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	<title>bewegliche lettern&#187; Medienwandel Archiv  &#8211; bewegliche lettern</title>
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	<description>medienwandel in gutenbergs welt</description>
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		<title>Literatur und Animated Typography</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2010/05/literatur-und-animated-typography/</link>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 21:03:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Lesehinweis in eigener Sache: Der Perlentaucher bringt heute einen Essay von mir unter dem Titel &#8220;Tanz der Lettern&#8221;. Ich schlage darin vor, in der Remix-Kunst der Animated Typography ein Beispiel daf&#252;r zu sehen, wie Literatur von den neuen digitalen M&#246;glichkeiten &#228;sthetisch und expressiv profitieren kann &#8211; ohne ihre Bindung an Sprache aufzugeben und zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Lesehinweis in eigener Sache: Der Perlentaucher bringt heute einen <a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/6215.html" target="_blank">Essay</a> von mir unter dem Titel &#8220;Tanz der Lettern&#8221;. Ich schlage darin vor, in der Remix-Kunst der Animated Typography ein Beispiel daf&#252;r zu sehen, wie Literatur von den neuen digitalen M&#246;glichkeiten &#228;sthetisch und expressiv profitieren kann &#8211; ohne ihre Bindung an Sprache aufzugeben und zum Video oder Computerspiel zu tendieren.</p>
<p><span id="more-859"></span></p>
<blockquote><p>W&#228;hrend damit experimentiert wird, B&#252;cher mit Videoclips anzureichern, sie mit Soundtracks zu unterlegen oder mit Videospiel­-Elementen zu versehen, ist eine entscheidende &#8211; und der Literatur vielleicht besonders gerechte &#8211; M&#246;glichkeit bisher kaum beachtet worden: Die Lettern k&#246;nnen endlich beweglich werden, die W&#246;rter Laufen lernen.</p></blockquote>
<p>Den Rest des Artikels gibt&#8217;s <a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/6215.html" target="_blank">hier</a>.</p>
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		<title>CoverSpy deckt Leseverhalten von Gro&#223;stadtmenschen auf</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2010/02/coverspy-deckt-leseverhalten-von-grossstadtmenschen-auf/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Feb 2010 16:30:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[eReader]]></category>
		<category><![CDATA[Trivialliteratur]]></category>
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		<description><![CDATA[Allenthalben wird in der Digitalisierung eine Gefahr f&#252;r die Privatsph&#228;re gesehen. Doch eine Initative des New Yorker Literaturmagazins Slice macht nun deutlich: Die zunehmende Ausbreitung von eReadern bedroht nicht die Intimsph&#228;re der Leser, sondern den Voyeurismus des gemeinen U-Bahnpassagiers. Auf der Website CoverSpy und dem angeschlossenen Twitter-Account sp&#228;hen Slice-Mitarbeiter systematisch die Lesegewohnheiten argloser New Yorker [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Allenthalben wird in der Digitalisierung eine Gefahr f&#252;r die Privatsph&#228;re gesehen. Doch eine Initative des New Yorker Literaturmagazins <a href="http://www.slicemagazine.org/" target="_blank"><em>Slice</em></a> macht nun deutlich: Die zunehmende Ausbreitung von eReadern bedroht nicht die Intimsph&#228;re der Leser, sondern den Voyeurismus des gemeinen U-Bahnpassagiers. Auf der Website <a href="http://coverspy.tumblr.com/" target="_blank">CoverSpy</a> und dem angeschlossenen <a href="http://twitter.com/coverspy" target="_blank">Twitter-Account</a> sp&#228;hen Slice-Mitarbeiter systematisch die Lesegewohnheiten argloser New Yorker in der U-Bahn aus. <span id="more-710"></span></p>
<p>Wenig ist verr&#228;terischer als das Cover des Buches, das ein Mensch in der &#214;ffentlichkeit liest. Der Steppenwolf: &#8220;Pubert&#228;t h&#228;lt an&#8221;, Molloy: &#8220;interessant mit Hang zum Poser&#8221;, Die S&#228;ulen der Erde: &#8220;nennt sich selbst Leseratte, stolz, keine Angst vor dicken B&#252;chern zu haben&#8221;,  Warum M&#228;nner nicht zuh&#246;ren und Frauen&#8230;: &#8220;zu lange in einer Beziehung, unleidlich&#8221;, Scarlett: &#8220;Eieiei&#8221;. Die Botschaft, die der Lesestoff &#252;ber den &#246;ffentlichen Leser mitteilt, schwankt zwischen bewusstem Statement und naiv zugelassenem Einblick mit Tiefenwirkung. Das Cover des in der &#214;ffentlichkeit aufgeschlagenen Buches ist halb Statussymbol, halb entschl&#252;pftes Bekenntnis. Die Reaktion der Umwelt liegt entsprechend den eigenen Vorlieben zwischen Fremdscham und Ann&#228;herungsversuch.</p>
<p>Mit dem Aufkommen von eReadern f&#252;rchten die Cover Spies um diese indiskreten und reizvollen Einblicke ins Wesen ihrer Mitmenschen: Die einf&#246;rmige, opake R&#252;ckseite der digitalen Leseger&#228;te l&#228;sst nicht mehr ahnen, in welche Leselandschaften die Augen des Passagiers gegen&#252;ber versunken sind. Um auf diese Gefahr aufmerksam zu machen, twittern die urbanen Agenten nun, was die Passagiere und Passanten lesen, und f&#252;gen noch einige Details &#252;ber Kleidung und Habitus der Zielperson hinzu. Das sieht dann etwa so aus:</p>
<blockquote><p>East of Eden, John Steinbeck (M, 20s, curly hair/Dave Eggers look alike, Q train at 55th St.) <a rel="http://bit.ly/plugins/iframe?hashUrl=http%3A%2F%2Fbit.ly%2F9MfIZr" href="http://bit.ly/9MfIZr" target="_blank">http://bit.ly/9MfIZr</a> <a title="#coverspy" href="http://twitter.com/search?q=%23coverspy">#coverspy</a></p>
<p>Extremely Loud and Incredibly Close, Jonathan Safran Foer (F, 20s, shiny black headband, F train) <a rel="http://bit.ly/plugins/iframe?hashUrl=http%3A%2F%2Fbit.ly%2FcygAhH" href="http://bit.ly/cygAhH" target="_blank">http://bit.ly/cygAhH</a> <a title="#coverspy" href="http://twitter.com/search?q=%23coverspy">#coverspy</a></p></blockquote>
<p>Auf diese Weise wollen die Betreiber von CoverSpy ein wenig der fl&#252;chtigen Intimit&#228;t unter anonymen Passanten bewahren. In der Ausbreitung der eReader liegt f&#252;r sie kein Fortschritt, sondern soziale K&#228;lte. Cnet <a href="http://news.cnet.com/8301-13577_3-10449950-36.html" target="_blank">zitiert</a> die CoverSpy-Gr&#252;nderin Amy Sly wie folgt:</p>
<blockquote><p>&#8220;We were lamenting the prevalence of e-readers spotted on our train rides and what a bleak commute it would be if all of the book covers were replaced with blank e-reader covers,&#8221; Sly said of the project&#8217;s beginnings last October. &#8220;For one thing, it&#8217;s always been fun to see what everyone&#8217;s reading around you&#8211;and it&#8217;s especially interesting how they&#8217;re not always the books that are making headlines at the moment. And also because we each had a story about a time a conversation started with someone we didn&#8217;t know because of the books we were holding in our hands.&#8221;</p></blockquote>
<p>CoverSpy will seinen Dienst zuk&#252;nftig auf weitere St&#228;dte ausdehnen. Sind wir dann hier noch sicher? Wir raten zu Desinformation: So ein Molloy-Umschlag passt auch trefflich auf manche mindere Ware. Die Dinger hei&#223;en nicht umsonst Schutzumschlag.</p>
<p>(via <a href="http://www.teleread.org/2010/02/09/coverspy-tweets-what-new-yorkers-read-on-the-train/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+teleread%2FKHnj+%28TeleRead%3A+Bring+the+E-Books+Home%29" target="_blank">Teleread</a>, <a href="http://news.cnet.com/8301-13577_3-10449950-36.html" target="_blank">cnet</a>)</p>
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		<title>BnF vs. DDB &#8211; 150 : 5</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/12/bnf-vs-ddb-150-5/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Dec 2009 23:43:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bibliotheken]]></category>
		<category><![CDATA[Bibliothèque nationale de France]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit rhetorischem Pomp hat die Bundesregierung Anfang Dezember die Einrichtung der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) angek&#252;ndigt. Aus dem Konjunkturprogramm II l&#228;sst die Regierung daf&#252;r ab 2011 eine Anschubfinanzierung von €5 Mio springen, danach sollen Bund und L&#228;nder j&#228;hrlich 2,6 Mio aufbringen. Jetzt legt Frankreich Zahlen f&#252;r seine Digitalisierungsoffensive vor: Wie &#8220;The Bookseller&#8221; berichtet, sollen €750 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit rhetorischem Pomp hat die Bundesregierung Anfang Dezember die Einrichtung der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/12/nachgerechnet-das-jahrhundertprojekt-deutsche-digitale-bibliothek/" target="_blank">angek&#252;ndigt</a>. Aus dem Konjunkturprogramm II l&#228;sst die Regierung daf&#252;r ab 2011 eine Anschubfinanzierung von €5 Mio springen, danach sollen Bund und L&#228;nder j&#228;hrlich 2,6 Mio aufbringen. Jetzt legt Frankreich Zahlen f&#252;r seine Digitalisierungsoffensive vor: Wie &#8220;The Bookseller&#8221; <a href="http://www.thebookseller.com/news/106725-france-to-spend-150m-on-library-digitisation-project.html.rss" target="_blank">berichtet</a>, sollen €750 Mio f&#252;r die Digitalisierung von Kulturgut zur Verf&#252;gung gestellt werden, davon allein €150 Mio f&#252;r die Bibliothèque nationale de France (BnF). Wie die deutsche soll auch die franz&#246;sische Digitalisierungsoffensive  zur gemeinsamen europ&#228;ischen Digitalbibliothek <a href="http://www.europeana.eu/portal/aboutus.html" target="_blank">Europeana</a> beitragen.<span id="more-617"></span></p>
<p>Im direkten Vergleich ist die Summe, die die deutsche Regierung bereitstellen will, verschwindend klein. Aber der direkte Vergleich ist zugegebenerma&#223;en nicht ganz fair. Denn die f&#252;r die DDB genannte Investitionssumme soll im Unterschied zur franz&#246;sischen Investition gar nicht der Digitalisierung dienen, sondern der Einrichtung und dem Betrieb der zentralen Infrastruktur, die die digitalen Ressourcen von 30.000 &#246;ffentlichen Einrichtungen vernetzen soll.</p>
<p>Womit die Digitalisierung dieser digitalen Ressourcen in der deutschen Initiative  finanziert werden soll, bleibt bisher recht wolkig. Im wesentlichen scheint die Bundesregierung hierf&#252;r wie bisher die einzelnen Institutionen, die die DDB vernetzen soll, in der Pflicht zu sehen. &#220;berdies soll die Zusammenarbeit mit privaten Geldgebern m&#246;glich sein. Etwa mit Google, wie das &#8220;B&#246;rsenblatt<em>&#8221; </em>recht plausibel <a href="http://www.boersenblatt.net/350168/" target="_blank">vermutet</a>. Die einschl&#228;gige Passage in den offiziellen <a href="http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/BeauftragterfuerKulturundMedien/Medienpolitik/DeutscheDigitaleBibliothek/deutsche-digitale-bibliothek.html" target="_blank">Informationen</a> zur DDB lautet wie folgt:</p>
