<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>bewegliche lettern &#187; Amazons Leserbewertungen als Waffe im Konflikt mit Verlagen &#8211; bewegliche lettern</title>
	<atom:link href="http://bewegliche-lettern.de/tag/amazon/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://bewegliche-lettern.de</link>
	<description>medienwandel in gutenbergs welt</description>
	<lastBuildDate>Sun, 14 Nov 2010 18:51:06 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
<xhtml:meta xmlns:xhtml="http://www.w3.org/1999/xhtml" name="robots" content="noindex" />
<cloud domain='bewegliche-lettern.de' port='80' path='/?rsscloud=notify' registerProcedure='' protocol='http-post' />
		<item>
		<title>Amazons Leserbewertungen als Waffe im Konflikt mit Verlagen</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2010/03/amazons-leserbewertungen-als-waffe-im-konflikt-mit-verlagen/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2010/03/amazons-leserbewertungen-als-waffe-im-konflikt-mit-verlagen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 11:11:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[Kindle]]></category>
		<category><![CDATA[Leserbewertungen]]></category>
		<category><![CDATA[Timing]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bewegliche-lettern.de/?p=792</guid>
		<description><![CDATA[Paul Carr ruft in einem Artikel auf TechCrunch den Internet-Buchhändler Amazon dazu auf, sein Leserbewertungssystem zu verändern. Er beklagt, dass sich dort Laienrezensionen häufen, die nichts mit den besprochenen Büchern, sondern mit der eBook-Politik der Verlage zu tun haben. Anlass für Carrs Unzufriedenheit ist ein Schwall negativer Leserbewertungen von Michael Lewis&#8217; Sachbuch &#8220;The Big Short&#8221;, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Paul Carr ruft in einem <a href="http://techcrunch.com/2010/03/22/im-not-kidding-do-it-now/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Techcrunch+%28TechCrunch%29" target="_blank">Artikel</a> auf TechCrunch den Internet-Buchhändler Amazon dazu auf, sein Leserbewertungssystem zu verändern. Er beklagt, dass sich dort Laienrezensionen häufen, die nichts mit den besprochenen Büchern, sondern mit der eBook-Politik der Verlage zu tun haben. <span id="more-792"></span></p>
<p>Anlass für Carrs Unzufriedenheit ist ein Schwall negativer <a href="http://www.amazon.com/Big-Short-Inside-Doomsday-Machine/product-reviews/0393072231/ref=dp_top_cm_cr_acr_txt?ie=UTF8&amp;showViewpoints=1" target="_blank">Leserbewertungen</a> von Michael Lewis&#8217; Sachbuch &#8220;The Big Short&#8221;, die sich nicht mit dem Inhalt des Buches auseinandersetzen, sondern die negative Bewertung benutzen, um gegen die Entscheidung des Verlages zu protestieren, der diesen Titel bisher nicht in einer eBook-Version für den Kindle herausgebracht hat:</p>
<blockquote><p>&#8220;At the time of writing there are 64 one star reviews – more than the total number of 2-5 star review combined – sending a clear message to potential purchasers: this book might be popular but it’s also a total sack of crap. Don’t waste your money.  There’s just one problem with that message: less than half of those one star reviews are actually reviewing the book. Instead, most of the reviewers’ ire relates to the fact that publishers WW Norton have decided not to release a Kindle version of the book at the same time as its hardback release.&#8221;</p></blockquote>
<p>In diesem Fall dürfte Amazons Interesse, den Eifer zu zügeln, mit dem die Laienrezensenten ihr Missfallen über die eBook-Politik des Verlags zu äußern, eher schwach ausgeprägt sein. Denn  wenn Amazon auch daran gelegen sein dürfte, dass  Leserrezensionen generell eher positiv sind und damit zum Kauf anregen, dürfte sein Interesse an der Vergrößerung des Kindle-eBook-Marktanteils noch größer sein. Die Unmutsäußerungen der Leser über das Ausbleiben der Kindle-eBook-Version müssen Amazon deshalb höchst willkommen sein.</p>
<p>Schon in der Vergangenheit hat der Online-Händler deutlich gemacht, dass er in Auseinandersetzungen mit Verlagen die Macht seiner Kunden nutzen will. Als Amazon im Februar im <a href="http://bewegliche-lettern.de/2010/02/konflikt-um-ebook-preise-amazon-nimmt-macmillan-aus-dem-programm/" target="_blank">Konflikt</a> mit Macmillan über die Preisgestaltung von eBooks einen Rückzieher machte und die zuvor aus dem Angebot genommenen Bücher dieses Verlages wieder zum Kauf anbot, <a href="http://bewegliche-lettern.de/2010/02/konflikt-um-ebook-preise-amazon-nimmt-macmillan-aus-dem-programm/" target="_blank">wandte</a> sich der Online-Händler in seiner Kindle Community an seine Kunden und forderte sie auf, mit dem Geldbeutel abzustimmen:</p>
<blockquote><p>“We want you to know that ultimately, however, we will have to  capitulate and accept Macmillan’s terms because Macmillan has a monopoly  over their own titles, and we will want to offer them to you even at  prices we believe are needlessly high for e-books. Amazon customers will  at that point decide for themselves whether they believe it’s  reasonable to pay $14.99 for a bestselling e-book.”</p></blockquote>
<p>Amazon versteht es, sich zum Anwalt und zum Sprachrohr seiner Kunden zu machen &#8211; insbesondere wenn diese Positionen vertreten, die in Amazons Politik passen. Damals hat Amazon seine Kunden aufgefordert, sich mit ihren Mitteln am Konflikt mit den Verlagen zu beteiligen. Und bietet nun &#8211; wie Paul Carrs Beispiel zeigt &#8211; mit seinen Leserbewertungen eine öffentliche Plattform, auf dem die Endkunden sich in die Diskussion einbringen können.</p>
<p>Um Rezensionen, die sich nicht mit dem vorgeblich rezensierten Buch, sondern mit Fragen der Verlagspolitik beschäftigen, zu vermeiden, schlägt Carr vor, dass Amazon nur noch Käufern des jeweiligen Buches erlaubt, Leserrezensionen einzustellen. Diese Idee ist interessant und wäre vermutlich tatsächlich ein wirksamer Schritt gegen Leserrezensions-Spam. Doch glaube ich nicht, dass Amazon ihn umsetzen wird: Gerade wenn es um Fragen der Verlagspolitik geht, dürfte Amazon eher daran interessiert sein, sich den Lesern gegenüber als Sprachrohr ihrer Interessen zu gerieren und den Verlagen gegenüber sein Verhandlungsgewicht durch seine Kundenbasis zu verstärken.</p>
<p>Verlage sind Amazon gegenüber schon länger argwöhnisch, weil der Online-Händler eine allzu große Marktmacht darstellt, mit der Verhandlungen auf Augenhöhe zusehends schwerer werden. Die Verlage dürfen aber nicht vergessen, dass sich die Marktmacht Amazons nicht allein in Verkaufszahlen messen lässt, sondern vor allem auch in dem guten Ansehen, das Amazon bei den Endkunden genießt. Im Gegensatz zu Amazon, die schon immer dicht am Verbraucher agiert haben, haben bisher die wenigsten Verlage verstanden und umgesetzt, dass den Verbrauchern im Zuge des Medienwandels größere Bedeutung und größerer Einfluss zukommen.</p>
<p>Denn Verbraucher haben in der digitalen Welt andere Möglichkeiten, ihre Differenzen mit Verlagen auszutragen, als es in der analogen Welt möglich war: Sei es, indem sie sich durch Web2.0-Funktionen (wie etwas Amazons Leserbewertungen) vernehmbar machen, sei es, indem sie sich vom Marktplatz verabschieden und ihre eBooks stattdessen bei Rapidshare etc. suchen.</p>
<p>Verlage dürfen den Verbrauchern nicht so unsympathisch werden wie die großen Player der Musikindustrie. Sonst werden sie auf dieselbe Weise scheitern wie diese. Das Verständnis und die Zustimmung der Endkunden ist ein Faktor, der bei allen digitalen Strategieentscheidungen mit berücksichtigt werden muss. Amazon hat verstanden, wie schwach die Verlage im Umgang mit den Endkunden sind und weiß diese Schwäche und die eigene Stärke zu nutzen. Verlage sollten dem mächtigen Online-Händler nicht das Monopol auf die Sympathie der Verbraucher im digitalen Buchhandel überlassen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bewegliche-lettern.de/2010/03/amazons-leserbewertungen-als-waffe-im-konflikt-mit-verlagen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Konflikt um eBook-Preise: Amazon nimmt Macmillan aus dem Programm [Update: Amazon macht Rückzieher]</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2010/02/konflikt-um-ebook-preise-amazon-nimmt-macmillan-aus-dem-programm/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2010/02/konflikt-um-ebook-preise-amazon-nimmt-macmillan-aus-dem-programm/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 06:40:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[Macmillan]]></category>
		<category><![CDATA[Pricing]]></category>
		<category><![CDATA[Timing]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bewegliche-lettern.de/?p=698</guid>
		<description><![CDATA[Noch vor wenigen Tagen nannte der Chef des zur Holtzbrinck-Gruppe gehörenden US-amerikanischen Verlagsriesen Macmillan eBook-Piraterie als größte Herausforderung für Verleger elektronischer Bücher. Seit vergangenem Freitag müsste er wohl eine andere Antwort geben. Die Umsatzeinbußen, die sein Konzern, zu dem Verlagslabels wie Farrar, Straus &#38; Giroux, Picador und Henry Holt gehören, seitdem zu erleiden hat, dürften [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch vor wenigen Tagen <a href="http://www.teleread.org/2010/01/26/brian-napack-president-of-macmillan-digital-book-piracy/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+teleread%2FKHnj+%28TeleRead%3A+Bring+the+E-Books+Home%29">nannte</a> der Chef des zur Holtzbrinck-Gruppe gehörenden US-amerikanischen Verlagsriesen Macmillan eBook-Piraterie als größte Herausforderung für Verleger elektronischer Bücher. Seit vergangenem Freitag müsste er wohl eine andere Antwort geben. Die Umsatzeinbußen, die sein Konzern, zu dem Verlagslabels wie Farrar, Straus &amp; Giroux, Picador und Henry Holt gehören, seitdem zu erleiden hat, dürften die Verluste durch die illegale Verbreitung von eBooks um einiges übertreffen. Denn am späten Freitagabend verschwanden auf einen Schlag alle Publikationen aus dem Hause Macmillan aus dem Angebot des Online-Handelsriesen Amazon.com. Zwar können diese Titel über Amazon noch bei Drittanbietern bestellt werden. Amazon selbst verkauft jedoch derzeit keine Macmillan-Bücher mehr. <span id="more-698"></span></p>
<p>Eine offizielle Stellungnahme dazu gab es bislang von Amazon nicht. Ein <a href="http://www.publishersweekly.com/article/CA6717133.html?rssid=192">offener Brief</a> von Macmillan-CEO John Sargent bestätigt im wesentlichen die <a href="http://bits.blogs.nytimes.com/2010/01/29/amazon-pulls-macmillan-books-over-e-book-price-disagreement/">Vermutungen</a> der <em>New York Times</em>,<em> </em>dass es sich dabei um eine Art Strafaktion von Amazon.com gegen den Verlagskonzern handelt. Seit einiger Zeit liefert sich der Online-Händler Amazon eine Auseinandersetzung über die Preisgestaltung und den Erscheinungstermin von eBooks. Amazon hat mit seinem eBook-Lesegerät Kindle den US-Markt für digitale Bücher fest im Griff und bietet eBooks zum Preis von $9,99 an. Macmillan drängt, wie andere Verlage auch, auf höhere Preise und will ansonsten die Veröffentlichung elektronischer Ausgaben seiner Bücher systematisch verzögern, um das Geschäft mit den höherpreisigen gebundenen Ausgaben zu schützen.</p>
<p>Anlass für die Eskalation des schwelenden Konflikts ist offensichtlich das Auftreten eines neuen großen Players auf der Bühne des digitalen Buchhandels. Apple hat angekündigt, in seinen Mitte letzter Woche vorgestellten tragbaren Kleincomputer iPad auch einen digitalen Bücherladen integrieren. Damit wird Apple zum direkten Konkurrenten von Amazon und dessen Lesegerät Kindle. Macmillan gehört – wie weitere vier der insgesamt sechs Riesen der Verlagsbranche – von Anfang an zu den Kooperationspartnern des Computerherstellers aus Cupertino. Der Preis für eBooks soll bei der iBooks genannten Buchhandelssoftware des iPad mit ungefähr $15 deutlich über dem Amazon-Preis liegen.</p>
