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	<title>bewegliche lettern&#187; Urheberrecht Archiv  &#8211; bewegliche lettern</title>
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	<description>medienwandel in gutenbergs welt</description>
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		<title>Neue Front gegen Google Books: Fotografenverb&#228;nde reichen Klage ein</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2010/04/neue-front-gegen-google-books-fotografenverbaende-reichen-klage-ein/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 10:08:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
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		<description><![CDATA[Googles gro&#223;angelegtes Buchscan-Projekt Google Books sieht sich mit einer neuen Klage konfrontiert. Drei Jahre nach US-amerikanischen Verleger- und Autorenverb&#228;nden hat nun, wie Mashable berichtet auch ein amerikanischer Fotografenverband eine Sammelklage gegen den Internetkonzern angek&#252;ndigt. Die American Society of Media Photographers (ASMP) teilte gestern in einer Presseerkl&#228;rung mit, dass sie gemeinsam mit weiteren Fotografenverb&#228;nden eine Class [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Googles gro&#223;angelegtes Buchscan-Projekt <a href="http://books.google.com/googlebooks/library.html">Google Books</a> sieht sich mit einer neuen Klage konfrontiert. Drei Jahre nach US-amerikanischen Verleger- und Autorenverb&#228;nden hat nun, wie <a href="http://mashable.com/2010/04/07/google-books-photographers/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Mashable+%28Mashable%29" target="_blank">Mashable</a> berichtet auch ein amerikanischer Fotografenverband eine Sammelklage gegen den Internetkonzern angek&#252;ndigt. <span id="more-802"></span></p>
<p>Die American Society of Media Photographers (<a href="http://asmp.org/links/24" target="_blank">ASMP</a>) teilte gestern in einer <a href="http://asmp.org/articles/press-release-10-04-07.html" target="_blank">Presseerkl&#228;rung</a> mit, dass sie gemeinsam mit weiteren Fotografenverb&#228;nden eine Class Action Lawsuit gegen Google eingereicht hat. Ihrer Auffassung nach &#252;bergeht Google beim Abscannen und Online-Ver&#246;ffentlichen von B&#252;chern die Rechte professioneller Fotografen.</p>
<p>Der Erkl&#228;rung der ASMP zufolge reagieren die Verb&#228;nde mit ihrer Klage darauf, dass ihnen gerichtlich verweigert worden sei, sich der bestehenden Sammelklage von Autoren und Verlagen anzuschlie&#223;en (die zu den seit geraumer Zeit andauernden Verhandlungen &#252;ber das <a href="http://bewegliche-lettern.de/tag/google-book-settlement/" target="_blank">Google Book Settlement</a> f&#252;hrte). Im Kern geht es um urheberrechtlich gesch&#252;tzte fotografische Werke, die Teil der von Google eingescannten B&#252;cher sind. Die Klage der Fotografen geht jedoch &#252;ber Googles Bibliotheksprojekt hinaus und bezieht sich auch auf weitere Bilderdienste des Unternehmens aus Mountainview (vermutlich ist die <a href="http://images.google.de/" target="_blank">Google Bildsuche</a> gemeint).</p>
<blockquote><p>&#8220;ASMP and the other trade associations, representing thousands of members, decided to file the class action after the Court denied their request to join the currently pending $125 million class action that had previously been filed primarily on behalf of text authors in connection with the Google Library Project. The new class action goes beyond Google’s Library Project, and includes Google’s other systematic and pervasive infringements of the rights of photographers, illustrators and other visual artists.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wenn die Klage vor Gericht akzeptiert wird, ist damit zu rechnen, dass der weiterhin andauernden unendlichen Geschichte &#252;ber das mit Verlagen und Autoren ausgehandelte Book Search Settlement ein Sequel folgen wird.</p>
<p>(via <a href="http://mashable.com/2010/04/07/google-books-photographers/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Mashable+%28Mashable%29" target="_blank">Mashable</a>)</p>
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		<title>Studie: Loi Hadopi kann Piraten nicht stoppen</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2010/03/studie-loi-hadopi-kann-piraten-nicht-stoppen/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Mar 2010 18:01:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[DRM]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Internetsperren]]></category>
		<category><![CDATA[Loi Hadopi]]></category>
		<category><![CDATA[Three Strikes]]></category>

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		<description><![CDATA[Im vergangenen September wurde in Frankreich das Netzsperren-Gesetz Loi Hadopi eingef&#252;hrt. Erkl&#228;rtes Ziel war, Verst&#246;&#223;e gegen das Urheberrecht durch illegale Downloads mittels drakonischer Ma&#223;nahmen einzud&#228;mmen: Nach drei Vorwarnungen m&#252;ssen renitente Wiederholungst&#228;ter damit rechnen, dass ihnen die Internetverbindung gekappt wird. Eine nun von der Universit&#228;t Rennes, der technischen Hochschule Télécom Bretagne und dem Forschungsnetzwerk Marsouin vorgelegte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im vergangenen September wurde in Frankreich das Netzsperren-Gesetz Loi Hadopi eingef&#252;hrt. Erkl&#228;rtes Ziel war, Verst&#246;&#223;e gegen das Urheberrecht durch illegale Downloads mittels drakonischer Ma&#223;nahmen einzud&#228;mmen: Nach drei Vorwarnungen m&#252;ssen renitente Wiederholungst&#228;ter damit rechnen, dass ihnen die Internetverbindung gekappt wird. Eine nun von der Universit&#228;t Rennes, der technischen Hochschule Télécom Bretagne und dem Forschungsnetzwerk <a href="http://www.marsouin.org/" target="_blank">Marsouin</a> vorgelegte Studie (<a href="http://recherche.telecom-bretagne.eu/marsouin/IMG/pdf/NoteHadopix.pdf" target="_blank">pdf</a>) belegt, dass die sogenannte &#8220;Three-Strikes&#8221;-Regelung ihr Ziel verfehlt: Statt den unautorisierten Download einzuschr&#228;nken, scheint sie lediglich dazu zu f&#252;hren, dass die Piraten auf andere, nicht vom Gesetz abgedeckte Quellen ausweichen. <span id="more-759"></span></p>
<p>Seit der Einf&#252;hrung der Regelung sei die Online-Piraterie von Musik und Filmen sogar um 3% angestiegen, rechnet die Studie vor, die auf Aussagen von &#8220;2000 repr&#228;sentativ ausgew&#228;hlten Befragten&#8221; in Nordfrankreich beruht. Allerdings legen die Forscher keine Zahlen &#252;ber die Entwicklung der Piraterie vor Einf&#252;hrung des Gesetzes vor, so dass offenbleibt, ob sich das Anwachsen der Piraterie nach Einf&#252;hrung des Gesetzes beschleunigt oder verlangsamt hat.</p>
<p>Nach Auskunft der Studie umgehen die meisten Downloader die gesetzliche Reglung: Lediglich ein Drittel jener Befragten, die angaben, vor Einf&#252;hrung der  Loi Hadopi P2P-Tauschb&#246;rsen wie etwa BitTorrent f&#252;r illegale Downloads benutzt zu haben, sagten aus, dass sie sich nach Einf&#252;hrung des Gesetzes ganz von der Piraterie  verabschiedet h&#228;tten. Der Rest ist dagegen auf andere Quellen umgestiegen und bezieht die Contents nun aus Streaming Services oder &#252;ber One-Click-Hoster wie Rapidshare, die in der neuen Gesetzreglung nicht erw&#228;hnt werden.</p>
<p>Der auf P2P-Themen spezialisierte Blog Torrentfreak <a href="http://torrentfreak.com/piracy-rises-in-france-despite-three-strikes-law-100609/" target="_blank">fasst</a> die Ergebnisse der Studie wie folgt zusammen:</p>
<blockquote><p>Overall the research seems to suggest that the looming disconnection  threat has changed how and where people get pirated content, while the  piracy rate itself increased.</p></blockquote>
<p>Wie andere Studien zuvor belegt auch die Studie aus Rennes, dass diejenigen, die am meisten illegal herunterladen, auch zu den aktivsten zahlenden Online-Kunden der Content-Industrie z&#228;hlen. Trennt man sie vom Netz, werden also nicht nur illegale Downloads verhindert, sondern auch digitale K&#228;ufe. Der Content-Industrie entgingen durch die Hadopi-Netzsperren bis zu 27% ihrer Kunden f&#252;r Online-Verk&#228;ufe. Eine Ausweitung des Three-Strikes-Gesetzes auf die Formen der Piraterie, auf die die bisherigen P2P-Piraten auswichen, k&#246;nne nach Aussage der Wissenschaftler gar die H&#228;lfte der Online-Kunden der Content-Industrie vom Markt ausgeschlossen werden:</p>
<blockquote><p>Les »pirates numériques« se révèlent être, dans la moitié des cas, également des acheteurs numériques (achat de musique ou de vidéo sur Internet). Couper la connexion Internet des utilisateurs de réseau Peer-to-Peer pourrait potentiellement réduire la taille du marché des contenus culturels numériques de 27%. Une extension de la loi Hadopi à toutes les formes de piratage numérique exclurait du marché potentiellement la moitié des acheteurs de contenus culturels numériques.</p></blockquote>
<p>Ohne der Piraterie das Wort zu reden (r&#252;ckst&#228;ndig, wie ich bin, kaufe meine Musik immer noch am liebsten auf CD oder beziehe sie als <a href="http://irights.info/index.php?id=275" target="_blank">legale Privatkopie</a> aus meinem pers&#246;nlichen Umfeld): Mit ihren Versuchen, das traditionelle Gesch&#228;ftsmodell durch Einschr&#228;nkungen von Nutzerrechtern wie etwa DRM oder durch Lobbydruck entstandene Gesetze zu sch&#252;tzen, f&#228;hrt die Content-Industrie (egal ob Musiklabels oder Buchverlage) auf Dauer nicht gut: Die Studie aus Rennes ist nicht der erste Beleg daf&#252;r und wird auch nicht der letzte bleiben.</p>
<p>Solange die Contentindustrie es durch k&#252;nstliche H&#252;rden schwerer macht, Content legal zu beziehen, als ihn zu piratieren (wie etwa diese <a href="http://www.natesebooknews.com/2010/03/13/why-drm-doesnt-work/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+NatesEbookNews+%28Nate%27s+Ebook+News%29" target="_blank">Info-Grafik</a> f&#252;r den eBook-Kauf demonstriert), f&#228;llt es nicht schwer, das Vorgehen von Piraten zu verstehen. Die digitalen Verbreitungsm&#246;glichkeiten zu beschr&#228;nken und dabei die Sympathie der Verbraucher zu verlieren, verstellt auch die M&#246;glichkeit, ein neues Gesch&#228;ftsmodell zu entwickeln, dass die neuen Chancen der digitalen Welt einbezieht: Denn die meisten dieser Gesch&#228;ftsmodelle k&#246;nnen auf die freiwillige Mitwirkung der Nutzer nicht verzichten, ob sie nun auf Patronage durch die Konsumenten oder auf einem Freemium-Modell beruhen (der beste Entwurf &#252;ber alternative Gesch&#228;ftsmodelle in der Contentindustrie bleibt Kevin Kellys <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/08/kevin-kelly-besser-als-kostenlos-better-than-free/" target="_blank">Aufsatz</a> &#8220;Better than Free&#8221;).  Gesch&#228;fte machen die Kunden lieber mit sympathischen und soliden Partnern als mit rohrstockschwingenden Oberlehrern.</p>
<p>(via <a href="http://www.teleread.org/2010/03/14/french-piracy-increases-after-three-strikes-law/" target="_blank">Teleread</a>, <a href="http://torrentfreak.com/piracy-rises-in-france-despite-three-strikes-law-100609/" target="_blank">Torrentfreak</a>, <a href="Overall the research seems to suggest that the looming disconnection threat has changed how and where people get pirated content, while the piracy rate itself increased." target="_blank">Numerama</a>)</p>
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		<title>De Gruyter digitalisiert Backlist auf Zuruf</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 16:13:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
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		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