<blockquote><p><span>&#8220;F&#252;r die Digitalisierung von Kulturgut / wissenschaftlicher Information, die bisher weitgehend &#252;ber die Etats der Kultur- / Wissenschaftseinrichtungen und die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert werden, sollen k&#252;nftig auch private Geldgeber gewonnen werden.&#8221;</span></p></blockquote>
<p><span>Ehe dazu nicht genauere Informationen vorliegen, muss man fairerweise also die franz&#246;sischen €150 Mio eher deutschen €0 gegen&#252;berstellen.  &#8211; Zumal auch die franz&#246;sischen Bibliotheken bei der Digitalisierung auf eine <a href="http://www.thebookseller.com/news/106049-france-set-on-massive-book-digitisation-project.html.rss" target="_blank">Zusammenarbeit</a> mit Google setzen. </span></p>
<p><span>Auch wenn man au&#223;er Acht l&#228;sst, dass eine konsequente &#220;berf&#252;hrung von  Kulturgut von der Papier- in die digitale Welt kaum ohne <a href="http://www.theeuropean.de/rohde-thomas/digitalisierung-und-das-urheberrecht" target="_blank">Ver&#228;nderungen</a> des Urheberrechts zu machen w&#228;re: Selbst was urheberrechtsfreie und daher ohne gro&#223;en Verwaltungsaufwand digitalisierbare Werke angeht,  ist die bisherige Bilanz eindeutig, wie ein paar unrepr&#228;sentative Suchen in der Europeana belegen:<br />
</span></p>
<ul>
<li><span> <a href="http://www.europeana.eu/portal/brief-doc.html?query=joris-karl%20huysmans&amp;qf=TYPE:TEXT&amp;tab=text&amp;view=table" target="_blank">Joris-Karl Huysmans</a></span></li>
<li><a href="http://www.europeana.eu/portal/brief-doc.html?query=%22Anatole%20France%22&amp;qf=TYPE:TEXT&amp;tab=text&amp;view=table" target="_blank"><span>Anatole France</span></a></li>
<li><span><a href="http://www.europeana.eu/portal/brief-doc.html?query=Heinrich%20Heine&amp;qf=TYPE:TEXT&amp;tab=text&amp;view=table" target="_blank">Heinrich Heine</a><br />
</span></li>
<li><a href="http://www.europeana.eu/portal/brief-doc.html?query=franz%20kafka&amp;qf=TYPE:TEXT&amp;tab=text&amp;view=table" target="_blank"><span>Franz Kafka</span></a></li>
<li><a href="http://europeana.eu/portal/brief-doc.html?query=Kurt%20Tucholsky&amp;qf=TYPE:TEXT&amp;tab=text&amp;view=table" target="_blank"><span>Kurt Tucholsky</span></a></li>
<li><span><a href="http://europeana.eu/portal/brief-doc.html?query=%22Carl%20von%20Ossietzky%22&amp;qf=TYPE:TEXT&amp;tab=text&amp;view=table" target="_blank">Carl von Ossietzky</a><br />
</span></li>
</ul>
<p><span>Reiche Beute bei franz&#246;sischen Autoren, Fehlanzeige bei deutschsprachigen: </span><span>Die BnF hat mit ihrem </span><span>gro&#223;artigen, </span><span>seit 1997 laufenden <a href="http://gallica.bnf.fr/" target="_blank">Gallica</a>-Projekt schon jetzt sehr viel mehr zur Europeana beigesteuert als die deutschen Bibliotheken. Zu erwarten ist, dass sie diesen Vorsprung ausbauen wird. F&#252;r alle, denen Literatur am Herz liegt, ist die franz&#246;sische Investition sehr erfreulich. Ein Engagement von deutscher Seite, das wenigstens in der gleichen Liga spielt, w&#228;re ebenso erfreulich.<br />
</span></p>
<p>Aber wie gesagt, der Vergleich ist nicht ganz fair. Und ausserdem war das Spielfeld uneben. Allez les bleus.</p>
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		<title>Verlage verz&#246;gern Ebooks, verzichten auf Kunden</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/12/verlage-verzoegern-ebooks-verzichten-auf-kunden/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Dec 2009 06:59:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[Pricing]]></category>
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		<description><![CDATA[Nach Simon &#38; Schuster und Hachette hat mit Harper Collins eine dritte Verlagsgruppe angek&#252;ndigt, Ebook-Ausgaben erst mit einigen Monaten Verz&#246;gerung nach der Hardcover-Ausgabe auf den Markt zu bringen. Ziel dieser Strategie ist, die hohen Preise f&#252;r Hardcover-Ausgaben (im Schnitt $27) vor der Konkurrenz durch die von Amazon f&#252;r $9,99 angebotenen digitalen Ausgaben zu sch&#252;tzen. Den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach Simon &amp; Schuster und Hachette hat mit Harper Collins eine dritte Verlagsgruppe <a href="http://www.engadget.com/2009/12/11/harpercollins-now-also-thumbing-nose-at-e-book-industry-with-dig/" target="_blank">angek&#252;ndigt</a>, Ebook-Ausgaben erst mit einigen Monaten Verz&#246;gerung nach der Hardcover-Ausgabe auf den Markt zu bringen. Ziel dieser Strategie ist, die hohen Preise f&#252;r Hardcover-Ausgaben (im <a href="http://www.boersenblatt.net/350134/" target="_blank">Schnitt</a> $27) vor der Konkurrenz durch die von Amazon f&#252;r $9,99 angebotenen digitalen Ausgaben zu sch&#252;tzen. Den Erwartungen der Leser schl&#228;gt das ins Gesicht. Keine gute Idee auf einem Markt, in dem die Verbraucher zusehends st&#228;rker werden.<span id="more-603"></span></p>
<p>Carolyn Reidy von Simon &amp; Schuster <a href="http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704825504574584372263227740.html?mod=googlenews_wsj" target="_blank">r&#228;umte</a> dem Wall Street Journal gegen&#252;ber ein, dass die Verz&#246;gerungstaktik bei den Verbrauchern vermutlich auf wenig Gegenliebe sto&#223;en wird. Aber man m&#252;sse jetzt handeln, um schlechte Gewohnheiten gar nicht erst einrei&#223;en zu lassen:</p>
<blockquote><p>&#8220;We believe some people will be disappointed. But with new [electronic] readers coming and sales booming, we need to do this now, before the installed base of e-book reading devices gets to a size where doing it would be impossible.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wer die Erwartungen seiner Kunden nicht erf&#252;llen, sondern sie ihnen abgew&#246;hnen will, muss sich nicht wundern, wenn sich diese nach Alternativen umsehen. Etwa indem sie ganz auf die Lekt&#252;re der verz&#246;gerten Titel verzichten oder sich auf andere Weise Zugang zu dem verschaffen, was ihnen willk&#252;rlich vorenthalten wird. <a href="http://ebooktest.wordpress.com/2009/12/09/how-book-publishing-will-lose-ebooks-vs-smart-digital-books/ " target="_blank">Mike Cane</a> verdeutlicht, dass die digitale Verweigerungshaltung schon in der Vergangenheit nach hinten losgegangen ist:</p>
<blockquote><p>&#8220;Let’s see … not a single Harry Potter book has been released in electronic format. Yet is every Harry Potter book available in every electronic format? Yes.  All you’re doing with this delay is saying: &#8216;Hey, kids! Rev up your scanners and bleed our writers to death!&#8217;&#8221;</p></blockquote>
<p>In einem differenzierten Beitrag verdeutlicht <a href="http://bookseller-association.blogspot.com/2009/12/so-whats-wrong-with-999.html" target="_blank">Martyn Daniels</a>, dass die Verlage noch nicht begriffen haben, dass ihre Position gegen&#252;ber den Verbrauchern durch den Medienwandel geschw&#228;cht ist:</p>
<blockquote><p>&#8220;The reality is that the power in the digital channel is clearly shifting away from the publisher and moving upstream to the author and downstream to the consumer.&#8221;</p></blockquote>
<p>Daniels erinnert zurecht daran, wie die Musikindustrie mit dem Aufkommen der CD &#252;berh&#246;hte Preise durchgesetzt hat. Und damit den Boden f&#252;r das P2P-Sharing legte, in dem die Verbraucher einander gegenseitig mit dem digitalen Gut versorgten und die Verwerterindustrien ausblendeten.</p>
<p>Weil die digitale Ware keinen Unterschied zwischen Original und Kopie kennt, ver&#228;ndert sich auch das Machtgef&#252;ge zwischen Verwerterindustrie und Verbrauchern: Denn die Verwerterindustrien k&#246;nnen nicht mehr von der Knappheit ihres Gutes profitieren. Was digital ist, kann nicht knapp sein: Es ist virtuell immer unendlich oft in gleicher Qualit&#228;t vorhanden. Wer sich da als Gatekeeper aufspielt, wirkt ein bisschen anachronistisch.</p>
<p>Wenn sich die Verwerterindustrien also nicht abschaffen wollen, sollten sie die Verbraucher als Verb&#252;ndete sehen. Wer verkaufen will, muss freundlich sein. Die Piraterie im Film- und Musikgesch&#228;ft verdankt sich nicht zuletzt auch dem schlechten Ruf, den sich diese Branchen &#252;ber Jahre erarbeitet haben.</p>
<p>Wie aber ist das Preisproblem zu l&#246;sen? Man wird den Verbrauchern nicht verst&#228;ndlich machen k&#246;nnen, dass eine digitale Ausgabe auch nur ann&#228;hernd so viel kosten soll wie ein gedrucktes Buch: Nicht nur, weil der Herstellungs-, Lagerungs- und Verteilungsaufwand so sichtbar geringer ist als bei einem physischen Produkt. Sondern auch, weil der Verbraucher weniger bekommt: Nichts was er antiquarisch weiterverkaufen k&#246;nnte, nichts was er ausleihen k&#246;nnte, nichts was er ohne erhebliche Vorab-Investition in die Hardware nutzen k&#246;nnte.</p>
<p>Wenn sich Ebooks f&#252;r $9,99 tats&#228;chlich nicht rechnen, m&#252;ssen die Verlage eben Ebooks anbieten, die einen h&#246;heren Preis rechtfertigen. Etwa, indem sie die M&#246;glichkeiten ihres digitalen Mediums ausnutzen und dadurch &#8211; sei&#8217;s multimedial, sei&#8217;s interaktiv &#8211; Mehrwert herstellen, der den Verbrauchern einleuchtet. In Martyn Daniels Worten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Assuming ebooks sold cheap are going to kill off more expensive physical renditions isn’t a reason not to release them, but a reason to make them different.&#8221;</p></blockquote>
<p>Eine andere M&#246;glichkeit w&#228;re, dass sich die Verlage zus&#228;tzlich zum Verkauf ihrer Produkte Einnahmen verschaffen. &#8211; Etwa durch Veranstaltungen oder durch das Einwerben von Sponsoring. Andere Kultureinrichtungen, etwa Museen, Orchester und Theater, haben ja gut funktionierende und finanzstarke &#8216;Freundeskreise&#8217;. Warum nicht auch Verlage? Auch dazu m&#252;ssen sie zu ihren Lesern allerdings freundlich sein.</p>
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		<item>
		<title>Letzte Weisheiten &#252;ber das Internet</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Dec 2009 21:42:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kevin Kelly]]></category>