<p>Vor allem sollen die eBook-Geschäfte mit Apple aber nach einem grundlegend anderen Muster stattfinden als die Geschäfte mit Amazon: Während Amazon den Verlagen gegenüber als Großhändler auftritt, der die Verbraucherpreise selbst bestimmt, soll Apple eher als eine Art Verkaufsagentur auftreten, die die Bücher gegen eine Kommission an den Endverbraucher bringt. Bei diesem Modell bleibt die Preisgestaltung ganz in der Hand der Verlage. Dabei will Macmillan die digitalen Ausgaben über das Agenturmodell ausdrücklich zeitgleich mit der gedruckten Ausgabe anbieten. Amazon hingegen würde die Bücher unter dem Großhandelsmodell erst mit wesentlicher Verzögerung verkaufen dürfen – sofern es sich nicht ebenfalls dem Agenturmodell anschließt und damit die Hoheit über die Preise den Verlagen überlässt.</p>
<p>Um es kurz zu fassen: Macmillan hat für Amazons Geschmack offenbar etwas zu heftig mit Apple geflirtet. Und wird dafür eisern abgestraft. Der Konflikt findet also nur vordergründig zwischen Macmillan und Amazon statt, im Hintergrund steht die Rivalität von Amazon und Apple. In der ersten Runde dieser Auseinandersetzung sieht es so aus, als wollten die Kontrahenten ihren Kampf ohne wattierte Handschuhe austragen. Auch wenn Amazon derzeit noch nicht sein ganzes Gewicht in die Schläge legt (auf der kanadischen, britischen und deutschen Seite von Amazon kann man Macmillan-Bücher nach wie vor kaufen), weiß der Handelsriese doch, welche Treffer am meisten schmerzen: So boykottiert er nicht nur eBooks, sondern auch sämtliche Printausgaben von Macmillan. Die Botschaft an die Verlagsbranche ist eindeutig: Auch wenn es jetzt einen Handelspartner für eBooks gibt, der euch besser gefällt, vergesst nicht, dass wir gute Freunde bleiben sollten, wenn ihr eure Druckwerke weiterhin bei uns verkaufen wollt.</p>
<p>Apple hat sich bisher nicht sichtbar in diesen Konflikt eingemischt. Ein natürlicher Verbündeter für Verlagshäuser ist auch der Hardwaregigant aus dem Silicon Valley aber keineswegs. Apple hat seinerseits letzte Woche gegenüber einem Großverlag schon einmal die Muskeln spielen lassen. Der gewichtige US-Lehrmittelverlag McGraw-Hill, <a href="http://venturebeat.com/2010/01/27/mcgraw-ipad/">fiel</a> offenbar in letzter Minute aus der Reihe der Verlage heraus, die Steve Jobs bei der Produktpräsentation des iPad als Kooperationspartner nannte. McGraw-Hill Verleger Harold McGraw III hatte einen Tag vor dem mit großem Bohei vorbereiteten iPad-Launch Details über das bis dahin hoch geheime Gerät ausgeplaudert und dadurch offenbar den Zorn von Apple auf sich gezogen. Ob der Verlag lediglich in der Präsentation aussetzen musste oder gar ganz von der Kooperation mit Apple ausgeschlossen wird, ist noch unklar.</p>
<p>Auch wenn sich die Verlagshäuser darüber freuen mögen, dass der beargwöhnten Marktgroßmacht Amazon zumindest im eBook-Geschäft mit Apple eine marktkorrigierende Konkurrenz erwächst, wird man sehen, ob selbst die größten Konzerne der Verlagsbranche mit Apple oder Amazon auf Augenhöhe verhandeln können. Zumindest können sie sich jetzt aussuchen, von welcher Seite sie Knüffe beziehen wollen. Man wird sich in Verlagskreisen wohl bald nostalgisch an die Zeiten erinnern, da eBook-Piraten noch als größte Gefahr galten. Die ersten Leidtragenden sind jedoch Leser und Autoren – den einen wird es schwer gemacht, die gewünschten Bücher zu kaufen, die anderen ärgern sich darüber, dass ausbleibende Buchverkäufe auch ausbleibende Honorareinnahmen bedeuten. Wie Macmillan-Autorin Cherie Priest <a href="http://digitalbookworld.com/2010/more-reactions-to-the-amazonmacmillan-battle/">zusammenfasst</a>: &#8220;My reaction to this is pretty straightforward: I think it’s dumb and it sucks.&#8221;</p>
<p><strong>Update</strong> 01.02., 07:45h: Amazon hat mit einer in einer offiziellen <a href="http://www.amazon.com/tag/kindle/forum/ref=cm_cd_fp_ef_tft_tp?_encoding=UTF8&amp;cdForum=Fx1D7SY3BVSESG&amp;cdThread=Tx2MEGQWTNGIMHV" target="_blank">Mitteilung </a>an seine Kunden einen Rückzieher gemacht und kündigt an, auf Macmillans Forderung einzugehen:</p>
<blockquote><p>&#8220;We want you to know that ultimately, however, we will have to capitulate and accept Macmillan&#8217;s terms because Macmillan has a monopoly over their own titles, and we will want to offer them to you even at prices we believe are needlessly high for e-books. Amazon customers will at that point decide for themselves whether they believe it&#8217;s reasonable to pay $14.99 for a bestselling e-book.&#8221;</p></blockquote>
<p>Für Macmillan und andere Verlage ist es nicht ungefährlich, dass Amazon den Ball an die Verbraucher weitergibt. Unter diesen gibt es, wie GalleyCat am Sonnabend <a href="http://www.mediabistro.com/galleycat/bookselling/amazon_customers_continue_to_boycott_kindle_books_priced_higher_than_999_150530.asp" target="_blank">berichtete</a>, bereits eine Front gegen die Preiswünsche der Verlage.</p>
<p>Mit seiner Stellungnahme ruft Amazon die Verbraucher nicht explizit zum Boykott auf (was unter US-Recht strafbar wäre). Die Tendenz ist aber unmissverständlich. Es wird spannend, ob sich der Konflikt zwischen Amazon und den Verlagen nun als Konflikt zwischen eBook-Käufern und Verlagen fortsetzen wird. Die Befürchtung, dass Piraterie die größte Bedrohung für Verleger digitaler Bücher darstellt, könnte sich doch noch als hochaktuell erweisen: Dann nämlich, wenn sich die Buchkäufer in Scharen der Piraterie zuwenden, um die Verlage für eine in ihren Augen ungerechte Preisgestaltung zu strafen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bewegliche-lettern.de/2010/02/konflikt-um-ebook-preise-amazon-nimmt-macmillan-aus-dem-programm/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Verlage begrüßen iPad, iBooks, iDRM</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2010/01/verlage-begruessen-ipad-ibooks-idrm/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2010/01/verlage-begruessen-ipad-ibooks-idrm/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 05:03:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
		<category><![CDATA[DRM]]></category>
		<category><![CDATA[iBooks]]></category>
		<category><![CDATA[iPad]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bewegliche-lettern.de/?p=675</guid>
		<description><![CDATA[Apples in der vergangenen Woche vorgestellter Tabletcomputer iPad präsentiert sich auch als Alternative zu gängigen eInk Lesegeräten wie dem Sony Reader, dem txtr-Reader und Amazons Kindle. Mit iBooks verfügt Apples Gerät über eine eingebaute eBook-Lese- und Verwaltungssoftware und einen Online-Buchladen. In ersten Reaktionen begrüßen Verleger und der Börsenverein das Gerät enthusiastisch. Doch im Unterschied zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Apples in der vergangenen Woche vorgestellter Tabletcomputer iPad präsentiert sich auch als Alternative zu gängigen eInk Lesegeräten wie dem Sony Reader, dem txtr-Reader und Amazons Kindle. Mit iBooks verfügt Apples Gerät über eine eingebaute eBook-Lese- und Verwaltungssoftware und einen Online-Buchladen. In ersten Reaktionen begrüßen Verleger und der Börsenverein das Gerät enthusiastisch. Doch im Unterschied zu offenen Geräten könnte die geschlossene Plattform des iPad sowohl für Verbraucher wie für Verlage auf lange Sicht unbequem werden. <span id="more-675"></span></p>
<p>Wie das britische Branchenmagazin <em>The Bookseller</em> <a href="http://www.thebookseller.com/news/110947-uk-publishers-hail-the-ibook-moment.html.rss" target="_blank">berichtet</a>, waren die Reaktionen von Verlegern auf das iPad geradezu überschwänglich:</p>
<blockquote><p>&#8220;Publishers have welcomed the launch of Apple&#8217;s iPad as an »important step« in the transition towards digital books, with one branding it »the most significant development yet«. Dan Franklin, digital editor at Canongate, said: »I sat there and thought &#8216;this is what we&#8217;ve been waiting for&#8217;.« John Makinson, chief executive at Penguin, said the announcement represented &#8220;an important step in the development of a digital audience for books«.&#8221;</p></blockquote>
<p>Für die &#8211; vorerst nur in den USA <a href="http://mashable.com/2010/01/28/no-ibooks-for-you/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Mashable+%28Mashable%29" target="_blank">verfügbare</a> &#8211; eBook-Software des Geräts arbeitet Apple mit fünf Branchenriesen zusammen: Von den Big Six fehlt bei iBooks allein Random House.  Hachette, Penguin, Simon &amp; Schuster, Macmillan und HarperCollins sind mit im Boot. Weitere Verlage werden mit großer Sicherheit folgen. Der Enthusiasmus der Verleger beruht vor allem darauf, dass sie durch die hohe Attraktivität des Gerätes einen Zuwachs von potenziellen eBook-Käufern erwarten.</p>
<p>Entsprechend äußerte sich auch der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in einer <a href="http://www.buchmarkt.de/content/41275-e-books.htm" target="_blank">Pressemitteilung</a>. Man sei &#8220;davon überzeugt, dass das E-Book die Lesekultur fördert und das Prinzip Buch auch bei neuen Leserschichten populär macht.  &#8221; Gleichwohl betont der Börsenverein, &#8220;dass keine künstlichen Barrieren durch geschlossene Shopsysteme&#8221; geschaffen werden dürften: &#8220;Nur der Wettbewerb vieler Verlage und Handelspartner sichert die kulturelle Vielfalt des Buchmarkts&#8221;. iBooks  erwähnt der Börsenverein in seinem Statement konsequenterweise mit keiner Silbe und verweist stattdessen auf die bisher weitgehend erfolglose Eigenentwicklung libreka.</p>
<p>Tatsächlich sind die Bedenken des Börsenvereins gegen &#8220;geschlossene Shopsysteme&#8221; nicht von der Hand zu weisen. Zwar setzt Apple anders als Amazon nicht auf ein proprietäres Ebookformat, sondern auf das offene epub-Format. Und offensichtlich soll die Apple-eigene iBook-App zumindest nicht vom Start weg Konkurrenzapps ausschließen: Wie aus einer <a href="http://blog.txtr.com/?p=417" target="_blank">Pressemitteilung</a> des Berliner eReader- und eBook-Plattform-Anbieters txtr hervorgeht, wird es auch Apps anderer Ebook-Anbieter geben: txtr hat zumindest angekündigt, dass es eine txtr-App auf dem iPad geben wird. Diese würde von Anfang an auch deutschsprachige Bücher auf Apples Tablet verfügbar machen. Man wird freilich abwarten müssen, ob Apple auf lange Sicht das Angebot solcher Konkurrenz-Apps einschränken wird. Denn als alleiniger Torwächter kann Apple darüber bestimmen, welche Apps auf dem iPad laufen dürfen.</p>
<p>Die wirklich spannende &#8211; und auch für Buch- und Presseverlage höchst relevante &#8211; Neuerung des iPad besteht meiner Ansicht nach darin, dass es das bisher auf den mobilen Bereich beschränkte App-Modell auf ein Gerät ausweitet, das vom Anspruch her einem Netbook zumindest nahesteht. Zwar erlaubt das iPad, wie Matthias Schwenk in einem lesenswerten <a href="http://carta.info/22324/apple-ipad-tablet/" target="_blank">Beitrag</a> auf Carta schreibt, neben der Nutzung von Apps gleichzeitig den freien Zugriff ins Web per Browser. Andererseits pusht es das App-Modell.</p>