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		<description><![CDATA[Der traditionsreiche Wissenschaftsverlag De Gruyter hat am vergangenen Freitag angek&#252;ndigt, seine gesamte Backlist zu digitalisieren. Von jedem beliebigen Titel der rund 60.000 Eintr&#228;ge umfassenden und bis ins Jahr 1749 zur&#252;ckreichenden Backlist soll auf Zuruf ein eBook im PDF-Format oder ein gebundenes Buch im Print-on-Demand-Verfahren erstellt werden. De Gruyter verspricht, das fertige Produkt innerhalb von &#8220;maximal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der traditionsreiche Wissenschaftsverlag De Gruyter hat am vergangenen Freitag angek&#252;ndigt, seine gesamte Backlist zu digitalisieren. Von jedem beliebigen Titel der rund 60.000 Eintr&#228;ge umfassenden und bis ins Jahr 1749 zur&#252;ckreichenden Backlist soll auf Zuruf ein eBook im PDF-Format oder ein gebundenes Buch im Print-on-Demand-Verfahren erstellt werden. De Gruyter <a href="http://www.degruyter.de/cont/glob/ebooks.cfm" target="_blank">verspricht</a>, das fertige Produkt innerhalb von &#8220;maximal 10 Wochen&#8221; nach Eingang der Bestellung liefern zu k&#246;nnen. Diesen interessanten Ansatz einer Retrodigitalisierung nach Bestellung nennt De Gruyter &#8220;eBook on Demand&#8221;. So spannend und richtungsweisend die unter dem Label &#8220;<a href="http://www.degruyter.de/cont/glob/ebooks.cfm" target="_blank">De Gruyter e-dition</a>&#8221; firmierende Initiative ist, wirft sie ein paar Fragen auf. <span id="more-747"></span></p>
<p>Die auf Anfrage erstellten eBooks sollen, wie De Gruyter-Verleger Sven Fund in einem lesenswerten <a href="http://www.buchmarkt.de/content/41726-das-sonntagsgespraech.htm" target="_blank">Interview</a> mit Christian von Zittwitz vom Branchenmagazin <em>Buchmarkt</em> ausf&#252;hrt, mit Merkmalen wie &#8220;600 dpi Aufl&#246;sung, mit OCR [Optical Character Recognition] und DOIs [Digital Object Identifiers]&#8221; den Anforderungen wissenschaftlicher Bibliotheken gen&#252;gen.</p>
<p>Mit dem Angebot, Backlisttitel in digitaler Form zu bestellen, wendet sich De Gruyter allerdings auch ausschlie&#223;lich an Bibliotheken als Kunden, w&#228;hrend ein physischer Reprint offenbar auch f&#252;r private Endkunden verf&#252;gbar sein wird. Auf der Internetseite des Verlags hei&#223;t es unmissverst&#228;ndlich, jeder Titel sei &#8220;sowohl elektronisch  (nur f&#252;r Bibliotheken und Institutionen) als auch  als Hardcover Reprint  erh&#228;ltlich&#8221;.</p>
<p>Durch eine Zusammenarbeit mit libreka, der eBook-Verkaufsplattform des B&#246;rsenvereins, werden die auf erstmalige Anfrage von Bibliotheken retrodigitalisierten Titel allerdings auch Endverbrauchern als eBooks zum Kauf zur Verf&#252;gung stehen. Der Grund f&#252;r diese Einschr&#228;nkung des Abnehmerkreises f&#252;r die &#8220;eBooks on Demand&#8221; mag darin liegen, dass De Gruyter durch eine Verkleinerung des Kreises derer, die eine Retrodigitalisierung in Auftrag geben k&#246;nnen, gew&#228;hrleisten m&#246;chte, dass nur so viele Digitalisierungsanfragen eingehen, wie auch bew&#228;ltigt werden k&#246;nnen.</p>
<p>Ein anderer Grund mag mit der Preisgestaltung zusammenh&#228;ngen: Ein den bibliothekarischen Standards gen&#252;gendes eBook ist zweifellos aufwendig in der Herstellung &#8211; gut m&#246;glich, dass deswegen an der erstmaligen Digitalisierung ein Preisetikett h&#228;ngt, das f&#252;r den Verbrauchermarkt schlicht nicht geeignet w&#228;re. Konkrete Details zur Preisgestaltung der einzelnen eBooks oder Neudrucke lassen sich aus den bisherigen Meldungen (etwa im <a href="http://www.boersenblatt.net/372031/" target="_blank">B&#246;rsenblatt</a>) sowie aus der bei Buchreport ver&#246;ffentlichen <a href="http://www.buchreport.de/pressemitteilungen/pressemitteilungen/datum/2010/03/05/de-gruyter-e-dition-erschliesst-die-backlist-des-verlags-von-1749-bis-heute.htm" target="_blank">Pressemitteilung</a> des De Gruyter Verlags selbst nicht entnehmen.</p>
<p>Interessant ist &#252;berdies das Vorgehen des Verlags, wenn es um die urheberrechtliche Frage der Genehmigung einer digitalen Ausgabe durch den Rechteinhaber geht. Den Ausf&#252;hrungen Sven Funds im <em>Buchmarkt </em>zufolge, wird der Verlag nicht in jedem Fall vor der Digitalisierung die Genehmigung des Autors oder seines Rechtsnachfolgers einholen. Die nachfrageabh&#228;ngige Retrodigitalisierung soll offenbar ohne Nachfrage beim Rechteinhaber erfolgen. Die Tatsache, dass die Printversion eines Werkes einst im selben Verlag erschienen ist, reicht De Gruyter offenbar als Grund zur Annahme, dass der Rechteinhaber auch die digitale Version seines Werkes in demselben Verlag ver&#246;ffentlicht sehen m&#246;chte:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir sind &#252;berzeugt, dass unsere Autoren ihre Rechte durch uns, mit denen  sie mal einen Vertrag zu den Print-Rechten eingegangen sind, verwertet  sehen wollen, und nicht durch andere. [...] Und wenn dann Autoren ihre Werke nicht als E-Book publiziert sehen  wollen – was mich sehr &#252;berraschen w&#252;rde -, k&#246;nnen wir den Titel  jederzeit aus dem Katalog l&#246;schen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das h&#246;rt sich ganz so an, als wolle De Gruyter mit seinen Backlist-Autoren &#228;hnlich verfahren wie Google es mit seinem umstrittenen Digitalisierungsprogramm Book Search mit allen Autoren von B&#252;cher tut, die nicht mehr im Handel verf&#252;gbar, aber noch copyright gesch&#252;tzt sind: Erst digitalisieren, dann fragen. Auch die Idee, das bei den digitalen Verk&#228;ufen anfallende Honorar einer Stiftung (in diesem Fall die 2006 <a href="http://stiftungsnetzwerk-berlin.de/media/Newsletter/08_0606_Berliner_Stiftungsnews.pdf" target="_blank">gegr&#252;ndete </a>Walter De Gruyter Stiftung) zur Verf&#252;gung zu stellen, wenn der Rechteinhaber nicht festgestellt oder erreicht werden kann, erinnert an das von Google im viel kritisierten Book Settlement vorgeschlagene Vorgehen.</p>
<p>Ob De Gruyter die Zustimmung seiner Autoren tats&#228;chlich zu Recht voraussetzt, wird sich in Zukunft zeigen m&#252;ssen. Aus der Tatsache, dass De Gruyter bei verwaisten Werken lediglich ein Honorar in H&#246;he von &#8220;5% vom Nettoerl&#246;s&#8221; der digitalen Ausgabe an die Stiftung &#252;berweisen will, suggeriert, dass auch erreichbaren Autoren ein Honorar in dieser H&#246;he gezahlt werden soll. Das w&#228;re allerdings bemerkenswert wenig, liegen doch die Honorars&#228;tze von eBooks &#8211; zumindest im Publikumsbereich &#8211; deutlich h&#246;her, n&#228;mlich zwischen 15 und 25% vom Nettoerl&#246;s.  Dies k&#246;nnte, zus&#228;tzlich zum &#8220;erst Tun, dann fragen&#8221;-Ansatz Anlass zu Diskussionen mit Autoren und Agenten geben.</p>
<p>Diesen offenen Punkten zum Trotz ist De Gruyters Initiative ein entschlossener und auch mutiger Schritt in eine gute Richtung: Die alten Best&#228;nde nicht dem Vergessen anheim fallen zu lassen, sondern sie in die digitale Welt zu &#252;berf&#252;hren und sie sichtbar und auffindbar zu machen (zumindest wenn die libreka-Suche funktioniert).</p>
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		<title>Lesenswert: &#8220;Was kauft man, wenn man ein eBook kauft?&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 10:49:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf iRights.info setzt sich der Urheberrechts-Journalist Ilja Braun kundig und umfassend mit der Frage auseinander, was man eigentlich kauft, wenn man ein eBook kauft. Darf der Verk&#228;ufer es nach dem Kauf zur&#252;ckziehen (wie dies Amazon ausgerechnet mit einigen eBooks von George Orwell getan hat)? Darf man eBooks f&#252;r den privaten Gebrauch kopieren? Darf man sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <a href="http://www.irights.info/index.php?id=870" target="_blank">iRights.info</a> setzt sich der Urheberrechts-Journalist <a href="http://twitter.com/iljabraun" target="_blank">Ilja Braun</a> kundig und umfassend mit der Frage auseinander, was man eigentlich kauft, wenn man ein eBook kauft. Darf der Verk&#228;ufer es nach dem Kauf zur&#252;ckziehen (wie dies Amazon ausgerechnet mit einigen eBooks von George Orwell <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">getan</a> hat)? Darf man eBooks f&#252;r den privaten Gebrauch kopieren? Darf man sie weiterverkaufen? Was, wenn die AGBs des eBook-Anbieters nicht im Einklang mit der Gesetzeslage sind? <span id="more-742"></span></p>
<p>Einfache Antworten kann man in Ilja Brauns Artikel nicht finden. Daf&#252;r gelingt es ihm, klar zu machen, dass die Rechtslage in vielen Aspekten unklar ist. So sei noch nicht einmal ausgemacht, ob eBooks im Sinne des Gesetzes eigentlich &#8220;B&#252;cher&#8221; oder &#8220;Sprachwerke in digitaler Form&#8221; seien. Auch die Schl&#252;sselfrage, ob man eBooks besitzt oder lediglich ein Nutzungsrecht an ihnen erwirbt, l&#228;sst sich, wie Braun darlegt, rechtlich noch nicht eindeutig beantworten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Was passiert, wenn man ein E-Book  herunterl&#228;dt? Kauft man da ein »unk&#246;rperliches Gut«? Oder erwirbt man »Nutzungsrechte« an geistigem Eigentum, schlie&#223;t also einen  urheberrechtlichen Vertrag? Geht man davon aus, dass ein E-Book ein »unk&#246;rperliches Werkexemplar« ist, an dem man Eigentum erwirbt, quasi  ein Buch in Dateiform, so handelt es sich in erster Linie um einen  Kaufvertrag. Das Urheberrecht ist dann allenfalls am Rande tangiert –  und Klauseln, die dem K&#228;ufer die rechtm&#228;&#223;ige Benutzung seines Eigentums  untersagen, w&#228;ren im Zweifel unwirksam. Zur rechtm&#228;&#223;igen Benutzung w&#252;rde  aus dieser Sicht auch das private Kopieren z&#228;hlen – allerdings nur  auszugsweise. Geht man hingegen davon aus, dass der Download prim&#228;r ein»Nutzungsvertrag« ist, mit dem man bestimmte Rechte an fremdem geistigem  Eigentum erwirbt, so w&#252;rde man sagen: Der Kunde hat nicht etwas  gekauft, sondern es ist ihm erlaubt worden, das geistige Eigentum eines  anderen (des Buchautors) zu nutzen, indem er den Text auf seinem  Leseger&#228;t anzeigen l&#228;sst.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wer sich &#252;ber die komplexen juristischen Fragen, die eBooks aufwerfen, informieren will, sollte diesen Text nicht nur lesen, sondern auch f&#252;r die Zukunft bookmarken: Dies ist ein <a href="http://www.irights.info/index.php?id=870" target="_blank">Referenztext</a> f&#252;r die kommenden Jahre &#8211; bis sich eine verbindlichere Gesetzeslage oder Rechsprechungspraxis entwickelt hat.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Verlage begr&#252;&#223;en iPad, iBooks, iDRM</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 05:03:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Apples in der vergangenen Woche vorgestellter Tabletcomputer iPad pr&#228;sentiert sich auch als Alternative zu g&#228;ngigen eInk Leseger&#228;ten wie dem Sony Reader, dem txtr-Reader und Amazons Kindle. Mit iBooks verf&#252;gt Apples Ger&#228;t &#252;ber eine eingebaute eBook-Lese- und Verwaltungssoftware und einen Online-Buchladen. In ersten Reaktionen begr&#252;&#223;en Verleger und der B&#246;rsenverein das Ger&#228;t enthusiastisch. Doch im Unterschied zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Apples in der vergangenen Woche vorgestellter Tabletcomputer iPad pr&#228;sentiert sich auch als Alternative zu g&#228;ngigen eInk Leseger&#228;ten wie dem Sony Reader, dem txtr-Reader und Amazons Kindle. Mit iBooks verf&#252;gt Apples Ger&#228;t &#252;ber eine eingebaute eBook-Lese- und Verwaltungssoftware und einen Online-Buchladen. In ersten Reaktionen begr&#252;&#223;en Verleger und der B&#246;rsenverein das Ger&#228;t enthusiastisch. Doch im Unterschied zu offenen Ger&#228;ten k&#246;nnte die geschlossene Plattform des iPad sowohl f&#252;r Verbraucher wie f&#252;r Verlage auf lange Sicht unbequem werden. <span id="more-675"></span></p>
<p>Wie das britische Branchenmagazin <em>The Bookseller</em> <a href="http://www.thebookseller.com/news/110947-uk-publishers-hail-the-ibook-moment.html.rss" target="_blank">berichtet</a>, waren die Reaktionen von Verlegern auf das iPad geradezu &#252;berschw&#228;nglich:</p>
