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	<title>bewegliche lettern&#187; Digitale Geschäftsmodelle Archiv  &#8211; bewegliche lettern</title>
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		<title>De Gruyter digitalisiert Backlist auf Zuruf</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 16:13:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
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		<description><![CDATA[Der traditionsreiche Wissenschaftsverlag De Gruyter hat am vergangenen Freitag angek&#252;ndigt, seine gesamte Backlist zu digitalisieren. Von jedem beliebigen Titel der rund 60.000 Eintr&#228;ge umfassenden und bis ins Jahr 1749 zur&#252;ckreichenden Backlist soll auf Zuruf ein eBook im PDF-Format oder ein gebundenes Buch im Print-on-Demand-Verfahren erstellt werden. De Gruyter verspricht, das fertige Produkt innerhalb von &#8220;maximal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der traditionsreiche Wissenschaftsverlag De Gruyter hat am vergangenen Freitag angek&#252;ndigt, seine gesamte Backlist zu digitalisieren. Von jedem beliebigen Titel der rund 60.000 Eintr&#228;ge umfassenden und bis ins Jahr 1749 zur&#252;ckreichenden Backlist soll auf Zuruf ein eBook im PDF-Format oder ein gebundenes Buch im Print-on-Demand-Verfahren erstellt werden. De Gruyter <a href="http://www.degruyter.de/cont/glob/ebooks.cfm" target="_blank">verspricht</a>, das fertige Produkt innerhalb von &#8220;maximal 10 Wochen&#8221; nach Eingang der Bestellung liefern zu k&#246;nnen. Diesen interessanten Ansatz einer Retrodigitalisierung nach Bestellung nennt De Gruyter &#8220;eBook on Demand&#8221;. So spannend und richtungsweisend die unter dem Label &#8220;<a href="http://www.degruyter.de/cont/glob/ebooks.cfm" target="_blank">De Gruyter e-dition</a>&#8221; firmierende Initiative ist, wirft sie ein paar Fragen auf. <span id="more-747"></span></p>
<p>Die auf Anfrage erstellten eBooks sollen, wie De Gruyter-Verleger Sven Fund in einem lesenswerten <a href="http://www.buchmarkt.de/content/41726-das-sonntagsgespraech.htm" target="_blank">Interview</a> mit Christian von Zittwitz vom Branchenmagazin <em>Buchmarkt</em> ausf&#252;hrt, mit Merkmalen wie &#8220;600 dpi Aufl&#246;sung, mit OCR [Optical Character Recognition] und DOIs [Digital Object Identifiers]&#8221; den Anforderungen wissenschaftlicher Bibliotheken gen&#252;gen.</p>
<p>Mit dem Angebot, Backlisttitel in digitaler Form zu bestellen, wendet sich De Gruyter allerdings auch ausschlie&#223;lich an Bibliotheken als Kunden, w&#228;hrend ein physischer Reprint offenbar auch f&#252;r private Endkunden verf&#252;gbar sein wird. Auf der Internetseite des Verlags hei&#223;t es unmissverst&#228;ndlich, jeder Titel sei &#8220;sowohl elektronisch  (nur f&#252;r Bibliotheken und Institutionen) als auch  als Hardcover Reprint  erh&#228;ltlich&#8221;.</p>
<p>Durch eine Zusammenarbeit mit libreka, der eBook-Verkaufsplattform des B&#246;rsenvereins, werden die auf erstmalige Anfrage von Bibliotheken retrodigitalisierten Titel allerdings auch Endverbrauchern als eBooks zum Kauf zur Verf&#252;gung stehen. Der Grund f&#252;r diese Einschr&#228;nkung des Abnehmerkreises f&#252;r die &#8220;eBooks on Demand&#8221; mag darin liegen, dass De Gruyter durch eine Verkleinerung des Kreises derer, die eine Retrodigitalisierung in Auftrag geben k&#246;nnen, gew&#228;hrleisten m&#246;chte, dass nur so viele Digitalisierungsanfragen eingehen, wie auch bew&#228;ltigt werden k&#246;nnen.</p>
<p>Ein anderer Grund mag mit der Preisgestaltung zusammenh&#228;ngen: Ein den bibliothekarischen Standards gen&#252;gendes eBook ist zweifellos aufwendig in der Herstellung &#8211; gut m&#246;glich, dass deswegen an der erstmaligen Digitalisierung ein Preisetikett h&#228;ngt, das f&#252;r den Verbrauchermarkt schlicht nicht geeignet w&#228;re. Konkrete Details zur Preisgestaltung der einzelnen eBooks oder Neudrucke lassen sich aus den bisherigen Meldungen (etwa im <a href="http://www.boersenblatt.net/372031/" target="_blank">B&#246;rsenblatt</a>) sowie aus der bei Buchreport ver&#246;ffentlichen <a href="http://www.buchreport.de/pressemitteilungen/pressemitteilungen/datum/2010/03/05/de-gruyter-e-dition-erschliesst-die-backlist-des-verlags-von-1749-bis-heute.htm" target="_blank">Pressemitteilung</a> des De Gruyter Verlags selbst nicht entnehmen.</p>
<p>Interessant ist &#252;berdies das Vorgehen des Verlags, wenn es um die urheberrechtliche Frage der Genehmigung einer digitalen Ausgabe durch den Rechteinhaber geht. Den Ausf&#252;hrungen Sven Funds im <em>Buchmarkt </em>zufolge, wird der Verlag nicht in jedem Fall vor der Digitalisierung die Genehmigung des Autors oder seines Rechtsnachfolgers einholen. Die nachfrageabh&#228;ngige Retrodigitalisierung soll offenbar ohne Nachfrage beim Rechteinhaber erfolgen. Die Tatsache, dass die Printversion eines Werkes einst im selben Verlag erschienen ist, reicht De Gruyter offenbar als Grund zur Annahme, dass der Rechteinhaber auch die digitale Version seines Werkes in demselben Verlag ver&#246;ffentlicht sehen m&#246;chte:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir sind &#252;berzeugt, dass unsere Autoren ihre Rechte durch uns, mit denen  sie mal einen Vertrag zu den Print-Rechten eingegangen sind, verwertet  sehen wollen, und nicht durch andere. [...] Und wenn dann Autoren ihre Werke nicht als E-Book publiziert sehen  wollen – was mich sehr &#252;berraschen w&#252;rde -, k&#246;nnen wir den Titel  jederzeit aus dem Katalog l&#246;schen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das h&#246;rt sich ganz so an, als wolle De Gruyter mit seinen Backlist-Autoren &#228;hnlich verfahren wie Google es mit seinem umstrittenen Digitalisierungsprogramm Book Search mit allen Autoren von B&#252;cher tut, die nicht mehr im Handel verf&#252;gbar, aber noch copyright gesch&#252;tzt sind: Erst digitalisieren, dann fragen. Auch die Idee, das bei den digitalen Verk&#228;ufen anfallende Honorar einer Stiftung (in diesem Fall die 2006 <a href="http://stiftungsnetzwerk-berlin.de/media/Newsletter/08_0606_Berliner_Stiftungsnews.pdf" target="_blank">gegr&#252;ndete </a>Walter De Gruyter Stiftung) zur Verf&#252;gung zu stellen, wenn der Rechteinhaber nicht festgestellt oder erreicht werden kann, erinnert an das von Google im viel kritisierten Book Settlement vorgeschlagene Vorgehen.</p>
<p>Ob De Gruyter die Zustimmung seiner Autoren tats&#228;chlich zu Recht voraussetzt, wird sich in Zukunft zeigen m&#252;ssen. Aus der Tatsache, dass De Gruyter bei verwaisten Werken lediglich ein Honorar in H&#246;he von &#8220;5% vom Nettoerl&#246;s&#8221; der digitalen Ausgabe an die Stiftung &#252;berweisen will, suggeriert, dass auch erreichbaren Autoren ein Honorar in dieser H&#246;he gezahlt werden soll. Das w&#228;re allerdings bemerkenswert wenig, liegen doch die Honorars&#228;tze von eBooks &#8211; zumindest im Publikumsbereich &#8211; deutlich h&#246;her, n&#228;mlich zwischen 15 und 25% vom Nettoerl&#246;s.  Dies k&#246;nnte, zus&#228;tzlich zum &#8220;erst Tun, dann fragen&#8221;-Ansatz Anlass zu Diskussionen mit Autoren und Agenten geben.</p>
<p>Diesen offenen Punkten zum Trotz ist De Gruyters Initiative ein entschlossener und auch mutiger Schritt in eine gute Richtung: Die alten Best&#228;nde nicht dem Vergessen anheim fallen zu lassen, sondern sie in die digitale Welt zu &#252;berf&#252;hren und sie sichtbar und auffindbar zu machen (zumindest wenn die libreka-Suche funktioniert).</p>
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		<title>Verlage verz&#246;gern Ebooks, verzichten auf Kunden</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Dec 2009 06:59:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
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		<description><![CDATA[Nach Simon &#38; Schuster und Hachette hat mit Harper Collins eine dritte Verlagsgruppe angek&#252;ndigt, Ebook-Ausgaben erst mit einigen Monaten Verz&#246;gerung nach der Hardcover-Ausgabe auf den Markt zu bringen. Ziel dieser Strategie ist, die hohen Preise f&#252;r Hardcover-Ausgaben (im Schnitt $27) vor der Konkurrenz durch die von Amazon f&#252;r $9,99 angebotenen digitalen Ausgaben zu sch&#252;tzen. Den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach Simon &amp; Schuster und Hachette hat mit Harper Collins eine dritte Verlagsgruppe <a href="http://www.engadget.com/2009/12/11/harpercollins-now-also-thumbing-nose-at-e-book-industry-with-dig/" target="_blank">angek&#252;ndigt</a>, Ebook-Ausgaben erst mit einigen Monaten Verz&#246;gerung nach der Hardcover-Ausgabe auf den Markt zu bringen. Ziel dieser Strategie ist, die hohen Preise f&#252;r Hardcover-Ausgaben (im <a href="http://www.boersenblatt.net/350134/" target="_blank">Schnitt</a> $27) vor der Konkurrenz durch die von Amazon f&#252;r $9,99 angebotenen digitalen Ausgaben zu sch&#252;tzen. Den Erwartungen der Leser schl&#228;gt das ins Gesicht. Keine gute Idee auf einem Markt, in dem die Verbraucher zusehends st&#228;rker werden.<span id="more-603"></span></p>
<p>Carolyn Reidy von Simon &amp; Schuster <a href="http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704825504574584372263227740.html?mod=googlenews_wsj" target="_blank">r&#228;umte</a> dem Wall Street Journal gegen&#252;ber ein, dass die Verz&#246;gerungstaktik bei den Verbrauchern vermutlich auf wenig Gegenliebe sto&#223;en wird. Aber man m&#252;sse jetzt handeln, um schlechte Gewohnheiten gar nicht erst einrei&#223;en zu lassen:</p>
<blockquote><p>&#8220;We believe some people will be disappointed. But with new [electronic] readers coming and sales booming, we need to do this now, before the installed base of e-book reading devices gets to a size where doing it would be impossible.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wer die Erwartungen seiner Kunden nicht erf&#252;llen, sondern sie ihnen abgew&#246;hnen will, muss sich nicht wundern, wenn sich diese nach Alternativen umsehen. Etwa indem sie ganz auf die Lekt&#252;re der verz&#246;gerten Titel verzichten oder sich auf andere Weise Zugang zu dem verschaffen, was ihnen willk&#252;rlich vorenthalten wird. <a href="http://ebooktest.wordpress.com/2009/12/09/how-book-publishing-will-lose-ebooks-vs-smart-digital-books/ " target="_blank">Mike Cane</a> verdeutlicht, dass die digitale Verweigerungshaltung schon in der Vergangenheit nach hinten losgegangen ist:</p>
<blockquote><p>&#8220;Let’s see … not a single Harry Potter book has been released in electronic format. Yet is every Harry Potter book available in every electronic format? Yes.  All you’re doing with this delay is saying: &#8216;Hey, kids! Rev up your scanners and bleed our writers to death!&#8217;&#8221;</p></blockquote>