<p>Von Netbooks und ähnlichen tragbaren Kleincomputern war man bisher gewohnt, dass man einen freien, allein browserabhängigen Zugang zum Web hatte. Apple weitet die App-Kampfzone nun über Smartphones hinaus aus &#8211; und schränkt damit die Freiheit der Nutzer ein. Apps sind zwar in vielerlei Hinsicht nutzerfreundlich, haben es aber auch an sich, den Nutzer zu gängeln: Er kann sich nicht im Netz frei bewegen, sondern nur auf den Schienen, die das App legt. Wenn sich das iPad in dem Maße durchsetzt, wie es Apples Marktmacht und der Erfolg seiner letzten Produktreihen vermuten lässt, werden viele Nutzer sich daran gewöhnen, nicht mehr browsergestützt, sondern App-geführt aufs Internet zuzugreifen.</p>
<p>Das ist für Contentanbieter einerseits begrüßenswert, denn so können sie den Zugang zu ihrem Angebot besser kontrollieren und sich leichter bezahlen lassen. Dies ist der Grund dafür, dass insbesondere Zeitungsverlage an App-Lösungen äußerst interessiert sind: Von ihnen versprechen sie sich eine Möglichkeit, Paid Content durchzusetzen &#8211; was im freien Web im Großen und Ganzen gescheitert ist. Andererseits ist der Torwächter der Torwächter Apple selbst. Denn Apple bestimmt, welche Apps laufen dürfen, welche nicht.</p>
<p>Defective by Design, die Anti-DRM-Plattform der Free Software Foundation, verurteilt unter anderem aus diesem Grund Apples iPad. Anlässlich der Produktpräsentation des iPad machte Defective by Design seinen Bedenken durch <a href="http://arstechnica.com/tech-policy/news/2010/01/protestors-ipad-is-nothing-more-than-a-golden-calf-of-drm.ars" target="_blank">Proteste</a> Luft und sammelt nun <a href="http://www.defectivebydesign.org/ipad" target="_blank">Unterschriften</a> gegen Apples DRM. In einem Rundschreiben fasst Defective by Design die Gefahren der geschlossenen Plattform für Nutzer zusammen:</p>
<blockquote><p>&#8220;This summer we saw the dangers of DRM on ebook readers, when Amazon deleted hundreds of copies of George Orwell&#8217;s 1984 from readers&#8217; computers while they slept. Applying this control to a general purpose computer marketed especially for media distribution is a huge step backward for computing, and a blow to the media revolution that happened when the web let bloggers reach millions <em>without</em> asking for permission. DRM and forced updates will give Apple and their corporate partners the power to disable features, restrict competition, censor news, and even delete books, videos, or news stories from users&#8217; computers while they sleep&#8211; using the device&#8217;s »always on« network connection. Apple can say they will not abuse this power, but their record of App Store rejections gives us no reason to trust them. The Apple Tablet&#8217;s unprecedented use of DRM to control all capabilities of a general purpose computer is a dangerous step backward for computing and for media distribution&#8221;.</p></blockquote>
<p>Nicht allein den Verbrauchern drohen Einschränkungen und Übergriffe, sondern auch Apples Kooperationspartnern aus der Medienbranche. Selbst die Branchenriesen riskieren bei einer Zusammenarbeit mit Apple, in Abhängigkeit von einem Partner zu geraten, der zu einer ganz anderen Gewichtsklasse gehört.</p>
<p>Apple hat bereits die Muskeln spielen lassen, indem es den Verlag McGraw Hill &#8211; wahrlich kein Zwerg in der Branche &#8211; bei seiner Präsentation aus der Reihe der mit iBooks kooperierenden Verlage <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2010/01/28/steve-jobs-saegt-verleger-ab-nachdem-dieser-ipad-plaene-ausgeplaudert-hatte/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+basicthinking%2Fdoho+%28Basic+Thinking+Blog%29" target="_blank">rausschmiss</a> (ob dies auch einen Ausschluss aus dem Kooperationsprogramm selbst bedeutet, ist noch unklar). Dessen Verleger Harold McGraw III hatte einen Tag vor dem iPad-Launch ausgeplaudert, dass man mit Apple über eine Zusammenarbeit im eBook-Bereich spreche. Und wer wann was reden darf, bestimmt schließlich Apple.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bewegliche-lettern.de/2010/01/verlage-begruessen-ipad-ibooks-idrm/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Google wird Buchhändler</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/10/google-wird-buchhaendler/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2009/10/google-wird-buchhaendler/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 04:55:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Book Settlement]]></category>
		<category><![CDATA[Google Editions]]></category>
		<category><![CDATA[Kindle]]></category>
		<category><![CDATA[Sony]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bewegliche-lettern.de/?p=534</guid>
		<description><![CDATA[Google wird ab Mitte 2010 in den USA und Europa Bücher aus den Beständen des Google-Editions-Projekts zum Kauf anbieten. Dies kündigte eine hochrangige Sprecherin des Unternehmens auf der Tools of Change Konferenz am vergangenen Dienstag in Frankfurt an und konkretisierte damit die Vision, die Google-Book-Search-Chef Dan Clancy bereits im Juli präsentiert hatte. Google Editions ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Google wird ab Mitte 2010 in den USA und Europa Bücher aus den Beständen des Google-Editions-Projekts zum Kauf anbieten. Dies kündigte eine hochrangige Sprecherin des Unternehmens auf der <a href="http://www.tocfrankfurt.com/" target="_blank">Tools of Change</a> Konferenz am vergangenen Dienstag in Frankfurt an und konkretisierte damit die Vision, die Google-Book-Search-Chef Dan Clancy bereits im Juli <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/googles_vision_for_the_future_of_google_books_eboo.php" target="_blank">präsentiert</a> hatte.<span id="more-534"></span></p>
<p>Google Editions ist eine Erweiterung des Partnerprogramms, mit dem Google Verlagen und Autoren ermöglicht, ihre Publikationen durchsuchbar zu machen und Nutzern in begrenztem Umfang anzuzeigen. Es handelt sich bei den in Google Editions enthaltenen Publikationen also zunächst nicht um die im umstrittenen Google Book Settlement thematisierten vergriffenen und verwaisten Werke.</p>
<p>Zusätzlich zur Durchsuchbarkeit und ausschnittsweisen Anzeige sollen die in Google Editions angebotenen digitalen Texte ab Mitte nächsten Jahres auch verkäuflich werden. Nutzer sollen auf Texte, die sie erworben haben, &#8216;in the cloud&#8217;, also durch Onlinezugriff von einem beliebigen PC oder eReader aus zugreifen können. Gleichzeitig werde eine Kopie des Textes lokal abgespeichert, so dass auch ohne bestehende Onlineverbindung weitergelesen werden kann. Wie dies technisch im Detail aussehen wird, ist noch klärungsbedürftig. Wahrscheinlich wird die skizzierte lokale Speicherung auf Google <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Google_Gears" target="_blank">Gears</a> beruhen.</p>
<p>Googles Director of Strategic Partnerships, Amanda Edmonds, betonte einem <a href="http://www.thebookseller.com/news/99964-google-plans-buy-anywhere-read-anywhere-offer.html" target="_blank">Bericht</a> des britischen Branchenmagazins &#8220;The Bookseller&#8221; zufolge, dass Google Editions die Nutzer nicht auf bestimmte Geräte, Software oder Händler festlegen wolle. Stattdessen setzt der Suchmaschinenkonzern darauf, sein Buchangebot auf verschiedenen Endgeräten und über verschiedene Handelskanäle zugänglich zu machen.</p>
<p>So sollen die digitalen Texte aus Google Editions nicht nur direkt über Google Books, sondern auch über kooperierende Onlinehändler oder direkt über die Websites der teilnehmenden Verlage bezogen werden können. Dabei unterschiedet sich die Aufteilung der Erlöse: Beim Kauf über Google Books gibt Google 63% der Einnahmen an den Rechteinhaber weiter und behält 37% ein. Dieser Split ist bereits aus dem Book Settlement bekannt, wo er für die Verwertung vergriffener und verwaister Werke ins Spiel gebracht worden war. Beim Kauf über einen Online-Händler erhält der Rechteinhaber dagegen 45%, die übrigen 55% teilen sich der Händler und Google. Auch hier sind nach Edmonds Aussage noch Details zu klären.</p>
<p>Interessant ist die Ankündigung, dass sich Google vorbehalte, die Bücher gegenüber dem Listenpreis zu reduzieren, soweit dem nicht lokale Bestimmungen entgegenstünden (wie die Buchpreisbindung in Deutschland). Allerdings wolle Google die Mindereinnahmen durch die Preisreduktion auf die eigene Kappe nehmen und den Rechteinhaber vergüten, als wäre das Buch zum Listenpreis verkauft worden. &#8211; Man darf gespannt sein, wie lange sich solche großzügigen Zusagen angesichts der zu erwartenden bedeutenden Marktmacht Googles halten werden.</p>
<p>Google plant nach Edmonds Aussage auch, mit Hardwareherstellern zusammenzuarbeiten. Dabei dürfte Sony, das sich in der Auseinandersetzung um das Book Settlement an die Seite Googles <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/08/sony-schaltet-sich-in-book-settlement-streit-ein-will-mitverdienen/" target="_blank">geschlagen</a> hatte, deutlich bessere Chancen haben als Amazon mit seinem Kindle. Nicht nur, weil der Kindle als geschlossenes, an ein bestimmtes Format und einen spezifischen Shop angebundenes System im Widerspruch zur von Google skizzierten Plattformunabhängigkeit steht. Auch die Auseinandersetzung mit Amazon im Book Settlement-Streit mag Googles Lust auf eine Zusammenarbeit mit dem Onlinehandelsgiganten geschmälert haben. Amanda Edmonds bezweifelte vernehmlich, dass Amazons Kindle für Google Editions das Gerät der Wahl sei.</p>
<p>Auf Fragen zum Book Settlement ging Edmonds bei ihrem Vortrag nach dem Bericht des Bookseller nicht ein. Klar dürfte aber sein, dass auch die vom Settlement betroffenen vergriffenen und verwaisten Publikationen mit in den Warenkatalog des entstehenden neuen Buchhandelsgiganten Google aufgenommen werden, sobald eine juristisch tragfähige Grundlage dafür besteht. Damit bestätigt sich auch Lawrence Lessigs Einwand gegen das Google Book Settlement, der in einem Vortrag im Juli kritisiert hatte, dass Google Books nicht auf der Logik einer Bibliothek, sondern auf der eines Buchhändlers basiere:</p>
<blockquote><p>&#8220;We’re building into this not so much a digital library but a digital bookstore.&#8221;</p></blockquote>
<p>Infotopia, so scheint es, wird allenfalls in Googles weltumspannender Shopping Mall stattfinden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bewegliche-lettern.de/2009/10/google-wird-buchhaendler/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>[Update] Jetzt konkret: Farbdisplay für eReader im Frühjahr</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/10/jetzt-konkret-farbdisplay-fuer-ereader-im-fruehjahr/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2009/10/jetzt-konkret-farbdisplay-fuer-ereader-im-fruehjahr/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2009 05:49:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Barnes&Noble]]></category>
		<category><![CDATA[Display]]></category>
		<category><![CDATA[eReader]]></category>
		<category><![CDATA[Kindle]]></category>
		<category><![CDATA[Plastic Logic]]></category>
		<category><![CDATA[txtr]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bewegliche-lettern.de/?p=506</guid>
		<description><![CDATA[In den eReader-Markt kommt Leben. Auf der Frankfurter Buchmesse soll in der nächsten Woche der viel erwartete txtr-Reader präsentiert werden – Verkaufsbeginn ist voraussichtlich im Dezember. Amazon hat in einer überstürzt anmutenden Aktion den Kindle auch international verfügbar gemacht – schon in den nächsten Tagen soll er ausgeliefert werden. Nun platzt Barnes &#38; Noble mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den eReader-Markt kommt Leben. Auf der Frankfurter Buchmesse soll in der nächsten Woche der viel erwartete <a href="http://reader.txtr.com/" target="_blank">txtr-Reader</a> präsentiert werden – Verkaufsbeginn ist voraussichtlich im Dezember. Amazon hat in einer überstürzt anmutenden Aktion den Kindle auch international <a href="http://www.crunchgear.com/2009/10/07/kindle-2-goes-to-259-international-gsm-version-coming-october-19/" target="_blank">verfügbar</a> gemacht  – schon in den nächsten Tagen soll er ausgeliefert werden. Nun platzt Barnes &amp; Noble mit einer überraschenden Neuigkeit heraus: Der von <a href="http://www.plasticlogic.com/index.php" target="_blank">Plastic Logic</a> hergestellte Reader, den das Unternehmen in Kürze anbieten will, soll vom Frühjahr 2010 an auch mit Farbdisplay lieferbar sein. <span id="more-506"></span></p>
