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	<title>bewegliche lettern&#187;  &#8211; bewegliche lettern</title>
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		<title>De Gruyter digitalisiert Backlist auf Zuruf</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2010/03/de-gruyter-digitalisiert-backlist-auf-zuruf/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 16:13:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der traditionsreiche Wissenschaftsverlag De Gruyter hat am vergangenen Freitag angek&#252;ndigt, seine gesamte Backlist zu digitalisieren. Von jedem beliebigen Titel der rund 60.000 Eintr&#228;ge umfassenden und bis ins Jahr 1749 zur&#252;ckreichenden Backlist soll auf Zuruf ein eBook im PDF-Format oder ein gebundenes Buch im Print-on-Demand-Verfahren erstellt werden. De Gruyter verspricht, das fertige Produkt innerhalb von &#8220;maximal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der traditionsreiche Wissenschaftsverlag De Gruyter hat am vergangenen Freitag angek&#252;ndigt, seine gesamte Backlist zu digitalisieren. Von jedem beliebigen Titel der rund 60.000 Eintr&#228;ge umfassenden und bis ins Jahr 1749 zur&#252;ckreichenden Backlist soll auf Zuruf ein eBook im PDF-Format oder ein gebundenes Buch im Print-on-Demand-Verfahren erstellt werden. De Gruyter <a href="http://www.degruyter.de/cont/glob/ebooks.cfm" target="_blank">verspricht</a>, das fertige Produkt innerhalb von &#8220;maximal 10 Wochen&#8221; nach Eingang der Bestellung liefern zu k&#246;nnen. Diesen interessanten Ansatz einer Retrodigitalisierung nach Bestellung nennt De Gruyter &#8220;eBook on Demand&#8221;. So spannend und richtungsweisend die unter dem Label &#8220;<a href="http://www.degruyter.de/cont/glob/ebooks.cfm" target="_blank">De Gruyter e-dition</a>&#8221; firmierende Initiative ist, wirft sie ein paar Fragen auf. <span id="more-747"></span></p>
<p>Die auf Anfrage erstellten eBooks sollen, wie De Gruyter-Verleger Sven Fund in einem lesenswerten <a href="http://www.buchmarkt.de/content/41726-das-sonntagsgespraech.htm" target="_blank">Interview</a> mit Christian von Zittwitz vom Branchenmagazin <em>Buchmarkt</em> ausf&#252;hrt, mit Merkmalen wie &#8220;600 dpi Aufl&#246;sung, mit OCR [Optical Character Recognition] und DOIs [Digital Object Identifiers]&#8221; den Anforderungen wissenschaftlicher Bibliotheken gen&#252;gen.</p>
<p>Mit dem Angebot, Backlisttitel in digitaler Form zu bestellen, wendet sich De Gruyter allerdings auch ausschlie&#223;lich an Bibliotheken als Kunden, w&#228;hrend ein physischer Reprint offenbar auch f&#252;r private Endkunden verf&#252;gbar sein wird. Auf der Internetseite des Verlags hei&#223;t es unmissverst&#228;ndlich, jeder Titel sei &#8220;sowohl elektronisch  (nur f&#252;r Bibliotheken und Institutionen) als auch  als Hardcover Reprint  erh&#228;ltlich&#8221;.</p>
<p>Durch eine Zusammenarbeit mit libreka, der eBook-Verkaufsplattform des B&#246;rsenvereins, werden die auf erstmalige Anfrage von Bibliotheken retrodigitalisierten Titel allerdings auch Endverbrauchern als eBooks zum Kauf zur Verf&#252;gung stehen. Der Grund f&#252;r diese Einschr&#228;nkung des Abnehmerkreises f&#252;r die &#8220;eBooks on Demand&#8221; mag darin liegen, dass De Gruyter durch eine Verkleinerung des Kreises derer, die eine Retrodigitalisierung in Auftrag geben k&#246;nnen, gew&#228;hrleisten m&#246;chte, dass nur so viele Digitalisierungsanfragen eingehen, wie auch bew&#228;ltigt werden k&#246;nnen.</p>
<p>Ein anderer Grund mag mit der Preisgestaltung zusammenh&#228;ngen: Ein den bibliothekarischen Standards gen&#252;gendes eBook ist zweifellos aufwendig in der Herstellung &#8211; gut m&#246;glich, dass deswegen an der erstmaligen Digitalisierung ein Preisetikett h&#228;ngt, das f&#252;r den Verbrauchermarkt schlicht nicht geeignet w&#228;re. Konkrete Details zur Preisgestaltung der einzelnen eBooks oder Neudrucke lassen sich aus den bisherigen Meldungen (etwa im <a href="http://www.boersenblatt.net/372031/" target="_blank">B&#246;rsenblatt</a>) sowie aus der bei Buchreport ver&#246;ffentlichen <a href="http://www.buchreport.de/pressemitteilungen/pressemitteilungen/datum/2010/03/05/de-gruyter-e-dition-erschliesst-die-backlist-des-verlags-von-1749-bis-heute.htm" target="_blank">Pressemitteilung</a> des De Gruyter Verlags selbst nicht entnehmen.</p>
<p>Interessant ist &#252;berdies das Vorgehen des Verlags, wenn es um die urheberrechtliche Frage der Genehmigung einer digitalen Ausgabe durch den Rechteinhaber geht. Den Ausf&#252;hrungen Sven Funds im <em>Buchmarkt </em>zufolge, wird der Verlag nicht in jedem Fall vor der Digitalisierung die Genehmigung des Autors oder seines Rechtsnachfolgers einholen. Die nachfrageabh&#228;ngige Retrodigitalisierung soll offenbar ohne Nachfrage beim Rechteinhaber erfolgen. Die Tatsache, dass die Printversion eines Werkes einst im selben Verlag erschienen ist, reicht De Gruyter offenbar als Grund zur Annahme, dass der Rechteinhaber auch die digitale Version seines Werkes in demselben Verlag ver&#246;ffentlicht sehen m&#246;chte:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir sind &#252;berzeugt, dass unsere Autoren ihre Rechte durch uns, mit denen  sie mal einen Vertrag zu den Print-Rechten eingegangen sind, verwertet  sehen wollen, und nicht durch andere. [...] Und wenn dann Autoren ihre Werke nicht als E-Book publiziert sehen  wollen – was mich sehr &#252;berraschen w&#252;rde -, k&#246;nnen wir den Titel  jederzeit aus dem Katalog l&#246;schen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das h&#246;rt sich ganz so an, als wolle De Gruyter mit seinen Backlist-Autoren &#228;hnlich verfahren wie Google es mit seinem umstrittenen Digitalisierungsprogramm Book Search mit allen Autoren von B&#252;cher tut, die nicht mehr im Handel verf&#252;gbar, aber noch copyright gesch&#252;tzt sind: Erst digitalisieren, dann fragen. Auch die Idee, das bei den digitalen Verk&#228;ufen anfallende Honorar einer Stiftung (in diesem Fall die 2006 <a href="http://stiftungsnetzwerk-berlin.de/media/Newsletter/08_0606_Berliner_Stiftungsnews.pdf" target="_blank">gegr&#252;ndete </a>Walter De Gruyter Stiftung) zur Verf&#252;gung zu stellen, wenn der Rechteinhaber nicht festgestellt oder erreicht werden kann, erinnert an das von Google im viel kritisierten Book Settlement vorgeschlagene Vorgehen.</p>
<p>Ob De Gruyter die Zustimmung seiner Autoren tats&#228;chlich zu Recht voraussetzt, wird sich in Zukunft zeigen m&#252;ssen. Aus der Tatsache, dass De Gruyter bei verwaisten Werken lediglich ein Honorar in H&#246;he von &#8220;5% vom Nettoerl&#246;s&#8221; der digitalen Ausgabe an die Stiftung &#252;berweisen will, suggeriert, dass auch erreichbaren Autoren ein Honorar in dieser H&#246;he gezahlt werden soll. Das w&#228;re allerdings bemerkenswert wenig, liegen doch die Honorars&#228;tze von eBooks &#8211; zumindest im Publikumsbereich &#8211; deutlich h&#246;her, n&#228;mlich zwischen 15 und 25% vom Nettoerl&#246;s.  Dies k&#246;nnte, zus&#228;tzlich zum &#8220;erst Tun, dann fragen&#8221;-Ansatz Anlass zu Diskussionen mit Autoren und Agenten geben.</p>
<p>Diesen offenen Punkten zum Trotz ist De Gruyters Initiative ein entschlossener und auch mutiger Schritt in eine gute Richtung: Die alten Best&#228;nde nicht dem Vergessen anheim fallen zu lassen, sondern sie in die digitale Welt zu &#252;berf&#252;hren und sie sichtbar und auffindbar zu machen (zumindest wenn die libreka-Suche funktioniert).</p>
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		<title>Lesenswert: &#8220;Was kauft man, wenn man ein eBook kauft?&#8221;</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2010/03/lesenswert-was-kauft-man-wenn-man-ein-ebook-kauft/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 10:49:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf iRights.info setzt sich der Urheberrechts-Journalist Ilja Braun kundig und umfassend mit der Frage auseinander, was man eigentlich kauft, wenn man ein eBook kauft. Darf der Verk&#228;ufer es nach dem Kauf zur&#252;ckziehen (wie dies Amazon ausgerechnet mit einigen eBooks von George Orwell getan hat)? Darf man eBooks f&#252;r den privaten Gebrauch kopieren? Darf man sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <a href="http://www.irights.info/index.php?id=870" target="_blank">iRights.info</a> setzt sich der Urheberrechts-Journalist <a href="http://twitter.com/iljabraun" target="_blank">Ilja Braun</a> kundig und umfassend mit der Frage auseinander, was man eigentlich kauft, wenn man ein eBook kauft. Darf der Verk&#228;ufer es nach dem Kauf zur&#252;ckziehen (wie dies Amazon ausgerechnet mit einigen eBooks von George Orwell <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">getan</a> hat)? Darf man eBooks f&#252;r den privaten Gebrauch kopieren? Darf man sie weiterverkaufen? Was, wenn die AGBs des eBook-Anbieters nicht im Einklang mit der Gesetzeslage sind? <span id="more-742"></span></p>
