt ist:</p>
<blockquote><p>&#8220;The reality is that the power in the digital channel is clearly shifting away from the publisher and moving upstream to the author and downstream to the consumer.&#8221;</p></blockquote>
<p>Daniels erinnert zurecht daran, wie die Musikindustrie mit dem Aufkommen der CD überhöhte Preise durchgesetzt hat. Und damit den Boden für das P2P-Sharing legte, in dem die Verbraucher einander gegenseitig mit dem digitalen Gut versorgten und die Verwerterindustrien ausblendeten.</p>
<p>Weil die digitale Ware keinen Unterschied zwischen Original und Kopie kennt, verändert sich auch das Machtgefüge zwischen Verwerterindustrie und Verbrauchern: Denn die Verwerterindustrien können nicht mehr von der Knappheit ihres Gutes profitieren. Was digital ist, kann nicht knapp sein: Es ist virtuell immer unendlich oft in gleicher Qualität vorhanden. Wer sich da als Gatekeeper aufspielt, wirkt ein bisschen anachronistisch.</p>
<p>Wenn sich die Verwerterindustrien also nicht abschaffen wollen, sollten sie die Verbraucher als Verbündete sehen. Wer verkaufen will, muss freundlich sein. Die Piraterie im Film- und Musikgeschäft verdankt sich nicht zuletzt auch dem schlechten Ruf, den sich diese Branchen über Jahre erarbeitet haben.</p>
<p>Wie aber ist das Preisproblem zu lösen? Man wird den Verbrauchern nicht verständlich machen können, dass eine digitale Ausgabe auch nur annähernd so viel kosten soll wie ein gedrucktes Buch: Nicht nur, weil der Herstellungs-, Lagerungs- und Verteilungsaufwand so sichtbar geringer ist als bei einem physischen Produkt. Sondern auch, weil der Verbraucher weniger bekommt: Nichts was er antiquarisch weiterverkaufen könnte, nichts was er ausleihen könnte, nichts was er ohne erhebliche Vorab-Investition in die Hardware nutzen könnte.</p>
<p>Wenn sich Ebooks für $9,99 tatsächlich nicht rechnen, müssen die Verlage eben Ebooks anbieten, die einen höheren Preis rechtfertigen. Etwa, indem sie die Möglichkeiten ihres digitalen Mediums ausnutzen und dadurch &#8211; sei&#8217;s multimedial, sei&#8217;s interaktiv &#8211; Mehrwert herstellen, der den Verbrauchern einleuchtet. In Martyn Daniels Worten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Assuming ebooks sold cheap are going to kill off more expensive physical renditions isn’t a reason not to release them, but a reason to make them different.&#8221;</p></blockquote>
<p>Eine andere Möglichkeit wäre, dass sich die Verlage zusätzlich zum Verkauf ihrer Produkte Einnahmen verschaffen. &#8211; Etwa durch Veranstaltungen oder durch das Einwerben von Sponsoring. Andere Kultureinrichtungen, etwa Museen, Orchester und Theater, haben ja gut funktionierende und finanzstarke &#8216;Freundeskreise&#8217;. Warum nicht auch Verlage? Auch dazu müssen sie zu ihren Lesern allerdings freundlich sein.</p>
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		<title>Google wird Buchhändler</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 04:55:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
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		<description><![CDATA[Google wird ab Mitte 2010 in den USA und Europa Bücher aus den Beständen des Google-Editions-Projekts zum Kauf anbieten. Dies kündigte eine hochrangige Sprecherin des Unternehmens auf der Tools of Change Konferenz am vergangenen Dienstag in Frankfurt an und konkretisierte damit die Vision, die Google-Book-Search-Chef Dan Clancy bereits im Juli präsentiert hatte. Google Editions ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Google wird ab Mitte 2010 in den USA und Europa Bücher aus den Beständen des Google-Editions-Projekts zum Kauf anbieten. Dies kündigte eine hochrangige Sprecherin des Unternehmens auf der <a href="http://www.tocfrankfurt.com/" target="_blank">Tools of Change</a> Konferenz am vergangenen Dienstag in Frankfurt an und konkretisierte damit die Vision, die Google-Book-Search-Chef Dan Clancy bereits im Juli <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/googles_vision_for_the_future_of_google_books_eboo.php" target="_blank">präsentiert</a> hatte.<span id="more-534"></span></p>
<p>Google Editions ist eine Erweiterung des Partnerprogramms, mit dem Google Verlagen und Autoren ermöglicht, ihre Publikationen durchsuchbar zu machen und Nutzern in begrenztem Umfang anzuzeigen. Es handelt sich bei den in Google Editions enthaltenen Publikationen also zunächst nicht um die im umstrittenen Google Book Settlement thematisierten vergriffenen und verwaisten Werke.</p>
<p>Zusätzlich zur Durchsuchbarkeit und ausschnittsweisen Anzeige sollen die in Google Editions angebotenen digitalen Texte ab Mitte nächsten Jahres auch verkäuflich werden. Nutzer sollen auf Texte, die sie erworben haben, &#8216;in the cloud&#8217;, also durch Onlinezugriff von einem beliebigen PC oder eReader aus zugreifen können. Gleichzeitig werde eine Kopie des Textes lokal abgespeichert, so dass auch ohne bestehende Onlineverbindung weitergelesen werden kann. Wie dies technisch im Detail aussehen wird, ist noch klärungsbedürftig. Wahrscheinlich wird die skizzierte lokale Speicherung auf Google <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Google_Gears" target="_blank">Gears</a> beruhen.</p>
<p>Googles Director of Strategic Partnerships, Amanda Edmonds, betonte einem <a href="http://www.thebookseller.com/news/99964-google-plans-buy-anywhere-read-anywhere-offer.html" target="_blank">Bericht</a> des britischen Branchenmagazins &#8220;The Bookseller&#8221; zufolge, dass Google Editions die Nutzer nicht auf bestimmte Geräte, Software oder Händler festlegen wolle. Stattdessen setzt der Suchmaschinenkonzern darauf, sein Buchangebot auf verschiedenen Endgeräten und über verschiedene Handelskanäle zugänglich zu machen.</p>
<p>So sollen die digitalen Texte aus Google Editions nicht nur direkt über Google Books, sondern auch über kooperierende Onlinehändler oder direkt über die Websites der teilnehmenden Verlage bezogen werden können. Dabei unterschiedet sich die Aufteilung der Erlöse: Beim Kauf über Google Books gibt Google 63% der Einnahmen an den Rechteinhaber weiter und behält 37% ein. Dieser Split ist bereits aus dem Book Settlement bekannt, wo er für die Verwertung vergriffener und verwaister Werke ins Spiel gebracht worden war. Beim Kauf über einen Online-Händler erhält der Rechteinhaber dagegen 45%, die übrigen 55% teilen sich der Händler und Google. Auch hier sind nach Edmonds Aussage noch Details zu klären.</p>