<p>Die überraschende Neuigkeit ist auch in überraschender Form mitgeteilt worden: Nicht auf einer Pressekonferenz, sondern in einem recht informellen Interview mit einem Barnes &amp; Noble Sprecher namens Daniel Joresson:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/ttJMi__mnp4" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/ttJMi__mnp4"></embed></object></p>
<p>Auf der Website des Herstellers Plastic Logic, von dem eine solche Ankündigung eigentlich eher zu erwarten gewesen wäre, ist zwar auch davon die Rede, dass Plastic Logic an der Entwicklung eines Farbdisplays <a href="http://www.plasticlogic.com/about/faq.php#color" target="_blank">arbeite</a>. Ein konkreter Termin wird dort allerdings nicht angekündigt. Interessanter Weise ist auch bei Barnes &amp; Noble keine entsprechende <a href="http://www.barnesandnobleinc.com/newsroom/press_releases_list.html" target="_blank">Pressemitteilung</a> zu finden – möglich, dass sich hier ein Mitarbeiter verplappert hat. Oder dass zumindest dieser Anschein entstehen sollte.</p>
<p>Verblüffend ist die Ankündigung eines Readers mit Farbdisplay seitens Barnes &amp; Noble auch, weil der Verkaufsstart des Barnes &amp; Noble/ Plastic Logic Readers bevorsteht – der allerdings zunächst nur mit Graustufendisplay zu haben sein wird. Zwar wird der Plastic Logic Reader, der auf einer eigenen, also nicht der in den gängigen Geräten integrierten eInk-<a href="http://www.plasticlogic.com/ereader/plastic-display.php" target="_blank">Technologie</a> basieren wird, ohnehin mit Spannung erwartet. Einen verkaufsfördernden Effekt auf diesen Graustufen-Reader dürfte das angekündigte Farbdisplay aber kaum haben, im Gegenteil: Viele potenzielle Käufer dürften sich entscheiden, lieber noch ein paar Monate zuzuwarten, bis der Plastic Logic Reader auch in Farbe verfügbar ist.</p>
<p>Ein marktfähiges Farbdisplay gehört zu den am meisten ersehnten Fortentwicklungen der von vielen als noch <a href="http://www.boersenblatt.net/334671/" target="_blank">unvollkommen</a> angesehenen derzeit erhältlichen eReader. An entsprechenden Technologien arbeiten unter anderen <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/06/e-reader-hybriddisplay-und-eink-in-farbe/" target="_blank">Pixel Qi, iRex</a> und <a href="http://www.engadget.com/2009/09/03/sipix-to-debut-color-e-paper-next-year" target="_blank">SiPix</a>. Nach Ansicht vieler Beobachter würde ein akzeptables Farbdisplay aus einem eReader einen &#8220;<a href="http://www.fastcompany.com/blog/kit-eaton/technomix/barnes-and-noble-could-kill-kindle-color-competitor?" target="_blank">Kindle-Killer</a>&#8221; machen.</p>
<p>Gut möglich also, dass  die verblüffende Ankündigung durch Barnes &amp; Noble den Zweck hat, potenzielle Käufer davon abzuhalten, bereits verfügbare Reader der Konkurrenz – etwa von Amazon und Sony – zu kaufen. Es könnte zudem ein Hinweis darauf sein, dass in den nächsten Tagen andere Reader mit Farbdisplay  vorgestellt werden könnten – was nach der Ankündigung von Barnes &amp; Noble nun schon einen erheblich geringeren Nachrichtenwert hätte.</p>
<p>Man darf also weiter gespannt sein, was auf der Frankfurter Buchmesse an Readertechnologien vorgestellt wird. Wie schon durch den überraschenden internationalen Verkaufsstart des Kindle wird deutlich, dass der Markt langsam enger und heißer umkämpft wird. Für die Entwicklung des Marktes digitaler Bücher ist dabei von besonderer Bedeutung, welche &#8216;Partei&#8217; sich mit ihrem Produkt durchsetzen wird: Die großen Händler wie Amazon und Barnes &amp; Noble, etablierte Technikkonzerne wie Sony oder der Startup txtr, der mit seiner auf den Reader abgestimmten communityfähigen online-Plattform und seiner Formatoffenheit der Favorit der Verlage sein dürfte.</p>
<p><strong>Update </strong>14.10., 23:47h (via <a href="http://www.teleread.org/2009/10/13/plastic-logic-denies-color-ereader-for-barnes-noble/" target="_blank">Teleread</a>): In einer Stellungnahme hat Plastic Logic die im Video gezeigten Aussagen des Barnes &amp; Noble Mitarbeiters bestritten. Ein Gerät mit Farbdisplay sei für das kommende Jahr noch nicht in Sicht:</p>
<blockquote><p>“The video report is inaccurate and the individual (who was apparently filmed while attending a trade show was not an authorized Barnes &amp; Noble spokesperson) was misinformed. We are excited to have Barnes &amp; Noble powering the Plastic Logic e-commerce store. While colour is on Plastic Logic’s roadmap, it is not on the map for the Spring of 2010. Plastic Logic has said for quite some time it is working on colour, but not for a product in the coming year.”</p></blockquote>
<p>Schade.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bewegliche-lettern.de/2009/10/jetzt-konkret-farbdisplay-fuer-ereader-im-fruehjahr/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kindle 1984: Amazon einigt sich mit Klägern, will brav sein</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/10/kindle-1984-amazon-einigt-sich-mit-klaegern-will-brav-sein/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2009/10/kindle-1984-amazon-einigt-sich-mit-klaegern-will-brav-sein/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2009 21:30:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[DRM]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[eReader]]></category>
		<category><![CDATA[Kindle]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bewegliche-lettern.de/?p=491</guid>
		<description><![CDATA[Mit einer außergerichtlichen Einigung geht Amazon nach einer umstrittenen eBook-Löschaktion einer drohenden Sammelklage aus dem Weg, wie der Technologieblog Techflash berichtet. Im Juli hatte Amazon ohne vorherige Warnung per Mobilfunkzugang eBooks von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Readern gelöscht. Dagegen hatten Kindle-Nutzer Klage eingereicht, die den Status einer Sammelklage anstrebte. In der nun vorgelegten Einigung, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit einer außergerichtlichen Einigung geht Amazon nach einer umstrittenen eBook-Löschaktion einer drohenden Sammelklage aus dem Weg, wie der Technologieblog Techflash <a href="http://techflash.com/seattle/2009/09/amazon_settles_lawsuit_over_deleted_1984.html" target="_blank">berichtet</a>. Im Juli hatte Amazon ohne vorherige Warnung per Mobilfunkzugang eBooks von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Readern <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">gelöscht</a>. Dagegen hatten Kindle-Nutzer Klage <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-update-amazon-steht-vor-sammelklage/" target="_blank">eingereicht</a>, die den Status einer Sammelklage anstrebte. In der nun vorgelegten Einigung, der das Gericht noch zustimmen muss, verpflichtet sich Amazon juristisch, zukünftig auf ähnliche Löschaktionen zu verzichten. <span id="more-491"></span></p>
<p>Einer der Kläger, Justin Gawronski, war nach eigener Darstellung von der Löschaktion in besonderem Maße betroffen gewesen, da zusammen mit dem von Amazon zurückgezogenen und gelöschten eBook, George Orwells &#8220;Nineteen Eighty-Four&#8221;, auch seine persönlichen Notizen und Randbemerkungen gelöscht worden waren, die er zu diesem Text auf seinem Kindle angelegt hatte.</p>
<p>Der von Techflash dokumentierte Text der Einigung (<a href="http://assets.bizjournals.com/cms_media/pdf/KindleCase1.pdf?site=techflash.com" target="_blank">pdf</a>), lässt Amazon künftig nur wenig Spielraum für heimliche Löschzugriffe:</p>
<blockquote><p>&#8220;Amazon will not remotely delete or modify such Works from Devices purchased and being used in the United States unless (a) the user consents to such deletion or modification; (b) the user requests a refund for the Work or otherwise fails to pay for the Work (e.g., if a credit or debit card issuer declines to remit payment); (c) a judicial or regulatory order requires such deletion or modification; or (d) deletion or modification is reasonably necessary to protect the consumer or the operation of a Device or network through which the Device communicates (e.g., to remove harmful code embedded within a copy of a Work downloaded to a Device).&#8221;</p></blockquote>
<p>Zusätzlich verpflichtet sich Amazon, 150 000 US-Dollar an die Anwälte des Klägers zu zahlen, die diese zumindest teilweise einer wohltätigen Organisation spenden. Angaben über eine eventuelle Zahlung an Gawronski und den zweiten Kläger sind aus dem Text der Einigung nicht zu entnehmen.</p>
<p>Angesichts eines <a href="http://www.thebookseller.com/news/98286-kindle-prepared-for-pre-frankfurt-uk-launch.html.rss" target="_blank">gerüchteweise</a> bevorstehenden Launchs des Kindle in Europa fällt ins Auge, dass die Gültigkeit dieser Erklärung ausdrücklich auf das US-Territorium beschränkt ist. Dennoch müssen sich Kindle-Nutzer außerhalb der USA wohl kaum Sorgen um einen Rückfall des Online-Buchhändlers machen:  Zu tief dürfte bei Amazon der Stachel stecken.</p>
<p>Nachdem sich Amazon-CEO Jeff Bezos persönlich für die Löschaktion <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-jeff-bezos-sagt-sorry-laesst-alle-fragen-offen/" target="_blank">entschuldigt</a> hatte und Amazon den geschädigten Kindle-Nutzern die Wiederherstellung der gelöschten Daten oder eine Gutschrift in Höhe von 30 US-Dollar <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/09/amazon-bietet-kindle-1984-geschaedigten-daten-oder-geld/" target="_blank">angeboten</a> hatte, zieht diese außergerichtliche Einigung einen Schlussstrich unter die für Amazon peinliche Panne.</p>
<p>Der Skandal um Amazons heimliche Löschaktion hat  das Verdienst, klargemacht zu haben, wie prekär die Privatsphäre und die Besitz- oder Nutzungsrechte sind, die die Nutzer von &#8220;<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,637388,00.html" target="_blank">tethered devices</a>&#8221; wie dem Kindle-Reader, an den von ihnen erworbenen Inhalten haben.</p>
<p>(via <a href="http://www.teleread.org/2009/10/01/1984-lawsuit-settled-by-amazon-enough-protection-now-from-orwellian-zaps-of-kindle-books/" target="_blank">teleread</a>)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bewegliche-lettern.de/2009/10/kindle-1984-amazon-einigt-sich-mit-klaegern-will-brav-sein/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Amazon bietet Kindle 1984-Geschädigten Datenwiederherstellung oder Geld</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/09/amazon-bietet-kindle-1984-geschaedigten-daten-oder-geld/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2009/09/amazon-bietet-kindle-1984-geschaedigten-daten-oder-geld/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 Sep 2009 06:29:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[eReader]]></category>
		<category><![CDATA[Kindle]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bewegliche-lettern.de/?p=422</guid>
