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	<title>bewegliche lettern &#187; Allgemein Archiv  &#8211; bewegliche lettern</title>
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	<description>medienwandel in gutenbergs welt</description>
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		<title>Amazons Leserbewertungen als Waffe im Konflikt mit Verlagen</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2010/03/amazons-leserbewertungen-als-waffe-im-konflikt-mit-verlagen/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 11:11:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
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		<description><![CDATA[Paul Carr ruft in einem Artikel auf TechCrunch den Internet-Buchhändler Amazon dazu auf, sein Leserbewertungssystem zu verändern. Er beklagt, dass sich dort Laienrezensionen häufen, die nichts mit den besprochenen Büchern, sondern mit der eBook-Politik der Verlage zu tun haben. Anlass für Carrs Unzufriedenheit ist ein Schwall negativer Leserbewertungen von Michael Lewis&#8217; Sachbuch &#8220;The Big Short&#8221;, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Paul Carr ruft in einem <a href="http://techcrunch.com/2010/03/22/im-not-kidding-do-it-now/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+Techcrunch+%28TechCrunch%29" target="_blank">Artikel</a> auf TechCrunch den Internet-Buchhändler Amazon dazu auf, sein Leserbewertungssystem zu verändern. Er beklagt, dass sich dort Laienrezensionen häufen, die nichts mit den besprochenen Büchern, sondern mit der eBook-Politik der Verlage zu tun haben. <span id="more-792"></span></p>
<p>Anlass für Carrs Unzufriedenheit ist ein Schwall negativer <a href="http://www.amazon.com/Big-Short-Inside-Doomsday-Machine/product-reviews/0393072231/ref=dp_top_cm_cr_acr_txt?ie=UTF8&amp;showViewpoints=1" target="_blank">Leserbewertungen</a> von Michael Lewis&#8217; Sachbuch &#8220;The Big Short&#8221;, die sich nicht mit dem Inhalt des Buches auseinandersetzen, sondern die negative Bewertung benutzen, um gegen die Entscheidung des Verlages zu protestieren, der diesen Titel bisher nicht in einer eBook-Version für den Kindle herausgebracht hat:</p>
<blockquote><p>&#8220;At the time of writing there are 64 one star reviews – more than the total number of 2-5 star review combined – sending a clear message to potential purchasers: this book might be popular but it’s also a total sack of crap. Don’t waste your money.  There’s just one problem with that message: less than half of those one star reviews are actually reviewing the book. Instead, most of the reviewers’ ire relates to the fact that publishers WW Norton have decided not to release a Kindle version of the book at the same time as its hardback release.&#8221;</p></blockquote>
<p>In diesem Fall dürfte Amazons Interesse, den Eifer zu zügeln, mit dem die Laienrezensenten ihr Missfallen über die eBook-Politik des Verlags zu äußern, eher schwach ausgeprägt sein. Denn  wenn Amazon auch daran gelegen sein dürfte, dass  Leserrezensionen generell eher positiv sind und damit zum Kauf anregen, dürfte sein Interesse an der Vergrößerung des Kindle-eBook-Marktanteils noch größer sein. Die Unmutsäußerungen der Leser über das Ausbleiben der Kindle-eBook-Version müssen Amazon deshalb höchst willkommen sein.</p>
<p>Schon in der Vergangenheit hat der Online-Händler deutlich gemacht, dass er in Auseinandersetzungen mit Verlagen die Macht seiner Kunden nutzen will. Als Amazon im Februar im <a href="http://bewegliche-lettern.de/2010/02/konflikt-um-ebook-preise-amazon-nimmt-macmillan-aus-dem-programm/" target="_blank">Konflikt</a> mit Macmillan über die Preisgestaltung von eBooks einen Rückzieher machte und die zuvor aus dem Angebot genommenen Bücher dieses Verlages wieder zum Kauf anbot, <a href="http://bewegliche-lettern.de/2010/02/konflikt-um-ebook-preise-amazon-nimmt-macmillan-aus-dem-programm/" target="_blank">wandte</a> sich der Online-Händler in seiner Kindle Community an seine Kunden und forderte sie auf, mit dem Geldbeutel abzustimmen:</p>
<blockquote><p>“We want you to know that ultimately, however, we will have to  capitulate and accept Macmillan’s terms because Macmillan has a monopoly  over their own titles, and we will want to offer them to you even at  prices we believe are needlessly high for e-books. Amazon customers will  at that point decide for themselves whether they believe it’s  reasonable to pay $14.99 for a bestselling e-book.”</p></blockquote>