<p>Interessant ist die Ankündigung, dass sich Google vorbehalte, die Bücher gegenüber dem Listenpreis zu reduzieren, soweit dem nicht lokale Bestimmungen entgegenstünden (wie die Buchpreisbindung in Deutschland). Allerdings wolle Google die Mindereinnahmen durch die Preisreduktion auf die eigene Kappe nehmen und den Rechteinhaber vergüten, als wäre das Buch zum Listenpreis verkauft worden. &#8211; Man darf gespannt sein, wie lange sich solche großzügigen Zusagen angesichts der zu erwartenden bedeutenden Marktmacht Googles halten werden.</p>
<p>Google plant nach Edmonds Aussage auch, mit Hardwareherstellern zusammenzuarbeiten. Dabei dürfte Sony, das sich in der Auseinandersetzung um das Book Settlement an die Seite Googles <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/08/sony-schaltet-sich-in-book-settlement-streit-ein-will-mitverdienen/" target="_blank">geschlagen</a> hatte, deutlich bessere Chancen haben als Amazon mit seinem Kindle. Nicht nur, weil der Kindle als geschlossenes, an ein bestimmtes Format und einen spezifischen Shop angebundenes System im Widerspruch zur von Google skizzierten Plattformunabhängigkeit steht. Auch die Auseinandersetzung mit Amazon im Book Settlement-Streit mag Googles Lust auf eine Zusammenarbeit mit dem Onlinehandelsgiganten geschmälert haben. Amanda Edmonds bezweifelte vernehmlich, dass Amazons Kindle für Google Editions das Gerät der Wahl sei.</p>
<p>Auf Fragen zum Book Settlement ging Edmonds bei ihrem Vortrag nach dem Bericht des Bookseller nicht ein. Klar dürfte aber sein, dass auch die vom Settlement betroffenen vergriffenen und verwaisten Publikationen mit in den Warenkatalog des entstehenden neuen Buchhandelsgiganten Google aufgenommen werden, sobald eine juristisch tragfähige Grundlage dafür besteht. Damit bestätigt sich auch Lawrence Lessigs Einwand gegen das Google Book Settlement, der in einem Vortrag im Juli kritisiert hatte, dass Google Books nicht auf der Logik einer Bibliothek, sondern auf der eines Buchhändlers basiere:</p>
<blockquote><p>&#8220;We’re building into this not so much a digital library but a digital bookstore.&#8221;</p></blockquote>
<p>Infotopia, so scheint es, wird allenfalls in Googles weltumspannender Shopping Mall stattfinden.</p>
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		<title>Kindle 1984: Amazon einigt sich mit Klägern, will brav sein</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Oct 2009 21:30:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit einer außergerichtlichen Einigung geht Amazon nach einer umstrittenen eBook-Löschaktion einer drohenden Sammelklage aus dem Weg, wie der Technologieblog Techflash berichtet. Im Juli hatte Amazon ohne vorherige Warnung per Mobilfunkzugang eBooks von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Readern gelöscht. Dagegen hatten Kindle-Nutzer Klage eingereicht, die den Status einer Sammelklage anstrebte. In der nun vorgelegten Einigung, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit einer außergerichtlichen Einigung geht Amazon nach einer umstrittenen eBook-Löschaktion einer drohenden Sammelklage aus dem Weg, wie der Technologieblog Techflash <a href="http://techflash.com/seattle/2009/09/amazon_settles_lawsuit_over_deleted_1984.html" target="_blank">berichtet</a>. Im Juli hatte Amazon ohne vorherige Warnung per Mobilfunkzugang eBooks von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Readern <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">gelöscht</a>. Dagegen hatten Kindle-Nutzer Klage <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-update-amazon-steht-vor-sammelklage/" target="_blank">eingereicht</a>, die den Status einer Sammelklage anstrebte. In der nun vorgelegten Einigung, der das Gericht noch zustimmen muss, verpflichtet sich Amazon juristisch, zukünftig auf ähnliche Löschaktionen zu verzichten. <span id="more-491"></span></p>
<p>Einer der Kläger, Justin Gawronski, war nach eigener Darstellung von der Löschaktion in besonderem Maße betroffen gewesen, da zusammen mit dem von Amazon zurückgezogenen und gelöschten eBook, George Orwells &#8220;Nineteen Eighty-Four&#8221;, auch seine persönlichen Notizen und Randbemerkungen gelöscht worden waren, die er zu diesem Text auf seinem Kindle angelegt hatte.</p>
<p>Der von Techflash dokumentierte Text der Einigung (<a href="http://assets.bizjournals.com/cms_media/pdf/KindleCase1.pdf?site=techflash.com" target="_blank">pdf</a>), lässt Amazon künftig nur wenig Spielraum für heimliche Löschzugriffe:</p>
<blockquote><p>&#8220;Amazon will not remotely delete or modify such Works from Devices purchased and being used in the United States unless (a) the user consents to such deletion or modification; (b) the user requests a refund for the Work or otherwise fails to pay for the Work (e.g., if a credit or debit card issuer declines to remit payment); (c) a judicial or regulatory order requires such deletion or modification; or (d) deletion or modification is reasonably necessary to protect the consumer or the operation of a Device or network through which the Device communicates (e.g., to remove harmful code embedded within a copy of a Work downloaded to a Device).&#8221;</p></blockquote>
<p>Zusätzlich verpflichtet sich Amazon, 150 000 US-Dollar an die Anwälte des Klägers zu zahlen, die diese zumindest teilweise einer wohltätigen Organisation spenden. Angaben über eine eventuelle Zahlung an Gawronski und den zweiten Kläger sind aus dem Text der Einigung nicht zu entnehmen.</p>
<p>Angesichts eines <a href="http://www.thebookseller.com/news/98286-kindle-prepared-for-pre-frankfurt-uk-launch.html.rss" target="_blank">gerüchteweise</a> bevorstehenden Launchs des Kindle in Europa fällt ins Auge, dass die Gültigkeit dieser Erklärung ausdrücklich auf das US-Territorium beschränkt ist. Dennoch müssen sich Kindle-Nutzer außerhalb der USA wohl kaum Sorgen um einen Rückfall des Online-Buchhändlers machen:  Zu tief dürfte bei Amazon der Stachel stecken.</p>