		<description><![CDATA[Die gelöschten Daten zurück oder eine Entschädigung in Höhe von 30 US-Dollar hat Amazon offenbar all jenen Kindle-Nutzern angeboten, die von der umstrittenen unautorisierten Löschung von eBooks über die Mobilfunkanbindung des Kindle-Lesegerätes betroffen waren. Der gewöhnlich gut informierte Twitter-Nutzer e_reading berichtet soeben, er habe eine eMail mit dem entsprechenden Inhalt von Amazon erhalten. Die von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die gelöschten Daten zurück oder eine Entschädigung in Höhe von 30 US-Dollar hat Amazon offenbar all jenen Kindle-Nutzern angeboten, die von der umstrittenen unautorisierten <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">Löschung</a> von eBooks über die Mobilfunkanbindung des Kindle-Lesegerätes betroffen waren. <span id="more-422"></span></p>
<p>Der gewöhnlich gut informierte Twitter-Nutzer <a href="http://twitter.com/e_reading" target="_blank">e_reading</a> <a href="http://twitter.com/e_reading/status/3750443372" target="_blank">berichtet</a> soeben, er habe eine eMail mit dem entsprechenden Inhalt von Amazon erhalten. Die von e_reading <a href="http://twitter.com/e_reading/status/3750584290" target="_blank">dokumentierte</a> eMail ist mit &#8220;Kindle Team&#8221; unterschrieben. Sie zitiert ausführlich aus der <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-jeff-bezos-sagt-sorry-laesst-alle-fragen-offen/" target="_blank">Entschuldigung</a> von Amazon-CEO Jeff Bezos und bietet dem Nutzer die Wiederherstellung des gelöschten eBooks und der gegebenenfalls ebenfalls gelöschten eigenen Anmerkungen zum Buch oder einen Warengutschein:</p>
<blockquote><p>&#8220;As you were one of the customers impacted by the removal of &#8216;Nineteen Eighty-Four&#8217; from your Kindle device in July of this year, we would like to offer you the option to have us re-deliver this book to your Kindle along with any annotations you made.  You will not be charged for the book.  If you do not wish to have us re-deliver the book to your Kindle, you can instead choose to receive an Amazon.com electronic gift certificate or check for $30.&#8221;</p></blockquote>
<p>Außer den beiden Meldungen dieses einzelnen Twitterers gibt es bislang keine Bestätigung für diese überraschende Wendung im Kindle 1984-Skandal.</p>
<p>Falls sich diese Meldung bestätigt, würde Amazon mit seinem Angebot, die gelöschten Nutzerdaten wiederherzustellen einer Sammelklage, die gegen das Unternehmen wegen der Löschaktion <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-update-amazon-steht-vor-sammelklage/" target="_blank">angestrengt</a> wurde, die Grundlage nehmen. Unklar ist, ob Amazon bei der angeboteten Wiederherstellung des gelöschten 1984-Textes die von Amazon selbst beanstandete Ausgabe wiederherstellen wird (der eBook-Publisher war nicht Inhaber der entsprechenden Verwertungsrechte an dem copyrightgeschützten Text) oder eine legale Version des eBooks an dessen Stelle treten wird.</p>
<p>Eine interessante Implikation von Amazons Angebot wäre, dass die gelöschten Nutzerdaten nicht im digitalen Orkus verschwunden, sondern noch irgendwo in Amazons System gespeichert sind &#8211; ein Aspekt, der die Verunsicherung über den Datenschutz der von Kindle-Nutzern auf ihren Geräten angelegten eigenen Daten eher noch verstärken dürfte.</p>
<p><strong>Update </strong>4.9., 20:05h: Die PR-Abteilung von Amazon.de hat auf Rückfrage von bewegliche <em>lettern</em> per eMail bestätigt, dass die Meldung von e_reading zutreffend ist.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bewegliche-lettern.de/2009/09/amazon-bietet-kindle-1984-geschaedigten-daten-oder-geld/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Sony schaltet sich in Book Settlement Streit ein, will mitverdienen</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/08/sony-schaltet-sich-in-book-settlement-streit-ein-will-mitverdienen/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2009/08/sony-schaltet-sich-in-book-settlement-streit-ein-will-mitverdienen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 29 Aug 2009 00:59:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Bibliotheken]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[eReader]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Book Settlement]]></category>
		<category><![CDATA[Sony]]></category>
		<category><![CDATA[Sony Daily Edition]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bewegliche-lettern.de/?p=403</guid>
		<description><![CDATA[Sony hat sich in die Auseinandersetzung über das Google Book Settlement eingeschaltet. Nachdem sich vor kurzem Microsoft, Yahoo und Sony-Konkurrent Amazon im Rechtsstreit um das Book Search Settlement gegen Google gestellt hatten, hat nun Sony an der Seite des Suchmaschinen-Konzerns Position bezogen. Wie Wired soeben berichtet, hat Sony beim zuständigen Richter einen Amicus Curiae-Brief angekündigt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sony hat sich in die Auseinandersetzung über das Google Book Settlement eingeschaltet. Nachdem sich vor kurzem Microsoft, Yahoo und Sony-Konkurrent Amazon im Rechtsstreit um das Book Search Settlement gegen Google <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/8200624.stm" target="_blank">gestellt</a> hatten, hat nun Sony an der Seite des Suchmaschinen-Konzerns Position bezogen. <span id="more-403"></span></p>
<p>Wie Wired soeben <a href="http://www.wired.com/epicenter/2009/08/sony-google-book/" target="_blank">berichtet</a>, hat Sony beim zuständigen Richter einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amicus_curiae" target="_blank">Amicus Curiae</a>-Brief angekündigt, mit dem der Elektronik-Konzern als unbeteiligte, aber interessierte Partei seine Sicht der Dinge ins Verfahren einbringen will. In dem von Wired veröffentlichten Brief an den Richter (<a href="http://www.wired.com/images_blogs/epicenter/2009/08/sony-amicus-request-letter-2.pdf" target="_blank">pdf</a>) hebt Sony hervor, dass das Book Settlement einen positiven Effekt auf den E-Reader-Markt haben werde:</p>
<blockquote><p>&#8220;In Sony Electronics’ view, the cooperative and mutually beneficial relationship the Settlement forges between Google and the copyright holders in the proposed class may have a profoundly positive impact on the market for e-book readers and related devices.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gemeint dürfte damit in erster Linie wohl ein positiver Effekt auf das von Sony selbst angebotene E-Book-Lesegerät sein. Dessen neueste Version namens <a href="http://www.lesen.net/ereader/sony-reader-daily-edition-sonys-kindle-945/" target="_blank">Daily Edition</a> nämlich hat eine Funktion eingebaut, über die der Reader (vorerst nur in den USA) über eine drahtlose Netzanbindung auf die E-Book-Bestände öffentlicher Bibliotheken zugreifen kann. Damit verfügt die neueste E-Reader-Generation von Sony über ein Merkmal, das sie von den Geräten der Mitbewerber abhebt – insbesondere vom US-Marktführer, Amazons Kindle.</p>
<p>Dieses Alleinstellungsmerkmal begründet ein besonderes Interesse des Konzerns an den E-Book-Beständen der Bibliotheken. Je leichter der Zugriff auf (möglichst kostenlosen) Content, desto attraktiver die Hardware. Nach dieser Regel ist der Marktvorteil von Sonys E-Reader umso größer, je mehr Bücher in einer Bibliothek als E-Book vorliegen. Durch eine Zusammenarbeit mit Google konnte Sony bereits in der Vergangenheit vom Book Search-Programm <a href="http://paidcontent.org/article/419-sony-google-team-up-against-amazon/" target="_blank">profitieren</a>: Google stellt seit vergangenem März 500.000 nicht mehr dem Copyright unterliegende Werke auf den Sony Readern zur Verfügung.</p>
<p>Das Book Settlement würde ermöglichen, diese Zusammenarbeit auch auf copyrightgeschützte Bücher auszuweiten. Bücher, die im Druck sind und unter Copyright stehen, sollen nach der im Settlement ausgehandelten Abmachung über Online-Buchhändler zu kaufen oder Bibliotheken ausleihbar sein. – Den Nutzern des neuesten Sony Readers also via Bibliothekszugang gratis zur Verfügung stehen. Ebenso wie die umstrittenen verwaisten, also nicht mehr im Handel befindlichen, aber noch durch Copyright geschützten Werke, die Google auf Grundlage des Settlements digitalisieren und anbieten wird.</p>
<p>Googles digitale &#8216;Bibliothek&#8217; dürfte auf lange Sicht eher einem Buchladen gleichen. Darauf hat unlängst Lawrence Lessig in einem <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/08/lawrence-lessig-ueber-das-google-book-settlement/" target="_blank">Vortrag</a> über das Google Book Settlement hingewiesen:</p>
<blockquote><p>&#8220;We’re building into this not so much a digital library but a digital bookstore.&#8221;</p></blockquote>
<p>Den Zugriff auf die digitalisierten Bücher will Google nach eigenem <a href="http://books.google.com/googlebooks/agreement/" target="_blank">Bekunden</a> an Bibliotheken verkaufen. Die Monopolposition, die Googles digitale Megabibliothek einnehmen könnte, zählt deshalb zu den größten Sorgen von Gegnern des Book Settlements außerhalb der Konzernwelt. So <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/8200624.stm" target="_blank">zitiert</a> BBC News den Gründer der Non-Profit-Organisation <a href="http://www.archive.org/" target="_blank">Internet Archive</a> Brewster Kahle mit den Worten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Google is trying to monopolise the library system. […] If this deal goes ahead, they&#8217;re making a real shot at being &#8216;the&#8217; library and the only library.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Bibliotheken würden sich einem Angebot gegenübersehen, das sie, wie die Library Copyright Alliance <a href="http://www.library.utoronto.ca/library/blogs/ereader/?p=379" target="_blank">befürchtet</a>, selbst unter einem Preisdiktat kaum würden ablehnen können. Die Kosten für den Content würden dann die Bibliotheken tragen. Nutzer eines Lesegeräts mit Bibliotheksanschluss dagegen hätten den gesamten elektronischen Bibliotheksbestand kostenlos zur Verfügung. Finanziell wären sie lediglich über ihre Bibliotheksgebühr (und, natürlich, die allgemeinen Steuern) beteiligt. (Als ein Ansatz zu einem Kulturflatrate-Modell ist das übrigens einen Gedanken wert.)</p>
<p>Ein Lesegerät, das jederzeit kostenlos auf so ziemlich die gesamte digitalisierte Weltbibliothek zugreifen könnte, hätte einen beeindruckenden Produktvorteil gegenüber Geräten, deren Nutzer jedes einzelne E-Book kaufen müssen. Zumal die Grenzen zwischen Besitz und Ausleihe in der Welt der immateriellen Bücher immer mehr verschwimmen (vermeintlich gekaufte Bücher können jederzeit <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">zurückgeholt</a>, nicht jedoch antiquarisch <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/verbrauchertipp/1018697/" target="_blank">weiterverkauft</a> oder -verschenkt werden). Für Sony ist es also durchaus sinnvoll, auf Tuchfühlung mit dem Monopolisten in spe zu gehen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bewegliche-lettern.de/2009/08/sony-schaltet-sich-in-book-settlement-streit-ein-will-mitverdienen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kindle 1984: Petition gegen Amazons DRM</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/08/kindle-1984-petition-gegen-amazons-drm/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2009/08/kindle-1984-petition-gegen-amazons-drm/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 05 Aug 2009 10:09:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Clay Shirky]]></category>
		<category><![CDATA[Cory Doctorow]]></category>
		<category><![CDATA[DRM]]></category>
		<category><![CDATA[Kindle]]></category>
		<category><![CDATA[Lawrence Lessig]]></category>
