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	<title>bewegliche lettern&#187; Social Media Marketing Archiv  &#8211; bewegliche lettern</title>
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	<description>medienwandel in gutenbergs welt</description>
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		<title>Buch-Marketing per Twitter? – Das Web1.0 r&#228;t ab</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 11:28:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Social Media Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[lovereading]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor kurzem wartete das britische Branchenmagazin The Bookseller mit einer &#252;berraschenden Nachricht auf: Twitter habe f&#252;r das Buchmarketing kaum Relevanz, da Leser Buchempfehlungen kaum &#252;ber Twitter bez&#246;gen. Wer n&#228;her hinschaut, ist im Vorteil: Die Studie, auf der diese Meldung beruht, geht von einer bemerkenswert unrepr&#228;sentativen Auswahl der Befragten aus und wurde von einem Unternehmen in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor kurzem wartete das britische Branchenmagazin The Bookseller mit einer &#252;berraschenden <a href="http://www.thebookseller.com/news/100834-twitter-lacks-noise-with-serious-readers.html.rss" target="_blank">Nachricht</a> auf: Twitter habe f&#252;r das Buchmarketing kaum Relevanz, da Leser Buchempfehlungen kaum &#252;ber Twitter bez&#246;gen. Wer n&#228;her hinschaut, ist im Vorteil: Die Studie, auf der diese Meldung beruht, geht von einer bemerkenswert unrepr&#228;sentativen Auswahl der Befragten aus und wurde von einem Unternehmen in Auftrag gegeben, dessen Chef dem sozialen Web erkl&#228;rterma&#223;en zutiefst misstraut und dessen Gesch&#228;ftsmodell den Regeln des Web 1.0 folgt. Eine verl&#228;ssliche Aussage &#252;ber den Wert von Twitter und dem Social Web f&#252;r die Buchbranche wird man ihr daher nicht entnehmen k&#246;nnen. <span id="more-554"></span></p>
<p>Wie ein Paukenschlag t&#246;nte die Meldung:</p>
<blockquote><p>&#8220;Social networking sites like Facebook and Twitter cannot be relied on to build book sales, as an overwhelming majority of readers do not use the sites for recommendations.&#8221;</p></blockquote>
<p>Lediglich 2%  von 1300 in einer Studie Befragten <a href="http://www.thebookseller.com/in-depth/feature/100814-survey-says---.html" target="_blank">gaben an</a>, dass sie Twitter f&#252;r Hinweise auf lesenswerte B&#252;cher f&#252;r &#8220;sehr n&#252;tzlich&#8221; hielten. Immerhin 17% benannten Twitter als &#8220;n&#252;tzlich&#8221;. Auch andere Anwendungen des sozialen Web fanden mit 34% nur vergleichsweise geringen Zuspruch – verglichen mit Websites von Autoren und H&#228;ndlern, die 83% der Befragten als hilfreich f&#252;r die Lekt&#252;reauswahl benannten. – Die Konsequenz schien klar: Twitter wird f&#252;r den Buchmarkt &#252;bersch&#228;tzt – obwohl Twitter in der Vergangenheit Schlagzeilen damit gemacht hatte, Bestseller &#8216;machen&#8217; zu k&#246;nnen: So hatte David Eaglemans Buch <em>Sum</em> erheblich davon profitiert, dass <a href="http://twitter.com/stephenfry" target="_blank">Stephen Fry</a> (944 000 followers) dar&#252;ber getwittert hatte.</p>
<p>Etwas weniger &#252;berraschend sind die Zahlen, wenn man sich anschaut, aus welchem Pool die Befragten ausgew&#228;hlt wurden. In Auftrag gegeben von der britischen Buchempfehlungs-Website <a href="http://www.lovereading.co.uk/" target="_blank">Lovereading</a> und durchgef&#252;hrt vom Buchmarktforschungsunternehmen <a href="http://www.bookmarketing.co.uk/" target="_blank">BML</a> wurden die Befragten ausschlie&#223;lich aus den Nutzern von Lovereading ausgew&#228;hlt. Diese gaben mehrheitlich an, dass sie stattdessen &#8220;verl&#228;sslichere Expertenmeinungen im Internet&#8221; aufsuchten. Peter Crawshaw, Mitgr&#252;nder und Codirektor von Lovereading fasst das wie folgt zusammen:</p>
