Lesenswert: Alex Rühle über E-Publishing in China

In der Süddeutschen Zeitung wirft Alex Rühle heute einen eindringlichen Blick auf den E-Book-Markt in China. Der große Player dort ist der Verlag Shanda, der laut Rühle 80% der chinesischen Internetliteratur veröffentlicht. Shanda verdient an seinen E-Books über ein Micropaymentsystem Geld. Der Verlag bietet seine E-Books scheibchenweise an: Die Leser werden mit kostenlosen Anfangskapiteln angelockt, danach zahlen sie per Micropayment Bagatellsummen für weitere Teile.

Interessant ist auch, dass Shanda bislang vor allem mit Trivialliteratur Geld verdient: Mit Geschichten, die formal und inhaltlich an Videospiele angelehnt sind, erreicht der Konzern vor allem eine junge Leserschaft und hält sich alle Türen zur crossmedialen Vermarktung von Erfolgstiteln offen.

Auch für ernste Literatur sei E-Publishing jedoch attraktiv, berichtet Rühle, da es den Autoren ermöglicht, die Print-Zensur zu umgehen: “Im Netz dagegen kann man bislang vieles relativ unkontrolliert veröffentlichen” (ja ist das Internet denn ausgerechnet in China ein rechtsfreier Raum?)

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