		<category><![CDATA[libreka]]></category>
		<category><![CDATA[MVB]]></category>
		<category><![CDATA[Richard Stallman]]></category>
		<category><![CDATA[Ronald Schild]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bewegliche-lettern.de/?p=316</guid>
		<description><![CDATA[Die Anti-DRM-Kampagnenplattform Defective by Design der Free Software Foundation hat eine Petition veröffentlicht, in der sie Amazon aufruft, &#8220;alle DRM-Maßnahmen, einschließlich der Möglichkeit, auf die Nutzerbibliothek zuzugreifen oder sie zu kontrollieren, vom Kindle zu entfernen.&#8221; Zu den Erstunterzeichnern zählen Internetgrößen wie Clay Shirky, Lawrence Lessig, Richard Stallman und Cory Doctorow. Die Kampagne bezieht sich auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Anti-DRM-Kampagnenplattform <a href="http://www.defectivebydesign.org/" target="_blank">Defective by Design</a> der <a href="http://www.fsf.org/" target="_blank">Free Software Foundation</a> hat eine <a href="http://www.defectivebydesign.org/amazon1984" target="_blank">Petition</a> veröffentlicht, in der sie Amazon aufruft, &#8220;alle DRM-Maßnahmen, einschließlich der Möglichkeit, auf die Nutzerbibliothek zuzugreifen oder sie zu kontrollieren, vom Kindle zu entfernen.&#8221; Zu den Erstunterzeichnern zählen Internetgrößen wie <a href="http://www.shirky.com/" target="_blank">Clay Shirky</a>, <a href="http://www.lessig.org/" target="_blank">Lawrence Lessig</a>, <a href="http://stallman.org/" target="_blank">Richard Stallman</a> und <a href="http://craphound.com/" target="_blank">Cory Doctorow</a>. <span id="more-316"></span></p>
<p>Die Kampagne bezieht sich auf die umstrittene <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">Löschaktion</a> mehrerer E-Books (unter anderem ausgerechnet George Orwells &#8220;Nineteen Eighty-Four&#8221;) von allen im Umlauf befindlichen Lesegeräten und auf die selektive <a href="http://www.downloadsquad.com/2009/02/27/amazon-agrees-to-cripple-kindle-2/" target="_blank">Abschaltung</a> der Vorlesefunktion des Kindle.</p>
<p>Obwohl die Aktionen, wie Nate Anderson in einem lesenswerten <a href="http://arstechnica.com/tech-policy/news/2009/08/new-petition-demands-an-end-to-kindle-drm.ars" target="_blank">Hintergrundartikel</a> auf Ars Technica ausführt, nicht als Digital Rights Management (DRM) im klassischen Sinne gelten können, versteht die Free Software Foundation sie als solche, da sie &#8220;eine Kontrollmöglichkeit, über das Gerät eines Endnutzers&#8221; darstellen. Diese Auffassung ist im Einklang mit der recht breiten <a href="http://www.defectivebydesign.org/what_is_drm" target="_blank">DRM-Definition</a> der Free Software Foundation, derzufolge DRM nicht als &#8220;Digital Rights Management&#8221;, sondern als &#8220;Digital Restrictions Management&#8221; zu verstehen sei, das auch eine generelle Überwachung das Nutzerverhaltens einschließen könne:</p>
<blockquote><p>&#8220;DRM Technology can restricts users’ access to movies, music, literature and software, indeed all forms of digital data. Unfree software implementing DRM technology is simply a prison in which users can be put to deprive them of the rights that the law would otherwise allow them. […] DRM is being used to restrict individuals&#8217; use of their own copies of published works. To enforce these restrictions, DRM software, and now hardware, must monitor and control a computer users&#8217; behavior. Frequently it reports on what it sees.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wie Nate Anderson zurecht anmerkt, sind die Chancen, dass die Petition bei Amazon auf Gehör stößt, gering. Aus Amazons Sicht ist DRM ein wichtiges Argument, um Verlage ins Boot zu holen und damit ein attraktives E-Book-Angebot für den Kindle zur Verfügung stellen zu können.</p>
<p>Während in der Musikbranche DRM zwar <a href="http://torrentfreak.com/drm-is-dead-riaa-says-090719/" target="_blank">noch nicht als ganz tot</a> gilt, sich aber doch deutlich auf dem Rückzug befindet – spätestens seit Amazon seine Musikdateien DRM-frei zum Download anbietet –, halten auch hierzulande zahlreiche Buchverlage DRM für wünschenswert, weshalb auch <a href="http://www.libreka.de/" target="_blank">libreka</a>, die E-Book-Plattform des Börsenvereins-eigenen <a href="http://www.mvb-online.de/" target="_blank">MVB </a>, seit kurzem einen sogenannten &#8220;harten Kopierschutz&#8221; <a href="http://www.boersenblatt.net/325607/" target="_blank">ermöglicht</a> &#8211; obwohl MVB-Geschäftsführer Ronald Schild DRM kritisch gegenübersieht, wie er in einem bemerkenswerten <a href="http://www.boersenblatt.net/327651/" target="_blank">Diskussionsbeitrag</a> klargestellt hat.</p>
<p>Dass die Verlage mit ihrem Beharren auf DRM auch die Marktposition von Amazon stärken, das seine spezifische Form des Kindle-DRM nutzt, um Leser von sich abhängig zu machen (Kindle-E-Books sind auf anderen E-Readern nicht zu lesen), scheint in der Verlagsbranche bisher noch nicht als Problem gesehen zu werden.</p>
<p>Nate Anderson hofft, dass der zunehmende Protest von E-Book-Kunden Verlage in Zukunft eines Besseren belehren wird:</p>
<blockquote><p>&#8220;People in the content industry are fond of saying that music has been the »canary in the coal mine,« showing movie studios and publishers a glimpse of their own futures. Should that turn out to be true, DRM electronic books might eventually fade away once consumers grow angry enough (and publishers realize that it&#8217;s Amazon now dictating the terms to them).&#8221;</p></blockquote>
<p>Eine bescheidene Möglichkeit zum Protest bietet nun die <a href="http://www.defectivebydesign.org/amazon1984" target="_blank">Petition</a> der Free Software Foundation.</p>
<p>(via <a href="http://www.perlentaucher.de/feuilletons/2009-08-05.html#a24801" target="_blank">Perlentaucher</a>, <a href="http://netzpolitik.org/2009/amazon-kindle-anti-drm-petition-gestartet/" target="_blank">Netzpolitik</a>)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bewegliche-lettern.de/2009/08/kindle-1984-petition-gegen-amazons-drm/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Open Source statt Memory Hole? Txtr gelobt Transparenz, Vodafone ziert sich</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/07/open-source-statt-memory-hole-txtr-gelobt-transparenz-vodafone-ziert-sich/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2009/07/open-source-statt-memory-hole-txtr-gelobt-transparenz-vodafone-ziert-sich/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 31 Jul 2009 09:44:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[DRM]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[eReader]]></category>
		<category><![CDATA[Kindle]]></category>
		<category><![CDATA[txtr]]></category>
		<category><![CDATA[Vodafone]]></category>
		<category><![CDATA[wizpac]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bewegliche-lettern.de/?p=302</guid>
		<description><![CDATA[Das Aufsehen um Amazons eigenmächtige Löschung mehrerer E-Books von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Lesegeräten konnte man von Deutschland aus bisher mit einer gewissen Gelassenheit betrachten: Der Kindle wird hierzulande bisher nicht angeboten, so dass hier niemand unmittelbar betroffen war. In Deutschland bereits verfügbare E-Reader wie der Sony Reader PRS 505 verfügen im Unterschied zum Kindle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Aufsehen um Amazons eigenmächtige <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">Löschung</a> mehrerer E-Books von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Lesegeräten konnte man von Deutschland aus bisher mit einer gewissen Gelassenheit betrachten: Der Kindle wird hierzulande bisher nicht angeboten, so dass hier niemand unmittelbar betroffen war. In Deutschland bereits verfügbare E-Reader wie der <a href="http://www.sony.de/hub/reader-ebook" target="_blank">Sony Reader</a> PRS 505 verfügen im Unterschied zum Kindle nicht über Zugang zu einem Drahtlosnetzwerk, über das entsprechende Löschaktionen durchgeführt werden könnten. Mit <a href="http://txtr.com/" target="_blank">Txtr</a> (vormals Wizpac) und <a href="http://www.vodafone.de/" target="_blank">Vodafone</a> stehen allerdings zwei Unternehmen in den Startlöchern, die noch diesen Herbst E-Reader mit Drahtlosfunktion anbieten wollen. Wir haben bei ihnen nachgefragt, ob auch auf diesen Geräten ein Löschszenario wie bei Amazon möglich sein wird. Während Vodafone sich in seiner Antwort spürbar zurückhielt, sichert txtr seinen Nutzern Transparenz, den Schutz der eigenen Daten und Besitzrechte an erworbenen E-Books zu.<span id="more-302"></span></p>
<p>Konkret hatten wir den beiden Unternehmen u.a. die folgenden Fragen gestellt:</p>
<ul>
<li> Welche Rechte werden Ihre Kunden an den über den Mobilfunkservice erworbenen E-Books haben: Besitzrechte oder lediglich Nutzungsrechte?</li>
</ul>
<ul>
<li>Werden Sie sich in den Nutzungsbedingungen des Mobilfunkservices Ihres E-Readers das Recht vorbehalten, ohne Nutzerzustimmung auf E-Books, die auf dem Lesegerät gespeichert sind, zuzugreifen und diese unter bestimmten Umständen auch zu löschen?</li>
</ul>
<ul>
<li>Werden Sie die Möglichkeit haben, auch auf weitere (nicht E-Book) Dokumente zuzugreifen, die auf den Lesegeräten gespeichert sind?</li>
</ul>
<ul>
<li>Werden Sie den Nutzern Ihrer E-Reader eine Möglichkeit einräumen, Mobilfunkzugriffe auf die auf den E-Readern gespeicherten Daten (E-Books und andere Daten), abzublocken oder generell zu verweigern? Wird für Nutzer, die sich zum Blocken solcher Zugriffe entscheiden, trotzdem weiterhin die Möglichkeit gegeben sein, den Mobilfunkservice ihres E-Readers zum Erwerb von E-Books zu nutzen?</li>
</ul>
<p>Vodafone-Sprecher Thorsten Höpken antwortete mit allgemeinem PR-Sprech à la &#8220;bester Service und Sicherheit für unsere Kunden sind uns enorm wichtig.&#8221; Konkret ging er nicht auf die gestellten Fragen ein und wollte auch &#8220;zum jetzigen Zeitpunkt lediglich bestätigen, dass Vodafone die Absicht hat, einen ePaper Service zu starten.&#8221; In welcher Form das Angebot realisiert werde, sei &#8220;aktuell noch völlig offen.&#8221; – Womit auch die Fragen nach der Sicherheit der Nutzer des geplanten E-Readers vor Überwachung und Löschung eigener Daten oder heruntergeladener E-Books durch Vodafone vorerst &#8220;völlig offen&#8221; bleiben. Es ist zu hoffen, dass Vodafone hier in der Zukunft noch spezifischer wird.</p>
<p>Txtr gab sich kommunikativer. Txtr-Sprecher Fabian Heinrich teilte uns auf unsere Fragen hin mit, dass txtr &#8220;auf keine Fälle […] ohne Nutzerzustimmung auf gespeicherte Ebooks&#8221; oder weitere auf dem Lesegerät gespeicherte Dokumente zugreifen wird. Er verwies dazu auf die &#8220;klare Produkt-Strategie&#8221; des Unternehmens:</p>
<blockquote><p>&#8220;APIs, Schnittstellen und Geräte-Sourcecodes sind bei uns offen. Nur so ist Transparenz möglich und so schaffen wir das Vertrauen, dass dergleichen [wie Amazons Löschaktion] bei uns nicht passiert. Der einzige, der bei uns im &#8216;privaten Bereich&#8217; eines users was löschen kann, ist der user selbst.&#8221;</p></blockquote>
<p>Interessant an dieser Formulierung ist, dass es offenbar neben einem für txtr zugänglichen Bereich einen dem Nutzer vorbehaltenen Bereich auf den txtr-Readern geben wird. Eine Möglichkeit für die Nutzer, Zugriffe des Providers abzublocken, wird es jedoch nicht geben, da dies nach Auffassung von txtr &#8220;bei unserem Modell schlicht nicht notwendig&#8221; sei.</p>