<p>Einfache Antworten kann man in Ilja Brauns Artikel nicht finden. Daf&#252;r gelingt es ihm, klar zu machen, dass die Rechtslage in vielen Aspekten unklar ist. So sei noch nicht einmal ausgemacht, ob eBooks im Sinne des Gesetzes eigentlich &#8220;B&#252;cher&#8221; oder &#8220;Sprachwerke in digitaler Form&#8221; seien. Auch die Schl&#252;sselfrage, ob man eBooks besitzt oder lediglich ein Nutzungsrecht an ihnen erwirbt, l&#228;sst sich, wie Braun darlegt, rechtlich noch nicht eindeutig beantworten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Was passiert, wenn man ein E-Book  herunterl&#228;dt? Kauft man da ein »unk&#246;rperliches Gut«? Oder erwirbt man »Nutzungsrechte« an geistigem Eigentum, schlie&#223;t also einen  urheberrechtlichen Vertrag? Geht man davon aus, dass ein E-Book ein »unk&#246;rperliches Werkexemplar« ist, an dem man Eigentum erwirbt, quasi  ein Buch in Dateiform, so handelt es sich in erster Linie um einen  Kaufvertrag. Das Urheberrecht ist dann allenfalls am Rande tangiert –  und Klauseln, die dem K&#228;ufer die rechtm&#228;&#223;ige Benutzung seines Eigentums  untersagen, w&#228;ren im Zweifel unwirksam. Zur rechtm&#228;&#223;igen Benutzung w&#252;rde  aus dieser Sicht auch das private Kopieren z&#228;hlen – allerdings nur  auszugsweise. Geht man hingegen davon aus, dass der Download prim&#228;r ein»Nutzungsvertrag« ist, mit dem man bestimmte Rechte an fremdem geistigem  Eigentum erwirbt, so w&#252;rde man sagen: Der Kunde hat nicht etwas  gekauft, sondern es ist ihm erlaubt worden, das geistige Eigentum eines  anderen (des Buchautors) zu nutzen, indem er den Text auf seinem  Leseger&#228;t anzeigen l&#228;sst.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wer sich &#252;ber die komplexen juristischen Fragen, die eBooks aufwerfen, informieren will, sollte diesen Text nicht nur lesen, sondern auch f&#252;r die Zukunft bookmarken: Dies ist ein <a href="http://www.irights.info/index.php?id=870" target="_blank">Referenztext</a> f&#252;r die kommenden Jahre &#8211; bis sich eine verbindlichere Gesetzeslage oder Rechsprechungspraxis entwickelt hat.</p>
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		<title>Notiz: Apple hat &#252;ber 27000 eBooks im App Store, fast alle kostenpflichtig</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2010/02/notiz-apple-hat-ueber-27000-ebooks-im-app-store-fast-alle-kostenpflichtig/</link>
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		<pubDate>Sat, 13 Feb 2010 16:15:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[App Store]]></category>
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		<category><![CDATA[iPad]]></category>
		<category><![CDATA[iPhone]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Apple App Store w&#228;chst weiter: Wie TechCrunch unter Berufung auf den App Store-Analytikdienst Distimo berichtet, liegt die Gesamtzahl der verf&#252;gbaren Apps inzwischen &#252;ber 150 000. Bei der Vorstellung des iPad lag die Zahl noch bei 140 000. Dabei nehmen digitale B&#252;cher nach Games den zweiten Platz der popul&#228;rsten Kategorien ein: 27 300 eBook-Apps seien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Apple App Store w&#228;chst weiter: Wie <a href="http://techcrunch.com/2010/02/12/app-store-numbers-books-ipad/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Techcrunch+%28TechCrunch%29" target="_blank">TechCrunch</a> unter Berufung auf den App Store-Analytikdienst <a href="http://www.distimo.com/" target="_blank">Distimo</a> berichtet, liegt die Gesamtzahl der verf&#252;gbaren Apps inzwischen &#252;ber 150 000. Bei der Vorstellung des iPad lag die Zahl noch bei 140 000. Dabei nehmen digitale B&#252;cher nach Games den zweiten Platz der popul&#228;rsten Kategorien ein: 27 300 eBook-Apps seien verf&#252;gbar. Interessant ist vor allem, dass kostenpflichtige eBook-Apps bei weitem &#252;berwiegen: Lediglich 8 Prozent der eBook-Apps sind gratis zu haben. <span id="more-724"></span></p>
<p>Diese Zahlen steigern noch einmal die Attraktivit&#228;t des iPad als eReader: Noch bevor die Hardware auf dem Markt ist, ist ein breites Spektrum an literarischer Software verf&#252;gbar. Interessant f&#252;r Verlage und Autoren w&#228;re allerdings eine Statistik dar&#252;ber, wie hoch der Anteil der heruntergeladenen gratis eBooks gegen&#252;ber den heruntergeladenen kostenpflichtigen eBooks ist.  Und (insbesondere mit Hinblick auf die von einigen US-amerikanischen Gro&#223;verlage durch die Hintert&#252;r eingef&#252;hrte eBook-Preisbindung durchs <a href="http://bewegliche-lettern.de/2010/02/konflikt-um-ebook-preise-amazon-nimmt-macmillan-aus-dem-programm/" target="_blank">Agency-Modell</a>) eine Aussage &#252;ber den Durchschnittspreis der gekauften eBook-Apps.</p>
<p>Mehr Details im TechCrunch-<a href="http://techcrunch.com/2010/02/12/app-store-numbers-books-ipad/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Techcrunch+%28TechCrunch%29" target="_blank">Bericht</a>. (Die Analyse, auf den sich dieser Bericht bezieht, habe ich bei Distimo leider nicht im Original finden k&#246;nnen.)</p>
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		<title>CoverSpy deckt Leseverhalten von Gro&#223;stadtmenschen auf</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2010/02/coverspy-deckt-leseverhalten-von-grossstadtmenschen-auf/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Feb 2010 16:30:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[eReader]]></category>
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		<description><![CDATA[Allenthalben wird in der Digitalisierung eine Gefahr f&#252;r die Privatsph&#228;re gesehen. Doch eine Initative des New Yorker Literaturmagazins Slice macht nun deutlich: Die zunehmende Ausbreitung von eReadern bedroht nicht die Intimsph&#228;re der Leser, sondern den Voyeurismus des gemeinen U-Bahnpassagiers. Auf der Website CoverSpy und dem angeschlossenen Twitter-Account sp&#228;hen Slice-Mitarbeiter systematisch die Lesegewohnheiten argloser New Yorker [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Allenthalben wird in der Digitalisierung eine Gefahr f&#252;r die Privatsph&#228;re gesehen. Doch eine Initative des New Yorker Literaturmagazins <a href="http://www.slicemagazine.org/" target="_blank"><em>Slice</em></a> macht nun deutlich: Die zunehmende Ausbreitung von eReadern bedroht nicht die Intimsph&#228;re der Leser, sondern den Voyeurismus des gemeinen U-Bahnpassagiers. Auf der Website <a href="http://coverspy.tumblr.com/" target="_blank">CoverSpy</a> und dem angeschlossenen <a href="http://twitter.com/coverspy" target="_blank">Twitter-Account</a> sp&#228;hen Slice-Mitarbeiter systematisch die Lesegewohnheiten argloser New Yorker in der U-Bahn aus. <span id="more-710"></span></p>
<p>Wenig ist verr&#228;terischer als das Cover des Buches, das ein Mensch in der &#214;ffentlichkeit liest. Der Steppenwolf: &#8220;Pubert&#228;t h&#228;lt an&#8221;, Molloy: &#8220;interessant mit Hang zum Poser&#8221;, Die S&#228;ulen der Erde: &#8220;nennt sich selbst Leseratte, stolz, keine Angst vor dicken B&#252;chern zu haben&#8221;,  Warum M&#228;nner nicht zuh&#246;ren und Frauen&#8230;: &#8220;zu lange in einer Beziehung, unleidlich&#8221;, Scarlett: &#8220;Eieiei&#8221;. Die Botschaft, die der Lesestoff &#252;ber den &#246;ffentlichen Leser mitteilt, schwankt zwischen bewusstem Statement und naiv zugelassenem Einblick mit Tiefenwirkung. Das Cover des in der &#214;ffentlichkeit aufgeschlagenen Buches ist halb Statussymbol, halb entschl&#252;pftes Bekenntnis. Die Reaktion der Umwelt liegt entsprechend den eigenen Vorlieben zwischen Fremdscham und Ann&#228;herungsversuch.</p>
<p>Mit dem Aufkommen von eReadern f&#252;rchten die Cover Spies um diese indiskreten und reizvollen Einblicke ins Wesen ihrer Mitmenschen: Die einf&#246;rmige, opake R&#252;ckseite der digitalen Leseger&#228;te l&#228;sst nicht mehr ahnen, in welche Leselandschaften die Augen des Passagiers gegen&#252;ber versunken sind. Um auf diese Gefahr aufmerksam zu machen, twittern die urbanen Agenten nun, was die Passagiere und Passanten lesen, und f&#252;gen noch einige Details &#252;ber Kleidung und Habitus der Zielperson hinzu. Das sieht dann etwa so aus:</p>
<blockquote><p>East of Eden, John Steinbeck (M, 20s, curly hair/Dave Eggers look alike, Q train at 55th St.) <a rel="http://bit.ly/plugins/iframe?hashUrl=http%3A%2F%2Fbit.ly%2F9MfIZr" href="http://bit.ly/9MfIZr" target="_blank">http://bit.ly/9MfIZr</a> <a title="#coverspy" href="http://twitter.com/search?q=%23coverspy">#coverspy</a></p>
<p>Extremely Loud and Incredibly Close, Jonathan Safran Foer (F, 20s, shiny black headband, F train) <a rel="http://bit.ly/plugins/iframe?hashUrl=http%3A%2F%2Fbit.ly%2FcygAhH" href="http://bit.ly/cygAhH" target="_blank">http://bit.ly/cygAhH</a> <a title="#coverspy" href="http://twitter.com/search?q=%23coverspy">#coverspy</a></p></blockquote>
<p>Auf diese Weise wollen die Betreiber von CoverSpy ein wenig der fl&#252;chtigen Intimit&#228;t unter anonymen Passanten bewahren. In der Ausbreitung der eReader liegt f&#252;r sie kein Fortschritt, sondern soziale K&#228;lte. Cnet <a href="http://news.cnet.com/8301-13577_3-10449950-36.html" target="_blank">zitiert</a> die CoverSpy-Gr&#252;nderin Amy Sly wie folgt:</p>
<blockquote><p>&#8220;We were lamenting the prevalence of e-readers spotted on our train rides and what a bleak commute it would be if all of the book covers were replaced with blank e-reader covers,&#8221; Sly said of the project&#8217;s beginnings last October. &#8220;For one thing, it&#8217;s always been fun to see what everyone&#8217;s reading around you&#8211;and it&#8217;s especially interesting how they&#8217;re not always the books that are making headlines at the moment. And also because we each had a story about a time a conversation started with someone we didn&#8217;t know because of the books we were holding in our hands.&#8221;</p></blockquote>
<p>CoverSpy will seinen Dienst zuk&#252;nftig auf weitere St&#228;dte ausdehnen. Sind wir dann hier noch sicher? Wir raten zu Desinformation: So ein Molloy-Umschlag passt auch trefflich auf manche mindere Ware. Die Dinger hei&#223;en nicht umsonst Schutzumschlag.</p>