<p>In einem differenzierten Beitrag verdeutlicht <a href="http://bookseller-association.blogspot.com/2009/12/so-whats-wrong-with-999.html" target="_blank">Martyn Daniels</a>, dass die Verlage noch nicht begriffen haben, dass ihre Position gegen&#252;ber den Verbrauchern durch den Medienwandel geschw&#228;cht ist:</p>
<blockquote><p>&#8220;The reality is that the power in the digital channel is clearly shifting away from the publisher and moving upstream to the author and downstream to the consumer.&#8221;</p></blockquote>
<p>Daniels erinnert zurecht daran, wie die Musikindustrie mit dem Aufkommen der CD &#252;berh&#246;hte Preise durchgesetzt hat. Und damit den Boden f&#252;r das P2P-Sharing legte, in dem die Verbraucher einander gegenseitig mit dem digitalen Gut versorgten und die Verwerterindustrien ausblendeten.</p>
<p>Weil die digitale Ware keinen Unterschied zwischen Original und Kopie kennt, ver&#228;ndert sich auch das Machtgef&#252;ge zwischen Verwerterindustrie und Verbrauchern: Denn die Verwerterindustrien k&#246;nnen nicht mehr von der Knappheit ihres Gutes profitieren. Was digital ist, kann nicht knapp sein: Es ist virtuell immer unendlich oft in gleicher Qualit&#228;t vorhanden. Wer sich da als Gatekeeper aufspielt, wirkt ein bisschen anachronistisch.</p>
<p>Wenn sich die Verwerterindustrien also nicht abschaffen wollen, sollten sie die Verbraucher als Verb&#252;ndete sehen. Wer verkaufen will, muss freundlich sein. Die Piraterie im Film- und Musikgesch&#228;ft verdankt sich nicht zuletzt auch dem schlechten Ruf, den sich diese Branchen &#252;ber Jahre erarbeitet haben.</p>
<p>Wie aber ist das Preisproblem zu l&#246;sen? Man wird den Verbrauchern nicht verst&#228;ndlich machen k&#246;nnen, dass eine digitale Ausgabe auch nur ann&#228;hernd so viel kosten soll wie ein gedrucktes Buch: Nicht nur, weil der Herstellungs-, Lagerungs- und Verteilungsaufwand so sichtbar geringer ist als bei einem physischen Produkt. Sondern auch, weil der Verbraucher weniger bekommt: Nichts was er antiquarisch weiterverkaufen k&#246;nnte, nichts was er ausleihen k&#246;nnte, nichts was er ohne erhebliche Vorab-Investition in die Hardware nutzen k&#246;nnte.</p>
<p>Wenn sich Ebooks f&#252;r $9,99 tats&#228;chlich nicht rechnen, m&#252;ssen die Verlage eben Ebooks anbieten, die einen h&#246;heren Preis rechtfertigen. Etwa, indem sie die M&#246;glichkeiten ihres digitalen Mediums ausnutzen und dadurch &#8211; sei&#8217;s multimedial, sei&#8217;s interaktiv &#8211; Mehrwert herstellen, der den Verbrauchern einleuchtet. In Martyn Daniels Worten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Assuming ebooks sold cheap are going to kill off more expensive physical renditions isn’t a reason not to release them, but a reason to make them different.&#8221;</p></blockquote>
<p>Eine andere M&#246;glichkeit w&#228;re, dass sich die Verlage zus&#228;tzlich zum Verkauf ihrer Produkte Einnahmen verschaffen. &#8211; Etwa durch Veranstaltungen oder durch das Einwerben von Sponsoring. Andere Kultureinrichtungen, etwa Museen, Orchester und Theater, haben ja gut funktionierende und finanzstarke &#8216;Freundeskreise&#8217;. Warum nicht auch Verlage? Auch dazu m&#252;ssen sie zu ihren Lesern allerdings freundlich sein.</p>
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		<title>Google wird Buchh&#228;ndler</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 04:55:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
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		<description><![CDATA[Google wird ab Mitte 2010 in den USA und Europa B&#252;cher aus den Best&#228;nden des Google-Editions-Projekts zum Kauf anbieten. Dies k&#252;ndigte eine hochrangige Sprecherin des Unternehmens auf der Tools of Change Konferenz am vergangenen Dienstag in Frankfurt an und konkretisierte damit die Vision, die Google-Book-Search-Chef Dan Clancy bereits im Juli pr&#228;sentiert hatte. Google Editions ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Google wird ab Mitte 2010 in den USA und Europa B&#252;cher aus den Best&#228;nden des Google-Editions-Projekts zum Kauf anbieten. Dies k&#252;ndigte eine hochrangige Sprecherin des Unternehmens auf der <a href="http://www.tocfrankfurt.com/" target="_blank">Tools of Change</a> Konferenz am vergangenen Dienstag in Frankfurt an und konkretisierte damit die Vision, die Google-Book-Search-Chef Dan Clancy bereits im Juli <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/googles_vision_for_the_future_of_google_books_eboo.php" target="_blank">pr&#228;sentiert</a> hatte.<span id="more-534"></span></p>
<p>Google Editions ist eine Erweiterung des Partnerprogramms, mit dem Google Verlagen und Autoren erm&#246;glicht, ihre Publikationen durchsuchbar zu machen und Nutzern in begrenztem Umfang anzuzeigen. Es handelt sich bei den in Google Editions enthaltenen Publikationen also zun&#228;chst nicht um die im umstrittenen Google Book Settlement thematisierten vergriffenen und verwaisten Werke.</p>
<p>Zus&#228;tzlich zur Durchsuchbarkeit und ausschnittsweisen Anzeige sollen die in Google Editions angebotenen digitalen Texte ab Mitte n&#228;chsten Jahres auch verk&#228;uflich werden. Nutzer sollen auf Texte, die sie erworben haben, &#8216;in the cloud&#8217;, also durch Onlinezugriff von einem beliebigen PC oder eReader aus zugreifen k&#246;nnen. Gleichzeitig werde eine Kopie des Textes lokal abgespeichert, so dass auch ohne bestehende Onlineverbindung weitergelesen werden kann. Wie dies technisch im Detail aussehen wird, ist noch kl&#228;rungsbed&#252;rftig. Wahrscheinlich wird die skizzierte lokale Speicherung auf Google <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Google_Gears" target="_blank">Gears</a> beruhen.</p>
<p>Googles Director of Strategic Partnerships, Amanda Edmonds, betonte einem <a href="http://www.thebookseller.com/news/99964-google-plans-buy-anywhere-read-anywhere-offer.html" target="_blank">Bericht</a> des britischen Branchenmagazins &#8220;The Bookseller&#8221; zufolge, dass Google Editions die Nutzer nicht auf bestimmte Ger&#228;te, Software oder H&#228;ndler festlegen wolle. Stattdessen setzt der Suchmaschinenkonzern darauf, sein Buchangebot auf verschiedenen Endger&#228;ten und &#252;ber verschiedene Handelskan&#228;le zug&#228;nglich zu machen.</p>
<p>So sollen die digitalen Texte aus Google Editions nicht nur direkt &#252;ber Google Books, sondern auch &#252;ber kooperierende Onlineh&#228;ndler oder direkt &#252;ber die Websites der teilnehmenden Verlage bezogen werden k&#246;nnen. Dabei unterschiedet sich die Aufteilung der Erl&#246;se: Beim Kauf &#252;ber Google Books gibt Google 63% der Einnahmen an den Rechteinhaber weiter und beh&#228;lt 37% ein. Dieser Split ist bereits aus dem Book Settlement bekannt, wo er f&#252;r die Verwertung vergriffener und verwaister Werke ins Spiel gebracht worden war. Beim Kauf &#252;ber einen Online-H&#228;ndler erh&#228;lt der Rechteinhaber dagegen 45%, die &#252;brigen 55% teilen sich der H&#228;ndler und Google. Auch hier sind nach Edmonds Aussage noch Details zu kl&#228;ren.</p>
<p>Interessant ist die Ank&#252;ndigung, dass sich Google vorbehalte, die B&#252;cher gegen&#252;ber dem Listenpreis zu reduzieren, soweit dem nicht lokale Bestimmungen entgegenst&#252;nden (wie die Buchpreisbindung in Deutschland). Allerdings wolle Google die Mindereinnahmen durch die Preisreduktion auf die eigene Kappe nehmen und den Rechteinhaber verg&#252;ten, als w&#228;re das Buch zum Listenpreis verkauft worden. &#8211; Man darf gespannt sein, wie lange sich solche gro&#223;z&#252;gigen Zusagen angesichts der zu erwartenden bedeutenden Marktmacht Googles halten werden.</p>
<p>Google plant nach Edmonds Aussage auch, mit Hardwareherstellern zusammenzuarbeiten. Dabei d&#252;rfte Sony, das sich in der Auseinandersetzung um das Book Settlement an die Seite Googles <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/08/sony-schaltet-sich-in-book-settlement-streit-ein-will-mitverdienen/" target="_blank">geschlagen</a> hatte, deutlich bessere Chancen haben als Amazon mit seinem Kindle. Nicht nur, weil der Kindle als geschlossenes, an ein bestimmtes Format und einen spezifischen Shop angebundenes System im Widerspruch zur von Google skizzierten Plattformunabh&#228;ngigkeit steht. Auch die Auseinandersetzung mit Amazon im Book Settlement-Streit mag Googles Lust auf eine Zusammenarbeit mit dem Onlinehandelsgiganten geschm&#228;lert haben. Amanda Edmonds bezweifelte vernehmlich, dass Amazons Kindle f&#252;r Google Editions das Ger&#228;t der Wahl sei.</p>
<p>Auf Fragen zum Book Settlement ging Edmonds bei ihrem Vortrag nach dem Bericht des Bookseller nicht ein. Klar d&#252;rfte aber sein, dass auch die vom Settlement betroffenen vergriffenen und verwaisten Publikationen mit in den Warenkatalog des entstehenden neuen Buchhandelsgiganten Google aufgenommen werden, sobald eine juristisch tragf&#228;hige Grundlage daf&#252;r besteht. Damit best&#228;tigt sich auch Lawrence Lessigs Einwand gegen das Google Book Settlement, der in einem Vortrag im Juli kritisiert hatte, dass Google Books nicht auf der Logik einer Bibliothek, sondern auf der eines Buchh&#228;ndlers basiere:</p>
<blockquote><p>&#8220;We’re building into this not so much a digital library but a digital bookstore.&#8221;</p></blockquote>
<p>Infotopia, so scheint es, wird allenfalls in Googles weltumspannender Shopping Mall stattfinden.</p>
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		<title>Content kann man nicht verkaufen: Paul Graham &#252;ber &#8220;Post-Medium Publishing&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Sep 2009 12:43:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir haben nie f&#252;r Content bezahlt, sondern immer nur f&#252;rs Medium, ist sich der Programmierer, Essayist und Risikokapitalgeber Paul Graham sicher. Damit greift er eine der Grundbehauptungen – aus seiner Sicht wohl eher: Lebensl&#252;gen – der Verwerterindustrien an. Die Belege, die er daf&#252;r in seinem neuesten Essay &#8220;Post-Medium Publishing&#8221; vorbringt, sind griffig.  So fragt er: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben nie f&#252;r Content bezahlt, sondern immer nur f&#252;rs Medium, ist sich der Programmierer, Essayist und Risikokapitalgeber <a href="http://www.paulgraham.com/bio.html" target="_blank">Paul Graham</a> sicher. Damit greift er eine der Grundbehauptungen – aus seiner Sicht wohl eher: Lebensl&#252;gen – der Verwerterindustrien an. Die Belege, die er daf&#252;r in seinem neuesten Essay &#8220;<a href="http://www.paulgraham.com/publishing.html" target="_blank">Post-Medium Publishing</a>&#8221; vorbringt, sind griffig. <span id="more-456"></span></p>