<p>Nachdem sich Amazon-CEO Jeff Bezos persönlich für die Löschaktion <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-jeff-bezos-sagt-sorry-laesst-alle-fragen-offen/" target="_blank">entschuldigt</a> hatte und Amazon den geschädigten Kindle-Nutzern die Wiederherstellung der gelöschten Daten oder eine Gutschrift in Höhe von 30 US-Dollar <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/09/amazon-bietet-kindle-1984-geschaedigten-daten-oder-geld/" target="_blank">angeboten</a> hatte, zieht diese außergerichtliche Einigung einen Schlussstrich unter die für Amazon peinliche Panne.</p>
<p>Der Skandal um Amazons heimliche Löschaktion hat  das Verdienst, klargemacht zu haben, wie prekär die Privatsphäre und die Besitz- oder Nutzungsrechte sind, die die Nutzer von &#8220;<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,637388,00.html" target="_blank">tethered devices</a>&#8221; wie dem Kindle-Reader, an den von ihnen erworbenen Inhalten haben.</p>
<p>(via <a href="http://www.teleread.org/2009/10/01/1984-lawsuit-settled-by-amazon-enough-protection-now-from-orwellian-zaps-of-kindle-books/" target="_blank">teleread</a>)</p>
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		<title>Content kann man nicht verkaufen: Paul Graham über &#8220;Post-Medium Publishing&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Sep 2009 12:43:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
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		<category><![CDATA[Paul Graham]]></category>
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		<description><![CDATA[Wir haben nie für Content bezahlt, sondern immer nur fürs Medium, ist sich der Programmierer, Essayist und Risikokapitalgeber Paul Graham sicher. Damit greift er eine der Grundbehauptungen – aus seiner Sicht wohl eher: Lebenslügen – der Verwerterindustrien an. Die Belege, die er dafür in seinem neuesten Essay &#8220;Post-Medium Publishing&#8221; vorbringt, sind griffig.  So fragt er: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben nie für Content bezahlt, sondern immer nur fürs Medium, ist sich der Programmierer, Essayist und Risikokapitalgeber <a href="http://www.paulgraham.com/bio.html" target="_blank">Paul Graham</a> sicher. Damit greift er eine der Grundbehauptungen – aus seiner Sicht wohl eher: Lebenslügen – der Verwerterindustrien an. Die Belege, die er dafür in seinem neuesten Essay &#8220;<a href="http://www.paulgraham.com/publishing.html" target="_blank">Post-Medium Publishing</a>&#8221; vorbringt, sind griffig. <span id="more-456"></span></p>
<p>So fragt er: &#8220;Wenn es den Verwertern darum ging, Content zu verkaufen, warum war der Preis von Büchern, Musik oder Filmen dann zumeist vor allem vom Format abhängig? Warum hat dann besserer Content nicht mehr gekostet?&#8221; Gerade mit Blick auf die Preisgestaltung der Buchindustrie, die denselben Inhalt als Hardcover und als Paperback zu verschiedenen Preisen anbietet, hat Grahams Einwand einige Überzeugungskraft:</p>
<blockquote><p>&#8220;Almost every form of publishing has been organized as if the medium was what they were selling, and the content was irrelevant. Book publishers, for example, set prices based on the cost of producing and distributing books. They treat the words printed in the book the same way a textile manufacturer treats the patterns printed on its fabrics.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Digitalisierung führt dazu, dass der physische Datenträger verzichtbar wird. Damit verlieren die Verwerterindustrien ihr Produkt, glaubt Graham. Ihr Mantra, wie zuvor den Datenträger nun den Content verkaufen zu können, hält er für unglaubwürdig. Selbst iTunes verkaufe nicht eigentlich Content, sondern erhebe lediglich eine Art Gebühr für den unkomplizierten Zugang zu ihm.</p>
<p>Die Interessen eines Distributors wie iTunes sind von denen der Verwerterindustrie deutlich unterschieden – etwa dadurch, dass er die Preise stets &#8220;unterhalb der Wahrnehmbarkeitsschwelle&#8221; halten müsse. – Dasselbe Modell zeichnet sich nach Paul Grahams Ansicht für eBooks ab:</p>
<blockquote><p>&#8220;The situation is much the same with digital books. Whoever controls the device sets the terms. It&#8217;s in their interest for content to be as cheap as possible, and since they own the channel, there&#8217;s a lot they can do to drive prices down. Prices will fall even further once writers realize they don&#8217;t need publishers. Getting a book printed and distributed is a daunting prospect for a writer, but most can upload a file.&#8221;</p></blockquote>
<p>Was bedeutet das für die Zukunft der Verwerter? Graham bietet keine umfassende Vision, sondern spricht Nischenlösungen an: Da, wo man mit Informationen Geld verdienen kann, wird für sie auch weiterhin bezahlt werden – etwa für Börsentipps. Und da, wo das physische Medium eine hohe Attraktivität hat, wird auch weiterhin für dieses bezahlt werden: Zum Beispiel für aufwendig hergestellte gedruckte Bücher und für Hochglanzzeitschriften.</p>
<p>Für den großen Restbereich – diejenigen Bücher, die man nicht gedruckt im Regal stehen haben will, die Musik, auf deren physischen Datenträger man leicht verzichten kann, hat er keinen Masterplan. Seine Ideen dazu erinnern an Kevin Kellys Thesen aus &#8220;<a href="../../2009/08/kevin-kelly-besser-als-kostenlos-better-than-free/" target="_blank">Besser als kostenlos</a>&#8220;. &#8211; Ob man darauf ein &#8220;content business&#8221; aufbauen kann, ist für Graham aber unklar.</p>
<p>Wie auch Tim Renner, der seinem wichtigen Buch über die Zukunft der Medienindustrie den Titel &#8220;<a href="http://www.rogner-bernhard.de/titles/show/425" target="_blank">Kinder, der Tod ist gar nicht so schlimm</a>&#8220;   gegeben hat, betont Paul Graham allerdings vor allem die Chancen dieser Situation:</p>
<blockquote><p>&#8220;I don&#8217;t know exactly what the future will look like, but I&#8217;m not too worried about it. This sort of change tends to create as many good things as it kills. Indeed, the really interesting question is not what will happen to existing forms, but what new forms will appear.&#8221;</p></blockquote>
<p>(via <a href="http://twitter.com/dvg" target="_blank">@dvg</a>)</p>