<blockquote><p>&#8220;Publishers have welcomed the launch of Apple&#8217;s iPad as an »important step« in the transition towards digital books, with one branding it »the most significant development yet«. Dan Franklin, digital editor at Canongate, said: »I sat there and thought &#8216;this is what we&#8217;ve been waiting for&#8217;.« John Makinson, chief executive at Penguin, said the announcement represented &#8220;an important step in the development of a digital audience for books«.&#8221;</p></blockquote>
<p>F&#252;r die &#8211; vorerst nur in den USA <a href="http://mashable.com/2010/01/28/no-ibooks-for-you/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Mashable+%28Mashable%29" target="_blank">verf&#252;gbare</a> &#8211; eBook-Software des Ger&#228;ts arbeitet Apple mit f&#252;nf Branchenriesen zusammen: Von den Big Six fehlt bei iBooks allein Random House.  Hachette, Penguin, Simon &amp; Schuster, Macmillan und HarperCollins sind mit im Boot. Weitere Verlage werden mit gro&#223;er Sicherheit folgen. Der Enthusiasmus der Verleger beruht vor allem darauf, dass sie durch die hohe Attraktivit&#228;t des Ger&#228;tes einen Zuwachs von potenziellen eBook-K&#228;ufern erwarten.</p>
<p>Entsprechend &#228;u&#223;erte sich auch der B&#246;rsenverein des Deutschen Buchhandels in einer <a href="http://www.buchmarkt.de/content/41275-e-books.htm" target="_blank">Pressemitteilung</a>. Man sei &#8220;davon &#252;berzeugt, dass das E-Book die Lesekultur f&#246;rdert und das Prinzip Buch auch bei neuen Leserschichten popul&#228;r macht.  &#8221; Gleichwohl betont der B&#246;rsenverein, &#8220;dass keine k&#252;nstlichen Barrieren durch geschlossene Shopsysteme&#8221; geschaffen werden d&#252;rften: &#8220;Nur der Wettbewerb vieler Verlage und Handelspartner sichert die kulturelle Vielfalt des Buchmarkts&#8221;. iBooks  erw&#228;hnt der B&#246;rsenverein in seinem Statement konsequenterweise mit keiner Silbe und verweist stattdessen auf die bisher weitgehend erfolglose Eigenentwicklung libreka.</p>
<p>Tats&#228;chlich sind die Bedenken des B&#246;rsenvereins gegen &#8220;geschlossene Shopsysteme&#8221; nicht von der Hand zu weisen. Zwar setzt Apple anders als Amazon nicht auf ein propriet&#228;res Ebookformat, sondern auf das offene epub-Format. Und offensichtlich soll die Apple-eigene iBook-App zumindest nicht vom Start weg Konkurrenzapps ausschlie&#223;en: Wie aus einer <a href="http://blog.txtr.com/?p=417" target="_blank">Pressemitteilung</a> des Berliner eReader- und eBook-Plattform-Anbieters txtr hervorgeht, wird es auch Apps anderer Ebook-Anbieter geben: txtr hat zumindest angek&#252;ndigt, dass es eine txtr-App auf dem iPad geben wird. Diese w&#252;rde von Anfang an auch deutschsprachige B&#252;cher auf Apples Tablet verf&#252;gbar machen. Man wird freilich abwarten m&#252;ssen, ob Apple auf lange Sicht das Angebot solcher Konkurrenz-Apps einschr&#228;nken wird. Denn als alleiniger Torw&#228;chter kann Apple dar&#252;ber bestimmen, welche Apps auf dem iPad laufen d&#252;rfen.</p>
<p>Die wirklich spannende &#8211; und auch f&#252;r Buch- und Presseverlage h&#246;chst relevante &#8211; Neuerung des iPad besteht meiner Ansicht nach darin, dass es das bisher auf den mobilen Bereich beschr&#228;nkte App-Modell auf ein Ger&#228;t ausweitet, das vom Anspruch her einem Netbook zumindest nahesteht. Zwar erlaubt das iPad, wie Matthias Schwenk in einem lesenswerten <a href="http://carta.info/22324/apple-ipad-tablet/" target="_blank">Beitrag</a> auf Carta schreibt, neben der Nutzung von Apps gleichzeitig den freien Zugriff ins Web per Browser. Andererseits pusht es das App-Modell.</p>
<p>Von Netbooks und &#228;hnlichen tragbaren Kleincomputern war man bisher gewohnt, dass man einen freien, allein browserabh&#228;ngigen Zugang zum Web hatte. Apple weitet die App-Kampfzone nun &#252;ber Smartphones hinaus aus &#8211; und schr&#228;nkt damit die Freiheit der Nutzer ein. Apps sind zwar in vielerlei Hinsicht nutzerfreundlich, haben es aber auch an sich, den Nutzer zu g&#228;ngeln: Er kann sich nicht im Netz frei bewegen, sondern nur auf den Schienen, die das App legt. Wenn sich das iPad in dem Ma&#223;e durchsetzt, wie es Apples Marktmacht und der Erfolg seiner letzten Produktreihen vermuten l&#228;sst, werden viele Nutzer sich daran gew&#246;hnen, nicht mehr browsergest&#252;tzt, sondern App-gef&#252;hrt aufs Internet zuzugreifen.</p>
<p>Das ist f&#252;r Contentanbieter einerseits begr&#252;&#223;enswert, denn so k&#246;nnen sie den Zugang zu ihrem Angebot besser kontrollieren und sich leichter bezahlen lassen. Dies ist der Grund daf&#252;r, dass insbesondere Zeitungsverlage an App-L&#246;sungen &#228;u&#223;erst interessiert sind: Von ihnen versprechen sie sich eine M&#246;glichkeit, Paid Content durchzusetzen &#8211; was im freien Web im Gro&#223;en und Ganzen gescheitert ist. Andererseits ist der Torw&#228;chter der Torw&#228;chter Apple selbst. Denn Apple bestimmt, welche Apps laufen d&#252;rfen, welche nicht.</p>
<p>Defective by Design, die Anti-DRM-Plattform der Free Software Foundation, verurteilt unter anderem aus diesem Grund Apples iPad. Anl&#228;sslich der Produktpr&#228;sentation des iPad machte Defective by Design seinen Bedenken durch <a href="http://arstechnica.com/tech-policy/news/2010/01/protestors-ipad-is-nothing-more-than-a-golden-calf-of-drm.ars" target="_blank">Proteste</a> Luft und sammelt nun <a href="http://www.defectivebydesign.org/ipad" target="_blank">Unterschriften</a> gegen Apples DRM. In einem Rundschreiben fasst Defective by Design die Gefahren der geschlossenen Plattform f&#252;r Nutzer zusammen:</p>
<blockquote><p>&#8220;This summer we saw the dangers of DRM on ebook readers, when Amazon deleted hundreds of copies of George Orwell&#8217;s 1984 from readers&#8217; computers while they slept. Applying this control to a general purpose computer marketed especially for media distribution is a huge step backward for computing, and a blow to the media revolution that happened when the web let bloggers reach millions <em>without</em> asking for permission. DRM and forced updates will give Apple and their corporate partners the power to disable features, restrict competition, censor news, and even delete books, videos, or news stories from users&#8217; computers while they sleep&#8211; using the device&#8217;s »always on« network connection. Apple can say they will not abuse this power, but their record of App Store rejections gives us no reason to trust them. The Apple Tablet&#8217;s unprecedented use of DRM to control all capabilities of a general purpose computer is a dangerous step backward for computing and for media distribution&#8221;.</p></blockquote>
<p>Nicht allein den Verbrauchern drohen Einschr&#228;nkungen und &#220;bergriffe, sondern auch Apples Kooperationspartnern aus der Medienbranche. Selbst die Branchenriesen riskieren bei einer Zusammenarbeit mit Apple, in Abh&#228;ngigkeit von einem Partner zu geraten, der zu einer ganz anderen Gewichtsklasse geh&#246;rt.</p>
<p>Apple hat bereits die Muskeln spielen lassen, indem es den Verlag McGraw Hill &#8211; wahrlich kein Zwerg in der Branche &#8211; bei seiner Pr&#228;sentation aus der Reihe der mit iBooks kooperierenden Verlage <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2010/01/28/steve-jobs-saegt-verleger-ab-nachdem-dieser-ipad-plaene-ausgeplaudert-hatte/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+basicthinking%2Fdoho+%28Basic+Thinking+Blog%29" target="_blank">rausschmiss</a> (ob dies auch einen Ausschluss aus dem Kooperationsprogramm selbst bedeutet, ist noch unklar). Dessen Verleger Harold McGraw III hatte einen Tag vor dem iPad-Launch ausgeplaudert, dass man mit Apple &#252;ber eine Zusammenarbeit im eBook-Bereich spreche. Und wer wann was reden darf, bestimmt schlie&#223;lich Apple.</p>
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		<title>Nachgerechnet: Das &#8220;Jahrhundertprojekt&#8221; Deutsche Digitale Bibliothek</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 00:05:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Bernd Neumann]]></category>
		<category><![CDATA[Bibliotheken]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Digitale Bibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Google Book Settlement]]></category>

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		<description><![CDATA[Als &#8220;Jahrhundertprojekt&#8221; hat der Staatsminister f&#252;r Kultur und Medien Bernd Neumann die vor wenigen Tagen avisierte &#8220;Deutsche Digitale Bibliothek&#8221; (DDB) bezeichnet. Wer nachrechnet, stellt fest: Der Mann hat Recht. Schade, dass wir in hundert Jahren nicht mehr leben werden, um die DDB in Vollendung zu sehen. Die Proteste von B&#246;rsenverein, Justizministerium und Kanzlerin gegen das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als &#8220;<a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1272/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2009/12/2009-12-02-bkm-deutsche-digitale-bibliothek.html">Jahrhundertprojekt</a>&#8221; hat der Staatsminister f&#252;r Kultur und Medien Bernd Neumann die vor wenigen Tagen avisierte &#8220;<a href="http://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/index.htm">Deutsche Digitale Bibliothek</a>&#8221; (DDB) bezeichnet. Wer nachrechnet, stellt fest: Der Mann hat Recht. Schade, dass wir in hundert Jahren nicht mehr leben werden, um die DDB in Vollendung zu sehen. <span id="more-586"></span></p>
<p>Die Proteste von <a href="http://www.golem.de/0909/69496.html">B&#246;rsenverein</a>, <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundesregierung-lehnt-google-vergleich-ab;2451876">Justizministerium</a> und <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,654455,00.html">Kanzlerin</a> gegen das Google Book Settlement sind erh&#246;rt worden. In seiner &#252;berarbeiteten Version sieht der Einigungsvertrag zwischen US-amerikanischen Verleger- und Autorenverb&#228;nden auf der einen und Google auf der anderen Seite vor, dass nur noch B&#252;cher, die in den USA urheberrechtlich registriert oder in Kanada, Australien oder Gro&#223;britannien erschienen sind, in Googles digitale Bibliothek aufgenommen werden d&#252;rfen. Deutschsprachige B&#252;cher bleiben also im gro&#223;en und ganzen au&#223;en vor. Dem bestehenden Urheberrecht ist Gen&#252;ge getan, und man darf hierzulande noch ein wenig im 20. Jahrhundert leben: Wer lesen will, m&#246;ge sich in den Lesesaal bequemen, wer Texte suchen will, m&#246;ge den OPAC-Terminal benutzen, und wer Texte durchsuchen will, m&#246;ge, nun ja, Seiten umbl&#228;ttern.</p>
<p>Doch die nun annoncierte &#246;ffentliche Digitaloffensive DDB weckt die Hoffnung, dass das Wissen des Papierzeitalters doch noch f&#252;r unsere digitale Gegenwart und Zukunft zug&#228;nglich wird. Die Regierung will sich nicht l&#228;nger von einem Internetkonzern vormachen lassen, wie&#8217;s geht. Von Mitte 2011 an wird nun selbst digitalisiert: Die DDB <a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1272/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2009/12/2009-12-02-bkm-deutsche-digitale-bibliothek.html">soll</a> &#252;ber ein zentrales Portal die Best&#228;nde von &#252;ber 30.000 &#246;ffentlichen Einrichtungen online verf&#252;gbar machen. Damit will die Bundesregierung ihren Teil zum EU-Bibliotheksprojekt <a href="http://www.europeana.eu/portal/">Europeana</a> leisten. In vielleicht gar nicht allzu ferner Zukunft wird man dort also vielleicht sogar Texte von so entlegenen Autoren wie <a href="http://europeana.eu/portal/brief-doc.html?query=Franz%20kafka&amp;qf=TYPE:TEXT&amp;tab=text&amp;view=table">Franz Kafka</a> finden.</p>