<p>Amazon versteht es, sich zum Anwalt und zum Sprachrohr seiner Kunden zu machen &#8211; insbesondere wenn diese Positionen vertreten, die in Amazons Politik passen. Damals hat Amazon seine Kunden aufgefordert, sich mit ihren Mitteln am Konflikt mit den Verlagen zu beteiligen. Und bietet nun &#8211; wie Paul Carrs Beispiel zeigt &#8211; mit seinen Leserbewertungen eine öffentliche Plattform, auf dem die Endkunden sich in die Diskussion einbringen können.</p>
<p>Um Rezensionen, die sich nicht mit dem vorgeblich rezensierten Buch, sondern mit Fragen der Verlagspolitik beschäftigen, zu vermeiden, schlägt Carr vor, dass Amazon nur noch Käufern des jeweiligen Buches erlaubt, Leserrezensionen einzustellen. Diese Idee ist interessant und wäre vermutlich tatsächlich ein wirksamer Schritt gegen Leserrezensions-Spam. Doch glaube ich nicht, dass Amazon ihn umsetzen wird: Gerade wenn es um Fragen der Verlagspolitik geht, dürfte Amazon eher daran interessiert sein, sich den Lesern gegenüber als Sprachrohr ihrer Interessen zu gerieren und den Verlagen gegenüber sein Verhandlungsgewicht durch seine Kundenbasis zu verstärken.</p>
<p>Verlage sind Amazon gegenüber schon länger argwöhnisch, weil der Online-Händler eine allzu große Marktmacht darstellt, mit der Verhandlungen auf Augenhöhe zusehends schwerer werden. Die Verlage dürfen aber nicht vergessen, dass sich die Marktmacht Amazons nicht allein in Verkaufszahlen messen lässt, sondern vor allem auch in dem guten Ansehen, das Amazon bei den Endkunden genießt. Im Gegensatz zu Amazon, die schon immer dicht am Verbraucher agiert haben, haben bisher die wenigsten Verlage verstanden und umgesetzt, dass den Verbrauchern im Zuge des Medienwandels größere Bedeutung und größerer Einfluss zukommen.</p>
<p>Denn Verbraucher haben in der digitalen Welt andere Möglichkeiten, ihre Differenzen mit Verlagen auszutragen, als es in der analogen Welt möglich war: Sei es, indem sie sich durch Web2.0-Funktionen (wie etwas Amazons Leserbewertungen) vernehmbar machen, sei es, indem sie sich vom Marktplatz verabschieden und ihre eBooks stattdessen bei Rapidshare etc. suchen.</p>
<p>Verlage dürfen den Verbrauchern nicht so unsympathisch werden wie die großen Player der Musikindustrie. Sonst werden sie auf dieselbe Weise scheitern wie diese. Das Verständnis und die Zustimmung der Endkunden ist ein Faktor, der bei allen digitalen Strategieentscheidungen mit berücksichtigt werden muss. Amazon hat verstanden, wie schwach die Verlage im Umgang mit den Endkunden sind und weiß diese Schwäche und die eigene Stärke zu nutzen. Verlage sollten dem mächtigen Online-Händler nicht das Monopol auf die Sympathie der Verbraucher im digitalen Buchhandel überlassen.</p>
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		<title>10 Jahre Perlentaucher</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 04:45:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Perlentaucher feiert heute sein zehntes Jubiläum. bewegliche lettern gratuliert sehr herzlich mit beweglichen Letten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der <a href="http://www.perlentaucher.de/" target="_blank">Perlentaucher</a> feiert heute sein zehntes <a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/6068.html" target="_blank">Jubiläum</a>. <span id="more-753"></span></p>
<p>bewegliche lettern gratuliert sehr herzlich mit beweglichen Letten.</p>
<p><object style="width: 480px; height: 295px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="295" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/cGK8OsHUvMA&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="align" value="top" /><embed style="width: 480px; height: 295px;" type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="295" src="http://www.youtube.com/v/cGK8OsHUvMA&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" align="top"></embed></object></p>
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		<title>Kindle 1984: Petition gegen Amazons DRM</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/08/kindle-1984-petition-gegen-amazons-drm/</link>