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		<title>Amazon bietet Kindle 1984-Geschädigten Datenwiederherstellung oder Geld</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Sep 2009 06:29:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die gelöschten Daten zurück oder eine Entschädigung in Höhe von 30 US-Dollar hat Amazon offenbar all jenen Kindle-Nutzern angeboten, die von der umstrittenen unautorisierten Löschung von eBooks über die Mobilfunkanbindung des Kindle-Lesegerätes betroffen waren. Der gewöhnlich gut informierte Twitter-Nutzer e_reading berichtet soeben, er habe eine eMail mit dem entsprechenden Inhalt von Amazon erhalten. Die von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die gelöschten Daten zurück oder eine Entschädigung in Höhe von 30 US-Dollar hat Amazon offenbar all jenen Kindle-Nutzern angeboten, die von der umstrittenen unautorisierten <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">Löschung</a> von eBooks über die Mobilfunkanbindung des Kindle-Lesegerätes betroffen waren. <span id="more-422"></span></p>
<p>Der gewöhnlich gut informierte Twitter-Nutzer <a href="http://twitter.com/e_reading" target="_blank">e_reading</a> <a href="http://twitter.com/e_reading/status/3750443372" target="_blank">berichtet</a> soeben, er habe eine eMail mit dem entsprechenden Inhalt von Amazon erhalten. Die von e_reading <a href="http://twitter.com/e_reading/status/3750584290" target="_blank">dokumentierte</a> eMail ist mit &#8220;Kindle Team&#8221; unterschrieben. Sie zitiert ausführlich aus der <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-jeff-bezos-sagt-sorry-laesst-alle-fragen-offen/" target="_blank">Entschuldigung</a> von Amazon-CEO Jeff Bezos und bietet dem Nutzer die Wiederherstellung des gelöschten eBooks und der gegebenenfalls ebenfalls gelöschten eigenen Anmerkungen zum Buch oder einen Warengutschein:</p>
<blockquote><p>&#8220;As you were one of the customers impacted by the removal of &#8216;Nineteen Eighty-Four&#8217; from your Kindle device in July of this year, we would like to offer you the option to have us re-deliver this book to your Kindle along with any annotations you made.  You will not be charged for the book.  If you do not wish to have us re-deliver the book to your Kindle, you can instead choose to receive an Amazon.com electronic gift certificate or check for $30.&#8221;</p></blockquote>
<p>Außer den beiden Meldungen dieses einzelnen Twitterers gibt es bislang keine Bestätigung für diese überraschende Wendung im Kindle 1984-Skandal.</p>
<p>Falls sich diese Meldung bestätigt, würde Amazon mit seinem Angebot, die gelöschten Nutzerdaten wiederherzustellen einer Sammelklage, die gegen das Unternehmen wegen der Löschaktion <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-update-amazon-steht-vor-sammelklage/" target="_blank">angestrengt</a> wurde, die Grundlage nehmen. Unklar ist, ob Amazon bei der angeboteten Wiederherstellung des gelöschten 1984-Textes die von Amazon selbst beanstandete Ausgabe wiederherstellen wird (der eBook-Publisher war nicht Inhaber der entsprechenden Verwertungsrechte an dem copyrightgeschützten Text) oder eine legale Version des eBooks an dessen Stelle treten wird.</p>
<p>Eine interessante Implikation von Amazons Angebot wäre, dass die gelöschten Nutzerdaten nicht im digitalen Orkus verschwunden, sondern noch irgendwo in Amazons System gespeichert sind &#8211; ein Aspekt, der die Verunsicherung über den Datenschutz der von Kindle-Nutzern auf ihren Geräten angelegten eigenen Daten eher noch verstärken dürfte.</p>
<p><strong>Update </strong>4.9., 20:05h: Die PR-Abteilung von Amazon.de hat auf Rückfrage von bewegliche <em>lettern</em> per eMail bestätigt, dass die Meldung von e_reading zutreffend ist.</p>
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		<title>Sony schaltet sich in Book Settlement Streit ein, will mitverdienen</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Aug 2009 00:59:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sony hat sich in die Auseinandersetzung über das Google Book Settlement eingeschaltet. Nachdem sich vor kurzem Microsoft, Yahoo und Sony-Konkurrent Amazon im Rechtsstreit um das Book Search Settlement gegen Google gestellt hatten, hat nun Sony an der Seite des Suchmaschinen-Konzerns Position bezogen. Wie Wired soeben berichtet, hat Sony beim zuständigen Richter einen Amicus Curiae-Brief angekündigt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sony hat sich in die Auseinandersetzung über das Google Book Settlement eingeschaltet. Nachdem sich vor kurzem Microsoft, Yahoo und Sony-Konkurrent Amazon im Rechtsstreit um das Book Search Settlement gegen Google <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/8200624.stm" target="_blank">gestellt</a> hatten, hat nun Sony an der Seite des Suchmaschinen-Konzerns Position bezogen. <span id="more-403"></span></p>
<p>Wie Wired soeben <a href="http://www.wired.com/epicenter/2009/08/sony-google-book/" target="_blank">berichtet</a>, hat Sony beim zuständigen Richter einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amicus_curiae" target="_blank">Amicus Curiae</a>-Brief angekündigt, mit dem der Elektronik-Konzern als unbeteiligte, aber interessierte Partei seine Sicht der Dinge ins Verfahren einbringen will. In dem von Wired veröffentlichten Brief an den Richter (<a href="http://www.wired.com/images_blogs/epicenter/2009/08/sony-amicus-request-letter-2.pdf" target="_blank">pdf</a>) hebt Sony hervor, dass das Book Settlement einen positiven Effekt auf den E-Reader-Markt haben werde:</p>
<blockquote><p>&#8220;In Sony Electronics’ view, the cooperative and mutually beneficial relationship the Settlement forges between Google and the copyright holders in the proposed class may have a profoundly positive impact on the market for e-book readers and related devices.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gemeint dürfte damit in erster Linie wohl ein positiver Effekt auf das von Sony selbst angebotene E-Book-Lesegerät sein. Dessen neueste Version namens <a href="http://www.lesen.net/ereader/sony-reader-daily-edition-sonys-kindle-945/" target="_blank">Daily Edition</a> nämlich hat eine Funktion eingebaut, über die der Reader (vorerst nur in den USA) über eine drahtlose Netzanbindung auf die E-Book-Bestände öffentlicher Bibliotheken zugreifen kann. Damit verfügt die neueste E-Reader-Generation von Sony über ein Merkmal, das sie von den Geräten der Mitbewerber abhebt – insbesondere vom US-Marktführer, Amazons Kindle.</p>