<p>Eine weitere Nachricht, mit der der BKM erfreut, ist, dass die DDB im Gegensatz zum privatwirtschaftlichen US-Vorbild die Autoren und Verleger der zu digitalisierenden Werke konsultieren will, bevor digitalisiert wird. Die bemerkenswerte Effektivit&#228;t von Googles Buchprojekt – im Oktober dieses Jahres lag die Zahl der bei Google Books verf&#252;gbaren B&#252;cher Sergey Brin <a href="http://www.nytimes.com/2009/10/09/opinion/09brin.html?_r=1">zufolge</a> bereits bei 10 Millionen – liegt zum Teil auch daran, dass Google sich den &#228;u&#223;erst zeit- und kostenintensiven Arbeitsschritt der Suche nach und Abstimmung mit den Rechteinhabern spart. Die &#246;ffentliche Hand kann sich einen so gro&#223;z&#252;gigen Umgang mit urheberrechtlichen Bestimmungen nat&#252;rlich nicht erlauben. &#8220;Im Unterschied zu Google werden bei der DDB die Rechte-Inhaber zuerst gefragt und dann wird gehandelt – dokumentiert und jederzeit nachvollziehbar&#8221;, betont Neumann.</p>
<p>Google &#228;u&#223;ert sich nicht konkret &#252;ber den Umfang seines Investments in das Projekt, dem die DDB Konkurrenz machen will. <a href="http://news.cnet.com/8301-30684_3-10321371-265.html">Sch&#228;tzungen</a> gehen aber davon aus, dass der Internetkonzern bislang allein f&#252;r das Einscannen um die $300 Millionen in das Projekt gesteckt haben muss. &#8220;Niemand au&#223;er Google ist reich genug, um in diesem massiven Umfang in Digitalisierung zu investieren&#8221;, hat der Direktor der Universit&#228;tsbibliothek von Harvard, Robert Darnton, mit Bedauern <a href="http://www.nybooks.com/articles/22281">festgestellt</a>. Obwohl der Aufwand, den die DDB betreiben will, also sehr viel gr&#246;&#223;er ist, ist ihre Investitionssumme sehr viel &#252;berschaubarer: F&#252;r die zentrale Infrastruktur sollen <a href="http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/BeauftragterfuerKulturundMedien/Medienpolitik/DeutscheDigitaleBibliothek/deutsche-digitale-bibliothek.html">Regierungsangaben</a> zufolge nach einer Anschubfinanzierung in H&#246;he von 5 Mio. Euro jedes Jahr insgesamt 2,6 Mio. Euro zur Verf&#252;gung gestellt werden. Weitere Mittel zur Digitalisierung will man auch von &#8220;privaten Geldgebern&#8221; einwerben.</p>
<p>Die genannten Summen sind nachgerade anr&#252;hrend klein. Der Bundeskulturminister will die digitale Universalbibliothek am Pappenstiel. Gemessen an Googles Investition k&#246;nnte es also durchaus sein, dass – wie Neumann r&#252;hmt – ein &#8220;Jahrhundertprojekt&#8221; aus der DDB wird: In 100 Jahren w&#228;re man in etwa in der Gr&#246;&#223;enordnung dessen, was Google bisher investiert hat. Dabei d&#252;rfte ein L&#246;wenanteil dieser Summe allein f&#252;r die anfallenden Recherche- und Verwaltungsarbeiten bei der Suche nach den Rechteinhabern draufgehen. Die Anzahl zug&#228;nglich gemachter Werke m&#252;sste dementsprechend weit hinter dem zur&#252;ckbleiben, was Google bisher bereits erm&#246;glicht hat.</p>
<p>So l&#246;blich der Ansatz der Bundesregierung ist, das &#8220;kulturelle Erbe in &#246;ffentlicher Verantwortung&#8221; zu behalten, w&#228;re nachzurechnen, ob dem Allgemeinwohl nicht besser durch eine Urheberrechtsreform gedient w&#228;re, die etwa festlegt, dass vergriffene Werke von &#246;ffentlichen Bibliotheken auch online verf&#252;gbar oder zumindest durchsuchbar gemacht werden d&#252;rfen – bei entsprechender Entsch&#228;digung f&#252;r die Rechteinhaber &#252;ber die Verwertungsgesellschaften.</p>
<p>W&#252;nscht man sich eine &#246;ffentliche Bibliothek im Netz, so ist der Staat eben nicht nur als Investor gefragt. Vor allem w&#228;re eine &#220;berarbeitung des Urheberrechts vonn&#246;ten, die das Ziel des &#246;ffentlichen Bibliothekssystems, die Zug&#228;nglichmachung und Bewahrung von Wissen, nicht dort begrenzt, wo die analogen M&#246;glichkeiten bisher praktische Grenzen gezogen haben. Eine &#246;ffentliche digitale Bibliothek muss auf rechtlichen Grundlagen beruhen, mit denen sie ihre Aufgaben gegen&#252;ber der Allgemeinheit auch im Netz erf&#252;llen kann. Wenn die Berliner Politologin und Netzforscherin Jeanette Hofmann ein &#8220;Googlegesetz&#8221; <a href="http://www.golem.de/0911/71233.html">fordert</a>, kann man ihr deshalb nur zustimmen.</p>
<p>Einstweilen bleibt aber noch etwas Bedenkzeit: Der Bund nimmt noch anderthalb J&#228;hrchen Anlauf, bevor er zum &#8220;Quantensprung in der Welt der digitalen Information&#8221; (Neumann) ansetzt: Erst ab 2011 soll die DDB in den &#8220;<a href="http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/BeauftragterfuerKulturundMedien/Medienpolitik/DeutscheDigitaleBibliothek/deutsche-digitale-bibliothek.html">Pilotbetrieb</a>&#8221; gehen. Nach anderen Angaben aus derselben amtlichen Quelle soll im gleichen Jahr gar der &#8220;<a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1272/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2009/12/2009-12-02-bkm-deutsche-digitale-bibliothek.html">Dauerbetrieb</a>&#8221; starten. Der Pilotbetrieb als Dauerbetrieb: Soviel Beta-Mentalit&#228;t h&#228;tte den Beh&#246;rden wohl bisher niemand zugetraut.</p>
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		<title>Das Wissen des Papierzeitalters</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Oct 2009 08:16:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Lesehinweis in eigener Sache: In The European erscheint heute ein Gastbeitrag von mir, in dem ich vorschlage, &#252;ber eine Schrankenreglung im Urheberrecht nachzudenken, die es generell erm&#246;glicht, vergriffene literarische Werke zu digitalisieren, um sie von Suchmaschinen erfassen zu lassen. Dahinter stecken zwei Thesen. Einerseits, dass sich die Bedeutung von &#214;ffentlichkeit ge&#228;ndert hat: Das Netz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Lesehinweis in eigener Sache: In <em>The European </em>erscheint heute ein <a href="http://www.theeuropean.de/rohde-thomas/digitalisierung-und-das-urheberrecht" target="_blank">Gastbeitrag</a> von mir, in dem ich vorschlage, &#252;ber eine Schrankenreglung im Urheberrecht nachzudenken, die es generell erm&#246;glicht, vergriffene literarische Werke zu digitalisieren, um sie von Suchmaschinen erfassen zu lassen. <span id="more-525"></span></p>
<p>Dahinter stecken zwei Thesen. Einerseits, dass sich die Bedeutung von &#214;ffentlichkeit ge&#228;ndert hat: Das Netz ist ein wesentlicher Teil der &#214;ffentlichkeit. Kann man eigentlich noch mit Recht davon sprechen, ein Werk sei ver&#246;ffentlicht, wenn es im Netz keine Spuren hinterl&#228;sst? Andererseits: Der Begriff von Wissen hat sich ver&#228;ndert. Wissen hei&#223;t zunehmend weniger, etwas auswendig im Kopf zu haben, sondern Recherchewege zu beherrschen, die das jeweils Erforderte zutage f&#246;rdern. Das im Papierzeitalter ver&#246;ffentlichte Wissen &#246;ffentlich zu halten, bedeutet deswegen, es im Netz auffindbar zu machen.</p>
<p>&#220;berrascht hat mich die Position von Matthias Ulmer, der daran zweifelt, dass das in Bibliotheken gesammelte Wissen grunds&#228;tzlich bewahrenswert ist: In seinem <a href="http://www.theeuropean.de/ulmer-matthias/aenderung-des-urheberrechtes" target="_blank">Beitrag</a> argumentiert er, dass das Wissen des Papierzeitalters zu einem guten Teil &#252;berfl&#252;ssig sei:</p>
<blockquote><p>&#8220;Der gr&#246;&#223;te Teil der  B&#252;cher in Bibliotheken wird nie mehr ausgeliehen. Weil die einfach niemand braucht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Dann k&#246;nnte man ja gleich hingehen und alle B&#252;cher, die in den letzten f&#252;nf Jahren nicht entliehen wurden, aus den Bibliotheken entfernen. Endlich wieder Platz im Regal! Soweit geht Ulmer freilich nicht. Aber spricht es f&#252;r eine hohe Meinung von den Leistungen der Autoren, wenn er behauptet, dass es unwichtig ist, ob ihre Werke jetzt oder erst zwei Tage vor St. Nimmerlein (um fair zu sein: er sagt &#8220;in zwanzig Jahren&#8221;) digital zug&#228;nglich werden?</p>
<p>Da Kommentieren bei <em>The European</em> etwas beschwerlich ist, schlage ich vor, Kommentare zu meinem Gastbeitrag hier zu hinterlassen.</p>
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		<title>Kindle 1984: Amazon einigt sich mit Kl&#228;gern, will brav sein</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Oct 2009 21:30:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
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		<category><![CDATA[Kindle]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit einer au&#223;ergerichtlichen Einigung geht Amazon nach einer umstrittenen eBook-L&#246;schaktion einer drohenden Sammelklage aus dem Weg, wie der Technologieblog Techflash berichtet. Im Juli hatte Amazon ohne vorherige Warnung per Mobilfunkzugang eBooks von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Readern gel&#246;scht. Dagegen hatten Kindle-Nutzer Klage eingereicht, die den Status einer Sammelklage anstrebte. In der nun vorgelegten Einigung, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit einer au&#223;ergerichtlichen Einigung geht Amazon nach einer umstrittenen eBook-L&#246;schaktion einer drohenden Sammelklage aus dem Weg, wie der Technologieblog Techflash <a href="http://techflash.com/seattle/2009/09/amazon_settles_lawsuit_over_deleted_1984.html" target="_blank">berichtet</a>. Im Juli hatte Amazon ohne vorherige Warnung per Mobilfunkzugang eBooks von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Readern <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">gel&#246;scht</a>. Dagegen hatten Kindle-Nutzer Klage <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-update-amazon-steht-vor-sammelklage/" target="_blank">eingereicht</a>, die den Status einer Sammelklage anstrebte. In der nun vorgelegten Einigung, der das Gericht noch zustimmen muss, verpflichtet sich Amazon juristisch, zuk&#252;nftig auf &#228;hnliche L&#246;schaktionen zu verzichten. <span id="more-491"></span></p>
<p>Einer der Kl&#228;ger, Justin Gawronski, war nach eigener Darstellung von der L&#246;schaktion in besonderem Ma&#223;e betroffen gewesen, da zusammen mit dem von Amazon zur&#252;ckgezogenen und gel&#246;schten eBook, George Orwells &#8220;Nineteen Eighty-Four&#8221;, auch seine pers&#246;nlichen Notizen und Randbemerkungen gel&#246;scht worden waren, die er zu diesem Text auf seinem Kindle angelegt hatte.</p>
<p>Der von Techflash dokumentierte Text der Einigung (<a href="http://assets.bizjournals.com/cms_media/pdf/KindleCase1.pdf?site=techflash.com" target="_blank">pdf</a>), l&#228;sst Amazon k&#252;nftig nur wenig Spielraum f&#252;r heimliche L&#246;schzugriffe:</p>
<blockquote><p>&#8220;Amazon will not remotely delete or modify such Works from Devices purchased and being used in the United States unless (a) the user consents to such deletion or modification; (b) the user requests a refund for the Work or otherwise fails to pay for the Work (e.g., if a credit or debit card issuer declines to remit payment); (c) a judicial or regulatory order requires such deletion or modification; or (d) deletion or modification is reasonably necessary to protect the consumer or the operation of a Device or network through which the Device communicates (e.g., to remove harmful code embedded within a copy of a Work downloaded to a Device).&#8221;</p></blockquote>
<p>Zus&#228;tzlich verpflichtet sich Amazon, 150 000 US-Dollar an die Anw&#228;lte des Kl&#228;gers zu zahlen, die diese zumindest teilweise einer wohlt&#228;tigen Organisation spenden. Angaben &#252;ber eine eventuelle Zahlung an Gawronski und den zweiten Kl&#228;ger sind aus dem Text der Einigung nicht zu entnehmen.</p>
<p>Angesichts eines <a href="http://www.thebookseller.com/news/98286-kindle-prepared-for-pre-frankfurt-uk-launch.html.rss" target="_blank">ger&#252;chteweise</a> bevorstehenden Launchs des Kindle in Europa f&#228;llt ins Auge, dass die G&#252;ltigkeit dieser Erkl&#228;rung ausdr&#252;cklich auf das US-Territorium beschr&#228;nkt ist. Dennoch m&#252;ssen sich Kindle-Nutzer au&#223;erhalb der USA wohl kaum Sorgen um einen R&#252;ckfall des Online-Buchh&#228;ndlers machen:  Zu tief d&#252;rfte bei Amazon der Stachel stecken.</p>