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		<pubDate>Wed, 05 Aug 2009 10:09:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
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		<category><![CDATA[Clay Shirky]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Anti-DRM-Kampagnenplattform Defective by Design der Free Software Foundation hat eine Petition veröffentlicht, in der sie Amazon aufruft, &#8220;alle DRM-Maßnahmen, einschließlich der Möglichkeit, auf die Nutzerbibliothek zuzugreifen oder sie zu kontrollieren, vom Kindle zu entfernen.&#8221; Zu den Erstunterzeichnern zählen Internetgrößen wie Clay Shirky, Lawrence Lessig, Richard Stallman und Cory Doctorow. Die Kampagne bezieht sich auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Anti-DRM-Kampagnenplattform <a href="http://www.defectivebydesign.org/" target="_blank">Defective by Design</a> der <a href="http://www.fsf.org/" target="_blank">Free Software Foundation</a> hat eine <a href="http://www.defectivebydesign.org/amazon1984" target="_blank">Petition</a> veröffentlicht, in der sie Amazon aufruft, &#8220;alle DRM-Maßnahmen, einschließlich der Möglichkeit, auf die Nutzerbibliothek zuzugreifen oder sie zu kontrollieren, vom Kindle zu entfernen.&#8221; Zu den Erstunterzeichnern zählen Internetgrößen wie <a href="http://www.shirky.com/" target="_blank">Clay Shirky</a>, <a href="http://www.lessig.org/" target="_blank">Lawrence Lessig</a>, <a href="http://stallman.org/" target="_blank">Richard Stallman</a> und <a href="http://craphound.com/" target="_blank">Cory Doctorow</a>. <span id="more-316"></span></p>
<p>Die Kampagne bezieht sich auf die umstrittene <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">Löschaktion</a> mehrerer E-Books (unter anderem ausgerechnet George Orwells &#8220;Nineteen Eighty-Four&#8221;) von allen im Umlauf befindlichen Lesegeräten und auf die selektive <a href="http://www.downloadsquad.com/2009/02/27/amazon-agrees-to-cripple-kindle-2/" target="_blank">Abschaltung</a> der Vorlesefunktion des Kindle.</p>
<p>Obwohl die Aktionen, wie Nate Anderson in einem lesenswerten <a href="http://arstechnica.com/tech-policy/news/2009/08/new-petition-demands-an-end-to-kindle-drm.ars" target="_blank">Hintergrundartikel</a> auf Ars Technica ausführt, nicht als Digital Rights Management (DRM) im klassischen Sinne gelten können, versteht die Free Software Foundation sie als solche, da sie &#8220;eine Kontrollmöglichkeit, über das Gerät eines Endnutzers&#8221; darstellen. Diese Auffassung ist im Einklang mit der recht breiten <a href="http://www.defectivebydesign.org/what_is_drm" target="_blank">DRM-Definition</a> der Free Software Foundation, derzufolge DRM nicht als &#8220;Digital Rights Management&#8221;, sondern als &#8220;Digital Restrictions Management&#8221; zu verstehen sei, das auch eine generelle Überwachung das Nutzerverhaltens einschließen könne:</p>
<blockquote><p>&#8220;DRM Technology can restricts users’ access to movies, music, literature and software, indeed all forms of digital data. Unfree software implementing DRM technology is simply a prison in which users can be put to deprive them of the rights that the law would otherwise allow them. […] DRM is being used to restrict individuals&#8217; use of their own copies of published works. To enforce these restrictions, DRM software, and now hardware, must monitor and control a computer users&#8217; behavior. Frequently it reports on what it sees.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wie Nate Anderson zurecht anmerkt, sind die Chancen, dass die Petition bei Amazon auf Gehör stößt, gering. Aus Amazons Sicht ist DRM ein wichtiges Argument, um Verlage ins Boot zu holen und damit ein attraktives E-Book-Angebot für den Kindle zur Verfügung stellen zu können.</p>
<p>Während in der Musikbranche DRM zwar <a href="http://torrentfreak.com/drm-is-dead-riaa-says-090719/" target="_blank">noch nicht als ganz tot</a> gilt, sich aber doch deutlich auf dem Rückzug befindet – spätestens seit Amazon seine Musikdateien DRM-frei zum Download anbietet –, halten auch hierzulande zahlreiche Buchverlage DRM für wünschenswert, weshalb auch <a href="http://www.libreka.de/" target="_blank">libreka</a>, die E-Book-Plattform des Börsenvereins-eigenen <a href="http://www.mvb-online.de/" target="_blank">MVB </a>, seit kurzem einen sogenannten &#8220;harten Kopierschutz&#8221; <a href="http://www.boersenblatt.net/325607/" target="_blank">ermöglicht</a> &#8211; obwohl MVB-Geschäftsführer Ronald Schild DRM kritisch gegenübersieht, wie er in einem bemerkenswerten <a href="http://www.boersenblatt.net/327651/" target="_blank">Diskussionsbeitrag</a> klargestellt hat.</p>