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		<description><![CDATA[Was die Cyber-Weisen wirklich &#252;ber das Internet denken, enth&#252;llt nun ein Video.  Kevin Kelly, der selbst in Wort und Bild vorkommt, fasst es so zusammen: &#8220;A perfectly silly mashup of pundits like me pontificating about the web. [...]  In the mashup I observe that &#8216;the web is large. It is so much bigger than a [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was die Cyber-Weisen wirklich &#252;ber das Internet denken, enth&#252;llt nun ein Video.  Kevin Kelly, der selbst in Wort und Bild vorkommt, <a href="http://www.kk.org/thetechnium/archives/2009/12/the_web_is_larg.php?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+thetechnium+%28The+Technium%29" target="_blank">fasst</a> es so zusammen: &#8220;A perfectly silly mashup of pundits like me pontificating about the web. [...]  In the mashup I observe that &#8216;the web is large. It is so much bigger than a balloon&#8217; which I have to say is very profound.&#8221; <span id="more-594"></span></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/2gGopKNPqVk&amp;feature" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/2gGopKNPqVk&amp;feature"></embed></object></p>
<p>Tats&#228;chlich.</p>
<p>Die Original-Interviews, die f&#252;r dieses Video zusammengeschnipselt wurden, finden sich &#252;brigens <a href="http://www.bbc.co.uk/digitalrevolution/rushes.shtml" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>(via <a href="http://www.kk.org/thetechnium/archives/2009/12/the_web_is_larg.php?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+thetechnium+%28The+Technium%29" target="_blank">kk.org</a>)</p>
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		<title>Nachgerechnet: Das &#8220;Jahrhundertprojekt&#8221; Deutsche Digitale Bibliothek</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 00:05:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Bernd Neumann]]></category>
		<category><![CDATA[Bibliotheken]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Digitale Bibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Google Book Settlement]]></category>

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		<description><![CDATA[Als &#8220;Jahrhundertprojekt&#8221; hat der Staatsminister f&#252;r Kultur und Medien Bernd Neumann die vor wenigen Tagen avisierte &#8220;Deutsche Digitale Bibliothek&#8221; (DDB) bezeichnet. Wer nachrechnet, stellt fest: Der Mann hat Recht. Schade, dass wir in hundert Jahren nicht mehr leben werden, um die DDB in Vollendung zu sehen. Die Proteste von B&#246;rsenverein, Justizministerium und Kanzlerin gegen das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als &#8220;<a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1272/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2009/12/2009-12-02-bkm-deutsche-digitale-bibliothek.html">Jahrhundertprojekt</a>&#8221; hat der Staatsminister f&#252;r Kultur und Medien Bernd Neumann die vor wenigen Tagen avisierte &#8220;<a href="http://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/index.htm">Deutsche Digitale Bibliothek</a>&#8221; (DDB) bezeichnet. Wer nachrechnet, stellt fest: Der Mann hat Recht. Schade, dass wir in hundert Jahren nicht mehr leben werden, um die DDB in Vollendung zu sehen. <span id="more-586"></span></p>
<p>Die Proteste von <a href="http://www.golem.de/0909/69496.html">B&#246;rsenverein</a>, <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundesregierung-lehnt-google-vergleich-ab;2451876">Justizministerium</a> und <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,654455,00.html">Kanzlerin</a> gegen das Google Book Settlement sind erh&#246;rt worden. In seiner &#252;berarbeiteten Version sieht der Einigungsvertrag zwischen US-amerikanischen Verleger- und Autorenverb&#228;nden auf der einen und Google auf der anderen Seite vor, dass nur noch B&#252;cher, die in den USA urheberrechtlich registriert oder in Kanada, Australien oder Gro&#223;britannien erschienen sind, in Googles digitale Bibliothek aufgenommen werden d&#252;rfen. Deutschsprachige B&#252;cher bleiben also im gro&#223;en und ganzen au&#223;en vor. Dem bestehenden Urheberrecht ist Gen&#252;ge getan, und man darf hierzulande noch ein wenig im 20. Jahrhundert leben: Wer lesen will, m&#246;ge sich in den Lesesaal bequemen, wer Texte suchen will, m&#246;ge den OPAC-Terminal benutzen, und wer Texte durchsuchen will, m&#246;ge, nun ja, Seiten umbl&#228;ttern.</p>
<p>Doch die nun annoncierte &#246;ffentliche Digitaloffensive DDB weckt die Hoffnung, dass das Wissen des Papierzeitalters doch noch f&#252;r unsere digitale Gegenwart und Zukunft zug&#228;nglich wird. Die Regierung will sich nicht l&#228;nger von einem Internetkonzern vormachen lassen, wie&#8217;s geht. Von Mitte 2011 an wird nun selbst digitalisiert: Die DDB <a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1272/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2009/12/2009-12-02-bkm-deutsche-digitale-bibliothek.html">soll</a> &#252;ber ein zentrales Portal die Best&#228;nde von &#252;ber 30.000 &#246;ffentlichen Einrichtungen online verf&#252;gbar machen. Damit will die Bundesregierung ihren Teil zum EU-Bibliotheksprojekt <a href="http://www.europeana.eu/portal/">Europeana</a> leisten. In vielleicht gar nicht allzu ferner Zukunft wird man dort also vielleicht sogar Texte von so entlegenen Autoren wie <a href="http://europeana.eu/portal/brief-doc.html?query=Franz%20kafka&amp;qf=TYPE:TEXT&amp;tab=text&amp;view=table">Franz Kafka</a> finden.</p>
<p>Eine weitere Nachricht, mit der der BKM erfreut, ist, dass die DDB im Gegensatz zum privatwirtschaftlichen US-Vorbild die Autoren und Verleger der zu digitalisierenden Werke konsultieren will, bevor digitalisiert wird. Die bemerkenswerte Effektivit&#228;t von Googles Buchprojekt – im Oktober dieses Jahres lag die Zahl der bei Google Books verf&#252;gbaren B&#252;cher Sergey Brin <a href="http://www.nytimes.com/2009/10/09/opinion/09brin.html?_r=1">zufolge</a> bereits bei 10 Millionen – liegt zum Teil auch daran, dass Google sich den &#228;u&#223;erst zeit- und kostenintensiven Arbeitsschritt der Suche nach und Abstimmung mit den Rechteinhabern spart. Die &#246;ffentliche Hand kann sich einen so gro&#223;z&#252;gigen Umgang mit urheberrechtlichen Bestimmungen nat&#252;rlich nicht erlauben. &#8220;Im Unterschied zu Google werden bei der DDB die Rechte-Inhaber zuerst gefragt und dann wird gehandelt – dokumentiert und jederzeit nachvollziehbar&#8221;, betont Neumann.</p>
<p>Google &#228;u&#223;ert sich nicht konkret &#252;ber den Umfang seines Investments in das Projekt, dem die DDB Konkurrenz machen will. <a href="http://news.cnet.com/8301-30684_3-10321371-265.html">Sch&#228;tzungen</a> gehen aber davon aus, dass der Internetkonzern bislang allein f&#252;r das Einscannen um die $300 Millionen in das Projekt gesteckt haben muss. &#8220;Niemand au&#223;er Google ist reich genug, um in diesem massiven Umfang in Digitalisierung zu investieren&#8221;, hat der Direktor der Universit&#228;tsbibliothek von Harvard, Robert Darnton, mit Bedauern <a href="http://www.nybooks.com/articles/22281">festgestellt</a>. Obwohl der Aufwand, den die DDB betreiben will, also sehr viel gr&#246;&#223;er ist, ist ihre Investitionssumme sehr viel &#252;berschaubarer: F&#252;r die zentrale Infrastruktur sollen <a href="http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/BeauftragterfuerKulturundMedien/Medienpolitik/DeutscheDigitaleBibliothek/deutsche-digitale-bibliothek.html">Regierungsangaben</a> zufolge nach einer Anschubfinanzierung in H&#246;he von 5 Mio. Euro jedes Jahr insgesamt 2,6 Mio. Euro zur Verf&#252;gung gestellt werden. Weitere Mittel zur Digitalisierung will man auch von &#8220;privaten Geldgebern&#8221; einwerben.</p>
<p>Die genannten Summen sind nachgerade anr&#252;hrend klein. Der Bundeskulturminister will die digitale Universalbibliothek am Pappenstiel. Gemessen an Googles Investition k&#246;nnte es also durchaus sein, dass – wie Neumann r&#252;hmt – ein &#8220;Jahrhundertprojekt&#8221; aus der DDB wird: In 100 Jahren w&#228;re man in etwa in der Gr&#246;&#223;enordnung dessen, was Google bisher investiert hat. Dabei d&#252;rfte ein L&#246;wenanteil dieser Summe allein f&#252;r die anfallenden Recherche- und Verwaltungsarbeiten bei der Suche nach den Rechteinhabern draufgehen. Die Anzahl zug&#228;nglich gemachter Werke m&#252;sste dementsprechend weit hinter dem zur&#252;ckbleiben, was Google bisher bereits erm&#246;glicht hat.</p>
<p>So l&#246;blich der Ansatz der Bundesregierung ist, das &#8220;kulturelle Erbe in &#246;ffentlicher Verantwortung&#8221; zu behalten, w&#228;re nachzurechnen, ob dem Allgemeinwohl nicht besser durch eine Urheberrechtsreform gedient w&#228;re, die etwa festlegt, dass vergriffene Werke von &#246;ffentlichen Bibliotheken auch online verf&#252;gbar oder zumindest durchsuchbar gemacht werden d&#252;rfen – bei entsprechender Entsch&#228;digung f&#252;r die Rechteinhaber &#252;ber die Verwertungsgesellschaften.</p>
<p>W&#252;nscht man sich eine &#246;ffentliche Bibliothek im Netz, so ist der Staat eben nicht nur als Investor gefragt. Vor allem w&#228;re eine &#220;berarbeitung des Urheberrechts vonn&#246;ten, die das Ziel des &#246;ffentlichen Bibliothekssystems, die Zug&#228;nglichmachung und Bewahrung von Wissen, nicht dort begrenzt, wo die analogen M&#246;glichkeiten bisher praktische Grenzen gezogen haben. Eine &#246;ffentliche digitale Bibliothek muss auf rechtlichen Grundlagen beruhen, mit denen sie ihre Aufgaben gegen&#252;ber der Allgemeinheit auch im Netz erf&#252;llen kann. Wenn die Berliner Politologin und Netzforscherin Jeanette Hofmann ein &#8220;Googlegesetz&#8221; <a href="http://www.golem.de/0911/71233.html">fordert</a>, kann man ihr deshalb nur zustimmen.</p>
<p>Einstweilen bleibt aber noch etwas Bedenkzeit: Der Bund nimmt noch anderthalb J&#228;hrchen Anlauf, bevor er zum &#8220;Quantensprung in der Welt der digitalen Information&#8221; (Neumann) ansetzt: Erst ab 2011 soll die DDB in den &#8220;<a href="http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/BeauftragterfuerKulturundMedien/Medienpolitik/DeutscheDigitaleBibliothek/deutsche-digitale-bibliothek.html">Pilotbetrieb</a>&#8221; gehen. Nach anderen Angaben aus derselben amtlichen Quelle soll im gleichen Jahr gar der &#8220;<a href="http://www.bundesregierung.de/nn_1272/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2009/12/2009-12-02-bkm-deutsche-digitale-bibliothek.html">Dauerbetrieb</a>&#8221; starten. Der Pilotbetrieb als Dauerbetrieb: Soviel Beta-Mentalit&#228;t h&#228;tte den Beh&#246;rden wohl bisher niemand zugetraut.</p>
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		<title>Felicitas Hoppe: Verlage sollten Autoren Digitalwelt erkl&#228;ren</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 10:48:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren]]></category>
		<category><![CDATA[Felicitas Hoppe]]></category>