<p>(via <a href="http://www.teleread.org/2010/02/09/coverspy-tweets-what-new-yorkers-read-on-the-train/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+teleread%2FKHnj+%28TeleRead%3A+Bring+the+E-Books+Home%29" target="_blank">Teleread</a>, <a href="http://news.cnet.com/8301-13577_3-10449950-36.html" target="_blank">cnet</a>)</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Konflikt um eBook-Preise: Amazon nimmt Macmillan aus dem Programm [Update: Amazon macht R&#252;ckzieher]</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 06:40:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Noch vor wenigen Tagen nannte der Chef des zur Holtzbrinck-Gruppe geh&#246;renden US-amerikanischen Verlagsriesen Macmillan eBook-Piraterie als gr&#246;&#223;te Herausforderung f&#252;r Verleger elektronischer B&#252;cher. Seit vergangenem Freitag m&#252;sste er wohl eine andere Antwort geben. Die Umsatzeinbu&#223;en, die sein Konzern, zu dem Verlagslabels wie Farrar, Straus &#38; Giroux, Picador und Henry Holt geh&#246;ren, seitdem zu erleiden hat, d&#252;rften [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch vor wenigen Tagen <a href="http://www.teleread.org/2010/01/26/brian-napack-president-of-macmillan-digital-book-piracy/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+teleread%2FKHnj+%28TeleRead%3A+Bring+the+E-Books+Home%29">nannte</a> der Chef des zur Holtzbrinck-Gruppe geh&#246;renden US-amerikanischen Verlagsriesen Macmillan eBook-Piraterie als gr&#246;&#223;te Herausforderung f&#252;r Verleger elektronischer B&#252;cher. Seit vergangenem Freitag m&#252;sste er wohl eine andere Antwort geben. Die Umsatzeinbu&#223;en, die sein Konzern, zu dem Verlagslabels wie Farrar, Straus &amp; Giroux, Picador und Henry Holt geh&#246;ren, seitdem zu erleiden hat, d&#252;rften die Verluste durch die illegale Verbreitung von eBooks um einiges &#252;bertreffen. Denn am sp&#228;ten Freitagabend verschwanden auf einen Schlag alle Publikationen aus dem Hause Macmillan aus dem Angebot des Online-Handelsriesen Amazon.com. Zwar k&#246;nnen diese Titel &#252;ber Amazon noch bei Drittanbietern bestellt werden. Amazon selbst verkauft jedoch derzeit keine Macmillan-B&#252;cher mehr. <span id="more-698"></span></p>
<p>Eine offizielle Stellungnahme dazu gab es bislang von Amazon nicht. Ein <a href="http://www.publishersweekly.com/article/CA6717133.html?rssid=192">offener Brief</a> von Macmillan-CEO John Sargent best&#228;tigt im wesentlichen die <a href="http://bits.blogs.nytimes.com/2010/01/29/amazon-pulls-macmillan-books-over-e-book-price-disagreement/">Vermutungen</a> der <em>New York Times</em>,<em> </em>dass es sich dabei um eine Art Strafaktion von Amazon.com gegen den Verlagskonzern handelt. Seit einiger Zeit liefert sich der Online-H&#228;ndler Amazon eine Auseinandersetzung &#252;ber die Preisgestaltung und den Erscheinungstermin von eBooks. Amazon hat mit seinem eBook-Leseger&#228;t Kindle den US-Markt f&#252;r digitale B&#252;cher fest im Griff und bietet eBooks zum Preis von $9,99 an. Macmillan dr&#228;ngt, wie andere Verlage auch, auf h&#246;here Preise und will ansonsten die Ver&#246;ffentlichung elektronischer Ausgaben seiner B&#252;cher systematisch verz&#246;gern, um das Gesch&#228;ft mit den h&#246;herpreisigen gebundenen Ausgaben zu sch&#252;tzen.</p>
<p>Anlass f&#252;r die Eskalation des schwelenden Konflikts ist offensichtlich das Auftreten eines neuen gro&#223;en Players auf der B&#252;hne des digitalen Buchhandels. Apple hat angek&#252;ndigt, in seinen Mitte letzter Woche vorgestellten tragbaren Kleincomputer iPad auch einen digitalen B&#252;cherladen integrieren. Damit wird Apple zum direkten Konkurrenten von Amazon und dessen Leseger&#228;t Kindle. Macmillan geh&#246;rt – wie weitere vier der insgesamt sechs Riesen der Verlagsbranche – von Anfang an zu den Kooperationspartnern des Computerherstellers aus Cupertino. Der Preis f&#252;r eBooks soll bei der iBooks genannten Buchhandelssoftware des iPad mit ungef&#228;hr $15 deutlich &#252;ber dem Amazon-Preis liegen.</p>
<p>Vor allem sollen die eBook-Gesch&#228;fte mit Apple aber nach einem grundlegend anderen Muster stattfinden als die Gesch&#228;fte mit Amazon: W&#228;hrend Amazon den Verlagen gegen&#252;ber als Gro&#223;h&#228;ndler auftritt, der die Verbraucherpreise selbst bestimmt, soll Apple eher als eine Art Verkaufsagentur auftreten, die die B&#252;cher gegen eine Kommission an den Endverbraucher bringt. Bei diesem Modell bleibt die Preisgestaltung ganz in der Hand der Verlage. Dabei will Macmillan die digitalen Ausgaben &#252;ber das Agenturmodell ausdr&#252;cklich zeitgleich mit der gedruckten Ausgabe anbieten. Amazon hingegen w&#252;rde die B&#252;cher unter dem Gro&#223;handelsmodell erst mit wesentlicher Verz&#246;gerung verkaufen d&#252;rfen – sofern es sich nicht ebenfalls dem Agenturmodell anschlie&#223;t und damit die Hoheit &#252;ber die Preise den Verlagen &#252;berl&#228;sst.</p>
<p>Um es kurz zu fassen: Macmillan hat f&#252;r Amazons Geschmack offenbar etwas zu heftig mit Apple geflirtet. Und wird daf&#252;r eisern abgestraft. Der Konflikt findet also nur vordergr&#252;ndig zwischen Macmillan und Amazon statt, im Hintergrund steht die Rivalit&#228;t von Amazon und Apple. In der ersten Runde dieser Auseinandersetzung sieht es so aus, als wollten die Kontrahenten ihren Kampf ohne wattierte Handschuhe austragen. Auch wenn Amazon derzeit noch nicht sein ganzes Gewicht in die Schl&#228;ge legt (auf der kanadischen, britischen und deutschen Seite von Amazon kann man Macmillan-B&#252;cher nach wie vor kaufen), wei&#223; der Handelsriese doch, welche Treffer am meisten schmerzen: So boykottiert er nicht nur eBooks, sondern auch s&#228;mtliche Printausgaben von Macmillan. Die Botschaft an die Verlagsbranche ist eindeutig: Auch wenn es jetzt einen Handelspartner f&#252;r eBooks gibt, der euch besser gef&#228;llt, vergesst nicht, dass wir gute Freunde bleiben sollten, wenn ihr eure Druckwerke weiterhin bei uns verkaufen wollt.</p>
<p>Apple hat sich bisher nicht sichtbar in diesen Konflikt eingemischt. Ein nat&#252;rlicher Verb&#252;ndeter f&#252;r Verlagsh&#228;user ist auch der Hardwaregigant aus dem Silicon Valley aber keineswegs. Apple hat seinerseits letzte Woche gegen&#252;ber einem Gro&#223;verlag schon einmal die Muskeln spielen lassen. Der gewichtige US-Lehrmittelverlag McGraw-Hill, <a href="http://venturebeat.com/2010/01/27/mcgraw-ipad/">fiel</a> offenbar in letzter Minute aus der Reihe der Verlage heraus, die Steve Jobs bei der Produktpr&#228;sentation des iPad als Kooperationspartner nannte. McGraw-Hill Verleger Harold McGraw III hatte einen Tag vor dem mit gro&#223;em Bohei vorbereiteten iPad-Launch Details &#252;ber das bis dahin hoch geheime Ger&#228;t ausgeplaudert und dadurch offenbar den Zorn von Apple auf sich gezogen. Ob der Verlag lediglich in der Pr&#228;sentation aussetzen musste oder gar ganz von der Kooperation mit Apple ausgeschlossen wird, ist noch unklar.</p>
<p>Auch wenn sich die Verlagsh&#228;user dar&#252;ber freuen m&#246;gen, dass der beargw&#246;hnten Marktgro&#223;macht Amazon zumindest im eBook-Gesch&#228;ft mit Apple eine marktkorrigierende Konkurrenz erw&#228;chst, wird man sehen, ob selbst die gr&#246;&#223;ten Konzerne der Verlagsbranche mit Apple oder Amazon auf Augenh&#246;he verhandeln k&#246;nnen. Zumindest k&#246;nnen sie sich jetzt aussuchen, von welcher Seite sie Kn&#252;ffe beziehen wollen. Man wird sich in Verlagskreisen wohl bald nostalgisch an die Zeiten erinnern, da eBook-Piraten noch als gr&#246;&#223;te Gefahr galten. Die ersten Leidtragenden sind jedoch Leser und Autoren – den einen wird es schwer gemacht, die gew&#252;nschten B&#252;cher zu kaufen, die anderen &#228;rgern sich dar&#252;ber, dass ausbleibende Buchverk&#228;ufe auch ausbleibende Honorareinnahmen bedeuten. Wie Macmillan-Autorin Cherie Priest <a href="http://digitalbookworld.com/2010/more-reactions-to-the-amazonmacmillan-battle/">zusammenfasst</a>: &#8220;My reaction to this is pretty straightforward: I think it’s dumb and it sucks.&#8221;</p>
<p><strong>Update</strong> 01.02., 07:45h: Amazon hat mit einer in einer offiziellen <a href="http://www.amazon.com/tag/kindle/forum/ref=cm_cd_fp_ef_tft_tp?_encoding=UTF8&amp;cdForum=Fx1D7SY3BVSESG&amp;cdThread=Tx2MEGQWTNGIMHV" target="_blank">Mitteilung </a>an seine Kunden einen R&#252;ckzieher gemacht und k&#252;ndigt an, auf Macmillans Forderung einzugehen:</p>
<blockquote><p>&#8220;We want you to know that ultimately, however, we will have to capitulate and accept Macmillan&#8217;s terms because Macmillan has a monopoly over their own titles, and we will want to offer them to you even at prices we believe are needlessly high for e-books. Amazon customers will at that point decide for themselves whether they believe it&#8217;s reasonable to pay $14.99 for a bestselling e-book.&#8221;</p></blockquote>
<p>F&#252;r Macmillan und andere Verlage ist es nicht ungef&#228;hrlich, dass Amazon den Ball an die Verbraucher weitergibt. Unter diesen gibt es, wie GalleyCat am Sonnabend <a href="http://www.mediabistro.com/galleycat/bookselling/amazon_customers_continue_to_boycott_kindle_books_priced_higher_than_999_150530.asp" target="_blank">berichtete</a>, bereits eine Front gegen die Preisw&#252;nsche der Verlage.</p>
<p>Mit seiner Stellungnahme ruft Amazon die Verbraucher nicht explizit zum Boykott auf (was unter US-Recht strafbar w&#228;re). Die Tendenz ist aber unmissverst&#228;ndlich. Es wird spannend, ob sich der Konflikt zwischen Amazon und den Verlagen nun als Konflikt zwischen eBook-K&#228;ufern und Verlagen fortsetzen wird. Die Bef&#252;rchtung, dass Piraterie die gr&#246;&#223;te Bedrohung f&#252;r Verleger digitaler B&#252;cher darstellt, k&#246;nnte sich doch noch als hochaktuell erweisen: Dann n&#228;mlich, wenn sich die Buchk&#228;ufer in Scharen der Piraterie zuwenden, um die Verlage f&#252;r eine in ihren Augen ungerechte Preisgestaltung zu strafen.</p>
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		<title>Verlage begr&#252;&#223;en iPad, iBooks, iDRM</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 05:03:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
		<category><![CDATA[DRM]]></category>