<p>Dieses Alleinstellungsmerkmal begründet ein besonderes Interesse des Konzerns an den E-Book-Beständen der Bibliotheken. Je leichter der Zugriff auf (möglichst kostenlosen) Content, desto attraktiver die Hardware. Nach dieser Regel ist der Marktvorteil von Sonys E-Reader umso größer, je mehr Bücher in einer Bibliothek als E-Book vorliegen. Durch eine Zusammenarbeit mit Google konnte Sony bereits in der Vergangenheit vom Book Search-Programm <a href="http://paidcontent.org/article/419-sony-google-team-up-against-amazon/" target="_blank">profitieren</a>: Google stellt seit vergangenem März 500.000 nicht mehr dem Copyright unterliegende Werke auf den Sony Readern zur Verfügung.</p>
<p>Das Book Settlement würde ermöglichen, diese Zusammenarbeit auch auf copyrightgeschützte Bücher auszuweiten. Bücher, die im Druck sind und unter Copyright stehen, sollen nach der im Settlement ausgehandelten Abmachung über Online-Buchhändler zu kaufen oder Bibliotheken ausleihbar sein. – Den Nutzern des neuesten Sony Readers also via Bibliothekszugang gratis zur Verfügung stehen. Ebenso wie die umstrittenen verwaisten, also nicht mehr im Handel befindlichen, aber noch durch Copyright geschützten Werke, die Google auf Grundlage des Settlements digitalisieren und anbieten wird.</p>
<p>Googles digitale &#8216;Bibliothek&#8217; dürfte auf lange Sicht eher einem Buchladen gleichen. Darauf hat unlängst Lawrence Lessig in einem <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/08/lawrence-lessig-ueber-das-google-book-settlement/" target="_blank">Vortrag</a> über das Google Book Settlement hingewiesen:</p>
<blockquote><p>&#8220;We’re building into this not so much a digital library but a digital bookstore.&#8221;</p></blockquote>
<p>Den Zugriff auf die digitalisierten Bücher will Google nach eigenem <a href="http://books.google.com/googlebooks/agreement/" target="_blank">Bekunden</a> an Bibliotheken verkaufen. Die Monopolposition, die Googles digitale Megabibliothek einnehmen könnte, zählt deshalb zu den größten Sorgen von Gegnern des Book Settlements außerhalb der Konzernwelt. So <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/8200624.stm" target="_blank">zitiert</a> BBC News den Gründer der Non-Profit-Organisation <a href="http://www.archive.org/" target="_blank">Internet Archive</a> Brewster Kahle mit den Worten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Google is trying to monopolise the library system. […] If this deal goes ahead, they&#8217;re making a real shot at being &#8216;the&#8217; library and the only library.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Bibliotheken würden sich einem Angebot gegenübersehen, das sie, wie die Library Copyright Alliance <a href="http://www.library.utoronto.ca/library/blogs/ereader/?p=379" target="_blank">befürchtet</a>, selbst unter einem Preisdiktat kaum würden ablehnen können. Die Kosten für den Content würden dann die Bibliotheken tragen. Nutzer eines Lesegeräts mit Bibliotheksanschluss dagegen hätten den gesamten elektronischen Bibliotheksbestand kostenlos zur Verfügung. Finanziell wären sie lediglich über ihre Bibliotheksgebühr (und, natürlich, die allgemeinen Steuern) beteiligt. (Als ein Ansatz zu einem Kulturflatrate-Modell ist das übrigens einen Gedanken wert.)</p>
<p>Ein Lesegerät, das jederzeit kostenlos auf so ziemlich die gesamte digitalisierte Weltbibliothek zugreifen könnte, hätte einen beeindruckenden Produktvorteil gegenüber Geräten, deren Nutzer jedes einzelne E-Book kaufen müssen. Zumal die Grenzen zwischen Besitz und Ausleihe in der Welt der immateriellen Bücher immer mehr verschwimmen (vermeintlich gekaufte Bücher können jederzeit <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">zurückgeholt</a>, nicht jedoch antiquarisch <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/verbrauchertipp/1018697/" target="_blank">weiterverkauft</a> oder -verschenkt werden). Für Sony ist es also durchaus sinnvoll, auf Tuchfühlung mit dem Monopolisten in spe zu gehen.</p>
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		<title>Lesenswert: Cory Doctorow über kostenlose E-Books als Marketing Tool</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 10:34:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Guardian schreibt der Sci-Fi-Autor und Blogger Cory Doctorow über kostenlose E-Books als Marketing Tool. Doctorow ist überzeugt: &#8220;Free ebooks generate more sales than they displace.&#8221; Doctorow stellt heraus, dass ein Kampf gegen das Kopieren nicht nur von Anfang an ein verlorener Kampf wäre, sondern zudem einer, der sich gegen das Interesse des Autors an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Guardian <a href="http://www.guardian.co.uk/technology/2009/aug/18/free-ebooks-cory-doctorow" target="_blank">schreibt</a> der Sci-Fi-Autor und Blogger <a href="http://craphound.com/" target="_blank">Cory Doctorow</a> über kostenlose E-Books als Marketing Tool. Doctorow ist überzeugt: &#8220;Free ebooks generate more sales than they displace.&#8221; <span id="more-364"></span></p>
<p>Doctorow stellt heraus, dass ein Kampf gegen das Kopieren nicht nur von Anfang an ein verlorener Kampf wäre, sondern zudem einer, der sich gegen das Interesse des Autors an Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit richtet. Nicht wahrgenommen zu werden ist für ihn bedrohlicher als illegal kopiert zu werden:</p>
<blockquote><p>&#8220;I don&#8217;t think we can stop others from copying – it&#8217;s a lost cause. Copying is actually wonderful, and I have copied my head off since I first snuck into the photocopy room at my dad&#8217;s office in 1980. My problem isn&#8217;t piracy, it&#8217;s obscurity&#8221;</p></blockquote>
<p>Kostenlose E-Books garantieren per se nicht (mehr) unmittelbar Öffentlichkeit: Anders als noch vor ein paar Jahren hat ein kostenloser E-Book-Release heute, wie Doctorow schreibt, kaum noch Nachrichtenwert. Kostenlose E-Books können aber die Bemühungen des Autors und seines Verlags um Aufmerksamkeit (und um verkaufte Bücher) unterstützen. Denn mit den kostenlosen E-Books wird Lesern etwas in die Hand gegeben, womit sie ihrem sozialen Umfeld leichter als bisher eine Leseempfehlung geben können.</p>