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		<description><![CDATA[Verlage sollten ihren Autoren die neuen Herausforderungen und Chancen der digitalen Welt erkl&#228;ren, fordert die Schriftstellerin Felicitas Hoppe. Insbesondere bei der Diskussion &#252;ber den Heidelberger Appell habe sie sich schlecht informiert gef&#252;hlt und von ihrem Verlag Aufkl&#228;rung erhofft, sagte die Schriftstellerin am Montag auf einer Podiumsdiskussion im Literaturhaus Berlin aus Anlass des Erscheinens von Detlef [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Verlage sollten ihren Autoren die neuen Herausforderungen und Chancen der digitalen Welt erkl&#228;ren, fordert die <a href="http://www.literaturport.de/index.php?id=26&amp;no_cache=1&amp;user_autorenlexikonfrontend_pi1[al_aid]=319&amp;user_autorenlexikonfrontend_pi1[al_opt]=2" target="_blank">Schriftstellerin</a> Felicitas Hoppe. Insbesondere bei der Diskussion &#252;ber den <a href="http://www.textkritik.de/urheberrecht/index.htm" target="_blank">Heidelberger Appell</a> habe sie sich schlecht informiert gef&#252;hlt und von ihrem Verlag Aufkl&#228;rung erhofft, sagte die Schriftstellerin am Montag auf einer <a href="http://www.berlinerbuchhandel.de/de/berlin_brandenburg/16._November_2009_Von_Autoren_Buechern_und_Piraten/345995" target="_blank">Podiumsdiskussion</a> im Literaturhaus Berlin aus Anlass des Erscheinens von Detlef Bluhms &#8220;<a href="http://www.detlefbluhm.de/webseite/buecher/autoren_short.php" target="_blank">Von Autoren, B&#252;chern und Piraten</a>&#8220;. <span id="more-568"></span></p>
<p>Tats&#228;chlich trifft Hoppe damit meines Erachtens einen wichtigen Punkt. W&#228;hrend sich die deutschsprachigen Publikumsverlage in der letzten Zeit verst&#228;rkt mit dem Digitalen auseinandersetzen und in den Feuilletons Diskussionen &#252;ber Urheberrecht und Google Settlement einen festen Platz eingenommen haben, h&#246;rt man dazu bisher nur bedauerlich wenige Wortmeldungen von literarischen Autoren. Der Verdacht liegt nahe, dass dies auf ein Informationsdefizit zur&#252;ckzuf&#252;hren ist – und vielleicht auch auf eine Unlust der Autoren, sich mit so verwickelten wie profanen Fragen der Verwertung ihrer Werke auseinanderzusetzen.</p>
<p>Die hochkomplexen Sach- und Debattenlagen (Stichwort: Book Settlement) erfordern tats&#228;chlich ein hohes Ma&#223; an Hingabe und kontinuierlicher Auseinandersetzung. Leisten kann das beinahe nur, wer daf&#252;r bezahlt wird. Neben den Experten aus den Interessenverb&#228;nden der Autoren sind daher auch die Experten in den Verlagen in der Pflicht, die Autoren zu informieren. Das w&#228;re aus Verlagssicht nicht nur sinnvoll, um das Vertrauen der Autoren in die Verlage zu f&#246;rdern. Gerade weil die &#246;ffentliche Debatte &#252;ber den digitalen Medienwandel &#252;ber weite Strecken ohne die Protagonisten des literarischen Betriebes stattfindet, w&#228;ren die Verlage gut beraten, wenn sie wenigstens intern die Diskussion mit ihren Autoren &#252;ber diese Dinge suchen w&#252;rden.</p>
<p>Dabei sollten die Verlage nicht nur dem Hinweis von Felicitas Hoppe folgen und ihren Autoren erkl&#228;ren, welche Strategien sie im Bereich des digitalen Publizierens verfolgen und was dies f&#252;r die Autoren selbst bedeutet. Mehr noch, die Verlage sollten mit ihren Autoren offene Diskussionen &#252;ber ihre digitalen Pl&#228;ne f&#252;hren und auf ihre Sorgen und W&#252;nsche R&#252;cksicht nehmen. Schon alleine damit sie nicht am Ende feststellen m&#252;ssen, dass sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht haben. Denn wenn sie die Aufkl&#228;rungsarbeit &#252;ber den Medienwandel anderen &#252;berlassen, k&#246;nnte sich herausstellen, dass die Autoren einseitig – und nicht unbedingt zu ihrem Vorteil – informiert wurden. Nach wie vor verbl&#252;ffend ist ja die Anzahl derer, die ihren Namen unter den so undifferenzierten wie fundamentalistischen <a href="http://www.textkritik.de/urheberrecht/index.htm" target="_blank">Heidelberger Appell</a> gesetzt haben.</p>
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		<title>Das Wissen des Papierzeitalters</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Oct 2009 08:16:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Book Settlement]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Lesehinweis in eigener Sache: In The European erscheint heute ein Gastbeitrag von mir, in dem ich vorschlage, &#252;ber eine Schrankenreglung im Urheberrecht nachzudenken, die es generell erm&#246;glicht, vergriffene literarische Werke zu digitalisieren, um sie von Suchmaschinen erfassen zu lassen. Dahinter stecken zwei Thesen. Einerseits, dass sich die Bedeutung von &#214;ffentlichkeit ge&#228;ndert hat: Das Netz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Lesehinweis in eigener Sache: In <em>The European </em>erscheint heute ein <a href="http://www.theeuropean.de/rohde-thomas/digitalisierung-und-das-urheberrecht" target="_blank">Gastbeitrag</a> von mir, in dem ich vorschlage, &#252;ber eine Schrankenreglung im Urheberrecht nachzudenken, die es generell erm&#246;glicht, vergriffene literarische Werke zu digitalisieren, um sie von Suchmaschinen erfassen zu lassen. <span id="more-525"></span></p>
<p>Dahinter stecken zwei Thesen. Einerseits, dass sich die Bedeutung von &#214;ffentlichkeit ge&#228;ndert hat: Das Netz ist ein wesentlicher Teil der &#214;ffentlichkeit. Kann man eigentlich noch mit Recht davon sprechen, ein Werk sei ver&#246;ffentlicht, wenn es im Netz keine Spuren hinterl&#228;sst? Andererseits: Der Begriff von Wissen hat sich ver&#228;ndert. Wissen hei&#223;t zunehmend weniger, etwas auswendig im Kopf zu haben, sondern Recherchewege zu beherrschen, die das jeweils Erforderte zutage f&#246;rdern. Das im Papierzeitalter ver&#246;ffentlichte Wissen &#246;ffentlich zu halten, bedeutet deswegen, es im Netz auffindbar zu machen.</p>
<p>&#220;berrascht hat mich die Position von Matthias Ulmer, der daran zweifelt, dass das in Bibliotheken gesammelte Wissen grunds&#228;tzlich bewahrenswert ist: In seinem <a href="http://www.theeuropean.de/ulmer-matthias/aenderung-des-urheberrechtes" target="_blank">Beitrag</a> argumentiert er, dass das Wissen des Papierzeitalters zu einem guten Teil &#252;berfl&#252;ssig sei:</p>
<blockquote><p>&#8220;Der gr&#246;&#223;te Teil der  B&#252;cher in Bibliotheken wird nie mehr ausgeliehen. Weil die einfach niemand braucht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Dann k&#246;nnte man ja gleich hingehen und alle B&#252;cher, die in den letzten f&#252;nf Jahren nicht entliehen wurden, aus den Bibliotheken entfernen. Endlich wieder Platz im Regal! Soweit geht Ulmer freilich nicht. Aber spricht es f&#252;r eine hohe Meinung von den Leistungen der Autoren, wenn er behauptet, dass es unwichtig ist, ob ihre Werke jetzt oder erst zwei Tage vor St. Nimmerlein (um fair zu sein: er sagt &#8220;in zwanzig Jahren&#8221;) digital zug&#228;nglich werden?</p>
<p>Da Kommentieren bei <em>The European</em> etwas beschwerlich ist, schlage ich vor, Kommentare zu meinem Gastbeitrag hier zu hinterlassen.</p>
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		<title>Content kann man nicht verkaufen: Paul Graham &#252;ber &#8220;Post-Medium Publishing&#8221;</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/09/content-kann-man-nicht-verkaufen-paul-graham-ueber-post-medium-publishing/</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Sep 2009 12:43:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Graham]]></category>
		<category><![CDATA[Pricing]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir haben nie f&#252;r Content bezahlt, sondern immer nur f&#252;rs Medium, ist sich der Programmierer, Essayist und Risikokapitalgeber Paul Graham sicher. Damit greift er eine der Grundbehauptungen – aus seiner Sicht wohl eher: Lebensl&#252;gen – der Verwerterindustrien an. Die Belege, die er daf&#252;r in seinem neuesten Essay &#8220;Post-Medium Publishing&#8221; vorbringt, sind griffig.  So fragt er: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben nie f&#252;r Content bezahlt, sondern immer nur f&#252;rs Medium, ist sich der Programmierer, Essayist und Risikokapitalgeber <a href="http://www.paulgraham.com/bio.html" target="_blank">Paul Graham</a> sicher. Damit greift er eine der Grundbehauptungen – aus seiner Sicht wohl eher: Lebensl&#252;gen – der Verwerterindustrien an. Die Belege, die er daf&#252;r in seinem neuesten Essay &#8220;<a href="http://www.paulgraham.com/publishing.html" target="_blank">Post-Medium Publishing</a>&#8221; vorbringt, sind griffig. <span id="more-456"></span></p>
<p>So fragt er: &#8220;Wenn es den Verwertern darum ging, Content zu verkaufen, warum war der Preis von B&#252;chern, Musik oder Filmen dann zumeist vor allem vom Format abh&#228;ngig? Warum hat dann besserer Content nicht mehr gekostet?&#8221; Gerade mit Blick auf die Preisgestaltung der Buchindustrie, die denselben Inhalt als Hardcover und als Paperback zu verschiedenen Preisen anbietet, hat Grahams Einwand einige &#220;berzeugungskraft:</p>
<blockquote><p>&#8220;Almost every form of publishing has been organized as if the medium was what they were selling, and the content was irrelevant. Book publishers, for example, set prices based on the cost of producing and distributing books. They treat the words printed in the book the same way a textile manufacturer treats the patterns printed on its fabrics.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Digitalisierung f&#252;hrt dazu, dass der physische Datentr&#228;ger verzichtbar wird. Damit verlieren die Verwerterindustrien ihr Produkt, glaubt Graham. Ihr Mantra, wie zuvor den Datentr&#228;ger nun den Content verkaufen zu k&#246;nnen, h&#228;lt er f&#252;r unglaubw&#252;rdig. Selbst iTunes verkaufe nicht eigentlich Content, sondern erhebe lediglich eine Art Geb&#252;hr f&#252;r den unkomplizierten Zugang zu ihm.</p>
<p>Die Interessen eines Distributors wie iTunes sind von denen der Verwerterindustrie deutlich unterschieden – etwa dadurch, dass er die Preise stets &#8220;unterhalb der Wahrnehmbarkeitsschwelle&#8221; halten m&#252;sse. – Dasselbe Modell zeichnet sich nach Paul Grahams Ansicht f&#252;r eBooks ab:</p>
<blockquote><p>&#8220;The situation is much the same with digital books. Whoever controls the device sets the terms. It&#8217;s in their interest for content to be as cheap as possible, and since they own the channel, there&#8217;s a lot they can do to drive prices down. Prices will fall even further once writers realize they don&#8217;t need publishers. Getting a book printed and distributed is a daunting prospect for a writer, but most can upload a file.&#8221;</p></blockquote>
<p>Was bedeutet das f&#252;r die Zukunft der Verwerter? Graham bietet keine umfassende Vision, sondern spricht Nischenl&#246;sungen an: Da, wo man mit Informationen Geld verdienen kann, wird f&#252;r sie auch weiterhin bezahlt werden – etwa f&#252;r B&#246;rsentipps. Und da, wo das physische Medium eine hohe Attraktivit&#228;t hat, wird auch weiterhin f&#252;r dieses bezahlt werden: Zum Beispiel f&#252;r aufwendig hergestellte gedruckte B&#252;cher und f&#252;r Hochglanzzeitschriften.</p>