<blockquote><p>&#8220;What is interesting, however, is the high level of independence shown by them in the sourcing of authentic expert views on what they might like to read next.&#8221;</p></blockquote>
<p>&#220;berraschend ist dies bei Nutzern der Buchempfehlungssite Lovereading eben nicht – denn diese basiert nicht auf Community-Empfehlungen oder Interaktion mit Nutzern, sondern auf &#8220;Experten-Meinungen&#8221;, die frontal von den Lovereading-Redakteuren vorgegeben werden. Oder, wie es Lovereading selbst <a href="http://www.lovereading.co.uk/aboutus" target="_blank">formuliert</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;At Lovereading, we only feature books <em>we</em> have read and believe are great reads&#8221;. [Meine Hervorhebung]</p></blockquote>
<p>Am selben Tag, an dem die Ergebnisse dieser Studie ver&#246;ffentlicht wurden, r&#228;umte The Bookseller Peter Crawshaw Raum ein, in einer Kolumne seine Sicht des Internets zu pr&#228;sentieren: Wie von dem Betreiber einer selbsterkl&#228;rten Expertenwebsite kaum anders zu erwarten, fremdelt Crawshaw mit dem Konzept der &#8220;Weisheit der Menge&#8221; (wisdom of the crowds).</p>
<blockquote><p>&#8220;The internet enables anyone to publish anything instantly. It also lets everyone have a say. Content that exists on the web or in the real world will quickly find itself subject to comment from people online. It&#8217;s a lot like flies vomiting on every piece of food in the kitchen. […] The truth is that 99% of the stuff on the web is drivel, written by people with little experience in the area they&#8217;re holding forth about. […] Quantity is no substitute for expertise.&#8221;</p></blockquote>
<p>Durch die Auswahl der Befragten aus der Nutzerschaft eines klar an den Mechanismen des Web 1.0 orientierten Angebots wurde das Ergebnis der Studie ma&#223;geblich beeinflusst. – H&#228;tte man Nutzer von Buchcommunities wie quillp, lovelybooks oder librarything befragt, w&#228;re man mit hoher Wahrscheinlichkeit zu anderen Ergebnissen gelangt. Die wirkliche, jedoch kaum nachrichtenw&#252;rdige, Meldung, die sich aus der Befragung schlie&#223;en l&#228;sst: Es fehlt den Nutzern von Lovereading an 2.0-Kompetenz. Und offensichtlich auch den Redakteuren von The Bookseller, denn sonst h&#228;tten die nicht auf diesen PR-Coup von Lovereading hereinfallen k&#246;nnen.</p>
<p>Die Relevanz von Twitter und anderen Social Web Applications l&#228;sst sich auf derart voreingenommene Art nicht erforschen. Immerhin eilt Bookseller-Redakteur Graeme Neill zur Rettung von Social Networking herbei (und gleichzeitig damit auch zur Ehrenrettung der eigenen Zeitschrift, die der Lovereading-Studie ein &#8216;Flagship Feature&#8217; gewidmet hat):</p>
<blockquote><p>&#8220;Though the Lovereading research shows that its respondents do not value Twitter as a recommendation tool, perhaps its effectiveness cannot be measured strictly in pure sales terms. It can be a tool to connect with a specific community, liaising with other publishers and to get feedback instantly&#8221;</p></blockquote>
<p>Stimmt. Deswegen hier Leander Wattigs <a href="http://leanderwattig.de/index.php/2009/06/15/buchverlage-bei-twitter-2/" target="_blank">Liste</a> twitternder Verlage .</p>