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		<description><![CDATA[Apples in der vergangenen Woche vorgestellter Tabletcomputer iPad pr&#228;sentiert sich auch als Alternative zu g&#228;ngigen eInk Leseger&#228;ten wie dem Sony Reader, dem txtr-Reader und Amazons Kindle. Mit iBooks verf&#252;gt Apples Ger&#228;t &#252;ber eine eingebaute eBook-Lese- und Verwaltungssoftware und einen Online-Buchladen. In ersten Reaktionen begr&#252;&#223;en Verleger und der B&#246;rsenverein das Ger&#228;t enthusiastisch. Doch im Unterschied zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Apples in der vergangenen Woche vorgestellter Tabletcomputer iPad pr&#228;sentiert sich auch als Alternative zu g&#228;ngigen eInk Leseger&#228;ten wie dem Sony Reader, dem txtr-Reader und Amazons Kindle. Mit iBooks verf&#252;gt Apples Ger&#228;t &#252;ber eine eingebaute eBook-Lese- und Verwaltungssoftware und einen Online-Buchladen. In ersten Reaktionen begr&#252;&#223;en Verleger und der B&#246;rsenverein das Ger&#228;t enthusiastisch. Doch im Unterschied zu offenen Ger&#228;ten k&#246;nnte die geschlossene Plattform des iPad sowohl f&#252;r Verbraucher wie f&#252;r Verlage auf lange Sicht unbequem werden. <span id="more-675"></span></p>
<p>Wie das britische Branchenmagazin <em>The Bookseller</em> <a href="http://www.thebookseller.com/news/110947-uk-publishers-hail-the-ibook-moment.html.rss" target="_blank">berichtet</a>, waren die Reaktionen von Verlegern auf das iPad geradezu &#252;berschw&#228;nglich:</p>
<blockquote><p>&#8220;Publishers have welcomed the launch of Apple&#8217;s iPad as an »important step« in the transition towards digital books, with one branding it »the most significant development yet«. Dan Franklin, digital editor at Canongate, said: »I sat there and thought &#8216;this is what we&#8217;ve been waiting for&#8217;.« John Makinson, chief executive at Penguin, said the announcement represented &#8220;an important step in the development of a digital audience for books«.&#8221;</p></blockquote>
<p>F&#252;r die &#8211; vorerst nur in den USA <a href="http://mashable.com/2010/01/28/no-ibooks-for-you/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Mashable+%28Mashable%29" target="_blank">verf&#252;gbare</a> &#8211; eBook-Software des Ger&#228;ts arbeitet Apple mit f&#252;nf Branchenriesen zusammen: Von den Big Six fehlt bei iBooks allein Random House.  Hachette, Penguin, Simon &amp; Schuster, Macmillan und HarperCollins sind mit im Boot. Weitere Verlage werden mit gro&#223;er Sicherheit folgen. Der Enthusiasmus der Verleger beruht vor allem darauf, dass sie durch die hohe Attraktivit&#228;t des Ger&#228;tes einen Zuwachs von potenziellen eBook-K&#228;ufern erwarten.</p>
<p>Entsprechend &#228;u&#223;erte sich auch der B&#246;rsenverein des Deutschen Buchhandels in einer <a href="http://www.buchmarkt.de/content/41275-e-books.htm" target="_blank">Pressemitteilung</a>. Man sei &#8220;davon &#252;berzeugt, dass das E-Book die Lesekultur f&#246;rdert und das Prinzip Buch auch bei neuen Leserschichten popul&#228;r macht.  &#8221; Gleichwohl betont der B&#246;rsenverein, &#8220;dass keine k&#252;nstlichen Barrieren durch geschlossene Shopsysteme&#8221; geschaffen werden d&#252;rften: &#8220;Nur der Wettbewerb vieler Verlage und Handelspartner sichert die kulturelle Vielfalt des Buchmarkts&#8221;. iBooks  erw&#228;hnt der B&#246;rsenverein in seinem Statement konsequenterweise mit keiner Silbe und verweist stattdessen auf die bisher weitgehend erfolglose Eigenentwicklung libreka.</p>
<p>Tats&#228;chlich sind die Bedenken des B&#246;rsenvereins gegen &#8220;geschlossene Shopsysteme&#8221; nicht von der Hand zu weisen. Zwar setzt Apple anders als Amazon nicht auf ein propriet&#228;res Ebookformat, sondern auf das offene epub-Format. Und offensichtlich soll die Apple-eigene iBook-App zumindest nicht vom Start weg Konkurrenzapps ausschlie&#223;en: Wie aus einer <a href="http://blog.txtr.com/?p=417" target="_blank">Pressemitteilung</a> des Berliner eReader- und eBook-Plattform-Anbieters txtr hervorgeht, wird es auch Apps anderer Ebook-Anbieter geben: txtr hat zumindest angek&#252;ndigt, dass es eine txtr-App auf dem iPad geben wird. Diese w&#252;rde von Anfang an auch deutschsprachige B&#252;cher auf Apples Tablet verf&#252;gbar machen. Man wird freilich abwarten m&#252;ssen, ob Apple auf lange Sicht das Angebot solcher Konkurrenz-Apps einschr&#228;nken wird. Denn als alleiniger Torw&#228;chter kann Apple dar&#252;ber bestimmen, welche Apps auf dem iPad laufen d&#252;rfen.</p>
<p>Die wirklich spannende &#8211; und auch f&#252;r Buch- und Presseverlage h&#246;chst relevante &#8211; Neuerung des iPad besteht meiner Ansicht nach darin, dass es das bisher auf den mobilen Bereich beschr&#228;nkte App-Modell auf ein Ger&#228;t ausweitet, das vom Anspruch her einem Netbook zumindest nahesteht. Zwar erlaubt das iPad, wie Matthias Schwenk in einem lesenswerten <a href="http://carta.info/22324/apple-ipad-tablet/" target="_blank">Beitrag</a> auf Carta schreibt, neben der Nutzung von Apps gleichzeitig den freien Zugriff ins Web per Browser. Andererseits pusht es das App-Modell.</p>
<p>Von Netbooks und &#228;hnlichen tragbaren Kleincomputern war man bisher gewohnt, dass man einen freien, allein browserabh&#228;ngigen Zugang zum Web hatte. Apple weitet die App-Kampfzone nun &#252;ber Smartphones hinaus aus &#8211; und schr&#228;nkt damit die Freiheit der Nutzer ein. Apps sind zwar in vielerlei Hinsicht nutzerfreundlich, haben es aber auch an sich, den Nutzer zu g&#228;ngeln: Er kann sich nicht im Netz frei bewegen, sondern nur auf den Schienen, die das App legt. Wenn sich das iPad in dem Ma&#223;e durchsetzt, wie es Apples Marktmacht und der Erfolg seiner letzten Produktreihen vermuten l&#228;sst, werden viele Nutzer sich daran gew&#246;hnen, nicht mehr browsergest&#252;tzt, sondern App-gef&#252;hrt aufs Internet zuzugreifen.</p>
<p>Das ist f&#252;r Contentanbieter einerseits begr&#252;&#223;enswert, denn so k&#246;nnen sie den Zugang zu ihrem Angebot besser kontrollieren und sich leichter bezahlen lassen. Dies ist der Grund daf&#252;r, dass insbesondere Zeitungsverlage an App-L&#246;sungen &#228;u&#223;erst interessiert sind: Von ihnen versprechen sie sich eine M&#246;glichkeit, Paid Content durchzusetzen &#8211; was im freien Web im Gro&#223;en und Ganzen gescheitert ist. Andererseits ist der Torw&#228;chter der Torw&#228;chter Apple selbst. Denn Apple bestimmt, welche Apps laufen d&#252;rfen, welche nicht.</p>
<p>Defective by Design, die Anti-DRM-Plattform der Free Software Foundation, verurteilt unter anderem aus diesem Grund Apples iPad. Anl&#228;sslich der Produktpr&#228;sentation des iPad machte Defective by Design seinen Bedenken durch <a href="http://arstechnica.com/tech-policy/news/2010/01/protestors-ipad-is-nothing-more-than-a-golden-calf-of-drm.ars" target="_blank">Proteste</a> Luft und sammelt nun <a href="http://www.defectivebydesign.org/ipad" target="_blank">Unterschriften</a> gegen Apples DRM. In einem Rundschreiben fasst Defective by Design die Gefahren der geschlossenen Plattform f&#252;r Nutzer zusammen:</p>
<blockquote><p>&#8220;This summer we saw the dangers of DRM on ebook readers, when Amazon deleted hundreds of copies of George Orwell&#8217;s 1984 from readers&#8217; computers while they slept. Applying this control to a general purpose computer marketed especially for media distribution is a huge step backward for computing, and a blow to the media revolution that happened when the web let bloggers reach millions <em>without</em> asking for permission. DRM and forced updates will give Apple and their corporate partners the power to disable features, restrict competition, censor news, and even delete books, videos, or news stories from users&#8217; computers while they sleep&#8211; using the device&#8217;s »always on« network connection. Apple can say they will not abuse this power, but their record of App Store rejections gives us no reason to trust them. The Apple Tablet&#8217;s unprecedented use of DRM to control all capabilities of a general purpose computer is a dangerous step backward for computing and for media distribution&#8221;.</p></blockquote>
<p>Nicht allein den Verbrauchern drohen Einschr&#228;nkungen und &#220;bergriffe, sondern auch Apples Kooperationspartnern aus der Medienbranche. Selbst die Branchenriesen riskieren bei einer Zusammenarbeit mit Apple, in Abh&#228;ngigkeit von einem Partner zu geraten, der zu einer ganz anderen Gewichtsklasse geh&#246;rt.</p>
<p>Apple hat bereits die Muskeln spielen lassen, indem es den Verlag McGraw Hill &#8211; wahrlich kein Zwerg in der Branche &#8211; bei seiner Pr&#228;sentation aus der Reihe der mit iBooks kooperierenden Verlage <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2010/01/28/steve-jobs-saegt-verleger-ab-nachdem-dieser-ipad-plaene-ausgeplaudert-hatte/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+basicthinking%2Fdoho+%28Basic+Thinking+Blog%29" target="_blank">rausschmiss</a> (ob dies auch einen Ausschluss aus dem Kooperationsprogramm selbst bedeutet, ist noch unklar). Dessen Verleger Harold McGraw III hatte einen Tag vor dem iPad-Launch ausgeplaudert, dass man mit Apple &#252;ber eine Zusammenarbeit im eBook-Bereich spreche. Und wer wann was reden darf, bestimmt schlie&#223;lich Apple.</p>
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		<title>Lesenswert: Interview &#252;ber Google Editions in Deutschland</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jan 2010 11:15:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Editions]]></category>

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		<description><![CDATA[Das B&#246;rsenblatt hat zwischen den Jahren ein lesenswertes Interview mit der Google Book Search-Managerin Annabella Weisl gef&#252;hrt. Darin k&#252;ndigt Weisl an, dass es in K&#252;rze auch deutschen Verlagen m&#246;glich sein wird, einen Vertrag zur Teilnahme an Google Editions zu unterzeichnen. Erhellende Einzelheiten enth&#228;lt das Interview insbesondere &#252;ber das Cloud-Modell. 