<p>F&#252;r den gro&#223;en Restbereich – diejenigen B&#252;cher, die man nicht gedruckt im Regal stehen haben will, die Musik, auf deren physischen Datentr&#228;ger man leicht verzichten kann, hat er keinen Masterplan. Seine Ideen dazu erinnern an Kevin Kellys Thesen aus &#8220;<a href="../../2009/08/kevin-kelly-besser-als-kostenlos-better-than-free/" target="_blank">Besser als kostenlos</a>&#8220;. &#8211; Ob man darauf ein &#8220;content business&#8221; aufbauen kann, ist f&#252;r Graham aber unklar.</p>
<p>Wie auch Tim Renner, der seinem wichtigen Buch &#252;ber die Zukunft der Medienindustrie den Titel &#8220;<a href="http://www.rogner-bernhard.de/titles/show/425" target="_blank">Kinder, der Tod ist gar nicht so schlimm</a>&#8220;   gegeben hat, betont Paul Graham allerdings vor allem die Chancen dieser Situation:</p>
<blockquote><p>&#8220;I don&#8217;t know exactly what the future will look like, but I&#8217;m not too worried about it. This sort of change tends to create as many good things as it kills. Indeed, the really interesting question is not what will happen to existing forms, but what new forms will appear.&#8221;</p></blockquote>
<p>(via <a href="http://twitter.com/dvg" target="_blank">@dvg</a>)</p>
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		<title>Lesenswert: Kassia Krozser (Quartet Press) &#252;ber E-Publishing</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Sep 2009 10:11:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Kassia Krozser]]></category>
		<category><![CDATA[Quartet Press]]></category>

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		<description><![CDATA[Nein, eine funktionierende Firma ist letztlich nicht draus geworden: Kassia Krozser hat zusammen mit ebenso engagierten Kolleginnen in den vergangenen Monaten das Experiment unternommen, einen ePublishing-Verlag auf die Beine zu stellen. Ihr Verlag, Quartet Press,  war ein Versuch, das Verlagsgesch&#228;ft anhand der v&#246;llig neuen M&#246;glichkeiten des digitalen Publizierens von Grund auf neu anzugehen. Dem konnte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, eine funktionierende Firma ist letztlich nicht draus geworden: Kassia Krozser hat zusammen mit ebenso engagierten Kolleginnen in den vergangenen Monaten das Experiment unternommen, einen ePublishing-Verlag auf die Beine zu stellen. Ihr Verlag, <a href="http://quartetpress.com/about/" target="_blank">Quartet Press</a>,  war ein Versuch, das Verlagsgesch&#228;ft anhand der v&#246;llig neuen M&#246;glichkeiten des digitalen Publizierens von Grund auf neu anzugehen. Dem konnte man in ihrem <a href="http://quartetpress.com/" target="_blank">Blog</a> seit Juni folgen. <span id="more-446"></span></p>
<p>Nun hat Quartet Publishing die Segel gestrichen. Ihre Erfahrungen fasst Kassia Krozser in einem unbedingt lesenswerten <a href="http://booksquare.com/how-i-spent-my-summer-vacation/" target="_blank">Artikel</a> auf Booksquare zusammen. Krozser betont, dass ePublishing von Grund auf nicht nur neu gedacht, sondern vor allem neu ausprobiert werden muss. Wer in den &#252;berkommenen Spuren verharrt, kann kein Vorbild f&#252;r ein erfolgreiches Handeln mit den neuen Medien und Werkzeugen abgeben:</p>
<blockquote><p>&#8220;I would not […] suggest, for anyone starting in the digital first or digital only realm, to look to traditional publishers for guidance. Okay, maybe a few, but only in the instances where those publishers are doing it differently and taking real chances. Anyone who isn’t engaged in a level of messy experimentation, they’re not worth using as a role model.&#8221;</p></blockquote>
<p>Besser als unpassende Gesch&#228;ftsmodelle und Strukturen von den traditionellen H&#228;usern zu &#252;bernehmen, ist es, per trial and error vorzugehen und das Scheitern zu riskieren. Dass Krozser diese Offenheit dem eigenen Experiment gegen&#252;ber hatte und mit derselben Offenheit &#252;ber dessen Scheitern spricht, ist r&#252;hmlich. Man w&#252;rde sich mehr Experimente dieser Art w&#252;nschen: Denn was ist wohl wahrscheinlicher: Dass eines dieser Experimente gl&#252;ckt oder dass diejenigen in der Branche, die an ihren herk&#246;mmlichen Strukturen und Gesch&#228;ftsmodellen festhalten, ein funktionierendes ePublishing zustande bringen?</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Kevin Kelly: Besser als kostenlos (&#8220;Better Than Free&#8221;)</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Aug 2009 06:59:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Free]]></category>
		<category><![CDATA[Kevin Kelly]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Aufsatz &#8220;Better Than Free&#8221; des Wired-Herausgebers und Technologietheoretikers Kevin Kelly wurde zuerst im Januar 2008 ver&#246;ffentlicht. Mittlerweile ist er zu einem klassischen Text der Diskussion &#252;ber neue Gesch&#228;ftsmodelle in der digitalen Welt geworden und hat, unter vielen anderen, auch Chris Anderson beeinflusst, der sich in seinem Buch &#8220;Free&#8221; (kostenpflichtige Printausgabe, gratis Audiobook-Download) mit dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der Aufsatz &#8220;<a href="http://www.kk.org/thetechnium/archives/2008/01/better_than_fre.php " target="_blank">Better Than Free</a>&#8221; des Wired-Herausgebers und Technologietheoretikers <a href="http://www.kk.org/" target="_blank">Kevin Kelly</a> wurde zuerst im Januar 2008 ver&#246;ffentlicht. Mittlerweile ist er zu einem klassischen Text der Diskussion &#252;ber neue Gesch&#228;ftsmodelle in der digitalen Welt geworden und hat, unter vielen anderen, auch <a href="http://www.thelongtail.com/" target="_blank">Chris Anderson</a> beeinflusst, der sich in seinem Buch &#8220;Free&#8221; (kostenpflichtige <a href="http://www.hyperionbooks.com/titlepage.asp?ISBN=1401322905&amp;SUBJECT=Business" target="_blank">Printausgabe</a>, gratis <a href="http://www.wired.com/images/multimedia/free/FREE_Audiobook_unabridged.zip" target="_blank">Audiobook-Download</a>) mit dem gleichen Thema auseinandersetzt. Mit freundlicher Genehmigung von Kevin Kelly erscheint &#8220;Better Than Free&#8221; hier erstmals in deutscher &#220;bersetzung. </em><span id="more-389"></span></p>
<h2><strong>Kevin Kelly: Besser als kostenlos </strong></h2>
<p>Das Internet ist eine Kopiermaschine. Auf seiner grundlegendsten Ebene kopiert es jede Handlung die wir tun, jedes Zeichen und jeden Gedanken, den wir &#228;u&#223;ern, w&#228;hrend wir darin unterwegs sind. Wenn eine Nachricht von einem Winkel des Internets in einen anderen gesendet werden soll, erfordern die Kommunikationsprotokolle, dass die gesamte Nachricht unterwegs mehrmals kopiert wird. IT-Unternehmen verdienen gutes Geld mit dem Verkauf von Ger&#228;ten, die diese unabl&#228;ssigen Kopiervorg&#228;nge erm&#246;glichen und vereinfachen. Jedes Datenbit, das auf einem Computer produziert wird, wird irgendwo hinkopiert. Die digitale Wirtschaft wird von diesem Kopienstrom angetrieben. Im Unterschied zu den massengefertigten Reproduktionen des Maschinenzeitalters sind diese Kopien nicht nur billig, sondern kostenlos.</p>
<p>Unser digitales Kommunikationsnetzwerk ist darauf ausgerichtet, dem Flie&#223;en der Kopien so wenig Reibungswiderstand entgegenzusetzen wie m&#246;glich. Tats&#228;chlich flie&#223;en die Kopien so ungehindert, dass wir das Internet als einen Supraverteiler sehen k&#246;nnen, in dem eine Kopie, sobald sie einmal ins System eingebracht ist, endlos durch das Netzwerk flie&#223;t, so wie elektrischer Strom in einem Supraleiter. Die Auswirkungen k&#246;nnen wir in unserem t&#228;glichen Leben sehen: Wird ein kopierbarer Gegenstand mit dem Internet in Ber&#252;hrung gebracht, dann wird er kopiert, und diese Kopien lassen sich nicht mehr aus der Welt schaffen. Jedes Kind wei&#223;, dass man etwas, das einmal ins Internet eingeflossen ist, nicht mehr l&#246;schen kann.</p>
<p>Dieser Supraverteiler ist zur Grundlage unserer Wirtschaft und unseres Wohlstands geworden. Die unmittelbare Vervielf&#228;ltigung von Daten, Ideen und Medien st&#252;tzt alle ma&#223;geblichen Sektoren der amerikanischen Wirtschaft, vor allem die exportorientierten – also diejenigen, in denen die USA einen Wettbewerbsvorteil haben. Unser Wohlstand basiert auf einem gewaltigen Apparat, der unterschiedslos und unentwegt Kopien erstellt.</p>
<p>Die letzte Wohlstandsperiode dieser Wirtschaft baute dagegen auf den Verkauf wertvoller Kopien, so dass das freie Flie&#223;en kostenloser Kopien die &#252;berkommene Ordnung zu untergraben droht. Wenn all unsere Arbeit kostenlos vervielf&#228;ltigt werden kann, wie soll es dann weitergehen? Wie, um es auf den Punkt zu bringen, kann man mit dem Verkauf kostenloser Kopien Geld verdienen?</p>
<p>Auf diese Frage habe ich eine Antwort. Am einfachsten l&#228;sst sie sich so formulieren:</p>
<p>Wenn Kopien im &#220;berfluss verf&#252;gbar sind, werden sie wertlos.</p>
<p>Wenn Kopien im &#220;berfluss verf&#252;gbar sind, wird das Unkopierbare knapp und wertvoll.</p>
<p><strong>Wenn Kopien kostenlos verf&#252;gbar sind, muss man Unkopierbares verkaufen.</strong></p>
<p>Aber was ist unkopierbar?</p>
<p>Es gibt eine Reihe von unkopierbaren Werten: Vertrauen zum Beispiel. Vertrauen kann nicht kopiert werden. Man kann es nicht kaufen. Vertrauen muss man sich verdienen, &#252;ber einen l&#228;ngeren Zeitraum. Man kann es auch nicht downloaden. Oder f&#228;lschen. Oder vort&#228;uschen (zumindest nicht auf Dauer). Wenn alle anderen Bedingungen gleich sind, wird man stets lieber mit jemandem einen Handel eingehen, dem man vertrauen kann. Daher ist Vertrauen etwas Immaterielles, das in einer kopienges&#228;ttigten Welt mehr und mehr an Wert gewinnt.</p>
<p>Neben Vertrauen gibt es zahlreiche &#228;hnliche Werte, die schwer kopierbar und daher in unserer Netz&#246;konomie zunehmend wertvoll werden. Mir scheint, dass man sie am besten untersuchen kann, wenn man nicht aus der Perspektive des Produzenten, Herstellers oder Urhebers auf sie blickt, sondern aus der des Verbrauchers. Man kann mit einer einfachen Verbraucherfrage beginnen: Warum sollten wir eigentlich f&#252;r etwas zahlen, das wir kostenlos haben k&#246;nnen? Wenn man eine Kaufversion eines Gegenstands erwirbt, den man auch kostenlos haben k&#246;nnte, was genau kauft man da eigentlich?</p>
<p>Meine Besch&#228;ftigung mit der Netz&#246;konomie hat mir acht Kategorien von immateriellen Werten aufgezeigt, die wir kaufen, wenn wir f&#252;r etwas Geld ausgeben, das auch kostenlos verf&#252;gbar w&#228;re.</p>