<p>Die spannendste Antwort hat txtr allerdings auf die Frage nach Besitz- oder Nutzungsrechten erworbener E-Books parat. Die txtr-Nutzer werden &#8220;natürlich die Besitzrechte&#8221; an diesen haben, beteuert Fabian Heinrich.</p>
<p>Txtr wird sich an diesen recht weitreichenden Statements messen lassen müssen, wenn sein E-Reader demnächst auf den Markt kommt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bewegliche-lettern.de/2009/07/open-source-statt-memory-hole-txtr-gelobt-transparenz-vodafone-ziert-sich/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kindle 1984 Update: Amazon steht vor Sammelklage</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-update-amazon-steht-vor-sammelklage/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-update-amazon-steht-vor-sammelklage/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 30 Jul 2009 22:14:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[DRM]]></category>
		<category><![CDATA[Kindle]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bewegliche-lettern.de/?p=293</guid>
		<description><![CDATA[Amazon wird sich voraussichtlich vor Gericht für seine umstrittene Löschaktion mehrerer E-Books von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Lesegeräten verantworten müssen. Wie TradingMarkets berichtet, hat der 17-jährige Justin Gawronski eine Sammelklage (class action lawsuit) gegen Amazon eingereicht. Gawronski war von Amazons Löschung in besonderem Maße betroffen, da zusammen mit dem von Amazon zurückgezogenen und gelöschten E-Book [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Amazon wird sich voraussichtlich vor Gericht für seine umstrittene <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">Löschaktion</a> mehrerer E-Books von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Lesegeräten verantworten müssen. Wie TradingMarkets <a href="http://www.tradingmarkets.com/.site/news/Stock%20News/2452087/" target="_blank">berichtet</a>, hat der 17-jährige Justin Gawronski eine Sammelklage (class action lawsuit) gegen Amazon eingereicht. <span id="more-293"></span></p>
<p>Gawronski war von Amazons Löschung in besonderem Maße betroffen, da zusammen mit dem von Amazon zurückgezogenen und gelöschten E-Book &#8220;Nineteen Eighty-Four&#8221; auch die Notizen und Randbemerkungen gelöscht worden waren, die Gawronski zu diesem Buch auf seinem Kindle angelegt hatte.   Sein Anwalt Jay Edelson bezweifelt TradingMarkets zufolge die Rechtmäßigkeit von Amazons Zugriff auf die Kindle-Geräte seiner Kunden und verglich Amazons Vorgehen mit einer Hackerattacke.</p>
<p>Mit der Klage (<a href="http://www.prnewschannel.com/pdf/Amazon_Complaint.pdf" target="_blank">pdf</a>) soll durchgesetzt werden, dass Amazon in Zukunft  ähnliche Löschaktionen gerichtlich untersagt werden. Zudem wird mit der Klage Schadenersatz für alle Betroffenen gefordert, die durch die Löschaktion Eigenleistungen (wie Notizen und Anmerkungen) verloren haben.</p>
<p>(via <a href="http://www.engadget.com/2009/07/30/student-sues-amazon-after-kindle-eats-his-homework" target="_blank">engadget</a>)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-update-amazon-steht-vor-sammelklage/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kindle 1984: Jeff Bezos sagt Sorry, lässt alle Fragen offen.</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-jeff-bezos-sagt-sorry-laesst-alle-fragen-offen/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-jeff-bezos-sagt-sorry-laesst-alle-fragen-offen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 23 Jul 2009 21:50:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[DRM]]></category>
		<category><![CDATA[eReader]]></category>
		<category><![CDATA[Jeff Bezos]]></category>
		<category><![CDATA[Kindle]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bewegliche-lettern.de/?p=214</guid>
		<description><![CDATA[Amazon-CEO Jeff Bezos hat sich in einem Post auf der Kindle-Community-Plattform dafür entschuldigt, dass Amazon vergangene Woche zentral per Mobilfunkanbindung (&#8220;Whispernet&#8221;) zwei E-Books von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Geräten gelöscht hat. Amazons Vorgehen war weithin kritisiert worden, da es augenscheinlich im Widerspruch zu den Amazon-eigenen Nutzungsbedingungen des Kindle stand und die Kindle-Nutzer vor vollendete Tatsachen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Amazon-CEO Jeff Bezos hat sich in einem <a href="http://www.amazon.com/tag/kindle/forum/ref=cm_cd_ef_tft_tp?_encoding=UTF8&amp;cdForum=Fx1D7SY3BVSESG&amp;cdThread=Tx1FXQPSF67X1IU&amp;displayType=tagsDetail" target="_blank">Post</a> auf der Kindle-Community-Plattform dafür entschuldigt, dass Amazon vergangene Woche zentral per Mobilfunkanbindung (&#8220;Whispernet&#8221;) zwei E-Books von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Geräten <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">gelöscht</a> hat. Amazons Vorgehen war weithin kritisiert worden, da es augenscheinlich im Widerspruch zu den Amazon-eigenen <a href="http://www.amazon.com/gp/help/customer/display.html?nodeId=200144530&amp;#content" target="_blank">Nutzungsbedingungen</a> des Kindle stand und die Kindle-Nutzer vor vollendete Tatsachen stellte. <span id="more-214"></span></p>
<p>Dass es sich bei den gelöschten E-Books unter anderen ausgerechnet um George Orwells Dystopie Nineteen Eighty-Four handelte, gab der in der Löschaktion zutage tretenden Datenschutz-Problematik und dem wahrgenommenen Eingriff in die persönliche Sphäre der Kindle-Nutzer einen besonders bitteren Beigeschmack. Der Kindle-Fall wurde schnell zu einem Beispielfall für den Schwund von Kundenrechten durch die Nutzung sogeannter &#8220;tethered devices&#8221;, den etwa Christian Stöcker in einem äußerst lesenswerten Artikel auf  Spiegel Online <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,637388,00.html" target="_blank">darstellt</a>. Ein größerer PR-Gau für Amazon hätte auch bei sorgfältiger Vorausplanung kaum erdacht werden können.</p>
<p>Jeff Bezos räumt in seinem knappen Beitrag nun ein, dass Amazons Vorgehen &#8220;dumm, gedankenlos und ein schmerzhafter Verstoß gegen die eigenen Prinzipien&#8221; gewesen sei. Er versichert, dass das Unternehmen aus dem Fehler lernen und in Zukunft bessere Entscheidungen treffen wolle. Im Kindle-Forum stieß dieser Kniefall auf geradezu enthusiastische Erleichterung.</p>
<p>Das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sämtliche Fragen, die Amazons Sündenfall aufwirft, nach wie vor unbeantwortet sind. Bezos&#8217; Entschuldigung trägt nichts zur Klärung der durch den Vorfall zutage getretenen Fragen bei:</p>
<ul>
<li>Sind die Kindle-User Besitzer von Kopien der erworbenen E-Books oder wird ihnen mit dem &#8216;Kauf&#8217; lediglich ein beschränktes Nutzungsrecht eingeräumt?</li>
<li>Wie sicher sind sie davor, dass persönliche Daten, die sie auf den Kindle geladen haben, über das &#8220;Whispernet&#8221; von Amazon mitgelesen oder manipuliert werden?</li>
<li>Wer entschädigt diejenigen, denen durch Amazons Löschzugriff Schaden an eigenem geistigen Eigentum entstanden ist, da ihre Notizen und Anmerkungen, die sie sich auf dem Kindle zu den gelöschten E-Books gemacht hatten, gleich mitgelöscht wurden?</li>
</ul>
<p>Vor allem aber lässt Bezos die Frage offen, ob sich Amazon auch in Zukunft ähnliche zentrale Löschaktionen ohne Einverständnis seiner Kunden vorbehält. Die sehr breit auslegbare <a href="http://news.cnet.com/8301-13860_3-10290047-56.html?tag=newsEditorsPicksArea.0" target="_blank">Aussage</a> des Amazon-Sprechers Drew Herdener in der vergangenen Woche (&#8220;We are changing our systems so that in the future we will not remove books from customers&#8217; devices in these circumstances&#8221;) bleibt in ihrer Mehrdeutigkeit stehen: Es ist abzuwarten, unter welchen &#8220;circumstances&#8221; Amazon in Zukunft zu ähnlich drastischen Maßnahmen greifen wird.</p>
<p>&#8220;Sorry&#8221; ist bisweilen eben nicht &#8220;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=J2e4NlnLr28" target="_blank">the hardest word</a>&#8220;, sondern die leichteste Ausflucht von allen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-jeff-bezos-sagt-sorry-laesst-alle-fragen-offen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kindle 1984: Amazon löscht Orwell</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 19 Jul 2009 04:39:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[DRM]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[eReader]]></category>
		<category><![CDATA[Kindle]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bewegliche-lettern.de/?p=177</guid>
		<description><![CDATA[Einer der größten Vorteile von Amazons E-Reader Kindle ist die Möglichkeit, über ein kostenlos zur Verfügung gestelltes Mobilfunknetz elektronische Bücher von der Onlineplattform des Buchhändlers herunterladen zu können. Mit dem Drücken einer Taste (gefolgt von der entsprechenden Belastung der Kreditkarte) ist jedes verfügbare E-Book binnen 60 Sekunden auf dem Lesegerät. Damit es wieder verschwindet, muss [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einer der größten Vorteile von Amazons E-Reader Kindle ist die Möglichkeit, über ein kostenlos zur Verfügung gestelltes Mobilfunknetz elektronische Bücher von der Onlineplattform des Buchhändlers herunterladen zu können. Mit dem Drücken einer Taste (gefolgt von der entsprechenden Belastung der Kreditkarte) ist jedes verfügbare E-Book binnen 60 Sekunden auf dem Lesegerät. Damit es wieder verschwindet, muss man dagegen keine Taste drücken.<span id="more-177"></span></p>
<p>Ohne vorherige Nachfrage oder Warnung hat der weltgrößte Onlinebuchhändler am vergangenen Donnerstag über die &#8220;Whispernet&#8221; genannte Mobilfunkanbindung zwei E-Books von sämtlichen im Umlauf befindlichen Kindle-Geräten gelöscht. Dabei handelt es sich um digitale Ausgaben von George Orwells &#8220;Animal Farm&#8221; und &#8220;Nineteen Eighty-Four&#8221;, die regulär über Amazons Plattform verkauft worden waren. Im nachhinein hatte sich herausgestellt, dass der Anbieter dieser digitalen Ausgaben nicht im Besitz der entsprechenden Rechte war. Die betroffenen Kindle-Besitzer erfuhren erst im Nachhinein davon, dass die Bücher von ihren Geräten gelöscht worden waren.</p>
<p>Zwar erstattete Amazon den betroffenen Kunden den Kaufpreis der E-Books zurück. Das Vorgehen des Unternehmens führte jedoch zu erregten Diskussionen in <a href="http://www.amazon.com/tag/kindle/forum/ref=cm_cd_pg_newest?_encoding=UTF8&amp;cdForum=Fx1D7SY3BVSESG&amp;cdPage=1&amp;cdSort=oldest&amp;cdThread=Tx1QUP1NLUY4Q5M&amp;displayType=tagsDetail" target="_blank">Nutzerforen</a> und Weblogs. Auf <a href="http://www.techcrunch.com/2009/07/17/amazon-why-dont-you-come-in-our-houses-and-burn-our-books-too/" target="_blank">Techcrunch</a> vergleicht MG Siegler Amazons Fernzugriff auf die Lesegeräte mit einem Einbruch: &#8220;Seriously, why doesn’t Amazon just come into our houses and burn the print copies as well while they’re at it?&#8221; Die abgründige Ironie, die darin besteht, dass ausgerechnet Orwells &#8220;Nineteen Eighty-Four&#8221; zu den betroffenen Titeln gehörte, goutiert <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1619426/" target="_blank">unter</a> <a href="http://gizmodo.com/5317180/amazon-remotely-deletes-legitimately-purchased-books-from-thousands-of-kindles" target="_blank">vielen</a> <a href="http://www.middleragedpunk.com/2009/07/17/amazon-tosses-kindle-orwell-books-down-the-memory-hole/ " target="_blank">anderen</a> David Pogue in seinem New York Times-<a href="http://pogue.blogs.nytimes.com/2009/07/17/some-e-books-are-more-equal-than-others/" target="_blank">Blog</a>.</p>