<p>So fragt er: &#8220;Wenn es den Verwertern darum ging, Content zu verkaufen, warum war der Preis von B&#252;chern, Musik oder Filmen dann zumeist vor allem vom Format abh&#228;ngig? Warum hat dann besserer Content nicht mehr gekostet?&#8221; Gerade mit Blick auf die Preisgestaltung der Buchindustrie, die denselben Inhalt als Hardcover und als Paperback zu verschiedenen Preisen anbietet, hat Grahams Einwand einige &#220;berzeugungskraft:</p>
<blockquote><p>&#8220;Almost every form of publishing has been organized as if the medium was what they were selling, and the content was irrelevant. Book publishers, for example, set prices based on the cost of producing and distributing books. They treat the words printed in the book the same way a textile manufacturer treats the patterns printed on its fabrics.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Digitalisierung f&#252;hrt dazu, dass der physische Datentr&#228;ger verzichtbar wird. Damit verlieren die Verwerterindustrien ihr Produkt, glaubt Graham. Ihr Mantra, wie zuvor den Datentr&#228;ger nun den Content verkaufen zu k&#246;nnen, h&#228;lt er f&#252;r unglaubw&#252;rdig. Selbst iTunes verkaufe nicht eigentlich Content, sondern erhebe lediglich eine Art Geb&#252;hr f&#252;r den unkomplizierten Zugang zu ihm.</p>
<p>Die Interessen eines Distributors wie iTunes sind von denen der Verwerterindustrie deutlich unterschieden – etwa dadurch, dass er die Preise stets &#8220;unterhalb der Wahrnehmbarkeitsschwelle&#8221; halten m&#252;sse. – Dasselbe Modell zeichnet sich nach Paul Grahams Ansicht f&#252;r eBooks ab:</p>
<blockquote><p>&#8220;The situation is much the same with digital books. Whoever controls the device sets the terms. It&#8217;s in their interest for content to be as cheap as possible, and since they own the channel, there&#8217;s a lot they can do to drive prices down. Prices will fall even further once writers realize they don&#8217;t need publishers. Getting a book printed and distributed is a daunting prospect for a writer, but most can upload a file.&#8221;</p></blockquote>
<p>Was bedeutet das f&#252;r die Zukunft der Verwerter? Graham bietet keine umfassende Vision, sondern spricht Nischenl&#246;sungen an: Da, wo man mit Informationen Geld verdienen kann, wird f&#252;r sie auch weiterhin bezahlt werden – etwa f&#252;r B&#246;rsentipps. Und da, wo das physische Medium eine hohe Attraktivit&#228;t hat, wird auch weiterhin f&#252;r dieses bezahlt werden: Zum Beispiel f&#252;r aufwendig hergestellte gedruckte B&#252;cher und f&#252;r Hochglanzzeitschriften.</p>
<p>F&#252;r den gro&#223;en Restbereich – diejenigen B&#252;cher, die man nicht gedruckt im Regal stehen haben will, die Musik, auf deren physischen Datentr&#228;ger man leicht verzichten kann, hat er keinen Masterplan. Seine Ideen dazu erinnern an Kevin Kellys Thesen aus &#8220;<a href="../../2009/08/kevin-kelly-besser-als-kostenlos-better-than-free/" target="_blank">Besser als kostenlos</a>&#8220;. &#8211; Ob man darauf ein &#8220;content business&#8221; aufbauen kann, ist f&#252;r Graham aber unklar.</p>
<p>Wie auch Tim Renner, der seinem wichtigen Buch &#252;ber die Zukunft der Medienindustrie den Titel &#8220;<a href="http://www.rogner-bernhard.de/titles/show/425" target="_blank">Kinder, der Tod ist gar nicht so schlimm</a>&#8220;   gegeben hat, betont Paul Graham allerdings vor allem die Chancen dieser Situation:</p>
<blockquote><p>&#8220;I don&#8217;t know exactly what the future will look like, but I&#8217;m not too worried about it. This sort of change tends to create as many good things as it kills. Indeed, the really interesting question is not what will happen to existing forms, but what new forms will appear.&#8221;</p></blockquote>
<p>(via <a href="http://twitter.com/dvg" target="_blank">@dvg</a>)</p>
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		</item>
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		<title>Lesenswert: Kassia Krozser (Quartet Press) &#252;ber E-Publishing</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Sep 2009 10:11:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Kassia Krozser]]></category>
		<category><![CDATA[Quartet Press]]></category>

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		<description><![CDATA[Nein, eine funktionierende Firma ist letztlich nicht draus geworden: Kassia Krozser hat zusammen mit ebenso engagierten Kolleginnen in den vergangenen Monaten das Experiment unternommen, einen ePublishing-Verlag auf die Beine zu stellen. Ihr Verlag, Quartet Press,  war ein Versuch, das Verlagsgesch&#228;ft anhand der v&#246;llig neuen M&#246;glichkeiten des digitalen Publizierens von Grund auf neu anzugehen. Dem konnte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, eine funktionierende Firma ist letztlich nicht draus geworden: Kassia Krozser hat zusammen mit ebenso engagierten Kolleginnen in den vergangenen Monaten das Experiment unternommen, einen ePublishing-Verlag auf die Beine zu stellen. Ihr Verlag, <a href="http://quartetpress.com/about/" target="_blank">Quartet Press</a>,  war ein Versuch, das Verlagsgesch&#228;ft anhand der v&#246;llig neuen M&#246;glichkeiten des digitalen Publizierens von Grund auf neu anzugehen. Dem konnte man in ihrem <a href="http://quartetpress.com/" target="_blank">Blog</a> seit Juni folgen. <span id="more-446"></span></p>
<p>Nun hat Quartet Publishing die Segel gestrichen. Ihre Erfahrungen fasst Kassia Krozser in einem unbedingt lesenswerten <a href="http://booksquare.com/how-i-spent-my-summer-vacation/" target="_blank">Artikel</a> auf Booksquare zusammen. Krozser betont, dass ePublishing von Grund auf nicht nur neu gedacht, sondern vor allem neu ausprobiert werden muss. Wer in den &#252;berkommenen Spuren verharrt, kann kein Vorbild f&#252;r ein erfolgreiches Handeln mit den neuen Medien und Werkzeugen abgeben:</p>
<blockquote><p>&#8220;I would not […] suggest, for anyone starting in the digital first or digital only realm, to look to traditional publishers for guidance. Okay, maybe a few, but only in the instances where those publishers are doing it differently and taking real chances. Anyone who isn’t engaged in a level of messy experimentation, they’re not worth using as a role model.&#8221;</p></blockquote>
<p>Besser als unpassende Gesch&#228;ftsmodelle und Strukturen von den traditionellen H&#228;usern zu &#252;bernehmen, ist es, per trial and error vorzugehen und das Scheitern zu riskieren. Dass Krozser diese Offenheit dem eigenen Experiment gegen&#252;ber hatte und mit derselben Offenheit &#252;ber dessen Scheitern spricht, ist r&#252;hmlich. Man w&#252;rde sich mehr Experimente dieser Art w&#252;nschen: Denn was ist wohl wahrscheinlicher: Dass eines dieser Experimente gl&#252;ckt oder dass diejenigen in der Branche, die an ihren herk&#246;mmlichen Strukturen und Gesch&#228;ftsmodellen festhalten, ein funktionierendes ePublishing zustande bringen?</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Sony schaltet sich in Book Settlement Streit ein, will mitverdienen</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Aug 2009 00:59:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Bibliotheken]]></category>
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		<category><![CDATA[eReader]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Book Settlement]]></category>
		<category><![CDATA[Sony]]></category>
		<category><![CDATA[Sony Daily Edition]]></category>

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		<description><![CDATA[Sony hat sich in die Auseinandersetzung &#252;ber das Google Book Settlement eingeschaltet. Nachdem sich vor kurzem Microsoft, Yahoo und Sony-Konkurrent Amazon im Rechtsstreit um das Book Search Settlement gegen Google gestellt hatten, hat nun Sony an der Seite des Suchmaschinen-Konzerns Position bezogen. Wie Wired soeben berichtet, hat Sony beim zust&#228;ndigen Richter einen Amicus Curiae-Brief angek&#252;ndigt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sony hat sich in die Auseinandersetzung &#252;ber das Google Book Settlement eingeschaltet. Nachdem sich vor kurzem Microsoft, Yahoo und Sony-Konkurrent Amazon im Rechtsstreit um das Book Search Settlement gegen Google <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/8200624.stm" target="_blank">gestellt</a> hatten, hat nun Sony an der Seite des Suchmaschinen-Konzerns Position bezogen. <span id="more-403"></span></p>
<p>Wie Wired soeben <a href="http://www.wired.com/epicenter/2009/08/sony-google-book/" target="_blank">berichtet</a>, hat Sony beim zust&#228;ndigen Richter einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amicus_curiae" target="_blank">Amicus Curiae</a>-Brief angek&#252;ndigt, mit dem der Elektronik-Konzern als unbeteiligte, aber interessierte Partei seine Sicht der Dinge ins Verfahren einbringen will. In dem von Wired ver&#246;ffentlichten Brief an den Richter (<a href="http://www.wired.com/images_blogs/epicenter/2009/08/sony-amicus-request-letter-2.pdf" target="_blank">pdf</a>) hebt Sony hervor, dass das Book Settlement einen positiven Effekt auf den E-Reader-Markt haben werde:</p>
<blockquote><p>&#8220;In Sony Electronics’ view, the cooperative and mutually beneficial relationship the Settlement forges between Google and the copyright holders in the proposed class may have a profoundly positive impact on the market for e-book readers and related devices.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gemeint d&#252;rfte damit in erster Linie wohl ein positiver Effekt auf das von Sony selbst angebotene E-Book-Leseger&#228;t sein. Dessen neueste Version namens <a href="http://www.lesen.net/ereader/sony-reader-daily-edition-sonys-kindle-945/" target="_blank">Daily Edition</a> n&#228;mlich hat eine Funktion eingebaut, &#252;ber die der Reader (vorerst nur in den USA) &#252;ber eine drahtlose Netzanbindung auf die E-Book-Best&#228;nde &#246;ffentlicher Bibliotheken zugreifen kann. Damit verf&#252;gt die neueste E-Reader-Generation von Sony &#252;ber ein Merkmal, das sie von den Ger&#228;ten der Mitbewerber abhebt – insbesondere vom US-Marktf&#252;hrer, Amazons Kindle.</p>