<p>Dass die Verlage mit ihrem Beharren auf DRM auch die Marktposition von Amazon stärken, das seine spezifische Form des Kindle-DRM nutzt, um Leser von sich abhängig zu machen (Kindle-E-Books sind auf anderen E-Readern nicht zu lesen), scheint in der Verlagsbranche bisher noch nicht als Problem gesehen zu werden.</p>
<p>Nate Anderson hofft, dass der zunehmende Protest von E-Book-Kunden Verlage in Zukunft eines Besseren belehren wird:</p>
<blockquote><p>&#8220;People in the content industry are fond of saying that music has been the »canary in the coal mine,« showing movie studios and publishers a glimpse of their own futures. Should that turn out to be true, DRM electronic books might eventually fade away once consumers grow angry enough (and publishers realize that it&#8217;s Amazon now dictating the terms to them).&#8221;</p></blockquote>
<p>Eine bescheidene Möglichkeit zum Protest bietet nun die <a href="http://www.defectivebydesign.org/amazon1984" target="_blank">Petition</a> der Free Software Foundation.</p>
<p>(via <a href="http://www.perlentaucher.de/feuilletons/2009-08-05.html#a24801" target="_blank">Perlentaucher</a>, <a href="http://netzpolitik.org/2009/amazon-kindle-anti-drm-petition-gestartet/" target="_blank">Netzpolitik</a>)</p>
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		<title>Kindle 1984: Jeff Bezos sagt Sorry, lässt alle Fragen offen.</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Jul 2009 21:50:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
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		<category><![CDATA[Jeff Bezos]]></category>
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		<description><![CDATA[Amazon-CEO Jeff Bezos hat sich in einem Post auf der Kindle-Community-Plattform dafür entschuldigt, dass Amazon vergangene Woche zentral per Mobilfunkanbindung (&#8220;Whispernet&#8221;) zwei E-Books von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Geräten gelöscht hat. Amazons Vorgehen war weithin kritisiert worden, da es augenscheinlich im Widerspruch zu den Amazon-eigenen Nutzungsbedingungen des Kindle stand und die Kindle-Nutzer vor vollendete Tatsachen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Amazon-CEO Jeff Bezos hat sich in einem <a href="http://www.amazon.com/tag/kindle/forum/ref=cm_cd_ef_tft_tp?_encoding=UTF8&amp;cdForum=Fx1D7SY3BVSESG&amp;cdThread=Tx1FXQPSF67X1IU&amp;displayType=tagsDetail" target="_blank">Post</a> auf der Kindle-Community-Plattform dafür entschuldigt, dass Amazon vergangene Woche zentral per Mobilfunkanbindung (&#8220;Whispernet&#8221;) zwei E-Books von allen im Umlauf befindlichen Kindle-Geräten <a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/07/kindle-1984-amazon-loescht-orwell/" target="_blank">gelöscht</a> hat. Amazons Vorgehen war weithin kritisiert worden, da es augenscheinlich im Widerspruch zu den Amazon-eigenen <a href="http://www.amazon.com/gp/help/customer/display.html?nodeId=200144530&amp;#content" target="_blank">Nutzungsbedingungen</a> des Kindle stand und die Kindle-Nutzer vor vollendete Tatsachen stellte. <span id="more-214"></span></p>
<p>Dass es sich bei den gelöschten E-Books unter anderen ausgerechnet um George Orwells Dystopie Nineteen Eighty-Four handelte, gab der in der Löschaktion zutage tretenden Datenschutz-Problematik und dem wahrgenommenen Eingriff in die persönliche Sphäre der Kindle-Nutzer einen besonders bitteren Beigeschmack. Der Kindle-Fall wurde schnell zu einem Beispielfall für den Schwund von Kundenrechten durch die Nutzung sogeannter &#8220;tethered devices&#8221;, den etwa Christian Stöcker in einem äußerst lesenswerten Artikel auf  Spiegel Online <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,637388,00.html" target="_blank">darstellt</a>. Ein größerer PR-Gau für Amazon hätte auch bei sorgfältiger Vorausplanung kaum erdacht werden können.</p>