Im Gegensatz zu anderen eBook-Anbietern, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das B&#246;rsenblatt hat zwischen den Jahren ein lesenswertes <a href="http://www.boersenblatt.net/351268/" target="_blank">Interview</a> mit der Google Book Search-Managerin Annabella Weisl gef&#252;hrt. Darin k&#252;ndigt Weisl an, dass es in K&#252;rze auch deutschen Verlagen m&#246;glich sein wird, einen Vertrag zur Teilnahme an Google Editions zu unterzeichnen. Erhellende Einzelheiten enth&#228;lt das Interview insbesondere &#252;ber das Cloud-Modell. <span id="more-665"></span></p>
<p>Im Gegensatz zu anderen eBook-Anbietern, wie etwa libreka, sollen in Google Editions <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/12/google-editions-erste-offizielle-informationen/" target="_blank">wie berichtet</a> nicht Buchdateien zum Download, sondern lediglich die M&#246;glichkeit zum Zugriff auf die jeweilige Buchdatei auf Googles Servern verkauft werden. Im Google-Editions <a href="https://books.google.com/partner/online-ge-terms" target="_blank">Vertrag</a> (englischsprachige Version) ist allerdings dennoch auch von &#8220;Download of Purchased Content&#8221; die Rede. Dies f&#252;hrte zu einiger Verwirrung, ob Google-Editions ein &#8216;reines&#8217; Cloud-Angebot ist oder doch einen Filedownload erm&#246;glicht.</p>
<p>Weisl spricht nun davon, dass dem &#8216;K&#228;ufer&#8217; neben dem Cloud-Zugriff auch ein pdf-Dokument als &#8216;Sicherheitskopie&#8221; zur Verf&#252;gung gestellt werden soll:</p>
<blockquote><p>&#8220;Der Nutzer bekommt ein PDF des Buches als Sicherheitskopie, falls der Verlag m&#246;chte, DRM-gesch&#252;tzt. Die Sicherheitskopie kann der K&#228;ufer lokal auf seinem Rechner speichern.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Download bezieht sich demnach auf diese Backup-Kopie im pdf-Format. Der Cloud-Zugriff soll den Download also nicht komplett ersetzen. Google will den K&#228;ufern glichzeitig die Sicherheit eines &#8216;besitzbaren&#8217; (wenn auch je nach Verlagswunsch DRM-gesch&#252;tzten) eBook-Dokuments bieten und mit den spezifischen Vorteilen des Cloud-Ansatzes &#252;berzeugen: Formatunabh&#228;ngiger Zugriff zu jeder Zeit von einem beliebigen Endger&#228;t aus. Der Vorteil, der sich f&#252;r Google aus dem Cloud-Gedanken ergibt, d&#252;rfte vor allem in der engeren Bindung an den Kunden bestehen, der auch w&#228;hrend des Lesens auf Google angewiesen bleibt.</p>
<p>Auch &#252;ber die Buchpreisbindung (die Google Editions respektieren will) und die Einbindung von H&#228;ndlern in das Vertriebsmodell spricht Weisl in dem zur G&#228;nze lesenswerten <a href="http://www.boersenblatt.net/351268/" target="_blank">Interview</a>.</p>
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		<item>
		<title>Google Editions: Erste offizielle Informationen</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/12/google-editions-erste-offizielle-informationen/</link>
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		<pubDate>Fri, 18 Dec 2009 15:25:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Bundling]]></category>
		<category><![CDATA[DRM]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Editions]]></category>
		<category><![CDATA[Pricing]]></category>

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		<description><![CDATA[Google hat die ersten detaillierten Informationen &#252;ber sein geplantes Programm Google Editions bereitgestellt. Mit Google Editions will der Internetkonzern vom kommenden Jahr an in Zusammenarbeit mit Verlagen digitale B&#252;cher zum Kauf anbieten.  In einem &#8220;Getting Started With Google Editions&#8221; betitelten Artikel auf den offiziellen Hilfeseiten zu Google Booksearch werden den kooperierenden Verlagen nun die Einstellm&#246;glichkeiten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Google hat die ersten detaillierten <a href="http://books.google.com/support/partner/bin/answer.py?answer=167975" target="_blank">Informationen</a> &#252;ber sein geplantes Programm Google Editions bereitgestellt. Mit Google Editions will der Internetkonzern vom kommenden Jahr an in Zusammenarbeit mit Verlagen digitale B&#252;cher zum Kauf anbieten.  In einem &#8220;<a href="http://books.google.com/support/partner/bin/answer.py?answer=167975" target="_blank">Getting Started With Google Editions</a>&#8221; betitelten Artikel auf den offiziellen Hilfeseiten zu Google Booksearch werden den kooperierenden Verlagen nun die Einstellm&#246;glichkeiten vorgestellt, mit denen sie festlegen k&#246;nnen, welche Titel sie zu welchen Konditionen als &#8216;Google Edition&#8217; anbieten m&#246;chten.<span id="more-642"></span></p>
<p>Im Juli dieses Jahres hatte Google das Projekt <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/googles_vision_for_the_future_of_google_books_eboo.php" target="_blank">skizziert</a>, auf der Tools of Change-Konferenz im Frankfurt im Oktober dann etwas genauer <a href="../../2009/10/google-wird-buchhaendler/" target="_blank">ausgemalt</a>. Wie bei beiden Anl&#228;ssen beschrieben, sollen die Nutzer von Google Editions wie bei Google Booksearch die M&#246;glichkeit haben, ins angebotene Buch hinein zu schauen. Zus&#228;tzlich k&#246;nnen sie den Titel jedoch als digitales Buch erwerben. Dabei wird allerdings nicht ein Dokument gekauft, sondern lediglich ein Zugang zum digitalen Buch. Ein Download findet also nicht statt, das Buch bleibt &#8216;in the cloud&#8217; und wird lokal nur im Cache gespeichert. Google beschreibt dies wie folgt:</p>
<blockquote><p>&#8220;After purchase, the book will live in the consumer&#8217;s online bookshelf, available to be accessed and read on most devices with internet access and a web browser; as well as on supported partner devices (to be announced during our public launch).&#8221;</p></blockquote>
<p>Ohne Internetzugang und einen lauff&#228;higen Browser ist die Benutzung von Google Editions also nicht m&#246;glich. Angesichts der Tatsache, dass nicht alle auf dem Markt verf&#252;gbaren eReader diesen bieten oder nur &#8216;experimentelle&#8217; Browser besitzen, ist dies eine Information von einiger Tragweite. Hinsichtlich der Hardware macht neugierig, was Google in Klammern ank&#252;ndigt: Welche Ger&#228;te werden die &#8220;supported partner devices&#8221; sein? (Ich w&#252;rde einiges wetten, dass das Google Handy dazugeh&#246;ren wird. Auf Amazons Kindle w&#252;rde ich angesichts der Auseinandersetzung, die sich beide Konzerne bei der Diskussion &#252;ber das Book Settlement geleistet haben, dagegen nicht setzen).</p>
<p>Verlage und Rechteinhaber, die bereits am Partner Programm von Google Books teilnehmen, k&#246;nnen nun in ihrem Partner Program Account festlegen, ob sie ihre bei Google Books eingestellten B&#252;cher &#252;ber Google Editions verkaufen wollen. Dazu m&#252;ssen sie allerdings einem Vertragszusatz (&#8220;<a href="https://books.google.com/partner/online-ge-terms" target="_blank">Google Editions Addendum</a>&#8220;) zustimmen.</p>
<p>Auch die Konditionen, wie etwa die Preisgestaltung der &#252;ber Google Editions angebotenen B&#252;cher, k&#246;nnen dort eingestellt werden. Als Grundeinstellung schl&#228;gt Google einen Preis in H&#246;he von 80% der g&#252;nstigsten Printausgabe des betreffenden Titels vor. Abweichungen davon sind m&#246;glich. Preisen, die &#252;ber denen der gedruckten Ausgabe liegen, schiebt Google allerdings einen Riegel vor:</p>
<blockquote><p>&#8220;Unless you specify otherwise, the default price is set at 80% of the lowest list price of the print book upon which the Google Edition is based. [...] Please note that we do not allow partners to set a list price higher than 100% of the lowest print price.&#8221;</p></blockquote>
<p>Bez&#252;glich der Preisgestaltung &#252;bt Google schon in diesen ersten offiziellen Informationen einen sanften argumentatorischen Druck auf die kooperierenden Verlage aus: Man m&#246;ge doch bedenken, dass ein als &#8216;Google Edition&#8217; verkauftes Buch vom Endkunden als weniger werthaltig empfunden werden w&#252;rde als Printausgaben (&#8220;We encourage you to consider the perceived value of the Google Editions of your titles for users and set prices accordingly.&#8221;). Dieser Aufruf, die Preise vom Kunden her zu denken, ist angesichts der anhaltenden <a href="http://bewegliche-lettern.de/tag/pricing/" target="_blank">Debatten</a> &#252;ber die Preisgestaltung von Ebooks bestimmt nicht &#252;berfl&#252;ssig.</p>
<p>Google beh&#228;lt sich das Recht vor, die bei Google Editions angeboteten B&#252;cher ohne R&#252;cksprache mit den Kooperationspartnern zu rabattieren. Auch bei einem Preisnachlass werden die Kooperationspartner allerdings verg&#252;tet, als w&#228;re das Buch zum Listenpreis verkauft worden. Dar&#252;ber hinaus beh&#228;lt sich Google vor, selbst dar&#252;ber zu entscheiden, ob es die von den Kooperationspartnern zum Verkauf freigegebenen B&#252;cher tats&#228;chlich verkauft.</p>
<p>Interessant, und meiner Ansicht nach wegweisend, ist die M&#246;glichkeit, die &#8216;Google Edition&#8217; eines Titels mit einer Druckausgabe zu koppeln und beides im &#8220;B&#252;ndel&#8221; zu verkaufen. F&#252;r solche B&#252;ndelangebote k&#246;nnen die Partnerverlage abweichende Preise angeben:</p>
<blockquote><p>&#8220;Retailers may choose to sell your Google Editions book in a bundle with the print copy. This setting allows you to specify the percentage of the Google Editions list price that you would like to charge when the print and digital editions are sold together. For example, if you are selling a Google Edition for $15, you may decide that a customer making a print edition purchase from an online retailer will be willing to pay an additional $4.50 on top of the print edition purchase price to receive the digital edition as well. If so, you will want to enter &#8220;30%&#8221; into this field.&#8221;</p></blockquote>
<p>Google stellt den kooperierenden Verlagen frei, ob sie die auf Google Editions eingestellen B&#252;cher mit einen Digitalen Rechtemanagement (DRM) sch&#252;tzen wollen oder nicht. Google Editions plane, das DRM-System ACS4 von Adobe zu unterst&#252;tzen. Auch der Umfang, in dem die Endkunden in den als Google Edition gekauften B&#252;chern mit Copy &amp; Paste arbeiten oder das Buch ausdrucken k&#246;nnen, kann von den Partnerverlagen festgelegt werden.</p>
<p>(via <a href="http://www.mobileread.com/forums/showthread.php?t=66004&amp;utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+mr%2Ffront+%28MobileRead+Frontpage%29" target="_blank">mobileread</a>)</p>
]]></content:encoded>
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		<title>BnF vs. DDB &#8211; 150 : 5</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/12/bnf-vs-ddb-150-5/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Dec 2009 23:43:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Bibliotheken]]></category>