<p>Dieses Alleinstellungsmerkmal begr&#252;ndet ein besonderes Interesse des Konzerns an den E-Book-Best&#228;nden der Bibliotheken. Je leichter der Zugriff auf (m&#246;glichst kostenlosen) Content, desto attraktiver die Hardware. Nach dieser Regel ist der Marktvorteil von Sonys E-Reader umso gr&#246;&#223;er, je mehr B&#252;cher in einer Bibliothek als E-Book vorliegen. Durch eine Zusammenarbeit mit Google konnte Sony bereits in der Vergangenheit vom Book Search-Programm <a href="http://paidcontent.org/article/419-sony-google-team-up-against-amazon/" target="_blank">profitieren</a>: Google stellt seit vergangenem M&#228;rz 500.000 nicht mehr dem Copyright unterliegende Werke auf den Sony Readern zur Verf&#252;gung.</p>
<p>Das Book Settlement w&#252;rde erm&#246;glichen, diese Zusammenarbeit auch auf copyrightgesch&#252;tzte B&#252;cher auszuweiten. B&#252;cher, die im Druck sind und unter Copyright stehen, sollen nach der im Settlement ausgehandelten Abmachung &#252;ber Online-Buchh&#228;ndler zu kaufen oder Bibliotheken ausleihbar sein. – Den Nutzern des neuesten Sony Readers also via Bibliothekszugang gratis zur Verf&#252;gung stehen. Ebenso wie die umstrittenen verwaisten, also nicht mehr im Handel befindlichen, aber noch durch Copyright gesch&#252;tzten Werke, die Google auf Grundlage des Settlements digitalisieren und anbieten wird.</p>
<p>Googles digitale &#8216;Bibliothek&#8217; d&#252;rfte auf lange Sicht eher einem Buchladen gleichen. Darauf hat unl&#228;ngst Lawrence Lessig in einem <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/08/lawrence-lessig-ueber-das-google-book-settlement/" target="_blank">Vortrag</a> &#252;ber das Google Book Settlement hingewiesen:</p>
<blockquote><p>&#8220;We’re building into this not so much a digital library but a digital bookstore.&#8221;</p></blockquote>
<p>Den Zugriff auf die digitalisierten B&#252;cher will Google nach eigenem <a href="http://books.google.com/googlebooks/agreement/" target="_blank">Bekunden</a> an Bibliotheken verkaufen. Die Monopolposition, die Googles digitale Megabibliothek einnehmen k&#246;nnte, z&#228;hlt deshalb zu den gr&#246;&#223;ten Sorgen von Gegnern des Book Settlements au&#223;erhalb der Konzernwelt. So <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/8200624.stm" target="_blank">zitiert</a> BBC News den Gr&#252;nder der Non-Profit-Organisation <a href="http://www.archive.org/" target="_blank">Internet Archive</a> Brewster Kahle mit den Worten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Google is trying to monopolise the library system. […] If this deal goes ahead, they&#8217;re making a real shot at being &#8216;the&#8217; library and the only library.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Bibliotheken w&#252;rden sich einem Angebot gegen&#252;bersehen, das sie, wie die Library Copyright Alliance <a href="http://www.library.utoronto.ca/library/blogs/ereader/?p=379" target="_blank">bef&#252;rchtet</a>, selbst unter einem Preisdiktat kaum w&#252;rden ablehnen k&#246;nnen. Die Kosten f&#252;r den Content w&#252;rden dann die Bibliotheken tragen. Nutzer eines Leseger&#228;ts mit Bibliotheksanschluss dagegen h&#228;tten den gesamten elektronischen Bibliotheksbestand kostenlos zur Verf&#252;gung. Finanziell w&#228;ren sie lediglich &#252;ber ihre Bibliotheksgeb&#252;hr (und, nat&#252;rlich, die allgemeinen Steuern) beteiligt. (Als ein Ansatz zu einem Kulturflatrate-Modell ist das &#252;brigens einen Gedanken wert.)</p>
<p>Ein Leseger&#228;t, das jederzeit kostenlos auf so ziemlich die gesamte digitalisierte Weltbibliothek zugreifen k&#246;nnte, h&#228;tte einen beeindruckenden Produktvorteil gegen&#252;ber Ger&#228;ten, deren Nutzer jedes einzelne E-Book kaufen m&#252;ssen. Zumal die Grenzen zwischen Besitz und Ausleihe in der Welt der immateriellen B&#252;cher immer mehr verschwimmen (vermeintlich gekaufte B&#252;cher k&#246;nnen jederzeit <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">zur&#252;ckgeholt</a>, nicht jedoch antiquarisch <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/verbrauchertipp/1018697/" target="_blank">weiterverkauft</a> oder -verschenkt werden). F&#252;r Sony ist es also durchaus sinnvoll, auf Tuchf&#252;hlung mit dem Monopolisten in spe zu gehen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Kevin Kelly: Besser als kostenlos (&#8220;Better Than Free&#8221;)</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Aug 2009 06:59:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Free]]></category>
		<category><![CDATA[Kevin Kelly]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Aufsatz &#8220;Better Than Free&#8221; des Wired-Herausgebers und Technologietheoretikers Kevin Kelly wurde zuerst im Januar 2008 ver&#246;ffentlicht. Mittlerweile ist er zu einem klassischen Text der Diskussion &#252;ber neue Gesch&#228;ftsmodelle in der digitalen Welt geworden und hat, unter vielen anderen, auch Chris Anderson beeinflusst, der sich in seinem Buch &#8220;Free&#8221; (kostenpflichtige Printausgabe, gratis Audiobook-Download) mit dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der Aufsatz &#8220;<a href="http://www.kk.org/thetechnium/archives/2008/01/better_than_fre.php " target="_blank">Better Than Free</a>&#8221; des Wired-Herausgebers und Technologietheoretikers <a href="http://www.kk.org/" target="_blank">Kevin Kelly</a> wurde zuerst im Januar 2008 ver&#246;ffentlicht. Mittlerweile ist er zu einem klassischen Text der Diskussion &#252;ber neue Gesch&#228;ftsmodelle in der digitalen Welt geworden und hat, unter vielen anderen, auch <a href="http://www.thelongtail.com/" target="_blank">Chris Anderson</a> beeinflusst, der sich in seinem Buch &#8220;Free&#8221; (kostenpflichtige <a href="http://www.hyperionbooks.com/titlepage.asp?ISBN=1401322905&amp;SUBJECT=Business" target="_blank">Printausgabe</a>, gratis <a href="http://www.wired.com/images/multimedia/free/FREE_Audiobook_unabridged.zip" target="_blank">Audiobook-Download</a>) mit dem gleichen Thema auseinandersetzt. Mit freundlicher Genehmigung von Kevin Kelly erscheint &#8220;Better Than Free&#8221; hier erstmals in deutscher &#220;bersetzung. </em><span id="more-389"></span></p>
<h2><strong>Kevin Kelly: Besser als kostenlos </strong></h2>
<p>Das Internet ist eine Kopiermaschine. Auf seiner grundlegendsten Ebene kopiert es jede Handlung die wir tun, jedes Zeichen und jeden Gedanken, den wir &#228;u&#223;ern, w&#228;hrend wir darin unterwegs sind. Wenn eine Nachricht von einem Winkel des Internets in einen anderen gesendet werden soll, erfordern die Kommunikationsprotokolle, dass die gesamte Nachricht unterwegs mehrmals kopiert wird. IT-Unternehmen verdienen gutes Geld mit dem Verkauf von Ger&#228;ten, die diese unabl&#228;ssigen Kopiervorg&#228;nge erm&#246;glichen und vereinfachen. Jedes Datenbit, das auf einem Computer produziert wird, wird irgendwo hinkopiert. Die digitale Wirtschaft wird von diesem Kopienstrom angetrieben. Im Unterschied zu den massengefertigten Reproduktionen des Maschinenzeitalters sind diese Kopien nicht nur billig, sondern kostenlos.</p>
<p>Unser digitales Kommunikationsnetzwerk ist darauf ausgerichtet, dem Flie&#223;en der Kopien so wenig Reibungswiderstand entgegenzusetzen wie m&#246;glich. Tats&#228;chlich flie&#223;en die Kopien so ungehindert, dass wir das Internet als einen Supraverteiler sehen k&#246;nnen, in dem eine Kopie, sobald sie einmal ins System eingebracht ist, endlos durch das Netzwerk flie&#223;t, so wie elektrischer Strom in einem Supraleiter. Die Auswirkungen k&#246;nnen wir in unserem t&#228;glichen Leben sehen: Wird ein kopierbarer Gegenstand mit dem Internet in Ber&#252;hrung gebracht, dann wird er kopiert, und diese Kopien lassen sich nicht mehr aus der Welt schaffen. Jedes Kind wei&#223;, dass man etwas, das einmal ins Internet eingeflossen ist, nicht mehr l&#246;schen kann.</p>
<p>Dieser Supraverteiler ist zur Grundlage unserer Wirtschaft und unseres Wohlstands geworden. Die unmittelbare Vervielf&#228;ltigung von Daten, Ideen und Medien st&#252;tzt alle ma&#223;geblichen Sektoren der amerikanischen Wirtschaft, vor allem die exportorientierten – also diejenigen, in denen die USA einen Wettbewerbsvorteil haben. Unser Wohlstand basiert auf einem gewaltigen Apparat, der unterschiedslos und unentwegt Kopien erstellt.</p>
<p>Die letzte Wohlstandsperiode dieser Wirtschaft baute dagegen auf den Verkauf wertvoller Kopien, so dass das freie Flie&#223;en kostenloser Kopien die &#252;berkommene Ordnung zu untergraben droht. Wenn all unsere Arbeit kostenlos vervielf&#228;ltigt werden kann, wie soll es dann weitergehen? Wie, um es auf den Punkt zu bringen, kann man mit dem Verkauf kostenloser Kopien Geld verdienen?</p>
<p>Auf diese Frage habe ich eine Antwort. Am einfachsten l&#228;sst sie sich so formulieren:</p>
<p>Wenn Kopien im &#220;berfluss verf&#252;gbar sind, werden sie wertlos.</p>
<p>Wenn Kopien im &#220;berfluss verf&#252;gbar sind, wird das Unkopierbare knapp und wertvoll.</p>
<p><strong>Wenn Kopien kostenlos verf&#252;gbar sind, muss man Unkopierbares verkaufen.</strong></p>
<p>Aber was ist unkopierbar?</p>
<p>Es gibt eine Reihe von unkopierbaren Werten: Vertrauen zum Beispiel. Vertrauen kann nicht kopiert werden. Man kann es nicht kaufen. Vertrauen muss man sich verdienen, &#252;ber einen l&#228;ngeren Zeitraum. Man kann es auch nicht downloaden. Oder f&#228;lschen. Oder vort&#228;uschen (zumindest nicht auf Dauer). Wenn alle anderen Bedingungen gleich sind, wird man stets lieber mit jemandem einen Handel eingehen, dem man vertrauen kann. Daher ist Vertrauen etwas Immaterielles, das in einer kopienges&#228;ttigten Welt mehr und mehr an Wert gewinnt.</p>
<p>Neben Vertrauen gibt es zahlreiche &#228;hnliche Werte, die schwer kopierbar und daher in unserer Netz&#246;konomie zunehmend wertvoll werden. Mir scheint, dass man sie am besten untersuchen kann, wenn man nicht aus der Perspektive des Produzenten, Herstellers oder Urhebers auf sie blickt, sondern aus der des Verbrauchers. Man kann mit einer einfachen Verbraucherfrage beginnen: Warum sollten wir eigentlich f&#252;r etwas zahlen, das wir kostenlos haben k&#246;nnen? Wenn man eine Kaufversion eines Gegenstands erwirbt, den man auch kostenlos haben k&#246;nnte, was genau kauft man da eigentlich?</p>
<p>Meine Besch&#228;ftigung mit der Netz&#246;konomie hat mir acht Kategorien von immateriellen Werten aufgezeigt, die wir kaufen, wenn wir f&#252;r etwas Geld ausgeben, das auch kostenlos verf&#252;gbar w&#228;re.</p>
