Lesenswert: Rüdiger Wischenbart gegen den Heidelberger Appell

Der Heidelberger Appell dient dazu, das herkömmliche Geschäftsmodell von Verlegern wissenschaftlicher Zeitschriften gegen Innovationen abzusichern, schreibt Rüdiger Wischenbart in einem höchst lesenswerten Artikel im Perlentaucher:

“Nicht die Publikationsfreiheit ist bedroht, sondern das bisherige Gefüge aus Verlagen und Händlern, und zwar nicht durch illegale Praktiken, sondern durch neue Möglichkeiten, neue Marktteilnehmer und neue, sich zunehmend verändernde Vorlieben und Strategien von Lesern wie auch Autoren, die sich seit wenigstens 10 Jahren ankündigen und längst [...] breit analysiert und diskutiert worden sind.”

Wischenbart macht sich die Mühe, die Hauptargumente des Heidelberger Appells aufzulisten und zu kontern. Sein Fazit: Es fehlt der Branche der Wille zur Innovation. Lieber igelt sie sich ein:

“Lässt man die Debattenbeiträge zu Digitalisierung und E-Books aus der europäischen Buch-Profession seit März 2009 Revue passieren, ist beklemmend, wie sich bei diesem Schlüsselthema für Verlagsindustrie und Lesekultur eben gerade keine kontroverse Diskussion entfaltet hat, sondern eine zunehmend enger werdende Appellsequenz mit Zielpunkt Denk- und Innovationsverbot. Es werden keine alternativen Zukunftsmodelle verglichen. Selbst die brancheneigenen Lösungsansätze wie das deutsche Libreka führen ein Schattendasein gegenüber den Verbotsstrategien. Das Buch der Zukunft hat so zu sein wie jenes, das man sich für die Gegenwart als ideal vorstellt (und das so schon jetzt nicht mehr Wirklichkeit ist).”

Abgelegt unter: Digitale Geschäftsmodelle, Lesenswert | Tags: , , Kommentare deaktiviert

Comments are closed.

Back to top