<p>Nachdem sich Amazon-CEO Jeff Bezos pers&#246;nlich f&#252;r die L&#246;schaktion <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-jeff-bezos-sagt-sorry-laesst-alle-fragen-offen/" target="_blank">entschuldigt</a> hatte und Amazon den gesch&#228;digten Kindle-Nutzern die Wiederherstellung der gel&#246;schten Daten oder eine Gutschrift in H&#246;he von 30 US-Dollar <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/09/amazon-bietet-kindle-1984-geschaedigten-daten-oder-geld/" target="_blank">angeboten</a> hatte, zieht diese au&#223;ergerichtliche Einigung einen Schlussstrich unter die f&#252;r Amazon peinliche Panne.</p>
<p>Der Skandal um Amazons heimliche L&#246;schaktion hat  das Verdienst, klargemacht zu haben, wie prek&#228;r die Privatsph&#228;re und die Besitz- oder Nutzungsrechte sind, die die Nutzer von &#8220;<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,637388,00.html" target="_blank">tethered devices</a>&#8221; wie dem Kindle-Reader, an den von ihnen erworbenen Inhalten haben.</p>
<p>(via <a href="http://www.teleread.org/2009/10/01/1984-lawsuit-settled-by-amazon-enough-protection-now-from-orwellian-zaps-of-kindle-books/" target="_blank">teleread</a>)</p>
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		<title>Lawrence Lessig &#252;ber das Google Book Settlement</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/08/lawrence-lessig-ueber-das-google-book-settlement/</link>
		<comments>http://bewegliche-lettern.de/2009/08/lawrence-lessig-ueber-das-google-book-settlement/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 12 Aug 2009 09:55:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Book Settlement]]></category>
		<category><![CDATA[Lawrence Lessig]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem Vortrag f&#252;r das Berkman Center for Internet &#38; Society der Harvard University hat Lawrence Lessig davor gewarnt, dass das Google Book Settlement den Zugang zu Literatur kurzfristig zwar erleichtern, langfristig jedoch erschweren wird. Lessig sprach davon, dass sich die &#8220;&#214;kologie des Werkzugangs&#8221; (&#8220;ecology of access&#8221;) durch die Regelung grunds&#228;tzlich zu verschieben droht. W&#228;hrend [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem Vortrag f&#252;r das <a href="http://cyber.law.harvard.edu/" target="_blank">Berkman Center for Internet &amp; Society</a> der Harvard University hat <a href="http://lessig.org/blog/" target="_blank">Lawrence Lessig</a> davor gewarnt, dass das Google Book Settlement den Zugang zu Literatur kurzfristig zwar erleichtern, langfristig jedoch erschweren wird. Lessig sprach davon, dass sich die &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Digital_ecology" target="_blank">&#214;kologie</a> des Werkzugangs&#8221; (&#8220;ecology of access&#8221;) durch die Regelung grunds&#228;tzlich zu verschieben droht. <span id="more-337"></span></p>
<p>W&#228;hrend im traditionellen System die Bibliotheken gew&#228;hrleisten, dass man zu jedem literarischen Werk freien Zugang hat, wird das Google Book Settlement seiner Ansicht nach dazu f&#252;hren, dass der Zugang zu jenen Werken, die weder in gedruckter Ausgabe verf&#252;gbar noch gemeinfrei sind, durch &#252;berkomplexe Bestimmungen letztlich der Nutzung entzogen werden.</p>
<p>Lessig verglich die Situation, die durch das Settlement entsteht, mit der komplizierten Rechtslage bei Dokumentarfilmen: Die einzelne Bestandteile, aus denen diese sich zusammensetzen, etwa Ausschnitte aus Nachrichtensendungen oder anderen Quellen, werden jeweils einzeln durch unterschiedliche Lizenzabkommen mit unterschiedlichen Laufzeiten gesch&#252;tzt, so dass nach Ablauf der urspr&#252;nglich ausgehandelten Lizenzlaufzeit ein immenser Aufwand zur Neulizenzierung ansteht, wenn man den Dokumentarfilm auch weiterhin verf&#252;gbar halten will. Durch das <a href="http://www.googlebooksettlement.com/r/view_settlement_agreement" target="_blank">Book Settlement</a> wird nach Lawrence Lessigs  Ansicht eine vergleichbar komplizierte Lizenzierungssituation f&#252;r verwaiste Werke geschaffen, die einen unverh&#228;ltnism&#228;&#223;igen Verwaltungsaufwand erfordert:</p>
<blockquote><p>&#8220;The problem here is that the settlement pushes us towards a radically different kind of ecology. […] Here is my fear: That this agreement with the largest and most important information technology company we&#8217;ve got and the two presumptive rights players here, publishers and authors, moves us down a path where books become documentary films. Where the ecology of access we have to books in the future is like the ecology of access we have to documentary films today. Which means that we don&#8217;t have access in the traditional sense of guaranteeing [that] we&#8217;ve got access. [Instead] we&#8217;ve got access that&#8217;s encumbered by a bunch of agreements that don&#8217;t ever build into their architecture the theme that we must guarantee at some point free access to this culture. We&#8217;re building into this not so much a digital library but a digital bookstore.&#8221;</p></blockquote>
<p>Auch wenn Lessigs Sorge der Zug&#228;nglichkeit durch Nutzer gilt, deren Rechte er in der Konstellation des Settlements nicht repr&#228;sentiert findet, redet er nicht einer copyrightfreien Situation das Wort. Lessig betont, dass die Balance zwischen den Interessen der Wirtschaft (Limitierung des Zugangs) und den Interessen der Nutzer (Zugangsm&#246;glichkeit) sich in der digitalen Welt verschoben hat, so dass ein neues Gleichgewicht gefunden und dazu auch das Urheberrecht reformiert werden muss:</p>
<blockquote><p>&#8220;Think about how we are going to restrike a balance in the digital world that gives us something like the value of the balance that was struck in the physical world, a balance between what I think of as the commercial life of published works and the beyond-the-commercial life of published works. […] The problem in the digital world is that free space disappears because every single thing you do with copyrighted work in a digital environment triggers copyright law in theory because it produces a copy. […] What do we do to recreate this balance how do we structure a legal regime to give us both the commercial opportunity where that’s necessary and the free access where that commercial opportunity is no longer necessary.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der gesamte Vortrag kann auf der Website des <a href="http://blogs.law.harvard.edu/mediaberkman/2009/08/03/lawrence-lessig-on-the-google-book-search-settlement-settlements-static-goods-dynamic-bads-audi/" target="_blank">Berkman Center</a> als Audiofile (<a href="http://wilkins.law.harvard.edu/events/conferences/2009-07-31_googlebooks/2009-07-31_googlelessig/2009-07-31_googlelessig.mp3" target="_blank">MP3</a> oder <a href="http://wilkins.law.harvard.edu/events/conferences/2009-07-31_googlebooks/2009-07-31_googlelessig/2009-07-31_googlelessig.ogg" target="_blank">OGG</a>) heruntergeladen werden. (Wer einmal Lessigs Pr&#228;sentationen gesehen hat, wie etwa seinen Berliner Vortrag &#8220;<a href="http://blip.tv/file/2121395" target="_blank">The Search for a Moose</a>&#8220;, wird bedauern, dass die Bilder zu Lessigs Vortrag nicht mitgeliefert werden. Das Gel&#228;chter des Publikums zeigt, dass sie es wert gewesen w&#228;ren. Vielleicht stellt Lessig seine Berkman-Center-Pr&#228;sentation ja auch noch auch seinem <a href="http://lessig.blip.tv/" target="_blank">Kanal</a> bei blip.tv ein)</p>
<p>(via <a href="http://www.teleread.org/2009/08/10/larry-lessig-on-digital-libraries/" target="_blank">teleread</a>)</p>
<p><strong>Update</strong> 13.08. 22:19h: Lawrence Lessig hat seinen Vortrag &#252;ber das Google Book Search Settlement nun auch als <a href="http://blip.tv/file/2471815" target="_blank">Video</a> zug&#228;nglich gemacht.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Lesenswert: Ilja Braun &#252;ber das Google Book Settlement</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/07/lesenswert-ilja-braun-ueber-google-books-settlement/</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Jul 2009 08:42:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Book Settlement]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Google Book Settlement privilegiert Nutzer und Verlage in den USA, schreibt Ilja Braun heute im Perlentaucher. Durch IP-Blocking wird Google sicherstellen, dass nur von amerikanischen IP-Adressen aus auf die vom Book Settlement betroffenen B&#252;cher zugegriffen werden kann. Wer au&#223;erhalb der USA vor dem Computer sitzt, wird auf die von Google eingescannten B&#252;cher nicht zugreifen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Google Book Settlement privilegiert Nutzer und Verlage in den USA, <a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/5627.html" target="_blank">schreibt</a> Ilja Braun heute im Perlentaucher. Durch IP-Blocking wird Google sicherstellen, dass nur von amerikanischen IP-Adressen aus auf die vom <a href="http://www.googlebooksettlement.com/" target="_blank">Book Settlement</a> betroffenen B&#252;cher zugegriffen werden kann. Wer au&#223;erhalb der USA vor dem Computer sitzt, wird auf die von Google eingescannten B&#252;cher nicht zugreifen k&#246;nnen.<span id="more-281"></span></p>
<p>Wie Braun darstellt, will Google so Vorw&#252;rfen entgehen, au&#223;erhalb der USA, wo es sich durch das Book Settlement juristisch absichert, gegen lokale Urheberrechts- oder Copyrightbestimmungen zu versto&#223;en. Dadurch werden die Nutzer von Googles B&#252;chersuche in den USA allerdings weit mehr haben als anderswo:</p>
<blockquote><p>&#8220;Nach der Genehmigung des Vergleichs werden die Leser in den USA Zugriff auf mehr als zehn Millionen digitalisierte B&#252;cher haben. Bibliotheken werden ihren Besuchern &#252;ber institutionelle Abonnements erm&#246;glichen, diese Texte im Volltext zu lesen. Von dem abgelegensten kleinen Ort aus wird man so auf die Best&#228;nde der New York Public Library zugreifen k&#246;nnen. B&#252;cher, die im Handel l&#228;ngst nicht mehr erh&#228;ltlich sind, werden als E-Book oder Print-on-Demand Ausgabe wieder lieferbar sein. In Europa und im Rest der Welt werden hingegen nur solche Titel verf&#252;gbar sein, die entweder gemeinfrei sind oder die die Rechteinhaber selbst bei Google angemeldet haben.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nicht nur Nutzer, sondern auch amerikanische Autoren und Verlage seien durch das Book Settlement gegen&#252;ber ihren Kollegen au&#223;erhalb der USA privilegiert, schildert Ilja Braun. Daher regt er an, eine deutsche Version des Book Settlement auf den Weg zu bringen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Eine deutsche Ausgabe des viel geschm&#228;hten Google Settlements w&#228;re also wom&#246;glich gar keine so schlechte L&#246;sung &#8211; nicht zuletzt f&#252;r die an einem Zugang zu zehn Millionen digitalisierten B&#252;chern interessierte &#214;ffentlichkeit.&#8221;</p></blockquote>
<p>Eine Frage, die sich mir nach Brauns lesenswertem Essay allerdings weiter stellt: W&#252;rde Google nicht doch gegen Bestimmungen des deutschen Urheberrechts versto&#223;en, wenn es f&#252;r US-amerikanische IP-Adressen B&#252;cher nutzbar machen w&#252;rde, die nach deutschem Recht gesch&#252;tzt sind? Selbst wenn der Versto&#223; nur anderswo stattfindet &#8211; mir scheint: ein Versto&#223; bliebe er doch.</p>
<p>Google hat, wie Ilja Braun berichtet, eingestanden, dass es beim Book Settlement &#8220;in Sachen Informationspolitik noch einiges nachholen&#8221; m&#252;sse. Dem kann man nicht recht widersprechen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Kindle 1984: Jeff Bezos sagt Sorry, l&#228;sst alle Fragen offen.</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Jul 2009 21:50:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