<p>Diese acht Dinge sind ganz buchst&#228;blich besser als kostenlos. Acht unkopierbare Werte, die ich als &#8220;Generative&#8221; bezeichnen will. Ein &#8220;generativer&#8221; Wert ist eine Eigenschaft oder ein Attribut, das generiert werden muss, also herangezogen, kultiviert, gehegt. Ein Generativ kann nicht kopiert, geklont, gefaked, vervielf&#228;ltigt, gef&#228;lscht oder nachgemacht werden. Es wird auf eigene Weise generiert, vor Ort und &#252;ber l&#228;ngere Zeit. In der digitalen Welt f&#252;gen generative Eigenschaften kostenlosen Kopien Wert hinzu – dadurch lassen sie sich verkaufen.</p>
<p><strong>Besser als kostenlos: die acht Generative</strong></p>
<p><strong>Unmittelbarkeit</strong>: Fr&#252;her oder sp&#228;ter kann man alles als Kopie finden, aber eine Kopie im Moment ihres Erscheinens – oder noch besser: ihrer Entstehung – auf den Tisch zu bekommen, darin liegt ein generativer Vorteil. Viele Leute gehen zur Filmpremiere ins Kino, wo man einen saftigen Preis daf&#252;r zahlt, einen Film zu sehen, den man zu einem sp&#228;teren Zeitpunkt kostenlos oder beinahe kostenlos ausleihen oder downloaden k&#246;nnte. Gebundene B&#252;cher kosten mehr, weil sie als erste verf&#252;gbar sind – auch wenn sie diesen Vorzug als Bindungsart maskieren. Um der erste zu sein, muss man oft f&#252;r dasselbe Produkt einen h&#246;heren Preis zahlen. Als verk&#228;ufliche Qualit&#228;t hat die Unmittelbarkeit verschiedene Ebenen, darunter den Zugang zu Beta-Versionen. Damit werden Anh&#228;nger eines Produkts selbst in den generativen Prozess eingebunden. Beta-Versionen gelten oft als weniger wertvoll, weil sie unvollst&#228;ndig sind, aber sie besitzen gleichzeitig verk&#228;ufliche generative Eigenschaften. Unmittelbarkeit ist immer relativ – deshalb ist sie generativ. Sie muss zum Produkt ebenso passen wie zur Zielgruppe. Blogs unterliegen einem anderen Zeitgef&#252;hl als Filme oder Autos. Aber letztlich hat jedes Medium seine Unmittelbarkeit.</p>
<p><strong>Personalisierung</strong>: Die allgemeine Version eines Konzertmitschnitts mag kostenlos zu haben sein, aber wenn man eine Kopie haben m&#246;chte, die darauf abgestimmt ist, im eigenen Wohnzimmer ein perfektes Klangerlebnis zu bieten – so als w&#228;re das Konzert eben dort aufgef&#252;hrt worden – w&#228;re man vielleicht bereit, einen hohen Preis zu zahlen. Das kostenlose Exemplar eines Buches kann vom Verlag nach Ma&#223; redigiert werden, so dass es sich in die eigene Leseerfahrung einpasst. Damit man einen kostenlosen Film kauft, kann er geschnitten und den eigenen Sehvorlieben angepasst werden (etwa ohne Gewaltdarstellung, aber mit Kraftausdr&#252;cken). Aspirin ist kostenlos, aber Aspirin, das f&#252;r die eigene DNA optimiert ist, ist sehr teuer. Es ist oft angemerkt worden, dass Personalisierung eine l&#228;ngere Abstimmung zwischen dem Erzeuger und dem Verbraucher, dem K&#252;nstler und seinem Fan, dem Produzenten und dem Nutzer erfordert. Personalisierung ist zutiefst generativ, weil sie wiederholungsintensiv und zeitaufwendig ist. Die Personalisierung, die sich in einer Beziehung niederschl&#228;gt, ist unkopierbar. Im Marketing nennt man dies &#8220;Stickiness&#8221; – &#8220;Haftkraft&#8221;. Denn es bedeutet, dass beide Parteien diesem generativen Vorteil verhaftet sind (sich darin einbringen) und deshalb ungern die Beziehung abbrechen, um anderswo neu anzukn&#252;pfen.</p>
<p><strong>Interpretation</strong>: Ein alter Witz geht so: Software kostenlos – Benutzerhandbuch 10.000 Dollar. Aber das ist kein Witz. Ein ganze Reihe prominenter Unternehmen wie Red Hat, Apache und viele andere verdienen ihr Geld auf genau diese Weise. Sie bieten gegen Bezahlung Support f&#252;r die kostenlose Software. Die Kopie des Softwarecodes, die reinen Bits, sind kostenlos – und werden f&#252;r den Nutzer erst durch Support und Anleitung wertvoll. Ich vermute, dass dieses Modell in Zukunft auch f&#252;r genetische Informationen gelten wird. Momentan ist es noch sehr teuer, eine Kopie seines DNA-Codes zu bekommen, doch das wird sich &#228;ndern. Bald schon werden Pharma-Unternehmen die Verbraucher daf&#252;r bezahlen, dass sie ihre Gene sequenzieren lassen. Die Kopie der eigenen Gensequenz wird man also kostenlos bekommen k&#246;nnen, aber ihre Interpretation: was diese Sequenz bedeutet, was f&#252;r Folgen sich daraus ergeben und wie man sich darauf einstellen kann – sozusagen das Benutzerhandbuch f&#252;r die eigenen Gene – wird einen hohen Preis haben.</p>
<p><strong>Authentizit&#228;t</strong>:<strong> </strong>Schon m&#246;glich, dass man eine wichtige Software kostenlos haben kann, doch selbst wenn man kein Benutzerhandbuch braucht, will man vielleicht sicherstellen, dass die Software fehlerfrei, zuverl&#228;ssig und garantiert echt ist. F&#252;r Authentizit&#228;t ist man bereit zu zahlen. Es gibt eine un&#252;berschaubare Anzahl von Varianten der Jams der Grateful Dead. Doch wenn man eine authentische Version bei der Band selbst kauft, dann kann man sicher sein, dass man das bekommt, was man wirklich haben will – und dass wirklich die Grateful Dead den Jam eingespielt haben. K&#252;nstler hatten von alters her mit diesem Problem zu k&#228;mpfen. Grafische Reproduktionen, etwa Fotografien oder Lithographien, tragen oft einen K&#252;nstlerstempel, eine Art Signatur, die Authentizit&#228;t behauptet, so dass einen h&#246;herer Preis f&#252;r die Kopie verlangt werden kann. Digitale Wasserzeichen und andere Signaturtechnologien werden als Antikopierma&#223;nahmen wirkungslos sein (sind Kopien doch supraleitende Fl&#252;ssigkeiten), aber sie k&#246;nnen dem, der Wert darauf legt, die generative Eigenschaft Authentizit&#228;t vermitteln.</p>
<p><strong>Zug&#228;nglichkeit</strong>: Besitz ist oft nervig: Man muss seine Dinge sauber und aktuell halten und sich – sofern es sich um digitale Gegenst&#228;nde handelt – um Sicherungskopien k&#252;mmern. Und in der mobilen Welt, in der wir leben, muss man ihn &#252;berall hin mitschleppen. Viele Leute, und ich selbst geh&#246;re dazu, w&#228;ren vollauf gl&#252;cklich, wenn andere sich um unsere &#8220;Besitzt&#252;mer&#8221; k&#252;mmern w&#252;rden, und wir sie lediglich abonnierten. Wir w&#252;rden gern Geld an ein fantastisches Unternehmen, nennen wir es Acme Digital Warehouse, zahlen, damit es uns jede Melodie dieser Welt bereitstellt, wann und wo wir wollen – und auch jeden Film und jedes Foto (egal ob von uns selbst oder von einem anderen aufgenommen) sowie jedes Buch und jeden Blog. Acme w&#252;rde von allem Sicherungskopien erstellen, die Urheber entlohnen und uns liefern, was wir Lieben: auf unsere Telefone, PDAs, Laptops, Gro&#223;bildschirme, ganz egal. Dass das meiste auch kostenlos zu haben sein wird – wenn wir es denn auf uns nehmen wollen, es selbst zu pflegen, zu erweitern, zu ordnen und Sicherungskopien anzulegen – wird mit der Zeit immer weniger verlockend sein.</p>
<p><strong>Verk&#246;rperung</strong>: Im Grunde sind digitale Kopien k&#246;rperlos. Man kann eine kostenlose Kopie eines Werkes auf eine Leinwand projizieren. Doch wenn man es lieber hochaufl&#246;send auf Gro&#223;leinwand s&#228;he? Oder gar in 3D? An PDF-Dokumenten ist nichts auszusetzen, aber manchmal ist es ein gro&#223;es Vergn&#252;gen, dieselben W&#246;rter auf strahlendwei&#223;em watteweichen Papier gedruckt und in Leder gebunden zu sehen. Das liegt so angenehm in der Hand. Und wenn man, w&#228;hrend man in sein (kostenloses) Lieblingsgame vertieft ist, mit f&#252;nfunddrei&#223;ig anderen Gamern in einem Raum sitzen k&#246;nnte? Eine intensivere Verk&#246;rperung l&#228;sst sich auf unz&#228;hlige Arten erreichen. Zwar kann das, was heute noch HD-Qualit&#228;t ist und die Leute ins Kino lockt, schon morgen seinen Weg ins heimische Wohnzimmer finden, aber es wird immer neue &#252;berw&#228;ltigende Vorf&#252;hrungstechnologien geben, die noch nicht bei Endverbrauchern angekommen sind. Laserprojektionen, Holografie, ja selbst das Holodeck. Und nichts wird so intensiv verk&#246;rpert wie Musik bei einem live Konzert von echten Menschen. Die Musik ist kostenlos; die k&#246;rperliche Auff&#252;hrung kostspielig. Dieses Schema setzt sich mehr und mehr durch, nicht nur bei Musikern, sondern auch bei Schriftstellern. Das Buch ist kostenlos – die Lesung oder der Vortrag sind kostspielig.</p>
<p><strong>Patronage</strong>: Ich glaube, dass das Publikum die Urheber bezahlen <em>m&#246;chte</em>. Fans m&#246;chten ihren K&#252;nstlern, Musikern, Schriftstellern usw. ein Zeichen ihrer Wertsch&#228;tzung geben, denn das erm&#246;glicht ihnen, mit diesen in Beziehung zu treten. Aber zahlen werden sie nur, wenn der Zahlungsvorgang keinerlei Umst&#228;nde macht, wenn der Betrag angemessen ist und sie sich sicher sein k&#246;nnen, dass das Geld unmittelbar den Urhebern zugute kommt. Die Band Radiohead hat k&#252;rzlich in einem weithin beachteten Experiment die Fans selbst entscheiden lassen, wie viel sie f&#252;r eine kostenlose Kopie zahlen wollten – das ist ein Paradebeispiel f&#252;r die Bedeutung von Patronage. Die fl&#252;chtige, schwer zu fassende Beziehung, die sich zwischen Anerkennung zollenden Fans und K&#252;nstlern entfaltet, hat einen Wert. Im Falle von Radiohead einen Wert von rund f&#252;nf Dollar je Download. Es lie&#223;en sich zahlreiche weitere Beispiele daf&#252;r finden, dass das Publikum zahlt, weil es sich gut anf&#252;hlt, zu zahlen.</p>
<p><strong>Auffindbarkeit</strong>: W&#228;hrend die zuvor aufgez&#228;hlten Generative in den digitalen Kunstwerken selbst liegen, ist Auffindbarkeit etwas, das sich auf einer &#252;bergeordneten Ebene eine Rolle spielt, n&#228;mlich bei der Anh&#228;ufung zahlreicher Werke. Ein Preisschild mit einer Null darauf f&#252;hrt nicht dazu, dass ein Werk Beachtung findet – manchmal sogar zum Gegenteil. Aber ganz unabh&#228;ngig vom Preis ist ein unbeachtetes Werk wertlos; unauffindliche Meisterwerke haben keinen Wert. Wo es Millionen B&#252;cher, Millionen Songs, Millionen Filme, Millionen Softwareprogramme, Millionen von allem, das unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen will, gibt – und das meiste davon kostenlos – ist es wertvoll, auffindbar zu sein.</p>