<p>Diese acht Dinge sind ganz buchst&#228;blich besser als kostenlos. Acht unkopierbare Werte, die ich als &#8220;Generative&#8221; bezeichnen will. Ein &#8220;generativer&#8221; Wert ist eine Eigenschaft oder ein Attribut, das generiert werden muss, also herangezogen, kultiviert, gehegt. Ein Generativ kann nicht kopiert, geklont, gefaked, vervielf&#228;ltigt, gef&#228;lscht oder nachgemacht werden. Es wird auf eigene Weise generiert, vor Ort und &#252;ber l&#228;ngere Zeit. In der digitalen Welt f&#252;gen generative Eigenschaften kostenlosen Kopien Wert hinzu – dadurch lassen sie sich verkaufen.</p>
<p><strong>Besser als kostenlos: die acht Generative</strong></p>
<p><strong>Unmittelbarkeit</strong>: Fr&#252;her oder sp&#228;ter kann man alles als Kopie finden, aber eine Kopie im Moment ihres Erscheinens – oder noch besser: ihrer Entstehung – auf den Tisch zu bekommen, darin liegt ein generativer Vorteil. Viele Leute gehen zur Filmpremiere ins Kino, wo man einen saftigen Preis daf&#252;r zahlt, einen Film zu sehen, den man zu einem sp&#228;teren Zeitpunkt kostenlos oder beinahe kostenlos ausleihen oder downloaden k&#246;nnte. Gebundene B&#252;cher kosten mehr, weil sie als erste verf&#252;gbar sind – auch wenn sie diesen Vorzug als Bindungsart maskieren. Um der erste zu sein, muss man oft f&#252;r dasselbe Produkt einen h&#246;heren Preis zahlen. Als verk&#228;ufliche Qualit&#228;t hat die Unmittelbarkeit verschiedene Ebenen, darunter den Zugang zu Beta-Versionen. Damit werden Anh&#228;nger eines Produkts selbst in den generativen Prozess eingebunden. Beta-Versionen gelten oft als weniger wertvoll, weil sie unvollst&#228;ndig sind, aber sie besitzen gleichzeitig verk&#228;ufliche generative Eigenschaften. Unmittelbarkeit ist immer relativ – deshalb ist sie generativ. Sie muss zum Produkt ebenso passen wie zur Zielgruppe. Blogs unterliegen einem anderen Zeitgef&#252;hl als Filme oder Autos. Aber letztlich hat jedes Medium seine Unmittelbarkeit.</p>
<p><strong>Personalisierung</strong>: Die allgemeine Version eines Konzertmitschnitts mag kostenlos zu haben sein, aber wenn man eine Kopie haben m&#246;chte, die darauf abgestimmt ist, im eigenen Wohnzimmer ein perfektes Klangerlebnis zu bieten – so als w&#228;re das Konzert eben dort aufgef&#252;hrt worden – w&#228;re man vielleicht bereit, einen hohen Preis zu zahlen. Das kostenlose Exemplar eines Buches kann vom Verlag nach Ma&#223; redigiert werden, so dass es sich in die eigene Leseerfahrung einpasst. Damit man einen kostenlosen Film kauft, kann er geschnitten und den eigenen Sehvorlieben angepasst werden (etwa ohne Gewaltdarstellung, aber mit Kraftausdr&#252;cken). Aspirin ist kostenlos, aber Aspirin, das f&#252;r die eigene DNA optimiert ist, ist sehr teuer. Es ist oft angemerkt worden, dass Personalisierung eine l&#228;ngere Abstimmung zwischen dem Erzeuger und dem Verbraucher, dem K&#252;nstler und seinem Fan, dem Produzenten und dem Nutzer erfordert. Personalisierung ist zutiefst generativ, weil sie wiederholungsintensiv und zeitaufwendig ist. Die Personalisierung, die sich in einer Beziehung niederschl&#228;gt, ist unkopierbar. Im Marketing nennt man dies &#8220;Stickiness&#8221; – &#8220;Haftkraft&#8221;. Denn es bedeutet, dass beide Parteien diesem generativen Vorteil verhaftet sind (sich darin einbringen) und deshalb ungern die Beziehung abbrechen, um anderswo neu anzukn&#252;pfen.</p>
<p><strong>Interpretation</strong>: Ein alter Witz geht so: Software kostenlos – Benutzerhandbuch 10.000 Dollar. Aber das ist kein Witz. Ein ganze Reihe prominenter Unternehmen wie Red Hat, Apache und viele andere verdienen ihr Geld auf genau diese Weise. Sie bieten gegen Bezahlung Support f&#252;r die kostenlose Software. Die Kopie des Softwarecodes, die reinen Bits, sind kostenlos – und werden f&#252;r den Nutzer erst durch Support und Anleitung wertvoll. Ich vermute, dass dieses Modell in Zukunft auch f&#252;r genetische Informationen gelten wird. Momentan ist es noch sehr teuer, eine Kopie seines DNA-Codes zu bekommen, doch das wird sich &#228;ndern. Bald schon werden Pharma-Unternehmen die Verbraucher daf&#252;r bezahlen, dass sie ihre Gene sequenzieren lassen. Die Kopie der eigenen Gensequenz wird man also kostenlos bekommen k&#246;nnen, aber ihre Interpretation: was diese Sequenz bedeutet, was f&#252;r Folgen sich daraus ergeben und wie man sich darauf einstellen kann – sozusagen das Benutzerhandbuch f&#252;r die eigenen Gene – wird einen hohen Preis haben.</p>
<p><strong>Authentizit&#228;t</strong>:<strong> </strong>Schon m&#246;glich, dass man eine wichtige Software kostenlos haben kann, doch selbst wenn man kein Benutzerhandbuch braucht, will man vielleicht sicherstellen, dass die Software fehlerfrei, zuverl&#228;ssig und garantiert echt ist. F&#252;r Authentizit&#228;t ist man bereit zu zahlen. Es gibt eine un&#252;berschaubare Anzahl von Varianten der Jams der Grateful Dead. Doch wenn man eine authentische Version bei der Band selbst kauft, dann kann man sicher sein, dass man das bekommt, was man wirklich haben will – und dass wirklich die Grateful Dead den Jam eingespielt haben. K&#252;nstler hatten von alters her mit diesem Problem zu k&#228;mpfen. Grafische Reproduktionen, etwa Fotografien oder Lithographien, tragen oft einen K&#252;nstlerstempel, eine Art Signatur, die Authentizit&#228;t behauptet, so dass einen h&#246;herer Preis f&#252;r die Kopie verlangt werden kann. Digitale Wasserzeichen und andere Signaturtechnologien werden als Antikopierma&#223;nahmen wirkungslos sein (sind Kopien doch supraleitende Fl&#252;ssigkeiten), aber sie k&#246;nnen dem, der Wert darauf legt, die generative Eigenschaft Authentizit&#228;t vermitteln.</p>
<p><strong>Zug&#228;nglichkeit</strong>: Besitz ist oft nervig: Man muss seine Dinge sauber und aktuell halten und sich – sofern es sich um digitale Gegenst&#228;nde handelt – um Sicherungskopien k&#252;mmern. Und in der mobilen Welt, in der wir leben, muss man ihn &#252;berall hin mitschleppen. Viele Leute, und ich selbst geh&#246;re dazu, w&#228;ren vollauf gl&#252;cklich, wenn andere sich um unsere &#8220;Besitzt&#252;mer&#8221; k&#252;mmern w&#252;rden, und wir sie lediglich abonnierten. Wir w&#252;rden gern Geld an ein fantastisches Unternehmen, nennen wir es Acme Digital Warehouse, zahlen, damit es uns jede Melodie dieser Welt bereitstellt, wann und wo wir wollen – und auch jeden Film und jedes Foto (egal ob von uns selbst oder von einem anderen aufgenommen) sowie jedes Buch und jeden Blog. Acme w&#252;rde von allem Sicherungskopien erstellen, die Urheber entlohnen und uns liefern, was wir Lieben: auf unsere Telefone, PDAs, Laptops, Gro&#223;bildschirme, ganz egal. Dass das meiste auch kostenlos zu haben sein wird – wenn wir es denn auf uns nehmen wollen, es selbst zu pflegen, zu erweitern, zu ordnen und Sicherungskopien anzulegen – wird mit der Zeit immer weniger verlockend sein.</p>
<p><strong>Verk&#246;rperung</strong>: Im Grunde sind digitale Kopien k&#246;rperlos. Man kann eine kostenlose Kopie eines Werkes auf eine Leinwand projizieren. Doch wenn man es lieber hochaufl&#246;send auf Gro&#223;leinwand s&#228;he? Oder gar in 3D? An PDF-Dokumenten ist nichts auszusetzen, aber manchmal ist es ein gro&#223;es Vergn&#252;gen, dieselben W&#246;rter auf strahlendwei&#223;em watteweichen Papier gedruckt und in Leder gebunden zu sehen. Das liegt so angenehm in der Hand. Und wenn man, w&#228;hrend man in sein (kostenloses) Lieblingsgame vertieft ist, mit f&#252;nfunddrei&#223;ig anderen Gamern in einem Raum sitzen k&#246;nnte? Eine intensivere Verk&#246;rperung l&#228;sst sich auf unz&#228;hlige Arten erreichen. Zwar kann das, was heute noch HD-Qualit&#228;t ist und die Leute ins Kino lockt, schon morgen seinen Weg ins heimische Wohnzimmer finden, aber es wird immer neue &#252;berw&#228;ltigende Vorf&#252;hrungstechnologien geben, die noch nicht bei Endverbrauchern angekommen sind. Laserprojektionen, Holografie, ja selbst das Holodeck. Und nichts wird so intensiv verk&#246;rpert wie Musik bei einem live Konzert von echten Menschen. Die Musik ist kostenlos; die k&#246;rperliche Auff&#252;hrung kostspielig. Dieses Schema setzt sich mehr und mehr durch, nicht nur bei Musikern, sondern auch bei Schriftstellern. Das Buch ist kostenlos – die Lesung oder der Vortrag sind kostspielig.</p>
<p><strong>Patronage</strong>: Ich glaube, dass das Publikum die Urheber bezahlen <em>m&#246;chte</em>. Fans m&#246;chten ihren K&#252;nstlern, Musikern, Schriftstellern usw. ein Zeichen ihrer Wertsch&#228;tzung geben, denn das erm&#246;glicht ihnen, mit diesen in Beziehung zu treten. Aber zahlen werden sie nur, wenn der Zahlungsvorgang keinerlei Umst&#228;nde macht, wenn der Betrag angemessen ist und sie sich sicher sein k&#246;nnen, dass das Geld unmittelbar den Urhebern zugute kommt. Die Band Radiohead hat k&#252;rzlich in einem weithin beachteten Experiment die Fans selbst entscheiden lassen, wie viel sie f&#252;r eine kostenlose Kopie zahlen wollten – das ist ein Paradebeispiel f&#252;r die Bedeutung von Patronage. Die fl&#252;chtige, schwer zu fassende Beziehung, die sich zwischen Anerkennung zollenden Fans und K&#252;nstlern entfaltet, hat einen Wert. Im Falle von Radiohead einen Wert von rund f&#252;nf Dollar je Download. Es lie&#223;en sich zahlreiche weitere Beispiele daf&#252;r finden, dass das Publikum zahlt, weil es sich gut anf&#252;hlt, zu zahlen.</p>
<p><strong>Auffindbarkeit</strong>: W&#228;hrend die zuvor aufgez&#228;hlten Generative in den digitalen Kunstwerken selbst liegen, ist Auffindbarkeit etwas, das sich auf einer &#252;bergeordneten Ebene eine Rolle spielt, n&#228;mlich bei der Anh&#228;ufung zahlreicher Werke. Ein Preisschild mit einer Null darauf f&#252;hrt nicht dazu, dass ein Werk Beachtung findet – manchmal sogar zum Gegenteil. Aber ganz unabh&#228;ngig vom Preis ist ein unbeachtetes Werk wertlos; unauffindliche Meisterwerke haben keinen Wert. Wo es Millionen B&#252;cher, Millionen Songs, Millionen Filme, Millionen Softwareprogramme, Millionen von allem, das unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen will, gibt – und das meiste davon kostenlos – ist es wertvoll, auffindbar zu sein.</p>