<p>Eine private Buchempfehlung war schon immer dann besonders eindrücklich, wenn sie davon unterstützt wurde, dass der begeisterte Leser seinen Freunden sein eigenes durchgelesenes Exemplar des Buches ausleiht oder weitergibt: So konnten Bücher über die sozialen Netzwerke der offline-Welt große Aufmerksamkeit generieren (etwas altertümlich nennt man das wohl immer noch Mundpropaganda).</p>
<p>Kostenlos und virtuell in unendlicher Anzahl verfügbare E-Books übertragen dieses Modell nicht nur in die online-Welt, sondern ermöglichen es in einem sehr viel größeren Grad als es mit gedruckte Büchern möglich war: Der Leser hat schließlich nicht nur ein Exemplar, mit dem er seine Empfehlung untermauern kann, sondern potenziell unendlich viele, so dass er das Buch nicht nur einem Leser aus seinem Bekanntenkreis, sondern gleich seiner ganzen Mailing List weitergeben kann: Wie Doctorow schreibt, machen es kostenlose E-Books &#8220;Lesern, denen das Buch gefallen hat, leicht, es anderen aus ihrem sozialen Umfeld unter die Nase zu halten.&#8221;</p>
<blockquote><p>&#8220;Booksellers – I&#8217;m a former one myself – know that personal recommendations from friends are the best way to sell books – better than reviews, better than covers, better than store-placement. A publisher&#8217;s publicity and marketing for a book is an excellent way to get it into some readers&#8217; hands, and the word of mouth enabled by freely copyable ebooks then acts as a force-multiplier to expand the publisher&#8217;s efforts.&#8221;</p></blockquote>
<p>Überflüssig zu sagen: DRM, zumindest in seiner harten Form, würde diese Social Marketing-Perspektive von E-Books verhindern. Doctorows Gedanken implizieren allerdings, dass E-Books gegenüber (kostenpflichtigen) gedruckten Büchern unterlegen wären: Wer ein kostenloses E-Book bekommt, eilt im Idealfall in die Buchhandlung und kauft sich die gedruckte Version. Für einen Buchmarkt, der gänzlich mit E-Books arbeitet oder in dem das E-Book nicht mehr ein irgendwie unvollkommener Aspekt eines gedruckten Buches wäre, eignet sich das von Doctorow skizzierte Modell nur eingeschränkt.</p>
<p>Dort müsste gelten, dass die Verlage die kostenpflichtigen E-Books mit weiteren Qualitäten ausstatten, die die kostenlosen nicht aufweisen. Welche Qualitäten könnten das sein? &#8211; Etwa jene, die Kevin Kelly in seinem wegweisenden Aufsatz &#8220;<a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/08/kevin-kelly-besser-als-kostenlos-better-than-free/" target="_blank">Better Than Free</a>&#8221; aufgezeigt hat.</p>
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		<item>
		<title>Lesenswert: Alex Rühle über E-Publishing in China</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Aug 2009 08:35:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der Süddeutschen Zeitung wirft Alex Rühle heute einen eindringlichen Blick auf den E-Book-Markt in China. Der große Player dort ist der Verlag Shanda, der laut Rühle 80% der chinesischen Internetliteratur veröffentlicht. Shanda verdient an seinen E-Books über ein Micropaymentsystem Geld. Der Verlag bietet seine E-Books scheibchenweise an: Die Leser werden mit kostenlosen Anfangskapiteln angelockt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Süddeutschen Zeitung wirft Alex Rühle heute einen eindringlichen <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/482864" target="_blank">Blick</a> auf den E-Book-Markt in China. Der große Player dort ist der Verlag Shanda, der laut Rühle 80% der chinesischen Internetliteratur veröffentlicht.<span id="more-327"></span> Shanda verdient an seinen E-Books über ein Micropaymentsystem Geld. Der Verlag bietet seine E-Books scheibchenweise an: Die Leser werden mit kostenlosen Anfangskapiteln angelockt, danach zahlen sie per Micropayment Bagatellsummen für weitere Teile.</p>
<p>Interessant ist auch, dass Shanda bislang vor allem mit <a href="http://bewegliche-lettern.de/tag/trivialliteratur/" target="_blank">Trivialliteratur</a> Geld verdient: Mit Geschichten, die formal und inhaltlich an Videospiele angelehnt sind, erreicht der Konzern vor allem eine junge Leserschaft und hält sich alle Türen zur crossmedialen Vermarktung von Erfolgstiteln offen.</p>
<p>Auch für ernste Literatur sei E-Publishing jedoch attraktiv, berichtet Rühle, da es den Autoren ermöglicht, die Print-Zensur zu umgehen: &#8220;Im Netz dagegen kann man bislang vieles relativ unkontrolliert veröffentlichen&#8221; (ja ist das Internet denn ausgerechnet in China ein rechtsfreier Raum?)</p>
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		<title>Open Source statt Memory Hole? Txtr gelobt Transparenz, Vodafone ziert sich</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Jul 2009 09:44:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Aufsehen um Amazons eigenmächtige Löschung mehrerer E-Books von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Lesegeräten konnte man von Deutschland aus bisher mit einer gewissen Gelassenheit betrachten: Der Kindle wird hierzulande bisher nicht angeboten, so dass hier niemand unmittelbar betroffen war. In Deutschland bereits verfügbare E-Reader wie der Sony Reader PRS 505 verfügen im Unterschied zum Kindle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Aufsehen um Amazons eigenmächtige <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">Löschung</a> mehrerer E-Books von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Lesegeräten konnte man von Deutschland aus bisher mit einer gewissen Gelassenheit betrachten: Der Kindle wird hierzulande bisher nicht angeboten, so dass hier niemand unmittelbar betroffen war. In Deutschland bereits verfügbare E-Reader wie der <a href="http://www.sony.de/hub/reader-ebook" target="_blank">Sony Reader</a> PRS 505 verfügen im Unterschied zum Kindle nicht über Zugang zu einem Drahtlosnetzwerk, über das entsprechende Löschaktionen durchgeführt werden könnten. Mit <a href="http://txtr.com/" target="_blank">Txtr</a> (vormals Wizpac) und <a href="http://www.vodafone.de/" target="_blank">Vodafone</a> stehen allerdings zwei Unternehmen in den Startlöchern, die noch diesen Herbst E-Reader mit Drahtlosfunktion anbieten wollen. Wir haben bei ihnen nachgefragt, ob auch auf diesen Geräten ein Löschszenario wie bei Amazon möglich sein wird. Während Vodafone sich in seiner Antwort spürbar zurückhielt, sichert txtr seinen Nutzern Transparenz, den Schutz der eigenen Daten und Besitzrechte an erworbenen E-Books zu.<span id="more-302"></span></p>