<p>Die gro&#223;en Aggregatoren wie Amazon und Netflix verdienen ihr Geld zum Teil damit, dass sie den Kunden dabei helfen, die Werke zu finden, die sie sch&#228;tzen. Sie bringen das Gute am &#8220;Long Tail&#8221;-Effekt zur Geltung, der bekanntlich darin besteht, ein Nischenpublikum mit einem Nischenprodukt in Beziehung zu setzen. Doch leider hat der &#8220;Long Tail&#8221; nur f&#252;r die Riesenaggregatoren und die gr&#246;&#223;eren Aggregatoren auf der Zwischenebene, wie Verlage, Filmstudios und Plattenlabels ein Gutes. F&#252;r die Urheber selbst bringt der &#8220;Long Tail&#8221; nicht viel. Doch da Auffindbarkeit sich erst auf der Systemebene abspielt, sind Urheber auf Aggregatoren angewiesen. Deswegen werden Verlage, Filmstudios und Plattenlabels (kurz: VFP) nie von der Bildfl&#228;che verschwinden. F&#252;r den Vertrieb, daf&#252;r, die Kopien auszuteilen, sind sie nicht notwendig (daf&#252;r sorgt die Netzmaschine). Aber die VFP sind notwendig, um die Aufmerksamkeit der Nutzer den einzelnen Werken zuzuteilen. Aus einem Ozean von M&#246;glichkeiten w&#228;hlen die VFP Werke aus, f&#246;rdern und verfeinern sie – Werke von Urhebern, von denen sie glauben, dass sie die Fans ansprechen werden. Auch andere Vermittler, wie Kritiker und Rezensenten lenken die Aufmerksamkeit. Fans greifen auf diesen vielschichtigen Auffindbarkeitsapparat zur&#252;ck, um aus den Myriaden von Werken das Wertvolle herauszufinden. Es steckt Geld darin, Talente zu entdecken (mittelbar auch f&#252;r die Urheber). Viele Jahre lang hat die Programmzeitschrift &#8220;TV Guide&#8221; mehr Geld eingespielt als die drei gro&#223;en Sendergruppen, deren Programm sie listete, zusammengenommen. Die Zeitschrift nahm die Fernsehzuschauer an der Hand und zeigte ihnen, was es diese Woche Gutes in der Glotze gab. Und das war ja f&#252;r die Zuschauer kostenlos verf&#252;gbar. Es besteht kaum Zweifel, dass in der Kostenloswelt neben den Mega-Aggregatoren viele VFP ihr Geld – zus&#228;tzlich zu den anderen Generativen – damit verdienen werden, dass sie Auffindbarkeit verkaufen.</p>
<p>Diese acht Eigenschaften erfordern neue Kenntnisse und F&#228;higkeiten. In der Welt der Kostenloskopien wird man seinen Erfolg nicht auf Distributionsf&#228;higkeiten aufbauen k&#246;nnen, denn f&#252;r Vertrieb und Verbreitung wird die Gro&#223;e Kopiermaschine sorgen. Auch juristische F&#228;higkeiten im Umgang mit geistigem Eigentum und Copyright werden nicht mehr von Nutzen sein. Genauso wenig wie Kenntnisse im Horten und Verknappen. Stattdessen erfordern diese acht neuen Generative ein Verst&#228;ndnis daf&#252;r, wie &#220;berfluss zu einer Mentalit&#228;t des Teilens f&#252;hrt, wie Gro&#223;z&#252;gigkeit zum Gesch&#228;ftsmodell wird, wie wichtig es geworden ist, Dinge zu kultivieren und zu f&#246;rdern, die nicht mit einem Mausklick vervielf&#228;ltigt werden k&#246;nnen.</p>
<p>Kurzum, das Geld generieren in dieser Netz&#246;konomie nicht Kopien. Aufmerksamkeit generiert Geld, und Aufmerksamkeit folgt ihren eigenen Regeln.</p>
<p>Achtsamen Lesern wird aufgefallen sein, dass eines bisher nicht erw&#228;hnt wurde: Ich habe nicht von Werbung gesprochen. Werbung gilt weithin als die L&#246;sung, ja beinahe als die <em>einzige</em> L&#246;sung, f&#252;r die Paradoxie des Kostenlosen. Die meisten Vorschl&#228;ge, die ich bislang zur &#220;berwindung des Kostenlosen geh&#246;rt habe, gehen auf die eine oder andere Art von Werbung aus. Ich bin der Meinung, dass Werbung lediglich eine bestimmte Ausformung von Aufmerksamkeit ist, und langfristig wird sie nur ein Teil der neuen Arten sein, Geld zu verdienen, indem man Kostenloses verkauft. Aber das ist ein anderes Thema.</p>
<p>Unter der schaumigen Oberfl&#228;che der Werbung werden diese acht Generative den allgegenw&#228;rtigen kostenlosen Kopien einen Wert geben und es lohnend werden lassen, f&#252;r sie zu werben. Diese Generative sind auf alle digitalen Kopien anwendbar, aber auch auf all die Kopien, deren Grenzkosten gegen null tendieren. (Mehr dazu in meinem Aufsatz &#8220;<a href="http://www.kk.org/thetechnium/archives/2007/11/technology_want.php" target="_blank">Technology Wants to Be Free</a>&#8220;). Auch Industrien, die materielle G&#252;ter produzieren, sehen sich zunehmend in einer Situation wo die Kosten f&#252;r die Vervielf&#228;ltigung sich an null ann&#228;hern, so dass auch diese sich wie digitale Kopien verhalten werden. Dies ist seit Kurzem bei Landkarten der Fall. Bald wird es auch in der Genetik so sein. Kleinger&#228;te und Apparate, zum Beispiel Handys, befinden sich auf dem Weg dahin. Die pharmazeutische Industrie ist bereits an diesem Punkt, will es aber geheim halten. Eine Pille herzustellen, kostet nichts. Bei Arzneimitteln zahlen wir f&#252;r Authentizit&#228;t und Unmittelbarkeit. Und eines Tages werden wir f&#252;r Personalisierung zahlen.</p>
<p>Die Generative zu unterhalten ist sehr viel aufwendiger, als in einer Fabrik Kopien zu fertigen. Es gibt noch viel zu lernen, viel herauszufinden.</p>
<p>Ver&#246;ffentlicht am 31. Januar 2008.<br />
<em>Deutsche &#220;bersetzung von Thomas Rohde am 24. August 2009.</em></p>
<p><em>Im letzten Satz der englischen Version seines Aufsatzes fordert Kevin Kelly seine Leser auf, mit ihm &#252;ber seine Thesen in Diskussion zu treten. Unter den zahlreichen <a href="http://www.kk.org/thetechnium/archives/2008/01/better_than_fre.php#comments" target="_blank">Leserkommentaren</a>, die sich auf Kevin Kellys Blog angesammelt haben, finden sich viele streitbare und interessante Positionen. Unter anderem Vorschl&#228;ge f&#252;r weitere Generative wie Gemeinschaft und Nutzerfreundlichkeit. Um zu dieser Diskussion beizutragen, schlage ich vor, eventuelle Kommentare zu Kellys Thesen <a href="http://www.kk.org/thetechnium/archives/2008/01/better_than_fre.php#comments" target="_blank">dort</a> einzubringen (auch wenn Kommentare nat&#252;rlich auch hier willkommen sind).</em></p>
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		<title>Lesenswert: Cory Doctorow &#252;ber kostenlose E-Books als Marketing Tool</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 10:34:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Social Media Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Cory Doctorow]]></category>
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		<category><![CDATA[Free]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Guardian schreibt der Sci-Fi-Autor und Blogger Cory Doctorow &#252;ber kostenlose E-Books als Marketing Tool. Doctorow ist &#252;berzeugt: &#8220;Free ebooks generate more sales than they displace.&#8221; Doctorow stellt heraus, dass ein Kampf gegen das Kopieren nicht nur von Anfang an ein verlorener Kampf w&#228;re, sondern zudem einer, der sich gegen das Interesse des Autors an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Guardian <a href="http://www.guardian.co.uk/technology/2009/aug/18/free-ebooks-cory-doctorow" target="_blank">schreibt</a> der Sci-Fi-Autor und Blogger <a href="http://craphound.com/" target="_blank">Cory Doctorow</a> &#252;ber kostenlose E-Books als Marketing Tool. Doctorow ist &#252;berzeugt: &#8220;Free ebooks generate more sales than they displace.&#8221; <span id="more-364"></span></p>
<p>Doctorow stellt heraus, dass ein Kampf gegen das Kopieren nicht nur von Anfang an ein verlorener Kampf w&#228;re, sondern zudem einer, der sich gegen das Interesse des Autors an &#214;ffentlichkeit und Aufmerksamkeit richtet. Nicht wahrgenommen zu werden ist f&#252;r ihn bedrohlicher als illegal kopiert zu werden:</p>
<blockquote><p>&#8220;I don&#8217;t think we can stop others from copying – it&#8217;s a lost cause. Copying is actually wonderful, and I have copied my head off since I first snuck into the photocopy room at my dad&#8217;s office in 1980. My problem isn&#8217;t piracy, it&#8217;s obscurity&#8221;</p></blockquote>
<p>Kostenlose E-Books garantieren per se nicht (mehr) unmittelbar &#214;ffentlichkeit: Anders als noch vor ein paar Jahren hat ein kostenloser E-Book-Release heute, wie Doctorow schreibt, kaum noch Nachrichtenwert. Kostenlose E-Books k&#246;nnen aber die Bem&#252;hungen des Autors und seines Verlags um Aufmerksamkeit (und um verkaufte B&#252;cher) unterst&#252;tzen. Denn mit den kostenlosen E-Books wird Lesern etwas in die Hand gegeben, womit sie ihrem sozialen Umfeld leichter als bisher eine Leseempfehlung geben k&#246;nnen.</p>
<p>Eine private Buchempfehlung war schon immer dann besonders eindr&#252;cklich, wenn sie davon unterst&#252;tzt wurde, dass der begeisterte Leser seinen Freunden sein eigenes durchgelesenes Exemplar des Buches ausleiht oder weitergibt: So konnten B&#252;cher &#252;ber die sozialen Netzwerke der offline-Welt gro&#223;e Aufmerksamkeit generieren (etwas altert&#252;mlich nennt man das wohl immer noch Mundpropaganda).</p>
<p>Kostenlos und virtuell in unendlicher Anzahl verf&#252;gbare E-Books &#252;bertragen dieses Modell nicht nur in die online-Welt, sondern erm&#246;glichen es in einem sehr viel gr&#246;&#223;eren Grad als es mit gedruckte B&#252;chern m&#246;glich war: Der Leser hat schlie&#223;lich nicht nur ein Exemplar, mit dem er seine Empfehlung untermauern kann, sondern potenziell unendlich viele, so dass er das Buch nicht nur einem Leser aus seinem Bekanntenkreis, sondern gleich seiner ganzen Mailing List weitergeben kann: Wie Doctorow schreibt, machen es kostenlose E-Books &#8220;Lesern, denen das Buch gefallen hat, leicht, es anderen aus ihrem sozialen Umfeld unter die Nase zu halten.&#8221;</p>
<blockquote><p>&#8220;Booksellers – I&#8217;m a former one myself – know that personal recommendations from friends are the best way to sell books – better than reviews, better than covers, better than store-placement. A publisher&#8217;s publicity and marketing for a book is an excellent way to get it into some readers&#8217; hands, and the word of mouth enabled by freely copyable ebooks then acts as a force-multiplier to expand the publisher&#8217;s efforts.&#8221;</p></blockquote>
<p>&#220;berfl&#252;ssig zu sagen: DRM, zumindest in seiner harten Form, w&#252;rde diese Social Marketing-Perspektive von E-Books verhindern. Doctorows Gedanken implizieren allerdings, dass E-Books gegen&#252;ber (kostenpflichtigen) gedruckten B&#252;chern unterlegen w&#228;ren: Wer ein kostenloses E-Book bekommt, eilt im Idealfall in die Buchhandlung und kauft sich die gedruckte Version. F&#252;r einen Buchmarkt, der g&#228;nzlich mit E-Books arbeitet oder in dem das E-Book nicht mehr ein irgendwie unvollkommener Aspekt eines gedruckten Buches w&#228;re, eignet sich das von Doctorow skizzierte Modell nur eingeschr&#228;nkt.</p>
<p>Dort m&#252;sste gelten, dass die Verlage die kostenpflichtigen E-Books mit weiteren Qualit&#228;ten ausstatten, die die kostenlosen nicht aufweisen. Welche Qualit&#228;ten k&#246;nnten das sein? &#8211; Etwa jene, die Kevin Kelly in seinem wegweisenden Aufsatz &#8220;<a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/08/kevin-kelly-besser-als-kostenlos-better-than-free/" target="_blank">Better Than Free</a>&#8221; aufgezeigt hat.</p>