<p>Jeff Bezos räumt in seinem knappen Beitrag nun ein, dass Amazons Vorgehen &#8220;dumm, gedankenlos und ein schmerzhafter Verstoß gegen die eigenen Prinzipien&#8221; gewesen sei. Er versichert, dass das Unternehmen aus dem Fehler lernen und in Zukunft bessere Entscheidungen treffen wolle. Im Kindle-Forum stieß dieser Kniefall auf geradezu enthusiastische Erleichterung.</p>
<p>Das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sämtliche Fragen, die Amazons Sündenfall aufwirft, nach wie vor unbeantwortet sind. Bezos&#8217; Entschuldigung trägt nichts zur Klärung der durch den Vorfall zutage getretenen Fragen bei:</p>
<ul>
<li>Sind die Kindle-User Besitzer von Kopien der erworbenen E-Books oder wird ihnen mit dem &#8216;Kauf&#8217; lediglich ein beschränktes Nutzungsrecht eingeräumt?</li>
<li>Wie sicher sind sie davor, dass persönliche Daten, die sie auf den Kindle geladen haben, über das &#8220;Whispernet&#8221; von Amazon mitgelesen oder manipuliert werden?</li>
<li>Wer entschädigt diejenigen, denen durch Amazons Löschzugriff Schaden an eigenem geistigen Eigentum entstanden ist, da ihre Notizen und Anmerkungen, die sie sich auf dem Kindle zu den gelöschten E-Books gemacht hatten, gleich mitgelöscht wurden?</li>
</ul>
<p>Vor allem aber lässt Bezos die Frage offen, ob sich Amazon auch in Zukunft ähnliche zentrale Löschaktionen ohne Einverständnis seiner Kunden vorbehält. Die sehr breit auslegbare <a href="http://news.cnet.com/8301-13860_3-10290047-56.html?tag=newsEditorsPicksArea.0" target="_blank">Aussage</a> des Amazon-Sprechers Drew Herdener in der vergangenen Woche (&#8220;We are changing our systems so that in the future we will not remove books from customers&#8217; devices in these circumstances&#8221;) bleibt in ihrer Mehrdeutigkeit stehen: Es ist abzuwarten, unter welchen &#8220;circumstances&#8221; Amazon in Zukunft zu ähnlich drastischen Maßnahmen greifen wird.</p>
<p>&#8220;Sorry&#8221; ist bisweilen eben nicht &#8220;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=J2e4NlnLr28" target="_blank">the hardest word</a>&#8220;, sondern die leichteste Ausflucht von allen.</p>
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		<title>Über bewegliche lettern</title>
		<link>http://bewegliche-lettern.de/2009/07/ueber-bewegliche-lettern/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Jul 2009 08:23:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Einführung von E-Books wird die Literatur und die Buchindustrie tiefgreifend verändern. Diesem Medienwandel in Gutenbergs Welt widmet sich der Blog bewegliche lettern. Die Digitalisierung von Literatur ist weiter vorangeschritten, als es auf den ersten Blick erscheint. Schon lange wird Literatur von Autoren und Verlagsmitarbeitern vornehmlich in Form digitaler Daten gehandhabt: Der Autor schreibt in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Einführung von E-Books wird die Literatur und die Buchindustrie tiefgreifend verändern. Diesem Medienwandel in Gutenbergs Welt widmet sich der Blog bewegliche <em>lettern</em>.<span id="more-16"></span></p>
<p>Die Digitalisierung von Literatur ist weiter vorangeschritten, als es auf den ersten Blick erscheint. Schon lange wird Literatur von Autoren und Verlagsmitarbeitern vornehmlich in Form digitaler Daten gehandhabt: Der Autor schreibt in seinen Computer, übermittelt das Geschriebene als Datei an den Verlag, dieser übermittelt es nach vielen Bearbeitungsstufen ebenfalls als Datei an die Druckerei. Hier erst wird den ungreifbaren Daten die greifbare Form gegeben, in der das Geschriebene auf dem Marktplatz ankommt. Einem Marktplatz, dessen Vertriebsstrukturen, Bezahlmodelle, Händler- und Kundenrollen funktionieren wie auf dem Markt einer beliebigen anderen physischen Ware: Brettern, Kartoffeln, Ziegelsteinen.</p>
<p>Die dem Geschriebenen vom Ende her übergestülpte physische Form des Buches hat leicht verdecken können, dass nicht das Buch die Ware selbst ist, sondern nur Träger oder Verpackung des Geschriebenen. Inzwischen aber erreicht die Digitalisierung auch den Endkunden. Buchverlage werden nicht länger als Digital/Analogwandler arbeiten können, sondern Geschäftsmodelle finden müssen, die auch ohne analoge Komponente funktionieren. Wie zuvor auf dem Musikmarkt, als MP3-Dateien die Ablösung der Musik von physischen Trägermedien ermöglichten, kommt zunehmend auch Geschriebenes in Form von pdf, epub und ähnlichen Dateiformaten ohne eigenen physischen Datenträger beim Konsumenten an. Voraussetzung dafür ist die Verbreitung von Abspiel- bzw. Lesegeräten bei den Kunden: MP3-Player haben den Musikmarkt tiefgreifend verändert. E-Book-Reader werden dasselbe mit dem Buchmarkt tun.</p>