<p>Konkret hatten wir den beiden Unternehmen u.a. die folgenden Fragen gestellt:</p>
<ul>
<li> Welche Rechte werden Ihre Kunden an den über den Mobilfunkservice erworbenen E-Books haben: Besitzrechte oder lediglich Nutzungsrechte?</li>
</ul>
<ul>
<li>Werden Sie sich in den Nutzungsbedingungen des Mobilfunkservices Ihres E-Readers das Recht vorbehalten, ohne Nutzerzustimmung auf E-Books, die auf dem Lesegerät gespeichert sind, zuzugreifen und diese unter bestimmten Umständen auch zu löschen?</li>
</ul>
<ul>
<li>Werden Sie die Möglichkeit haben, auch auf weitere (nicht E-Book) Dokumente zuzugreifen, die auf den Lesegeräten gespeichert sind?</li>
</ul>
<ul>
<li>Werden Sie den Nutzern Ihrer E-Reader eine Möglichkeit einräumen, Mobilfunkzugriffe auf die auf den E-Readern gespeicherten Daten (E-Books und andere Daten), abzublocken oder generell zu verweigern? Wird für Nutzer, die sich zum Blocken solcher Zugriffe entscheiden, trotzdem weiterhin die Möglichkeit gegeben sein, den Mobilfunkservice ihres E-Readers zum Erwerb von E-Books zu nutzen?</li>
</ul>
<p>Vodafone-Sprecher Thorsten Höpken antwortete mit allgemeinem PR-Sprech à la &#8220;bester Service und Sicherheit für unsere Kunden sind uns enorm wichtig.&#8221; Konkret ging er nicht auf die gestellten Fragen ein und wollte auch &#8220;zum jetzigen Zeitpunkt lediglich bestätigen, dass Vodafone die Absicht hat, einen ePaper Service zu starten.&#8221; In welcher Form das Angebot realisiert werde, sei &#8220;aktuell noch völlig offen.&#8221; – Womit auch die Fragen nach der Sicherheit der Nutzer des geplanten E-Readers vor Überwachung und Löschung eigener Daten oder heruntergeladener E-Books durch Vodafone vorerst &#8220;völlig offen&#8221; bleiben. Es ist zu hoffen, dass Vodafone hier in der Zukunft noch spezifischer wird.</p>
<p>Txtr gab sich kommunikativer. Txtr-Sprecher Fabian Heinrich teilte uns auf unsere Fragen hin mit, dass txtr &#8220;auf keine Fälle […] ohne Nutzerzustimmung auf gespeicherte Ebooks&#8221; oder weitere auf dem Lesegerät gespeicherte Dokumente zugreifen wird. Er verwies dazu auf die &#8220;klare Produkt-Strategie&#8221; des Unternehmens:</p>
<blockquote><p>&#8220;APIs, Schnittstellen und Geräte-Sourcecodes sind bei uns offen. Nur so ist Transparenz möglich und so schaffen wir das Vertrauen, dass dergleichen [wie Amazons Löschaktion] bei uns nicht passiert. Der einzige, der bei uns im &#8216;privaten Bereich&#8217; eines users was löschen kann, ist der user selbst.&#8221;</p></blockquote>
<p>Interessant an dieser Formulierung ist, dass es offenbar neben einem für txtr zugänglichen Bereich einen dem Nutzer vorbehaltenen Bereich auf den txtr-Readern geben wird. Eine Möglichkeit für die Nutzer, Zugriffe des Providers abzublocken, wird es jedoch nicht geben, da dies nach Auffassung von txtr &#8220;bei unserem Modell schlicht nicht notwendig&#8221; sei.</p>
<p>Die spannendste Antwort hat txtr allerdings auf die Frage nach Besitz- oder Nutzungsrechten erworbener E-Books parat. Die txtr-Nutzer werden &#8220;natürlich die Besitzrechte&#8221; an diesen haben, beteuert Fabian Heinrich.</p>
<p>Txtr wird sich an diesen recht weitreichenden Statements messen lassen müssen, wenn sein E-Reader demnächst auf den Markt kommt.</p>
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		<title>Kindle 1984: Amazon löscht Orwell</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Jul 2009 04:39:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
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		<description><![CDATA[Einer der größten Vorteile von Amazons E-Reader Kindle ist die Möglichkeit, über ein kostenlos zur Verfügung gestelltes Mobilfunknetz elektronische Bücher von der Onlineplattform des Buchhändlers herunterladen zu können. Mit dem Drücken einer Taste (gefolgt von der entsprechenden Belastung der Kreditkarte) ist jedes verfügbare E-Book binnen 60 Sekunden auf dem Lesegerät. Damit es wieder verschwindet, muss [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einer der größten Vorteile von Amazons E-Reader Kindle ist die Möglichkeit, über ein kostenlos zur Verfügung gestelltes Mobilfunknetz elektronische Bücher von der Onlineplattform des Buchhändlers herunterladen zu können. Mit dem Drücken einer Taste (gefolgt von der entsprechenden Belastung der Kreditkarte) ist jedes verfügbare E-Book binnen 60 Sekunden auf dem Lesegerät. Damit es wieder verschwindet, muss man dagegen keine Taste drücken.<span id="more-177"></span></p>
<p>Ohne vorherige Nachfrage oder Warnung hat der weltgrößte Onlinebuchhändler am vergangenen Donnerstag über die &#8220;Whispernet&#8221; genannte Mobilfunkanbindung zwei E-Books von sämtlichen im Umlauf befindlichen Kindle-Geräten gelöscht. Dabei handelt es sich um digitale Ausgaben von George Orwells &#8220;Animal Farm&#8221; und &#8220;Nineteen Eighty-Four&#8221;, die regulär über Amazons Plattform verkauft worden waren. Im nachhinein hatte sich herausgestellt, dass der Anbieter dieser digitalen Ausgaben nicht im Besitz der entsprechenden Rechte war. Die betroffenen Kindle-Besitzer erfuhren erst im Nachhinein davon, dass die Bücher von ihren Geräten gelöscht worden waren.</p>
<p>Zwar erstattete Amazon den betroffenen Kunden den Kaufpreis der E-Books zurück. Das Vorgehen des Unternehmens führte jedoch zu erregten Diskussionen in <a href="http://www.amazon.com/tag/kindle/forum/ref=cm_cd_pg_newest?_encoding=UTF8&amp;cdForum=Fx1D7SY3BVSESG&amp;cdPage=1&amp;cdSort=oldest&amp;cdThread=Tx1QUP1NLUY4Q5M&amp;displayType=tagsDetail" target="_blank">Nutzerforen</a> und Weblogs. Auf <a href="http://www.techcrunch.com/2009/07/17/amazon-why-dont-you-come-in-our-houses-and-burn-our-books-too/" target="_blank">Techcrunch</a> vergleicht MG Siegler Amazons Fernzugriff auf die Lesegeräte mit einem Einbruch: &#8220;Seriously, why doesn’t Amazon just come into our houses and burn the print copies as well while they’re at it?&#8221; Die abgründige Ironie, die darin besteht, dass ausgerechnet Orwells &#8220;Nineteen Eighty-Four&#8221; zu den betroffenen Titeln gehörte, goutiert <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1619426/" target="_blank">unter</a> <a href="http://gizmodo.com/5317180/amazon-remotely-deletes-legitimately-purchased-books-from-thousands-of-kindles" target="_blank">vielen</a> <a href="http://www.middleragedpunk.com/2009/07/17/amazon-tosses-kindle-orwell-books-down-the-memory-hole/ " target="_blank">anderen</a> David Pogue in seinem New York Times-<a href="http://pogue.blogs.nytimes.com/2009/07/17/some-e-books-are-more-equal-than-others/" target="_blank">Blog</a>.</p>