		<category><![CDATA[Bibliothèque nationale de France]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Digitale Bibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Europeana]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit rhetorischem Pomp hat die Bundesregierung Anfang Dezember die Einrichtung der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) angek&#252;ndigt. Aus dem Konjunkturprogramm II l&#228;sst die Regierung daf&#252;r ab 2011 eine Anschubfinanzierung von €5 Mio springen, danach sollen Bund und L&#228;nder j&#228;hrlich 2,6 Mio aufbringen. Jetzt legt Frankreich Zahlen f&#252;r seine Digitalisierungsoffensive vor: Wie &#8220;The Bookseller&#8221; berichtet, sollen €750 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit rhetorischem Pomp hat die Bundesregierung Anfang Dezember die Einrichtung der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/12/nachgerechnet-das-jahrhundertprojekt-deutsche-digitale-bibliothek/" target="_blank">angek&#252;ndigt</a>. Aus dem Konjunkturprogramm II l&#228;sst die Regierung daf&#252;r ab 2011 eine Anschubfinanzierung von €5 Mio springen, danach sollen Bund und L&#228;nder j&#228;hrlich 2,6 Mio aufbringen. Jetzt legt Frankreich Zahlen f&#252;r seine Digitalisierungsoffensive vor: Wie &#8220;The Bookseller&#8221; <a href="http://www.thebookseller.com/news/106725-france-to-spend-150m-on-library-digitisation-project.html.rss" target="_blank">berichtet</a>, sollen €750 Mio f&#252;r die Digitalisierung von Kulturgut zur Verf&#252;gung gestellt werden, davon allein €150 Mio f&#252;r die Bibliothèque nationale de France (BnF). Wie die deutsche soll auch die franz&#246;sische Digitalisierungsoffensive  zur gemeinsamen europ&#228;ischen Digitalbibliothek <a href="http://www.europeana.eu/portal/aboutus.html" target="_blank">Europeana</a> beitragen.<span id="more-617"></span></p>
<p>Im direkten Vergleich ist die Summe, die die deutsche Regierung bereitstellen will, verschwindend klein. Aber der direkte Vergleich ist zugegebenerma&#223;en nicht ganz fair. Denn die f&#252;r die DDB genannte Investitionssumme soll im Unterschied zur franz&#246;sischen Investition gar nicht der Digitalisierung dienen, sondern der Einrichtung und dem Betrieb der zentralen Infrastruktur, die die digitalen Ressourcen von 30.000 &#246;ffentlichen Einrichtungen vernetzen soll.</p>
<p>Womit die Digitalisierung dieser digitalen Ressourcen in der deutschen Initiative  finanziert werden soll, bleibt bisher recht wolkig. Im wesentlichen scheint die Bundesregierung hierf&#252;r wie bisher die einzelnen Institutionen, die die DDB vernetzen soll, in der Pflicht zu sehen. &#220;berdies soll die Zusammenarbeit mit privaten Geldgebern m&#246;glich sein. Etwa mit Google, wie das &#8220;B&#246;rsenblatt<em>&#8221; </em>recht plausibel <a href="http://www.boersenblatt.net/350168/" target="_blank">vermutet</a>. Die einschl&#228;gige Passage in den offiziellen <a href="http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/BeauftragterfuerKulturundMedien/Medienpolitik/DeutscheDigitaleBibliothek/deutsche-digitale-bibliothek.html" target="_blank">Informationen</a> zur DDB lautet wie folgt:</p>
<blockquote><p><span>&#8220;F&#252;r die Digitalisierung von Kulturgut / wissenschaftlicher Information, die bisher weitgehend &#252;ber die Etats der Kultur- / Wissenschaftseinrichtungen und die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert werden, sollen k&#252;nftig auch private Geldgeber gewonnen werden.&#8221;</span></p></blockquote>
<p><span>Ehe dazu nicht genauere Informationen vorliegen, muss man fairerweise also die franz&#246;sischen €150 Mio eher deutschen €0 gegen&#252;berstellen.  &#8211; Zumal auch die franz&#246;sischen Bibliotheken bei der Digitalisierung auf eine <a href="http://www.thebookseller.com/news/106049-france-set-on-massive-book-digitisation-project.html.rss" target="_blank">Zusammenarbeit</a> mit Google setzen. </span></p>
<p><span>Auch wenn man au&#223;er Acht l&#228;sst, dass eine konsequente &#220;berf&#252;hrung von  Kulturgut von der Papier- in die digitale Welt kaum ohne <a href="http://www.theeuropean.de/rohde-thomas/digitalisierung-und-das-urheberrecht" target="_blank">Ver&#228;nderungen</a> des Urheberrechts zu machen w&#228;re: Selbst was urheberrechtsfreie und daher ohne gro&#223;en Verwaltungsaufwand digitalisierbare Werke angeht,  ist die bisherige Bilanz eindeutig, wie ein paar unrepr&#228;sentative Suchen in der Europeana belegen:<br />
</span></p>
<ul>
<li><span> <a href="http://www.europeana.eu/portal/brief-doc.html?query=joris-karl%20huysmans&amp;qf=TYPE:TEXT&amp;tab=text&amp;view=table" target="_blank">Joris-Karl Huysmans</a></span></li>
<li><a href="http://www.europeana.eu/portal/brief-doc.html?query=%22Anatole%20France%22&amp;qf=TYPE:TEXT&amp;tab=text&amp;view=table" target="_blank"><span>Anatole France</span></a></li>
<li><span><a href="http://www.europeana.eu/portal/brief-doc.html?query=Heinrich%20Heine&amp;qf=TYPE:TEXT&amp;tab=text&amp;view=table" target="_blank">Heinrich Heine</a><br />
</span></li>
<li><a href="http://www.europeana.eu/portal/brief-doc.html?query=franz%20kafka&amp;qf=TYPE:TEXT&amp;tab=text&amp;view=table" target="_blank"><span>Franz Kafka</span></a></li>
<li><a href="http://europeana.eu/portal/brief-doc.html?query=Kurt%20Tucholsky&amp;qf=TYPE:TEXT&amp;tab=text&amp;view=table" target="_blank"><span>Kurt Tucholsky</span></a></li>
<li><span><a href="http://europeana.eu/portal/brief-doc.html?query=%22Carl%20von%20Ossietzky%22&amp;qf=TYPE:TEXT&amp;tab=text&amp;view=table" target="_blank">Carl von Ossietzky</a><br />
</span></li>
</ul>
<p><span>Reiche Beute bei franz&#246;sischen Autoren, Fehlanzeige bei deutschsprachigen: </span><span>Die BnF hat mit ihrem </span><span>gro&#223;artigen, </span><span>seit 1997 laufenden <a href="http://gallica.bnf.fr/" target="_blank">Gallica</a>-Projekt schon jetzt sehr viel mehr zur Europeana beigesteuert als die deutschen Bibliotheken. Zu erwarten ist, dass sie diesen Vorsprung ausbauen wird. F&#252;r alle, denen Literatur am Herz liegt, ist die franz&#246;sische Investition sehr erfreulich. Ein Engagement von deutscher Seite, das wenigstens in der gleichen Liga spielt, w&#228;re ebenso erfreulich.<br />
</span></p>
<p>Aber wie gesagt, der Vergleich ist nicht ganz fair. Und ausserdem war das Spielfeld uneben. Allez les bleus.</p>
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		<title>Verlage verz&#246;gern Ebooks, verzichten auf Kunden</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/12/verlage-verzoegern-ebooks-verzichten-auf-kunden/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Dec 2009 06:59:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[Pricing]]></category>
		<category><![CDATA[Timing]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach Simon &#38; Schuster und Hachette hat mit Harper Collins eine dritte Verlagsgruppe angek&#252;ndigt, Ebook-Ausgaben erst mit einigen Monaten Verz&#246;gerung nach der Hardcover-Ausgabe auf den Markt zu bringen. Ziel dieser Strategie ist, die hohen Preise f&#252;r Hardcover-Ausgaben (im Schnitt $27) vor der Konkurrenz durch die von Amazon f&#252;r $9,99 angebotenen digitalen Ausgaben zu sch&#252;tzen. Den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach Simon &amp; Schuster und Hachette hat mit Harper Collins eine dritte Verlagsgruppe <a href="http://www.engadget.com/2009/12/11/harpercollins-now-also-thumbing-nose-at-e-book-industry-with-dig/" target="_blank">angek&#252;ndigt</a>, Ebook-Ausgaben erst mit einigen Monaten Verz&#246;gerung nach der Hardcover-Ausgabe auf den Markt zu bringen. Ziel dieser Strategie ist, die hohen Preise f&#252;r Hardcover-Ausgaben (im <a href="http://www.boersenblatt.net/350134/" target="_blank">Schnitt</a> $27) vor der Konkurrenz durch die von Amazon f&#252;r $9,99 angebotenen digitalen Ausgaben zu sch&#252;tzen. Den Erwartungen der Leser schl&#228;gt das ins Gesicht. Keine gute Idee auf einem Markt, in dem die Verbraucher zusehends st&#228;rker werden.<span id="more-603"></span></p>
<p>Carolyn Reidy von Simon &amp; Schuster <a href="http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704825504574584372263227740.html?mod=googlenews_wsj" target="_blank">r&#228;umte</a> dem Wall Street Journal gegen&#252;ber ein, dass die Verz&#246;gerungstaktik bei den Verbrauchern vermutlich auf wenig Gegenliebe sto&#223;en wird. Aber man m&#252;sse jetzt handeln, um schlechte Gewohnheiten gar nicht erst einrei&#223;en zu lassen:</p>
<blockquote><p>&#8220;We believe some people will be disappointed. But with new [electronic] readers coming and sales booming, we need to do this now, before the installed base of e-book reading devices gets to a size where doing it would be impossible.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wer die Erwartungen seiner Kunden nicht erf&#252;llen, sondern sie ihnen abgew&#246;hnen will, muss sich nicht wundern, wenn sich diese nach Alternativen umsehen. Etwa indem sie ganz auf die Lekt&#252;re der verz&#246;gerten Titel verzichten oder sich auf andere Weise Zugang zu dem verschaffen, was ihnen willk&#252;rlich vorenthalten wird. <a href="http://ebooktest.wordpress.com/2009/12/09/how-book-publishing-will-lose-ebooks-vs-smart-digital-books/ " target="_blank">Mike Cane</a> verdeutlicht, dass die digitale Verweigerungshaltung schon in der Vergangenheit nach hinten losgegangen ist:</p>
<blockquote><p>&#8220;Let’s see … not a single Harry Potter book has been released in electronic format. Yet is every Harry Potter book available in every electronic format? Yes.  All you’re doing with this delay is saying: &#8216;Hey, kids! Rev up your scanners and bleed our writers to death!&#8217;&#8221;</p></blockquote>
<p>In einem differenzierten Beitrag verdeutlicht <a href="http://bookseller-association.blogspot.com/2009/12/so-whats-wrong-with-999.html" target="_blank">Martyn Daniels</a>, dass die Verlage noch nicht begriffen haben, dass ihre Position gegen&#252;ber den Verbrauchern durch den Medienwandel geschw&#228;cht ist:</p>
<blockquote><p>&#8220;The reality is that the power in the digital channel is clearly shifting away from the publisher and moving upstream to the author and downstream to the consumer.&#8221;</p></blockquote>
<p>Daniels erinnert zurecht daran, wie die Musikindustrie mit dem Aufkommen der CD &#252;berh&#246;hte Preise durchgesetzt hat. Und damit den Boden f&#252;r das P2P-Sharing legte, in dem die Verbraucher einander gegenseitig mit dem digitalen Gut versorgten und die Verwerterindustrien ausblendeten.</p>
<p>Weil die digitale Ware keinen Unterschied zwischen Original und Kopie kennt, ver&#228;ndert sich auch das Machtgef&#252;ge zwischen Verwerterindustrie und Verbrauchern: Denn die Verwerterindustrien k&#246;nnen nicht mehr von der Knappheit ihres Gutes profitieren. Was digital ist, kann nicht knapp sein: Es ist virtuell immer unendlich oft in gleicher Qualit&#228;t vorhanden. Wer sich da als Gatekeeper aufspielt, wirkt ein bisschen anachronistisch.</p>
<p>Wenn sich die Verwerterindustrien also nicht abschaffen wollen, sollten sie die Verbraucher als Verb&#252;ndete sehen. Wer verkaufen will, muss freundlich sein. Die Piraterie im Film- und Musikgesch&#228;ft verdankt sich nicht zuletzt auch dem schlechten Ruf, den sich diese Branchen &#252;ber Jahre erarbeitet haben.</p>
<p>Wie aber ist das Preisproblem zu l&#246;sen? Man wird den Verbrauchern nicht verst&#228;ndlich machen k&#246;nnen, dass eine digitale Ausgabe auch nur ann&#228;hernd so viel kosten soll wie ein gedrucktes Buch: Nicht nur, weil der Herstellungs-, Lagerungs- und Verteilungsaufwand so sichtbar geringer ist als bei einem physischen Produkt. Sondern auch, weil der Verbraucher weniger bekommt: Nichts was er antiquarisch weiterverkaufen k&#246;nnte, nichts was er ausleihen k&#246;nnte, nichts was er ohne erhebliche Vorab-Investition in die Hardware nutzen k&#246;nnte.</p>
<p>Wenn sich Ebooks f&#252;r $9,99 tats&#228;chlich nicht rechnen, m&#252;ssen die Verlage eben Ebooks anbieten, die einen h&#246;heren Preis rechtfertigen. Etwa, indem sie die M&#246;glichkeiten ihres digitalen Mediums ausnutzen und dadurch &#8211; sei&#8217;s multimedial, sei&#8217;s interaktiv &#8211; Mehrwert herstellen, der den Verbrauchern einleuchtet. In Martyn Daniels Worten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Assuming ebooks sold cheap are going to kill off more expensive physical renditions isn’t a reason not to release them, but a reason to make them different.&#8221;</p></blockquote>