<p>Auf die Herausforderungen, die diese Veränderung stellt, reagiert ein großer Teil der Buchindustrie, zumal in Deutschland, mit Ablehnung, Verleugnung, Traditionalismus. Statt die neuen Möglichkeiten als Chancen zu begreifen und über die Veränderungen nachzudenken, die sie an den eigenen Geschäftsmodellen bewirken werden, verschanzt sich die Buchindustrie in ihren überkommenen Positionen. Lieber entsendet die Branche ein Heer von Lobbyisten, die dafür sorgen sollen, dass das herkömmliche Geschäftsmodell unter gesetzlichen Schutz gestellt wird, als darüber nachzudenken, wie sie sich durch Wandel und Anpassung an neue Realitäten nicht nur schützen, sondern weiterentwicklen kann. Als gäbe es nicht schon genug Gesetze, Sonderreglungen und Subventionen, die das überkommene Geschäftsmodell zementieren und dem notwendigen Wandel entgegenwirken: Von der Buchpreisbindung über den ermäßigten Mehrwertsteuersatz bis hin zu filigranen Detailreglungen wie dem ermäßigten Porto für Büchersendungen.</p>
<p>bewegliche <em>lettern</em> will den Medienwandel in Gutenbergs Welt mit offenem Blick beobachten: Nachrichten zu diesem Thema sammeln und kommentieren, Ideen einbringen und diskutieren. Das Themenfeld, das hier berührt wird, ist breit: Es reicht von technologischen Neuerungen über Copyright- und Urheberrechtsdiskussionen und verlegerische Geschäftsmodelle bis hin zu neuen Marketingmöglichkeiten für die veränderte Ware. Eine der spannendsten Fragen lautet: Wie wird die nonphysische Verbreitungsform auf das Geschriebene selbst zurückwirken: Wie wird dieser Medienwandel in Gutenbergs Welt die Literatur selbst, das Lesen von Literatur und das Schreiben von Literatur verändern? Denn auch das physische Buch ist in Wahrheit doch nie eine abnehmbare Verpackung gewesen, sondern hat die Literatur selbst immer auch mitgeformt.</p>
<p>Vor mehr als fünfhundert Jahren bewirkte die Einführung beweglicher Lettern im Buchdruck eine der größten medialen Revolutionen der Menschheit. Setzkästen wurden zum Grundgerüst nicht nur alles Geschriebenen sondern der Welt selbst, die nur noch aus dem Geschriebenen erklärbar und verständlich, konstruierbar war (kein Haus, für dessen Bau nicht Bücher benötigt würden). In den letzten fünfzig Jahren ist der Setzkasten kleiner geworden: Er braucht nun nur noch zwei Fächer: Eines für die Null, eines für die Eins. Aus diesem &#8220;Setzkasten aus Nullen und Einsen&#8221; (Friedrich A. Kittler) setzt sich jedoch weit mehr zusammen, als je zuvor gesetzt werden konnte. Nicht nur Geschriebenes kann mit diesem Code dargestellt werden, sondern bruchlos auch Audio- und Videoinhalte, Prozessanweisungen: Alles, was wir denken können, kann mit diesen Lettern gesetzt werden. Die Verkleinerung des Setzkastens zieht eine Ausweitung dessen, was mit ihm beschrieben und geschrieben werden kann, nach sich. Lettern sind gerade beweglicher geworden. Wer stehenbleibt, dem laufen sie davon. Wer sich in längst verlorene Stellungen eingräbt, wird ihnen bald nur noch von Ferne hinterherblicken können.</p>
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		<title>Wie viele E-Books pro Regalmeter?</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 09:56:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Lesenswert]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Frankfurter Rundschau bringt heute einen Artikel von mir über E-Books, in dem ich mich mit der statusdienlichen Sekundärfunktion von Büchern auseinandersetzte und über Möglichkeiten nachdenke, wie diese bei E-Books aussehen kann: &#8220;Wer Literatur liebt, kauft Bücher nicht, um sie sich ins Regal zu stellen. Aber kauft er auch Bücher, die er sich nicht ins [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frankfurter Rundschau bringt heute einen Artikel von mir über E-Books, in dem ich mich mit der statusdienlichen Sekundärfunktion von Büchern auseinandersetzte und über Möglichkeiten nachdenke, wie diese bei E-Books aussehen kann:<span id="more-22"></span></p>