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		<title>Lesenswert: Cory Doctorow &#252;ber kostenlose E-Books als Marketing Tool</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 10:34:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Cory Doctorow]]></category>
		<category><![CDATA[DRM]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
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		<category><![CDATA[Free]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Guardian schreibt der Sci-Fi-Autor und Blogger Cory Doctorow &#252;ber kostenlose E-Books als Marketing Tool. Doctorow ist &#252;berzeugt: &#8220;Free ebooks generate more sales than they displace.&#8221; Doctorow stellt heraus, dass ein Kampf gegen das Kopieren nicht nur von Anfang an ein verlorener Kampf w&#228;re, sondern zudem einer, der sich gegen das Interesse des Autors an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Guardian <a href="http://www.guardian.co.uk/technology/2009/aug/18/free-ebooks-cory-doctorow" target="_blank">schreibt</a> der Sci-Fi-Autor und Blogger <a href="http://craphound.com/" target="_blank">Cory Doctorow</a> &#252;ber kostenlose E-Books als Marketing Tool. Doctorow ist &#252;berzeugt: &#8220;Free ebooks generate more sales than they displace.&#8221; <span id="more-364"></span></p>
<p>Doctorow stellt heraus, dass ein Kampf gegen das Kopieren nicht nur von Anfang an ein verlorener Kampf w&#228;re, sondern zudem einer, der sich gegen das Interesse des Autors an &#214;ffentlichkeit und Aufmerksamkeit richtet. Nicht wahrgenommen zu werden ist f&#252;r ihn bedrohlicher als illegal kopiert zu werden:</p>
<blockquote><p>&#8220;I don&#8217;t think we can stop others from copying – it&#8217;s a lost cause. Copying is actually wonderful, and I have copied my head off since I first snuck into the photocopy room at my dad&#8217;s office in 1980. My problem isn&#8217;t piracy, it&#8217;s obscurity&#8221;</p></blockquote>
<p>Kostenlose E-Books garantieren per se nicht (mehr) unmittelbar &#214;ffentlichkeit: Anders als noch vor ein paar Jahren hat ein kostenloser E-Book-Release heute, wie Doctorow schreibt, kaum noch Nachrichtenwert. Kostenlose E-Books k&#246;nnen aber die Bem&#252;hungen des Autors und seines Verlags um Aufmerksamkeit (und um verkaufte B&#252;cher) unterst&#252;tzen. Denn mit den kostenlosen E-Books wird Lesern etwas in die Hand gegeben, womit sie ihrem sozialen Umfeld leichter als bisher eine Leseempfehlung geben k&#246;nnen.</p>
<p>Eine private Buchempfehlung war schon immer dann besonders eindr&#252;cklich, wenn sie davon unterst&#252;tzt wurde, dass der begeisterte Leser seinen Freunden sein eigenes durchgelesenes Exemplar des Buches ausleiht oder weitergibt: So konnten B&#252;cher &#252;ber die sozialen Netzwerke der offline-Welt gro&#223;e Aufmerksamkeit generieren (etwas altert&#252;mlich nennt man das wohl immer noch Mundpropaganda).</p>
<p>Kostenlos und virtuell in unendlicher Anzahl verf&#252;gbare E-Books &#252;bertragen dieses Modell nicht nur in die online-Welt, sondern erm&#246;glichen es in einem sehr viel gr&#246;&#223;eren Grad als es mit gedruckte B&#252;chern m&#246;glich war: Der Leser hat schlie&#223;lich nicht nur ein Exemplar, mit dem er seine Empfehlung untermauern kann, sondern potenziell unendlich viele, so dass er das Buch nicht nur einem Leser aus seinem Bekanntenkreis, sondern gleich seiner ganzen Mailing List weitergeben kann: Wie Doctorow schreibt, machen es kostenlose E-Books &#8220;Lesern, denen das Buch gefallen hat, leicht, es anderen aus ihrem sozialen Umfeld unter die Nase zu halten.&#8221;</p>