<p>Die rechtliche Grundlage von Amazons Vorgehen scheint unklar, da in den <a href="http://www.amazon.com/gp/help/customer/display.html?nodeId=200144530&amp;#content" target="_blank">Nutzungsbedingungen</a> des Kindle-Readers den Kunden das Recht auf &#8220;eine dauerhafte Kopie des betreffenden digitalen Inhalts&#8221; eingeräumt wird. Die mögliche nachträgliche Entfernung von Inhalten durch Amazon wird in den Nutzungsbedingungen dagegen nicht thematisiert. Im Gegenteil streicht Amazon in der <a href="http://www.amazon.com/Kindle-Amazons-Wireless-Reading-Generation/dp/B00154JDAI/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=electronics&amp;qid=1247943077&amp;sr=8-1" target="_blank">Produktbeschreibung</a> des Kindle heraus, dass alle gekauften E-Books zusätzlich bei Amazon gesichert und dadurch zukunftssicher verfügbar seien:</p>
<blockquote><p>&#8220;A copy of every book you purchased from the Kindle Store is backed up online at Amazon.com in case you ever need to download it again. You can wirelessly re-download books for free any time. […] Think of it as a bookshelf in your attic &#8211; even though you don&#8217;t see it, you know your books are there.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://www.informationweek.com/news/personal_tech/drm/showArticle.jhtml?articleID=218501227" target="_blank">Informationweek</a> zufolge dürfte sich auch die amerikanische Handelsaufsicht <a href="http://www.ftc.gov/" target="_blank">FTC</a> für die Löschaktion interessieren. Nach den heftigen Reaktionen der Netzöffentlichkeit und der Kindle-Nutzer ist Amazon nun hektisch dabei, zurückzurudern. <a href="http://news.cnet.com/8301-13860_3-10290047-56.html?tag=newsEditorsPicksArea.0" target="_blank">Cnet</a> zitiert einen Amazon-Sprecher mit den Worten: &#8220;We are changing our systems so that in the future we will not remove books from customers&#8217; devices in these circumstances.&#8221; – Damit lässt sich Amazon freilich weiten Raum für andere &#8220;circumstances&#8221;, die in Zukunft zu Löschaktionen führen könnten.</p>
<p>Wie leicht es Amazon gefallen ist, die betreffenden Bücher zu löschen, verdeutlicht den gravierenden Nachteil, den E-Books gegenüber physischen Büchern hinsichtlich ihrer Haltbarkeit, Archivierbarkeit und Manipulationssicherheit besitzen. Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie weit die Rechte von Verbrauchern an den heruntergeladenen E-Books eigentlich gehen: Sind sie Besitzer von Kopien der E-Books oder haben sie lediglich ein beschränktes Nutzungsrecht?</p>
<p>Der Fall macht klar, dass sich das &#8220;Whispernet&#8221; nicht nur für eine bequeme Art des Buchshoppings, sondern auch für eine besonders ruppige Form des Digital Rights Management eignet. Wenn es hier um den Schutz geistigen Eigentums geht, muss sich Amazon-Chef Jeff Bezos die Frage gefallen lassen, wie wichtig ihm der Schutz des geistigen Eigentums der Kindle-Nutzer ist. Zwar ist unklar, ob und in welchem Umfang Notizen, Anmerkungen und Lesezeichen, die Kindle-Nutzer in ihren nun gelöschten E-Books angelegt hatten, direkt von der Löschung betroffen sind. Selbst wenn diese intellektuellen Leistungen der Leser nicht direkt mitgelöscht worden sind, würden sie durch den Verlust des Textes, auf den sie sich beziehen, ihren Sinn einbüßen: Eine Randbemerkung ist ja nur im Zusammenhang mit dem daneben stehenden Text sinnvoll. Insofern wäre den betroffenen Nutzern ein Schaden entstanden.</p>
<p>Mit dieser Aktion hat Amazon den größten technologischen Vorzug seines Geräts in einen gravierenden Nachteil verwandelt: Von nun an wird jedem Nutzer eines Kindle klar sein, dass stets eine Thought Police seine digitale Bibliothek im Blick haben und mit ihr unbeobachtet nach Belieben schalten und walten kann. Dies sollte vor allem im Auge behalten, wer einen weiteren Vorzug des neuesten Kindle-Modells DX nutzen will: Dessen eingebaute pdf-Software &#8220;ermöglicht es Ihnen&#8221;, wie Amazon verspricht, &#8220;all Ihre persönlichen und beruflichen Dokumente unterwegs zu lesen&#8221; &#8211; Möglicherweise nicht nur Ihnen.</p>
<p>(via <a href="http://www.boingboing.net/2009/07/17/amazon-zaps-purchase.html" target="_blank">BoingBoing</a><a href="http://www.boingboing.net/2009/07/17/amazon-zaps-purchase.html"></a>, <a href="http://www.heise.de/newsticker/Amazon-loescht-gekaufte-Kindle-eBooks--/meldung/142186" target="_blank">Heise</a>, <a href="http://www.informationweek.com/news/personal_tech/drm/showArticle.jhtml?articleID=218501227" target="_blank">Informationweek</a><a href="http://www.informationweek.com/news/personal_tech/drm/showArticle.jhtml?articleID=218501227"></a>, <a href="http://netzwertig.com/2009/07/18/amazons-kindle-orwellscher-drm-suendenfall/" target="_blank">Netzwertig</a><a href="http://news.cnet.com/8301-13860_3-10290047-56.html?tag=newsEditorsPicksArea.0"></a>)</p>
<p><strong>Update </strong>19.7., 22:18h: Wie das britische Branchenmagazin The Bookseller soeben <a href="http://www.thebookseller.com/news/91946-amazon-likened-to-big-brother-after-deleting-1984-from-kindles.html.rss" target="_blank">berichtet</a>, sollen in mindestens einem Fall tatsächlich umfangreiche Annotationen, die ein Leser zu einem der beanstandeten E-Books auf seinem Kindle angelegt hatte, durch die Löschaktion vernichtet worden sein:</p>
<blockquote><p>&#8220;One Kindle user even had his notes on the book removed: Justin Gawronski, a 17-year-old from the Detroit area, was reading 1984 on his Kindle for a summer assignment and lost all his notes and annotations when the file vanished. »They didn&#8217;t just take a book back, they stole my work,« he is reported to have said.&#8221;</p></blockquote>
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