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		<category><![CDATA[Jeff Bezos]]></category>
		<category><![CDATA[Kindle]]></category>

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		<description><![CDATA[Amazon-CEO Jeff Bezos hat sich in einem Post auf der Kindle-Community-Plattform daf&#252;r entschuldigt, dass Amazon vergangene Woche zentral per Mobilfunkanbindung (&#8220;Whispernet&#8221;) zwei E-Books von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Ger&#228;ten gel&#246;scht hat. Amazons Vorgehen war weithin kritisiert worden, da es augenscheinlich im Widerspruch zu den Amazon-eigenen Nutzungsbedingungen des Kindle stand und die Kindle-Nutzer vor vollendete Tatsachen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Amazon-CEO Jeff Bezos hat sich in einem <a href="http://www.amazon.com/tag/kindle/forum/ref=cm_cd_ef_tft_tp?_encoding=UTF8&amp;cdForum=Fx1D7SY3BVSESG&amp;cdThread=Tx1FXQPSF67X1IU&amp;displayType=tagsDetail" target="_blank">Post</a> auf der Kindle-Community-Plattform daf&#252;r entschuldigt, dass Amazon vergangene Woche zentral per Mobilfunkanbindung (&#8220;Whispernet&#8221;) zwei E-Books von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Ger&#228;ten <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">gel&#246;scht</a> hat. Amazons Vorgehen war weithin kritisiert worden, da es augenscheinlich im Widerspruch zu den Amazon-eigenen <a href="http://www.amazon.com/gp/help/customer/display.html?nodeId=200144530&amp;#content" target="_blank">Nutzungsbedingungen</a> des Kindle stand und die Kindle-Nutzer vor vollendete Tatsachen stellte. <span id="more-214"></span></p>
<p>Dass es sich bei den gel&#246;schten E-Books unter anderen ausgerechnet um George Orwells Dystopie Nineteen Eighty-Four handelte, gab der in der L&#246;schaktion zutage tretenden Datenschutz-Problematik und dem wahrgenommenen Eingriff in die pers&#246;nliche Sph&#228;re der Kindle-Nutzer einen besonders bitteren Beigeschmack. Der Kindle-Fall wurde schnell zu einem Beispielfall f&#252;r den Schwund von Kundenrechten durch die Nutzung sogeannter &#8220;tethered devices&#8221;, den etwa Christian St&#246;cker in einem &#228;u&#223;erst lesenswerten Artikel auf  Spiegel Online <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,637388,00.html" target="_blank">darstellt</a>. Ein gr&#246;&#223;erer PR-Gau f&#252;r Amazon h&#228;tte auch bei sorgf&#228;ltiger Vorausplanung kaum erdacht werden k&#246;nnen.</p>
<p>Jeff Bezos r&#228;umt in seinem knappen Beitrag nun ein, dass Amazons Vorgehen &#8220;dumm, gedankenlos und ein schmerzhafter Versto&#223; gegen die eigenen Prinzipien&#8221; gewesen sei. Er versichert, dass das Unternehmen aus dem Fehler lernen und in Zukunft bessere Entscheidungen treffen wolle. Im Kindle-Forum stie&#223; dieser Kniefall auf geradezu enthusiastische Erleichterung.</p>
<p>Das kann nicht dar&#252;ber hinwegt&#228;uschen, dass s&#228;mtliche Fragen, die Amazons S&#252;ndenfall aufwirft, nach wie vor unbeantwortet sind. Bezos&#8217; Entschuldigung tr&#228;gt nichts zur Kl&#228;rung der durch den Vorfall zutage getretenen Fragen bei:</p>
<ul>
<li>Sind die Kindle-User Besitzer von Kopien der erworbenen E-Books oder wird ihnen mit dem &#8216;Kauf&#8217; lediglich ein beschr&#228;nktes Nutzungsrecht einger&#228;umt?</li>
<li>Wie sicher sind sie davor, dass pers&#246;nliche Daten, die sie auf den Kindle geladen haben, &#252;ber das &#8220;Whispernet&#8221; von Amazon mitgelesen oder manipuliert werden?</li>
<li>Wer entsch&#228;digt diejenigen, denen durch Amazons L&#246;schzugriff Schaden an eigenem geistigen Eigentum entstanden ist, da ihre Notizen und Anmerkungen, die sie sich auf dem Kindle zu den gel&#246;schten E-Books gemacht hatten, gleich mitgel&#246;scht wurden?</li>
</ul>
<p>Vor allem aber l&#228;sst Bezos die Frage offen, ob sich Amazon auch in Zukunft &#228;hnliche zentrale L&#246;schaktionen ohne Einverst&#228;ndnis seiner Kunden vorbeh&#228;lt. Die sehr breit auslegbare <a href="http://news.cnet.com/8301-13860_3-10290047-56.html?tag=newsEditorsPicksArea.0" target="_blank">Aussage</a> des Amazon-Sprechers Drew Herdener in der vergangenen Woche (&#8220;We are changing our systems so that in the future we will not remove books from customers&#8217; devices in these circumstances&#8221;) bleibt in ihrer Mehrdeutigkeit stehen: Es ist abzuwarten, unter welchen &#8220;circumstances&#8221; Amazon in Zukunft zu &#228;hnlich drastischen Ma&#223;nahmen greifen wird.</p>
<p>&#8220;Sorry&#8221; ist bisweilen eben nicht &#8220;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=J2e4NlnLr28" target="_blank">the hardest word</a>&#8220;, sondern die leichteste Ausflucht von allen.</p>
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		<item>
		<title>Kindle 1984: Amazon l&#246;scht Orwell</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Jul 2009 04:39:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
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		<description><![CDATA[Einer der gr&#246;&#223;ten Vorteile von Amazons E-Reader Kindle ist die M&#246;glichkeit, &#252;ber ein kostenlos zur Verf&#252;gung gestelltes Mobilfunknetz elektronische B&#252;cher von der Onlineplattform des Buchh&#228;ndlers herunterladen zu k&#246;nnen. Mit dem Dr&#252;cken einer Taste (gefolgt von der entsprechenden Belastung der Kreditkarte) ist jedes verf&#252;gbare E-Book binnen 60 Sekunden auf dem Leseger&#228;t. Damit es wieder verschwindet, muss [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einer der gr&#246;&#223;ten Vorteile von Amazons E-Reader Kindle ist die M&#246;glichkeit, &#252;ber ein kostenlos zur Verf&#252;gung gestelltes Mobilfunknetz elektronische B&#252;cher von der Onlineplattform des Buchh&#228;ndlers herunterladen zu k&#246;nnen. Mit dem Dr&#252;cken einer Taste (gefolgt von der entsprechenden Belastung der Kreditkarte) ist jedes verf&#252;gbare E-Book binnen 60 Sekunden auf dem Leseger&#228;t. Damit es wieder verschwindet, muss man dagegen keine Taste dr&#252;cken.<span id="more-177"></span></p>
<p>Ohne vorherige Nachfrage oder Warnung hat der weltgr&#246;&#223;te Onlinebuchh&#228;ndler am vergangenen Donnerstag &#252;ber die &#8220;Whispernet&#8221; genannte Mobilfunkanbindung zwei E-Books von s&#228;mtlichen im Umlauf befindlichen Kindle-Ger&#228;ten gel&#246;scht. Dabei handelt es sich um digitale Ausgaben von George Orwells &#8220;Animal Farm&#8221; und &#8220;Nineteen Eighty-Four&#8221;, die regul&#228;r &#252;ber Amazons Plattform verkauft worden waren. Im nachhinein hatte sich herausgestellt, dass der Anbieter dieser digitalen Ausgaben nicht im Besitz der entsprechenden Rechte war. Die betroffenen Kindle-Besitzer erfuhren erst im Nachhinein davon, dass die B&#252;cher von ihren Ger&#228;ten gel&#246;scht worden waren.</p>
<p>Zwar erstattete Amazon den betroffenen Kunden den Kaufpreis der E-Books zur&#252;ck. Das Vorgehen des Unternehmens f&#252;hrte jedoch zu erregten Diskussionen in <a href="http://www.amazon.com/tag/kindle/forum/ref=cm_cd_pg_newest?_encoding=UTF8&amp;cdForum=Fx1D7SY3BVSESG&amp;cdPage=1&amp;cdSort=oldest&amp;cdThread=Tx1QUP1NLUY4Q5M&amp;displayType=tagsDetail" target="_blank">Nutzerforen</a> und Weblogs. Auf <a href="http://www.techcrunch.com/2009/07/17/amazon-why-dont-you-come-in-our-houses-and-burn-our-books-too/" target="_blank">Techcrunch</a> vergleicht MG Siegler Amazons Fernzugriff auf die Leseger&#228;te mit einem Einbruch: &#8220;Seriously, why doesn’t Amazon just come into our houses and burn the print copies as well while they’re at it?&#8221; Die abgr&#252;ndige Ironie, die darin besteht, dass ausgerechnet Orwells &#8220;Nineteen Eighty-Four&#8221; zu den betroffenen Titeln geh&#246;rte, goutiert <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1619426/" target="_blank">unter</a> <a href="http://gizmodo.com/5317180/amazon-remotely-deletes-legitimately-purchased-books-from-thousands-of-kindles" target="_blank">vielen</a> <a href="http://www.middleragedpunk.com/2009/07/17/amazon-tosses-kindle-orwell-books-down-the-memory-hole/ " target="_blank">anderen</a> David Pogue in seinem New York Times-<a href="http://pogue.blogs.nytimes.com/2009/07/17/some-e-books-are-more-equal-than-others/" target="_blank">Blog</a>.</p>
<p>Die rechtliche Grundlage von Amazons Vorgehen scheint unklar, da in den <a href="http://www.amazon.com/gp/help/customer/display.html?nodeId=200144530&amp;#content" target="_blank">Nutzungsbedingungen</a> des Kindle-Readers den Kunden das Recht auf &#8220;eine dauerhafte Kopie des betreffenden digitalen Inhalts&#8221; einger&#228;umt wird. Die m&#246;gliche nachtr&#228;gliche Entfernung von Inhalten durch Amazon wird in den Nutzungsbedingungen dagegen nicht thematisiert. Im Gegenteil streicht Amazon in der <a href="http://www.amazon.com/Kindle-Amazons-Wireless-Reading-Generation/dp/B00154JDAI/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=electronics&amp;qid=1247943077&amp;sr=8-1" target="_blank">Produktbeschreibung</a> des Kindle heraus, dass alle gekauften E-Books zus&#228;tzlich bei Amazon gesichert und dadurch zukunftssicher verf&#252;gbar seien:</p>
<blockquote><p>&#8220;A copy of every book you purchased from the Kindle Store is backed up online at Amazon.com in case you ever need to download it again. You can wirelessly re-download books for free any time. […] Think of it as a bookshelf in your attic &#8211; even though you don&#8217;t see it, you know your books are there.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://www.informationweek.com/news/personal_tech/drm/showArticle.jhtml?articleID=218501227" target="_blank">Informationweek</a> zufolge d&#252;rfte sich auch die amerikanische Handelsaufsicht <a href="http://www.ftc.gov/" target="_blank">FTC</a> f&#252;r die L&#246;schaktion interessieren. Nach den heftigen Reaktionen der Netz&#246;ffentlichkeit und der Kindle-Nutzer ist Amazon nun hektisch dabei, zur&#252;ckzurudern. <a href="http://news.cnet.com/8301-13860_3-10290047-56.html?tag=newsEditorsPicksArea.0" target="_blank">Cnet</a> zitiert einen Amazon-Sprecher mit den Worten: &#8220;We are changing our systems so that in the future we will not remove books from customers&#8217; devices in these circumstances.&#8221; – Damit l&#228;sst sich Amazon freilich weiten Raum f&#252;r andere &#8220;circumstances&#8221;, die in Zukunft zu L&#246;schaktionen f&#252;hren k&#246;nnten.</p>
<p>Wie leicht es Amazon gefallen ist, die betreffenden B&#252;cher zu l&#246;schen, verdeutlicht den gravierenden Nachteil, den E-Books gegen&#252;ber physischen B&#252;chern hinsichtlich ihrer Haltbarkeit, Archivierbarkeit und Manipulationssicherheit besitzen. Dar&#252;ber hinaus stellt sich die Frage, wie weit die Rechte von Verbrauchern an den heruntergeladenen E-Books eigentlich gehen: Sind sie Besitzer von Kopien der E-Books oder haben sie lediglich ein beschr&#228;nktes Nutzungsrecht?</p>
<p>Der Fall macht klar, dass sich das &#8220;Whispernet&#8221; nicht nur f&#252;r eine bequeme Art des Buchshoppings, sondern auch f&#252;r eine besonders ruppige Form des Digital Rights Management eignet. Wenn es hier um den Schutz geistigen Eigentums geht, muss sich Amazon-Chef Jeff Bezos die Frage gefallen lassen, wie wichtig ihm der Schutz des geistigen Eigentums der Kindle-Nutzer ist. Zwar ist unklar, ob und in welchem Umfang Notizen, Anmerkungen und Lesezeichen, die Kindle-Nutzer in ihren nun gel&#246;schten E-Books angelegt hatten, direkt von der L&#246;schung betroffen sind. Selbst wenn diese intellektuellen Leistungen der Leser nicht direkt mitgel&#246;scht worden sind, w&#252;rden sie durch den Verlust des Textes, auf den sie sich beziehen, ihren Sinn einb&#252;&#223;en: Eine Randbemerkung ist ja nur im Zusammenhang mit dem daneben stehenden Text sinnvoll. Insofern w&#228;re den betroffenen Nutzern ein Schaden entstanden.</p>