<blockquote><p>&#8220;Booksellers – I&#8217;m a former one myself – know that personal recommendations from friends are the best way to sell books – better than reviews, better than covers, better than store-placement. A publisher&#8217;s publicity and marketing for a book is an excellent way to get it into some readers&#8217; hands, and the word of mouth enabled by freely copyable ebooks then acts as a force-multiplier to expand the publisher&#8217;s efforts.&#8221;</p></blockquote>
<p>&#220;berfl&#252;ssig zu sagen: DRM, zumindest in seiner harten Form, w&#252;rde diese Social Marketing-Perspektive von E-Books verhindern. Doctorows Gedanken implizieren allerdings, dass E-Books gegen&#252;ber (kostenpflichtigen) gedruckten B&#252;chern unterlegen w&#228;ren: Wer ein kostenloses E-Book bekommt, eilt im Idealfall in die Buchhandlung und kauft sich die gedruckte Version. F&#252;r einen Buchmarkt, der g&#228;nzlich mit E-Books arbeitet oder in dem das E-Book nicht mehr ein irgendwie unvollkommener Aspekt eines gedruckten Buches w&#228;re, eignet sich das von Doctorow skizzierte Modell nur eingeschr&#228;nkt.</p>
<p>Dort m&#252;sste gelten, dass die Verlage die kostenpflichtigen E-Books mit weiteren Qualit&#228;ten ausstatten, die die kostenlosen nicht aufweisen. Welche Qualit&#228;ten k&#246;nnten das sein? &#8211; Etwa jene, die Kevin Kelly in seinem wegweisenden Aufsatz &#8220;<a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/08/kevin-kelly-besser-als-kostenlos-better-than-free/" target="_blank">Better Than Free</a>&#8221; aufgezeigt hat.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Gef&#228;lschte Leserbewertungen: Social Marketing Fail</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/06/gefaelschte-leserbewertungen-social-marketing-fail/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 10:15:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Social Media Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Barnes&Noble]]></category>
		<category><![CDATA[Elsevier]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Wissenschaftsverlag Elsevier meinte es k&#252;rzlich sehr gut mit dem eigenen Produkt und bot an, f&#252;r dessen Ansehen tief in die Tasche zu greifen: Wer f&#252;r das Lehrbuch Clinical Psychology bei Barnes &#38; Noble oder Amazon.com eine Leserbewertung mit H&#246;chstwertung hinterlie&#223;, sollte einen Amazon-Gutschein in H&#246;he von 25 US-$ erhalten, versprach Elsevier. Nachdem dies aufgeflogen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Wissenschaftsverlag <a href="http://www.elsevier.com/wps/find/homepage.cws_home" target="_blank">Elsevier</a> meinte es k&#252;rzlich sehr gut mit dem eigenen Produkt und bot an, f&#252;r dessen Ansehen tief in die Tasche zu greifen: Wer f&#252;r das Lehrbuch <a href="http://www.elsevier.com/wps/find/bookdescription.cws_home/715474/description#description" target="_blank">Clinical Psychology</a> bei Barnes &amp; Noble oder Amazon.com eine Leserbewertung mit H&#246;chstwertung hinterlie&#223;, sollte einen Amazon-Gutschein in H&#246;he von 25 US-$ erhalten, versprach Elsevier. <span id="more-31"></span>Nachdem dies aufgeflogen war, musste das Elsevier-Marketing hektisch <a href="http://www.thebookseller.com/news/89581-25-offer-a-mistake-admits-reed-elsevier.html" target="_blank">zur&#252;ckrudern</a>: Ein &#8220;&#252;bereifriger Mitarbeiter&#8221; habe das ausgeheckt. Soll sich aber sch&#228;men!</p>