<p>Eine andere M&#246;glichkeit w&#228;re, dass sich die Verlage zus&#228;tzlich zum Verkauf ihrer Produkte Einnahmen verschaffen. &#8211; Etwa durch Veranstaltungen oder durch das Einwerben von Sponsoring. Andere Kultureinrichtungen, etwa Museen, Orchester und Theater, haben ja gut funktionierende und finanzstarke &#8216;Freundeskreise&#8217;. Warum nicht auch Verlage? Auch dazu m&#252;ssen sie zu ihren Lesern allerdings freundlich sein.</p>
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		<title>Letzte Weisheiten &#252;ber das Internet</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Dec 2009 21:42:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Clay Shirky]]></category>
		<category><![CDATA[Kevin Kelly]]></category>

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		<description><![CDATA[Was die Cyber-Weisen wirklich &#252;ber das Internet denken, enth&#252;llt nun ein Video.  Kevin Kelly, der selbst in Wort und Bild vorkommt, fasst es so zusammen: &#8220;A perfectly silly mashup of pundits like me pontificating about the web. [...]  In the mashup I observe that &#8216;the web is large. It is so much bigger than a [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was die Cyber-Weisen wirklich &#252;ber das Internet denken, enth&#252;llt nun ein Video.  Kevin Kelly, der selbst in Wort und Bild vorkommt, <a href="http://www.kk.org/thetechnium/archives/2009/12/the_web_is_larg.php?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+thetechnium+%28The+Technium%29" target="_blank">fasst</a> es so zusammen: &#8220;A perfectly silly mashup of pundits like me pontificating about the web. [...]  In the mashup I observe that &#8216;the web is large. It is so much bigger than a balloon&#8217; which I have to say is very profound.&#8221; <span id="more-594"></span></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/2gGopKNPqVk&amp;feature" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/2gGopKNPqVk&amp;feature"></embed></object></p>
<p>Tats&#228;chlich.</p>
<p>Die Original-Interviews, die f&#252;r dieses Video zusammengeschnipselt wurden, finden sich &#252;brigens <a href="http://www.bbc.co.uk/digitalrevolution/rushes.shtml" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>(via <a href="http://www.kk.org/thetechnium/archives/2009/12/the_web_is_larg.php?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+thetechnium+%28The+Technium%29" target="_blank">kk.org</a>)</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Nachgerechnet: Das &#8220;Jahrhundertprojekt&#8221; Deutsche Digitale Bibliothek</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/12/nachgerechnet-das-jahrhundertprojekt-deutsche-digitale-bibliothek/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 00:05:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Bernd Neumann]]></category>
		<category><![CDATA[Bibliotheken]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Digitale Bibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Google Book Settlement]]></category>

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		<description><![CDATA[Als &#8220;Jahrhundertprojekt&#8221; hat der Staatsminister f&#252;r Kultur und Medien Bernd Neumann die vor wenigen Tagen avisierte &#8220;Deutsche Digitale Bibliothek&#8221; (DDB) bezeichnet. Wer nachrechnet, stellt fest: Der Mann hat Recht. Schade, dass wir in hundert Jahren nicht mehr leben werden, um die DDB in Vollendung zu sehen. 
Die Proteste von B&#246;rsenverein, Justizministerium und Kanzlerin gegen das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als &#8220;<a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1272/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2009/12/2009-12-02-bkm-deutsche-digitale-bibliothek.html">Jahrhundertprojekt</a>&#8221; hat der Staatsminister f&#252;r Kultur und Medien Bernd Neumann die vor wenigen Tagen avisierte &#8220;<a href="http://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/index.htm">Deutsche Digitale Bibliothek</a>&#8221; (DDB) bezeichnet. Wer nachrechnet, stellt fest: Der Mann hat Recht. Schade, dass wir in hundert Jahren nicht mehr leben werden, um die DDB in Vollendung zu sehen. <span id="more-586"></span></p>
<p>Die Proteste von <a href="http://www.golem.de/0909/69496.html">B&#246;rsenverein</a>, <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundesregierung-lehnt-google-vergleich-ab;2451876">Justizministerium</a> und <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,654455,00.html">Kanzlerin</a> gegen das Google Book Settlement sind erh&#246;rt worden. In seiner &#252;berarbeiteten Version sieht der Einigungsvertrag zwischen US-amerikanischen Verleger- und Autorenverb&#228;nden auf der einen und Google auf der anderen Seite vor, dass nur noch B&#252;cher, die in den USA urheberrechtlich registriert oder in Kanada, Australien oder Gro&#223;britannien erschienen sind, in Googles digitale Bibliothek aufgenommen werden d&#252;rfen. Deutschsprachige B&#252;cher bleiben also im gro&#223;en und ganzen au&#223;en vor. Dem bestehenden Urheberrecht ist Gen&#252;ge getan, und man darf hierzulande noch ein wenig im 20. Jahrhundert leben: Wer lesen will, m&#246;ge sich in den Lesesaal bequemen, wer Texte suchen will, m&#246;ge den OPAC-Terminal benutzen, und wer Texte durchsuchen will, m&#246;ge, nun ja, Seiten umbl&#228;ttern.</p>
<p>Doch die nun annoncierte &#246;ffentliche Digitaloffensive DDB weckt die Hoffnung, dass das Wissen des Papierzeitalters doch noch f&#252;r unsere digitale Gegenwart und Zukunft zug&#228;nglich wird. Die Regierung will sich nicht l&#228;nger von einem Internetkonzern vormachen lassen, wie&#8217;s geht. Von Mitte 2011 an wird nun selbst digitalisiert: Die DDB <a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1272/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2009/12/2009-12-02-bkm-deutsche-digitale-bibliothek.html">soll</a> &#252;ber ein zentrales Portal die Best&#228;nde von &#252;ber 30.000 &#246;ffentlichen Einrichtungen online verf&#252;gbar machen. Damit will die Bundesregierung ihren Teil zum EU-Bibliotheksprojekt <a href="http://www.europeana.eu/portal/">Europeana</a> leisten. In vielleicht gar nicht allzu ferner Zukunft wird man dort also vielleicht sogar Texte von so entlegenen Autoren wie <a href="http://europeana.eu/portal/brief-doc.html?query=Franz%20kafka&amp;qf=TYPE:TEXT&amp;tab=text&amp;view=table">Franz Kafka</a> finden.</p>
<p>Eine weitere Nachricht, mit der der BKM erfreut, ist, dass die DDB im Gegensatz zum privatwirtschaftlichen US-Vorbild die Autoren und Verleger der zu digitalisierenden Werke konsultieren will, bevor digitalisiert wird. Die bemerkenswerte Effektivit&#228;t von Googles Buchprojekt – im Oktober dieses Jahres lag die Zahl der bei Google Books verf&#252;gbaren B&#252;cher Sergey Brin <a href="http://www.nytimes.com/2009/10/09/opinion/09brin.html?_r=1">zufolge</a> bereits bei 10 Millionen – liegt zum Teil auch daran, dass Google sich den &#228;u&#223;erst zeit- und kostenintensiven Arbeitsschritt der Suche nach und Abstimmung mit den Rechteinhabern spart. Die &#246;ffentliche Hand kann sich einen so gro&#223;z&#252;gigen Umgang mit urheberrechtlichen Bestimmungen nat&#252;rlich nicht erlauben. &#8220;Im Unterschied zu Google werden bei der DDB die Rechte-Inhaber zuerst gefragt und dann wird gehandelt – dokumentiert und jederzeit nachvollziehbar&#8221;, betont Neumann.</p>
<p>Google &#228;u&#223;ert sich nicht konkret &#252;ber den Umfang seines Investments in das Projekt, dem die DDB Konkurrenz machen will. <a href="http://news.cnet.com/8301-30684_3-10321371-265.html">Sch&#228;tzungen</a> gehen aber davon aus, dass der Internetkonzern bislang allein f&#252;r das Einscannen um die $300 Millionen in das Projekt gesteckt haben muss. &#8220;Niemand au&#223;er Google ist reich genug, um in diesem massiven Umfang in Digitalisierung zu investieren&#8221;, hat der Direktor der Universit&#228;tsbibliothek von Harvard, Robert Darnton, mit Bedauern <a href="http://www.nybooks.com/articles/22281">festgestellt</a>. Obwohl der Aufwand, den die DDB betreiben will, also sehr viel gr&#246;&#223;er ist, ist ihre Investitionssumme sehr viel &#252;berschaubarer: F&#252;r die zentrale Infrastruktur sollen <a href="http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/BeauftragterfuerKulturundMedien/Medienpolitik/DeutscheDigitaleBibliothek/deutsche-digitale-bibliothek.html">Regierungsangaben</a> zufolge nach einer Anschubfinanzierung in H&#246;he von 5 Mio. Euro jedes Jahr insgesamt 2,6 Mio. Euro zur Verf&#252;gung gestellt werden. Weitere Mittel zur Digitalisierung will man auch von &#8220;privaten Geldgebern&#8221; einwerben.</p>
<p>Die genannten Summen sind nachgerade anr&#252;hrend klein. Der Bundeskulturminister will die digitale Universalbibliothek am Pappenstiel. Gemessen an Googles Investition k&#246;nnte es also durchaus sein, dass – wie Neumann r&#252;hmt – ein &#8220;Jahrhundertprojekt&#8221; aus der DDB wird: In 100 Jahren w&#228;re man in etwa in der Gr&#246;&#223;enordnung dessen, was Google bisher investiert hat. Dabei d&#252;rfte ein L&#246;wenanteil dieser Summe allein f&#252;r die anfallenden Recherche- und Verwaltungsarbeiten bei der Suche nach den Rechteinhabern draufgehen. Die Anzahl zug&#228;nglich gemachter Werke m&#252;sste dementsprechend weit hinter dem zur&#252;ckbleiben, was Google bisher bereits erm&#246;glicht hat.</p>
<p>So l&#246;blich der Ansatz der Bundesregierung ist, das &#8220;kulturelle Erbe in &#246;ffentlicher Verantwortung&#8221; zu behalten, w&#228;re nachzurechnen, ob dem Allgemeinwohl nicht besser durch eine Urheberrechtsreform gedient w&#228;re, die etwa festlegt, dass vergriffene Werke von &#246;ffentlichen Bibliotheken auch online verf&#252;gbar oder zumindest durchsuchbar gemacht werden d&#252;rfen – bei entsprechender Entsch&#228;digung f&#252;r die Rechteinhaber &#252;ber die Verwertungsgesellschaften.</p>
<p>W&#252;nscht man sich eine &#246;ffentliche Bibliothek im Netz, so ist der Staat eben nicht nur als Investor gefragt. Vor allem w&#228;re eine &#220;berarbeitung des Urheberrechts vonn&#246;ten, die das Ziel des &#246;ffentlichen Bibliothekssystems, die Zug&#228;nglichmachung und Bewahrung von Wissen, nicht dort begrenzt, wo die analogen M&#246;glichkeiten bisher praktische Grenzen gezogen haben. Eine &#246;ffentliche digitale Bibliothek muss auf rechtlichen Grundlagen beruhen, mit denen sie ihre Aufgaben gegen&#252;ber der Allgemeinheit auch im Netz erf&#252;llen kann. Wenn die Berliner Politologin und Netzforscherin Jeanette Hofmann ein &#8220;Googlegesetz&#8221; <a href="http://www.golem.de/0911/71233.html">fordert</a>, kann man ihr deshalb nur zustimmen.</p>
<p>Einstweilen bleibt aber noch etwas Bedenkzeit: Der Bund nimmt noch anderthalb J&#228;hrchen Anlauf, bevor er zum &#8220;Quantensprung in der Welt der digitalen Information&#8221; (Neumann) ansetzt: Erst ab 2011 soll die DDB in den &#8220;<a href="http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/BeauftragterfuerKulturundMedien/Medienpolitik/DeutscheDigitaleBibliothek/deutsche-digitale-bibliothek.html">Pilotbetrieb</a>&#8221; gehen. Nach anderen Angaben aus derselben amtlichen Quelle soll im gleichen Jahr gar der &#8220;<a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1272/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2009/12/2009-12-02-bkm-deutsche-digitale-bibliothek.html">Dauerbetrieb</a>&#8221; starten. Der Pilotbetrieb als Dauerbetrieb: Soviel Beta-Mentalit&#228;t h&#228;tte den Beh&#246;rden wohl bisher niemand zugetraut.</p>
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		<title>Lesenswert &#8211; 26.11.09</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 00:03:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute: B&#252;cherboykott, Independent-Pflege, Piraterieanreize und Zielgruppenorientierung. 