<blockquote><p>&#8220;Wer Literatur liebt, kauft Bücher nicht, um sie sich ins Regal zu stellen. Aber kauft er auch Bücher, die er sich nicht ins Regal stellen kann? Und kauft er davon genauso viele? Für den Käufer scheint der Wert des Buches vor allem an seiner physischen Form und deren statusdienlicher Sekundärfunktion zu haften. Daran sind im übrigen die Verlage durch die markanten Preisunterschiede zwischen Hardcover- und Taschenbuchausgaben historisch nicht ganz unschuldig.&#8221;</p></blockquote>
<p>Den ganzen Artikel gibt&#8217;s <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1816042&amp;em_cnt_page=1" target="_blank">hier</a>.</p>
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		<title>E-Books stören Archivarsschlaf</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Jun 2009 09:48:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Frage der Haltbarkeit digitaler Daten füllt nach wie vor die Alpträume von Archivaren. Wie Heise anlässlich der Abschlussveranstaltung des Nestor-Projekts berichtet, ist dies insbesondere auch für E-Books ein Problem. Nach Ansicht des Berliner Informatikers Wolfgang Coy erheben diese &#8220;die Inkompatibilität zum Geschäftsmodell [...]. Mit ihnen kehre das schon tot geglaubte Digital Rights Management zurück, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frage der Haltbarkeit digitaler Daten füllt nach wie vor die Alpträume von Archivaren. Wie Heise anlässlich der Abschlussveranstaltung des <a href="http://www.langzeitarchivierung.de/index.php" target="_blank">Nestor</a>-Projekts <a href="http://www.heise.de/newsticker/Langzeiterhaltung-digitaler-Information-bleibt-ein-ungeloestes-Problem--/meldung/140238" target="_blank">berichtet</a>, ist dies insbesondere auch für E-Books ein Problem.<span id="more-62"></span> Nach Ansicht des Berliner Informatikers Wolfgang Coy erheben diese</p>
<blockquote><p>&#8220;die Inkompatibilität zum Geschäftsmodell [...]. Mit ihnen kehre das schon tot geglaubte Digital Rights Management zurück, und künftige Geräte würden nicht nur kleiner, leichter und billiger, sondern auch interaktiv, multimedial, musik- und videofähig. Die damit einhergehende Vielfalt von Contentformaten sei nicht nur für Nutzer ein Albtraum, sondern insbesondere auch für Archivare.&#8221;</p></blockquote>
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		<title>Groschen-E-Books</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Jun 2009 09:16:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>
		<category><![CDATA[Mills&Boon]]></category>
		<category><![CDATA[Trivialliteratur]]></category>

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		<description><![CDATA[Der britische Groschenheftverlag Mills &#38; Boon stellt ab sofort sein gesamtes Programm als E-Books zum Download auf Mobiltelefone bereit. Neue Titel erscheinen zukünftig zeitgleich auf Papier und als E-Book. Dies meldet heute The Bookseller. Da das Groschenheft seit jeher durch seine billigere physische Erscheinung eine geringe Bindung ans Trägermedium Papierbuch hatte (zur repräsentativen Aufbewahrung im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der britische Groschenheftverlag <a href="http://www.millsandboon.co.uk/" target="_blank">Mills &amp; Boon</a> stellt ab sofort sein gesamtes Programm als E-Books zum Download auf Mobiltelefone bereit. Neue Titel erscheinen zukünftig zeitgleich auf Papier und als E-Book. Dies <a href="http://www.thebookseller.com/news/88337-mills--boon-makes-books-available-on-mobile-phones.html" target="_blank">meldet</a> heute The Bookseller.<span id="more-64"></span></p>
<p>Da das Groschenheft seit jeher durch seine billigere physische Erscheinung eine geringe Bindung ans Trägermedium Papierbuch hatte (zur repräsentativen Aufbewahrung im Bücherregal ist es nie geschaffen gewesen), erscheinen mir die Perspektiven des digitalen Vertriebs für diesen Marktsektor besonders attraktiv. Zumal Groschenheften ja auch ein gewisses soziales Stigma anhaftet, das möglicherweise Leser zögern lässt, öffentlich (etwa in der U-Bahn) ihre Lektüre zu pflegen. Auf dem Handydisplay wird diese Lektüre diskreter und damit möglicherweise auch attraktiver.</p>