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		<title>Lesenswert: Alex R&#252;hle &#252;ber E-Publishing in China</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Aug 2009 08:35:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[china]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[micropayment]]></category>
		<category><![CDATA[shanda]]></category>
		<category><![CDATA[Trivialliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>

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		<description><![CDATA[In der S&#252;ddeutschen Zeitung wirft Alex R&#252;hle heute einen eindringlichen Blick auf den E-Book-Markt in China. Der gro&#223;e Player dort ist der Verlag Shanda, der laut R&#252;hle 80% der chinesischen Internetliteratur ver&#246;ffentlicht. Shanda verdient an seinen E-Books &#252;ber ein Micropaymentsystem Geld. Der Verlag bietet seine E-Books scheibchenweise an: Die Leser werden mit kostenlosen Anfangskapiteln angelockt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der S&#252;ddeutschen Zeitung wirft Alex R&#252;hle heute einen eindringlichen <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/482864" target="_blank">Blick</a> auf den E-Book-Markt in China. Der gro&#223;e Player dort ist der Verlag Shanda, der laut R&#252;hle 80% der chinesischen Internetliteratur ver&#246;ffentlicht.<span id="more-327"></span> Shanda verdient an seinen E-Books &#252;ber ein Micropaymentsystem Geld. Der Verlag bietet seine E-Books scheibchenweise an: Die Leser werden mit kostenlosen Anfangskapiteln angelockt, danach zahlen sie per Micropayment Bagatellsummen f&#252;r weitere Teile.</p>
<p>Interessant ist auch, dass Shanda bislang vor allem mit <a href="http://bewegliche-lettern.de/tag/trivialliteratur/" target="_blank">Trivialliteratur</a> Geld verdient: Mit Geschichten, die formal und inhaltlich an Videospiele angelehnt sind, erreicht der Konzern vor allem eine junge Leserschaft und h&#228;lt sich alle T&#252;ren zur crossmedialen Vermarktung von Erfolgstiteln offen.</p>
<p>Auch f&#252;r ernste Literatur sei E-Publishing jedoch attraktiv, berichtet R&#252;hle, da es den Autoren erm&#246;glicht, die Print-Zensur zu umgehen: &#8220;Im Netz dagegen kann man bislang vieles relativ unkontrolliert ver&#246;ffentlichen&#8221; (ja ist das Internet denn ausgerechnet in China ein rechtsfreier Raum?)</p>
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		<title>Lesenswert: Legalize it &#8211; Klaus Wrede will Filesharer nicht verknacken</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Jul 2009 09:59:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Filesharing]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Wrede]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie erfrischend, in der deutschen Branchenpresse eine innovationsfreudige Meinung zu lesen! Filesharer sollen nicht verfolgt werden, fordert Klaus Wrede im B&#246;rsenblatt &#8211; der juristische Kampf gegen die ungeregelte Verbreitung sei eh &#8220;aussichtslos&#8221;. Und widerspreche letztlich der Kernaufgabe des Verlegens. Denn die, erinnert uns Wrede, bestehe nicht im Verkaufen von B&#252;chern, sondern im Verbreiten von Inhalten: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie erfrischend, in der deutschen Branchenpresse eine innovationsfreudige Meinung zu lesen! Filesharer sollen nicht verfolgt werden, <a href="http://www.boersenblatt.net/328525/" target="_blank">fordert</a> Klaus Wrede im B&#246;rsenblatt &#8211; der juristische Kampf gegen die ungeregelte Verbreitung sei eh &#8220;aussichtslos&#8221;. Und widerspreche letztlich der Kernaufgabe des Verlegens. <span id="more-77"></span>Denn die, erinnert uns Wrede, bestehe nicht im Verkaufen von B&#252;chern, sondern im Verbreiten von Inhalten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Man hat das Gef&#252;hl, dass einige Verlage digitale Inhalte am liebsten vermarkten w&#252;rden, ohne sie verbreiten zu m&#252;ssen. Denn jede Verbreitung kann zu Missbrauch f&#252;hren. Und geradezu reflexhaft wird unerlaubte Nutzung verfolgt oder erschwert. Dabei ist wohl jeder Verleger einmal mit dem lobenswerten Ziel angetreten, wichtige Inhalte m&#246;glichst weit zu verbreiten. Es muss diesem Verleger doch ein ungutes Gef&#252;hl geben, wenn er feststellt, dass er nun fast mehr Sorge daf&#252;r tr&#228;gt, die Verbreitung seiner Inhalte zu verhindern, als diese zu f&#246;rdern.&#8221;</p></blockquote>
<p>Doch wie wird daraus ein Gesch&#228;ft? Die Verlage k&#246;nnten sich darauf verlegen, &#8220;Nutzerumgebungen&#8221; f&#252;r E-Books zu schaffen, die f&#252;r Leser attraktiver sind als lieblos aufgestaplete Dateihaufen auf Downloadservern, schl&#228;gt Wrede vor.</p>
<p>Wredes Ansatz ist interessant und unumg&#228;nglich: vom Nutzer &#8211; also vom Leser und Downloader &#8211; her zu denken statt vom Produzenten her. Denn die Digitalisierung ist eine Erm&#228;chtigung des Konsumenten, der zum Bezahlen nicht mehr gezwungen werden kann, sondern zum Zahlen gewonnen werden muss.</p>
<p>Den &#8220;Workflow&#8221; des Lesers zu unterst&#252;tzen, wie Wrede fordert, kann beispielsweise auch hei&#223;en, ihm einen guten, atmosph&#228;rischen und &#252;bersichtlichen Platz im Web zu bieten, auf dem er gute literarische (sei&#8217;s belletristische, sei&#8217;s fachliche) Angebote nach seinem Geschmack finden und nutzen kann. Und sich am besten sogar als Leser einbringen kann &#8211; solche social web-Applikationen f&#252;r Leser gibt es ja bereits. Nur &#252;berlassen Verlage bisher anderen dieses Feld: Den Shelfaris, BookGluttons und Bookrix, deren Attraktivit&#228;t bisher kein einziges Verlagsangebot erreicht.</p>
<p>Wie sehr Wrede mit seinen klaren Thesen im B&#246;rsenblatt ins Wespennest sticht, zeigen die zahlreichen kontroversen und ebenfalls lesenswerten Kommentare.</p>
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		<title>Lesenswert: E-Book-Preise &#8220;eine Beleidigung&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 09:36:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[Pricing]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt sie, die innovationsfreudigen, experimentoffenen Ans&#228;tze zum Medienwandel in Gutenbergs Welt. Nur gibt es sie leider bisher vor allem au&#223;erhalb der deutschsprachigen Verlagslandschaft. W&#228;hrend hier alle so ziemlich denselben Kanon singen, hat auf der Insel einer den Mut zum Solo: Wer f&#252;r E-Books die gleichen Preise wie f&#252;r gedruckte B&#252;cher verlangt, beleidigt seine K&#228;ufer, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt sie, die innovationsfreudigen, experimentoffenen Ans&#228;tze zum Medienwandel in Gutenbergs Welt. Nur gibt es sie leider bisher vor allem au&#223;erhalb der deutschsprachigen Verlagslandschaft. W&#228;hrend hier alle so ziemlich denselben Kanon singen, hat auf der Insel einer den Mut zum Solo:<span id="more-28"></span></p>
<p>Wer f&#252;r E-Books die gleichen Preise wie f&#252;r gedruckte B&#252;cher verlangt, beleidigt seine K&#228;ufer, findet <a href="http://www.harpercollins.co.uk/about-harpercollins/Imprints/the-friday-project/Pages/The-Friday-Project.aspx" target="_blank">The Friday Project</a>-Verleger Scott Pack. Das berichtet Catherine Neilan in einem kurzen <a href="http://www.thebookseller.com/news/89945-publishers-insulting-readers-over-e-book-prices.html.rss" target="_blank">Artikel</a> f&#252;r The Bookseller:</p>
<blockquote><p>&#8216;We are kidding ourselves if we think we can charge the same for an e-book as we do for a print copy,&#8217; he said. &#8216;Most ridiculous of all is charging the same as a hardback &#8211; we are insulting our audience to do that. If, and they will, e-books start to encroach on print sales, we have to find another way of dealing with that.&#8217;</p></blockquote>
<p>Gleichzeitig experimientiert The Friday Project offenbar recht erfolgreich mit alternativen Urheberrechtsmodellen. Ein k&#252;rzlich ver&#246;ffentlichter Band (mit dem ansprechenden Titel <a href="http://www.harpercollins.co.uk/Our_Titles/Pages/Home.aspx?objID=47501" target="_blank">Blood, Sweat and Tea</a>) erschien auf Betreiben seines Autors <a href="http://randomreality.blogware.com/blog/_archives/2006/8/20/2249367.html" target="_blank">Tom Reynolds</a> unter Creative Commons Lizenz. Das habe eine gro&#223;e Mundpropaganda ausgel&#246;st, die k&#252;nftigen Ver&#246;ffentlichungen zugute kommen werde, hofft Scott Pack. Generell sieht Pack in der Gratisver&#246;ffentlichung von E-Books eine M&#246;glichkeit, Aufmerksamkeit zu erzeugen &#8211; vor allem f&#252;r deb&#252;tierende Autoren. In nachfolgenden Publikationen, die unter den traditionellen Copyright-Regeln ver&#246;ffentlicht werden, soll diese Aufmerksamkeit dann in Geld umgem&#252;nzt werden.</p>
<p>&#220;brigens scheint die <a href="http://www.thefridayproject.co.uk/books/bst/cc.php" target="_blank">Downloadseite</a> f&#252;r das unter CC-Lizenz stehende Buch nicht mehr zu funktionieren. Daf&#252;r werben sowohl der Autor auf seinem <a href="http://randomreality.blogware.com/blog" target="_self">Blog</a> als auch der Verlag auf seiner Website f&#252;r die gedruckte Ausgabe zum Preis von £7,99. Aber bestimmt gibt&#8217;s die CC-Version noch auf irgendwelchen Torrents in Nachbarschaft mit streng illegalen Angeboten. Schade, dass der Leser so weiter daran gew&#246;hnt wird, seine Ware in der Grauzone zu beziehen, anstatt dass ihm der Verlag eine eigene propere Downloadm&#246;glichkeit gibt.</p>
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		<title>Lesenswert: R&#252;diger Wischenbart gegen den Heidelberger Appell</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Jun 2009 08:23:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[Heidelberger Appell]]></category>
		<category><![CDATA[Rüdiger Wischenbart]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Heidelberger Appell dient dazu, das herk&#246;mmliche Gesch&#228;ftsmodell von Verlegern wissenschaftlicher Zeitschriften gegen Innovationen abzusichern, schreibt R&#252;diger Wischenbart in einem h&#246;chst lesenswerten Artikel im Perlentaucher: &#8220;Nicht die Publikationsfreiheit ist bedroht, sondern das bisherige Gef&#252;ge aus Verlagen und H&#228;ndlern, und zwar nicht durch illegale Praktiken, sondern durch neue M&#246;glichkeiten, neue Marktteilnehmer und neue, sich zunehmend ver&#228;ndernde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Heidelberger Appell dient dazu, das herk&#246;mmliche Gesch&#228;ftsmodell von Verlegern wissenschaftlicher Zeitschriften gegen Innovationen abzusichern, schreibt R&#252;diger Wischenbart in einem h&#246;chst lesenswerten Artikel im <a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/5522.html" target="_blank">Perlentaucher</a>:<span id="more-36"></span></p>
