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	<title>bewegliche lettern &#187; Literatur Archiv  &#8211; bewegliche lettern</title>
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	<description>medienwandel in gutenbergs welt</description>
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		<title>Libroid &#8211; Jürgen Neffe präsentiert seine &#8220;Zukunft des Lesens&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 18:46:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jürgen Neffe stellte heute Nachmittag im Roten Salon der Berliner Volksbühne sein &#8220;Libroid&#8221; der Öffentlichkeit vor. &#8220;Libroid&#8221; nennt er seine Version eines multimedialen, interaktiven digitalen Buches, das vor allem mit einer Offenheit für Beiträge, Kommentare und Ergänzungen durch die Leser punkten kann. Es musste dann doch etwas statischer bleiben, als ursprünglich gedacht. Jürgen Neffe, Sachbuchautor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jürgen Neffe stellte heute Nachmittag im Roten Salon der Berliner Volksbühne sein &#8220;Libroid&#8221; der Öffentlichkeit vor. &#8220;Libroid&#8221; nennt er seine Version eines multimedialen, interaktiven digitalen Buches, das vor allem mit einer Offenheit für Beiträge, Kommentare und Ergänzungen durch die Leser punkten kann. <span id="more-878"></span></p>
<p>Es musste dann doch etwas statischer bleiben, als ursprünglich gedacht. Jürgen Neffe, <a href="http://www.perlentaucher.de/autoren/22530/Juergen_Neffe.html" target="_blank">Sachbuchautor</a> von Rang und nun auch Leiter des &#8220;<a href="http://libroid.com/die-idee/" target="_blank">Verlags der ungedruckten Bücher</a>&#8220;, hatte sein Jackett wohl vor Aufregung einmal zuviel aus- und wieder angezogen und dabei das drahtlose Mikrofon an seinem Revers beschädigt. So konnte er sich bei der Präsentation des Libroids nicht frei auf der Bühne bewegen, sondern musste am Standmikrofon seines Rednerpults bleiben.</p>
<p>Beides, eine gewisse Distanz dem technischen Substrat gegenüber und eine herabgedämpfte Dynamik sind auch bei seinem Libroid Programm. Neffe hatte vor rund eineinhalb Jahren in der Zeit einen aufregenden, enthusiastischen und inspirierten <a href="http://www.zeit.de/2009/18/L-Buch" target="_blank">Artikel</a> über die digitalen Möglichkeiten des Buches geschrieben, den man noch heute jedem Buchmenschen zur wöchentlichen Wiederlektüre ans Herz legen will – ein großartiger, von Aufbruchstimmung getragener Text. Für den Neffe sich damals einige Kritik gefallen lassen musste.</p>
<p>Wer diesen Geist im Libroid wiederzufinden hofft, muss sich vorerst mit Pragmatischerem zufrieden geben. So weit, wie Neffe in der Theorie vorausgedacht hat, hat er sich selbst in der Praxis nicht einholen können. Neffe präsentierte eine elegante, wenn auch im Prototyp noch etwas hakelige, iPad-Version seines eigenen <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/30643.html" target="_blank">Darwin-Buches</a>, mit dem er die Grundstruktur und den Proof of Concept seines Libroids vorlegte. Je nach Ausrichtung des Geräts bekommt der Leser entweder den unangereicherten Text oder, in dreispaltiger Darstellung, den Text flankiert von einer Bildleiste zur Linken und einer Linkleiste zur Rechten zu sehen.</p>
<p>Der Text ist dabei stets ruhig in der Mitte, im Zentrum des Blickfelds. Er wird gescrollt, nicht geblättert. Die rechten und linken Spalten vergleicht Neffe mit den Instrumenten im Armaturenbrett eines Autos, die der Fahrer aus dem Augenwinkel wahrnehmen kann, ohne vom Blick durch die Frontscheibe abgelenkt zu werden. Denen er aber auch – wenn die Situation es zulässt – mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen kann. Eine einleuchtende Mechanik hinter den Kulissen dieser dreispaltigen Darstellung sorgt dafür, dass die Bildleiste und die Link-Leiste (die etwa auf Quellentexte und Metatexte verweist) stets auf der Höhe des Textes sind.</p>
<p>Die Trennung dieser Anreicherungselemente vom eigentlichen Text gewährleistet auch, dass diese Elemente ohne Eingriffe in den Text vermehrt oder vermindert werden können. Interessant wird dies durch die Möglichkeit, dass Leser weitere Elemente in diese Leisten einklinken können. Das Lesen wird dadurch sozial: Der einzelne Leser kann seine Ergänzungen und Kommentare mit allen anderen Lesern des gleichen Libroids teilen. Die anderen Leser können sich von Fall zu Fall entscheiden, ob sie die jeweiligen Elemente in ihr Libroid aufnehmen wollen oder nicht. Diese soziale Dimension des Libroids, Neffe spricht von &#8220;globalen virtuellen Leseclubs&#8221;, ist zweifellos der stärkste innovative Gedanke seines digitalen Buches. Leider wurde dieser Aspekt nicht demonstriert, sondern nur erläutert – das weckt die Neugier auf mehr.</p>