Michael Wolff geht auf die Barrikaden gegen eine Verlagspolitik, der der schnelle Gewinn durch Promifaktor wichtiger ist als die literarische Qualit&#228;t: &#8220;Literate people should boycott books.&#8221;
Stefan Weidle, Vorstandsmitglied der Kurt-Wolff-Stiftung, fordert staatliche F&#246;rderung f&#252;r Buchh&#228;ndler, die B&#252;cher von Independent-Verlegern im Regal haben.
DRM schadet mehr, als es rettet. Mike Masnick [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute: B&#252;cherboykott, Independent-Pflege, Piraterieanreize und Zielgruppenorientierung. <span id="more-580"></span></p>
<ul>
<li>Michael Wolff geht auf die <a href="http://www.newser.com/off-the-grid/post/340/books-are-bad-for-you.html" target="_blank">Barrikaden</a> gegen eine Verlagspolitik, der der schnelle Gewinn durch Promifaktor wichtiger ist als die literarische Qualit&#228;t: &#8220;Literate people should boycott books.&#8221;</li>
<li>Stefan Weidle, Vorstandsmitglied der Kurt-Wolff-Stiftung, <a href="http://www.boersenblatt.net/348635/" target="_blank">fordert</a> staatliche F&#246;rderung f&#252;r Buchh&#228;ndler, die B&#252;cher von Independent-Verlegern im Regal haben.</li>
<li>DRM schadet mehr, als es rettet. Mike Masnick bringt es noch einmal auf den <a href="http://techdirt.com/articles/20091124/0256097067.shtml" target="_blank">Punkt</a>: &#8220;The real problem isn&#8217;t &#8216;piracy&#8217; but the industry&#8217;s response to it.&#8221;</li>
<li>Der B&#246;rsenverein <a href="http://www.boersenblatt.net/348675/" target="_blank">verschickt</a> nun zweimal im Jahr einen &#8220;Politikbrief&#8221;, mit dem er &#8220;Entscheider in der Politik, den Medien und der Wirtschaft&#8221; zu &#8220;Kulturdiebstahl im Internet&#8221;, Book Settlement, Preisbindung usw. einnorden will. Im praktischen pdf-Format eignet er sich trefflich zum <a href="http://j.mp/612AH7" target="_blank">Ausdrucken</a>. Das ist Zielgruppenorientierung.</li>
</ul>
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		<title>Lesenswert &#8211; 19.11.09</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 00:01:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute: Amazon l&#228;sst twittern, Das Buch der Zukunft, seine Preisgestaltung, und &#8211; endlich &#8211; Optimismus. 

Amazon l&#228;sst twittern: &#220;ber &#8211; nicht erkennbare &#8211; affiliate links k&#246;nnen Twitter-Nutzer an Amazons Affiliate Program teilnehmen und mit ihren links Geld verdienen.
Alexander Braun zieht eine Zwischenbilanz nach zwei Jahren Kindle: Das Buch der Zukunft ist das &#8220;E-Book [als] Ausgangspunkt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute: Amazon l&#228;sst twittern, Das Buch der Zukunft, seine Preisgestaltung, und &#8211; endlich &#8211; Optimismus. <span id="more-575"></span></p>
<ul>
<li>Amazon l&#228;sst <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/amazon_turns_twitter_into_a_marketplace.php?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+readwriteweb+%28ReadWriteWeb%29" target="_blank">twittern</a>: &#220;ber &#8211; nicht erkennbare &#8211; affiliate links k&#246;nnen Twitter-Nutzer an Amazons Affiliate Program teilnehmen und mit ihren links Geld verdienen.</li>
<li>Alexander Braun zieht eine <a href="http://www.buchreport.de/buchreportblog/buchreportblog/datum/2009/11/19/alexander-braun-das-buch-der-zukunft.htm" target="_blank">Zwischenbilanz</a> nach zwei Jahren Kindle: Das Buch der Zukunft ist das &#8220;E-Book [als] Ausgangspunkt f&#252;r den Verkauf von Services und Zusatzleistungen.&#8221;</li>
<li>Das B&#246;rsenblatt hat ein <a href="http://www.boersenblatt.net/347841/" target="_blank">paar</a> <a href="http://www.boersenblatt.net/347947/" target="_blank">Meinungen</a> &#252;blicher Verd&#228;chtiger zur Preisgestaltung von eBooks eingeholt.</li>
<li>Und Lucy Knisley verbreitet <a href="http://lucylou.livejournal.com/578698.html" target="_blank">Optimismus</a>.</li>
</ul>
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		<title>Felicitas Hoppe: Verlage sollten Autoren Digitalwelt erkl&#228;ren</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 10:48:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Felicitas Hoppe]]></category>

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		<description><![CDATA[Verlage sollten ihren Autoren die neuen Herausforderungen und Chancen der digitalen Welt erkl&#228;ren, fordert die Schriftstellerin Felicitas Hoppe. Insbesondere bei der Diskussion &#252;ber den Heidelberger Appell habe sie sich schlecht informiert gef&#252;hlt und von ihrem Verlag Aufkl&#228;rung erhofft, sagte die Schriftstellerin am Montag auf einer Podiumsdiskussion im Literaturhaus Berlin aus Anlass des Erscheinens von Detlef [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Verlage sollten ihren Autoren die neuen Herausforderungen und Chancen der digitalen Welt erkl&#228;ren, fordert die <a href="http://www.literaturport.de/index.php?id=26&amp;no_cache=1&amp;user_autorenlexikonfrontend_pi1[al_aid]=319&amp;user_autorenlexikonfrontend_pi1[al_opt]=2" target="_blank">Schriftstellerin</a> Felicitas Hoppe. Insbesondere bei der Diskussion &#252;ber den <a href="http://www.textkritik.de/urheberrecht/index.htm" target="_blank">Heidelberger Appell</a> habe sie sich schlecht informiert gef&#252;hlt und von ihrem Verlag Aufkl&#228;rung erhofft, sagte die Schriftstellerin am Montag auf einer <a href="http://www.berlinerbuchhandel.de/de/berlin_brandenburg/16._November_2009_Von_Autoren_Buechern_und_Piraten/345995" target="_blank">Podiumsdiskussion</a> im Literaturhaus Berlin aus Anlass des Erscheinens von Detlef Bluhms &#8220;<a href="http://www.detlefbluhm.de/webseite/buecher/autoren_short.php" target="_blank">Von Autoren, B&#252;chern und Piraten</a>&#8220;. <span id="more-568"></span></p>
<p>Tats&#228;chlich trifft Hoppe damit meines Erachtens einen wichtigen Punkt. W&#228;hrend sich die deutschsprachigen Publikumsverlage in der letzten Zeit verst&#228;rkt mit dem Digitalen auseinandersetzen und in den Feuilletons Diskussionen &#252;ber Urheberrecht und Google Settlement einen festen Platz eingenommen haben, h&#246;rt man dazu bisher nur bedauerlich wenige Wortmeldungen von literarischen Autoren. Der Verdacht liegt nahe, dass dies auf ein Informationsdefizit zur&#252;ckzuf&#252;hren ist – und vielleicht auch auf eine Unlust der Autoren, sich mit so verwickelten wie profanen Fragen der Verwertung ihrer Werke auseinanderzusetzen.</p>
<p>Die hochkomplexen Sach- und Debattenlagen (Stichwort: Book Settlement) erfordern tats&#228;chlich ein hohes Ma&#223; an Hingabe und kontinuierlicher Auseinandersetzung. Leisten kann das beinahe nur, wer daf&#252;r bezahlt wird. Neben den Experten aus den Interessenverb&#228;nden der Autoren sind daher auch die Experten in den Verlagen in der Pflicht, die Autoren zu informieren. Das w&#228;re aus Verlagssicht nicht nur sinnvoll, um das Vertrauen der Autoren in die Verlage zu f&#246;rdern. Gerade weil die &#246;ffentliche Debatte &#252;ber den digitalen Medienwandel &#252;ber weite Strecken ohne die Protagonisten des literarischen Betriebes stattfindet, w&#228;ren die Verlage gut beraten, wenn sie wenigstens intern die Diskussion mit ihren Autoren &#252;ber diese Dinge suchen w&#252;rden.</p>
<p>Dabei sollten die Verlage nicht nur dem Hinweis von Felicitas Hoppe folgen und ihren Autoren erkl&#228;ren, welche Strategien sie im Bereich des digitalen Publizierens verfolgen und was dies f&#252;r die Autoren selbst bedeutet. Mehr noch, die Verlage sollten mit ihren Autoren offene Diskussionen &#252;ber ihre digitalen Pl&#228;ne f&#252;hren und auf ihre Sorgen und W&#252;nsche R&#252;cksicht nehmen. Schon alleine damit sie nicht am Ende feststellen m&#252;ssen, dass sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht haben. Denn wenn sie die Aufkl&#228;rungsarbeit &#252;ber den Medienwandel anderen &#252;berlassen, k&#246;nnte sich herausstellen, dass die Autoren einseitig – und nicht unbedingt zu ihrem Vorteil – informiert wurden. Nach wie vor verbl&#252;ffend ist ja die Anzahl derer, die ihren Namen unter den so undifferenzierten wie fundamentalistischen <a href="http://www.textkritik.de/urheberrecht/index.htm" target="_blank">Heidelberger Appell</a> gesetzt haben.</p>
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