<p>In einem lesenswerten <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/magazine/8118577.stm" target="_blank">Artikel</a> des BBC News Magazine setzt sich Finlo Rohrer aus diesem Anlass mit von Herstellern gef&#228;lschten, erkauften und erschlichenen Produktbewertungen im Internet auseinander. Ein ganzes Fachvokabular hat sich bereits gebildet, um diese Praxis zu beschreiben: Rohrer unterscheidet &#8220;Shill Marketing&#8221;, &#8220;Astroturfing&#8221;, &#8220;Amazon Bombing&#8221;, &#8220;Sock Puppetry&#8221; und &#8220;Seeding&#8221;. Offensichtlich haben Online-Marketing-Abteilungen f&#252;r die Beschreibung dieser Praxis einen &#228;hnlich gro&#223;en Wortschatz entwickelt wie Eskimos <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eskimo-W%C3%B6rter_f%C3%BCr_Schnee" target="_blank">bekanntlich</a> f&#252;r die Beschreibung von Schnee.</p>
<p>Das weist auf die G&#228;ngigkeit dieser Praxis hin, die in ihrer Schlichtheit so verf&#252;hrerisch wie leicht durchschaubar ist. Besonders verbreitet ist sie in Sparten, wo der Online-Vertrieb besonders ausgepr&#228;gt ist. Rohrers Artikel nennt vor allem B&#252;cher und Reiseangebote. Obwohl die Online-H&#228;ndler ein eigenes Interesse an m&#246;glichst guten Bewertungen haben d&#252;rften, setzen die meisten von ihnen auf Mechanismen, gef&#228;lschte Produktbewertungen auszufiltern oder kenntlich zu machen. Amazon l&#228;sst dazu die Bewertungen ihrerseits von den Kunden bewerten (&#8220;War diese Rezension f&#252;r Sie hilfreich?&#8221;). Dass solche Bewertungsbewertungen noch leichter zu manipulieren sind als die Bewertungen selbst, ist offenkundig.</p>
<p>Immer mehr potentielle Kunden lernen, die vermeintlichen oder echten Kundenbewertungen in Online-Shops mit der n&#246;tigen Skepsis zu betrachten (siehe zum Beispiel die Kommentare zu Rohrers Artikel). Dabei verraten sich gef&#228;lschte Kundenbewertungen leicht durch eine einheitliche Sprache, durch einen allzu &#228;hnlichen Zeitstempel und durch eine vom &#252;brigen Bewertungsprofil des Produkts allzu deutlich abweichende Tendenz.</p>
<p>Glaubw&#252;rdig wird die Kundenrezension f&#252;r andere Kunden, wenn der Kundenrezensent eine ausgewogene und nachvollziehbare Rezensionsvita hat: Wenn er schon mehrere B&#252;cher von mehreren Verlagen bewertet, seine Bewertung dabei nachvollziehbar begr&#252;ndet und am besten nicht immer nur Extremwertungen vergeben hat. Auch solche Rezensionsviten lassen sich freilich nach Ma&#223; und Belieben fertigen. Das Fachwort hierf&#252;r ist &#8220;Sock Puppetry&#8221;, was sich lose mit &#8220;kasperletheatern&#8221; &#252;bersetzen lie&#223;e.</p>
<p>Sinnvoller, zeitschonender und irgendwie auch ethischer d&#252;rfte es sein, Leserviten nicht zu simulieren, sondern aufzufinden. Etwa in online social networks wie Facebook. Wer dort einerseits einen gro&#223;en Freundeskreis hat und andererseits vermuten l&#228;sst, dass ihm ein bestimmtes Buch gefallen wird (etwa weil er in seiner Facebook-Bibliothek &#228;hnliche B&#252;cher stehen oder auf andere Weise ein zum Buch passendes Interesse gezeigt hat), dem wird die Presseabteilung eines Verlages wohl ein Rezensionsexemplar anbieten k&#246;nnen. Ohne Versprechungen und in der Hoffnung, dass er seinen Facebook Freunden davon vorschw&#228;rmt. Aber auch auf die Gefahr hin, dass er am Ende laut sagt, dass ihm das Buch nicht gefallen hat. Sowas kann ja selbst bei professionellen Rezensenten durchaus mal passieren&#8230;.</p>
<p>Elseviers Clinical Psychology hat &#252;brigens bisher noch keine 5-Sterne-Bewertung erhalten. Weder bei <a href="http://www.amazon.com/Clinical-Psychology-Assessment-Treatment-Research/dp/0123742560/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1246008045&amp;sr=1-2" target="_blank">Amazon</a> noch bei <a href="http://search.barnesandnoble.com/Clinical-Psychology/David-CS-Richard/e/9780123742568/?itm=1" target="_blank">Barnes &amp; Noble</a>. Und Gutscheine soll&#8217;s auch nicht mehr geben.</p>