<p>Die ganz große Revolution des digitalen Buches bleibt mit dem Libroid aus. Es macht, anders als Neffes Zeit-Artikel, eher einen konservativen, ja defensiven Eindruck. Unumwunden gibt Neffe zu, dass sein Libroid &#8220;aus Sorge um die Zukunft des Buches&#8221; entstanden sei. In seiner Presseerklärung herrscht dann auch ein eher nicht fortschrittsoptimistischer Ton: Da ist die Rede von der &#8220;Würde und Klarheit des Buches&#8221; die vom &#8220;multimedialen Geflacker&#8221; bedroht sei. Er formuliert dort, dass das &#8220;Libroid als […] Reaktion auf die digitale Revolution zu verstehen&#8221; sei. Wer den Zeit-Artikel gelesen hat, wird Neffe nun nicht verdächtigen, dass er den Metternich dieser Reaktion geben will. Dennoch, man hätte mehr Offenheit und Optimismus erhoffen können. Auch in Hinblick auf die Frage des Geistigen Eigentums, die im Zeit-Artikel eine bedeutende Rolle spielt, bei der Präsentation des Libroids aber kaum thematisiert wurde.</p>
<p>Das auf Neffes Darwin-Buch basierte Prototyp-Libroid macht durchaus Lust zu lesen. Es wird – sofern Apple mitspielt – in Kürze als iPad-App für EUR 7,99 zu haben sein, später auch als Android-App. Neffe kalkuliert, dass bei einem herkömmlichen Autoren-Honorarsatz von ca. 12% die Kosten selbst des entwicklungsintensiven Prototypen nach 25.000 Verkäufen eingespielt sein werden. Da das Libroid seinen Text in mehreren Sprachversionen enthalten wird (der Prototyp in Deutsch, Englisch, Spanisch und Italienisch), erscheint diese Verkaufserwartung zwar hochgegriffen, aber bei weltweitem Verkauf nicht grundsätzlich unerreichbar. Spätere Libroide, für die die Entwicklungskosten geringer ausfallen werden als für den Prototyp, sollen nach Neffes Rechnung bereits bei 12.000 bis 15.000 verkauften Exemplaren lukrativ sein – was allein angesichts der hohen Übersetzungskosten für die verschiedenen Sprachversionen optimistisch zu sein scheint.</p>
<p>Der vorgestellte Prototyp des Libroids ist eine Adaption eines vorliegenden Textes, zudem eines Sachtextes, der sich – anders als die meisten belletristischen Texte – in besonderem Maße für multimediale Anreicherungen eignet. In Zukunft kann man aber auf geborene Libroide hoffen. – Gut möglich, dass diese mit der technischen Grundstruktur des Libroids mehr anfangen können und werden, als eine doch etwas statische Anreicherung mit Bildmaterial und Links zu liefern. Man würde es sich wünschen, vor allem nach einer Re-Lektüre des Zeit-Artikels. Vielleicht liefert Neffe solch ein geborenes Libroid ja selbst mit seinem in jenem Artikel angekündigten und in der Präsentation wieder aufgegriffenen Gedanken eines &#8220;runden Buches&#8221; ohne Anfang und Ende. &#8211; Gespannt bleiben darf man nach dieser Präsentation alle Male, und neugierig darauf, die Libroid-App ausführlich testen zu können auch.</p>
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		<title>Literatur und Animated Typography</title>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 21:03:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Animated Typography]]></category>
		<category><![CDATA[iPad]]></category>
		<category><![CDATA[Vook]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Lesehinweis in eigener Sache: Der Perlentaucher bringt heute einen Essay von mir unter dem Titel &#8220;Tanz der Lettern&#8221;. Ich schlage darin vor, in der Remix-Kunst der Animated Typography ein Beispiel dafür zu sehen, wie Literatur von den neuen digitalen Möglichkeiten ästhetisch und expressiv profitieren kann &#8211; ohne ihre Bindung an Sprache aufzugeben und zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Lesehinweis in eigener Sache: Der Perlentaucher bringt heute einen <a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/6215.html" target="_blank">Essay</a> von mir unter dem Titel &#8220;Tanz der Lettern&#8221;. Ich schlage darin vor, in der Remix-Kunst der Animated Typography ein Beispiel dafür zu sehen, wie Literatur von den neuen digitalen Möglichkeiten ästhetisch und expressiv profitieren kann &#8211; ohne ihre Bindung an Sprache aufzugeben und zum Video oder Computerspiel zu tendieren.</p>
<p><span id="more-859"></span></p>
<blockquote><p>Während damit experimentiert wird, Bücher mit Videoclips anzureichern, sie mit Soundtracks zu unterlegen oder mit Videospiel­-Elementen zu versehen, ist eine entscheidende &#8211; und der Literatur vielleicht besonders gerechte &#8211; Möglichkeit bisher kaum beachtet worden: Die Lettern können endlich beweglich werden, die Wörter Laufen lernen.</p></blockquote>
<p>Den Rest des Artikels gibt&#8217;s <a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/6215.html" target="_blank">hier</a>.</p>
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