<p>Die rechtliche Grundlage von Amazons Vorgehen scheint unklar, da in den <a href="http://www.amazon.com/gp/help/customer/display.html?nodeId=200144530&amp;#content" target="_blank">Nutzungsbedingungen</a> des Kindle-Readers den Kunden das Recht auf &#8220;eine dauerhafte Kopie des betreffenden digitalen Inhalts&#8221; eingeräumt wird. Die mögliche nachträgliche Entfernung von Inhalten durch Amazon wird in den Nutzungsbedingungen dagegen nicht thematisiert. Im Gegenteil streicht Amazon in der <a href="http://www.amazon.com/Kindle-Amazons-Wireless-Reading-Generation/dp/B00154JDAI/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=electronics&amp;qid=1247943077&amp;sr=8-1" target="_blank">Produktbeschreibung</a> des Kindle heraus, dass alle gekauften E-Books zusätzlich bei Amazon gesichert und dadurch zukunftssicher verfügbar seien:</p>
<blockquote><p>&#8220;A copy of every book you purchased from the Kindle Store is backed up online at Amazon.com in case you ever need to download it again. You can wirelessly re-download books for free any time. […] Think of it as a bookshelf in your attic &#8211; even though you don&#8217;t see it, you know your books are there.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://www.informationweek.com/news/personal_tech/drm/showArticle.jhtml?articleID=218501227" target="_blank">Informationweek</a> zufolge dürfte sich auch die amerikanische Handelsaufsicht <a href="http://www.ftc.gov/" target="_blank">FTC</a> für die Löschaktion interessieren. Nach den heftigen Reaktionen der Netzöffentlichkeit und der Kindle-Nutzer ist Amazon nun hektisch dabei, zurückzurudern. <a href="http://news.cnet.com/8301-13860_3-10290047-56.html?tag=newsEditorsPicksArea.0" target="_blank">Cnet</a> zitiert einen Amazon-Sprecher mit den Worten: &#8220;We are changing our systems so that in the future we will not remove books from customers&#8217; devices in these circumstances.&#8221; – Damit lässt sich Amazon freilich weiten Raum für andere &#8220;circumstances&#8221;, die in Zukunft zu Löschaktionen führen könnten.</p>
<p>Wie leicht es Amazon gefallen ist, die betreffenden Bücher zu löschen, verdeutlicht den gravierenden Nachteil, den E-Books gegenüber physischen Büchern hinsichtlich ihrer Haltbarkeit, Archivierbarkeit und Manipulationssicherheit besitzen. Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie weit die Rechte von Verbrauchern an den heruntergeladenen E-Books eigentlich gehen: Sind sie Besitzer von Kopien der E-Books oder haben sie lediglich ein beschränktes Nutzungsrecht?</p>
<p>Der Fall macht klar, dass sich das &#8220;Whispernet&#8221; nicht nur für eine bequeme Art des Buchshoppings, sondern auch für eine besonders ruppige Form des Digital Rights Management eignet. Wenn es hier um den Schutz geistigen Eigentums geht, muss sich Amazon-Chef Jeff Bezos die Frage gefallen lassen, wie wichtig ihm der Schutz des geistigen Eigentums der Kindle-Nutzer ist. Zwar ist unklar, ob und in welchem Umfang Notizen, Anmerkungen und Lesezeichen, die Kindle-Nutzer in ihren nun gelöschten E-Books angelegt hatten, direkt von der Löschung betroffen sind. Selbst wenn diese intellektuellen Leistungen der Leser nicht direkt mitgelöscht worden sind, würden sie durch den Verlust des Textes, auf den sie sich beziehen, ihren Sinn einbüßen: Eine Randbemerkung ist ja nur im Zusammenhang mit dem daneben stehenden Text sinnvoll. Insofern wäre den betroffenen Nutzern ein Schaden entstanden.</p>
<p>Mit dieser Aktion hat Amazon den größten technologischen Vorzug seines Geräts in einen gravierenden Nachteil verwandelt: Von nun an wird jedem Nutzer eines Kindle klar sein, dass stets eine Thought Police seine digitale Bibliothek im Blick haben und mit ihr unbeobachtet nach Belieben schalten und walten kann. Dies sollte vor allem im Auge behalten, wer einen weiteren Vorzug des neuesten Kindle-Modells DX nutzen will: Dessen eingebaute pdf-Software &#8220;ermöglicht es Ihnen&#8221;, wie Amazon verspricht, &#8220;all Ihre persönlichen und beruflichen Dokumente unterwegs zu lesen&#8221; &#8211; Möglicherweise nicht nur Ihnen.</p>
<p>(via <a href="http://www.boingboing.net/2009/07/17/amazon-zaps-purchase.html" target="_blank">BoingBoing</a><a href="http://www.boingboing.net/2009/07/17/amazon-zaps-purchase.html"></a>, <a href="http://www.heise.de/newsticker/Amazon-loescht-gekaufte-Kindle-eBooks--/meldung/142186" target="_blank">Heise</a>, <a href="http://www.informationweek.com/news/personal_tech/drm/showArticle.jhtml?articleID=218501227" target="_blank">Informationweek</a><a href="http://www.informationweek.com/news/personal_tech/drm/showArticle.jhtml?articleID=218501227"></a>, <a href="http://netzwertig.com/2009/07/18/amazons-kindle-orwellscher-drm-suendenfall/" target="_blank">Netzwertig</a><a href="http://news.cnet.com/8301-13860_3-10290047-56.html?tag=newsEditorsPicksArea.0"></a>)</p>
<p><strong>Update </strong>19.7., 22:18h: Wie das britische Branchenmagazin The Bookseller soeben <a href="http://www.thebookseller.com/news/91946-amazon-likened-to-big-brother-after-deleting-1984-from-kindles.html.rss" target="_blank">berichtet</a>, sollen in mindestens einem Fall tatsächlich umfangreiche Annotationen, die ein Leser zu einem der beanstandeten E-Books auf seinem Kindle angelegt hatte, durch die Löschaktion vernichtet worden sein:</p>
<blockquote><p>&#8220;One Kindle user even had his notes on the book removed: Justin Gawronski, a 17-year-old from the Detroit area, was reading 1984 on his Kindle for a summer assignment and lost all his notes and annotations when the file vanished. »They didn&#8217;t just take a book back, they stole my work,« he is reported to have said.&#8221;</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gefälschte Leserbewertungen: Social Marketing Fail</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/06/gefaelschte-leserbewertungen-social-marketing-fail/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2009/06/gefaelschte-leserbewertungen-social-marketing-fail/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 10:15:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Social Media Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Barnes&Noble]]></category>
		<category><![CDATA[Elsevier]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://bewegliche-lettern.de/?p=31</guid>
		<description><![CDATA[Der Wissenschaftsverlag Elsevier meinte es kürzlich sehr gut mit dem eigenen Produkt und bot an, für dessen Ansehen tief in die Tasche zu greifen: Wer für das Lehrbuch Clinical Psychology bei Barnes &#38; Noble oder Amazon.com eine Leserbewertung mit Höchstwertung hinterließ, sollte einen Amazon-Gutschein in Höhe von 25 US-$ erhalten, versprach Elsevier. Nachdem dies aufgeflogen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Wissenschaftsverlag <a href="http://www.elsevier.com/wps/find/homepage.cws_home" target="_blank">Elsevier</a> meinte es kürzlich sehr gut mit dem eigenen Produkt und bot an, für dessen Ansehen tief in die Tasche zu greifen: Wer für das Lehrbuch <a href="http://www.elsevier.com/wps/find/bookdescription.cws_home/715474/description#description" target="_blank">Clinical Psychology</a> bei Barnes &amp; Noble oder Amazon.com eine Leserbewertung mit Höchstwertung hinterließ, sollte einen Amazon-Gutschein in Höhe von 25 US-$ erhalten, versprach Elsevier. <span id="more-31"></span>Nachdem dies aufgeflogen war, musste das Elsevier-Marketing hektisch <a href="http://www.thebookseller.com/news/89581-25-offer-a-mistake-admits-reed-elsevier.html" target="_blank">zurückrudern</a>: Ein &#8220;übereifriger Mitarbeiter&#8221; habe das ausgeheckt. Soll sich aber schämen!</p>
<p>In einem lesenswerten <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/magazine/8118577.stm" target="_blank">Artikel</a> des BBC News Magazine setzt sich Finlo Rohrer aus diesem Anlass mit von Herstellern gefälschten, erkauften und erschlichenen Produktbewertungen im Internet auseinander. Ein ganzes Fachvokabular hat sich bereits gebildet, um diese Praxis zu beschreiben: Rohrer unterscheidet &#8220;Shill Marketing&#8221;, &#8220;Astroturfing&#8221;, &#8220;Amazon Bombing&#8221;, &#8220;Sock Puppetry&#8221; und &#8220;Seeding&#8221;. Offensichtlich haben Online-Marketing-Abteilungen für die Beschreibung dieser Praxis einen ähnlich großen Wortschatz entwickelt wie Eskimos <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eskimo-W%C3%B6rter_f%C3%BCr_Schnee" target="_blank">bekanntlich</a> für die Beschreibung von Schnee.</p>
<p>Das weist auf die Gängigkeit dieser Praxis hin, die in ihrer Schlichtheit so verführerisch wie leicht durchschaubar ist. Besonders verbreitet ist sie in Sparten, wo der Online-Vertrieb besonders ausgeprägt ist. Rohrers Artikel nennt vor allem Bücher und Reiseangebote. Obwohl die Online-Händler ein eigenes Interesse an möglichst guten Bewertungen haben dürften, setzen die meisten von ihnen auf Mechanismen, gefälschte Produktbewertungen auszufiltern oder kenntlich zu machen. Amazon lässt dazu die Bewertungen ihrerseits von den Kunden bewerten (&#8220;War diese Rezension für Sie hilfreich?&#8221;). Dass solche Bewertungsbewertungen noch leichter zu manipulieren sind als die Bewertungen selbst, ist offenkundig.</p>
<p>Immer mehr potentielle Kunden lernen, die vermeintlichen oder echten Kundenbewertungen in Online-Shops mit der nötigen Skepsis zu betrachten (siehe zum Beispiel die Kommentare zu Rohrers Artikel). Dabei verraten sich gefälschte Kundenbewertungen leicht durch eine einheitliche Sprache, durch einen allzu ähnlichen Zeitstempel und durch eine vom übrigen Bewertungsprofil des Produkts allzu deutlich abweichende Tendenz.</p>
<p>Glaubwürdig wird die Kundenrezension für andere Kunden, wenn der Kundenrezensent eine ausgewogene und nachvollziehbare Rezensionsvita hat: Wenn er schon mehrere Bücher von mehreren Verlagen bewertet, seine Bewertung dabei nachvollziehbar begründet und am besten nicht immer nur Extremwertungen vergeben hat. Auch solche Rezensionsviten lassen sich freilich nach Maß und Belieben fertigen. Das Fachwort hierfür ist &#8220;Sock Puppetry&#8221;, was sich lose mit &#8220;kasperletheatern&#8221; übersetzen ließe.</p>
<p>Sinnvoller, zeitschonender und irgendwie auch ethischer dürfte es sein, Leserviten nicht zu simulieren, sondern aufzufinden. Etwa in online social networks wie Facebook. Wer dort einerseits einen großen Freundeskreis hat und andererseits vermuten lässt, dass ihm ein bestimmtes Buch gefallen wird (etwa weil er in seiner Facebook-Bibliothek ähnliche Bücher stehen oder auf andere Weise ein zum Buch passendes Interesse gezeigt hat), dem wird die Presseabteilung eines Verlages wohl ein Rezensionsexemplar anbieten können. Ohne Versprechungen und in der Hoffnung, dass er seinen Facebook Freunden davon vorschwärmt. Aber auch auf die Gefahr hin, dass er am Ende laut sagt, dass ihm das Buch nicht gefallen hat. Sowas kann ja selbst bei professionellen Rezensenten durchaus mal passieren&#8230;.</p>
<p>Elseviers Clinical Psychology hat übrigens bisher noch keine 5-Sterne-Bewertung erhalten. Weder bei <a href="http://www.amazon.com/Clinical-Psychology-Assessment-Treatment-Research/dp/0123742560/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1246008045&amp;sr=1-2" target="_blank">Amazon</a> noch bei <a href="http://search.barnesandnoble.com/Clinical-Psychology/David-CS-Richard/e/9780123742568/?itm=1" target="_blank">Barnes &amp; Noble</a>. Und Gutscheine soll&#8217;s auch nicht mehr geben.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://bewegliche-lettern.de/2009/06/gefaelschte-leserbewertungen-social-marketing-fail/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