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		<title>Lesenswert: Leander Wattig &#252;ber Verlage und Social Marketing</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/06/lesenswert-leander-wattig-uber-verlage-und-social-marketing/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Jun 2009 10:22:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media Marketing]]></category>

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		<description><![CDATA[Leander Wattig hat auf der  Jahrestagung des Arbeitskreises f&#252;r elektronisches Publizieren (AKEP) einen Vortrag &#252;ber die Bedeutung des Social Web f&#252;r Verlage gehalten. Seine informative Pr&#228;sentation, die auch einzelne Tools zur Streuung und Aggregation von Nachrichten im Social Web vorstellt, lohnt sich anzusehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Leander Wattig hat auf der  Jahrestagung des Arbeitskreises f&#252;r elektronisches Publizieren (<a href="http://www.boersenverein.de/de/portal/AKEP_Jahrestagung/158255" target="_blank">AKEP</a>) einen Vortrag &#252;ber die Bedeutung des Social Web f&#252;r Verlage gehalten. Seine informative <a href="http://leanderwattig.de/index.php/2009/06/19/vortrag-auf-der-akep-jahrestagung-2009/">Pr&#228;sentation</a>, die auch einzelne Tools zur Streuung und Aggregation von Nachrichten im Social Web vorstellt, lohnt sich anzusehen.</p>
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		<title>Bezahlte Twitterkan&#228;le</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 10:13:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn (wie etwa Tim Renner und Norbert Bolz &#252;berzeugt sind), eines der Standbeine eines neuen Gesch&#228;ftsmodells f&#252;r Medienindustrien darin besteht, privilegierten Zugang zum K&#252;nstler (Musiker, Schriftsteller) zur Verf&#252;gung zu stellen: Hier ist der Kanal dazu: Kostenpflichtiges Twitter. Mit Super Chirp ist gerade ein entsprechender Service an den Start gegangen, der f&#252;r Musik- und Buchverleger interessant [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn (wie etwa Tim Renner und Norbert Bolz &#252;berzeugt sind), eines der Standbeine eines neuen Gesch&#228;ftsmodells f&#252;r Medienindustrien darin besteht, privilegierten Zugang zum K&#252;nstler (Musiker, Schriftsteller) zur Verf&#252;gung zu stellen: Hier ist der Kanal dazu: Kostenpflichtiges Twitter.<span id="more-67"></span></p>
<p>Mit <a href="http://www.techcrunch.com/2009/06/07/paid-twitter-streams-are-here-super-chirp/" target="_self">Super Chirp</a> ist gerade ein entsprechender Service an den Start gegangen, der f&#252;r Musik- und Buchverleger interessant sein k&#246;nnte:  F&#252;r Abonnementgeb&#252;hren zwischen 99 US-cent und $ 9,99 – wovon 70% an die Autoren gehen – l&#228;sst sich ein &#8220;Super chirp&#8221; abonnieren. F&#252;r diese Abonnementsgeb&#252;hr k&#246;nnte sich ein fan eines Schriftstellers oder Musikers einen &#8216;direkten&#8217; Kanal zum K&#252;nstler legen. Interessant wird das insbesondere im Zusammenhang mit den ebenfalls gerade angek&#252;ndigten <a href="http://blog.twitter.com/2009/06/not-playing-ball.html" target="_self">Verified Accounts</a>, die sicherstellen, dass sich auf Twitter hinter z.B. &#8220;Britney Spears&#8221; auch tats&#228;chlich <em>die</em> Britney verbirgt. W&#228;ren nicht auch „Super Chirps“ von, sagen wir, Charlotte Roche eine eintr&#228;gliche Idee?</p>
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