<p>Mit dieser Aktion hat Amazon den gr&#246;&#223;ten technologischen Vorzug seines Ger&#228;ts in einen gravierenden Nachteil verwandelt: Von nun an wird jedem Nutzer eines Kindle klar sein, dass stets eine Thought Police seine digitale Bibliothek im Blick haben und mit ihr unbeobachtet nach Belieben schalten und walten kann. Dies sollte vor allem im Auge behalten, wer einen weiteren Vorzug des neuesten Kindle-Modells DX nutzen will: Dessen eingebaute pdf-Software &#8220;erm&#246;glicht es Ihnen&#8221;, wie Amazon verspricht, &#8220;all Ihre pers&#246;nlichen und beruflichen Dokumente unterwegs zu lesen&#8221; &#8211; M&#246;glicherweise nicht nur Ihnen.</p>
<p>(via <a href="http://www.boingboing.net/2009/07/17/amazon-zaps-purchase.html" target="_blank">BoingBoing</a><a href="http://www.boingboing.net/2009/07/17/amazon-zaps-purchase.html"></a>, <a href="http://www.heise.de/newsticker/Amazon-loescht-gekaufte-Kindle-eBooks--/meldung/142186" target="_blank">Heise</a>, <a href="http://www.informationweek.com/news/personal_tech/drm/showArticle.jhtml?articleID=218501227" target="_blank">Informationweek</a><a href="http://www.informationweek.com/news/personal_tech/drm/showArticle.jhtml?articleID=218501227"></a>, <a href="http://netzwertig.com/2009/07/18/amazons-kindle-orwellscher-drm-suendenfall/" target="_blank">Netzwertig</a><a href="http://news.cnet.com/8301-13860_3-10290047-56.html?tag=newsEditorsPicksArea.0"></a>)</p>
<p><strong>Update </strong>19.7., 22:18h: Wie das britische Branchenmagazin The Bookseller soeben <a href="http://www.thebookseller.com/news/91946-amazon-likened-to-big-brother-after-deleting-1984-from-kindles.html.rss" target="_blank">berichtet</a>, sollen in mindestens einem Fall tats&#228;chlich umfangreiche Annotationen, die ein Leser zu einem der beanstandeten E-Books auf seinem Kindle angelegt hatte, durch die L&#246;schaktion vernichtet worden sein:</p>
<blockquote><p>&#8220;One Kindle user even had his notes on the book removed: Justin Gawronski, a 17-year-old from the Detroit area, was reading 1984 on his Kindle for a summer assignment and lost all his notes and annotations when the file vanished. »They didn&#8217;t just take a book back, they stole my work,« he is reported to have said.&#8221;</p></blockquote>
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		<title>Roland Reu&#223;: Open Access und die &#8220;Straftat gigantischen Ausma&#223;es&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Jul 2009 21:58:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Heidelberger Appell]]></category>
		<category><![CDATA[Open Access]]></category>
		<category><![CDATA[Roland Reuß]]></category>

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		<description><![CDATA[Roland Reu&#223; hat den Mut, seine Angst &#246;ffentlich zu gestehen. Auf seinem Er&#246;ffnungsvortrag zur Tagung &#8220;Autorschaft als Werkherrschaft in digitaler Zeit&#8220;, die gestern in Frankfurt stattfand, machte er deutlich, wie sehr ihm davor graut, dass seine Werke durch Open Access im Internet den Barbaren anheimfallen k&#246;nnten. Sein Vortrag steht konsequenter Weise nicht online, so dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Roland Reuss bei Google Booksearch" href="http://books.google.de/books?as_q=&amp;num=10&amp;btnG=Google-Suche&amp;as_epq=roland+reuss" target="_blank">Roland Reu&#223;</a> hat den Mut, seine Angst &#246;ffentlich zu gestehen. Auf seinem Er&#246;ffnungsvortrag zur Tagung &#8220;<a href="http://www.textkritik.de/urheberrechtstagung/" target="_blank">Autorschaft als Werkherrschaft in digitaler Zeit</a>&#8220;<a href="http://www.textkritik.de/urheberrechtstagung/"></a>, die gestern in Frankfurt stattfand, machte er deutlich, wie sehr ihm davor graut, dass seine Werke durch Open Access im Internet den Barbaren anheimfallen k&#246;nnten. <span id="more-128"></span>Sein Vortrag steht konsequenter Weise nicht online, so dass ich mich im folgenden an die Berichte von Thierry Chervel f&#252;r den <a href="http://www.perlentaucher.de/blog/51_die_fruechte_des_internets" target="_blank">Perlentaucher</a> und Wolfgang Tischer f&#252;r <a href="http://www.literaturcafe.de/heidelberger-appell-frankfurter-literaturhaus-tagung/" target="_blank">Literaturcafé</a> halten muss. Thierry Chervel zufolge beklagte der Initiator des <a href="http://www.textkritik.de/urheberrecht/index.htm" target="_blank">Heidelberger Appells</a> die &#8220;allgemeine Respektlosigkeit der sogenannten Konsumenten&#8221; – vor allem jener im Internet:</p>
<blockquote><p>&#8220;Es herrsche im Internet ein »hedonistischer und antiindividualistischer Furor, der leicht ins Kannibalistische abgleiten kann«. Gegen die »populistischen Diskurse« derer, die »alles gleich und umsonst haben wollen« brachte er das »geistige und sittliche Band zwischen Autor und Werk« in Anschlag. Er sei wie der Vater seiner Werke. Der von ihm beschworene Zwang zu Open Access und Googles Bem&#228;chtigung erschienen wie eine Entf&#252;hrung seiner Kinder in ein Stadion, wo sie dann ohne weitere Aufsicht einem entfesselten Mob ausgeliefert w&#228;ren.&#8221;</p></blockquote>
<p>Man kann sich ein wenig &#252;ber die Gleichsetzung von Kindern mit wissenschaftlichen Werken wundern. Doch ist Angst um die eigenen Kinder kein Gef&#252;hl, f&#252;r das man sich sch&#228;men m&#252;sste, und F&#252;rsorglichkeit eine durchaus schickliche Tugend. Der Vergleich macht allerdings deutlich, wie tief Reu&#223;&#8217; Affekt gegen Open Access, ja gegen jede Art des unkontrollierten Zugriffs auf seine wissenschaftlichen Werke geht. Wer so spricht, f&#252;rchtet sich davor, dass irgendwelchen anonymen Anderen, und gar einer un&#252;berschaubaren und unkontrollierbaren Zahl von ihnen, etwas anheim fallen k&#246;nnte, was ihm am Herzen liegt. Mit anderen Worten: Reu&#223; hat Angst vor dem &#8220;allgemein respektlosen&#8221; Publikum, Angst vor einem entfesselten Kritiker-&#8221;Mob&#8221;, Angst davor,</p>
<blockquote><p>&#8220;was alles mit seinem Werk im Netz passieren k&#246;nnte: Leute k&#246;nnten es &#228;ndern, es k&#246;nnte in Zusammenh&#228;ngen stehen, die ihm nicht behagen. »Ein Autor kann etwas dagegen haben, sein Werk auf einer von Werbeeinnahmen finanzierten Plattform wiederzufinden.« Das ziehe ihn auf ein Niveau herab, auf dem er sich nicht heimisch f&#252;hle, es besch&#228;dige die Integrit&#228;t seines Werks, mehr, es taste es innerlich an, mache etwas anderes, von ihm nicht Gewolltes aus dem Werk. Reu&#223; prangerte auch Fehler an, die bei der Digitalisierung von B&#252;chern passieren. »Dass ich als Autor f&#252;r eine Textgestalt haftbar gemacht werde, die ich niemals autorisiert habe«, beklagte Reu&#223; – alles in allem eine »Straftat gigantischen Ausma&#223;es«&#8221;</p></blockquote>
<p>Nichts von dem, was Reu&#223; hier laut Thierry Chervel beschreibt, ist sch&#246;n – f&#252;r &#8220;Straftaten gigantischen Ausma&#223;es&#8221; w&#252;rden mir allerdings sehr andere Beispiele einfallen.</p>
<p>Ver&#246;ffentlichen hei&#223;t immer auch ein st&#252;ckweit, Kontrollverlust zu akzeptieren: Was einmal ver&#246;ffentlicht ist, kann nicht zur&#252;ckgeholt werden: Die <a href="http://www.d-nb.de/" target="_blank">Deutsche Nationalbibliothek</a> w&#252;rde noch so flehentlichem Bitten, eines reuigen Autors, sein Werk aus den Regalen zu entfernen, zurecht nicht Folge leisten. Das h&#228;ngt damit zusammen, dass das Urheberrecht selbst, wie Volker Grassmuck von <a href="http://www.irights.info/" target="_blank">iRights.info</a> in der Einleitung zu &#8220;Urheberrecht im Alltag&#8221; (<a href="http://irights.info/fileadmin/texte/buch/iRights-Buch-2.Aufl._download.pdf" target="_blank">pdf</a>) verdeutlicht,</p>
<blockquote><p>dazu dient, das »Recht der Allgemeinheit auf ungehinderten Zugang zu urheberrechtlich gesch&#252;tzten G&#252;tern« sowie »das Interesse der Allgemeinheit, im Rahmen der Entwicklung der modernen Industriegesellschaft, zu vorhandenen Informationen und Dokumentationen einen unkomplizierten Zugang haben zu m&#252;ssen,« zu sichern.</p></blockquote>
<p>Reu&#223; mag dergleichen nicht anfechten: &#8220;Eine Sozialbindung seines geistigen Eigentums<strong> </strong>erkannte er ausdr&#252;cklich nicht an&#8221;, res&#252;miert Thierry Chervel. Wolfgang Tischer nimmt Reuss&#8217; &#8220;reichlich romantisches und fast schon bis zur Unschuld verkl&#228;rtes Bild von der Autor- und Urheberschaft&#8221; aufs Korn:</p>
<blockquote><p>&#8220;Es ist ein derma&#223;en idealisiertes Bild, wie es sich wohl nur ein staatlich bezahlter Professor leisten kann, f&#252;r den das &#220;bel beginnt, wenn er sein Werk in die Freiheit entl&#228;sst. F&#252;r Reu&#223; sind seine Werke wie Kinder, die er in einem guten Kindergarten wohlbeh&#252;tet wissen will. Sein Kindergarten ist der Verlag. Bei einem Verlag zu publizieren, so Reu&#223;, das sei schon etwas ganz anderes, als bei einer Suchmaschine ganz oben zu stehen. Die Kritiker [des Heidelberger Appells, Anm. bewegliche <em>lettern</em>], so sieht es Reu&#223;, st&#246;re diese vertrauensvolle Beziehung zwischen Autor und Verlag.&#8221;</p></blockquote>
<p>F&#252;r Reu&#223; zeichnet es einen Verlag aus, dem Autor Nestw&#228;rme zu gew&#228;hren und so seine Kontingenzfurcht zu mindern. Nur gut, dass Reu&#223; vorsorglich betonte, es gehe ihm nicht ums Monet&#228;re, sondern rein um Pers&#246;nlichkeitsrechte. Denn mit dem g&#228;ngigen Gesch&#228;ftsmodell eines Publikumsverlags, der mit dem Autor das Interesse an einer m&#246;glichst weiten Verbreitung seines Werkes gemein hat, l&#228;sst sich eine solche Einstellung wohl kaum vereinbaren.</p>
<p>Wolfgang Tischers Verweis auf das staatliche Bezahlmodell, an dem Reu&#223; teilhat, trifft deshalb den Kern: In der geisteswissenschaftlichen Welt, zu der Reu&#223; geh&#246;rt, verdienen die Autoren mit Publikationen nur in Ausnahmef&#228;llen direkt Geld. Dort publiziert man in aller Regel unhonoriert, bisweilen gegen Druckkostenzusch&#252;sse, die aus der eigenen Tasche oder aus F&#246;rdermitteln zu entrichten sind. Indirekt werden die Autoren dadurch entlohnt, dass sie sich mithilfe ihrer Publikationen eine Stellung im staatlich finanzierten Wissenschaftssystem erarbeiten k&#246;nnen. Dank Druckkostenzuschuss und da die gr&#246;&#223;tenteils institutionellen Abnehmer wissenschaftlicher Publikationen diese ohnedies beinahe um jeden Preis erwerben m&#252;ssen, sind Wissenschaftsverlage der M&#252;he einer auf ein breiteres Publikum zielenden Pressearbeit zum gro&#223;en Teil enthoben.</p>
<p>In Reu&#223;&#8217; Augen scheint der Druckkostenzuschuss somit sicherzustellen, dass man behaglich unter sich bleibt und der &#8220;Mob&#8221; au&#223;en vor. Zahlen f&#252;r die Exklusivit&#228;t: Das Gesch&#228;ftsmodell von Wissenschaftsverlagen als exklusiver Club verstanden. Nur gibt es den Sch&#246;nheitsfehler, dass das Geld, das da ausgegeben wird, vom Staat kommt. Oder, wie die Verfechter des Heidelberger Appells selbst <a href="http://www.textkritik.de/urheberrechtstagung/index.htm" target="_blank">formulieren</a>: &#8220;da&#223; es der &#214;ffentlichkeit nicht zuzumuten sei, f&#252;r Wissenschaft zweimal zu bezahlen – einmal auf der Produktionsseite durch Entlohnung und F&#246;rderung der Wissenschaftler und ein zweites Mal als Konsument von (&#252;berteuerten) Verlagserzeugnissen.&#8221;</p>
<p>Roland Reu&#223; hat sich mit seinen bemerkenswerten Kleist und Kafka-Editionen einen Namen gemacht. Neben seinen wissenschaftlichen Werken, bei deren Verbreitung er die geschilderte schamhafte Zur&#252;ckhaltung pflegt, hat seine Publikationst&#228;tigkeit noch einen r&#252;stigen Seitenzweig: Man wird sich an Roland Reu&#223; dereinst als an einen gro&#223;en Verfasser von Appellen erinnern. Mit diesen Appellen h&#228;lt Reu&#223; nicht hinterm Berg: Sie sind kraftvoll formuliert, schrankenlos online einsehbar und gelten vor allem der eigenen Sache.</p>