<p>Vielleicht wird sich das neue Medium E-Book ja zuerst und am schnellsten in dem Bereich durchsetzen, auf den viele Bildungsmenschen herabblicken. Es wäre nicht das erste Mal, dass Penny Dreadfuls zu Medien- und Leserevolutionen führten. Die Penny Dreadfuls des Viktorianismus wurden durch neue, kostensparende Entwicklungen auf dem Gebiet der Drucktechnik und Papierherstellung erst möglich und verdankten ihre Popularität der damals stark angestiegenen Lesefähigkeit der Bevölkerung (die sie ihrerseits wiederum beförderten). Parallel dazu mag die Verbreitung von Groschen-E-Books auf der (potentiell) billigeren nonphysischen Verbreitungsform und der sich ausbreitenden digital literacy aufsetzen und diese ihrerseits fördern.</p>
<p>Die Penny Dreadfuls des Viktorianismus trugen zur Entwicklung eines Massenmarktes für Literatur und kulturelle Produkte insgesamt bei. Ob Groschen-E-Books die heutige Kultur ähnlich transformieren werden?</p>
<p>Verweise: Über Penny Dreadfuls schreibt Bruce Rosen in seinem <a href="http://vichist.blogspot.com/2008/11/penny-dreadfuls.html" target="_blank">Victorian History Blog</a>. Als Kapitel in der Geschichte der Massenmedien haben sie in Irving Fangs <em>History of Mass Communication</em> (Boston: Focal Press, 1997, auch bei Google <a href="http://books.google.de/books?id=QaVfg_vdyxsC&amp;pg=PT1&amp;lpg=PT1&amp;dq=irving+fang+mass+history&amp;source=bl&amp;ots=lvlItKlhBR&amp;sig=cg4Y2gyofYtnjCjJ3p4AuVJxrd4&amp;hl=de&amp;ei=ytMwSp7xC4KUjAeg_eXCBw&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=3#PPP1,M1" target="_blank">Booksearch</a>) Eingang gefunden.</p>
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		<title>Coffee table E-Books</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 10:05:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Rohde</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[eBooks]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine der spannenderen Fragen, die der digitale Medienwandel in der Buchindustrie aufwirft, ist die Zukunft von Kunst- und Bildbänden. Der Bookseller bringt dazu eine Analyse von Tom Tivnan – der feststellt, dass es für illustrierte Bücher noch nicht an der Zeit sei, auf E-Books zu setzen. &#8220;It makes particular sense not to jump right in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine der spannenderen Fragen, die der digitale Medienwandel in der Buchindustrie aufwirft, ist die Zukunft von Kunst- und Bildbänden. Der Bookseller bringt dazu eine <a href="http://www.thebookseller.com/in-depth/feature/87829-art-of-the-matter.html" target="_blank">Analyse</a> von Tom Tivnan – der feststellt, dass es für illustrierte Bücher noch nicht an der Zeit sei, auf E-Books zu setzen.<span id="more-70"></span></p>
<blockquote><p>&#8220;It makes particular sense not to jump right in if the market is almost non-existent for illustrated e-books. The Sony Reader and the Kindle have black-and-white displays only, and while the iPhone does offer full colour, its smaller screen makes it less than ideal.&#8221;</p></blockquote>
<p>Einen Vorteil haben die Kunstbuchverleger nach Ansicht des Bookseller allerdings dadurch, dass sie daran gewohnt seien, denselben Content durch verschiedene Produktzyklen laufen zu lassen– etwa von der hochpreisigen Superformatreihe bis zur billigen Grabbeltischausgabe. In diesen Zyklus könne sich auch die Verwertung im digitalen Format anschließen.</p>
<p>Aber ob ein Platz für das illustrierte E-Book am Ende der Verwertungskette wirklich ein attraktives Angebot für Käufer sein wird? Schließlich ist das Kunstbuch in hohem Maße ein &#8220;beautiful object&#8221;, wie die von Tivnan zitierte Belinda Rasmussen zu bedenken gibt:</p>
<blockquote><p>&#8220;If something is done with that process to cheapen it, or make the book look less high quality, people will notice and your brand will suffer. We are lucky in that I think there always will be a market for high-quality books.&#8221;</p></blockquote>
<p>Spannender als der Platz am Ende der Verwertungskette erscheint mir, was in diesem Artikel leider nur sehr en passant erwähnt wird: die Möglichkeiten zum &#8220;digital enhancement&#8221;, der inhaltlichen Anreicherung etwa mit Multimediainhalten, die der Content von Kunstbänden bietet.</p>
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