<p>Die gro&#223;en Aggregatoren wie Amazon und Netflix verdienen ihr Geld zum Teil damit, dass sie den Kunden dabei helfen, die Werke zu finden, die sie sch&#228;tzen. Sie bringen das Gute am &#8220;Long Tail&#8221;-Effekt zur Geltung, der bekanntlich darin besteht, ein Nischenpublikum mit einem Nischenprodukt in Beziehung zu setzen. Doch leider hat der &#8220;Long Tail&#8221; nur f&#252;r die Riesenaggregatoren und die gr&#246;&#223;eren Aggregatoren auf der Zwischenebene, wie Verlage, Filmstudios und Plattenlabels ein Gutes. F&#252;r die Urheber selbst bringt der &#8220;Long Tail&#8221; nicht viel. Doch da Auffindbarkeit sich erst auf der Systemebene abspielt, sind Urheber auf Aggregatoren angewiesen. Deswegen werden Verlage, Filmstudios und Plattenlabels (kurz: VFP) nie von der Bildfl&#228;che verschwinden. F&#252;r den Vertrieb, daf&#252;r, die Kopien auszuteilen, sind sie nicht notwendig (daf&#252;r sorgt die Netzmaschine). Aber die VFP sind notwendig, um die Aufmerksamkeit der Nutzer den einzelnen Werken zuzuteilen. Aus einem Ozean von M&#246;glichkeiten w&#228;hlen die VFP Werke aus, f&#246;rdern und verfeinern sie – Werke von Urhebern, von denen sie glauben, dass sie die Fans ansprechen werden. Auch andere Vermittler, wie Kritiker und Rezensenten lenken die Aufmerksamkeit. Fans greifen auf diesen vielschichtigen Auffindbarkeitsapparat zur&#252;ck, um aus den Myriaden von Werken das Wertvolle herauszufinden. Es steckt Geld darin, Talente zu entdecken (mittelbar auch f&#252;r die Urheber). Viele Jahre lang hat die Programmzeitschrift &#8220;TV Guide&#8221; mehr Geld eingespielt als die drei gro&#223;en Sendergruppen, deren Programm sie listete, zusammengenommen. Die Zeitschrift nahm die Fernsehzuschauer an der Hand und zeigte ihnen, was es diese Woche Gutes in der Glotze gab. Und das war ja f&#252;r die Zuschauer kostenlos verf&#252;gbar. Es besteht kaum Zweifel, dass in der Kostenloswelt neben den Mega-Aggregatoren viele VFP ihr Geld – zus&#228;tzlich zu den anderen Generativen – damit verdienen werden, dass sie Auffindbarkeit verkaufen.</p>
<p>Diese acht Eigenschaften erfordern neue Kenntnisse und F&#228;higkeiten. In der Welt der Kostenloskopien wird man seinen Erfolg nicht auf Distributionsf&#228;higkeiten aufbauen k&#246;nnen, denn f&#252;r Vertrieb und Verbreitung wird die Gro&#223;e Kopiermaschine sorgen. Auch juristische F&#228;higkeiten im Umgang mit geistigem Eigentum und Copyright werden nicht mehr von Nutzen sein. Genauso wenig wie Kenntnisse im Horten und Verknappen. Stattdessen erfordern diese acht neuen Generative ein Verst&#228;ndnis daf&#252;r, wie &#220;berfluss zu einer Mentalit&#228;t des Teilens f&#252;hrt, wie Gro&#223;z&#252;gigkeit zum Gesch&#228;ftsmodell wird, wie wichtig es geworden ist, Dinge zu kultivieren und zu f&#246;rdern, die nicht mit einem Mausklick vervielf&#228;ltigt werden k&#246;nnen.</p>
<p>Kurzum, das Geld generieren in dieser Netz&#246;konomie nicht Kopien. Aufmerksamkeit generiert Geld, und Aufmerksamkeit folgt ihren eigenen Regeln.</p>
<p>Achtsamen Lesern wird aufgefallen sein, dass eines bisher nicht erw&#228;hnt wurde: Ich habe nicht von Werbung gesprochen. Werbung gilt weithin als die L&#246;sung, ja beinahe als die <em>einzige</em> L&#246;sung, f&#252;r die Paradoxie des Kostenlosen. Die meisten Vorschl&#228;ge, die ich bislang zur &#220;berwindung des Kostenlosen geh&#246;rt habe, gehen auf die eine oder andere Art von Werbung aus. Ich bin der Meinung, dass Werbung lediglich eine bestimmte Ausformung von Aufmerksamkeit ist, und langfristig wird sie nur ein Teil der neuen Arten sein, Geld zu verdienen, indem man Kostenloses verkauft. Aber das ist ein anderes Thema.</p>
<p>Unter der schaumigen Oberfl&#228;che der Werbung werden diese acht Generative den allgegenw&#228;rtigen kostenlosen Kopien einen Wert geben und es lohnend werden lassen, f&#252;r sie zu werben. Diese Generative sind auf alle digitalen Kopien anwendbar, aber auch auf all die Kopien, deren Grenzkosten gegen null tendieren. (Mehr dazu in meinem Aufsatz &#8220;<a href="http://www.kk.org/thetechnium/archives/2007/11/technology_want.php" target="_blank">Technology Wants to Be Free</a>&#8220;). Auch Industrien, die materielle G&#252;ter produzieren, sehen sich zunehmend in einer Situation wo die Kosten f&#252;r die Vervielf&#228;ltigung sich an null ann&#228;hern, so dass auch diese sich wie digitale Kopien verhalten werden. Dies ist seit Kurzem bei Landkarten der Fall. Bald wird es auch in der Genetik so sein. Kleinger&#228;te und Apparate, zum Beispiel Handys, befinden sich auf dem Weg dahin. Die pharmazeutische Industrie ist bereits an diesem Punkt, will es aber geheim halten. Eine Pille herzustellen, kostet nichts. Bei Arzneimitteln zahlen wir f&#252;r Authentizit&#228;t und Unmittelbarkeit. Und eines Tages werden wir f&#252;r Personalisierung zahlen.</p>
<p>Die Generative zu unterhalten ist sehr viel aufwendiger, als in einer Fabrik Kopien zu fertigen. Es gibt noch viel zu lernen, viel herauszufinden.</p>
<p>Ver&#246;ffentlicht am 31. Januar 2008.<br />
<em>Deutsche &#220;bersetzung von Thomas Rohde am 24. August 2009.</em></p>
<p><em>Im letzten Satz der englischen Version seines Aufsatzes fordert Kevin Kelly seine Leser auf, mit ihm &#252;ber seine Thesen in Diskussion zu treten. Unter den zahlreichen <a href="http://www.kk.org/thetechnium/archives/2008/01/better_than_fre.php#comments" target="_blank">Leserkommentaren</a>, die sich auf Kevin Kellys Blog angesammelt haben, finden sich viele streitbare und interessante Positionen. Unter anderem Vorschl&#228;ge f&#252;r weitere Generative wie Gemeinschaft und Nutzerfreundlichkeit. Um zu dieser Diskussion beizutragen, schlage ich vor, eventuelle Kommentare zu Kellys Thesen <a href="http://www.kk.org/thetechnium/archives/2008/01/better_than_fre.php#comments" target="_blank">dort</a> einzubringen (auch wenn Kommentare nat&#252;rlich auch hier willkommen sind).</em></p>
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		<title>Die Zeitungsindustrie ist ihrer Zeit voraus (anno 1994)</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Aug 2009 10:54:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[eReader]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Fidler]]></category>
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		<description><![CDATA[Der US-Mediengigant Knight Ridder (gegr&#252;ndet 1933 von John S. Knight und Herman Ridder und damit g&#228;nzlich unschuldig daran, dass der Firmenname heute etwas l&#228;cherlich klingt) hat tief in die Zukunft geblickt und anno 1994 eine Vision von kommenden Dingen in der Zeitungsindustrie vorgelegt. Vieles, was das Unternehmen (zeitweise der zweitgr&#246;&#223;te Zeitungsverlag der Vereinigten Staaten) damals [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der US-Mediengigant <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Knight_Ridder" target="_blank">Knight Ridder</a> (gegr&#252;ndet 1933 von John S. Knight und Herman Ridder und damit g&#228;nzlich unschuldig daran, dass der Firmenname heute etwas <a href="http://www.youtube.com/watch?v=c1MZeNemQ3Y" target="_blank">l&#228;cherlich</a> klingt) hat tief in die Zukunft geblickt und anno 1994 eine Vision von kommenden Dingen in der Zeitungsindustrie vorgelegt. Vieles, was das Unternehmen (zeitweise der zweitgr&#246;&#223;te Zeitungsverlag der Vereinigten Staaten) damals pr&#228;sentierte, wirkt heute – Jahrhunderte sp&#228;ter – beeindruckend aktuell: <span id="more-376"></span></p>
<p>Ob das mutma&#223;lich kurz vor seinem launch stehende Apple Tablet je so cool sein wird wie das in diesem Video vorgestellte Tablet Newspaper? Schicker als Amazons Kindle DX und andere e-Reader ist das Knight Ridder Tablet allemal.</p>
<p><object id="VideoPlayback" style="width: 400px; height: 326px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100" height="100" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://video.google.com/googleplayer.swf?docid=-4176721009838609904&amp;hl=en&amp;fs=true" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed id="VideoPlayback" style="width: 400px; height: 326px;" type="application/x-shockwave-flash" width="100" height="100" src="http://video.google.com/googleplayer.swf?docid=-4176721009838609904&amp;hl=en&amp;fs=true" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Auch wenn das Tablet Newspaper noch ganz ohne Internetanbindung auskommen sollte: Die Ideen und (simulierten) Technologien in diesem Video wirken zum Teil auch heute noch wegweisend (im Gegensatz zur Krawatten- und Frisurenmode). Verwirklicht wurde das Tablet Newspaper allerdings nie, was nach <a href="http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601109&amp;sid=arIIt._chi0E" target="_blank">Auskunft</a> des – im Clip gezeigten – Knight-Ridder-Laborleiters Roger Fidler am damaligen technischen Stand der Displaytechnologie lag: Die Screens waren zu schwer und zu stromdurstig. Bereits 1995 wurde das Projekt eingestellt. Knight Ridder wurde 2006 vom Medienunternehmen <a href="http://www.mcclatchy.com/" target="_blank">McClatchy</a> aufgekauft.</p>
<p>(via <a href="http://mashable.com/2009/08/22/knight-ridder-tablet/" target="_blank">mashable</a>)</p>
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		<title>Lesenswert: Mangelnde Digitalkompetenz bedroht Buchindustrie</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Aug 2009 10:19:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Buchbranche ist bedroht: Inmitten der Umw&#228;lzungen, die der Medienwandel bewirkt, fehlt es ihr an digitaler Kompetenz. Dies ist das Fazit einer Studie (pdf), die die britische Ausbildungs- und Kompetenzinitiative der der Kreativmedienbranche Skillset in diesem Monat ver&#246;ffentlicht hat. Im britischen Branchenmagazin The Bookseller stellt Catherine Neilan deren Erkenntnisse lesenswert vor: Sowohl das Verst&#228;ndnis neuer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Buchbranche ist bedroht: Inmitten der Umw&#228;lzungen, die der Medienwandel bewirkt, fehlt es ihr an digitaler Kompetenz. Dies ist das Fazit einer Studie (<a href="http://www.skillset.org/uploads/pdf/asset_13980.pdf?1" target="_blank">pdf</a>), die die britische Ausbildungs- und Kompetenzinitiative der der Kreativmedienbranche <a href="http://www.skillset.org/" target="_blank">Skillset</a> in diesem Monat ver&#246;ffentlicht hat. Im britischen Branchenmagazin The Bookseller stellt Catherine Neilan deren Erkenntnisse lesenswert <a href="http://www.thebookseller.com/news/94322-digital-skills-gap-now-critical-for-publishers.html" target="_blank">vor</a>:<span id="more-347"></span></p>
<p>Sowohl das Verst&#228;ndnis neuer digitaler Angebote als auch die Auswirkungen der Digitalisierung etwa auf Urheberrechtsfragen seien durch einen Mangel an Offenheit gegen&#252;ber neuen Technologien bedroht. Dies h&#228;nge auch mit sozialen Faktoren und der Einstellungs- und Ausbildungspolitik der Verlage zusammen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Suzanne Ashley, Skillset publishing sector manager, said the report had revealed specific problem areas within training and recruitment. She said: »There are those who know the business really well — often those who are more experienced, middle-management types — who are very uncomfortable with the wholly changing digital landscape.« However, Ashley stressed the need for a balance of experience between »strong core strategy skills« and those with a »fresher perspective«&#8221;</p></blockquote>