<p>Mit dieser von seiner wissenschaftlichen so deutlich unterschiedenen Publikationsstrategie ist Reu&#223; &#252;beraus erfolgreich: Der Heidelberger Appell hat ein bemerkenswertes Medienecho hervorgerufen. Um ihn hat sich eine Menge von bisher 2634 Unterzeichnern geschart: Bedeutende Schriftsteller, Gr&#246;&#223;en des Geisteslebens, Zeitungs- und Buch-Verleger – alles, nur kein &#8220;entfesselter Mob&#8221;.</p>
<p>Und der Heidelberger Appell war nicht der erste, den Reu&#223;&#8217; <a href="http://www.textkritik.de/" target="_blank">Institut f&#252;r Textkritk</a> lancierte. Als im Oktober 2006 die <a href="http://www.dfg.de/" target="_blank">Deutsche Forschungsgemeinschaft</a> entschied, die von Reu&#223; zusammen mit Peter Staengle erstellte historisch-kritische <a href="http://www.stroemfeld.de/de/editionen_0_5_1/" target="_blank">Kafka-Ausgabe</a> nicht weiter zu f&#246;rdern, wandte sich die Fachwelt in einem &#8211; auf der Website des Instituts nach wie vor schrankenlos zug&#228;nglichen -  <a href="http://www.textkritik.de/presse/offener_brief.htm" target="_blank">Offenen Brief</a> an den damaligen DFG-Pr&#228;sidenten Ernst-Ludwig Winnacker. Auch damals fand der Appell keinen &#8220;entfesselten Mob&#8221;, sondern eine zahlreiche Schar namhafter Unterst&#252;tzer. Die DFG blieb dennoch bei ihrer umstrittenen Entscheidung. F&#252;r Wolfgang Tischers Mutma&#223;ung, dass hinter Reu&#223;&#8217; gegen die DFG gerichtetem Heidelberger Appell eine &#8220;private Fehde von Roland Reu&#223; mit der DFG&#8221; stehe, gibt es also durchaus ein Indiz.</p>
<p>Man mag sich w&#252;nschen, dass Reu&#223; aus der &#246;ffentlichen Wirksamkeit dieser Appelle auf die Chancen eines ebenso schrankenlos &#246;ffentlichen wissenschaftlichen Publizierens schlie&#223;en w&#252;rde. Bisweilen m&#252;ssen Vorbehalte und Tabus im Interesse der Wissenschaft &#252;berschritten werden. Franz Kafka <a href="http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&amp;xid=1351&amp;kapitel=1#gb_found" target="_blank">appellierte</a> in seinem letzen Willen an Max Brod, seine Manuskripte &#8220;restlos und ungelesen zu verbrennen&#8221;. Max Brod widerstand dem Wunsch des Freundes und ver&#246;ffentlichte sie. Das war nicht im Sinne der &#8220;Autorschaft als Werkherrschaft&#8221;, aber zweifellos verdienstvoll. Dass Roland Reu&#223; zusammen mit Peter Staengle gegen&#252;ber der arg verf&#228;lschenden Kafka-Ausgabe Brods den Urtext der Manuskripte mit der historisch-kritischen Edition wieder sichtbar gemacht hat, ist eine literaturwissenschaftliche Tat gigantischen Ausma&#223;es. – Und, wenngleich der &#8220;Werkherrschaft&#8221; und dem bekundeten Willen des Autors entgegengesetzt, ganz gewiss keine &#8220;Straftat&#8221;.</p>
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		<title>Lesenswert: Susanne Gaschke droht an, zu verstummen</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Jul 2009 09:12:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Gaschke]]></category>

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		<description><![CDATA[In der aktuellen &#8220;Zeit&#8221; berichtet Susanne Gaschke, aber leider (noch) nicht online, von einem Besuch beim Bundesparteitag der deutschen Piratenpartei. Wer Gaschkes vorigen Artikel &#252;ber die Piraten gelesen hat, wird keine Unvoreingenommenheit erwarten. Und auch keine &#220;berraschung erleben: Wenn ich richtig zwischen den Zeilen lese, suggeriert Gaschke, dass die &#8220;jungen M&#228;nner&#8221; der Piratenpartei, die den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der aktuellen &#8220;Zeit&#8221; berichtet Susanne Gaschke, aber leider (noch) nicht online, von einem Besuch beim Bundesparteitag der deutschen Piratenpartei. Wer Gaschkes <a href="http://www.zeit.de/2009/18/pirate-bay-urheberrecht" target="_blank">vorigen Artikel</a> &#252;ber die Piraten gelesen hat, wird keine Unvoreingenommenheit erwarten. Und auch keine &#220;berraschung erleben: <span id="more-89"></span>Wenn ich richtig zwischen den Zeilen lese, suggeriert Gaschke, dass die &#8220;jungen M&#228;nner&#8221; der Piratenpartei, die den Computer als &#8220;Bestandteil ihres K&#246;rpers&#8221; verstehen, letztlich nur von digitaler Kastrationsangst zum politischen Engagement getrieben werden. La-la.</p>
<p>Interessant ist aber der Schlussabsatz. Wenn sich die Auffassung der Piraten vom Urheberrecht durchsetzt, so Gaschke, w&#228;re</p>
<blockquote><p>&#8220;die Konsequenz [...] leider, dass die Urheber k&#252;nftig &#246;fter &#252;berlegen werden, ob sich die Ver&#246;ffentlichung ihrer Ideen, ihrer  wissenschaftlichen Arbeiten oder ihrer Kunst noch lohnt. Kommt es so, dann gibt es auch f&#252;r die Digitalrevolution&#228;re irgendwann nichts mehr zu verteilen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Interessant ist dies, weil es so abgedroschen und doch so sp&#252;rbar abwegig ist. Es ist wichtig, dass Menschen, die vom Schreiben leben, auch weiter vom Schreiben leben k&#246;nnen. Aber es ist doch andererseits so, dass f&#252;r die meisten Schreiber der Lohn nicht das ist, was sie zum Schreiben bringt. Deswegen w&#252;rde selbst im worst case einer g&#228;nzlich ausbleibenden Honorierung der Urheber das Geschriebene nicht versiegen. Und dank der kostenfreien Publikationsm&#246;glichkeiten, die das digitale Zeitalter zur Verf&#252;gung stellt, auch nicht unver&#246;ffentlicht bleiben m&#252;ssen.</p>
<p>In den meisten schreibenden Disziplinen funktioniert die Entlohnung ohnehin schon heute nicht &#252;ber eine direkte Honorierung des Geschriebenen. Sondern das Geschriebene ist ein Einsatz, mit dem die Schreibenden in andere Bezahlungssysteme hineinkommen. Das Paradebeispiel hierf&#252;r ist das wissenschaftliche Publizieren, das in aller Regel nicht nur nicht direkt verg&#252;tet wird, sondern bisweilen sogar in Form sogenannter Druckkostenzusch&#252;sse f&#252;r Qualifikationsschriften erhebliches Geld kostet. Ihren Lebensunterhalt verdienen die Wissenschaftler dadurch, dass sie in den staatlich und aus F&#246;rdergeldern der Wirtschaft bezahlten Wissenschaftsbetrieb aufgenommen werden: Wer oft und gut genug for free publiziert hat, dem weht ein milder C4.</p>
<p>Im Literaturbetrieb ist das nicht grundlegend anders, wenn auch weniger formalisiert: Die Einnahmen aus Stipendien und Preisen d&#252;rften f&#252;r die meisten einigerma&#223;en erfolgreichen Autoren die direkten Honorare &#252;bertreffen. Wer aber nicht das Gl&#252;ck hat, in den Wissenschaftsbetrieb oder den Literaturbetrieb hineinzurutschen, schreibt oder publiziert der am Ende weniger? Ein Gang in die Berliner Staatsbibliothek belehrt einen eines besseren: Im Lesesaal findet man eine stattliche Anzahl offensichtlich geringverdienender, aber mit Hingabe forschender und schreibender Menschen. Sie h&#228;lt der ausbleibende oder geringe Verdienst nicht vom Schreiben ab.</p>
<p>Und wenn sie schlicht keine Zeit mehr zum Schreiben h&#228;tten, da Brotarbeiten sie zu sehr beanspruchten? Nicht jeder ist Kafka, aber Kafka hat&#8217;s auch neben seiner T&#228;tigkeit als Versicherungsbediensteter geschafft, zu schreiben. Obwohl Musil und Benjamin zeitweise am Hungertuch nagten, haben sie ihr Schreiben nicht eingestellt.</p>
<p>Auch die Mehrzahl der aus dem Boden schie&#223;enden Blogger (bekanntlich keine Kafkas, Musils, Benjamins) schreiben nicht f&#252;r Geld. Wer zu schreiben hat, schreibt. So war es immer, und es bestehen gl&#228;nzende Aussichten, dass es auch weiterhin so sein wird. Eine entwickelte Gesellschaft muss nat&#252;rlich daf&#252;r sorgen, dass Schreibende ein Auskommen haben. Dies auch unter den Voraussetzungen einer digitalisierten Medienlandschaft zu gew&#228;hrleisten, ist eine anspruchsvolle gesellschaftliche Aufgabe, die keine Partei (bestimmt nicht die Piraten) allein wird l&#246;sen k&#246;nnen.</p>
<p>Dass eine wie immer geartete Ver&#228;nderung des Urheberrechts etwas am Mitteilungs- und Kommunikationsbed&#252;rfnis von Menschen &#228;ndern w&#252;rde, ist aber schlicht absurd. Ob Susanne Gaschke uns wirklich ihre Meinung vorenthalten w&#252;rde, wenn sie niemand mehr daf&#252;r bezahlt, sie niederzuschreiben? Hoffentlich nicht, liebe Frau Gaschke!</p>
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		<title>Lesenswert: Legalize it &#8211; Klaus Wrede will Filesharer nicht verknacken</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Jul 2009 09:59:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Filesharing]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Wrede]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie erfrischend, in der deutschen Branchenpresse eine innovationsfreudige Meinung zu lesen! Filesharer sollen nicht verfolgt werden, fordert Klaus Wrede im B&#246;rsenblatt &#8211; der juristische Kampf gegen die ungeregelte Verbreitung sei eh &#8220;aussichtslos&#8221;. Und widerspreche letztlich der Kernaufgabe des Verlegens. Denn die, erinnert uns Wrede, bestehe nicht im Verkaufen von B&#252;chern, sondern im Verbreiten von Inhalten: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie erfrischend, in der deutschen Branchenpresse eine innovationsfreudige Meinung zu lesen! Filesharer sollen nicht verfolgt werden, <a href="http://www.boersenblatt.net/328525/" target="_blank">fordert</a> Klaus Wrede im B&#246;rsenblatt &#8211; der juristische Kampf gegen die ungeregelte Verbreitung sei eh &#8220;aussichtslos&#8221;. Und widerspreche letztlich der Kernaufgabe des Verlegens. <span id="more-77"></span>Denn die, erinnert uns Wrede, bestehe nicht im Verkaufen von B&#252;chern, sondern im Verbreiten von Inhalten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Man hat das Gef&#252;hl, dass einige Verlage digitale Inhalte am liebsten vermarkten w&#252;rden, ohne sie verbreiten zu m&#252;ssen. Denn jede Verbreitung kann zu Missbrauch f&#252;hren. Und geradezu reflexhaft wird unerlaubte Nutzung verfolgt oder erschwert. Dabei ist wohl jeder Verleger einmal mit dem lobenswerten Ziel angetreten, wichtige Inhalte m&#246;glichst weit zu verbreiten. Es muss diesem Verleger doch ein ungutes Gef&#252;hl geben, wenn er feststellt, dass er nun fast mehr Sorge daf&#252;r tr&#228;gt, die Verbreitung seiner Inhalte zu verhindern, als diese zu f&#246;rdern.&#8221;</p></blockquote>
<p>Doch wie wird daraus ein Gesch&#228;ft? Die Verlage k&#246;nnten sich darauf verlegen, &#8220;Nutzerumgebungen&#8221; f&#252;r E-Books zu schaffen, die f&#252;r Leser attraktiver sind als lieblos aufgestaplete Dateihaufen auf Downloadservern, schl&#228;gt Wrede vor.</p>
<p>Wredes Ansatz ist interessant und unumg&#228;nglich: vom Nutzer &#8211; also vom Leser und Downloader &#8211; her zu denken statt vom Produzenten her. Denn die Digitalisierung ist eine Erm&#228;chtigung des Konsumenten, der zum Bezahlen nicht mehr gezwungen werden kann, sondern zum Zahlen gewonnen werden muss.</p>
<p>Den &#8220;Workflow&#8221; des Lesers zu unterst&#252;tzen, wie Wrede fordert, kann beispielsweise auch hei&#223;en, ihm einen guten, atmosph&#228;rischen und &#252;bersichtlichen Platz im Web zu bieten, auf dem er gute literarische (sei&#8217;s belletristische, sei&#8217;s fachliche) Angebote nach seinem Geschmack finden und nutzen kann. Und sich am besten sogar als Leser einbringen kann &#8211; solche social web-Applikationen f&#252;r Leser gibt es ja bereits. Nur &#252;berlassen Verlage bisher anderen dieses Feld: Den Shelfaris, BookGluttons und Bookrix, deren Attraktivit&#228;t bisher kein einziges Verlagsangebot erreicht.</p>
<p>Wie sehr Wrede mit seinen klaren Thesen im B&#246;rsenblatt ins Wespennest sticht, zeigen die zahlreichen kontroversen und ebenfalls lesenswerten Kommentare.</p>
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