<blockquote><p>&#8220;Nicht die Publikationsfreiheit ist bedroht, sondern das bisherige Gef&#252;ge aus Verlagen und H&#228;ndlern, und zwar nicht durch illegale Praktiken, sondern durch neue M&#246;glichkeiten, neue Marktteilnehmer und neue, sich zunehmend ver&#228;ndernde Vorlieben und Strategien von Lesern wie auch Autoren, die sich seit wenigstens 10 Jahren ank&#252;ndigen und l&#228;ngst [...] breit analysiert und diskutiert worden sind.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wischenbart macht sich die M&#252;he, die Hauptargumente des Heidelberger Appells aufzulisten und zu kontern. Sein Fazit: Es fehlt der Branche der Wille zur Innovation. Lieber igelt sie sich ein:</p>
<blockquote><p>&#8220;L&#228;sst man die Debattenbeitr&#228;ge zu Digitalisierung und E-Books aus der europ&#228;ischen Buch-Profession seit M&#228;rz 2009 Revue passieren, ist beklemmend, wie sich bei diesem Schl&#252;sselthema f&#252;r Verlagsindustrie und Lesekultur eben gerade keine kontroverse Diskussion entfaltet hat, sondern eine zunehmend enger werdende Appellsequenz mit Zielpunkt Denk- und Innovationsverbot. Es werden keine alternativen Zukunftsmodelle verglichen. Selbst die brancheneigenen L&#246;sungsans&#228;tze wie das deutsche Libreka f&#252;hren ein Schattendasein gegen&#252;ber den Verbotsstrategien. Das Buch der Zukunft hat so zu sein wie jenes, das man sich f&#252;r die Gegenwart als ideal vorstellt (und das so schon jetzt nicht mehr Wirklichkeit ist).&#8221;</p></blockquote>
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		<title>Pirate Bay: Flatrate f&#252;r Anonymisierung</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Jun 2009 09:07:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Filesharing]]></category>
		<category><![CDATA[Flatrate]]></category>
		<category><![CDATA[Pirate Bay]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Bit-Torrent-Tracker Pirate Bay bietet seinen Nutzern in Zukunft einen Service, mit dem ihre Anonymit&#228;t bei der Nutzung gewahrt werden soll. Dar&#252;ber berichtet heute auch die S&#252;ddeutsche Zeitung. Die Anonymisierung soll durch ein Virtuelles Privates Netzwerk (VPN) erfolgen.Sein Name, IPREDator, macht deutlich, wovor die zugesicherte Anonymit&#228;t sch&#252;tzen soll: Unter der Bezeichnung IPRED hatte die Europ&#228;ische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Bit-Torrent-Tracker Pirate Bay bietet seinen Nutzern in Zukunft einen Service, mit dem ihre Anonymit&#228;t bei der Nutzung gewahrt werden soll. Dar&#252;ber <a href="http://www.sueddeutsche.de/computer/464/472983/text/" target="_blank">berichtet</a> heute auch die S&#252;ddeutsche Zeitung. Die Anonymisierung soll durch ein Virtuelles Privates Netzwerk (VPN) erfolgen.<span id="more-40"></span>Sein Name, <a href="http://ipredator.se/beta/closed/" target="_blank">IPREDator</a>, macht deutlich, wovor die zugesicherte Anonymit&#228;t sch&#252;tzen soll: Unter der Bezeichnung IPRED hatte die Europ&#228;ische Union eine Direktive beschlossen, die Rechteinhabern Zugang zu den Daten von Nutzern von Filesharing-Angeboten geben soll.</p>
<p>Bemerkenswert ist, dass IPREDator seine Teilnehmer eine monatliche Geb&#252;hr in H&#246;he von f&#252;nf Euro kosten wird. Damit f&#252;gt das bisher werbefinanzierte Pirate Bay eine zweite S&#228;ule zu seinem Gesch&#228;ftsmodell hinzu: Eine Art Abonnementsgeb&#252;hr. Aus Nutzersicht wird diese Geb&#252;hr dadurch attraktiv, dass sie vor zivil- oder gar strafrechtlicher Verfolgung der Downloads sch&#252;tzen soll.</p>
<p>Sollte sich unter den Nutzern von Pirate Bay die Benutzung dieses Flatrate-Service durchsetzen (der sich momentan noch in einer geschlossenen Beta-Phase befindet), kann dies auch einen wichtigen Schritt in Richtung auf Flatrate- oder Abonnementsangebote hin bedeuten, die nicht von Filesharing-Seite, sondern von den Rechteinhabern selbst angeboten werden.</p>
<p>Die Verwerterindustrie sollte mit Interesse beobachten, ob die Nutzer von Pirate Bay den neuen Abonnementservice akzeptieren. Und sp&#228;testens wenn sie sehen, dass dies der Fall ist, ein legales, ebenso attraktives Gegenangebot dazu auf die Beine stellen. Denn niemand w&#228;re ja besser in der Lage als die Rechteinhaber selbst, den Verbrauchern einen Service anzubieten, der sie vor rechtlicher Verfolgung sch&#252;tzt: Indem sie &#8211; gegen eine vergleichbare Flatrate &#8211; eine legale Alternative bereitstellen.</p>
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		<title>Chris Andersons Thesen zum &#8220;Free&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 21:53:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Chris Anderson]]></category>
		<category><![CDATA[Free]]></category>

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		<description><![CDATA[TechCrunch fasst heute einige Thesen zusammen, die der Wired-Herausgeber und Autor von The Long Tail &#252;ber das Gesch&#228;ftsmodell Free aufstellt (und wohl in einem in K&#252;rze erscheinenden Buch ausf&#252;hren wird).  Darin formuliert Anderson &#8211; nicht zum ersten Mal &#8211; das &#8220;Online-Gesetz der Schwerkraft&#8221; (&#8220;law of gravity online&#8221;): &#8220;Everything that becomes digital will become free.&#8221; &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>TechCrunch <a href="http://www.techcrunch.com/2009/06/15/chris-andersons-counterintuitive-rules-for-charging-for-media-online/" target="_blank">fasst</a> heute einige Thesen zusammen, die der Wired-Herausgeber und Autor von The Long Tail &#252;ber das Gesch&#228;ftsmodell Free aufstellt (und wohl in einem in K&#252;rze erscheinenden Buch ausf&#252;hren wird).  Darin formuliert Anderson &#8211; nicht zum ersten Mal &#8211; das &#8220;Online-Gesetz der Schwerkraft&#8221; (&#8220;law of gravity online&#8221;): &#8220;Everything that becomes digital will become free.&#8221; &#8211; &#8220;Free&#8221; wie &#8220;gratis&#8221;.<span id="more-56"></span></p>
<p>Da die gesamte Medienbranche inzwischen Digitales produziert, betreffen Andersons Thesen Zeitungsverlage ebenso wie Musik- und Buchverlage. M&#246;glichkeiten, mit gratis abgegebenen Produkten Geld zu verdienen, liegen nach Andersons Auffassung besonders im Nischenbereich: W&#228;hrend Inhalte, die einen breiten Interessentenkreis haben, &#8220;free&#8221; bleiben w&#252;rden, kann man nach seiner Ansicht spezialisierte Inhalte, die nur einen kleinen Interessentenkreis haben, verkaufen.</p>
<p>Auf Buchverlage bezogen, w&#252;rde dies ein Umst&#252;lpen der Mischkalkulation bedeuten: Die Angebote, die f&#252;r einen kleineren Leserkreis attraktiv sind, k&#246;nnten am Ende die Angebote, die einen gro&#223;en Leserkreis haben, subventionieren. Was auf den ersten Blick widersinnig erscheint, kann durchaus interessant sein, wenn man den Gedanken l&#228;nger durchspielt. Etwa in dieser Form: Ein Bestseller macht das Publikum auf einen Verlag aufmerksam. Damit er ein m&#246;glichst gro&#223;es Publikum und damit eine m&#246;glichst gro&#223;e Aufmerksamkeit f&#252;r den Verlag erreicht, wird er gratis abgegeben. Die gewonnene Aufmerksamkeit des Publikums gilt es dann zu binden und f&#252;r die Verk&#228;ufe von Nischenprodukten zu nutzen. &#8211; Wobei das Produkt ja nicht nur in weiteren Buchtiteln bestehen k&#246;nnte, sondern auch in Dienstleistungen wie einem privilegierten Kontakt oder gar einem kommunikativen R&#252;ckkanal zum Autor.</p>
<p>All das sind, zugegeben, noch recht unausgegorene Gedanken. Vielleicht enth&#228;lt Andersons Buch ja auch einige Einsichten im Detail. &#8211; Um falsche Erwartungen zu d&#228;mpfen: Das f&#252;r Juli Buch angek&#252;ndigte Buch mit dem Titel &#8220;<a href="Free: The Past and Future of a Radical Price" target="_blank">Free: The Past and Future of a Radical Price</a>&#8221; wird nicht nicht &#8220;free&#8221; abgegeben werden. Der Listenpreis betr&#228;gt US$ 26,95.</p>
<p>Update (8.7.09): Auf <a href="http://www.scribd.com/doc/17135767/FREE-full-book-by-Chris-Anderson" target="_blank">Scribd</a> l&#228;sst sich Chris Andersons &#8220;Free&#8221; kostenlos lesen &#8211; allerdings nicht herunterladen. (via <a href="http://leanderwattig.de/index.php/2009/07/08/chris-andersons-buch-free-kostenlos-lesen/" target="_blank">Leander Wattig</a>)</p>
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		<title>Lesenswert: Clive Thompson &#252;ber E-Books</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/06/lesenswert-clive-thompson-uber-e-books/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Jun 2009 10:41:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitale Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Clive Thompson]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>

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		<description><![CDATA[Clive Thompson schreibt in Wired &#252;ber die Buchindustrie und die Ver&#228;nderungen, die die Digitalisierung von B&#252;chern mit sich bringen wird: „Books are the last bastion of the old business model—the only major medium that still hasn&#8217;t embraced the digital age. [...] Every other form of media that&#8217;s gone digital has been transformed by its audience. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Clive Thompson schreibt in <a href="http://www.wired.com/techbiz/people/magazine/17-06/st_thompson" target="_blank">Wired</a> &#252;ber die Buchindustrie und die Ver&#228;nderungen, die die Digitalisierung von B&#252;chern mit sich bringen wird:<span id="more-59"></span></p>
<blockquote><p>„Books are the last bastion of the old business model—the only major medium that still hasn&#8217;t embraced the digital age. [...] Every other form of media that&#8217;s gone digital has been transformed by its audience. Whenever a newspaper story or TV clip or blog post or white paper goes online, readers and viewers begin commenting about it on blogs, snipping their favorite sections, passing them along. The only reason the same thing doesn&#8217;t happen to books is that they&#8217;re locked into ink on paper. Release them, and you release the crowd.”</p></blockquote>
<p>Die Zukunft liegt f&#252;r ihn in der Einmischung der Leser durch M&#246;glichkeiten zum Kommentieren und Fortschreiben. Als Beispiele hierf&#252;r verweist er auf <a href="http://www.bookglutton.com/" target="_blank">Book Glutton</a> und McKenzie Warks <a href="http://www.futureofthebook.org/gamertheory/" target="_blank">Gamer Theory</a></p>
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