<p>Dabei erschwerten auch das im Vergleich zu anderen Branchen niedrige Lohnniveau der Buchindustrie sowie der Hang zu einer informellen Einstellungspraxis und die G&#228;ngigkeit unbezahlter Praktika die Rekrutierung digitalkompetenten Nachwuchses. Dazu d&#252;rften gegenseitige Vorurteile durch den tiefen Graben der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zwei_Kulturen" target="_blank">Zwei Kulturen</a> kommen: Viele alteingesessene Verlagsmitarbeiter sehen nicht gerade Geistesverwandte in jungen IT-Absolventen. Diese blicken ihrerseits oft nicht mit der gr&#246;&#223;ten Sympathie auf die &#8220;etwas hausbackene&#8221; Branche:</p>
<blockquote><p>&#8220;The industry’s reputation as somewhat staid was also a factor, [Suzanne Ashley] said. »Graduates are having their heads turned by film, computer games, interactive media—there is a perception that publishing is old-fashioned, which turns people off a bit.«&#8221;</p></blockquote>
<p>W&#228;hrend sich die Skillset-Studie auf die Situation in Gro&#223;britannien bezieht, d&#252;rfte das meiste auch f&#252;r die deutschsprachige Verlagslandschaft gelten. Dass hierzulande die spannendsten Ber&#252;hrungen zwischen digitalen Medien und Buchindustrie nicht in den etablierten Verlagen entstehen, sondern Startups sind, scheint diese These zu belegen: Man denke nur an <a href="http://txtr.com/" target="_blank">txtr</a>, <a href="http://www.textunes.de" target="_blank">textunes</a> und <a href="http://paperc.de/" target="_blank">PaperC</a>.</p>
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		<title>Lesenswert: J&#246;rg Gerschlauer fordert Enthusiasmus f&#252;r E-Books</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2009 10:18:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[DRM]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Gerschlauer]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Diskussionen &#252;ber DRM und die Preisgestaltung von E-Books sind notwendig und wichtig, meint J&#246;rg Gerschlauer, Vertriebsleiter des MVB (zu dem auf die E-Book-Plattform libreka geh&#246;rt), in einem Diskussionsbeitrag auf der Website des B&#246;rsenblatts. Wichtiger w&#228;re aber f&#252;r die Branche, die Besch&#228;ftigung mit E-Books nicht als Pflicht&#252;bung zu verstehen, sondern ein wenig Enthusiasmus f&#252;r die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Diskussionen &#252;ber DRM und die Preisgestaltung von E-Books sind notwendig und wichtig, meint J&#246;rg Gerschlauer, Vertriebsleiter des <a href="http://www.mvb-online.de/" target="_blank">MVB</a> (zu dem auf die E-Book-Plattform <a href="http://www.libreka.de/" target="_blank">libreka</a> geh&#246;rt), in einem <a href="http://www.boersenblatt.net/332394/" target="_blank">Diskussionsbeitrag</a> auf der Website des B&#246;rsenblatts. Wichtiger w&#228;re aber f&#252;r die Branche, die Besch&#228;ftigung mit E-Books nicht als Pflicht&#252;bung zu verstehen, sondern ein wenig Enthusiasmus f&#252;r die neue Technologie und die mit ihr verbundenen Chancen (und Fragen) aufzubringen:<span id="more-308"></span></p>
<blockquote><p>&#8220;Der entscheidende Punkt ist doch, dass wir – und damit meine ich die gesamte Branche – eine gr&#246;&#223;ere Lust aufs E-Book erzeugen m&#252;ssen. Und dazu brauchen wir sie in allererster Linie bei uns selbst. Damit meine ich kein Abspulen eines Pflichtprogramms […], sondern die Art von Enthusiasmus und Entdeckerfreude, die sich auch davon nicht entmutigen l&#228;sst, dass auf absehbare Zeit wohl (noch) niemand mit E-Books allein reich und ber&#252;hmt wird.&#8221;</p></blockquote>
<p>Tats&#228;chlich: Wenn die Branche gegen&#252;ber den Konsumenten vor allem als Spa&#223;bremse auftritt, wird das ihrem Ansehen nicht gut tun. Der m&#228;chtige Verband der amerikanischen Musikindustrie <a href="http://www.riaa.org/ " target="_blank">RIAA</a> macht vor, wie man sich als Branche unbeliebt macht, wenn man neuen Technologien, denen die Verbraucher offener gegen&#252;berstehen als man selbst, vor allem mit &#196;ngsten und Restriktionen begegnet. <a href="http://arstechnica.com/tech-policy/news/2009/07/big-content-ridiculous-to-expect-drmed-music-to-work-forever.ars" target="_blank">Arrogante &#196;u&#223;erungen</a> von Branchenvertretern k&#246;nnen ja geradezu Lust auf Piraterie machen.</p>
<p>Sauert&#246;pfisches Auftreten und bremsende Bedenkentr&#228;gerei, wie sie in der deutschen Buchindustrie bei E-Book-Themen leider verbreitet sind, ebenso. Insofern t&#228;te sich die deutsche Buchbranche mit einer offeneren, positiveren Haltung zur technologischen Innovation tats&#228;chlich selbst einen Gefallen: Wer will, dass die Verbraucher Kunden bleiben, muss freundlich und offen auftreten.</p>
<p>Wie sehr Gerschlauer da allerdings pro domo argumentieren muss, zeigt die doch recht missgelaunte &#220;berschrift, unter die die B&#246;rsenblattredaktion (eh nicht die Vorhut des Technologieoptimismus) seinen wichtigen Beitrag gestellt hat: &#8220;Operation gelungen, Patient tot&#8221; – Klingt nicht nur positiv, sondern ist zudem originell.</p>
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		<title>&#220;ber bewegliche lettern</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Jul 2009 08:23:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Einf&#252;hrung von E-Books wird die Literatur und die Buchindustrie tiefgreifend ver&#228;ndern. Diesem Medienwandel in Gutenbergs Welt widmet sich der Blog bewegliche lettern. Die Digitalisierung von Literatur ist weiter vorangeschritten, als es auf den ersten Blick erscheint. Schon lange wird Literatur von Autoren und Verlagsmitarbeitern vornehmlich in Form digitaler Daten gehandhabt: Der Autor schreibt in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Einf&#252;hrung von E-Books wird die Literatur und die Buchindustrie tiefgreifend ver&#228;ndern. Diesem Medienwandel in Gutenbergs Welt widmet sich der Blog bewegliche <em>lettern</em>.<span id="more-16"></span></p>
<p>Die Digitalisierung von Literatur ist weiter vorangeschritten, als es auf den ersten Blick erscheint. Schon lange wird Literatur von Autoren und Verlagsmitarbeitern vornehmlich in Form digitaler Daten gehandhabt: Der Autor schreibt in seinen Computer, &#252;bermittelt das Geschriebene als Datei an den Verlag, dieser &#252;bermittelt es nach vielen Bearbeitungsstufen ebenfalls als Datei an die Druckerei. Hier erst wird den ungreifbaren Daten die greifbare Form gegeben, in der das Geschriebene auf dem Marktplatz ankommt. Einem Marktplatz, dessen Vertriebsstrukturen, Bezahlmodelle, H&#228;ndler- und Kundenrollen funktionieren wie auf dem Markt einer beliebigen anderen physischen Ware: Brettern, Kartoffeln, Ziegelsteinen.</p>
<p>Die dem Geschriebenen vom Ende her &#252;bergest&#252;lpte physische Form des Buches hat leicht verdecken k&#246;nnen, dass nicht das Buch die Ware selbst ist, sondern nur Tr&#228;ger oder Verpackung des Geschriebenen. Inzwischen aber erreicht die Digitalisierung auch den Endkunden. Buchverlage werden nicht l&#228;nger als Digital/Analogwandler arbeiten k&#246;nnen, sondern Gesch&#228;ftsmodelle finden m&#252;ssen, die auch ohne analoge Komponente funktionieren. Wie zuvor auf dem Musikmarkt, als MP3-Dateien die Abl&#246;sung der Musik von physischen Tr&#228;germedien erm&#246;glichten, kommt zunehmend auch Geschriebenes in Form von pdf, epub und &#228;hnlichen Dateiformaten ohne eigenen physischen Datentr&#228;ger beim Konsumenten an. Voraussetzung daf&#252;r ist die Verbreitung von Abspiel- bzw. Leseger&#228;ten bei den Kunden: MP3-Player haben den Musikmarkt tiefgreifend ver&#228;ndert. E-Book-Reader werden dasselbe mit dem Buchmarkt tun.</p>
<p>Auf die Herausforderungen, die diese Ver&#228;nderung stellt, reagiert ein gro&#223;er Teil der Buchindustrie, zumal in Deutschland, mit Ablehnung, Verleugnung, Traditionalismus. Statt die neuen M&#246;glichkeiten als Chancen zu begreifen und &#252;ber die Ver&#228;nderungen nachzudenken, die sie an den eigenen Gesch&#228;ftsmodellen bewirken werden, verschanzt sich die Buchindustrie in ihren &#252;berkommenen Positionen. Lieber entsendet die Branche ein Heer von Lobbyisten, die daf&#252;r sorgen sollen, dass das herk&#246;mmliche Gesch&#228;ftsmodell unter gesetzlichen Schutz gestellt wird, als dar&#252;ber nachzudenken, wie sie sich durch Wandel und Anpassung an neue Realit&#228;ten nicht nur sch&#252;tzen, sondern weiterentwicklen kann. Als g&#228;be es nicht schon genug Gesetze, Sonderreglungen und Subventionen, die das &#252;berkommene Gesch&#228;ftsmodell zementieren und dem notwendigen Wandel entgegenwirken: Von der Buchpreisbindung &#252;ber den erm&#228;&#223;igten Mehrwertsteuersatz bis hin zu filigranen Detailreglungen wie dem erm&#228;&#223;igten Porto f&#252;r B&#252;chersendungen.</p>
<p>bewegliche <em>lettern</em> will den Medienwandel in Gutenbergs Welt mit offenem Blick beobachten: Nachrichten zu diesem Thema sammeln und kommentieren, Ideen einbringen und diskutieren. Das Themenfeld, das hier ber&#252;hrt wird, ist breit: Es reicht von technologischen Neuerungen &#252;ber Copyright- und Urheberrechtsdiskussionen und verlegerische Gesch&#228;ftsmodelle bis hin zu neuen Marketingm&#246;glichkeiten f&#252;r die ver&#228;nderte Ware. Eine der spannendsten Fragen lautet: Wie wird die nonphysische Verbreitungsform auf das Geschriebene selbst zur&#252;ckwirken: Wie wird dieser Medienwandel in Gutenbergs Welt die Literatur selbst, das Lesen von Literatur und das Schreiben von Literatur ver&#228;ndern? Denn auch das physische Buch ist in Wahrheit doch nie eine abnehmbare Verpackung gewesen, sondern hat die Literatur selbst immer auch mitgeformt.</p>
<p>Vor mehr als f&#252;nfhundert Jahren bewirkte die Einf&#252;hrung beweglicher Lettern im Buchdruck eine der gr&#246;&#223;ten medialen Revolutionen der Menschheit. Setzk&#228;sten wurden zum Grundger&#252;st nicht nur alles Geschriebenen sondern der Welt selbst, die nur noch aus dem Geschriebenen erkl&#228;rbar und verst&#228;ndlich, konstruierbar war (kein Haus, f&#252;r dessen Bau nicht B&#252;cher ben&#246;tigt w&#252;rden). In den letzten f&#252;nfzig Jahren ist der Setzkasten kleiner geworden: Er braucht nun nur noch zwei F&#228;cher: Eines f&#252;r die Null, eines f&#252;r die Eins. Aus diesem &#8220;Setzkasten aus Nullen und Einsen&#8221; (Friedrich A. Kittler) setzt sich jedoch weit mehr zusammen, als je zuvor gesetzt werden konnte. Nicht nur Geschriebenes kann mit diesem Code dargestellt werden, sondern bruchlos auch Audio- und Videoinhalte, Prozessanweisungen: Alles, was wir denken k&#246;nnen, kann mit diesen Lettern gesetzt werden. Die Verkleinerung des Setzkastens zieht eine Ausweitung dessen, was mit ihm beschrieben und geschrieben werden kann, nach sich. Lettern sind gerade beweglicher geworden. Wer stehenbleibt, dem laufen sie davon. Wer sich in l&#228;ngst verlorene Stellungen eingr&#228;bt, wird ihnen bald nur noch von Ferne hinterherblicken k&#246;nnen.</p>
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